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Um jeden Menschen sind verschiedene schützende Geistwesen – Aufgaben und Wirken der Schutzgeister – Wie man mit seinem geistigen Führer in eine innige Freundschaft kommt
Schutzengel – die geistigen Begleiter des Menschen
Beschreibung
Die Vorträge dieses Themenheftes enthalten wertvolle Informationen über die geistige Begleitung des Menschen. Jedem Menschen sind verschiedene Schutzgeister zur Seite gegeben, die bei ihm eine Aufgabe erfüllen. Unter ihnen können auch verstorbene Verwandte sein. Jeder Mensch hat aber auch einen führenden Schutzengel, der im Besonderen mit ihm verbunden ist und sich seiner annimmt. Es ist von grosser Bedeutung, in welchem Verhältnis man zu diesem persönlichen Schutzgeist steht; denn je enger die Beziehung zu ihm ist, desto grösser ist die Möglichkeit, dass man wirklich vernehmen kann, was er einem an Rat und Hilfe geben möchte. In diesem Themenheft wird auf verschiedene Fragen näher eingegangen, zum Beispiel auf die Frage, auf welche Weise ein Schutzgeist auf seinen Schützling Einfluss nimmt und ihn beispielsweise vor einem Unglück bewahren kann.
Themenheft 2/2016: Schutzengel – die geistigen Begleiter des Menschen
Inhalt
Das Walten der Schutzgeister
Josef, 27. August 1955
Das Walten der Schutzgeister
Jedem Menschen sind Schutzgeister zur Seite gegeben. Ihre Aufgabe besteht darin, sich für das Leben ihrer Schützlinge zu interessieren, sich mit all ihrem Tun und Wollen zu beschäftigen, ihnen Schutz und Hilfe zu bringen, wo es sein darf. Auf verschiedene Weise erfüllen die Schutzgeister ihre Aufgaben, je nach der Entwicklung ihres Schützlings. Je stärker und enger die Beziehung des Menschen zu seinen geistigen Führern und Schutzengeln ist, desto grösser ist die Möglichkeit, dass er vernehmen kann, was sie ihm an Rat und Weisung für seinen Lebensweg geben möchten.
Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Freunde, ich gab euch verschiedene Schilderungen von Himmelsfürsten, von Engeln Gottes aus den höchsten Höhen. So möchte ich doch auch von den Schutzgeistern erzählen, welche die Menschen behüten, sie vielleicht durchs ganze Leben begleiten. Diese Geister Gottes werden von ihren göttlichen Brüdern und Schwestern besonders geliebt, weil sie ihre Geschwister im Erdenreich mit so grosser Geduld und Liebe begleiten. Die Schutzgeister sind auch bestimmten Chören zugeteilt.
Wenn ihr meinen letzten Schilderungen [am 13. und 20. August 1955] aufmerksam zugehört habt, so wisst ihr, dass der einzelne Mensch auch einen Engel Gottes aus höchsten Höhen in seiner Nähe haben kann, dessen besondere Aufgabe es sonst nicht wäre, als Schutzgeist zu dienen, einen Menschen durchs Leben zu begleiten. Also hat er nur ausnahmsweise diese Aufgabe übernommen. Denn ihr wisst, dass den Himmelsboten so verschiedene Kräfte zur Verfügung stehen, dass sie gewisse Fähigkeiten haben, in besonderen Dingen zu wirken, wo es darauf ankommt, dass ein solcher Engel Gottes einen Menschen mit besonderen Kräften der Ausdauer und der Geduld umgibt, dass dieser seine Aufgaben erfüllen und ans Ziel gelangen kann.
Nun, jedem Menschen sind Schutzgeister gegeben – ja, einem jeden. Jener, der gläubig ist, Gott lobt und preist, wie auch jener, der Gott nicht kennen will, ja, auch er besitzt Schutzgeister. Auch jene Menschen, die keine enge Verbindung zu Gott und seiner Geisterwelt haben, werden von Schutzgeistern durchs Leben begleitet. Deren Aufgabe besteht darin, sich für die Aufgaben und das Leben ihrer Schützlinge ganz besonders zu interessieren, sich mit all ihrem Tun und Wollen zu beschäftigen, ihnen Schutz und Hilfe zu bringen, überall, wo es sein darf. Denn sie alle sind Kinder Gottes, sie alle sind in die Obhut der Engel des Himmels gegeben.
Doch sind Unterschiede zu erkennen. Nicht überall wirken diese himmlischen Boten in gleicher Weise – bei jedem anders. Es tut den Schutzgeistern auch leid, dass sie Menschen durchs Leben zu begleiten haben, die diese Verbindung zur göttlichen Welt nicht haben. Deshalb wirken sie bei ihnen nicht weniger eifrig. Sie fangen an, sich für ihr Leben zu interessieren, ja sogar für kleine Begebenheiten, um sie doch ans Ziel führen zu können. Auf diese Weise versuchen sie die Menschen vom Bösen abzuhalten, dass sie wenigstens den Drang nach dem Guten verspüren und es auch tun. Denn wie oft begegnet ihr Menschen, die wohl gut sind und die Gesetze aufs Genaueste achten; doch sie können nicht an Gott glauben, sie haben keine Verbindung zur göttlichen Welt. Sie leben aber doch, wenn ich so sagen darf, als gerechte Menschen. Einerseits können auch sie verzeihen, Gutes tun, aber was noch wichtig ist, der Glaube an Gott, den haben sie nicht. Gerade hier ist es die Aufgabe der Schutzgeister, solche Menschen so gut wie nur möglich zu führen, oft zu andern Menschen, die sie auf Gott und die Belehrungen aus der göttlichen Welt aufmerksam machen; andere werden einfach von Sünde und Ungerechtigkeit weggeführt und auf Gerechtigkeit und Liebe aufmerksam gemacht, damit auch sie diese ihren Mitmenschen weitergeben. Auf so verschiedene Weise erfüllen die Schutzgeister ihre Aufgaben auf wundervolle Art, je nach der Entwicklung ihres Schützlings.
Meine lieben Freunde, die Belehrungen, die in meinen Schilderungen der letzten Zeit enthalten sind, sollen für euch von grossem Nutzen sein. Denn auch durch sie sollt ihr wieder einen tieferen Einblick bekommen in die geistigen Gesetze wie überhaupt in das Schaffen und Wirken der Engel Gottes.
So fragt ihr euch: “Ja, wir wurden belehrt, dass, wenn unser Körper ruht, unser Geist wandern kann. Folglich kann er in dieser Zeit Beziehungen aufnehmen zu Geistern Gottes, die ihn dann belehren. Aber warum kann er nicht alles in sein Bewusstsein nehmen?” Und noch mehr solcher Fragen habt ihr. Ihr fragt auch: “Warum lässt es Gott denn nicht zu, dass Menschen von grosser geistiger Kraft aufstehen können, um ihren Geschwistern das Wort Gottes zu erklären und ihnen den Beweis zu bringen vom Leben nach dem Tode? Es wäre doch in Gottes Hand und keine grosse Sache für ihn, seine Himmelsboten über dieses Erdenreich zu senden, den Menschen vom Himmel und von Gott zu erzählen, Wunder zu tun und die Ungerechten zu richten. Warum tut Gott es nicht?”
Meine lieben Freunde, die Seele des Menschen ist noch wund und krank. Sie selbst muss von innen heraus das Verlangen nach Gott, nach der wahren Heimat haben. Dafür muss sie von innen heraus gesunden.
Ansonsten wäre es so – um euch ein Beispiel zu geben –, wie wenn ein Soldat im Krieg durch einen Schuss verwundet wird und der Arzt die Wunde zunähen würde, ohne vorher einen Eingriff vorgenommen zu haben, um die Kugel, diesen Fremdkörper, zu entfernen, und ohne die Wunde ganz gereinigt zu haben. Dann würde es nicht lange dauern, bis das Übel von innen heraus wuchern würde und der Soldat sterben müsste.
Mit der Seele ist es so, wenn sie gesunden will: Langsam muss sie heilen, von innen heraus. Die göttlichen Kräfte müssen von innen nach aussen dringen. Das Verlangen nach Gott, nach Reinigung und Gesundung der Seele muss aus der Tiefe der Seele selbst aufsteigen. Dann ist es ein Zeichen dafür, dass bereits eine gesunde Atmosphäre geschaffen ist. Wenn nun solches den Menschen so leichthin, ohne eigene Anstrengung, gebracht würde, ja, da wären sie vielleicht begeistert, doch diese Begeisterung wäre wohl bald wieder verrauscht. Bestand aber hat, was selbst erarbeitet ist, was von innen heraus kommt, klar und rein. Das Verlangen nach Gott, das Verlangen, immer gerecht und gut zu sein, muss aus dem Inneren kommen. Wer aber nur in oberflächlicher Weise einmal so beeindruckt wird, trägt zu wenig zur Gesundung seiner Seele bei. Deshalb muss so tief eingegriffen werden. Langsam, langsam muss dieser Heilungsprozess vor sich gehen, dann wird es zur sicheren Gesundung der Seele führen.
Darum, liebe Freunde, ist dieses ganze Geschehen, so wie es ist, in der Ordnung Gottes. Es ist aber auch in der Ordnung Gottes, dass da und dort für das Geistige gekämpft wird, um den Menschen wachzurufen; er aber hat selbst zu entscheiden, wohin er gehen will. Von innen heraus wird er gewissermassen gedrängt, dorthin zu gehen, jenem fernzubleiben, dieses oder jenes zu tun. Das Gute zu tun, braucht aber Kraft und Anstrengung. Und wer diesen Weg einschlägt, wird von den himmlischen Boten unterstützt.
Nun aber komme ich wieder darauf zurück, dass der Geist des Menschen [während des Schlafs] sich vom Körper befreit und Gelegenheit hat, im geistigen Reiche zu wandern. Viele Menschengeister finden ganz gesetzmässig den Weg allein, von sich aus, zu bestimmten Sphären. Ich sage: zu bestimmten Sphären. Das heisst also, dass es ihnen nicht möglich ist, sich überallhin zu bewegen; sondern eine Bahn ist frei für sie, und ihrer Entwicklung gemäss können sie den Weg allein finden im geistigen Reiche. Nun aber begleiten auch Engel Gottes den Menschengeist in seine Welt, wo er entwicklungsgemäss hingehört. In Begleitung von Engeln Gottes ist es auch möglich, dass er durch weitere göttliche Auen geführt werden kann. Also, in Begleitung eines Engels Gottes kann der Menschengeist wunderbare Dinge erleben, je nach seiner Entwicklung.
Diese Schutzgeister ermöglichen es auch, dass die Menschengeister mit ihren [verstorbenen] Lieben zusammenkommen dürfen und sich mit ihnen unterhalten können. Die Schutzgeister interessieren sich auch selbst für die Probleme ihrer Schützlinge. So unterhalten sie sich dann im geistigen Reiche mit ihnen über ihre Aufgaben, über ihr gegenwärtiges wie über gelebte Leben, wo möglich auch über zukünftige Aufgaben. Da, wo die Möglichkeit besteht, einen Menschengeist in diesen Stunden für spätere, grössere Aufgaben zu kräftigen, ihm schon diese notwendigen Belehrungen beizubringen, da wird es getan und nicht erst dann, nachdem er vom Erdenreich ganz Abschied genommen hat. So kann das Führen durch die Schutzgeister in solch mannigfaltiger Weise geschehen. Es kann auch erlaubt sein, dass eines der in die göttliche Welt vorangegangenen Lieben das eine oder andere während kürzerer oder längerer Zeit durch das Leben begleitet. Sie dürfen also gewissermassen Helfer des Schutzgeistes sein. Ich betone aber, dass dies nicht verallgemeinert werden darf.
Es geschieht aber auch, dass ein Schutzgeist einen Menschen zu führen hat, der nichts von Gott wissen will, dass er dann aber den Geist dieses Menschen [während des Schlafs] im göttlichen Reiche über Gottes Liebe und die göttlichen Gesetze unterrichtet, ja ihn bis zu einem bestimmten Grade die göttliche Welt miterleben lässt, sodass er an sich selbst die Macht Gottes erkennen kann. Da aber denkt ihr: “Wenn doch der Menschengeist in diesen Stunden solche Belehrungen empfängt, warum kann er sich nicht daran erinnern?” Ja, es ist deshalb nicht möglich, weil dann der Geist wieder in vollem Masse von seinem Körper Besitz nimmt und er dann nicht mehr klar erkennen kann, weil durch den Körper seine göttliche Schau verdunkelt wird. Ich könnte auch sagen, dass der Körper den Menschen geistig blind macht; er kann diese Dinge so nicht mehr erfassen. Warum kann er sie nicht mehr erfassen? Weil er zu sehr an das Materielle gebunden, zu sehr von diesen Dingen eingenommen ist, sich zu sehr damit beschäftigt. Mit der Schwere der Erde, die er an sich gezogen hat, zieht er auch in gewissem Sinn selbst einen Vorhang über sich, alles verdunkelnd. Er lebt in seiner materiellen Welt, wird von ihr beherrscht und beeindruckt.
Möglich ist es jenen Menschen, von der göttlichen Schau und von göttlichen Erlebnissen mitzunehmen, die sich nicht in der Weise an das Materielle gebunden haben, die sich in gewissem Sinne davon gelöst, ich möchte sagen, die ihren Leib selbst so veredelt, so verfeinert haben. Nicht sehr viele Menschen sind so beschaffen. Je stärker und enger die Verbindung zu ihren geistigen Führern und Schutzengeln ist, desto grösser die Möglichkeit, dann und wann etwas zu hören.
Doch glaube nicht, dass du nun Morgen für Morgen wissen müsstest, was du des Nachts erlebtest und wo du im Geiste warst. Notwendig ist nur, dass du dann und wann die Antwort hörst, dass du dann und wann eine Frage stellst und bittest, dass man sie dir beantworten möge. Um gut zu hören, hast du jedoch selbst die Bedingungen zu erfüllen, indem du dich geistig betätigst, dich veredelst und von der Schwere der Erde hebst. So möchte ich dich wieder daran erinnern, wie notwendig es ist, dass diese göttlichen Gefühle von innen nach aussen zu dringen haben, damit das, was du dir schon lange wünschtest, in Erfüllung gehen kann.
Meine lieben Freunde, die euch begleitenden Schutzgeister lassen euch in der göttlichen Welt das zukommen, was gerade für euch gut ist. Wenn ihr aber eifrig versucht, in diese geistigen Höhen aufzusteigen, dann führen sie euch weit herum und teilen euch vieles mit. Denn es ist auch so, dass ihr in diesen Stunden mit euren Lieben in der himmlischen Welt da- und dorthin gehen könnt, so weit sie selbst vordringen können. Also seid ihr dann von ihrer geistigen Gehobenheit abhängig, wenn sie die Erlaubnis haben, in diesen Stunden mit euch zu verweilen.
Darum, meine lieben Freunde, erst wenn ihr versucht, das Verhältnis von euch zu euren Schutzgeistern besonders eng zu knüpfen, und es in harmonischer Weise ausbaut, werdet ihr in den Besitz von wunderbaren Kräften und Erlebnissen gelangen. Ihr müsst euren Schutzgeist fragen, wenn ihr in irgendwelchen Dingen nicht im Klaren seid. Gebt ihm Gelegenheit, euch zu antworten. Aber ich warne euch davor: Nicht ihr selbst sollt euch die Antwort geben, die ihr gerne hörtet. Denn denkt daran, dass die Engel Gottes euch die Wahrheit bringen, und oft ist es etwas, das euch nicht genehm ist.
Wie ich anfangs erwähnte, sind diese Schutzgeister bei den hohen Himmelsfürsten sehr beliebt, um ihrer grossen Liebe, ihrer grossen Geduld und ihrer grossen Gerechtigkeit willen. Denn auch die Schutzgeister haben oft schwere Kämpfe durchzustehen, nicht mit euch persönlich, sondern mit jenen Mächten von unten, die sich an euch heranmachen. Die Schutzgeister und ihre Helfer aber versuchen jenen immer wieder wirksam zu begegnen; denn im Geistigen ereignen sich Dinge oftmals früher, das heisst, dass sie beim Menschen selbst erst später zum Ausdruck gelangen. Oftmals hat der Mensch Gelegenheit, seinen geistigen Stand zu beweisen, indem er das Böse, das an ihn herandringen will, fernhält. Denn ihr vergesst, dass die bösen Mächte doch auch die Möglichkeit haben, eure Pläne zu durchschauen, dass sie ebenfalls Vorbereitungen treffen, ja, dass sie auch gewissermassen Pläne entgegenstellen und dass dann dieses oder jenes sich ereignen muss. Sie wollen die Menschen doch zu Fall bringen. Und sie sind oft so schlau, dass sie verschiedene Arten herausfinden, den Menschen einzuhüllen. Ihre Pläne aber können eure Schutzgeister gewissermassen durchkreuzen. Sie tun es ganz besonders dann, wenn sie sich für euch, für euer Tun und Wollen interessieren. Dann leben sie in gewissem Sinne euch zur Seite, und auf diese Weise erkennen sie die Anfechtungen, die kommen, besser und verstehen sie abzuwehren; doch nicht immer, denn jene Mächte von unten sind so rasch, dass sie oft auch die Engel Gottes überraschen und die Schwachheit des Menschen ausnützen, um ihn zu Fall zu bringen.
So kannst du verstehen, lieber Freund, wenn ich dir sage: Die Engel Gottes begleiten dich durchs Leben und interessieren sich für dich. Sie kämpfen für dich. Denn jene Mächte, die sich an dich heranmachen, kennen deine Schwächen, und auf deinen Schwächen bauen sie auf, dort wollen sie ihr Feuer zur Entfaltung bringen. Also durchschauen sie auch die Menschen. Wenn du aber verbunden bist mit deinem Schutzgeist, nimmt er den Kampf auf. Er versucht den Widersacher zu vertreiben oder abzulenken, je nachdem es ihm erlaubt ist zu handeln. Denn es gibt Momente, wo auch die Schutzgeister zurücktreten müssen, weil der Mensch von sich aus, ohne jeden göttlichen Einfluss, in wichtigen Dingen zu entscheiden hat oder weil er erprobt wird in seiner geistigen Kraft. Dann hat er zu beweisen, dann wird er bestehen oder nicht.
Darum, liebe Freunde, ist es für diese Engel Gottes nicht so einfach, die Menschen durchs Leben zu führen, denn sie sind so ungehorsam. Und oftmals haben sie wieder Stunden der Reue und nehmen sich gute Vorsätze; sie wollen den Weg des Lichtes wieder gehen und erkennen ihre Schuld. Die Schutzgeister stehen dann schon wieder bereit, sie von Neuem aufzunehmen, in Liebe und Frieden einzuhüllen, und dann haben die Mächte der Dunkelheit zu weichen. Wie mächtiger ein Schutzgeist über einem Menschen steht, desto weiter haben die düsteren Mächte zurückzustehen. Das heisst aber nicht, dass sie nicht jede Gelegenheit wahrnehmen, um sich an den Menschen heranzumachen, und wenn sie ihn doch noch zu Fall gebracht haben, frohlocken sie. Dem Menschen aber wird das Gemüt schwer, es ist ihm nicht wohl dabei, er wird krank; denn diese dunklen Mächte hinterlassen ihm nur Schwere.
Ich erkläre dies alles, damit ihr nachdenken sollt. Ihr sollt dadurch angespornt werden, um noch höhere Kräfte zu verdienen. Denn die Schutzengel sind voller Freude, wenn ein göttlicher Bruder aus höchsten Höhen heruntersteigt, um die Führung ihres Schützlings zu übernehmen. Diese himmlischen Boten kennen nicht die Gefühle des Neids oder des Zurückgesetztseins. Niemals! Es ist eine Freude für sie, so viel erreicht zu haben, dass ihr Schützling der Führung eines so erhabenen Bruders würdig geworden ist.
Nun, meine lieben Freunde, eure Schutzgeister werden von Zeit zu Zeit auch zu himmlischen Festen geladen. Denn die Brüder und Schwestern aus den himmlischen Chören, von denen ich euch schon erzählt habe, wünschen ihnen diese Freude zu bereiten, um sie noch mehr zu ermutigen, mit grosser Ausdauer und Liebe ihre Aufgaben bei euch weiterzuführen. Denn es sind eure Schutzgeister, also jene Geister, die den Menschen sehr nahe sind, welche bei diesen herrlichen himmlischen Festen in nächster Nähe des Königs der göttlichen Welt stehen, ihn bedienen, mit ihm sprechen.
Erkennst du daraus die wunderbare Ordnung Gottes, diese Gerechtigkeit in all seiner Herrlichkeit? Denn da und dort ist einem Bruder hier der Gedanke aufgestiegen: “Ja, dann sind ja wohl nicht alle Stufen der Engel gleich geliebt von Gott; die einen stehen ihm näher und sind wohl bevorzugt.” Und mancher dachte: “Warum dürfen denn die Schutzgeister, die doch mitunter auch reine Engel Gottes sind, nicht zu diesen höchsten Höhen aufsteigen?” Oh doch, auch sie haben ihre Heimat in den höchsten Höhen. Sie haben aber ihre Aufgabe im Heilsplane Gottes in der Weise bekommen, und sie sind so glücklich darin. Denn sie werden geliebt von all ihren Brüdern und Schwestern, und mit viel Freude werden sie jeweils empfangen. Und kein Engel herrscht über den andern, es gibt nur ein Führen in Liebe. Denn keiner ist mehr als der andere, ein jeder dient auf seine Weise. Daraus sollt ihr auch erkennen, dass die Engel Gottes dienende Wesen sind im Heilsplane, bei den Menschen, wo immer nur möglich, liebende, gütige Wesen, bereit, zu helfen, zu schlichten und zu geben von der göttlichen Welt.
Nun, ich durfte doch auch die Missionsgeister bei ihrer Arbeit begleiten. Auch erhielt ich von ihnen Belehrungen. Ihr wisst, dass die Missionsgeister ganz besonders zu jenen Menschen kommen, die einem Unglück zum Opfer fallen, wo es darum geht, den Geist vom Körper zu befreien, zu lösen. Diese Hilfe bei Unglücken, Katastrophen ist eine ihrer Aufgaben. Sie haben aber auch in der geistigen Welt verschiedene, wunderbare Arbeiten auszuführen. Sie sind auch dort anzutreffen, wo ein Mensch in Unzufriedenheit sich selbst entleibt, weil er mit sich und der ganzen Welt nicht einig war, und dann in diesem Zustande hinüberkommt ins geistige Reich. Hier sind es meistens die Missionsgeister, die eine solche Seele empfangen.
So möchte ich euch einen Fall schildern, da ein Mann sich selbst entleibte, weil er unzufrieden war mit sich und der ganzen Welt. Sein Wunsch war nur eins: zu sterben. So wurde er zuerst von einem Missionsgeist angesprochen, der ihn fragte: “Was hast du denn getan?” Und dieser Geist sprach: “Ich will sterben!” Da antwortete der Missionsgeist: “Du bist ja schon gestorben.” – “Nein, ich bin nicht tot, ich kann doch sprechen, habe Hände und Füsse, einen Körper, einen Kopf. Ich bin ja da mit meinem ganzen Körper, also lebe ich! Ich will aber nicht mehr leben, ich will sterben!” – “Komm mit mir, ich führe dich”, sprach der Missionsgeist, “ich zeige dir deinen Körper.” Und er führte diesen unglücklichen Geist zur Erde und zeigte ihm seinen irdischen Leib. Nun, jener wollte immer noch nicht glauben, da er doch lebe. Er sagte: “Ich habe immer noch diese Unruhe in mir, ich bin immer noch so unzufrieden. Darum will ich sterben, ich will diese quälenden Gefühle loswerden.” Und der Missionsgeist verliess diese Seele. Sie ist seither allein, allein; wie lange, wie lange ... Es wird aber der Zeitpunkt kommen, wo der Missionsgeist wieder zu dieser Seele geht. Er wird dann versuchen, sie zu trösten, und sich nach ihrem Ergehen erkundigen. Es dauert aber lange Zeit. So hat diese Seele weiter in ihren Qualen auszuharren.
Ein anderer Fall: Auch hier hatte sich ein Mensch entleibt. Auch vor ihm stand ein Missionsgeist, als er im Jenseits ankam. Nun fragte diese Seele: “Wo bin ich denn, wo bin ich denn?” Der göttliche Bruder aber schwieg, nahm sie bei der Hand und führte sie in eine Welt der Dunkelheit. Und die Seele sprach immer auf dieses göttliche Wesen ein, fragte und fragte und wollte von ihm eine Antwort erhalten. Aber jenes schwieg. Es führte diese Seele in eine dunkle Welt. Dann ging es von dannen, ohne ein Wort des Trostes. Dieser Selbstmörder hatte nicht nur sich entleibt, er hatte noch andere getötet – er war Mörder und Selbstmörder. So hatte der Missionsgeist an ihm seine Aufgabe erfüllt, doch ohne ein Wort. Der Macht Gottes wurde diese Seele so gewahr. Wie lange, wie lange hat sie in dieser Dunkelheit zu sein ...
Ich werde ein andermal noch mehr vom Wirken der Missionsgeister erklären, denn für heute möchte ich schliessen. Denkt über all das Gesprochene nach, und seid darauf bedacht, dass euch herrliche, himmlische Boten durchs Leben führen, damit sie euch geben, was für euch notwendig ist, dass sie euch stärken und trösten können.
Nun, meine Lieben, nehmt auf den Segen des Heils, der ausgeströmt wurde. Nehmt ihn mit auf eure Wege wie auch den Segen Gottes, der euch allen gegeben wurde. Verbreitet ihn auf eurem Lebensweg. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 27.8.1955 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)
Wie man mit seinem Schutzgeist in eine innige Freundschaft kommt
Lene, 19. Januar 1966
Wie man mit seinem Schutzgeist in eine innige Freundschaft kommt
Um den Menschen sind verschiedene Schutzgeister, die im Auftrage Gottes und Christi bei ihm eine Aufgabe erfüllen. Die einen dieser schützenden Geistwesen durchleben bei ihm ihre Läuterung, und andere sind wiederum Lehrlinge, denn sie lernen den Menschen zu beschützen. Unter ihnen können auch früher verstorbene Verwandte sein. Jeder Mensch hat aber einen führenden Schutzgeist, einen Hauptführer, der im Besonderen mit ihm verbunden ist und sich seiner annimmt. Dieser Hauptführer ist es, der ihm auch Lob und Strafe in die Seele spricht.
Lene: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, der fromme, geistverbundene Mensch möchte doch so gerne etwas über seinen Schutzgeist wissen. Er möchte seinen Namen kennen, seine besondere Aufgabe, die er an ihm erfüllt; überhaupt möchte er so vieles von seinem Schutzgeist wissen. Ihr seid im Laufe der Zeit auch über die Verbindung der Schutzgeister zu den Menschen unterrichtet worden. Nun wollen wir diese Stunde etwas darüber meditieren, und ich möchte auf diese Art und Weise euch doch nahelegen, wie wichtig es ist, wenn man mit seinem Schutzgeist eine gute Verbindung hat, und dass diese Verbindung eben nicht überall so lobenswert ist.
Der Schutzgeist oder die Schutzgeister möchten allzu gerne in die Nähe ihrer Schützlinge treten. Aber es ist nicht immer möglich, so nahe an den Menschen heranzukommen. Man soll wissen, dass man einen Schutzgeist – und ich meine nun den Hauptführer eines Menschen – nicht allein für sich hat, dass er auch noch andere Geschwister behütet. Aber dieser führende Schutzgeist, der einem zugesprochen worden ist, erkundigt sich in regelmässigen Zeitabständen nach seinem Schützling.
Man hat immer Geistgeschwister um sich, die im Auftrage Gottes, im Auftrage Christi beim Menschen sind. Die einen durchleben hier ihre Läuterung, und andere sind wiederum Lehrlinge, denn sie lernen den Menschen zu beschützen. Ihnen werden Anweisungen gegeben, wie man einem Menschen gegenüberstehen muss, und es ist auch sehr oft so, dass früher verstorbene Verwandte ihre Aufgaben als Schutzgeist erfüllen. Und zwar müssen es nicht etwa erst kürzlich verstorbene sein, sondern es können Urgrosseltern, Ururgrosseltern, Ururtanten und -onkel und ähnlich Verwandte sein. Sie haben also eine Aufgabe erhalten, indem sie eines ihrer Nachkommen behüten und beschützen dürfen.
Diejenigen, die diese Aufgabe übernommen haben, stehen geistig schon auf einer schönen Ebene, denn sie sind schon durch die grossen Läuterungen gegangen und haben sich schon reichlich Erkenntnis erworben. Denn jene sind es, die die Gesetze Gottes kennenlernten und im Auftrag der höheren Geister auch ins Leben des Menschen eingreifen. Wenn es sich dabei um ein Angehöriges handelt, haben sie besonderen Eifer, diesem so viel Gutes wie nur möglich zu geben, so viel sie können. Denn sie freuen sich, wenn eines ihrer Angehörigen besondere Fortschritte gemacht hat oder eine besondere geistige Stellung einnimmt; ja sie sind stolz darauf, wenn sie sagen können, dass ihr Schützling ein leiblicher Verwandter ist. Aber man soll nicht annehmen, dass es etwa bei jedem Menschen so wäre. Es hat ja nicht jeder das Glück, dass einer seiner Vorfahren jene geistigen Höhen erreicht hat und in ihnen leben darf, sodass man von ihm profitiert.
Es ist euch schon gesagt worden, dass neben dieser Begleitung des Menschen auch solche Wesenheiten da sind, die diese Aufgabe des schützenden Geistes erlernen. Und da es in der Gotteswelt doch nur einen regierenden König gibt, Jesus Christus, und es ja der himmlische Vater ist, der seine Macht, seine Gewalt über alle ausdehnt, so kennt man in der göttlichen Welt nicht diese Unterschiede, wie sie der Mensch macht in Bezug auf das persönliche Ansehen oder das Glaubensbekenntnis. Nein, in der Gotteswelt geht man Hand in Hand aufwärts. Da ist beispielsweise ein Schwarzer, und – staune nicht – als Geistwesen ist er von derselben Hautfarbe, denn jede Farbe ist ein Stamm für sich. Es sind Inder, Chinesen, Japaner – unter euch Menschen haltet ihr Abstand voneinander, aber im Geistigen gibt es diesen Abstand nicht. Es gibt also keinen Unterschied oder keine Bevorzugung aufgrund seines Ansehens oder seines Glaubens. Wer guten Willens ist, wird herangezogen, wird belehrt und unterrichtet im Heilsplan Gottes, gleich welchem Stamme er zugehörig ist. Es gibt im Geistigen nur eine Lehre, und so kann es eben möglich sein, dass man neben seinen oder einem seiner Angehörigen vielleicht auch einen Schwarzen als schützenden Geist hat. Vielleicht ist es ein Inder, ein Japaner, ein Chinese oder ein Angehöriger sonst einer Rasse, mit der man als Mensch nicht so vertraut ist, und man will es daher nicht glauben, dass einer, der einer anderen Religion angehörte als dem Christentum, auch gleich noch ein schützender Geist sein kann.
Auch jenem, der nicht dem Christentum angehörte, ist die Möglichkeit des Aufstiegs gegeben. Denn war er ein frommer Mensch, war er bemüht, nach seiner Religion zu leben und das Äusserste herzugeben, dann wird auch er in der geistigen Welt über das Weitere unterrichtet. Wenn er auch in seinem menschlichen Leben die Lehre Christi nicht kannte, ist dennoch Christus für ihn gestorben – wie für die ganze Menschheit, für alle Rassen. Und man soll nicht annehmen, dass jene Menschen, die Christus in ihrem Leben nicht bejahten, in der Gotteswelt nun rückständig wären. Denn jene Propheten, die sie im Besonderen verehrten, waren für sie Bindeglied zu Gott, und so mussten auch sie aus ihrem Glauben heraus das Beste hergeben; und je nachdem, wie sie gelebt hatten, werden sie in der Jenseitswelt eingestuft. So machen auch sie ihren Aufstieg, und sie werden dann in der göttlichen Welt Christus als den König der Geisterwelt anerkennen. Sie sind eifrig bemüht, von seiner Lehre zu hören und zu lernen, und so schickt man gerade auch sie zum Christenmenschen. Sie sollen neben ihm hergehen und mit den andern, die bei ihm ihre Aufgabe erfüllen, lernen. Für einen aufsteigenden, gutwilligen Geist gibt es beim Menschen auch zu lernen, und umgekehrt lernen die Menschen von den Geistern.
So ist oftmals eine bunt gewürfelte oder gemischte Gesellschaft neben dem Menschen. Und sie alle, die im Dienste Gottes stehen, in der Ordnung Gottes leben, sind bereit, die Anweisungen der höheren Geisterwelt zu befolgen, denn sie haben nur den einen Wunsch: aufwärtszukommen. Sie erkennen aber auch die Notwendigkeit der Arbeit, denn der Himmel wird nur verdient durch Arbeiten.
So könnt ihr sehen, dass es verschiedene Geister sind, die mit euch durchs Leben gehen. Darum habe ich anfangs vom Hauptführer eines Menschen gesprochen; dieser besonders bezeichnete, führende Schutzgeist gibt seinen Geschwistern Anweisungen, und er kommt viel in die Nähe des Menschen. Er kommt dann besonders oft in die Nähe seines Schützlings, wenn er sich an ihm freuen kann. Und häufig sind es jene Begleiter, die diesen Schutzgeist herbeirufen, denn sie müssen über verschiedene Dinge Bescheid von ihm haben.
Menschen stehen ja oft in der Versuchung, und wie weit hat die Geisterwelt die Möglichkeit, einzugreifen, wenn ein Mensch in der Versuchung steht? Dies ist die Frage. Ja es kommt auf den Menschen selbst an. Dem Menschen werden Gelegenheiten gegeben zu seinem eigenen Handeln. Denn die Geisterwelt – die gute, selbstverständlich – will ja nur, dass der Schützling das Beste tut. Sie darf aber nicht für ihn handeln, denn so würde er seiner Freiheit beraubt. Es muss der Mensch handeln, und die Begleiter versuchen, ihn zum Guten hinzulenken. Er, dieser Geist, der im Menschenleib eingekleidet ist, muss beweisen, was und wie viel ihm daran gelegen ist, in Gottes Nähe zu kommen.
Die ihn begleitenden schützenden Geister haben die Möglichkeit, dann und wann in sein Leben einzugreifen. Und wie tun sie es? Wenn ein frommer Mensch – und damit meine ich einen gläubigen Menschen, der die Gerechtigkeit sucht – in Versuchung kommt und einmal da oder dort irgendetwas tut, was vom geistigen Standpunkt aus nicht richtig ist, wenn er beispielsweise einmal einen Vorteil für sich beansprucht oder einem Menschen auf irgendeine Art und Weise wehgetan, ein Unrecht begangen hat, dann sagt er sich – sofern er wirklich frommen Sinnes und aufmerksam ist – vielleicht noch am selben Tag oder am nächsten: “Ja, ich habe ein schlechtes Gewissen deswegen. Ich hätte das nicht tun dürfen.” So vorübergehend und schnell denkt er das, und recht bald ist es für ihn vergessen. Aber er wird wieder daran erinnert, denn schon bald bekommt er von jenen, die ihn begleiten, einen Hinweis oder, ich könnte sagen, eine Strafe. Wenn er aufmerksam ist, dann merkt er, dass es in den folgenden Tagen da oder dort zu keinem Gelingen kam, wie er es wünschte, oder dass Unbehagen über ihn kam, und er muss sich sagen: “Halt! Da habe ich die Strafe. Ich hätte das nicht tun dürfen. Nun bin ich bestraft worden.” Vielleicht ist es auch so, dass man als Strafe in irgendeiner Form einen Verlust erleben musste, weil man vorher versucht hatte, zu seinen Gunsten zu handeln, und dann sagt man sich: “Nun ist es wieder ausgeglichen.” Aber wie es zustande gekommen ist, weiss der Mensch nicht. Er denkt: “Jetzt habe ich eine Antwort bekommen” – aber nicht jeder denkt dies. Und wisst ihr, was wir sagen, wie wir das betrachten? Es sollte sich jeder glücklich schätzen, der recht bald diese geistige Ohrfeige bekommen hat, denn sie dient ihm dazu nachzudenken. Denkt an die Kinder. Wenn ein Kind ungehorsam ist, kann es von seinen Eltern zurechtgewiesen werden und bekommt womöglich einen Klaps. Dann weint es vielleicht, aber recht bald ist die Angelegenheit vergessen, auch für die Eltern. Die kleine Strafe hat das Übel erledigt, und man spricht nicht mehr davon. Im Geistigen ist es ähnlich: Hat man diesen Klaps bekommen, dann mag alles wieder in Ordnung gehen. Man spricht nicht mehr darüber, es ist nicht bedeutend, aber man hat es zu spüren bekommen, dass man falsch gehandelt hat.
Es gibt aber andere Vergehen, die bedeutend sind, und da reicht dieser Klaps nicht mehr aus – so schnell ist dieses Übel nicht abgetan oder erledigt. Dann kommt der Schutzgeist. Dieser führende Geist hat das Vergehen gesehen; der Mensch hat diese Schuld sich selbst in die Seele geschrieben, der Mensch selbst hat es getan. Und der Schutzgeist, er wird auch gleich über seinen Schützling richten. Er spricht ihm die Strafe in seine Seele hinein. Und dieses Hineinsprechen in die Seele ist wahrhaftig festgehalten.
Ihr seid heute in der Technik so weit fortgeschritten, dass es euch verständlich werden soll, wenn man sagt: “Man hat es ihm in die Seele hineingesprochen, und es kann nicht wieder gelöscht werden.” Heute habt ihr die Möglichkeit, das gesprochene Wort aufzuzeichnen und es bei beliebiger Gelegenheit wieder abzuhören. Dazu braucht ihr eure Apparate. Im Geiste braucht es nicht diese Apparate, wie ihr sie habt, aber es dient eine Kraft dazu, damit man das früher Gesprochene wieder hervornehmen kann – so wie es euch durch diese eine Kraft möglich ist, die gesprochenen Worte wieder zu hören. Ihr müsst also diese Kraft dazu verwenden – ihr nennt sie Strom. Ihr braucht den elektrischen Strom, denn ohne ihn könntet ihr die Worte nicht wieder hören. Den Strom gibt es in verschiedenen Stärken, und so bedient auch ihr euch des Stroms in dieser Form. Und so ist es im Geistigen. Man hat so viele Möglichkeiten, durch diese Kraft – sage ich jetzt –, diesen Strom, das gesprochene Wort festzuhalten.
So bleibt nun diese gesprochene Strafe in der Seele des Menschen, und es wird nichts gelöscht. Er mag daneben noch viele gute Werke tun, und diese guten Werke werden vom tätigen, lebenden Menschen genauso in die Seele hineingebracht, wie auch das lobende Wort des schützenden Geistes über seine gute Tat in die Seele hineingesprochen wird. So ist es einerseits die Strafe, und anderseits ist es das Lob über eine gute Tat, über ein gutes Werk, über seine Überwindung und so weiter, das der Geist Gottes ihm in die Seele spricht. Gerechtigkeit in allen Dingen ist oberstes Gesetz in der Gotteswelt.
Bei euch Menschen ist es auch so: Eine kleine Ungerechtigkeit vermag womöglich von einem einzelnen Richter beurteilt zu werden, und er spricht die Strafe dafür aus. Ist aber ein Vergehen bedeutend, dann sagt ihr: Das Gericht hat geurteilt, verurteilt, bestraft. Unter dem Gericht versteht man dann nicht nur einen einzelnen Menschen, sondern mehrere, die zusammensitzen, zu Gericht sitzen über einen Menschen, und dann sagt man: “Das Gericht hat ihn verurteilt.”
In der Gotteswelt urteilt dieser gehobene Geist über den Menschen und verurteilt ihn. Er hat im Namen Gottes gehandelt, so wie ihr zu sagen pflegt “Gott hat ihn bestraft” oder “Gott hat mich dafür bestraft”. So ist es richtig zu verstehen: Nicht Gott selbst wird in seine Nähe treten, um ihm die Strafe aufzubinden, sondern diese Aufgaben erfüllen jene, die von Gott dazu berufen wurden. So wie das irdische Gericht über Menschen urteilt, so urteilt der Geist Gottes. Und wenn es sein muss, wird er sich mit andern höheren Geschwistern zusammenfinden und gemeinsam mit ihnen das Urteil über den Menschen sprechen. Und so wird ihm von seinem Schutzgeist die Strafe auch wieder in die Seele hineingesprochen.
Nun wisst ihr aber, dass in der göttlichen Welt auch Fürbitterengel sind. Denn in einem geordneten Staate wird dem Angeklagten ein Verteidiger gegeben. Man sucht noch das Beste vom Angeklagten hervorzuheben, um eine mildere Strafe zu erwirken. Die Geisterwelt Gottes ist doch so von Liebe und Gerechtigkeit durchdrungen. Ich habe euch deutlich erklärt: Das Gute, das der Mensch tut, wird ihm in die Seele hineingesprochen von seinem Schutzgeist, von ihm persönlich lobende Worte, wenn der Mensch es verdient hat. Aber es steht auch das andere geschrieben. Und schreitet er dann einmal über die Schwelle des Jenseits, dann stehen sie da, die Geister Gottes. Alles liegt offenbar, und gezeichnet ist er sozusagen für sein Leben, das er hinter sich gelassen hat. Und jetzt wird über ihn Gericht gehalten. Da liegt das Gute, da sind die Vergehen: Welches wiegt schwerer, seine Vergehen oder seine guten Werke? Da sind es die erhabenen göttlichen Wesen, die jetzt das Hauptwort sprechen, die nun sagen: “Mehr Übles als Gutes hat er getan, und so verdient er diese Strafe.” Oder es ist umgekehrt.
Kommt aber ein Geist Gottes zum Urteil, dass der Heimgekehrte so viel Übles getan hat, dann kommt zu dessen Seite ein Fürbitterengel und nimmt sich seiner an. Denn die heimgekehrte Seele ist zuerst einmal überrascht über das Leben, so wie sie es antrifft; sie ist traurig, voller Wehmut, denn jetzt sieht sie, dass das Leben weitergeht, dass es Wahrheit war, was jeweils verkündet wurde – und sie hatte so viel darüber gespottet oder so ungerecht gelebt. Viele sehen ihr Unrecht ein und sind deshalb traurig, schüchtern zugleich, denn nicht jeder vermag sich für sich zu wehren. So sind sie still und ruhig – doch sind es nur die einen. Dann ist es dieser Fürbitter, der das Wort ergreift und seinem erhabenen Bruder oder seiner Schwester mitteilt, dass die Seele niemals diese Strafe verdiene, denn höher gewertet sollten auch die guten Werke werden. Und dieser Fürbitter versucht mit all seiner Überredungskunst, diesem Heimgekehrten eine bessere Stellung oder eine nicht so gestrenge Läuterung zu verschaffen.
Die Heiligen, Erhabenen des Himmels sind sich immer einig, wie der Mensch leben sollte. Aber sie wissen auch, wie schwer dieses menschliche Leben ist und dass es nur gerecht und billig ist, dass jemand da ist und es den erhabenen Engeln klarmacht, wie schwer es ist, als Mensch zu leben. Ihr habt davon keine Ahnung, in welchem Eifer diese Heiligen des Himmels sich für einen Heimgekehrten einsetzen können. Wenn einer, der einige üble Taten auf sich hat, die ihm als grosse Schuld gezeichnet sind, im Allgemeinen aber wirklich guten Willens ist, dann wird dieser fürbittende Engel seine erhabenen Geschwister darauf aufmerksam machen, dass sie sich selbst einmal für längere Zeit auf diese Erde begeben und die Gefahren vermehrt betrachten sollten, damit sie Verständnis erhalten für das schwere Leben des Menschen. Diese Fürbitterengel sind wahre Künstler der Überredung. Doch sollt ihr nicht etwa meinen, dass die eine oder andere Seele zu leicht wegkomme. Aber ein solch fürbittendes Wesen trägt viel zur Milderung der Strafe bei. Selbstverständlich muss dieser Engel Beweise bringen, sozusagen Belege, nach euren Begriffen gesprochen, damit es dem Betreffenden entschuldigt wird.
Auch die Gotteswelt kann also ihre Gnade walten lassen, denn die Gnade, die im Himmel ist, ist etwas Kostbares, Wunderbares. Aber diese Gnade kann eben nicht jedem gegeben werden – es muss im Heimgekehrten etwas sein, womit er sich um diese Gnade verdient macht. Seine Wesensart muss so sein, dass man ihm diese Gnade gibt. Es muss eine gewisse geistige Würde vorhanden sein, um ihm das Kostbare anzuvertrauen.
So geben sich diese heiligen Geschwister grosse Mühe, diese Gnade zu erwirken, denn sie verweisen immer wieder auf den König der Geisterwelt und auf sein grosses Werk, das er erfüllte, durch das er die Menschheit erlöste. So kommt es manchem zugute, wenn für ihn dieser fürbittende Geist spricht. Manche Seele, die da so traurig dasteht, klammert sich an diesen Fürbitterengel, kniet ihm zu Füssen, denn sie spürt jetzt einen Halt. Sie spürt jetzt, dass wahrhaftig in dieser fremden Welt Gerechtigkeit ist und grosse Liebe. Und sie fühlt trotz all ihrer Schuld Geborgenheit zu Füssen dieses fürbittenden Wesens.
Dann ziehen sich diese Heiligen zurück, um den Heimgekehrten zu beurteilen, für seine Zukunft und für die Strafe, die er verdient und nun in seiner neuen Heimat antreten muss. So urteilt dann die Gotteswelt, und das Wort des Fürbitters hat viel Gewicht. Solche Fürbitter sind einerseits grosse Überredungskünstler, anderseits sind sie die Liebenswürdigkeit selbst. Sie sind von so vornehmer Art, dass jene gestrengen Wesen es nicht fertigbringen, ihrer Bitte nicht nachzukommen. So freut sich dieser Geist Gottes, denn er hat von dem gegeben, was in Gott ist und in Christus. Er hat von der wunderbaren Liebe, er hat Verzeihen, Vergeben dargebracht. Er hat auf diese Weise Milderung verschafft, und so erlebten diese Seelen die Güte Gottes.
So erfährt dann jeder Heimgekehrte seine Strafe, doch er weiss: “Alles ist gerecht geschehen. Ja ich habe sogar noch einen Vorteil bekommen durch diesen Fürbitter.” Nun, so erlebt man die himmlische Welt, wenn man sie auf diese Weise verdient hat. Jedem, der da kommt, ist ein Fürbitter gegeben. Auch wenn dieser sieht, dass der Heimgekehrte voller Schulden, voller Last ist, versucht er noch das Beste für ihn herauszubringen. Er weiss aber wohl, wie weit er gehen darf.
Aber was ich vorhin über den grossen Einsatz dieser Fürbitter für die heimgekehrten Seelen sagte, das bezieht sich ja auf jene, die auf Gott ausgerichtet sind, die doch einen Glauben haben, sich im Glauben immer wieder zu vertiefen und zu stärken versuchen und oft nur aus Schwäche falsch handeln. Alles geht gerecht zu.
Nun aber, was macht denn der auf Erden lebende Mensch? Wie stellt er sich also zu diesen Geistwesen, was kann er tun? Er soll einmal versuchen, ein gutes Verhältnis zu haben zu allen Geistern Gottes, die guten Willens sind, die ihn begleiten. Es kommen ja auch üble Geister zum Menschen heran, die ihn in die Versuchung bringen. So muss nun der Mensch, der darum weiss, sich vor diesen üblen Geistern schützen, indem er innige Freundschaft mit den heiligen, mit den aufwärtsstrebenden Geistern hat; er muss versuchen, seinem Schutzgeist, seinem führenden schützenden Geist näherzukommen.
Viele möchten allzu gerne den Namen des Schutzgeistes wissen. Eigentlich ist es so unbedeutend, welchen Namen er trägt. Ganz bedeutend ist es aber, dass man von ihm sagen darf: “Heilig, heilig ist er.” Denn man wird doch auch von Unheiligen begleitet. Die Heiligen sollen versuchen, mit der ihnen zur Verfügung stehenden Kraft ins Leben des Menschen hineinzuwirken. Es ist auch gut, wenn man schon zu Lebzeiten eine Anbahnung trifft für diese Fürbitter, dass man schon im menschlichen Leben um Gnade bittet. Im Gebete kann man sich schon zu Lebzeiten einen solchen Fürbitter bestellen. Es genügt aber nicht, wenn man nur sagt: “Lieber Gott, gib auch mir einen Fürbitterengel.” Es braucht mehr, es braucht das himmlische Wirken. Nur auf diese Art und Weise macht man sich dann einen solchen himmlischen Boten zu Diensten. Zu Lebzeiten schon für einen guten Fürbitter zu sorgen, ihn schon im menschlichen Leben zu bestellen, das bringt Vorteile. Aber Befehle nimmt der Himmel keine entgegen. Er verlangt einen Gegendienst.
Man kann mit dem Schutzgeist in nahe Verbindung kommen, indem man ihn bittet:
“Zünde doch in meiner Seele ein Flämmchen an, damit dieses Flämmchen leuchtet und mir den Weg im Leben beleuchtet.”
Und unter diesem Flämmchen ist zu verstehen, dass man den Schutzgeist darum bitten kann, dass er einem dazu verhilft, ein gutes Herz zu haben und gesunde Sinne. Ein gutes Herz und gesunde Sinne sind sehr wichtig. So kann der Mensch um dieses Lichtlein, um dieses Flämmchen bitten. Und wenn er so bittet:
“Ermögliche es, dass mein Herz gut wird, so wie es die Himmelswelt will, und verhilf mir zu klaren Sinnen zu jeder Zeit”,
dann bittet er nicht um Gesundheit, nicht um Wohlergehen und dergleichen. Ein gutes Herz, das sagt wohl alles – und gesunde Sinne haben! Um das soll man den Schutzgeist bitten. Dann, wenn der Mensch selbst versucht, das Weitere dazu beizutragen, wird aus dem Flämmchen ein Licht. So leuchtet dann das Innere seines Geistes. Und das wünscht die Gotteswelt, denn je nach dem Lichte, das man heimbringt, ist der himmlische Empfang.
Denn dem Menschen wurde ja zum Leben ein Lichtlein gegeben, das Licht von Gott. Doch dieses Licht ist bei vielen dunkel geworden. Hell soll es werden, leuchten soll es nach allen Richtungen. Leuchten soll es nicht nur im engsten Familienkreis, bei seinen Lieben – es soll die Umgebung beleuchten. Ausstrahlen soll das Licht, damit andere von diesem Lichte profitieren, damit andere diesem Lichte nachgehen. Das zu gewinnen soll man versuchen. Wenn man das erhält, so hat man etwas hervorgebracht, was Gott gegeben hat, damit man auf dieser Welt leben kann. Dieses Licht bedeutet nicht nur Leben, um zu schaffen, vergnüglich und bequem zu leben, sondern darin soll das geistige Leben wirksam werden, darin soll Liebe zum Ausdruck kommen, damit dies ein Mensch wird, von dem man sagen kann: “Er ist ein Gottesmensch, er handelt wie Gott.”
So, liebe Geschwister, könnt ihr über euren Schutzgeist und über euren Anhang, der euch begleitet, meditieren. Der eine hat einen grossen Anhang, ein anderer wiederum nicht. Es kommt ganz auf des Menschen Willen an und auf sein Leben, das er lebt. Wer schon geistigen Reichtum gewonnen hat, bei dem sind die Heiligen des Himmels oft, denn sie pflegen diesen geistigen Reichtum und sind um ihn besorgt, damit er erhalten bleibt. So versucht, euren geistigen Reichtum zu mehren, versucht, die Verbindung zu eurem Schutzgeiste immer besser zu gestalten, und vergesst nie, die Gnade zu erwirken und den Fürbitter rechtzeitig zu bestellen.
So möge Gott euch segnen und euch die Kraft zu einem ihm gefälligen Leben geben. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 19.1.1966 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Der Schutzgeist schützt in erster Linie das geistige Leben des Menschen
Josef, 8. Mai 1965 (Ausschnitt)
Der Schutzgeist schützt in erster Linie das geistige Leben des Menschen
Josef: Liebe Geschwister, die Christen wissen darüber Bescheid, dass dem Menschen ein Schutzgeist gegeben wird. Schon dem Kleinkind wird gesagt: “Dein Schutzengel begleitet dich.” Und wir möchten dem Menschen sagen: Alle haben einen Schutzgeist, Gläubige wie Ungläubige, Gerechte wie Ungerechte. Es ist aber ein Unterschied, wie weit entfernt sich dieser Schutzgeist von seinem Schützling befindet. Wer einen Gottesglauben hat, hat auch eine innigere Bindung zum Schutzgeist. Wer aber ohne Gottesglauben ist, bei dem steht der Schutzgeist weiter entfernt; vielleicht könnte man ihm sogar “Beobachter” sagen, denn er übt nicht mehr im vollen Umfang die Tätigkeit aus wie der andere, der in nächster Nähe des Menschen ist und ihm im wahren Sinne des Wortes ein Schutzgeist ist, ein schützender Geist über Leib und Seele. Doch in erster Linie schützt der Geist Gottes das geistige Leben.
Für den Menschen ist der Schutzgeist nicht sichtbar. Der Fromme und Gerechte kann ihn fühlen und ahnen, aber er kennt nicht den Namen seines Schutzgeistes. Es ist dies ja auch nicht so bedeutend. Wichtig ist aber, welches Verhältnis der Schutzgeist zu der über ihm stehenden Engelswelt Gottes hat. Denn er geht ja aus im Namen Gottes; im Namen des Erlösers nimmt er seine Aufgaben auf und steht so dem Menschen zur Seite zu seinem Schutz.
Wenn ich von Schutz rede, meint der Mensch immer, dieser Schutz beziehe sich in erster Linie auf seinen Leib und auf alles Sichtbare, das um ihn ist. Das kann auch in den Schutz einbezogen werden, aber ich sagte: In erster Linie wird sein geistiges Leben geschützt. Ihr betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt. Es sind um den Menschen immer viele Geister, und unter ihnen sind auch Geister, die aus der Verwandtschaft kommen. Nun muss aber die Frage abgeklärt werden: Sind diese Verwandten auch wahrhaftig gute Wesen? Sind sie darum bemüht, diesen Menschen in den hohen Zielen seines Lebens zu unterstützen? Oder will dieser Geist nun diesen Menschen begleiten, weil er ein Vergnügen daran hat, sich bei ihm auszuleben? Es gibt Geistwesen, die keine Verantwortung kennen, die ausserhalb der Ordnung Gottes stehen und sich ohne höheren Auftrag das Recht nehmen, einen Verwandten zu begleiten.
Nun kommt es aber auch auf die Einstellung des Menschen an, auf sein ganzes Wesen. Wenn man nach den hohen Zielen des Lebens strebt und bemüht ist, nach Gottes heiligem Willen zu leben, wird man in seinem täglichen Leben alles besser überlegen. Man wird seine Handlungen besser betrachten und übersehen, und man wird sich fragen: “Ist das, was ich ausführe, gerecht?” Und hat man dann diesen göttlichen Gerechtigkeitssinn, dann kann man Handlungen ausführen, die einem solchen geistigen Begleiter, der nicht in der Ordnung Gottes lebt, nicht gefallen; und so wird er diesen Menschen verlassen.
Ein Geist Gottes, der einen Menschen durchs Leben begleitet, hat die Übersicht über alle, die sich seinem Schützling nähern und ihren Einfluss auf ihn ausüben. Aber letztlich kommt es immer auf den Menschen selbst an, ob ihm diese Begleitung, die er hat, gefällt – denn man zieht ja jene Geister zu sich heran, die einem wesensgleich sind. Und so behält man dann diese Geister; man unterstützt sie mit der ganzen menschlichen und geistigen Kraft, und so wird man sich einig im Handeln. Da kann auch ein Schutzgeist nicht einschreiten, denn es ist der Wille des Menschen, so zu wirken.
Ein anderer Fall ist es, wenn ein Mensch in seinem Leben bestrebt ist, alles Niedere zu verwerfen, und nur bereit ist, gerecht zu sein. Wenn es ihm wahrhaftig in der Tiefe der Seele ernst ist, da wird sein schützender Geist einschreiten. Er wird kommen und wird diese verschiedensten Begleiter wegweisen. Er wird eine Säuberung vornehmen und wird jene Geister bestimmt wegweisen, die nicht dem Aufstieg des Menschen dienlich sind, die nicht ihrerseits sich bemühen, das Gute am Menschen zu fördern. Der Schutzgeist wird ihnen sogar verbieten, sich diesem Menschen wieder zu nähern. Also ist es in erster Linie so, dass er versucht, das geistige Leben seines Schützlings zu segnen, zu beschützen. Aber ich betone: Dafür braucht es den Willen des Menschen, ein solches göttliches Leben zu leben; dieser Wille muss vom Menschen aus kommen. So versucht dann der schützende Geist, auch in das Leben des Menschen einzugreifen, er wird ihn auch an seinem Leibe schützen. Der eine Segen wird den anderen hervorrufen. Er schützt und segnet das Geistesleben, die geistigen Interessen des Menschen; er will versuchen, dass sie sich mehr entfalten können, und so darf und wird er auch ins Leben des Menschen eingreifen können.
Es ist für den Menschen ein grosser Nutzen, wenn er sich mit seinem Schutzgeiste gut versteht. Aber zu diesem Gut-Verstehen gehört, dass der Mensch die gesetzlichen Bedingungen erfüllt, so wie ich es euch erklärt habe. Es gibt ja auch so viele, die gar nicht daran denken, dass sie von einem Schutzgeist beobachtet, begleitet und geführt werden; sie kennen keine Bindung zu ihm, sie glauben nicht an ihn. Ja, für diese heiligen Geister des Himmels ist es ein Schmerz, immer wieder zu erleben, dass man sie nicht achtet, dass man keinen Wert auf sie legt. Aber trotzdem werden sie ihre Aufgaben getreulich beim Menschen erfüllen, wie ich es anfangs sagte: bei Gläubigen und Ungläubigen, Gerechten und Ungerechten.
Von Zeit zu Zeit nimmt die führende heilige Geisterschar Gottes den Kontakt auf mit diesen schützenden Geistern der Menschen und erkundigt sich nach der Entwicklung des einzelnen; sie orientiert sich über seinen Fortschritt oder seinen Stillstand oder sogar Rückschritt in seiner Entwicklung. Je nachdem wird dann diese höhere Geisteswelt ihre weiteren Anweisungen geben, was mit dem Menschen zu geschehen hat – so wie ich es euch öfters erklären durfte. Demjenigen, der sich Mühe gibt und ein sinnvolles Leben lebt, dem kann eine Prüfung erspart bleiben; während ein anderer dann nach diesem hohen göttlichen Besuch eben in diese Prüfungen hineingeführt wird.
Die Himmelswelt ist am Menschen interessiert. Denn es sind ja die Geister Gottes, welche die von der irdischen Welt abtretenden Menschen in Empfang nehmen und in das Geisterreich zurückbringen – sie sind ihnen ja Freunde. Und die heilige Geisterwelt Gottes will ja, dass ein jeder den Weg zu Gott findet. So ist es doch der Wunsch von allen guten Geistern, dass die Menschen sich bemühen um ihren Aufstieg. Denn wenn sich die Menschen bemühen, dann versucht die gute, heilige Geisteswelt ihrerseits alles daranzusetzen, um noch mehr aus dem Menschen herauszubringen. Denn sie möchte ihn auf die hohen Stufen führen, und sie möchte mit ihm glücklich sein. Denn die Verdienste, die diese heiligen Geister an den Menschen haben, können sehr gross sein. Und sie freuen sich selbstverständlich über diese Auszeichnungen, die sie dank ihrer Ausdauer und ihrer Geduld erhalten – sie werben ja für das Reich Gottes, sie werden dafür belohnt. Belohnt werden aber auch die Menschen, wenn sie zur Zufriedenheit Gottes leben.
Man hilft also nicht nur sich selbst, sondern man hilft auch diesen begleitenden Wesen, die aus verschiedenen Stufen kommen können, die den Auftrag haben, bei diesem oder jenem Menschen zu verweilen, um von ihm zu lernen. Wie glücklich sind doch jene Geister, wenn sie neben einem Menschen leben dürfen, von dem sie etwas lernen können – sie werden dafür belohnt und der Mensch damit. Und die Freude, wenn er heimkehrt, ist gross.
Fragen und Erläuterungen
Fragebeantwortungen von Geistlehrer Josef aus den Jahren 1951 bis 1955
Fragen und Erläuterungen
Ist es dir, lieber Josef, jederzeit möglich, mit den Schutzgeistern hier anwesender Personen Kontakt aufzunehmen?
Josef: Mir persönlich nicht. Ich möchte euch aber erklären wieso: Ich habe meine Aufgabe auch im geistigen Reiche und kann nicht zu jeder Zeit mit dem Schutzgeist eines jeden von euch Kontakt aufnehmen, eben weil ich andere Aufgaben habe. Ich habe aber meine Helfer um mich, und eure Schutzgeister treffen sich mit uns. Ich sage “mit uns”, also nicht mit mir allein. Sie kommen zu mir und meinen geistigen Führern, holen bei uns Rat, bitten um Kraft, und auf diese Weise ist dann die Verbindung zu euch hergestellt.
Ihr glaubt oft, dass es wichtig oder notwendig sei, dass ich persönlich mit euren Schutzgeistern Kontakt nehme. Ihr stellt euch da etwas vor. Wenn es meine Aufgabe wäre, so würde ich freilich meine ganze Kraft da hineinlegen. Dies aber ist unnötiges Tun. Denn eure Schutzgeister, die bei euch wachen, sie haben selbst so viel Kenntnis, wie sie euch zu führen haben. Und sie werden notfalls weitere Anweisungen an höheren Stellen einholen. Und das ist das Wichtige, dass eure Schutzgeister da hingehen. Nicht ich stehe so über euch, sondern höhere Engel des Himmels wachen noch über euch und eure Schutzgeister und urteilen über euch. (1955)
Lieber Josef, kannst du uns sagen, ob unsere Schutzgeister mit den Schutzgeistern unserer Freunde ebenfalls befreundet sind?
Josef: Liebe Seele, wenn das Verhältnis zwischen Freunden wirklich und wahrhaftig aufrichtig und treu ist, so sind auch die Schutzengel miteinander in Verbindung. Doch sage ich, nur wenn das Freundschaftsverhältnis der Menschen wahrhaftig ehrlich ist, werden sie diese Verbindung haben. Denn ihr sollt nie vergessen, dass eure Schutzengel und jene weiteren Wesen, die um euch sind, an einen bestimmten Plan angeschlossen sind, an eine bestimmte Gruppe, in der sie zusammen noch Aufgaben zu erfüllen haben. Denn sie werden nicht zur Unterhaltung zu den Schutzengeln eurer Freunde gehen, sie werden wohl versuchen, einander gegenseitig zu helfen, wo es notwendig ist für den Menschen, wenn er in eine Gefahr hineingehen könnte oder wenn irgendetwas kommt, wovon er abgehalten werden muss.
Aber die Schutzengel gehen auch zu denjenigen Menschen, mit denen ihr in Berührung kommt – es brauchen nicht besonders eure Freunde in dem Sinne zu sein. Sie finden den Weg auch zu Menschen, mit denen ihr im Leben zusammengeführt werdet, vielleicht geschäftlich. Auf irgendeine Art und Weise werden auch diese Schutzengel sich miteinander verständigen können. Sie werden aber keine unnötige Arbeit verrichten in dem Sinne, dass sie sich nur so gegenseitig unterhalten, wie ihr dies mit Freunden tut. In der geistigen Welt ist die Arbeit wirklich eingeteilt, und sie wird auch ausgeführt. Denn jede Arbeit bedeutet in der geistigen Welt etwas Grosses. Sie ist gleich einer Prüfung, die erfüllt und bestanden oder gelöst werden muss, weil zum grössten Teil alle diese schützenden Wesen, die um euch sind, doch wieder weiterschreiten wollen in der geistigen Welt, es aber nur tun können, wenn sie ihre Aufgaben wirklich erfüllt haben. Denn ihr wisst doch, auch die euch schützenden Wesen besitzen ihren freien Willen. Sie können euch verlassen, sie haben den freien Willen dazu.
Wenn aber ein Schutzgeist in seiner Entwicklung oder ein Wesen in seiner Läuterung doch schon so gekräftigt ist, wird er oder ein solches Wesen niemals den Menschen verlassen; sie werden wahrhaftig ihre Aufgaben erfüllen, und dieses zu eurem Heile. (1951)
Zwei Jahre nach dieser Fragebeantwortung ging Geistlehrer Josef in einem Vortrag näher auf die Frage ein, wie unsere Schutzgeister miteinander ins Gespräch kommen und ihre Erfahrungen austauschen:
Josef: Liebe Freunde, ich möchte euch einmal erklären, wie einige eurer Schutzgeister sich gemeinsam über euch unterhalten; denn es ist ihnen auch Gelegenheit gegeben, sich untereinander auszusprechen. So spricht nun einer dieser Engel Gottes: “Ich habe die wirksamste Art der Übertragung der göttlichen Kräfte auf meinen Schützling herausgefunden.” Und so wird er von den andern gebeten, zu sagen, wie und zu welcher Zeit ihm das am besten gelinge. Da spricht er: “Ich fordere jeweils meinen Schützling auf, hinauszugehen ins Freie. Ich schaffe auch die Möglichkeit dafür, dass er eine oder zwei Stunden lang allein oder mit einem harmonischen Menschen wandert. Während dieser Zeit finde ich Gelegenheit, ihn zu inspirieren und auf so viele Dinge aufmerksam zu machen. In dieser Zeit fühlt er mich und hört auf mich. Da wirke ich mit meiner ganzen Kraft auf meinen Schützling ein und übertrage ihm all das, was seinem geistigen Fortschritt dient.”
Ein anderer Schutzgeist spricht: “Ich nutze jede Gelegenheit aus, um mit meiner ganzen Kraft auf meinen Schutzbefohlenen einzuwirken. Und wenn er nur die geringste gute Tat vollbringt, belohne ich ihn auf irgendeine Weise.” Da antwortet ein anderer, und ihm stimmen weitere zu: “Ich bin nicht so schnell bereit, meinen Schützling zu belohnen; ich bin nicht so grosszügig wie du.” Doch jener Engel Gottes spricht: “Mit meinem Schützling habe ich die beste Erfahrung damit gemacht. Ich werde es weiterhin tun.” Und wieder ein anderer: “Ich benutze bei meinem Schützling die Zeit, da er sich eine Stunde der Ruhe und Entspannung gönnt, um mit wirksamer Kraft in ihn zu dringen und ihm das zu geben, was er benötigt. So führe ich ihn an sein Ziel. Auf diese Weise sind meine Kräfte am wirksamsten.” Ein weiterer Engel Gottes spricht: “Ich benutze dafür die Zeit des frühen Morgens. Da bete ich mit meinem Schützling zusammen und habe Gelegenheit, mit ihm zu sprechen, und er hört mich. Tagsüber aber muntere ich ihn auf oder tadle ihn. Und er fragt mich jeweils: ‘Was habe ich Unrechtes getan? Sage es mir.’ Und ich habe Gelegenheit, mich auszudrücken, es ihm mitzuteilen, wann und was er Unrechtes getan hat. Ich habe ein ganz besonderes Verhältnis mit meinem Schützling.” So tauschten die Schutzgeister ihre Erfahrungen untereinander aus, und dann verabschiedeten sie sich mit vielen lieben Wünschen füreinander.
Nun, liebe Freunde, eine Erklärung dafür. Ihr könnt daraus erkennen, welch besondere Stellung eure Schutzgeister einnehmen, wie ihnen ein besonderes Recht zugesprochen ist. Sie können ihre geistigen Kräfte ihren Schützlingen auf die selbst herausgefundene wirksamste Art übertragen. Ihr könnt aber auch erkennen, dass sie ihre Schützlinge genau beobachten, dass sie dieselben mit der Zeit so kennen, dass sie ihnen genau das zuführen, was gut für sie ist. So wird der eine hinausgeführt ins Freie, ein anderer muss bei jeder Gelegenheit belohnt werden. Doch wenn das nun die Art des einen Schutzgeistes ist, soll derjenige sich nicht benachteiligt glauben, wenn er durch seinen Engel nicht bei jeder Gelegenheit auch belohnt wird oder dass er glaubt, er habe keinen Engel Gottes. Denn wenn er nicht bei jeder Gelegenheit belohnt wird, dann findet eben sein Engel, dass es für ihn besser ist, ihn auf die Art zu führen, die er herausgefunden hat. Doch er ist um euch und benutzt die besten Gelegenheiten, um mit aller Kraft auf euch einwirken zu können. (Ausschnitt aus dem Vortrag vom 21.11.1953)
Lieber Josef, wenn wir nach innen eine Frage stellen, fällt es uns oft schwer, zu unterscheiden, ob die Antwort von uns selber kommt oder ob es sich um eine Antwort unseres Schutzgeistes handelt.
Josef: Es kommt die Zeit, wo die Erkenntnisse des Menschen auch diesbezüglich immer grösser werden und er feststellen kann, von wo ihm die Antwort zuteilwird. Aber wisst ihr, euer Schutzgeist und euer eigener Geist wirken doch zusammen. Wenn euer Geist sich vom Körper trennen kann, wird er vom Schutzgeist inspiriert. Von seinen Belehrungen wird dann gerade das zum Ausdruck gebracht, was am geeignetsten ist, es zum Ausdruck zu bringen. Sei es nun, dass das Verhältnis vom eigenen Geist zum Körper so geordnet ist, dass die Worte besser zum Durchbruch kommen, indem sie vom eigenen Geist gesprochen werden, oder sei es denn, dass der Schutzgeist in seiner Art die Antwort selbst besser durchgeben kann.
Es sind dies Gesetze, die erfüllt werden müssen, damit, wenn alles sich in Harmonie vereint, beides zusammen miteinander wirkt und eben derjenige Geist die Worte ausspricht [der eigene oder der Schutzgeist], der sie am deutlichsten, am verständlichsten dem Menschen ins Bewusstsein bringen kann. (1952)
Lieber Josef, du sagtest, wir sollten um einen hohen Schutzengel bitten. Wenn aber mein Schutzgeist mich seit meiner Kindheit bis hierher geleitet hat, finde ich es ihm gegenüber undankbar, wenn ich um einen andern bitte, ich möchte ihm doch auch die Treue halten.
Josef: Ja, liebe Seele, dein Wunsch ist sehr schön, du sollst aber nicht glauben, dass nur dieser Schutzgeist über dich wacht, der dich vielleicht nicht nur in diesem Leben behütet, sondern auch durch das letzte Leben mit dir gegangen ist und dich auch begleitet hat in der Entwicklung in der geistigen Welt und nun dir wieder zugetan ist in diesem Leben. Es ist seine Aufgabe, dich zu behüten. Du kannst aber trotzdem noch um einen hohen Geist bitten. Ob diese Bitte dir erfüllt wird, steht dem Willen Gottes und der höheren Geister anheim, die darüber zu urteilen haben, ob du würdig bist, dass dich dazu noch ein höherer Geist betreut.
Wo bei Menschen die Aussicht besteht, dass sie auch etwas leisten in ihrem Leben, werden ihnen solch höhere Geister zugeführt. Es wird aber keinem Menschen ein hoher Geist gegeben, nur weil es ihn aus egoistischen Gefühlen danach verlangt, ohne dass er sich geistige Verdienste erworben hätte. Denn ihr sollt wissen, dass die geistige Welt ihre Mächte und Kräfte nicht grundlos verwendet, einfach nur um einem Menschen zu Gefallen zu sein.
Solch hohe geistige Hilfe wird nur einem Menschen zugeteilt, wo die Möglichkeit besteht, dass daraus etwas wächst, der mit diesen Kräften, mit dem besonderen Schutz auch umzugehen weiss, indem er das Empfangene den Mitmenschen weitergibt und versteht, im Geistigen aufzubauen. Denn wenn ein Mensch die Gnade hat, von einem hohen Geiste behütet zu werden, so hat er grösstenteils auch eine Sendung zu erfüllen. Und diese Sendungen bestehen oft in einer Weise, die ihr nicht begreifen könnt. Es kann ein Mensch in eine Gemeinschaft hineinkommen und dort eine Sendung haben, oder er hat in einer Familie zu leben, wo es sehr notwendig ist, dass jeweils zur rechten Zeit ein rechtes Wort gesprochen wird, wobei es eben darauf ankommt, dass gerade diese Person es ausspricht, weil eben besonders nur auf sie gehört wird.
Und wenn nun Menschen, die sich so um das Gute bemühen, um einen solchen Schutzgeist bitten, so haben sie das Recht dazu. Sie dürfen darum bitten, und es wird ihnen ihre Bitte gewährt, wenn man erkennt, dass es einer höheren Aufgabe, einem höheren Ziele dient.
Ich hatte eben das Gefühl, der jetzige Schutzgeist könnte dadurch beleidigt sein.
Josef: Nein, dem ist nicht so, der Schutzgeist bleibt dem Menschen treu und begleitet ihn wieder in seine geistige Welt hinein. Wenn aber noch ein höherer Geist in der Nähe eines Menschen sein darf, ist es für dessen Schutzgeist eine überaus grosse Freude. Denn auch die Schutzgeister unterstehen wieder höheren Geistern und haben sich wieder mit ihnen in Verbindung zu setzen.
Wenn aber ein noch höherer Geist den Schutz eines Menschen übernimmt, heisst das nicht, dass er nun Tag und Nacht, also immer, bei diesem Menschen ist. Sondern das heisst, dass er ihn wohl sehr oft persönlich aufsucht und sich über sein Ergehen und Schicksal ganz besonders erkundigt. (1953)
Lieber Josef, darf man den Schutzgeist um etwas bitten, oder soll man immer direkt Gott darum bitten?
Josef: Wenn du dem Schutzgeist etwas zu sagen hast, darfst du es ihm sagen. Er ist der Vermittler. Du bist mit Gott verbunden, und der Schutzgeist wird die Bitten weitertragen. Er wird es da tun, wo er selbst nicht entscheiden darf und kann. Es gibt aber auch Dinge, worüber einem Schutzgeist das Recht zusteht, frei von sich aus über eine Bitte zu entscheiden. Es gibt aber Angelegenheiten, worin sich ein Schutzgeist an höhere Boten zu wenden hat, um dort den Entscheid entgegenzunehmen. (1953)
Haben Tiere auch Schutzgeister? Unser Hund fiel kürzlich vom zweiten Stockwerk zehn Meter tief auf den gepflasterten Boden, ohne Schaden zu nehmen.
Josef: Es hat nicht das einzelne Tier einen Schutzgeist; aber wie ich immer wieder betone, stehen in der Natur Wächter, bestimmte Schutzgeister in gewissen Sphären des Erdenreichs. Und diese Schutzgeister haben die Möglichkeit, sich in solchen Fällen einzuschalten. Sagen wir nun, du hast ein Verdienst gehabt, so ist dein Schutzgeist deshalb nicht gerade immer in allernächster Nähe bei dir, er kann auch in deiner Wohnung oder in der Nähe deines Gartens sein und das beobachtet haben. Dein Schutzgeist selbst kann dafür gesorgt haben, dass deinem Tiere nichts passiert ist, dass es heil davongekommen ist.
Die einzelnen Tiere haben nicht diese Schutzgeister, sie sind einer bestimmten Gemeinschaft zugeteilt, über welche solche Schutzgeister wachen, wie überhaupt in der Natur. Und in das, was sich in der Natur abspielt, da haben diese Schutzgeister die Möglichkeit einzugreifen. Ganz gerne tun sie das zugunsten von Freunden da und dort, um ihnen einen Beweis zu geben von der Hilfe, die ihnen stets zuteilwird. Aus Dankbarkeit tun sie das und dass der einzelne erkennen soll, wie die geistige Welt zu helfen bereit ist, wo es möglich ist. (1954)
Wie ist es da, wenn ein Mensch durch Unachtsamkeit oder Leichtsinn ein Unglück selbst verschuldet? Ist das dann nicht auf ein Versagen des Schutzgeistes zurückzuführen?
Josef: Niemals. Aus dem freien Willen des Menschen geschieht so vieles. Aus Unachtsamkeit, Unüberlegtheit bringt er sich in solche Situationen hinein. Wer aber in Verbindung steht mit dem göttlichen Reiche, kann besser geführt und gemahnt werden. Sein Auge und Ohr können so geläutert werden, dass er den Weg erkennen kann, den er zu gehen hat.
Wohl hat jeder Mensch sein Schicksal zu ertragen, das, was für ihn vorgezeichnet ist. Bemüht er sich aber um ein göttliches Leben, können ihn die himmlischen Wesen in jene Wege hineinführen, wo er sein Schicksal nicht in aller Schwere zu erleben hat. Sie werden ihn aber jene Wege führen, wo er alles in seiner Schärfe auszukosten hat, so wie es vorgezeichnet ist, wenn er kein göttliches Leben führt und nicht danach trachtet. (1955)
Heft 2/2016
21 Seiten, 21 × 29,7 cm