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Das leere Grab – Auflösung und Wiederaufbau des Leibes Jesu Christi durch Anwendung verschiedener Odströme – Der auferstandene Christus begegnet den Seinen
Christus zwischen Ostern und Himmelfahrt
Beschreibung
Als Maria Magdalena am Ostermorgen zum Grab Jesu gehen wollte, fand sie den Stein davor weggewälzt und die Grabeshöhle leer. Was war geschehen?
Um diese Vorgänge verstehen zu können, bedarf es eines Einblicks in die Odlehre, in die Wirkkraft geistiger Kräfte. Durch die Anwendung gewaltiger Odströme, durch Hitze, Wärme und Kälte, war es speziell beauftragten hohen Geistern Gottes möglich, den Leib Christi aufzulösen und später – wenn sich der Auferstandene seinen Getreuen wieder zeigen wollte – vorübergehend wieder aufzubauen, zu materialisieren.
In den Gesetzen dieser odischen Vorgänge liegt auch die Erklärung für verschiedene Einzelheiten, die in der Bibel über das Geschehen überliefert sind. So zum Beispiel, warum Maria Magdalena ihren Meister zuerst nicht berühren durfte, während doch später die Apostel ihren Herrn anfassen konnten und er mit ihnen sogar speiste. In der Odlehre liegt auch die Erklärung dafür, warum Maria Magdalena und die beiden Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus waren, den auferstandenen Herrn nicht sogleich erkannten.
Themenheft 2/2012: Christus zwischen Ostern und Himmelfahrt
Inhalt
Das leere Grab – in der Luft sind drei wichtige Odströme enthalten
Josef, 14. Mai 1977
Das leere Grab – in der Luft sind drei wichtige Odströme enthalten
Ein Grundwissen über den Heils- und Erlösungsplan sowie über das Wirken von Odkräften ist notwendig, um all die Geschehnisse um die Auferstehung Christi und seine Himmelfahrt besser zu verstehen. Diese Erfahrung machte auch ein frommer Heimgekehrter, der von der Geisteswelt und ihren Gesetzen wenig wusste und in falschen Vorstellungen verhaftet war. Dank seinem verdienstvollen Leben wurde ihm das Reich Gottes offenbart, und dies ermöglichte ihm eine engere Verbindung zu Christus, dem König, als dessen Diener er weiter tätig sein durfte.
Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, in den nächsten Tagen feiert ihr das Fest Christi Himmelfahrt. Manchem gläubigen Christen fällt es schwer, dieses Geschehen zu erfassen; es ist ihm auch nicht verständlich, dass seinerzeit der Leib Christi im Grabe aufgelöst wurde.
So ist der eine gläubig, und zwar so, dass er keine Erklärung braucht; er glaubt, was ihm in der Überlieferung dargelegt wird. Ein anderer ist nicht bereit, es in der Weise zu bejahen. Der denkende Mensch von heute sagt nicht einfach Ja zu all dem, was überliefert wurde – er fängt an zu überlegen.
Wäre der Christenheit die Wahrheit von allem Anfang an offenbart worden, so würde es heute um diesen christlichen Glauben anders stehen. Ich versuche ja, euch symbolische Auslegungen von Christus zu erklären; ich versuche euch das zu erklären, was euch ein Rätsel ist, was ihr nicht versteht. Ich habe es schon erwähnt: Dies dient dazu, euch im Glauben zu stärken; es dient aber auch dazu, den christlichen Glauben für die Zukunft zu festigen, die Wahrheit darzulegen, damit es dereinst möglich wird, auf dieser Wahrheit aufzubauen. Deshalb bemühen wir uns, euch alles so gut wie nur möglich zu erklären. Wir haben Nachsicht für euer Verständnis von heute, für eure Begriffe und versuchen deshalb, es so auszulegen und zu erklären, dass ihr es mit eurem Verstand aufnehmen und verarbeiten könnt.
Dazumal war ja der Leib Christi aufgelöst worden, sodass sich dieser Leib nicht mehr in der Grabeshöhle befand, und Maria Magdalena sah Christus vor dem Grabe. Doch so wie die Geschehnisse von dazumal der Christenheit offenbart werden, entsprechen die Schilderungen nicht in allen Dingen der Wahrheit, wie es wirklich gewesen ist. Darum auch die Zweifel dieser oder jener Menschen. Sie haben auch Zweifel an der Wirklichkeit des Heimganges Christi. Auch zweifeln Menschen daran – ich möchte jetzt sagen, dies gilt für Christen oder Nichtchristen –, dass dieser Christus den Aposteln erschien. So versuche ich es zu erklären, so gut ich kann. Ich erkenne die Möglichkeit, dass es von euch auch in der Weise verstanden wird.
Ich muss vorausschicken, dass auch ein gewisses Urwissen nötig ist, um all diese Geschehnisse zu verstehen und zu begreifen. Das ist eine Bedingung, und ihr werdet mir auch recht geben müssen, dass man dieses Wissen haben muss. Ich habe stets erklärt, dass es ein Grundwissen gibt, es sind Grundbedingungen da, auf denen man aufbauen kann. Dann versteht man alles Weitere besser. Man muss in erster Linie anerkennen und glauben, dass es einen Geistersturz gab. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass, ehe es natürlich diesen Geistersturz geben konnte, bevor es diese Welt und die Menschheit gegeben hat, es eben eine unsichtbare Geisteswelt gab. Wegen dieses Sturzes ist es notwendig geworden, dass die Gestürzten in ein menschliches Dasein treten mussten. Ich brauche nicht näher darauf zurückzukommen; es ist aber für mich notwendig, dies zu erklären, weil ich nicht einfach mittendrin in dieser geistigen Gesetzgebung Erklärungen geben kann, da ja immer wieder Freunde da sind, die das Vorherige, das ich Jahre hindurch dargelegt habe, nicht gehört haben, und ihnen folglich auch das Verständnis dafür fehlt.
So versuche ich kurz anzudeuten, um was es geht. Der Mensch muss den Sinn und den Zweck seines Lebens erkennen können; er muss – wollen wir es einmal so sagen – an diesen Sinn glauben können. Und er muss auch zur Erkenntnis kommen, dass sein Leben zweckbestimmt ist, dass es einen Zweck erfüllt. Dies alles sind Notwendigkeiten, die in dieses Grundwissen hineingehören. Für einen Menschen, der nicht glauben kann und der in geistiger Unkenntnis lebt, ist dies etwas unverständlich.
Deshalb reden wir ja immer mit euch und haben immer wieder Erklärungen abzugeben. Nun, es ist euch begreiflich, dass ihr ohne Luft nicht leben könnt – ihr nicht, Pflanzen nicht, Tiere nicht. Die Luft ist also eine Notwendigkeit für das Dasein. Wenn dies für menschliches, pflanzliches und tierisches Leben eine Notwendigkeit ist, so muss in dieser Luft etwas Bedeutendes vorhanden sein. Ich möchte nun in der Hauptsache von drei Dingen sprechen, obwohl es noch viel anderes dazu gibt; es genügt jedoch, wenn ich davon rede. So hoffe ich, es euch verständlich und glaubhaft zu machen.
In der Luft sind geistige Strömungen, geistige Quellen. Man könnte dafür verschiedene Bezeichnungen haben – ich kann sie auch Odströme nennen. Ich versuche es euch auf einfache Art und Weise darzulegen und mich vor allem auf das Notwendige und das Hauptsächliche zu beschränken. Ein bedeutender, notwendiger geistiger Strom in der Luft ist die geistige Nahrungsquelle. Ein weiterer geistiger Strom ist aufbauend, und wiederum ein anderer ist vernichtend [auflösend]. Diese Ströme, diese Odwellen – oder wie ich dem auch sagen mag –, können vom Menschen nicht gesehen werden. Aber es sollte ihm klar sein, dass er ohne Luft nicht leben kann. Und damit will ich jetzt zum Ausdruck bringen, dass eben in dieser Luft solche Kräfte vorhanden sind: eine aufbauende Kraft und eben eine Kraft, die vernichtet. Darüber rede ich jetzt, weil ich euch eben die Auflösung des Leibes Christi darlegen möchte.
Christus, der Sohn Gottes, ist der von Gott geschaffene höchste Geist. Er ist in dieses menschliche Dasein getreten, und der menschliche Leib dieses höchsten Geistes, der je in einem solchen Leibe wohnte, sollte nicht der Verwesung übergeben werden. Dafür wandte die Gotteswelt die Verbindung von odischen Kräften an, besonders jene bedeutende Kraft, die es ermöglichte, den irdischen Leib Christi aufzulösen. Das ist eine Antwort darauf. In der Luft liegen Kräfte, enorme Kräfte, und vielleicht vermag sich der eine oder andere weitere Gedanken darüber zu machen. Darauf möchte ich jetzt nicht zurückkommen.
Als nun der Leib Christi in diese Grabeshöhle gelegt wurde, wurden vor dem Grabe zwei Wächter hingestellt. Denn die Pharisäer und Schriftgelehrten, jene Obrigkeit, hatten Angst, man könnte den Leichnam Christi entwenden. Deshalb stellte man zwei Wächter hin, und man rollte noch einen grossen, schweren Stein vor diese Grabeshöhle. Man konnte also nicht hineingehen, ehe dieser Stein weggewälzt wurde. Die Obrigkeit glaubte, es genüge, dieses zu tun und noch zwei Wächter hinzustellen, um ganz sicher zu sein, dass mit diesem Leichnam Christi nichts geschehen konnte.
Nun, als Maria Magdalena am Morgen früh zum Grabe kam, stellte sie fest, dass der Stein verschoben – dass etwas geschehen war. Zuerst hatte sie das aus Entfernung betrachtet, dann schritt sie näher. Sie wusste um diese beiden Wächter, doch sie waren nicht mehr da. Denn bevor Maria Magdalena und auch die Jünger zu diesem Grabe kamen, hatte sich etwas in dieser Gruft abgespielt. Denn diese Auflösung des irdischen Leibes Christi ging gar nicht so geräuschlos vor sich: Es gab ein Donnern und ein Beben, und den Wächtern wurde es ungemütlich, denn dieses Grollen und Donnern kam aus dem Innern der Grabeshöhle. Sie ängstigten sich und gingen fort. Sie verkündeten, dass ein unheimliches Grollen und Donnern aus dem Innern dieses Grabes gekommen sei, der Stein sich gehoben habe und sich auf die Seite gestellt. Die Wächter hatten solche Angst, dass sie gingen, obwohl sie mit ihrem Leben für die Sicherheit dieses Leichnams gebürgt. So gingen sie rasch weg und taten Kunde von dem Geschehen. Die Obrigkeit versuchte nun, die Wächter zu bestechen. Sie sollten falsches Zeugnis geben. Man versuchte, ihnen Geld anzubieten, damit sie sagen würden, dieser Leichnam sei eben weggetragen worden, als sie eingeschlafen wären. Aber es musste nicht so weit kommen; die Pharisäer und Schriftgelehrten erkannten, dass sie wahrhaftig einen Propheten gekreuzigt hatten, obwohl sie es nicht zugeben wollten und es auch nicht zugaben.
Als Maria Magdalena in aller Frühe am Morgen zur Grabeshöhle gegangen war, hatte sie diese Veränderung festgestellt – sie trat näher an das Grab. Sie musste sich bücken, um in die Gruft hineinschauen zu können. Maria Magdalena weinte; sie sah, dass die Linnen noch genauso dalagen – sie waren nicht verschoben worden, nur das Schweisstuch lag daneben eingerollt. Während sie einen Blick in das Grabinnere machte, sah sie zwei weiss gekleidete Engel. Sie fühlte sich geblendet, blickte wieder hinaus in die Umgebung – und nun sah sie eine Gestalt, die sie nicht erkennen konnte. Sie wusste nicht, wer es war, und sie glaubte, es wäre einer der Ordnungshüter. Denn die Obrigkeit hatte nicht nur diese beiden Wächter vor das Grab hinbefohlen, sondern sie wollte auch, dass welche die nächste Umgebung beobachten würden. Maria Magdalena, einerseits geblendet vom Glanz dieser Engel, anderseits weinend, besass keine klare Sicht und nahm an, es wäre einer dieser Hüter. Sie sprach diesen Unbekannten an als “Herr”, indem sie zu ihm sagte: “Herr, hast du gesehen, wo sie meinen Herrn hingetragen haben?” Weinend fragte sie ihn, dann hörte sie, wie er ihren Namen sprach, und jetzt erkannte sie Christus. Überliefert wird aber, Maria Magdalena hätte einen Gärtner gesehen. Nein, das ist hineingeschoben worden. Ein Gärtner war dazumal nicht zur Stelle.
Auf diese Weise erlebte Maria Magdalena ihren Meister. So ging sie zu den Jüngern, und diese Jünger kamen. Sie sahen: Das Grab war leer, die Linnen drin. Sie gingen wieder, in eine der Wohnungen der Jünger, denn diese Jünger, die wohl Glauben hatten und an Christus glaubten, waren doch Menschen, und sie hatten Angst – Angst vor jener Obrigkeit. Das muss doch wohl verständlich sein. Denn nachdem ihr Meister, ihr Herr, gekreuzigt worden war, hatten sie doch auch Angst um ihr Leben. Und als sie so beisammen waren, erschien ihnen Christus.
Ich möchte noch etwas nachholen, was ich noch nicht erwähnt habe. Maria Magdalena schritt ja auf Christus zu, als er ihren Namen rief. Er musste ihr sagen: “Halt, du darfst mich nicht berühren; es ist noch nicht so weit.” Das sind die richtigen Worte. Überliefert wird aber, Christus habe gesagt: “Berühre mich nicht, ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater” (Joh. 20, 17). Er ist ja nachher den Jüngern auch wieder erschienen, obwohl er noch nicht zum Vater aufgefahren war. So sollte doch einmal dieser Widerspruch erkannt werden. Aufgefahren vor den Augen seiner Jünger “gen Himmel”, wie es heisst, ist Christus erst danach. Und ab diesem Zeitpunkt war er ihnen nicht wieder erschienen.
Ehe er sich von den Jüngern verabschiedete, hatte er sie gesegnet und ihnen wiederholt gesagt: “Ich werde euch den Tröster senden, und er wird euch über das Weitere orientieren. Der Tröster wird euch unterrichten.” So erlebten sie seinen Weggang, den Aufstieg. Im menschlichen Leib entrückte er vor den Augen der Jünger von dieser Erde, von dieser Welt. Dies ist für viele einfach unverständlich und unbegreiflich. Doch wenn es den Menschen erklärt wird, wie es sich verhalten hat, wie es in Wirklichkeit geschehen ist, können sie es begreifen und verstehen – so sie Glauben haben.
Ich musste ausführlich von den Odkräften in der Luft sprechen, die es einerseits ermöglichten, den Leib Jesu Christi aufzulösen, und anderseits war, wie ich betonte, in diesen Strömungen die Kraft des Aufbaus vorhanden. Der Leib Christi konnte durch diese geistigen Strömungen – die Odströme, die Odkräfte – wieder aufgebaut werden. Christus musste daher Maria Magdalena sagen: “Rühre mich nicht an, es ist noch nicht so weit”; damit wollte er ihr sagen: “Der Aufbau des irdischen Leibes mithilfe dieser Odkräfte ist noch nicht vollendet.” Diese gewaltigen Odströme waren notwendig für den Aufbau wie zuvor für die Auflösung. Da nun dies alles im Aufbau und noch nicht vollendet war, hätte Maria Magdalena bei einer Berührung den Tod gefunden. Denn es ist bei den geistigen Kräften wie bei eurer Elektrizität eine gewisse Absicherung nötig. Es sind Kräfte, von denen die Menschen heute beziehen, die aber in ihrer Form gewandelt werden. Diese Kräfte sind in den verschiedensten Stufen vorhanden, und es bestehen verschiedene Möglichkeiten der Verwendung: sowohl für den Aufbau wie auch für die Vernichtung.
Es sollte mit diesen Worten dem Menschen von heute verständlich gemacht werden, warum es nicht möglich war, Christus zu jenem Zeitpunkt zu berühren. Später, als die Jünger zu Hause waren und er ihnen erschien, forderte er sie auf, ihm zu essen zu geben. Er ass mit ihnen und reichte ihnen die Hände. Da konnten sie ihn berühren.
Christus erschien auf diese Art und Weise seinen Jüngern, aber er entschwand auch wieder aus ihrer Mitte. Sie suchten stets nach ihm, und sie mussten nun erkennen, dass er wahrhaftig ein Prophet war und, so wie er gesagt, Gottes Sohn ist. Denn zuvor, ehe Christus am Kreuze starb, versammelte er sich mit einigen seiner Jünger und sprach zu ihnen: “Ich werde nicht mehr viel mit euch reden können – ich werde von euch gehen, aber ich werde wieder zu euch zurückkommen. Dieses sage ich euch jetzt, bevor es geschieht, damit ihr euch dann, wenn es geschehen ist, daran erinnert – dass ich euch gesagt habe, dass es so kommen wird.” Und die Apostel erinnerten sich an diese Worte, als Christus wieder aus ihrer Nähe entschwand. So hatten sie untereinander darüber gesprochen. Einerseits waren sie voller Freude und voller Erwartung, denn sie hofften, dass ihr Meister wieder zu ihnen zurückkehren und bei ihnen verweilen würde. Sie verstanden also nicht, was Christus ihnen vorher in Einzelheiten von seinem Reich erklärt hatte. Dieser Christus hatte immer wieder Gelegenheit, von seinem Vater im Himmel zu reden, von seinem Reich, das sie nun nicht sehen könnten, aber in das sie dereinst eingehen würden – dass ihnen in diesem Reich grosse Glückseligkeit zukommen würde und dass nur dort der wahre Friede auf sie warte. Er redete viel von dieser andern Welt, aber die Menschen von dazumal hatten es schwer, es zu begreifen.
Christus war doch öfters mit den Jüngern zusammen gewesen und hatte ihnen so manches erklärt. Er sagte ihnen auch: “Wenn ich von euch gehe, dann kommt ein anderer: Es ist der Fürst der Welt. Aber dieser Fürst der Welt hat nichts an mir, denn mein Reich ist nicht von dieser Welt.” So wie dazumal die Jünger – die ja um Christus weilten und die ihn fragen konnten – manches nicht begreifen und verstehen konnten, geht es heute dem Menschen: Auch er kann manches nicht begreifen und verstehen, obwohl sein Denken anders ist als bei jenen Menschen von dazumal.
Erwähnen möchte ich auch noch, wie es seinerzeit möglich war, dass Christus über das Wasser wandelte. Dies alles hat auch mit den geistigen Strömungen zu tun. So brauchte es stets ein Eingreifen, ein Mitwirken der Geisterwelt Gottes, um diese Odströme so zu verdichten, dass es eben möglich wurde, dass es auf diese Weise geschehen konnte. Diese Odströme wurden so verdichtet, dass es für Christus auf dem Wasser einen Weg gab, auf dem er dahinschreiten konnte.
Ich erklärte euch des Öfteren: Bei dem Wirken Christi waren stets Geister Gottes da – hohe Geister dienten ihm. Ich sagte auch: Es gibt nicht nur aufbauende und zerstörende Kräfte in der Luft, sondern es gibt auch eine Quelle der Nahrung. Auch davon machte Christus Gebrauch. Er sagte den Jüngern: “Wenn es notwendig ist, nehme ich dann und wann eine unsichtbare Speise zu mir.” Und die Geister Gottes, die ihm dienten, brachten ihm diese für den Menschen unsichtbare Speise. Sie nahmen von dieser Kraft, von dieser Nahrungsquelle, und verdichteten sie, um es einerseits in verdichteter Form ihrem König als Nahrung anzubieten, damit er davon nehme; anderseits vermochten sie ihm eine reingeistig feinstoffliche Nahrung anzubieten, wenn er sich im Geiste mit dem Geistigen so verbunden fühlte und gehoben war. Denn dieser Christus ist doch ins menschliche Dasein getreten – ein irdischer Leib hatte doch seinen Geistesleib überzogen, und Christus konnte als der von Gott geschaffene höchste Geist mit seiner Geisteskraft, mit seinen geistigen Fähigkeiten, die er als hoher Geist Gottes hatte, ins geistige Reich hineinschauen. Er konnte sich mit seinem Vater verbunden fühlen: Er hatte die Schau in das Haus des Vaters. Er sah ja den Vater – nicht zu jeder Zeit, aber dann und wann. Und wenn es in ihm der grösste Wunsch war, ihn in seiner nächsten Nähe zu sehen, wurde es ihm gestattet. Doch nicht alles ging nach seinen Wünschen. Er selbst hatte nicht nur einmal gesagt: “Vater, dein Wille geschehe” – des Öfteren sprach er diese Worte in seinem Gebet zum Vater. Denn manches hätte er gerne anders gehabt und gesehen. So sprach er dann: “Dein Wille geschehe. Wie du willst, so will auch ich.”
Von diesen innigen und engen Beziehungen, die Christus zur göttlichen Welt hatte, wird der Christenheit nichts offenbart. Und von der Geisteswelt wird auch nichts offenbart. Denn überlegt euch doch einmal: Müsste die Christenheit davon reden, wäre doch manches falsch, was sie gesagt hatte. Wenn man heute in dieser christlichen Lehre behauptet, dass es nicht stimme, dass Christus böse Geister ausgetrieben habe, so muss man nur darauf hinweisen, wie oft dies in der Bibel steht. Und die Pharisäer unterstellten Christus: “Du hast ja einen bösen Geist” – wohl entgegnete er ihnen dann darauf. Manches sagt die gläubige Christenheit nach – aber man glaubt es nicht. Oder man versucht einfach, solches zu unterbinden und unmöglich zu machen. Gerade solches, was eine Notwendigkeit ist, dargelegt zu werden, wird einfach verleugnet. “Es gibt das nicht”, sagt man – und deshalb auch die Antwort darauf: Wenn in dieser Weise der grösste Teil oder ein grosser Teil der Menschen – und besonders solche Menschen, die sich ein Recht anmassen, in Christi Namen zu handeln – nicht glauben wollen, was zur Wahrheit gehört, soll man doch nicht annehmen, dass sich gerade jetzt die Geisteswelt, da man sie verleugnet, erkenntlich zeigen und sich den Menschen offenbaren würde. Der Geisteswelt eilt es doch nicht. Es kommt wohl die Zeit dafür, wenn sie reif geworden ist. Und diese Zeit fängt ja an – sie rollt in die Zukunft des Glaubens.
Wenn man aber diese Grundbedingungen, die zum christlichen Glauben gehören, nicht anerkennen will, wird man nie auf den Kern der Wahrheit kommen. Man wird versuchen, das Unmögliche den Menschen glaubhaft zu machen. Man wird sich auf Worte Christi berufen, weil es einem gefällt, diese zu sagen; anderseits sind einem Worte Christi unbedeutend, denn man will den Zweck, den sie haben, nicht gelten lassen. Das eine Mal sagt man Ja zu der symbolischen Auslegung, und das andere Mal sagt man Nein. Aber es gibt im christlichen Glauben nur einen klaren Weg – es gibt unumstössliche geistige Gesetze. Man kann nicht Verschiedenes glaubhaft machen. Wenn man auf dieses Urgeschehen zurückkommt, das zum wirklichen Glauben führt, und versucht, immer weiter aufzubauen, bekommt man das wahrhaftige Bild. Wann wird es sein, wann ist die Zeit dafür gekommen, liebe Geschwister? Das ist die Frage, und die Zeit dafür kann ich nicht nennen.
Ich hoffe, mit dieser Antwort meinen Freunden erklärt zu haben, um was es einst gegangen ist und um was es geht – dass es unbedingt notwendig ist, zu wissen, dass diese Kräfte, diese geistigen Ströme, die sich in der Luft bewegen, für das Menschsein notwendig sind und dass diese Kräfte von heute noch dieselben Kräfte sind wie einst.
Ich versuche noch, einen Erlebnisbericht zu geben von einem frommen Menschen, der an die Auferstehung glaubte. Als er in der Jenseitswelt die Augen öffnete und die Veränderung feststellte, sagte er zu jenen, die ihn umgaben: “Ich bin von den Toten auferstanden, so wie es der Herr verkündet hat. So wie der Herr von den Toten auferstanden ist, bin auch ich auferstanden und in das Reich des Himmels zurückgekehrt.”
Nun musste man diesem Heimgekehrten erklären: “Siehe, es stimmt nicht, was du sagst. Du bist nicht von den Toten auferstanden. Du bist wohl ins lebendige Reich Gottes zurückgekehrt, aber du bist nicht wie Christus von den Toten auferstanden, denn du kommst nicht aus dem Totenreich. Du kommst aus der Welt, die wohl unter der Herrschaft des Fürsten des Totenreichs steht, aber du warst nicht im Totenreich. Somit kannst du nicht sagen, dass du von den Toten auferstanden bist.”
Dies beweist doch, dass dieser verstorbene Mensch von der Auferstehung nichts verstand, obwohl er gut und fromm gelebt hatte. Er glaubte einfach, das Gestorbensein würde heissen, dass er von den Toten auferstehen würde. Und die Gotteswelt hatte diesem Heimgekehrten erklärt: “Christus ist in das Reich der Toten eingekehrt, um dort Gericht zu halten. Du aber hast in deinem menschlichen Leben mit deiner Gesinnung dem lebendigen Reiche Christi angehört, und du bist jetzt nach deinem irdischen Tode wahrhaftig in das geistige Reich, das lebendige Reich Christi, zurückgekehrt.” Dieses wurde jener Seele erklärt, obwohl sie Mühe hatte, es zu verstehen.
Nun anerbot man diesem heimgekommenen Geistwesen, es möge sich stärken. Man führte das Wesen in ein Haus, wo ein grosser Raum, ein langer Tisch war. Auf diesem Tisch standen Schalen, eine neben der andern. Und in jeder Schale war ein Getränk. Als diese Seele mit den geistigen Begleitern in diesen Raum trat, waren schon etliche Wesenheiten da, die aus diesen Schalen tranken. Einer dieser geistigen Begleiter erklärte nun: “Tritt hin an einen Platz, der frei ist, nimm dir eine Schale, und trink davon. Es wird dich stärken. Und wenn du davon getrunken hast, führen wir dich in einen Ruheraum. Du sollst zur Ruhe kommen mit deinen Gedanken. Und nachher wollen wir mit dir reden. Wir wollen dir jene Welt offenbaren, die du in deinem menschlichen Dasein nie kennengelernt hast. Die Geisteswelt wollen wir dir offenbaren. Wir wollen dir deinen Himmel zeigen, den Himmel, in den du eintreten darfst, den du dir durch dein Leben verdient hast. Du bist zurückgekehrt ins lebendige Reich Gottes, und in diesem lebendigen Reich Gottes ist Christus dein König. Diesem deinem König kannst du bei Gelegenheit begegnen – bei Gelegenheit. Doch freue dich: Du hast dich eingefunden in das lebendige Reich Gottes mit seinem Frieden, mit seiner Herrlichkeit. In diesem lebendigen Reich Gottes erlebt man die Gnade, die Güte und den Frieden. In dieser Herrlichkeit wirst du wohnen. Hier werden wir dich belehren, und du wirst Gelegenheit haben, dich diesem Reiche Gottes als ein wertvoller Diener weiter zur Verfügung zu stellen, um mitzuwirken, damit es erfüllt werde, damit auch der Letzte den Weg zurück findet. Das Deinige sollst du leisten. So wirst du in Freude und Frieden aufgenommen.”
Liebe Geschwister, so kann der eine diesen Himmel erleben. Und er wird die Stärkung finden, die ihm guttut, um nachher einen erquickenden Schlaf zu erleben, um so gestärkt aus diesem Schlafe zu erwachen, um bereit zu sein, sich von der Geisterwelt Gottes belehren zu lassen.
So, meine lieben Geschwister, versucht über all das, was ich euch offenbarte, nachzudenken. Tut ihr das, werdet ihr Gewinn daraus haben. Ich aber entlasse euch mit dem Segen Gottes, der euch behüten und beschützen soll. So möget ihr alle gesegnet sein, und gesunde, wer da krank ist, sei es an Leib oder Seele. In Christi Namen soll es geschehen. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 14.5.1977 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Auflösung und Wiederaufbau des irdischen Leibes Jesu Christi
Lene, 26. September 1973 (Mewo, 4. Abend, Ausschnitt)
Auflösung und Wiederaufbau des irdischen Leibes Jesu Christi
Auf Gottes Befehl wurde der Leichnam Jesu durch Fürsten des Himmels mit göttlicher Kraft aufgelöst. Auf Bitte und Verlangen Christi gaben Geister Gottes später für sein Erscheinen bei den Jüngern seinem Geistesleib eine Hülle, die wieder aussah wie sein irdischer Leib mit seinen Wunden. Alles wurde von der Geisterwelt Gottes so gefügt und geformt, damit er nicht nur den Seinen den Beweis des ewigen Lebens und der Auferstehung geben konnte, sondern der ganzen Christenheit.
Lene: Gott zum Gruss. Meine lieben Geschwister, “die Wahrheit soll euch frei machen”. Das ist der Leitsatz der Woche, und so glauben wir, dass diese Erklärungen und Belehrungen, die euch bis anhin gegeben worden sind, zum besseren Verständnis des Geistesglaubens beigetragen haben. Wie ich euch schon erklärte, bemühe ich mich, euch nur die Dinge zu erklären, die nicht in der Bibel stehen und von denen man keine Kenntnisse hat. Gleichwohl komme ich doch dann und wann auf die Bibel zurück und muss solches daraus erklären oder aus sonstigen Schriften, welche ihr gelesen habt, das auch auf geistigem Wege durchgekommen ist – es gibt ja nur eine Wahrheit. Wenn ich trotzdem darauf zurückgreifen muss und Erklärungen besser ausführe, tue ich es nur aus dem Grunde, weil die darin enthaltenen Erklärungen undeutlich oder mangelhaft sind. Ich will es euch so erklären, dass ihr es besser verstehen und begreifen könnt.
Nun aber, liebe Geschwister, ich hoffe nicht, dass es heute so lange geht wie gestern Abend. [Lene berichtete am Vorabend vom Kampf zwischen Christus und Luzifer in der Hölle. Nun fuhr sie in ihren Erklärungen fort:]
Als nun Christus mit seinem Heer aus den höllischen Sphären heraustrat, hatte er ja eine Aufgabe zu erfüllen. Ihr wisst, drei Tage weilte Christus in der Hölle, bis dieser Kampf ausgefochten war. Am dritten Tag ist Christus wieder hinaufgefahren. Er hatte beim Eintritt in die Erdensphäre den ersten Weg – ich muss es vielleicht so sagen – zur Grabkammer gemacht, wo sein Leichnam gewesen war. Dort war er ja zum ersten Mal den Seinen erschienen. Doch sie erkannten ihn nicht auf den ersten Blick (vgl. Joh. 20, 14).
Jetzt möchte ich versuchen, etwas zu erklären, was dazu dient, besonders die kritischen und neugierigen Freunde etwas zu beruhigen. Christus hatte doch zusammen mit den Geistern Gottes als geistiges Wesen gekämpft. Die Seinen auf Erden aber hatten ihn in menschlicher Gestalt gesehen ... Ehe ich dafür die Erklärung gebe, muss ich noch Folgendes ausführen.
Der Leichnam Christi war vom Kreuze genommen worden und wurde in eine Grabkammer gelegt. Habt ihr euch noch nie überlegt, warum dies so ohne Weiteres gestattet wurde? Man musste nämlich die Erlaubnis einholen, um diesen Leichnam vom Kreuze nehmen zu dürfen. Es hätten ja die Juden oder die Pharisäer oder wer es auch sein mochte, Anspruch erheben können, diesen Leichnam in ihren Besitz zu bekommen. Damit dies nicht geschah, musste dazumal die Geisterwelt Gottes ihre Vorkehrungen dafür treffen; sie hatte vorausgesehen, welche Probleme es gegeben hätte und was alles daraus entstanden wäre. Die Geisterwelt Gottes war da – ich erklärte es gestern Abend –, als diese düsteren Knechte Luzifers zeitweise von den Plätzen und Strassen weggejagt werden mussten, und so waren jetzt die guten Geister wiederum da. Sie hatten im Auftrage Gottes gehandelt und die Menschen dazu inspiriert, dass sie ihre Zusage dafür gaben und dass niemand bereit oder fähig war, irgendwelchen Anspruch auf diesen Leib Christi geltend zu machen.
Es ging nämlich den Schriftgelehrten und Pharisäern damals nicht einfach nur darum, dass dieser Jesus nun tot war; sie ahnten schon, es könnte trotzdem irgendwelche Anhänger geben – aber sie vermochten in ihrem Denken nicht so weit zu gehen. Die gute Geisteswelt war ihnen in ihrem Handeln zuvorgekommen. Noch ehe der Leib Jesu in die Grabkammer gelegt wurde, waren die Engel Gottes schon da und warteten. Und so wurde Jesu Leib in die Grabkammer gelegt. Diese Geister Gottes hatten ihre geistigen Hände unter die Hände der Menschen gelegt, um diesen Leichnam mitzutragen. Dies geschah unsichtbar für die Menschen. Die Geister Gottes waren am Leichnam Christi sehr interessiert. Sie hatten ihre Hände mit, als dieser gesalbt und eingebunden wurde. Wohl war es ja nur der irdische Leib, tote Materie. Doch dieser Leib war mehr als sonst irgendein Leichnam, denn in diesem Leibe hatte Gottes Sohn gewohnt – Gottes Sohn hatte daraus gewirkt. Die Geisterwelt Gottes wollte erstens nicht, dass dieser Leichnam in Verwesung übertreten würde, zweitens wollte sie nicht, dass irgendwer sich der letzten Teile dieses Leichnams – auch nicht nach der Verwesung – hätte bemächtigen können, und drittens sorgte sie dafür, dass er nicht gestohlen wurde. Es waren aber nicht nur Geister Gottes dafür besorgt, dass dieser Leichnam nicht gestohlen wurde, sondern auch von der jüdischen Obrigkeit her stellte man Soldaten vor die Grabstätte, und weil man Angst hatte, rollte man einen solch grossen, schweren Stein davor. Denn sie hatten Angst, die Christen könnten sich des Leichnams bemächtigen. Das dachten sie zunächst, aber es gab auch welche, die sich schon mit dem Gedanken befassten, sich gelegentlich dieses Leichnams zu bemächtigen.
Gott hat dies alles durchschaut und dementsprechend seine Wesen eingesetzt, dafür zu sorgen, dass nichts mehr, aber auch gar nichts mehr von diesem Leichnam Christi vorhanden bleibt. Geister Gottes hatten schon gewartet, und mit ihrer göttlichen Kraft hatten sie den Leichnam aufgelöst. Es ist vielleicht befremdend, wenn ich sage, mit dem geistigen Feuer wurde er aufgelöst. Es sind geistige Kräfte vorhanden, die dies ermöglichen. Und bei diesem Handeln waren nicht einfach zufällig Geister da, die etwas tun mussten, sondern es waren Fürsten des Himmels. Sie waren darauf vorbereitet worden, im Falle, dass es geschehen wird, so wie ich es euch gestern erklärt habe. Für den Fall der Erfüllung waren im Voraus längst Vorbereitungen getroffen worden. Man hatte auch in dieser Beziehung im Auftrage Gottes Engel dorthin gesandt, die diese Fähigkeit in sich hatten. Was Gott beauftragt, wird erfüllt, und so geschah es. Es sollte für niemand auch nur die kleinste Spur vom Leibe Jesu vorhanden bleiben. Ihr könnt euch selbst darüber eure weiteren Gedanken machen. Könnt ihr euch vorstellen, wie viele Leichname Christi es im Laufe der Jahrhunderte gegeben hätte, wenn dieser Leichnam nicht aufgelöst worden wäre? Das ist Wahrheit, liebe Geschwister, das ist Wahrheit. Dem wurde vorgebeugt, und nun will ich hoffen, dass jene Freunde, die es einfach nie begreifen konnten, warum und wieso das notwendig war, jetzt erkennen, dass dies wahrhaftig notwendig war. Es war von Gott befohlen worden und geschah nicht nur aus dem einen Grunde, dass dieser Leib nicht in Verwesung übergehe, sondern auch andere Gründe wurden mit einbezogen. Das ist, wie ich hoffe, einmal eine deutliche Erklärung.
Nun zum anderen. Es war diesen Engeln Gottes ohne Weiteres möglich, die äussere Materie dieses Leibes, den Erdenleib, aufzulösen. Ebenso war es den Geistern Gottes möglich, dem Geistesleib Christi eine Hülle zu geben, die eben wieder aussah wie ein Menschenleib, wie sein Leib mit seinen Wunden. So hatte man dieses vorübergehend materialisiert. Es war dies die erste Bitte und das Verlangen Christi, sich den Seinen zu zeigen, denn er hatte ja gesagt, dass er auferstehen werde. So hat er sich den Seinen gezeigt – dann und wann ist er plötzlich diesen oder jenen Aposteln erschienen. Es fragen sich nun sogar oftmals unsere Freunde – eigentlich mit Recht, denn sie sind darüber bis heute so nie orientiert worden –, wo denn Christus in der Zwischenzeit jeweils gewesen sei, wohin er gegangen. Man hat das Recht zu fragen, und ich glaube, heute ist das Verständnis bei euch so gross geworden, dass es jetzt möglich ist, euch in diese Dinge einzuweihen.
Der Leib Christi ist eben in der Weise mit jener verdichteten Materie umgeben worden, damit er sichtbar wurde. Christus konnte auch Speisen zu sich nehmen, und er sprach mit den Seinen. Alles wurde von der Geisterwelt Gottes so gefügt und geformt und in dieser Art und Weise materialisiert, dass Christus eben schaubar war für die irdischen Augen. Das musste er tun, denn er hatte es versprochen. Er wollte damit nicht nur den Seinen den Beweis des ewigen Lebens und der Auferstehung geben, sondern der ganzen Christenheit. Seine Auferstehung aus dem Totenreich ist zum einen Beweis dafür, dass er als Sieger betrachtet werden muss, und zum andern, dass es ein ewiges Leben gibt. Denn es geht ja um diese unsichtbaren Wesen, und dies ist für viele Menschen eben unverständlich, unbegreiflich. Was sie nicht sehen und nicht greifen können, wollen sie nicht bejahen; was man nicht wissenschaftlich genau messen und abklären kann, das existiert für sie einfach nicht. Christus wollte damit den Beweis bringen für die ganze Zukunft, für die Jahrmillionen, die bevorstehen für die Entwicklung der aufsteigenden geistigen Geschwister. Er ist auferstanden, und er lebt. So wollte er diesen Beweis bringen. Und die Christenheit von heute? Betrachtet die Lehre, die sie verbreiten, und betrachtet den Glauben, den sie haben ... Warum können sie nicht glauben?
Liebe Freunde, wäre der Inhalt, den ich euch in diesen Tagen darlege, der Christenheit von allem Anfang an gegeben worden, so wäre der Glaube heute anders. Aber man hat ja keinen Geistesglauben, und wenn man ihn nicht hat, kann man auch nicht an ein Fortleben nach dem Tode glauben. Es mag dies eben heute für gewisse Menschen eine harte Prüfung sein. Und viele – die meisten – sind einfach nicht fähig zu glauben, sie sind nicht reif. Ihre Seele ist nicht geläutert, und die Mauer, von der ich zu Beginn der Woche sprach, ist an keiner Stelle abgebaut – sie ist nirgendwo durchlässig. Doch das wäre das Grundprinzip: diesen Glauben zu haben und diese Tatsachen zu kennen. Christus hat doch den Beweis für das Fortleben nach dem Tode gegeben.
Diese Geisterkämpfe, von denen ich gesprochen habe, diese furchtbaren Kämpfe, waren den ersten Christen in der ersten Zeit noch wohlbekannt. Das Wissen darüber wurde dann später ausgelöscht, als diese christliche Lehre mehr zu einer weltlichen Angelegenheit wurde. Man wollte solches nicht wissen, man glaubte nicht daran, und die Geister Gottes hatten sich längst zurückgezogen. Mit Menschen, die solche verwerflichen Gedanken haben, wollen Gottesboten nichts zu tun haben. Ich will aber nicht vom Thema abkommen, denn ich muss versuchen, mit der Zeit auszukommen.
Christus ging – wie ich es euch erklärt habe – in diese erdnahe Sphäre, wo er Wohnung nahm. Sie war längst vorbereitet worden, in der Hoffnung auf den Sieg – doch ich habe euch deutlich erklärt: Man war auch in Hangen und Bangen. In dieser Zeit, als Christus den Kampf ausfocht, wurde das Paradies in verhältnismässig kurzer Zeit in wunderbarster Weise ausgeschmückt, denn es war von der Geisterwelt Gottes, von Gott, aus besonderen Gründen für die Aufnahme Christi bestimmt worden. Die Geisterwelt Gottes hatte nun nicht nur diese Sphäre für sich – wo Bäume, Sträucher, Bäche und Weiteres mehr zu sehen waren – besonders gepflegt und da oder dort etwas zur Verschönerung beigetragen. Man hatte in dieser Zeit, als Christus den Kampf ausfocht, die wunderbarsten Gärten angelegt mit blühenden, prachtvollen Blumen. Man hatte bei den Vorbereitungen auch nicht vergessen, einen Tempel, eine Halle zu bauen; denn es gab und gibt auch Gebäude in dieser erdnahen Sphäre. Sie dient uns Geistern Gottes zwischendurch als Aufenthaltsort.
Diese erdnahe Sphäre hatte für Christus den Vorzug, dass er von ihr aus jeweils zu seinen Jüngern gehen und sich ihnen zeigen konnte. Jedes Mal mussten die Engel dabei sein, um an ihm diese Umhüllung aufzubauen. Dies war in Erdnähe günstig, gelang dort gut, weil die Engel auch geistige Stoffe dieser Erde, deren irdisches Od, für den Aufbau seines Leibes verwenden mussten. Man mag sich fragen: “Ja war denn das notwendig? Bei Gott sind keine Dinge unmöglich; er hätte doch mit einem Wort sagen können, dass es so geschehe.” Nein, liebe Geschwister, alles ist den Gesetzen unterworfen – auch das Kleinste. Auch Gott fügt sich diesen Gesetzen, und so war es auch mit Christus. Es war für die Geisterwelt Gottes leichter, ihm in dieser erdnahen Sphäre die menschliche Umhüllung zu geben. Christus hatte sich dann dieser Umhüllung wieder entledigt, wenn er zu jenen Engeln Gottes hinging, die im Paradiese waren.
Ich möchte aber nun das Erfreuliche, das Schöne, besonders hervorheben. Es ist doch klar, dass, wenn dieser höchste Geist Gottes auch nur vorübergehend in dieser Sphäre Wohnung nahm, alles getan wurde, um sie würdig zu gestalten, um dem König etwas an Annehmlichkeiten und Freude für sein geistig Auge zu bereiten. Er sollte sehen können, wie sich der ganze Himmel mit ihm befasste, wie er sich freute und ihn würdigte. So sollte es geschehen, wenn Christus zum ersten Mal seinen Schritt in diese Geistessphäre tat. Ich habe euch gestern Abend erklärt, welch Sausen und Brausen es in den Himmeln gab, als man die Worte vernahm, die Christus ausgesprochen: “Es ist vollbracht!” Seine Begrüssung war sogar für jene Engel, die dort waren, eine Überraschung – sie sahen ja alles, was sie getan und herbeigeschafft hatten. Und Engel waren dort und bewachten diese erdnahe Sphäre mit flammenden Schwertern. Ihr könnt dies in der Bibel nachlesen und findet dafür die Bestätigung (vgl. 1. Mos. 3, 24). Warum war dieses notwendig? Eben deshalb, weil diese Sphäre erdnah ist und weil keine sonstigen besonderen Abgrenzungen vorhanden sind. Deshalb hatten diese Engel dafür zu sorgen, dass niemand Unberechtigter in diese ‘Stadt’ hineinging.
Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 26.9.1973 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner an der Meditationswoche 1973 in Flims, 4. Abend (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Der auferstandene Christus zeigte sich nur den Seinen – er erschien in aller Stille und in seiner bescheidenen Art
Josef, 1. April 1961 (Abendmahlansprache)
Der auferstandene Christus zeigte sich nur den Seinen – er erschien in aller Stille und in seiner bescheidenen Art
Es wäre in Christi Macht gestanden, Legionen von Engeln aufzubieten, um ihn zu begleiten, seinen Sieg über die Hölle auszurufen, damit alle Menschen aufblicken und erkennen sollten, dass der Sohn Gottes auferstanden sei. Es geschah aber nicht, wie Menschen eine solche bedeutende Botschaft ausrufen würden – unter viel Geschrei, mit vielen Worten. Nein – es ging im Stillen, ruhig. Der Herr kam einmal da, einmal dort durch verschlossene Türen. Er suchte die Seinen auf, man fand sich zusammen und ass und trank miteinander.
Josef: Gott zum Gruss.
Himmlischer Vater, im Namen Jesu Christi flehen wir zu Dir, neige Dich mit Wohlgefallen zu uns nieder, und höre auf unser Flehen. Schenke uns den Frieden des Herzens. Bewahre die Menschheit vor Not und Bedrängnis, und gib ihr Deinen Frieden. Amen.
Liebe Geschwister, im Namen Jesu Christi seid ihr hier versammelt, um in seinem Gedenken das Liebesmahl einzunehmen. Ihr sorgt somit für die Erfüllung seiner Worte, als er bat: “Tuet dies zu meinem Gedenken.” So entsteht aus einer solchen Stunde grosses Heil für den Einzelnen. In Christi heiligem Namen sich versammeln heisst: den Bund mit ihm gefestigt haben, mit ihm verbunden sein.
Liebe Geschwister, als Christus am Kreuze gesprochen hatte: “Es ist vollbracht”, und die schweren Stunden des Leidens vorüber waren und sich sein Geist vom irdischen Leib getrennt hatte, da trat er in Begleitung seiner himmlischen Getreuen den Weg in die Hölle an, stieg hinunter in die Hölle und trug dort von Geist zu Geist den Kampf weiter aus. Vorher musste er als Mensch kämpfen, als Mensch gegen Menschen, er kämpfte mit den bösen Geistern. Von einem Sieg konnte man noch nicht reden. Nun aber, da er gestorben war, wurde der Sieg verkündet. Der Sieg war vollendet, als er aufgestiegen war aus der Hölle. Dort war er seinem einstigen königlichen Bruder gegenübergestanden – man hatte gekämpft. Man kämpfte mit Worten, man kämpfte noch mit andern Dingen. Doch Luzifer wusste, dass er nicht allzu viel widersprechen konnte und sich doch nicht in allen Dingen behaupten durfte.
Ja, Christus hat nun den Weg geebnet ins Vaterhaus. Luzifer wurde noch das Recht der Versuchung zugestanden – er sollte der Fürst der Menschen sein. Ja, er kann sie in Versuchung bringen, so viel er will, mit allen Mitteln und mit aller Macht. Man nennt ihn den Fürsten der Welt. Christus hingegen nennt man den Friedensfürsten. Er ist der Fürst des Friedens deiner Seele geworden. Ihm ist so unendlich viel zu verdanken. Er hat den Sieg errungen und so seine Geschwister an sich gezogen und ihnen den Weg frei gemacht. Der ganzen folgenden Menschheit sollte nun das Heil des Erlösers Jesus Christus zugutekommen. Die ganze nachfolgende Menschheit, ob Christ oder Nichtchrist, sie alle kommen in den Besitz dieses Heils; sie müssen nicht mehr zurück ins Totenreich. Christus hat den Sieg errungen, aber er wünscht, dass jedes seiner Geschwister das Seinige zum Siege beiträgt. Nun weiss ein jedes durch die Lehre des Meisters, wie es zu leben hat.
So viel wird dem Christen gegeben. Aus dem Herzen Christi stieg immer eine Fülle von Liebe. Er umgab die Seinen mit so viel Verständnis, mit Mitleid, mit Barmherzigkeit. Er teilte die Gerechtigkeit des Vaters, er gab die Gerechtigkeit. Menschen verstanden sie nicht; überhaupt verstanden sie ihn nicht. Ja, er, das Licht der Welt, das gekommen war, wurde von den Menschen nicht angenommen. So hatte er einen schweren Stand, einen schweren Weg. Und durch den Kreuzestod hat er den Sieg errungen und so Freiheit gebracht für alle Menschen.
Morgen könnt ihr aus vollem Herzen jubeln im Gedenken und in Erinnerung an jenen Tag, an dem er auferstanden ist, auferstanden aus dem Reich der Toten. Als dazumal Maria Magdalena zum Grabe gehen wollte, da erblickte sie den Stein nicht mehr wie vorher – weggewälzt war er. Und sie suchte ihren Meister, sie fand ihn nicht mehr, die Grabeshöhle war leer. Als sie wieder hinausging, da begegnete ihr ein Mann, und sie glaubte, es wäre einer der Ordnungshüter – so sah er aus. Und voller Bestürzung fragte sie ihn: “Kannst du mir sagen, wo sie unseren Meister hingebracht haben, wo haben sie den Leichnam unseres Herrn hingebracht?” Und erst als er ihren Namen sagte, da erkannte sie ihn. Er bat: “Gehe hin zu den Jüngern und sage, dass ich auferstanden bin.” Und sie ging und erklärte es ihnen. Sie aber waren voller Ängste und konnten es nicht glauben, denn viele waren irregeworden am Herrn, weil er auf diese Weise sterben musste. Denn jene Menschen kannten ja diese Gesetze nicht so, sie verstanden ja die Worte des Meisters nicht immer. Aber diese einfachen und bescheidenen Menschen waren von einer Treue und Anhänglichkeit. Sie folgten ihm, und ihr Herz war voll Trauer und Mitleid, dass es so gekommen war. Nur leises Hoffen hatten sie in sich, dass er auferstehen würde. Und nun sollte dieses in Erfüllung gehen – jetzt wurde die Botschaft verbreitet: “Der Herr ist auferstanden!”
Der Herr ist auferstanden. Und wenn ihr, meine lieben Geschwister, darüber nachdenkt, wie alles in so bescheidener, doch wunderbarster Weise geschehen ist: ganz nach Jesu Christi Art, ganz nach dem Sinn des himmlischen Vaters, ganz nach dem Willen Gottes.
Bei der Geburt Jesu hatten die Engelscharen jenen armen, bescheidenen Hirten die frohe Botschaft verkündet: “Freut euch, euch ist der Erlöser geboren.” Ja, und diese Hirten gingen hin an den Ort, an den sie gewiesen wurden. Sie jubelten im Herzen und freuten sich, denn sie hatten den Chor der himmlischen Engel gehört und ihre Worte klar vernommen. Sie hatten den Jubel und den Gesang gehört, das Frohlocken. Die bescheidenen Hirten durften es hören, doch niemand sonst auf diese Art und Weise.
So geschah es auch, als Christus auferstanden war. Er gab sich nicht sofort zu erkennen – Maria erkannte ihn erst, als er ihren Namen sagte. Es geschah also nicht, wie es nach Menschenart üblich wäre, unter viel Geschrei, unter vielen Worten, wie Menschen eine solche bedeutende Botschaft ausrufen würden. Nein, es ging im Stillen, ruhig. So kam der Herr einmal da, einmal dort durch verschlossene Türen, ohne Posaunenklang, ohne Lärm. Er suchte die Seinen auf, und man fand sich zusammen und ass und trank miteinander.
Es wäre in Christi Macht gestanden, Legionen von Engeln aufzubieten, damit sie ihn begleitet und den Sieg ausgerufen hätten und ausposaunt, dass er auferstanden sei – damit alle Menschen aufblicken und erkennen sollten, dass der Sohn Gottes auferstanden ist. Und es hätten mehr der Wunder geschehen können als dazumal, als bei seinem Tod am Kreuz die Erde bebte und der Vorhang im Tempel zerriss und die Leiber der Verstorbenen durch das Beben aus den Gräbern herausgeworfen wurden. Aber da hatten jene Menschen, die nicht glauben wollten, sich gesagt: “Unsere Erde hat schon öfters gebebt.” Nur wenige waren es, die gewillt waren, daraus das Wort Gottes zu hören, dass dieser Mensch am Kreuz der Sohn Gottes ist. Einige davon waren bereit, es einige Tage anzunehmen, dass er mehr gewesen ist als ein gewöhnlicher Mensch; aber schon bald war dieser Glaube wieder zerronnen.
Ja, so war es geschehen – in aller Bescheidenheit zeigte er sich. Wie auch dazumal, als jene beiden Jünger nach Emmaus gingen und sie traurig waren und auf ihrem Weg nach Emmaus einen Wanderer erblickten und mit ihm sprachen. Der Wanderer erkundigte sich: “Warum seid ihr denn so traurig?” Und sie, erstaunt über seine Frage, sagten: “Weisst du denn nicht, was in Jerusalem geschehen ist? Bist du wohl der Einzige in der ganzen Umgebung, der nicht Kenntnis davon hat? Sie haben Christus, den Sohn Gottes, gekreuzigt.” Und sie gingen miteinander in die Herberge, denn es dürstete sie, und man nahm eine Erfrischung zu sich. Und der Herr stand auf, er brach das Brot und blickte gen Himmel. Nun erkannten sie ihn, erst jetzt – es war ihr Herr und Meister!
So ist es geschehen, in dieser bescheidenen Art. Und die Menschheit, sie verlangt nach viel Worten, nach viel Lärm, nach Glanz, nach Klang, nach Macht. Das ist nicht Christi Art. Ja, manchmal hatte er in seinen Predigten darauf hingedeutet, dass ihm der Glanz der Erde nichts bedeutet, dass er keinen Anteil hat an dem. Und sie verstanden ihn nicht.
Wenn die heutige Christenheit sich dem Erlöser nähert, dann erkennt sie so viel Wunderbares. Er will der Tröster der Menschheit sein. Er ist es. Er ist der Friedensfürst der Menschen, und er sagte: “Ich werde bei euch sein bis ans Ende der Welt. Meine Worte werden nie vergehen.” So werden die Geister des Himmels dafür sorgen, dass sein heiliger Wille geschehe und dass er unter euch ist bis zum Ende der Welt. Wenn ihr euch hier versammelt habt aus einem inneren Verlangen, aus Ehrfurcht, aus einem heiligen Gefühle heraus, um ihm nahezukommen, ihn zu loben und zu preisen und ihm zu danken für all das, was er geleistet hat, dann darf man wohl sagen: “Er wird unter euch sein.” Denn seine Kraft ist mit euch verbunden, denn ihr seid ihm angeschlossen. Besiegelt ist der Bund von euch zu ihm. Er ist euer Herr, euer Herr und Meister, der Fürst des Friedens, der Fürst deiner Seele, und du bist sein Diener. Er sagte: “Folge mir nach. Nimm das Kreuz auf dich und folge mir.” Er bringt Trost, und du kannst dich an ihm aufrichten. Du wirst nur durch ihn zum Vater kommen. Keiner findet Einlass beim Vater, ohne an Christus vorbeizugehen.
Ja, im Leben des Menschen soll man mit Christus gehen oder stillstehen bei ihm. Es gibt so viele Menschen, sie sind in Bedrängnis, in seelischer Bedrängnis, und wollen an ihm vorübergehen in ihrem Leben. Sie glauben, ohne ihn auszukommen, sie wollen ihn nicht, sie haben keinen Glauben. Wenn sie einmal in die jenseitige Welt kommen, werden sie es schwer haben. Dann sehen sie, dass sie falsch gehandelt und gedacht haben und wie ungeschickt es von ihnen gewesen ist. Fehler hat man gemacht, die schwer wiedergutzumachen sind. Sie konnten es nicht glauben, dass der Heiland geboren wurde und er der Menschheit die Erlösung gebracht hat – auch wenn immer wieder die Botschaften verkündet wurden. Menschen gehen viel zu oberflächlich über die Worte hinweg: “Er ist hinuntergestiegen zur Hölle und aufgefahren gen Himmel. Er ist auferstanden von den Toten, auferstanden aus dem Totenreich.” Und sie sind geneigt, in diesem Tode nur das Sterben zu sehen.
So ist es gut, wenn man diesen Bund immer wieder aufs Neue besiegelt und sich klar wird: Ein Leben ohne Christus ist nichts. Man soll sich aber richtig bewusst werden, wie man ihm nachfolgt: in der gleichen Ruhe und Bescheidenheit. Ist man in Bedrängnis und bittet man um Befreiung von dieser oder jener Not und es wird nicht geholfen, dann soll man nicht glauben, Gott oder Christus hätten sich abgewandt. Immer wieder und wieder hat man anzuklopfen und zu rufen, dass aufgetan werde, immer wieder hat man zu flehen und zu bitten. Denn es wird alles geschehen nach dem Willen Gottes – das Beste für den Einzelnen. Wenn du in deinem Bitten nicht diese Erfüllung findest, sollst du nicht zweifeln und dich nicht abwenden. Denke an Christus, als er im Garten Gethsemane war und betete: “Vater, lass diesen Kelch des Leidens an mir vorüberziehen, doch nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.” Der Vater hatte ihm, seinem Sohne, den Wunsch nicht erfüllt. Er hat ihn vor nichts geschont. Christus musste nach dem Willen des Vaters den Weg gehen. So stehst du da im Leben und hast auch deinen Weg zu gehen. Auch du wünschest dir dieses und jenes anders, auch du zweifelst und möchtest, dass an dir vieles anders wäre. Da man es dir nicht gibt, wirst du unruhig und möchtest dich abwenden. Und der Wille des Vaters ist, dass es so bleibe. Aber es wird dir Kraft zur Überwindung gegeben, und du wirst gestützt im Leben; denn du hast etwas, das dir Kraft gibt. Dein Leben, deine Aufgaben können nie so schwer sein, dass du sie nicht tragen könntest. Gott gibt dir nur jene Last, die zu tragen dir nach deiner Kraft möglich ist. Und Gott gibt dir die Stütze, dass du besser vorwärtskommst im Leben: Es ist das Kreuz, an dem du dich aufrichten sollst, und es ist der Glaube an den Erlöser. Du sollst bereit sein, deinen Weg zu gehen, Ja zu sagen zu allem Schweren, das dir begegnet, ohne zu zweifeln.
Aber auch du, der du mit uns so verbunden bist, sollst wissen: Wenn du in Not bist und in Bedrängnis, dein Glaube aber aus der Tiefe deiner Seele emporsteigt, so werden jene zu dir kommen, um das Wort zu erfüllen: “Ich werde bei euch sein bis zum Ende der Welt.” Denn da wird geschöpft aus der Fülle der Liebe vom Herzen Jesu. Aus jenem Quell lebendigen Wassers darfst du empfangen. Ja, sie werden dir geben, damit du frei wirst, damit du überwindest und deinen Weg im Leben findest. Du sollst gestärkt werden. Er sagte: “Wenn du müde bist, dann komm zu mir, ich werde dich erquicken.” Wenn du müde bist auf diese oder jene Art, dann wende dich zu ihm. Seine Getreuen öffnen die Schleusen aus der Kraft Christi und lassen es dir zufliessen, und du kannst dich daran erlaben. Es ist jene unendliche Kraft, die ausgegossen wird über die ganze Menschheit – die Kraft Christi. Denn er ist mit euch so verbunden, er hat für die Menschen gelitten, ist für sie gestorben. Wie eine Mutter ihre Kinder umsorgt, umsorgt und betreut Christus die Seinen. Es ist ihm nicht gleichgültig, was mit der Menschheit geschieht; sie steht ihm nahe. Denn er lebte als Mensch unter den Menschen, und er stand den Versuchungen gegenüber, er weiss um das schwere Leben. Er aber kann zum Vater gehen und dort für die Menschen bitten. Er kann beim Vater um Gnade und Barmherzigkeit flehen für die Seinen. So wird es geschehen, wenn die Seinen verbunden bleiben mit ihm, treu sind im Glauben an ihn und erkennen, was es heisst, wenn Christus der Fürst des Friedens genannt wird und er der Fürst eurer Seele ist: dass jeder Mensch von diesen Gefühlen des Friedens umgeben sein kann, dass er zuerst jedoch Verpflichtungen zu erfüllen hat, wenn er voll und ganz in den Genuss dieses Friedens kommen will. Man muss einig werden mit Christus und tun, was er befohlen hatte – ihm gleich werden, ihn nachahmen, eins werden im Verlangen nach Frieden und Gerechtigkeit. Denn der Friede lag ihm so nahe – war es doch das Begrüssungswort, das er sprach: “Friede sei mit euch, Friede sei mit der Welt.”
Wenn du zu diesen heiligen Festtagen dich selbst betrachtest, dann sollst du das Deinige dazu beitragen, um an der Erweiterung und der Entfaltung zur Erfüllung dieses Erlösungsplanes zu wirken, denn auch bei dir ist noch nicht alles vollendet. Je mehr du zu leisten vermagst, desto glücklicher und freudiger werden dich einst die Engel Gottes abholen. Denn auch sie werden einstimmen in ein Frohlocken und in einen herrlichen Gesang über deinen Sieg, den du als Mensch in dieser Welt der Unordnung und der Bedrängnis vollbracht hast. Du sollst als Sieger zurückkehren, Sieger sein mit Christus.
Nun, liebe Geschwister, wenn ihr Brot und Wein zu euch nehmt, dann erfüllt ihr die Worte Christi, seinen Wunsch nach dem Gedenken an ihn. Eine herrliche und heilsame Kraft strömt daraus, wenn man tut, was sein heiliger Wille ist. Es ihm nachtun, was er gesagt, im Geiste eng mit ihm verbunden sein und so die Kraft in sich aufnehmen – es wird heilsam werden für eure Seele und euren Leib, denn so fliesst diese heilige Kraft zu euch, diese wundersame Kraft. Ja, es ist für den einen oder andern eine gewaltige Kraft, die von viel grösserer Bedeutung ist, als wenn ein Arzt oder sonst Menschenhände am irdischen Leibe versuchen, eine Heilung oder eine Gesundung zu vollziehen. Was nicht im Namen Jesu geschieht, ist nicht mit Kraft durchdrungen – was an euch geschieht im Namen Jesu Christi, das ist mit Heil verbunden.
Nun, liebe Geschwister, lassen wir eine Ruhe über euch kommen. Denkt über euer Leben nach, ordnet eure Seele und macht aus ihr einen Hort des Friedens. [Ende der Tonaufnahme.]
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 1.4.1961 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Fragen und Erläuterungen
Fragebeantwortungen aus Vorstandssitzungen und Ausschnitt aus dem Vortrag vom 3.5.1980
Fragen und Erläuterungen
Lieber Josef, in der Bibel steht, dass Jesus Maria Magdalena und den Jüngern erschienen ist. Warum zeigte er sich nicht Pontius Pilatus oder den Pharisäern, die ihn verurteilt hatten? Oder konnten ihn nur bestimmte Menschen sehen?
Josef: Lieber Bruder, Christus war nicht besonders gut eingestellt auf die Pharisäer. Er hatte für sie sehr scharfe Worte. Er nannte sie Schlangen, getünchte Grabstätten. Er hatte verschiedene Namen, die er diesen Menschen gab, die Werkzeuge Luzifers waren.
Es war Christus doch ein Anliegen, sich den Seinen zu zeigen. Denn die Jünger und Maria Magdalena, sie waren ihm treu ergeben. Sie trauerten um ihren Meister, sie sehnten sich nach ihm. Sie glaubten an ihn, und er hatte es ihnen versprochen, oder er hatte ihnen gesagt – was sie eben nicht verstehen konnten –, dass man nach dem Tode leben werde, obgleich man stirbt. Der Geist lebt. Und von diesem geistigen Leben sprach er doch ganz besonders zu den Seinen. Er wollte es ihnen auch zeigen, dass nach ihrem Tode das Leben weitergeht, aber unter seiner Herrschaft.
Lieber Bruder Josef, Paulus gebraucht in seinen Briefen, wenn er von der Auferstehung Christi spricht, oft den Ausdruck, er sei vom Vater, von Gott, auferweckt worden. Besteht da ein Unterschied? Konnte Christus nicht aus eigener Kraft auferstehen? Musste er auferweckt werden?
Josef: Das ist nicht so zu verstehen. Ich möchte es so sagen: Das ist eben gerade etwas, was in den Schriften steht und dem heutigen Menschen nicht mehr verständlich ist. “Er ist vom Vater auferweckt worden” – dies sollte jetzt, so wie wir uns und ich mich mit diesem Thema und mit diesem Ausspruch schon beschäftigt haben, anders formuliert werden. Dieser Begriff “auferweckt worden” ist für euer heutiges Sprachverständnis nicht mehr das richtige Wort. Christus ist vom Vater beauftragt worden, die Erlösung zu bringen. Es hat also mit Auferweckung in dem Sinne, wie ihr diesen Begriff heute versteht, nichts zu tun. Diese Formulierung passt nicht mehr in euren heutigen Sprachgebrauch hinein.
Warum haben Maria Magdalena und die beiden Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus waren, den auferstandenen Herrn nicht beim ersten Anblick erkannt?
Josef: Als der irdische Leib Christi im Grabe aufgelöst wurde, geschah dies durch die Hilfe der Engel Gottes. Sie haben diejenigen Gesetze in Anwendung gebracht, die das ermöglichten. Diesen menschlichen Leib lösten sie auf mithilfe von [Od-]Strömen: durch Hitze, Wärme und Kälte. Mit diesen Strömen lösten sie den Leib auf. Er wurde aber nicht vernichtet, beziehungsweise die Substanz des Leibes wurde nicht vernichtet, sondern aufgelöst. Ein Teil dieser Substanz, die aufgelöst wurde, ging in seinen Seelenleib, in den Odleib, hinein. Der andere, grössere Teil wurde so aufgelöst, wie ich es erklärte: mit Strömen – mit Wärme, mit Kälte. Auf diese Weise ward es möglich, die Materie aufzulösen.
Danach, als Christus sich Maria Magdalena zeigte, ging es darum, diese Materie wieder aufzubauen. So stand er da, doch sie erkannte ihn nicht. Dann trat sie näher zu ihm, weil sie plötzlich das Gefühl hatte: ”Es ist ja der Meister. Er ist es ja.” Nun wollte sie zu ihm hin und wollte ihn berühren. Doch Christus sagte ihr: “Du darfst mich nicht berühren. Ich bin noch nicht zum Vater aufgefahren.” (Joh. 20, 17.)
Diese Worte mögen einerseits ihre Richtigkeit haben. Christus war noch nicht zum Vater aufgefahren. Anderseits war es aber so, dass der Aufbau seines sichtbaren Leibes noch nicht vollendet war. Die [Od-]Ströme, die seinerzeit seinen Leib auflösten, hatten jetzt die Aufgabe, zu entfalten, um den Leib aufzubauen. Nun, ein Teil davon war ja in seinen Seelenleib zurückgekehrt, und sein Seelenleib hat diesen Anteil zur Verdichtung zurückgegeben, ebenso kam das Weitere hinzu, was durch die [Od-]Ströme aufgelöst worden war. Durch das Ganze sind aber verschiedene Substanzen nicht mehr zustande gekommen. Es musste daher eine sogenannte Vermengung stattfinden. Das, was aufgelöst worden war, musste wieder aufgebaut werden. Einiges davon blieb für eine gewisse Zeit zurück und konnte sich erst nach einer bestimmten Zeit mit dieser Materie vermengen.
Weil aber Christus als Geist Gottes – in seiner ganzen Erscheinung, in seiner ganzen Herrlichkeit – jetzt [verdichtet] dastand, hatte es gewisse Veränderungen gegeben: Seine Feingliedrigkeit aus der Feinstofflichkeit ist geblieben. Sein Aussehen ist nicht mehr so, in dem vollsten Masse, zum Ausdruck gekommen wie zu Lebzeiten. Denn er war ja schon ganz vergeistigt gewesen, und als die Verdichtung zur menschlichen Materie stattfand, war einiges [das zuvor aufgelöst worden war] entschwunden. Das Aussehen Christi hatte sich nun verfeinert, als er sich den Jüngern zeigte, und bei längerem Verweilen war die Möglichkeit vorhanden gewesen, dass von diesen [festen] Stoffen mehr aufgebaut werden konnten – sie wurden [von seinem aufgebauten irdischen Leib] angesogen. Christus hat sich ja für bestimmte Zeit seinen Jüngern gezeigt, er hatte also die Möglichkeit, für eine bestimmte Zeit zu bleiben.
Der Grund, weshalb er auf den ersten Anblick nicht erkannt wurde, liegt also darin, dass eben der Aufbau der Materie [seines irdischen Leibes] nicht mehr voll und ganz mit diesen [aufgelösten] Substanzen in diesem [dafür notwendigen] Gehalt zustande kommen konnte. Als sein irdischer Leib aufgelöst worden war, stand Christus doch als reiner Geist Gottes in seiner ganzen Kraft und Herrlichkeit da. Der irdische Leib, den er [im Erdenleben] hatte, war aus irdischer Materie, und diese so feste, verdichtete odische Materie war nun bei diesen Materialisationen nicht mehr notwendig. Es war auch nicht mehr möglich, weil sich mit seiner Feinheit, mit seiner Feinstofflichkeit das andere, das Frühere, das vom menschlichen Leib Verdichtete, eben aufgelöst hatte. Gleichwohl erkannten die Jünger Christus – es war nicht so, dass sie ihn nicht erkannt hätten. Aber auf den ersten Anblick erkannten sie ihn nicht.
Lieber Josef, schon in der Frühperiode der nachapostolischen Zeit ist die fleischliche Auferstehung zum Dogma erhoben worden, und es wurde darum gekämpft. Weil der Stein von der Grabkammer weggerollt worden war, glaubt man eben, dass Christus mit dem irdischen Leib auferstanden sei. Was sagst du dazu? Warum musste denn der Stein weg, wenn Christi Leib doch aufgelöst wurde und er selbst als Geist auferstanden ist?
Josef: Nun, über die Auferstehung sind bereits – ich muss es so sagen – zur Zeit der Apostel und der Jünger Irrlehren entstanden. So behaupteten gewisse Judenchristen, dass Christus eben mit dem Fleischesleib auferstanden sei. Es gab so verschiedene Irrlehren, und man bekämpfte sich gegenseitig. Was da nicht alles behauptet wurde über diesen Christus ...
Um aber auf den Stein vor dem Grab zurückzukommen: Wenn du glaubst, es wäre doch nicht nötig gewesen, dass dieser Stein hätte weggewälzt werden müssen – ja, kannst du dir oder könnt ihr euch denn eine Vorstellung davon machen, was da alles gesagt worden wäre, wenn dieser Stein nicht weg gewesen, wenn das Grab nicht offen gewesen wäre?
Das Grab war offen. Für alle war zu sehen: Christus ist auferstanden. Dies muss eben in der Geisteslehre enthalten sein. Und es muss dem Geistesmenschen klargemacht werden, dass der fleischliche Leib Christi doch so etwas Kostbares war, dass er aufgelöst werden musste und dieses Grab eben wirklich leer sein musste.
Der Leib Christi ist aufgelöst worden. In dieser Beziehung sind euch ja schon Erklärungen gegeben worden. Für die geistige Welt war das ja gar nicht so eine aussergewöhnliche Angelegenheit – dafür waren bestimmte Geister längst vorbereitet mit ihren Kräften. Geistwesen hatten Christus doch schon zu seinen Lebzeiten begleitet, und sie waren mit ihm auch hinabgefahren in die Hölle. Es waren – wenn ich so sagen darf – jeweils bestimmte Geister da, Spezialisten, die ihre Aufgaben hatten. Die einen Geister hatten die Aufgabe zu kämpfen, andere mussten dafür sorgen, dass eben dieser Fleischesleib aufgelöst wurde. Später war es wieder so, dass Geistwesen da waren, die diesen Fleischesleib materialisieren konnten. Sie haben dieses zustande gebracht mit den geistigen Odkräften, die dafür notwendig sind, um solches zu tun. Christus ist ja nicht, sagen wir, die erste und einzige Erscheinung dieser Art; es hat früher schon solche Erscheinungen [Materialisationen] für die Menschen gegeben. Aber Christus in seiner Person als Erlöser hatte eben seinen besonderen Auftrag und hatte daher seine Aufmerksamkeit allgemein gefunden. Er hat einen Auftrag Gottes in der Weise ausgeführt. Dass es immer Menschen gibt, die etwas Gegenteiliges beweisen wollen, das ist doch auch ein Zeichen dafür, dass jemand anderes noch da ist, der Interesse daran hat, dass die Wahrheit nicht die Verbreitung findet.
Es war also eine Notwendigkeit, dass dieser Stein weggewälzt wurde. Es waren doch Soldaten da, die wahrhaftig das Grab bewachen sollten. Sie waren dafür verantwortlich, dass niemand diesen Stein wegwälzte, damit dieser Leichnam auch nicht gestohlen werden konnte – weil Jesus ja vorher immer gesagt hatte, dass er auferstehen würde. Und das wollte man nicht. Man wollte ihn ja nicht als den Gottessohn anerkennen. Und man wollte zu einem späteren Zeitpunkt doch nicht zugeben, dass es wahrhaftig der Gottessohn war, den sie gekreuzigt hatten. Diese Pharisäer und Schriftgelehrten wollten das nicht. Und so wollten sie auch verhindern, dass jemand den Leichnam hätte stehlen können [um dann zu behaupten, der Gekreuzigte wäre auferstanden].
Es war also auch nur mit der entsprechenden geistigen Kraft möglich, den Stein wegzuwälzen. Das war schon einmal ein Wunder für diese Schriftgelehrten und Pharisäer, für diejenigen, die Christus verurteilt hatten. Sie mussten sehen, dass dieser Stein weg war. Sie konnten in das Grab hineingehen. Die Linnen lagen genauso da, wie sie um den Leib gebunden waren – nur der Leib, der hatte sich aufgelöst. Das zu sehen, war für jene ein schwerer Schock. Und für die Menschen von dazumal und für die ganze Christenheit war und ist es doch eben ein Beweis. Und für diesen Beweis musste es so sein, dass dieser Stein wahrhaftig weggewälzt war, damit das Grab offen war und jeder sehen konnte, dass niemand in diesem Grabe war.
In der christlichen Lehre sollte dies eben enthalten sein. Man sollte dem Christenmenschen sagen können: Als Christus am Kreuz gestorben war, da wurde er von Scharen seiner Getreuen in die Hölle begleitet, um dort den Kampf aufzunehmen. Sein irdischer Leib aber, der im Grabe lag, wurde aufgelöst.
Heft 2/2012
21 Seiten, 21 × 29,7 cm