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Der hohe Wert der Willensfreiheit – Freiheit bringt Sicherheit, Sicherheit bringt Frieden – Jenseitiges Erleben eines gefallenen Freiheitskämpfers
Kampf der Völker um Freiheit und Selbstbestimmung
Beschreibung
Die Vorträge und Fragebeantwortungen dieses Themenheftes beleuchten die grosse Bedeutung der Freiheit im Denken und Wollen. Die Erklärungen von Geistlehrer Josef stammen aus dem Jahre 1956 und nehmen Bezug auf die aktuellen Entwicklungen jener Zeit: auf den Freiheitskampf verschiedener Völker, wie er damals im Besonderen in den von der Sowjetunion beherrschten Staaten Europas, namentlich in Ungarn, sowie auch in zahlreichen Kolonien in Afrika oder Asien zu beobachten war. In einem der Vorträge wird aufgezeigt, dass sich der Kampf um Freiheit zuerst im Geistigen abspielt und wie auch Menschen in diesem geistigen Kampf mitwirken können – und zwar in der Zeit des Schlafes, wenn sich der menschliche Geist vom irdischen Körper löst und in der jenseitigen Welt entsprechende Aufgaben ausführen kann. Im zweiten Vortrag des Heftes berichtet Geistlehrer Josef von seinen persönlichen Beobachtungen im Kampf des ungarischen Volkes gegen die sowjetische Fremdherrschaft im Herbst 1956. Er erzählt von einem gefallenen Freiheitskämpfer, der nun als Geistwesen auf den Kampfplatz zurückkehrt und seinen Kameraden Hilfe leisten will.
Themenheft 4/2015: Der Kampf der Völker um Freiheit und Selbstbestimmung
Inhalt
Der hohe Wert der Willensfreiheit
Josef, 14. April 1956 (Ausschnitt)
Der hohe Wert der Willensfreiheit
Gott gab seinen Geschöpfen als schönstes Geschenk den freien Willen. Es ist ein göttliches Gesetz, dass diese Freiheit geachtet werden muss; niemand hat das Recht, sie zu missbrauchen oder sie dem Nächsten zu verweigern. Auf Erden gibt es ganze Völker, die der Freiheit ihres Denkens und Tuns beraubt sind. Solange ihnen aber diese Freiheit vorenthalten wird, ist die Grundlage für Frieden nicht gegeben.
Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Freunde, immer wieder versuchen wir Geister Gottes, euch klarzumachen, dass man in das harmonische Verhältnis zu den Mitmenschen kommen muss, um in Gottes Nähe zu gelangen. Denn so wächst die Erkenntnis, dass das Verständnis für den Nächsten und die Bereitschaft, ihm den Beistand zu geben, etwas Wunderbares sind. Und an Christus seid ihr erinnert, der sprach: “Werdet vollkommen, wie der Vater es ist” (Mat. 5, 48).
Gott zeigte seinen Geschöpfen gegenüber die Bereitschaft zum Verzeihen, indem er durch seinen Sohn die Himmel wieder öffnen liess, damit sie alle den Weg zurück in das Haus des Vaters wieder finden können. Und etwas Wunderbares hat Gott allen seinen Geschöpfen gegeben: Es ist der freie Wille. Die Geister haben diesen freien Willen, sie haben die Freiheit in ihrem Denken und Wollen, und auch die Menschen besitzen den freien Willen, die Freiheit in ihrem Denken und Wollen.
Dieser freie Wille der Geister kam auch damals zum Ausdruck, als in der göttlichen Welt jene grosse Geisterrevolution von langer Hand vorbereitet wurde: Legionen von Geistern haben damals den Gedanken gefasst, ihre Zugehörigkeit zu Luzifer zu bekunden, der Christus seine Stellung streitig machen wollte. Gott hatte Christus zum König der göttlichen Welt gesalbt, über alle Geister, als Herrscher der ganzen Geisterschar. Doch mit der Zeit fand Luzifer, dass ihm gleiches Recht hätte zugestanden werden können, und er beschloss, dasselbe seinem königlichen Bruder streitig zu machen. Nicht von heute auf morgen war es so weit, dass diese Millionen und Millionen von Geistern von diesem Gedanken erfasst wurden. Von langer, langer Hand wurde diese Geisterrevolution vorbereitet.
Gott sah wohl das Denken und Wollen dieser Geister. Aber er hatte ihnen die Freiheit gegeben in ihrem Denken und Tun, und so liess er sie gewähren, bis Luzifer sich stark genug fühlte, um gegen seinen königlichen Bruder vorzugehen. Aber dann, als es so weit war, liess Gott sie alle aus den Himmeln stürzen. Sie hatten den freien Willen dazu benutzt, gegen Christus Stellung zu nehmen, und Gott hatte erst dann eingegriffen. So wurden sie herausgestürzt aus den Himmeln und ihres Glanzes und Reichtums beraubt. Gott ferne wurden sie geführt, in die Welt der Disharmonie.
Nun herrscht aber eine wunderbare Ordnung, und in diese Ordnung haben sich diese Geister einzureihen. In der irdischen wie in der geistigen Ordnung ist diese Freiheit zu finden. Und wenn nun auch die Menschen den freien Willen des Denkens und Wollens besitzen, so haben sie doch nicht das Recht, diese Freiheit zu missbrauchen und sich zu sagen: “Ich bin ja ein freier Mensch und habe das Recht, zu tun, was mir beliebt. Diese Freiheit erlaubt es mir auch, nebst meiner angetrauten Gattin noch jemand anderes zu haben, und noch vieles andere auch.” So möchte ich – um nicht falsch verstanden zu werden – betonen, wohin die Freiheit zu führen hat. Denn aus der wunderbaren göttlichen Ordnung heraus wächst die Freiheit für die Geister; auch für jene, denen es ermöglicht wurde, wieder aus dem Reich der Toten herauszusteigen, wohin sie von Gott gebannt worden waren. Tot waren die abgefallenen Geister für Gott bis zur Zeit, da Christus den Weg zum Himmel wieder öffnete und selber – auch aus freiem Willen – seine Treue zu Gott bewies, selbst in seiner grössten Not, da er von den göttlichen Helfern verlassen war. Frei sollte auch er als Mensch entscheiden können.
Darum ist es nicht recht, wenn Menschen der Freiheit des Denkens und Wollens beraubt werden. Es gibt ganze Völker dieser Erde, die der Freiheit ihres Denkens und Tuns beraubt sind. Solange sie nun aber dieser Freiheit beraubt sind, kann es keinen Frieden geben im Reich der Erde. Denn es ist ein göttliches Gesetz, dass diese Freiheit geschätzt und geachtet werden muss. Denn durch sie bringt der Mensch zum Ausdruck, wohin es ihn zieht, was er zu tun gedenkt. In der Freiheit des Denkens und seines Wollens soll er wirken und zeigen, auf welcher Stufe er steht. Darum ist es falsch, wenn man einen gesunden Menschen der Freiheit des Denkens berauben und ihm gewaltsam etwas aufdrängen möchte. Es ist dies eine grobe Verletzung des göttlichen Gesetzes.
Es ist das Wunderbarste, wenn die Familienangehörigen gegenseitig diese Freiheit achten und schätzen. Dann ist das Verständnis da für den andern und auch die Bereitschaft, ihm beizustehen; jeder ist dem andern eine Stütze, eine Quelle des Mutes und der Kraft.
Würde sich doch der Mensch mehr mit der Frage auseinandersetzen, was alles zur Ordnung Gottes gehört, was der Wille Gottes ist, dem auch er zum Durchbruch verhelfen sollte – dass auch der freie Wille im Denken und Wollen dazu gehört, dass er nur aus dieser Freiheit heraus zu handeln hat. Darauf soll man sich besinnen. Dann wachsen die Erkenntnisse, das Verständnis und die Bereitschaft für die andern. So sollte sich ein jeder fragen: “Lasse ich meinen Nächsten die Freiheit des Denkens und Wollens? Fördere ich diese Freiheit und dadurch die Ordnung Gottes?” Und wenn er ganz ehrlich sein will, wird er sein Leben prüfend betrachten, es mit dem Leben der Mitmenschen vergleichen.
Wenn er dann seine Gedanken auf Gott hinlenkt und sich selbst wieder darauf besinnt, welche Bereitschaft zur Hilfe, welches Verständnis Gott dazumal seinen Kindern gab, wie er es auch heute tut, so muss er erkennen, welch gewaltige Liebe von Gott ausströmt, wie unendlich herrlich und rein sie ist. Wer so von der Güte Gottes überzeugt ist, wird sein Schicksal viel besser verstehen. Denn er wird zur Einsicht gelangen, dass er es selbst verschuldet hat, wenn er Gott noch so ferne steht. Er hatte sich selbst von Gott entfernt. Er hatte sich einst durch sein Denken und Wollen in die Disharmonie gestürzt. Dunkelheit kam um ihn. Der Herrlichkeit, des Glanzes und des Reichtums wurde er beraubt. So steht er Gott oft noch fern.
Denn Gott in seiner Herrlichkeit, in seiner Harmonie ist so wunderbar und unbeschreiblich. Alle lebten einstmals in dieser Harmonie und Herrlichkeit. Nun, je mehr sich der eine bemüht, wieder in Gottes Nähe zu gelangen, desto mehr schafft er sich dadurch die Möglichkeit, das Verlorene zurückzugewinnen – langsam nur. Und wenn sein Lebensweg mühsam und schwer ist und durch viele Erniedrigungen führt, dann soll er doch die Kraft bei Christus holen. Denn wer sich schon Christ nennt, soll auch nach bestem Können die christliche Lehre vertreten. Ansonsten – wenn er uneins damit ist, wenn Christus ihm so fremd ist, wenn er so ferne steht von all dem, was aus Gottes Güte und Barmherzigkeit geschieht, wenn sein Innerstes so verschlossen ist – wäre es besser, wenn er sich nicht Christ nennen würde. Wer aber Gottes Nähe sucht und die stillen Stunden pflegt, wird vieles erkennen, und er vermag viel aufzunehmen. Ihm wird Kraft gegeben, ihm wird der Weg gezeigt und beleuchtet. Er braucht seine Probleme nicht allein zu lösen, er fühlt die geistige Hilfe, die Geister, die ihn durchs Leben begleiten.
So kann der eine durch sein gehobenes Denken Gott näherkommen und dadurch zu gewaltigen Erkenntnissen gelangen. Er wird die wunderbare Ordnung Gottes erkennen. Dann soll er aus freien Stücken, ohne Zwang durch andere, bereit sein, für Gott, für den Erlösungsplan einzustehen, bereit sein mitzukämpfen. Er soll von innen heraus gedrängt werden dazu, aus freiem Willen. Er soll so erstarkt sein, dass er weder von rechts noch links beeinflusst werden kann. Darum geht es.
Wir Geister Gottes empfehlen immer wieder: Achtet jeden Menschen, gleich welcher Religion er angehört. Verurteilt niemanden wegen seiner Religion. Zeigt vielmehr eure Grösse, indem ihr andern mit Verständnis begegnet und indem ihr ihnen als gutes Beispiel dient, damit ihr als Leuchte erkannt werdet und sie auf euch aufmerksam werden – ohne Gewalt, ohne viel Gerede. Wer dem andern diese Freiheit zu lassen vermag, der schreitet Gott näher.
Es gibt jedoch im Erdenreich so viele sogenannte religiöse Kämpfer. Kämpfer nennen sie sich. In ihrem Übereifer versuchen sie aber, Zwang auf die andern auszuüben. Mit allen Mitteln versuchen sie auf sie einzudringen. Sie sagen ihnen: “Wenn du das nicht glaubst, kommst du in die Hölle. Wenn du das nicht glaubst, kannst du kein Glück im Leben haben.”
Gott hat allen die Freiheit gegeben, den Geistern wie den Menschen. Gott hatte damals nicht eingegriffen in das Denken und Wollen der Geister, welche die Revolution vorbereitet hatten. Und der Mensch fühlt sich so oft berechtigt, einzugreifen in das Denken und Wollen des Nächsten. Er fühlt sich über ihn erhaben oder glaubt, dass nur er das Richtige denkt und tut. Darum, liebe Freunde, versucht auch in der Weise, die Ordnung Gottes zu erfüllen: Lasst euren Mitmenschen den freien Willen, die Freiheit des Denkens und Wollens.
Dieser Gedanke soll in euch sein: nach der göttlichen Gesetzmässigkeit zu forschen und in der Freiheit des Denkens und Wollens zu leben. Diese Freiheit muss der Mensch zurückgewinnen. Ein jeder muss kämpfen für diese Freiheit!
Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrer Josef vom 14.4.1956 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)
Der geistige Kampf der Menschengeister um Freiheit und Selbstbestimmung
Josef, 9. Juni 1956
Der geistige Kampf der Menschengeister um Freiheit und Selbstbestimmung
Im Jahre 1956 sprach Josef ausführlich über die Freiheit im Denken und Wollen, die jedem Menschen zugestanden werden muss. Die vielen Erklärungen zu diesem Thema stehen vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen jener Zeit. Sie nehmen Bezug auf den Freiheitskampf verschiedener Völker, wie er damals im Besonderen in den von der Sowjetunion beherrschten Staaten Europas, namentlich in Ungarn, sowie auch in zahlreichen Kolonien in Afrika oder Asien zu beobachten war. In der Schweiz stiess damals vor allem das Schicksal der ungarischen Bevölkerung auf eine aussergewöhnlich grosse Anteilnahme. Geistlehrer Josef ging wiederholt auf dieses Mitgefühl ein. Im folgenden Vortrag zeigt er auf, dass sich der Kampf um Freiheit zuerst im Geistigen abspielt. Auch Menschen können in diesem geistigen Kampf mitwirken: In der Zeit des Schlafes, wenn der menschliche Geist sich vom irdischen Körper löst, kann er in der jenseitigen Welt entsprechende Aufgaben und Tätigkeiten ausführen.
Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Freunde, letztes Mal [im Vortrag vom 2. Juni 1956] habe ich von den Tätigkeiten des Menschengeistes während des Schlafes gesprochen, von seinem gesetzmässigen Wirken im Heilsplane Gottes, von seinem gelingenden, freudigen Schaffen und von der Pflege des Geistes, der Seele. So möchte ich versuchen, euch noch eingehender zu orientieren über dieses Eingehen des Menschengeistes in die jenseitigen Welten in der Zeit, wenn sein irdischer Leib ruht.
Die geistigen Begleiter und Betreuer, die jedem Menschen zur Seite stehen, waren auch einmal Menschen; sie waren aber nicht immer und unbedingt gleicher Nationalität wie er. Zugleich führt euch ein höheres Wesen, dem auch die Geister um euch unterstellt sind. Und sie alle zusammen erfüllen die Gesetze Gottes. Denn die guten Geister kennen diese Gesetze und erachten es als ihre Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie unter die Menschen gebracht werden. So sind diese geistigen Betreuer und Helfer auch die Führer und Begleiter der Menschengeister in jenen Stunden, da sie im geistigen Reiche ihre Aufgaben verrichten. Sie führen sie zu diesen Aufgaben, und sie sind es auch, welche die Verbindungen da- und dorthin herstellen, zum Beispiel mit andern Menschengeistern, damit sie eine gemeinsame Arbeit leisten. Es trifft besonders in der jetzigen Zeit zu, dass sich aussergewöhnlich viele Gruppen von Menschengeistern zu einer gemeinsamen Arbeit im Kampf um Freiheit zusammenfinden. Wie ich vorhin betont habe, sind die guten Geister in die göttliche Gesetzmässigkeit eingeweiht. Und so bemühen sie sich sehr darum, dass sie auch von den Menschen geachtet wird. So erkennen sie auch, wie sie auf diese Menschengeister einzuwirken haben, damit sich aus ihrem Wirken heraus das Wunderbare ergibt, dass sie ebenfalls an der Erfüllung des Heilsplanes mitwirken.
Was wir hierzu immer wieder zu erklären haben, ist das wunderbare Gebot der Freiheit. Die Freiheit ist den Geistern gegeben. Dieselbe Freiheit hat Gott auch den Menschen gegeben. Und für die Freiheit der Menschen wirken jene Menschengeister in dieser gemeinsamen Arbeit während jener Stunden.
Ihr wurdet schon verschiedentlich dahin belehrt, dass alles, bevor es im irdischen Reich aufgebaut wurde, zuerst im geistigen Reiche erstanden ist. Alles wird zuerst im Geistigen aufgebaut, bevor es Wirklichkeit wird im Erdenreich. Die Menschengeister, die zur gemeinsamen Arbeit zusammengeführt werden, werden je nach ihren Fähigkeiten und ihrer Kraft ausgesucht und ausgewählt von Geistern Gottes. Diese in Gruppen zusammengeführten Menschengeister zeichnen Zukunftspläne und tragen Sorge dafür, dass das, was sie in solcher Weise aufbauen, auch den Menschen nahegebracht wird: Kampf um Freiheit – Freiheit für alle Völker.
Wenn ihr heute das Weltgeschehen besonders betrachtet, so erkennt ihr da und dort diesen Kampf um die Freiheit und Selbstbestimmung. Es kämpfen die Menschen um dieses Recht. Zuerst spielt sich dieser Kampf aber im Geistigen ab, und an diesem geistigen Kampf beteiligen sich auch die Menschengeister. Auf solche Weise vermögen sie von dieser Kraft in ihren irdischen Körper zurückzubringen. Sie nehmen von dieser gewaltigen Kraft mit, so viel wie nur möglich, die sie dann in ihrem Alltag aufbringen für ihren Kampf um die Freiheit und Selbstbestimmung. So gewaltig macht sich dann der Wunsch und Drang dieser Menschen nach Freiheit geltend, dass sie sogar bereit sind, ihr Leben dafür hinzugeben. Denn Freiheit bringt Sicherheit, Sicherheit bringt Frieden. Unterdrückung bringt Unruhe, Unruhe bringt Krieg. Und wenn heute die Menschheit sich in dieser Beziehung so zur Wehr setzt, so geschieht es, weil die Aufwärtsentwicklung schneller voranschreitet. Und je schneller die Entwicklung voranschreitet, umso energischer wird der Kampf der Menschen um die Freiheit geführt. Und so sie diese Freiheit nicht besitzen und ihr Selbstbestimmungsrecht nicht erhalten, wie es ihnen gebührt, wird Unruhe und Unzufriedenheit herrschen. Denn erst dann, wenn die Menschen in der Freiheit lernen können, werden sie besser in die Nähe Gottes geführt werden können.
Obwohl seitens der düsteren Mächte so viel dagegen gearbeitet wird und so viele Anfechtungen kommen, wird es ihnen nicht gelingen, das Rad der Vorwärtsentwicklung aufzuhalten. Sondern immer schneller wird sein Gang, und die Entwicklung geht unaufhaltsam aufwärts. Denn gewinnen müssen die Menschen, und gewinnen werden die jenseitigen Helfer.
Die Geister Luzifers aus dem Totenreich haben kein Interesse an der Freiheit der Menschen. Denn sie selbst leben in Zwang und in Knechtschaft. Darum wünschen sie den Menschen dasselbe; denn wenn sie diese in Knechtschaft halten können, haben sie grössere Macht über sie. Sie gönnen den Menschen die Freiheit nicht, sondern wollen Unruhe und Unterdrückung. So haben jene Geister aus dem Totenreich Luzifers kein Interesse daran, die Freiheit der Menschen zu fördern. Sie finden unter ihnen willige Werkzeuge. Sie gaukeln ihnen den Glanz des Goldes vor und irdischen Gewinn. Dadurch vermögen sie so viele Menschen zu veranlassen, ihren Brüdern und Schwestern diese Freiheit vorzuenthalten. Sie verblenden ihrer so viele, dass diese das Glück ihrer Mitmenschen des materiellen Gewinnes wegen vereiteln. Würde jenen Völkern das Selbstbestimmungsrecht gegeben, brauchte niemand auf dieser Erde zu hungern. Die Güter würden gerechter verteilt und alles sorgsamer aufgebaut auf dieser Erde. Solange das Trachten des Menschen sich in erster Linie nach dem irdischen Gut richtet, kann es kein Gelingen geben.
Doch ist das Wunderbare, dass Gott seine Getreuen aussendet mit grosser Kraft für ihre Aufgaben im Kampf um Freiheit, damit dieses wunderbare Geschenk der Freiheit doch allen Menschen gebracht werden kann. Und wenn es bis dahin noch viele Tausende von Jahren gehen mag, der Menschheit wird die Freiheit immer mehr gebracht. Und so wie die Entwicklung der Menschheit aufwärtsgeht, geht auch die Entwicklung geistigerseits aufwärts.
Ihr sollt nicht glauben, dass nur jene getreuen Geister Gottes die Aufgabe hätten, für den Frieden auf Erden zu wirken. Nein, auch die vielen Menschengeister, die nur vorübergehend, während des Schlafes, von ihrem menschlichen Leibe getrennt sind, werden in dieser Zeit herangezogen, um mitzuwirken an dieser so wichtigen und wunderbaren Aufgabe. So vertieft sich der eine Menschengeist darin so sehr und bringt neue Ideen und Anschauungen in sein Menschenleben zurück. Und es ist auch dann eine wunderbare Aufgabe für ihn, wenn ihm im Erdenleben nicht alles gelingt, wenn er nicht alles Wunderbare erfüllen kann – wenn er nur durchdrungen wird von der Gerechtigkeit und dem Wunsche, die göttlichen Gesetze den Menschen nahezubringen, dass sie in dieser geistigen Freiheit zu leben haben, wie Gott sie allen seinen Kindern gibt. Wessen Geist sich in der Zeit des körperlichen Schlafes so für diese Freiheit einsetzt, dem wird in seinem Leben all das Wissen und Trachten nach dieser Freiheit, nach der Erfüllung dieses besonderen Gesetzes, nicht verloren gehen. Wird er dereinst in sein nächstes Erdenleben schreiten, so wird er sich dann noch viel mehr einsetzen für die Freiheit der Menschen.
Die Menschengeister, die diesen Arbeitsgruppen zugeteilt sind, empfinden ihre Tätigkeit als so herrlich und beglückend. Doch ist es anderseits ein zwingend notwendiges Schaffen im Heilsplane Gottes. Aber es gibt nicht nur dieses Zusammenwirken in Gruppen. Es können einzelne Menschengeister zu andern wunderbaren Aufgaben befähigt sein. So erklärte ich nur, was für uns gerade in der heutigen Zeit von so grosser Wichtigkeit ist: dass die Menschheit die Freiheit erlangt. Dazu gehört auch, dass jene Menschengeister, die in diesem zwingend notwendigen Zusammenwirken im Heilsplane für Gott und ihre Geschwister einstehen, sich auch denjenigen Geistern nähern, die vorbereitet werden für ein neues Erdenleben. Sie finden den Weg zu ihnen und erklären ihnen das Schöne vom Leben des Menschen, überhaupt von alledem, was sie an Neuem erwartet. Denn die Geister, die für das neue Erdenleben vorbereitet werden, sind zum allergrössten Teil genauso ängstlich vor diesem unbekannten neuen Leben, wie es einem Menschen vor dem Sterben bange ist. Das Gefühl der Unsicherheit löst im Menschen Angst aus; er weiss nicht, wohin es mit ihm geht, wie er von Gott zur Rechenschaft gezogen wird. Diese Unsicherheit ängstigt doch die meisten Menschen. Könnte ihnen eine Gewissheit verschafft werden über die Schönheiten des Jenseits, so würden sie sich vor dem Tode nicht ängstigen. Aber es ist das Unsichere, teilweise auch das Gewissen, das sie plagt; denn wie oft sind sie gestrauchelt und haben Unrechtes getan. Wie könnten sie wissen, wie ihnen das von Gott angerechnet wird?
Es ist bei den Geistern ähnlich, die für ein neues Erdenleben vorbereitet werden. Denn sie wissen, dass das Erdenleben so viele Gefahren und Versuchungen mit sich bringt und dass man sich als Mensch belasten kann. Sie wissen wohl, dass auch viel zu gewinnen ist; doch hören sie von den geistigen Führern und Menschengeistern so viel darüber, was mit diesem und jenem alles geschieht und geschehen ist. Und so haben sie Angst, das zu verlieren, was sie bisher gewonnen haben, weil dann der Geist, eingekleidet vom irdischen Leibe, vielen Versuchungen ausgesetzt ist und sein Auge trüber wird, dass es nicht mehr alles erkennen kann. Es ist nun die Aufgabe der Menschengeister, diese Geister aufzumuntern und ihnen vom Erdenleben zu erzählen. Sie sind auch bereit, sie für kürzere oder längere Zeit mitzunehmen zu Menschen, damit sie deren geistige Fortschritte und Gewinne betrachten. Sie führen sie aber auch zu Menschen, die in der Sünde leben, und zeigen ihnen deren Fehler. Das alles gehört auch zur Vorbereitung für ein neues Leben, wozu also auch Menschengeister als Lehrer herangezogen werden. Denn sie sind mit der Erde und den Menschen so sehr verbunden und vertraut. Es liegt ihnen also viel mehr, diese Geister darüber genau zu unterrichten; denn als Menschengeister sind sie ja noch auf Erden beheimatet und trennen sich jeweils nur für ganz kurze Zeit von ihr. So haben sie die grösseren Fähigkeiten, über all das Belehrungen zu geben.
Letztes Mal habe ich euch erklärt, dass gewisse Menschengeister zu ihrer eigenen Belehrung zu einem leidenden Menschen geschickt werden können, damit sie die Gefühle des Schmerzes und des Leidens an sich selbst kennenlernen, indem sie diese vom Menschen zu übernehmen haben. Es gibt also für einen Menschengeist so viele Möglichkeiten zu wirken.
Worauf heute die göttliche Welt aber besonders bedacht ist, das ist das Zusammenführen von Menschengeistern durch höhere Geistboten zu grösseren Gruppen, damit sie für den Kampf um die Freiheit ihrer Brüder auf Erden gezeichnet und herangebildet werden. Wenn sie wieder zurückkehren in ihren irdischen Leib, tragen sie diesen Willen zur Freiheit mit ins Erdenreich. Und je mehr solche Menschengeister sich zusammenfinden, umso grösser und erfolgreicher wird der Kampf der Menschen um die Freiheit. Denn die guten Geister sind bestrebt, den Willen Gottes zu erfüllen, und es ist der Wille Gottes, dass auch der Einzelne seine Freiheit hat. Die Zeit der Unterdrückung soll vorüber sein. Langsam, langsam dringt diese wunderbare harmonische Welle zur Menschheit vor, und mehr und mehr wird sie davon erfasst und mitgerissen. Auch wenn es noch so viele, ungezählte Jahre dauern mag, so geht es aber doch aufwärts, der Freiheit entgegen.
Meine lieben Freunde, für das eine oder andere von euch ist es doch auch etwas Wunderbares, vielleicht zu ahnen, dass es auch einer solchen Gruppe zugeteilt ist und im Geistigen für die Freiheit der Brüder und Schwestern mitwirken kann, damit sie frei werden in ihrem Denken, Schalten und Walten.
Seht doch, wie wunderbar weit fortgeschritten eure Technik heute ist. Auch das ist ein Zeichen dafür, dass es aufwärtsgeht mit der Entwicklung und auf der geistigen Seite ebenfalls ein gewaltiger Vorstoss gelungen ist. Denn die Entwicklung im Leben der Menschen und der Kampf um das Geistige halten sich die Waage. Dafür soll der Mensch Gott dankbar sein, dass er ausgerechnet in diese Zeit hineingeboren wurde, wo es ihm ermöglicht wird, so viel zu wirken. Wenn er als Mensch vielleicht nicht immer einen gewaltigen Erfolg zum Heile des Nächsten erzielen kann, so wirkt er vielleicht im Geiste viel mehr.
Nun, bei dem einen Menschen können wunderbare Talente schlummern, die nicht zum Ausdruck gelangen, weil sie durch irgendeinen Umstand verhindert werden. Vielleicht dürfen sie nicht in den Vordergrund treten, denn oft muss der Mensch sich in einer andern Richtung vervollkommnen. Sein Geist aber kann all das Wunderbare ausüben, was er als Mensch nicht darf oder nicht kann. Denn, liebe Freunde, ich habe doch letztes Mal von diesem gelingenden, herrlichen Wirken im Reiche Gottes gesprochen: dass es Menschengeister gibt, die im Jenseits eine wundervolle Beschäftigung haben. Da möchte ich euch einmal fragen: Zu was werdet ihr gedrängt? Zu welchem aufbauenden, herrlichen Schaffen im geistigen Reiche? Woran möchtet ihr teilhaben bei diesem beglückenden Wirken im Geiste? Wenn ihr nämlich tief darüber nachdenkt und in euch forscht und sucht, besteht die Möglichkeit, dass von diesem geistig Erlebten in euch zum Vorschein kommt.
Oh, es gibt beispielsweise viele Menschen mit ausgesprochenem Kunst- und Schönheitssinn. Habt ihr auch schon daran gedacht, dass, wenn der Himmel doch so herrlich und schön ist, diese Menschengeister an der Gestaltung all seiner Herrlichkeiten auch Anteil haben? Sie helfen mit, jene Sphären schöner zu gestalten, wo sich ihre Geschwister aufhalten, die im Aufstieg begriffen sind. Damit meine ich solche Sphären, die umgewandelt werden dürfen in herrliche, himmlische Höhen. Dahin werden auch solche Menschengeister geführt, um zu formen und zu gestalten. Sie können ihre wunderbaren Ideen mitbringen aus ihrem Erdenleben als Menschen; neben diesen Menschengeistern sind aber auch die himmlischen Boten an der Umgestaltung und Verherrlichung dieser Welten mitbeteiligt. Es sind jene Geister Gottes, die künstlerisch befähigt sind und es verstehen, diese Himmel in wunderbarer Weise herzurichten. Und die Menschengeister schöpfen von all dem Neuen, was die Geister Gottes zu gestalten vermögen; sie werden erfüllt von all dem Schöpferischen. Ich kann sagen, sie kehren inspiriert in ihren menschlichen Leib zurück. Einige Stunden des Schlafs haben ihnen neue Ideen für ihr Schaffen auf Erden gebracht. Darum bedürfen auch künstlerisch begabte Menschen der Ruhe, um geistig schöpfen zu können. So werden solche Menschengeister mit Kunst- und Schönheitssinn zum grossen Teil ihren Aufgaben in den geistigen Bereichen zugeführt, damit sie hier mithelfen, Neues zu gestalten. Es ist für diese Menschengeister immer etwas Beglückendes. Und wie freuen sie sich, wenn sie, zurückgekehrt in ihren Leib, als Menschen ihre neuen Ideen verwirklichen können! Sie lieben es, sich schöpferisch zu betätigen und Neues zu gestalten. Wie schön wäre es, wenn sie doch auch erkennen würden, dass es ihr Geist ist, der all das zuerst erlebt hat, was sie den Menschen bringen, dass er es in jenen Sphären geschöpft und er mitgewirkt hat bei den Geistern Gottes an diesen Umgestaltungen.
Nun aber gibt es auch Menschengeister, die weder Sinn für Kunst noch sonst für das Schöne haben. Sie eignen sich aber für eine dienende Tätigkeit. Dienend möchten sie wirken bei den Engeln Gottes, die auch hier darüber entscheiden, ob es bei diesem und jenem gerechtfertigt ist, dass er seine Aufgabe im Dienen erfüllt. In der göttlichen Welt braucht es ja auch dienende Wesen. Es geschieht aber auch, dass der Betreuer eines Menschengeistes in ihm schlummernde Talente zu wecken versucht. Der eine ist befähigt, zu musizieren oder zu singen, und so wird er dorthin geführt, wo er bei musizierenden und singenden Engeln mitwirken kann in dieser Herrlichkeit. So vieles ist möglich. Wieder andere Menschengeister haben den Wunsch, im Geistigen mit Tieren zusammengeführt zu werden. Dies sind oft die Geister solcher Menschen, die infolge einer grossen Enttäuschung durch einen Mitmenschen ihre ganze Liebe den Tieren schenken. Darum ihr Verlangen nach den geistigen Tieren. Aber auch darüber entscheiden zuerst die geistigen Betreuer, ob sie in das geistige Tierreich geführt werden dürfen, um dort zu wirken.
So helfen alle diese Menschengeister mit an der Gestaltung des himmlischen Reiches. Sie helfen auch mit, den Jubel zur Ehre Gottes zu verbreiten. Denn diesen Menschengeistern wird klargemacht, dass alle, die sich zur Herrschaft Gottes bekennen, dementsprechend in dieses wunderbare Wirken hineingeführt werden. Denn ihr sollt nicht glauben, dass Menschen mit einem guten Lebenswandel, die aber Gott ganz ferne stehen, nicht auch in dieses Wunderbare hineingeführt werden könnten. Sie werden zuerst geschult, und wenn sie dann den ihnen von ihren himmlischen Betreuern vorgezeigten Weg gehen, können sie auch in diese wunderbaren Arbeiten eingeführt werden. Denn ich möchte es nochmals betonen, dass all das Herrliche, was den Menschengeistern in der Zeit des Schlafes erlaubt ist, ihnen nicht unbedingt auch dann erlaubt sein wird, wenn sie dereinst nach dem Sterben vollständig vom irdischen Leibe getrennt sind. Der Menschengeist aber, solange er mit seinem Leibe verbunden ist, hilft mit, den Heilsplan Gottes in der Weise zu erfüllen, und er erlebt wundersame Dinge.
So ist es auch zu erklären, wenn ein Mensch etwas davon in sein Bewusstsein trägt, wenn er sagt, er habe dieses und jenes im Traume erlebt, er habe Christus gesehen, er sei in einem wunderbaren Tempel gewesen oder in einer göttlichen Stadt und so weiter. Oh ja, sein Geist kann wohl dorthin geführt worden sein. Er kann mitunter auch einem hohen Wesen begegnet sein, das ihn an Christus erinnerte; er kann in seine Nähe geführt worden sein, ja vielleicht sogar eingeladen worden sein von einem himmlischen Boten zu einem himmlischen Mahl. Auch das kann dem Einzelnen gegeben werden zu seinem Heil, um ihn zu kräftigen im Glauben an Gott, an Christus und an die Geisterwelt. Die Menschen müssen in dieser Beziehung aufgeklärt werden, wie solches Erleben möglich ist, und zwar deshalb, dass bei keinem der geistige Hochmut darüber aufkommt. Denn wer ein solch schönes geistiges Erlebnis in sein Bewusstsein mitnehmen kann, könnte sich sagen: “Wenn ich so Wunderschönes erleben darf, muss ich doch ein guter Mensch sein; wie muss ich doch geliebt werden von Gott und seiner Geisterschar, dass man mir dieses Herrliche so nahelegt!” Ja, die Unbescheidenheit ist bei den Menschen schnell zu finden. Jeder sollte nur dankbar sein für das auf diesem geistigen Wege Erlebte, und er soll sich würdig erweisen, noch Weiteres zu gewinnen. Er soll keinen Hochmut aufkommen lassen und nicht glauben, dass er geistig so hochgestellt sei. Denn er kann ja dieses Erlebnis gerade deshalb erhalten haben, weil man ihn dadurch Gott näherbringen will. Und wer sich selbst prüft, was an sich zu verbessern ist, dem wird die rechte Antwort zuteil. Wer nicht nach seinen Fehlern forscht und sich zu bessern trachtet, dessen Eingebungen sind nicht immer von der göttlichen Welt.
Nun, meine lieben Freunde, es gibt ja so viele Menschen, die alle wieder ihre Ansichten haben – es gibt welche, die so unwillig, misstrauisch, unzufrieden sind, ja ich möchte sagen, die immer zu jammern, immer zu klagen haben, die kein Vertrauen haben zu Gott. Was geschieht mit den Geistern solcher Menschen, wenn der irdische Körper ruht? Sie klagen und jammern etwa nicht nur als Menschen, sondern gelöst von ihrem Körper und geführt von ihrem geistigen Betreuer und Begleiter fangen sie aufs Neue an zu klagen und zu jammern. Da sie doch so durchdrungen sind davon, sind sie auch als Geist nicht frei. Aber die Betreuer muntern sie auf und geben sich darin die grösste Mühe. Doch oftmals hören diese Menschengeister kaum auf sie. Dann werden sie von den Geistern Gottes daran erinnert, dass sie unter der Herrschaft Gottes leben und die geistigen Gesetze zu erfüllen hätten, dass Christus selbst den schweren Weg gegangen ist und so viel auf sich genommen hat zur Befreiung der Menschen. So sollten sie doch zu ihm aufblicken. Auf solches Zusprechen raffen sich diese Menschengeister dann doch etwas auf und sagen: “Ja, ich weiss. Ich sollte ... ich weiss.” Dann lassen sie sich für einige Zeit führen. Kommen sie aber das nächste Mal wieder hinein in die geistigen Bereiche, um Kraft zu schöpfen, zu erleben und zu wirken, dann haben sie es wieder vergessen und fangen wieder an zu klagen und zu jammern. In solchen Fällen werden sie dann von ihren himmlischen Betreuern zum Beispiel in einen himmlischen Wald geführt. Dort wandeln sie zusammen hin und her, und es wird ihnen in dieser Zeit eine geistige Speise dargeboten. Doch möchte ich betonen: Sie wird ihnen in dem Zeitpunkt verabreicht, wo sie festen Willens sind, aufwärtszublicken und ihr Schicksal zu bejahen, wo sie bereit sind, den Willen Gottes zu erfüllen. In diesem Moment wird ihnen die geistige Nahrung überreicht: geistiges Brot und geistiger Wein. Beides wird zuerst den Betreuern gebracht zur Stärkung ihrer Schützlinge. Und wenn diese das nächste Mal wieder dazu neigen, zu jammern und zu klagen, es ihnen aber doch schon etwas besser geht, dann haben ihre Betreuer noch weitere Mittel, um sie zu kräftigen. Aber es geschieht immer nur dann, wenn der betreffende Menschengeist guten Willens und bereit ist, den Weg zu Gott zu gehen, und wenn er auf Gottes Hilfe vertraut. Nur dann wirken nämlich diese geistigen Mittel.
So bemühen sich die geistigen Betreuer und Begleiter um die Menschengeister in der Zeit, da deren irdischer Leib ruht. Wie herrlich ist es doch für den Menschen, morgens neu gestärkt zu erwachen. Jeder kann dazu beitragen, dass er sich am neuen Tag freuen kann, wenn er schon in der Frühe des Morgens aufbauende Gedanken pflegt und damit an seine Arbeit geht. Denn durch dieses gehobene Denken wirkt er in sich aufbauend und kräftigend. Jene hingegen, die des Morgens erwachen und über einen schlechten Schlaf klagen, die auch schon klagen, was ihnen wohl der Tag wieder an Leid und Schmerz bringen möge, sie helfen nicht mit, die Kräfte zu entfalten, die ihnen in diesen Stunden der Ruhe gegeben wurden. Sondern durch ihr niederes Denken zerreissen sie die Bande zur Welt der Herrlichkeit und der ständigen Hilfsbereitschaft. Darum ist es so wichtig, ein gehobenes Denken zu pflegen, sich schon morgens nach dem Erwachen gewissermassen im Zaume zu halten. Und hast du auch nicht gut geschlafen, wie du sagst, dann danke Gott, dass er dir aufs Neue wieder einen Tag gibt, dass du wieder Gelegenheit hast, zu wirken, zu dienen und besserzumachen.
Nun, meine lieben Freunde, wenn ihr euch im täglichen Leben aufwärtszugehen bemüht, dann werdet ihr in diesen Zeiten eurer Ruhe geistig immer mehr und immer Herrlicheres erleben. Denn es ist so, dass die Geister Gottes sehr auf die Gesinnung des Einzelnen achten. Ist er auf seinem Weg zu Gott schon so gefestigt, dann darf sein Geist ja schon ein Stück des Himmels erleben. Denn er ist ein Kind des himmlischen Vaters, der alles in so wunderbarer Weise geordnet hat, dass seine Kinder mithelfen, mitgestalten und mitformen dürfen. Wenn diese Talente noch eingeschlossen sind in seinem menschlichen Leibe, darf er es als Menschengeist während der körperlichen Ruhe tun zur eigenen Freude und zur Freude und zum Segen der Mitmenschen.
Nun gehet alle hin in Frieden. Der Segen des Heils durchdringe euch alle. Werdet gesund an Leib und Seele. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 9.6.1956 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)
Fragen und Erläuterungen
Fragebeantwortungen von Geistlehrer Josef aus dem Jahre 1956
Fragen und Erläuterungen
Einleitende Worte von Geistlehrer Josef zum Frageabend vom 7. November 1956
Josef: Meine lieben Freunde, ich habe seit längerer Zeit in meinen Ansprachen immer wieder betont, wie wichtig der freie Wille des Menschen ist. Ich habe auch gesagt, dass nicht nur unter den Menschen ein Kampf stattfindet, sondern auch im Geistigen. Im Jenseits aber geht der Kampf nicht um die Stellung der Geister und deren geistigen Besitz. Sondern die guten Geister nehmen den Kampf auf mit jenen aus der Finsternis, die den Gottesglauben bei den Menschen unterbinden und Zwietracht unter sie bringen möchten.
Dieser Kampf bedeutet ein Ringen um die Menschen, die auf dieser Erde zu beweisen haben, ob sie auch unter Anstrengungen bereit sind, in Gottes Nähe zu gelangen. Denn immer wieder stehen jene düsteren Mächte bereit, die Menschen nach ihrem Willen zu führen, und nur der leiseste ungerechte Gedanke des Menschen gibt diesen düsteren Mächten die Möglichkeit, auf ihn einzuwirken und ihn in seinem sündhaften Denken immer weiter zu treiben.
Die Engelswelt möchte das Ihre beitragen, den Menschen den Gottesglauben wieder zu bringen, von dem so viele abgehalten wurden. Sie möchte ihnen auch die Freiheit wieder bringen, die Gott den Menschen als höchstes Gut gegeben hat. Aber das Reich der Finsternis, das den Aufstieg eines grossen Teils der Menschheit erkannt hat, setzt alles daran, um einen weiteren Aufstieg zu verunmöglichen. Als Erstes gebraucht es seine Waffen, um die Menschen von Gott abzuwenden, sodass sie nicht mehr Trost bei ihm holen können.
Heute klagt und weint ihr um jene unterdrückten, tapferen Menschen [in Ungarn, wo der Volksaufstand in diesen Tagen, vom 4. bis 15. November 1956, durch die übermächtige Sowjetarmee blutig niedergeschlagen wurde].
So wird in der geistigen Welt ein grosser Kampf geführt, und die guten Geister bedürfen der geistigen Unterstützung durch euer Gebet. Denn heute ist es so, dass ein Führer, der einst so viele Menschen beherrschte, mit vielen anderen Teufeln führende Menschen zu inspirieren versucht, andere ihrer Freiheit zu berauben und sie zu unterdrücken. Die gute Geisterwelt aber findet den Weg zu den frommen Menschen und fordert sie auf zu beten. Mancher, der schon lange kein Gebet mehr gesprochen, hat es nun doch wieder fertiggebracht, Gott um sein Erbarmen zu bitten. In der Not fand er den Weg wieder zu Gott.
Das grauenhafte Treiben der Mächte aus der Finsternis wird so lange gehen, bis Gott den Befehl erteilt zu ihrem Rückzug und bis ihnen klargemacht wird: “Ihr seid nun mit eurer ganzen Kraft auf die Menschen eingedrungen und wolltet sie für euch gewinnen. Aber es gelang euch nicht. Denn diese Menschen brachten die grössten Opfer für ihre Freiheit und haben sich frei für das Gute entschieden.”
Wenn nun die Menschen nicht lockerlassen, wenn sie sich zu Gott hinwenden im Gebet und alles nach dem Willen Gottes tun, dann werden jene düsteren Mächte zurückgedrängt, und die gute Geisterwelt Gottes wird sich mit ihrer ganzen Kraft einsetzen und versuchen, aus diesem grossen Unglück und Elend etwas aufzubauen, um die Menschen Gott wieder näherzubringen.
So muss also die Freiheit zuerst im Geistigen erkämpft werden. Klagt nicht darüber, dass Gott so viel Unglück und Ungerechtigkeit geschehen lasse. Es geht doch um viel grössere Dinge. Denn einstmals wurde diesen Mächten der Finsternis zugestanden, die Menschen zu versuchen mit all ihrer Macht, um sie zu betören und zu gewinnen. Denn der Mensch muss die Prüfungen bestehen, er muss selbst entscheiden, ob er den Weg des Verderbens oder ob er den Weg zu Gott gehen und in Freiheit leben will.
Auch wenn nun jene Menschen in diesem Gottesglauben nicht so erstarkt sind, wird die Gotteswelt versuchen, sie nachher für den Gottesglauben zu gewinnen. So geht es heute wirklich darum, dass die Menschen Gott bitten und zu ihm flehen. Denn dies ist die geistige Waffe und Kraft, die sie den Geistern Gottes für ihren gewaltigen Kampf geben.
Die Mächte der Düsterheit müssen selbst zur Erkenntnis kommen, dass sie trotz ihres Terrors und trotz ihrer Gewaltanwendung den Willen der Menschen nicht brechen können und sie sich zurückzuziehen haben. Glaubt aber nicht, dass dies von heute auf morgen geschieht. Die Mächte der Finsternis werden alle ihre Kräfte für ihr Ziel einsetzen. Und dies erleben zu müssen, ist für fromme und gute, freiheitsliebende Menschen schwer; es greift an ihr Herz. Und darum: Bittet und betet zu Gott, dass diese Mächte so bald als möglich weichen und von dannen gehen müssen.
Es können noch Jahre vergehen, bis die Welt von diesem Übel befreit wird. Aber der Zeitpunkt kommt, meine lieben Freunde; denn der Gottesglaube muss wieder in grösserem Masse verbreitet werden.
Ich möchte euch noch sagen, dass die himmlischen Botschafter in wunderbarer Weise ausgehen in eure Welt, um ihre Eindrücke und die Gebete der Menschen ins Haus Gottes zu tragen. Sie tun dies je nach ihrer Erhabenheit: Die Wesen auf weniger hohen Ebenen tragen die Gebete zu ihren Geschwistern auf höheren Ebenen, und diese bringen sie wieder erhabeneren Wesen dar, bis sie ins Haus Gottes gelangen. So ist ein Auf- und Niedersteigen, ein Bitten und Flehen von diesen Engelwesen; denn die Geisterwelt Gottes nimmt regen Anteil an allem Geschehen der Menschen.
Wir versuchen, euch Antwort zu geben auf die vielen Dinge, die euch im Leben beschäftigen. Ich sagte auch schon, dass wir euch besuchen und hören, was ihr sprecht. Wir hören, wenn ihr gut von uns sprecht. Wir vernehmen aber auch – und dies habe ich vor nicht allzu langer Zeit gesagt –, wie da oder dort kritisiert wird. Doch der Mensch hat seinen freien Willen, das anzunehmen, was wir sagen, oder es zu verneinen.
In dieser Stunde sind nun wiederum so viele Geistwesen mit mir bereit zu helfen, auf dass das in Erfüllung geht, was ihr erfleht. Und keiner denke, dass sein Gebet nicht wirkungsvoll wäre, dass er vielleicht zu schlecht dafür sei und Gott ihn nicht annehme. Nein. Wenn einer eine unrechte Tat begangen hat, und er bittet Gott, er möge ihm verzeihen, und er verspricht und bemüht sich um ein besseres Leben, dann freut sich der Himmel über ihn. Das Gebet eines jeden Menschen ist wertvoll, wenn es aus der Tiefe seiner Seele kommt.
Es sind so unendlich viele von diesem Erbarmen erfasst worden und haben den Weg zu Gott gefunden und ihn gebeten, den Frieden wieder herzustellen. Ihr sollt es aber richtig auffassen, was ich gesagt habe, dass es noch ein grosser und langer Kampf ist, bis jene Mächte erkannt haben werden, dass sie ihr Ziel mit allen Martern und Qualen nicht erreichen. Dann aber beginnt das Ende jener brutalen Herrscher.
Lieber Josef, du hast uns vom Kampf der Menschengeister für die Freiheit berichtet [siehe den Vortrag vom 9. Juni 1956 vorne auf S. 6 ff.]. Könnten wir nicht alle hier gemeinsam, soweit es unser Wunsch ist, zusammen eine geistige Aufgabe erfüllen in der Zeit, wenn wir nachts, wenn unser Körper ruht, in die andere Welt geführt werden? Zum Beispiel dass wir mit unserer geistigen Kraft regierende Männer zum Guten beeinflussen?
Josef: Wenn der Menschengeist in der Zeit des Schlafes frei geworden ist vom irdischen Leibe, wird er je nach seiner Entwicklung in diese Ebenen geführt. Man kann also zum Beispiel nicht sagen: “Wir alle von dieser Gemeinschaft möchten zusammengeführt werden, um nur für das eine Ziel zu wirken.” Denn die vielen Freunde hier stehen auf so verschiedenen Stufen, und sie werden alle in ihren Stufen der jenseitigen Welt unterrichtet. Eure geistigen Führer finden euch in allen Ebenen und kräftigen und unterrichten euch dort, wo ihr gesetzmässig hingehört und hineingelangt seid.
Freilich ist es so, dass sich Verschiedene von euch in ein und derselben Ebene zusammenfinden. Aber es ist nicht so, dass ihr alle in ein und dieselbe Ebene zusammengerufen würdet. Doch eines kann ich euch verraten, dass von Zeit zu Zeit von unserem Bruder Linus eine Botschaft durch diese verschiedenen Stufen ergeht, wo ihr zu finden seid, um alle Freunde für eine besondere Feier einzuladen.
Dazu möchte ich sagen, dass dann jene von den höheren Ebenen hinuntersteigen zu dem, der sich zuunterst befindet. Denn die Wesen der unteren Ebenen haben nicht die Möglichkeit hinaufzugehen. Nun kann aber auch die Welt in einer unteren Stufe von einem Engelwesen so umgewandelt und geschmückt werden, dass es zur grossen Freude aller ist, solche Feste in diesen Stunden eurer geistigen Begegnung miterleben zu dürfen. Ihr werdet dort auch Belehrungen erhalten und eine geistige Speise. Vor allem werdet ihr auch über Dinge unterrichtet, von denen ihr als Menschen nichts erfassen könntet. Euer Geist ist viel freier und offener, es aufzunehmen.
Wenn immer solches geschehen kann, ist es auch für die Geister Gottes eine grosse Freude. Denn unser Ziel ist ja, die Menschen hinaufzuführen in die Nähe Gottes. Denn wer schon den Weg zu diesen Höhen gefunden hat und ihn immer wieder geht, dessen Gebet ist kraftvoll, denn er spricht es aus der Tiefe seiner Seele. Dazu möchte ich aber sagen: Auch derjenige, der sonst ganz gewohnheitsmässig, oberflächlich betet, kann in grosser Not ein Gebet um Erbarmen verrichten, das in diese Höhen aufsteigt.
Als ihr euch in der letzten Zeit in einer solchen Ebene begegnet seid, war euer Verlangen und Trachten auch nur, jenen geknechteten Menschen zu helfen und zu dienen im wahren Sinne. So musste euch gesagt werden: “Wenn du, Geist, wieder Besitz nimmst von deinem irdischen Leibe, dann erfülle die geistigen Gesetze. So wirst du ein wirksamer Mitarbeiter im Heilsplane Gottes, denn dadurch werden deine Gefühle verfeinert.” Du hast das Verlangen zu helfen. Du möchtest etwas für jene geben, ja, du wärest imstande, in jenes Land zu gehen, um zu helfen.
Dass in dir dieses Verlangen so stark ist, kommt davon, dass du geistig gestärkt und ermahnt wurdest, auf dass du als Mensch dieses Verlangen haben möchtest. Und es muss im Menschen all das zum Ausdruck kommen: Der Helferwille, das Verlangen nach Gerechtigkeit und Freiheit. All dieses Verlangen des Einzelnen kommt nicht von ungefähr. Denn er ist im Geistigen dazu aufgefordert worden; er wurde unterrichtet und ist so gekräftigt wieder in seinen irdischen Leib zurückgekehrt. Darum bringt er es mit grossem Mute fertig, diese und jene Tat zu vollbringen, was ihm sonst nicht möglich wäre.
Dies soll euch auch eine grosse Freude und Genugtuung sein, zu wissen, dass ihr dann und wann in der Zeit eurer körperlichen Ruhe hohen und erhabenen Wesen begegnet und von ihnen unterrichtet werdet.
Jenseitiges Erleben eines gefallenen Freiheitskämpfers
Josef, 10. November 1956
Jenseitiges Erleben eines gefallenen Freiheitskämpfers
Geistlehrer Josef berichtet von seinen persönlichen Beobachtungen im Kampf des ungarischen Volkes gegen die sowjetische Fremdherrschaft im Herbst 1956. Er erzählt von einem gefallenen Freiheitskämpfer, der nun als Geistwesen auf den Kampfplatz zurückkehrt und seinen Kameraden Hilfe leisten will. Dieser Verstorbene muss jedoch zuerst lernen, wie man als Geistwesen sinnvoll ins Kampfgeschehen eingreifen und den Menschen wirkliche Hilfe bringen kann.
Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Freunde, da ihr nun so für Frieden und Freiheit betet, ganz besonders für jene geknechteten Menschen, möchte ich euch sagen, dass auch wir Geister Gottes für den Frieden der Menschen beten. Und wir tragen das Gebet der Menschen hinauf zu den höchsten Höhen und flehen zu Gott, dass er daran Wohlgefallen finden möge.
Wer die geistigen Gesetze nicht kennt, verfällt oft dem Zweifel an Gottes Güte und Gerechtigkeit. Wer aber in diese Gesetze eingeweiht ist, vermag sich den Zusammenhang des heutigen Geschehens besser zu erklären.
Und nun, meine lieben Freunde, möchte ich euch zur Belehrung meine Beobachtungen in jenem Land schildern, wo so für die Freiheit gekämpft wird. Ihr sollt daraus ersehen, wie wunderbar – trotz allem – Gott in seiner Güte ist, wie er diesen Wesen doch Hilfe zukommen lässt. Denn immer, wo Krieg und Unglück über die Erde kommen, sind auch die Missionsgeister bereit, um jenen Geistern behilflich zu sein, die sich vom irdischen Leib zu trennen haben.
So sah ich in jenem Land einen solchen Freiheitskämpfer, der von einer Kugel getötet worden war. Ein Missionsgeist beugte sich über ihn und half ihm bei der Trennung von seinem irdischen Leib. Dann entfloh er der Erde mit ihm, in eine wunderbare Welt hinein. Es ist eine Sphäre ewigen Frühlings, überall Gärten und Wiesen voller Blumen und blühender Bäume, überall eine Farbenpracht, dazu das Gezwitscher der Vögel und rauschende Bächlein und, von Gärten und Teichen eingerahmt, Siedlungen, die Wohnstätten der hier wohnenden Wesen.
Hier weckte ihn der Missionsgeist auf und erklärte ihm: “Du bist nun in der jenseitigen Welt. Sieh dich um, und freue dich an dieser Pracht. Du siehst, dass das, was es auf Erden an Schönheit gibt, hier noch viel feiner und herrlicher erscheint.” Etwas aufgeregt betrachtete er nun diese neue Welt. Aber er nahm nur wenig Notiz von der Schönheit rings um sich, er besah sich alles nur flüchtig und sagte dann: “Ja, schön ist es hier. Aber ich kann niemals hier verweilen, denn ich bin es meinen Kameraden, mit denen ich im Kampf gestanden bin, schuldig, ihnen zu helfen und mit ihnen zu kämpfen für ihre Freiheit. Ich kann sie nicht alleinlassen in ihrer Not.”
Der Engel Gottes aber machte ihn auf die schönen Häuser aufmerksam und sagte: “Sieh einmal, dort sind auch welche von deinen Kameraden. Sie gehen ein und aus in diesen Wohnstätten, und wenn sie es wünschen, finden sie wieder den Weg zur Erde, zu ihren Kameraden, die im Kampf stehen. Auch sie kehren wieder zu ihnen zurück, um weiter mit ihnen zu kämpfen.”
Erfreut rief er ihnen nun zu, und sie kamen und umarmten ihn. Er aber sprach: “Ich komme mit euch, ich will auch wieder kämpfen.” Darauf sprach der Engel Gottes: “Ja, ihr habt euren freien Willen. Diese Welt, in der ihr wohnen dürft, steht euch ja nur vorübergehend offen. Ihr werdet noch nicht über euer Straucheln, eure Verfehlungen im Leben zur Rechenschaft gezogen; dies geschieht erst später, wenn Ruhe über euch gekommen ist. Bis dahin dürft ihr in dieser herrlichen Welt wohnen und hier ein und aus gehen.” Mit diesen Worten entfernte sich der Engel Gottes.
Nun war dieser Geist ja nicht mehr allein. Seine Kameraden und Schwestern umringten ihn, und er zog gemeinsam mit ihnen wieder zur Erde. Sie fanden ihre Stadt, in der sie gekämpft hatten, und jeder ging seinen eigenen Weg durch die Gassen, wo ihre Freunde im Kampf standen. Und dieser Geist stürzte sich auf einen ihrer Gegner, versuchte ihm die Kugeln aus dem Gewehr zu nehmen und musste erkennen, dass er das Gewehr nicht fassen konnte. Seine Hände durchdrangen die Materie, und mit seinem geistigen Leib konnte er durch die Menschen hindurchgehen wie auch durch die Mauern; er durchdrang alle Materie, durch die Geschütze zog er hindurch. Da ergriff ihn die Verzweiflung. Er wollte doch seinen Brüdern helfen. Aber wie sollte es ihm nun möglich sein?
In seiner Verzweiflung ging er auf die Suche nach seinen ebenfalls gefallenen Kameraden, die auch mit ihm zur Erde gekommen waren, um den Brüdern im Kampf beizustehen. Er wollte wissen, wie sie es anstellten. Schon erblickte er sie in nächster Nähe, und nun erkundigte er sich, wie es denn möglich sei, ihren Brüdern beizustehen und sich ihnen bemerkbar zu machen. “Du kannst helfen”, sprachen sie, “es ist möglich. Schau, wie wir es machen!” Und sie zeigten es ihm – es waren vier Brüder und zwei Schwestern –, und sie drangen dicht zusammengedrängt auf einen Kämpfenden ein, um ihm von ihrer Kraft des Mutes, des Vertrauens und der Hoffnung zu geben. Sie blieben eine Weile mit ihm zusammen und übertrugen diese ganze geistige Kraft auf ihn. Dann entfernten sie sich wieder etwas von ihm, doch belehrten sie jenen noch, dem alles neu war: “Siehst du, so muss ein Geist kämpfen; er muss Besitz nehmen vom Menschen. Als Geist verfügt man über eine ganz andere Kraft, die man auf Menschen übertragen kann. Wir müssen ihnen Mut und Hoffnung übertragen und in der Weise für sie kämpfen.” Und sie erklärten ihm, wie ihnen Möglichkeiten offenstehen, die Gegner zu beobachten, da sie die Mauern durchdringen könnten. Sie sahen ja um alle Ecken und konnten die Gefahren erkennen, die ihren kämpfenden Brüdern drohten. Überall da, wo sie ihre Brüder in Gefahr sahen, gingen sie gemeinsam auf einen solchen Bruder los, um Besitz von ihm zu nehmen und ihn aus seiner gefährlichen Lage wegzuführen, an einen sicheren Ort. Diese Geister aber klagten doch, dass die Menschen nichts hörten, wenn sie auf sie einsprachen, wie sie es auch nicht fühlten, wenn sie in sie eindrangen, wie schwer es für sie sei, ihnen ihre Wünsche mitzuteilen. Umso mehr aber strengten sie sich an, dennoch etwas für ihre Brüder zu tun, sie von den Gefahren wegzuführen und sie so zu beeinflussen und mit Mut und Hoffnung zu unterstützen. So suchen die Geistwesen ihre kämpfenden Geschwister auf.
Nun aber bemerkten sie, dass sie auf geistiger Seite nicht allein kämpften, sondern dass auch jene aus der Welt der Düsterheit auf die Menschen einzudringen suchten und die gleiche Unterdrückung und Knechtschaft, in der sie leben, auszubreiten versuchten. Denn aus ihrem Reich der Finsternis, wo sie selbst in Uneinigkeit miteinander leben, bringen sie den Unfrieden mit, und damit versuchen sie in gleicher Weise in die Menschen einzudringen. Sie kämpfen dafür, dass die Freiheit unterdrückt werde; denn die Geister der Dunkelheit gönnen den Menschen weder Frieden noch Freiheit, sondern nur Knechtschaft und Unglück, was sie auch immer zu verbreiten suchen. Sie sind aufs Eifrigste an der Arbeit und finden willige Werkzeuge unter den Menschen, die bereit sind, ihnen zu dienen.
Wohl gibt es Menschen, die sich weigern, auf ihre Brüder zu schiessen. Wenn nun solche fallen, wird dementsprechend milder über sie geurteilt. Denn hier kommt es auf die Gesinnung an, aus welchem Drang heraus einer kämpft. Menschen, die am Töten Gefallen finden, werden strenger bestraft als Soldaten, welche die Befehle auszuführen haben. Nicht die Soldaten werden für ihr Tun bestraft, solange sie nur die Befehle ausführen. Doch jene, welche die Befehle erteilen, werden dafür zur Rechenschaft gezogen.
Wer seine Macht missbraucht, die Mitmenschen zu quälen und zu martern, wer Lust am Töten bekundet, der wird hart bestraft. Er wird, wenn er gefallen ist, von jenen Geistern in Empfang genommen, welche die Unterdrückung gefördert hatten, und sie führen ihn in ihre Welt der Finsternis.
Wenn jene fallen, deren Aufgabe es war, Befehle auszuführen, und die frei von Hass waren, dann werden sie in einer besonderen Sphäre zusammengeführt. Ich möchte sagen, sie kommen in eine grosse Wartehalle, und Engel Gottes treten vor sie hin und urteilen über sie, wenn es an der Zeit ist.
Jene Freiheitskämpfer kämpfen für das, was Gott allen Menschen als höchstes Geschenk zugestanden hat. Um diese Freiheit zu erringen oder zu erhalten, kämpfen und sterben sie mit grossem Mut. Es wäre nicht gerecht, wenn die Engel des Gerichts schon gleich bei ihrem Eintritt in die geistige Welt über sie urteilen wollten, wenn sie über das ihnen widerfahrene Unrecht seitens gewisser Menschen noch voller Unruhe sind. Hier gelangt – wie ich anfangs erklärte – die Barmherzigkeit und Güte Gottes zum Ausdruck, indem diese Seelen in einen Himmel ewigen Frühlings geführt werden, wo sie so lange verweilen dürfen, bis sie selbst einsehen, dass es sinnlos ist, ohne höhere Führung und Anleitung noch weiter zur Erde zurückzukehren und in der bisherigen Weise zu kämpfen. Es gibt dort aber auch Wesen, die gleich von Anfang an nicht mehr gewillt sind, zurückzukehren zur Erde. Die einen waren müde und mochten sich ausruhen in dieser herrlich schönen Welt. Andere aber fanden, es wäre nicht recht, die kämpfenden Geschwister auf Erden im Stich zu lassen, anstatt ihnen von ihrer geistigen Kraft zuzuführen. Denn sie erkannten wohl, dass ein Geist nach seiner Trennung vom irdischen Leibe eine gewisse Kraft zur Verfügung hat, die er auf Menschen übertragen kann.
So ist ein führender Geist aufgestanden, hat eine Schar um sich gesammelt und erklärt: “Lasst jene Brüder in dem Sinne kämpfen, dass sie den Menschen Mut und Hoffnung bringen und ihnen Schutz darbieten. Aber auch wir wollen nicht untätig sein; denn wir sehen die vielen Not leidenden und verwundeten Geschwister. Wir müssen sie schützen, denen so viel gewaltsames Leid zugefügt wurde.” Unmenschlich, barbarisch hatten sich die Gegner gegenüber Verletzten und Kranken benommen. Also erkannten sie die Not ihrer irdischen Geschwister und die Dringlichkeit, ihnen zu helfen mit ihren geistigen Kräften. So sind ihre Ziele im Helfen höherer Art. Ihnen hat sich deshalb auch ein Engelwesen genähert und sich erboten, sie zu begleiten zu dieser schönen Aufgabe. So sind sie scharenweise mit diesem Engel Gottes gegangen und haben den Weg zu jenen Menschen gefunden, die sie für ihr Hilfswerk inspirieren konnten; denn sie bedurften der Hilfe von Menschen guten Willens. Nur durch Menschen können sie andern Hilfe bringen. Ihre Möglichkeit besteht darin, sich ihnen zu nähern und sie dafür zu inspirieren, wie ihren Geschwistern geholfen werden könnte. So suchten sie sich solche Menschen aus, gingen ihnen voraus und ebneten ihnen diese Wege, und sie bildeten eine geistige Mauer um sie als Schutz, dass sie den Weg beschreiten konnten, um ihren Geschwistern Hilfe zu bringen. Sie gingen auch zu den Verwundeten in den Spitälern, wo ihnen der Engel Gottes zeigte, wie sie eine geistige Mauer um diese erstellen konnten. Sie reihten sich Leib an Leib, um diese Mauern aus Kraft zu bilden. Vergeblich war dann der Ansturm der Gegner. Es gelang ihnen nicht mehr, diese geistigen Mauern zu durchdringen. Sie wurden weggeführt, die Wege wurden frei, und jene so beschützten Kranken und Verwundeten konnten vor den düsteren Mächten in Schutz genommen werden. Denn wo sich die schützende Hand Gottes ausbreitet, da erkennen auch die düsteren Mächte, dass sie sich zurückzuziehen haben. Denn bei der geringsten Berührung mit diesen geistigen Mauern des Lichtes verspürt ein Geist der Tiefe einen ungeheuren Schmerz. Es ist das geistige Feuer, das den ganzen Weg für einen solchen schmerzbereitend gestalten kann.
So gelang es diesen guten Geistern, in der Weise für ein hohes Ziel zu kämpfen; denn sie sind erfüllt von Mitleid und Erbarmen, aber auch vom Drang zur Freiheit. Sie tun auf ihre Weise und nach ihren Kräften, was sie nur können. Und der Engel Gottes führt sie wieder zurück, weist ihnen wieder andere Plätze an und berät sie. Er, der eine grössere Übersicht hat über das Geschehen und dem es bis zu einem bestimmten Punkt erlaubt ist, es zu offenbaren, er führt sie an, damit sie ihren Geschwistern auf Erden Hilfe bringen mögen, deren sie so dringend bedürfen.
Meine lieben Freunde, diese Welt des ewigen Frühlings, wohin diese Seelen geführt wurden, ist nur vorübergehend als Aufenthalt für sie bestimmt. Wenn alles ruhiger geworden ist, wird sich auch das Verlangen dieser Seelen ändern. Sie werden sich immer mehr den geistigen Aufgaben im Jenseits zuwenden; ihr Wunsch wird immer grösser, in den Heilsplan Gottes einzutreten, dessen Notwendigkeit sie immer besser erkennen. Sie werden mit der Zeit auch schneller geneigt sein, ihre Schuld, ihr Straucheln als Mensch einzugestehen und den Engeln Gottes Gehorsam zu leisten. Daraus ergibt sich, dass die im Krieg gefallenen Soldaten viel schneller wieder inkarniert werden als andere Wesen, weil sie zu rascherer Erkenntnis und Gesinnungsänderung gelangt sind. So benutzt es die Engelswelt, sie höheren Zielen zuzuführen. Und dann versuchen diese Geister von ihrer Ebene aus zu wirken, jeder nach seinem Talent und nach seinen Kräften.
Dagegen werden Kinder, die in diesem Kampf um die Freiheit ebenfalls ihr Leben verloren, nicht in diese Welt des ewigen Frühlings geführt. Nein, sie werden in ihre Himmel geführt und dort gepflegt und betreut von den herrlichsten Boten Gottes. Ihre Eltern, wenn sie auch in der geistigen Welt leben, dürfen sie dann und wann besuchen, besonders zu gewissen Festen.
Daraus erkennt ihr wieder, wie die Geisterwelt Gottes dem Einzelnen ihre grosse Liebe zeigt und dass sie versucht, ihm diese Gnade Gottes auch klarzumachen. Denn es ist eine wunderbare Gnade, dass Wesenheiten, die im Leben doch auch gestrauchelt sind und sich verschuldet hatten, nun in einen solch wunderbaren Garten Gottes geführt werden.
Meine lieben Freunde, letztes Mal [im Vortrag vom 3. November 1956] erklärte ich, wie ein Geist der Krankheit in einen Menschen drang, um sich in ihm auszutoben, bis er in Ohnmacht fiel. So beobachtete ich noch einen anderen Menschen, und auch ihn besuchte jeweils ein Geist der Krankheit, der sich ebenfalls in ihm auszutoben versuchte. Auch dieser Mensch fiel in Ohnmacht, wenn der böse Geist von Zeit zu Zeit die Macht über ihn gewann; denn auch bei diesen beiden lag ein Verschulden von früher vor.
Nun aber weilte eine verwandte Seele des leidenden Menschen in den hohen Sphären des Jenseits. Als Mensch hatte sie besonders edel und gut gelebt. Nun sah sie das leidvolle Leben des Geplagten. Sie ging dann und wann zu ihm, denn es wurde ihr erlaubt, diesen leidenden Menschen aufzusuchen; denn seine Mutter betete, dass Gott sich des Leidenden erbarmen und ihm helfen möge, ihn von dieser – wie sie es sah – Krankheit zu befreien. Nun, die gute, verwandte Seele hörte das Gebet und trug es zu jenen Ebenen hin, wo die Hilfe erteilt wird. Und so durfte sie den Leidenden besuchen, und die Engel Gottes legten ihr nahe: “Tue, was in deiner Kraft liegt und was du an Möglichkeit hast, diesen Geist der Krankheit zu verdrängen. Tue es aus deinen eigenen Kräften.” So versuchte es nun dieser gute Geist ebenfalls, in die Nähe dieses leidenden Menschen zu gelangen und auch in ihn einzudringen, um Besitz von ihm zu nehmen.
Als dann die Zeit wieder kam, wo auch der Geist der Krankheit wieder gedrängt wurde, sein Opfer aufzusuchen, erkannte er, dass diese Wohnung besetzt war. Es gelang ihm nicht einzudringen; denn der gute, edle Geist hatte auch eine geistige Mauer, den geistigen Schutz, um den Menschen gebildet. Doch versuchte der Geist der Krankheit immer wieder heranzukommen und den geistigen Schutzwall zu durchdringen. Aber schon dessen Berührung schmerzte ihn. So versuchte er Hilfe zu erhalten, denn er wollte diesen Menschen nicht aufgeben. Er wollte nur die Gelegenheit abwarten, da dieser edle Geist den Menschen wieder freigeben würde. Dann aber wollte er mit mehreren seinesgleichen zugleich in ihn eindringen und sich in ihm austoben. So ging er auf die Suche nach einigen solcher düsteren, unseligen Geister, die bereit waren, überallhin Leid und Unglück zu bringen, und er kehrte mit ihnen zurück. Doch der edle Geist war immer noch in dieser Wohnung; denn dadurch, dass er aus solcher Höhe kam, besass er die grössere Macht und Kraft. Er vermochte die Gedanken des leidenden Menschen zu heben und ihn selbst auf Gott hinzuweisen. Und dadurch, dass der Mensch diese Kraft übernahm und den Weg zu Gott fand, sich für ein besseres und edleres Leben bemühte, durfte die Gnade Gottes auch über ihn kommen. Die bösen Geister aber zogen mit vielen Verwünschungen von dannen. Ihnen eilte ein Engel Gottes nach und verbot ihnen, den Weg zu diesem Menschen wieder anzutreten. So war ihnen die Möglichkeit des Auffindens dieses Menschen völlig genommen; denn der Engel Gottes vernichtete die geistigen Bande zwischen ihnen und dem befreiten Menschen. Und der gute, verwandte Geist zog wieder zurück in seine Welt der Herrlichkeit. Die Mutter hatte immer für die Gesundung ihres Sohnes gebetet. Ihr war es bewusst, dass diese Hilfe und Gnade von Gott gekommen war; denn sie war eine gute, fromme Frau. So wurde dieser Mensch frei.
Meine lieben Freunde, in wunderbarer Weise können die Geister Gottes den Menschen helfen. Je höher entwickelt ein Geistwesen ist, desto grösser ist seine geistige Kraft und umso mehr Möglichkeiten des Helfens sind ihm gegeben. Durch die Ausdauer dieser Mutterseele im Gebet wurde der Weg zur Hilfe geebnet. Und so geschieht es da und dort, wo man helfen darf. Oft wird ein Mensch lange geprüft, und wenn man sieht, wie schwach sein Glaube ist, verdient er die Hilfe noch nicht. Es muss der Mensch von innen heraus gedrängt werden, edel und gut zu sein.
Denn, meine lieben Freunde, heute, wo so viel Elend, Unglück und Unterdrückung bei den Menschen zu finden ist, wie notwendig ist es da, dass die Menschen die Verbindung mit den Geistern Gottes suchen, welche die Möglichkeit haben zu helfen. Man soll nicht die Verbindung mit jenen Geistern suchen, die sich für Sinnloses hergeben, denn sie haben nicht die Möglichkeit, Menschen in Not und Elend zu helfen; denn dafür sind sie nicht bereit und ziehen von dannen. So sollte der Mensch erkennen, dass er sein Bestes zu geben hat, um Gott zu gefallen; denn Gott hat kein Gefallen an jenen, die sich sinnlos mit Geistern beschäftigen.
Jetzt, wo die Menschheit für Frieden und Freiheit ihrer Geschwister fleht, werden auch die guten Geistboten mithelfen in diesem Kampfe. Auch wenn es nicht gelingt, den Frieden und die Freiheit von heute auf morgen zu sichern, so wird es doch einmal dazu kommen. Denn die Regierenden dieser Mächte der Unterdrückung, sie selbst sind uneins untereinander; der eine schiebt die Schuld dem andern zu, und unter ihnen ist ständig ein Kampf, und jeder hat Angst vor dem andern. Die Mächte der Finsternis finden immer wieder den Weg zu ihnen. Und jener Geist, der es einst als Mensch fertigbrachte, ganze Völker zu unterdrücken, er ist es, der mit seinen Helfershelfern, mit seinen Kräften Verderben und Unterdrückung weiter zu verbreiten versucht.
Wenn nun die Menschheit beweist, dass sie trotz all dieser Prüfungen den Weg zu Gott findet, dass sie Vertrauen und Hoffnung in Gott setzt, wird diese Ausdauer belohnt, und Friede und Freiheit werden kommen, wenn auch langsam, langsam nur. Das Rad der geistigen Entwicklung hat begonnen, sich zu drehen, was Frieden und Freiheit in grösserem Masse bedeutet als bisher. Es ist aber immer noch ein langer Kampf. Doch habt Vertrauen! Das Gute siegt. Von Gott ist die Freiheit, und die Freiheit muss walten in der geistigen Welt wie auf der irdischen Welt. So müssen noch viele Geister und Menschen zur Erkenntnis gelangen, dass die Freiheit das höchste Gut ist. Und unter den Menschen muss Freiheit herrschen, Friede und Freiheit.
[Zum Schluss bat Geistlehrer Josef die Freunde, am darauffolgenden Montag- und Dienstagabend zu einem heiligen Abendmahl zusammenzukommen.] Ihr sollt euch im Namen Christi zu diesem heiligen Abendmahl zusammenfinden, um gemeinsam zu zeigen, dass ihr den Weg des Lichtes beschreitet, und so im Namen Christi bitten, dass eure Geschwister ihre Freiheit zurückerlangen. Zweifelt nicht an Gottes Güte und Gerechtigkeit ob diesem Geschehen. Gott ist gut und gerecht. Bedenkt, dass jene Männer, die diese vielen Verbrechen begangen haben, ihre Barbarei gutzumachen haben, dafür “bis zum letzten Heller” bezahlen müssen. Dann, wenn es geschieht [in ihrem nächsten Erdenleben], wird wieder Not und Leid zu den Menschen kommen, bis sie so gehoben sind im Denken und Wollen, dass weder Rachegefühle noch die Gier nach irdischem Gut die Macht über sie gewinnen. Wenn jeder genügsam ist, den andern schätzt und achtet, dann wird diese Welt mit ihren Menschen besser.
Wie weit entfernt dieses Ziel noch ist, wisst ihr selbst. Doch jeder denke dessen ungeachtet, dass er alles tun will für seinen Höhenflug. Wir begleiten und stützen euch. Wir Geister Gottes dringen zu euch und verweilen in eurer Nähe. Wir kehren uns dann und wann aber auch wieder von euch ab, wenn eure Gesinnung nicht ist, wie wir sie von euch erwarten. Wenn ihr aufwärtssteigen wollt, heisst es: lieber dulden, Unrecht ertragen und keine bösen Gedanken pflegen, damit ihr frei werdet und einst in die Welt der Glückseligkeit eingehen dürft, wo ihr wieder zum Segen werdet für die leidende Menschheit wie für die leidenden Geister des Jenseits.
Und so bitten wir:
Erhöre, o Gott, das Bitten und Flehen der Menschen. Gib ihnen Frieden und Freiheit.
Und nun gehet alle hin in Frieden. Der Segen des Heils durchströme euch. Werdet gesund an Leib und Seele. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 10.11.1956 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)
Heft 4/2015
21 Seiten, 21 × 29,7 cm