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Hefte

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Themen
Der verantwortliche Umgang mit den eigenen Kräften – In der Natur liegt eine Vielfalt an Odströmen, die der Mensch für seine Gesundheit nutzen kann – Wie Heilengel für die körperliche Stärkung des Menschen wirken
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 5/2010 zum Thema Gesundheit
Geistige Welt 5/2010
Gesundheit
Beschreibung

Das Themenheft beinhaltet eine Fülle von Erklärungen zur körperlichen und seelischen Gesundheit des Menschen aus geistiger Sicht.

Wie ein modernes Verkehrsmittel Betriebsstoff benötigt, braucht auch der Mensch für sein Leben Energie – es ist die Odkraft, die den ganzen Leib durchströmt. Erhält er von einer bestimmten Odströmung zu wenig, entsteht eine gewisse Disharmonie oder ein Mangel, und es können Krankheiten zum Ausbruch gelangen. Wer eine körperliche Schwäche oder ein Unbehagen fühlt, könnte von sich aus nach den ihm fehlenden Kräften forschen.

Zu den wichtigsten Od- oder Kraftspendern für das Leben auf dieser Erde gehören das Wasser, die Luft, das Feuer (die Wärme), die Erde. Daher findet beispielsweise der eine Stärkung in einem Höhenkurort, während einem andern der Aufenthalt am Meer oder an einer bestimmten Heilquelle helfen kann. Eine bedeutsame Rolle für die Behandlung von Krankheiten spielen die Odkräfte bestimmter Pflanzen, die dem Menschen nicht von ungefähr bereits seit alters als Heilkräuter bekannt sind.

Themenheft 5/2010: Gesundheit

Inhalt
An himmlischen Quellen – zur Gesundung von Körper und Seele

Lene, 16. Januar 1957

An himmlischen Quellen – zur Gesundung von Körper und Seele

Unruhe und Nervosität belasten den Menschen; dies kann zu Krankheiten führen und der Seele Wunden zufügen. Es ist daher wichtig, vor dem Schlafengehen Ablenkung vom Alltag und innere Ruhe zu finden. In den Gärten des Reiches Gottes kann der Menschengeist Erholung und Stärkung erhalten. Die reingeistige Kraft – die herrlichen Pflanzen und Früchte, das heilsame Wasser der vielen Brunnen bringen ihm Heil und Gesundung.

Lene: Gott zum Gruss. Meine lieben Geschwister, ich bin euch nicht fremd. Ich durfte schon verschiedentlich zu euch sprechen, und ihr kennt auch die Art und Weise, wie ich euch führen möchte, von dieser Welt weg. Es geht aber nicht immer so gut. So möchte ich auch immer wieder einige Hinweise geben für euer Leben, für eure Gesundheit. Es klagen so viele über Nervosität, über Schlaflosigkeit. Ihr seid in dieser Welt so gehetzt, ihr arbeitet so viel, und ihr habt für wichtige Dinge nicht mehr allzu viel Zeit übrig.

Nun, um dieses Nervössein zu bekämpfen, möchte ich euch einige Hinweise geben, wie ihr viel ruhiger werdet. Und da es doch der Wunsch ist da und dort, dass sich beim Einzelnen eine Gabe entwickeln könnte, die für ihn und für die Gemeinschaft zum Heile sein könnte, möchte ich doch auch darüber Hinweise geben.

Jene, die an Schlaflosigkeit leiden und fühlen, dass sie so nervös sind und keine Ruhe haben, sollen einmal probieren, sich etwa eine oder zwei Stunden, bevor sie sich zur Ruhe legen, mit besonderen Dingen zu beschäftigen, und zwar mit solchen, bei denen sie ganz entspannt und ruhig werden. Vielleicht sind es kindliche Dinge. Der eine versucht zu kneten, zu formen, Dinge zu formen. Und wenn es ihm anfangs nicht gelingt, gelingt es vielleicht mit der Zeit. Und wenn er auch nichts erreicht dadurch, so erreicht er doch, dass er für seine Gesundheit etwas getan hat. Denn so viele Menschen fügen durch ihr vieles Arbeiten ihrer Seele Wunden zu, wenn sie diese notwendige Ruhe nicht bekommen. Und diese Wunden schmerzen immer. Es ist gleich so, wie wenn ihr jetzt an einem Arm eine grosse Verletzung hättet: Von heute auf morgen wird es nicht gut sein, sondern langsam, langsam wird es heilen, und dann werden euch nachher noch lange Zeit sogar Narben noch Schmerzen bereiten.

Nun denkt, wenn die Seele verwundet ist – jene Narben schmerzen auch. Der Mensch legt sich mit seinen Gedanken, mit seiner Unruhe Gift zu in seinem Körper, und dies gibt Krankheiten. Von diesem Gift vermag nicht alles ausgeschieden zu werden, sondern die Seele nimmt auch ihren Teil auf – davon habe ich früher schon gesprochen [siehe Band “Meditationen 1954 –1959”, S. 32 ff.]. Und so wird der Mensch eben diese Schmerzen immer wieder zu spüren bekommen. Diese Unruhe, die er in sich hat, diese Unsicherheit wirken sich aus, auch in Form von – sagen wir nun in diesem Falle – Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Freudlosigkeit.

Wenn ihr nun versucht, langsam diese Wunden zu heilen, so wird es nicht gelingen von heute auf morgen, doch mit der Zeit. So könnte der eine versuchen, abends vielleicht zu zeichnen. Und wenn er vielleicht nicht besondere Freude daran hat, wird es ihm doch mit der Zeit gelingen, dieses oder jenes fertigzubringen. Er muss ja nicht den andern zeigen, was er kann, sondern vorerst dient es zu seinem persönlichen Heil. Ihr sollt ruhiger werden, alle andern Dinge auf die Seite legen, und das kann der Mensch, der so sehr beschäftigt ist in dieser Welt, nicht gut. So muss er nun seine Kraft irgendwo anders hinlenken.

Ich empfehle also: Versucht zu formen, zu gestalten, versucht zu zeichnen – etwa eine, zwei Stunden vor dem Schlafen. Aber ich sage auch, ihr dürft nicht Sklave davon werden. Ihr dürft euch nicht mit der ganzen Kraft hineinlegen, sodass ihr wieder aufgewühlt werdet, sondern es soll euch lockern, es soll euch frei machen. Dann gibt es ja noch viele andere Dinge, die man tun kann, zum Beispiel: Versucht einmal einen Scherenschnitt anzufertigen – vielleicht könnt ihr auch ganz Künstlerisches auf diesem Gebiet vollbringen. So sollt ihr suchen und üben, nachstudieren: “Wo könnte ich nun etwas tun, um meine Unruhe wegzubringen?” Eine, zwei Stunden vor dem Schlafengehen, das würde für viele gut sein. Vielleicht muss ein anderer turnen, wieder ein anderer könnte singen oder auf irgendeine Art musizieren. So soll man immer wieder versuchen, sich in der Weise zu beschäftigen und die Geschäfte des Alltags auszuschalten. Dann heilt die Seele, und ihr könnt besser geführt werden. Versucht einmal – ich meine jene, die es so notwendig haben – in der Weise zu wirken.

Nun, meine lieben Freunde, ihr feiert Feste, ihr tragt schöne Kleider zu diesen Festen, ihr habt herrliche Pferde. Dies alles, alles aber gibt es auch im geistigen Reich. Die Engel Gottes tragen die schönsten Kleider, die wohl nie eine Menschenhand verfertigen könnte, so herrlich, so schön. Auch die Geistboten haben ihre Tiere – bestimmt wurdet ihr darüber schon unterrichtet. Wenn zu diesen himmlischen Festen gerufen wird, sei es an Weihnachten, an Ostern oder Pfingsten, so ziehen in den höchsten Sphären Herolde umher und verkünden das Fest. Diesen Herolden folgen auch herrliche tanzende Wesen; und die Engelschar tritt heraus aus ihren Palästen, aus ihren Tempeln, wenn diese Herolde kommen. Denn ihr sollt nicht glauben, dass, wenn in diesen höchsten Höhen, sagen wir, von Christus ein Beschluss gefasst, ein Fest angesagt wird, dieses nun die ganze geistige Welt, alle ihre Wesenheiten wüssten. Nein, es wird verkündet. So wird dies in diesen Höhen von den höchsten Boten des Himmels getan. Sie übertragen nun die Aufgabe den Herolden, und diese rufen die Scharen zusammen, und es wird ihnen kundgetan: “Dann und dann in diesem Tempel, dann und dann in diesem Himmel werden wir feiern mit unserem König.”

So kommt es doch vor, dass unser König durch diese himmlischen Sphären zieht, lange bevor das Fest beginnt. Ihm folgen die himmlischen Chöre, diese Engel, und jubeln ihm zu. Und wenn er erscheint, in seiner Pracht, in seiner Herrlichkeit so schön, so ist er das eine Mal mit einem weissen Mantel angetan, der aussen voll besetzt ist mit Perlen, mit den herrlichsten, feinsten Perlen. Innen wiederum ist dieser Mantel besät mit farbigen Edelsteinen aller Art, doch aussen bleibt er weiss. Und Christus breitet seine Hände aus, und diese Edelsteine: ein Feuer, ein Glitzern von allen Seiten! Seine weiten Ärmel sind innen dicht besetzt mit diesen farbigen Steinen, und aussen sind die Perlen. So tritt er heraus und wird umjubelt, und es neigt sich ein jedes Engelwesen vor ihm.

So erblickt man ihn das eine Mal. Ein anderes Mal erscheint er mit einem blauen Kleid, mit andern Steinen geschmückt. Wieder ein anderes Mal ist es hauptsächlich ein breites Gold, das seinen Saum und seine Ärmel ziert, es ist seine besondere Krone, die er trägt. Nicht immer wird ein und derselbe Schmuck von ihm getragen – so vieles hat er. So schön ist er, und er wird bewundert und umjubelt.

Doch glaubt, dass auch jene Fürsten des Himmels, die ihn zu seiner Rechten und zu seiner Linken begleiten, schön gekleidet sind – ihr wisst ja selbst, wie euch dann und wann erklärt wird oder ihr aus den Büchern lest, dass einstmals auch der Bruder Luzifer, Lichtträger genannt, so herrlich war. Doch der König ist der Schönste.

Und nun denkt, diese Pracht des Jenseits, sie ist wundervoll. Nicht alle vermögen es zu verstehen, dass es so etwas gibt. Doch es ist in vieler Munde: Der Himmel ist schön, prachtvoll, herrlich. Ja diese Herrlichkeit, diese Schönheit muss sich durch Farbenpracht und Harmonie ausdrücken, und diese Farbenpracht, diese Gestaltung und diese Formen sind in der edelsten Art vorhanden. Es ist ein harmonisches, herrliches Bild, eine unendliche Vielheit. Und so kann man doch wohl von diesem herrlichen, schönen Himmel sprechen.

Nun, meine lieben Freunde, ich wollte euch doch noch kurz von dem erzählen, was wir erleben, wie wir ihm begegnen, wie wir mit ihm ziehen und wie wir in seine Nähe gelangen, mit ihm sitzen, am selben Tisch, im Tempel – mit Christus. Uns ist so viel daran gelegen, den Menschen dieses mitzuteilen. Es fehlt dem Menschen aber am Verständnis, er vermag es nicht zu begreifen und zu verstehen, dass es so ist. So kann auch ich nur sagen: Alles, was in eurer Welt ist, ist unvollkommen; es mag auch seine Schönheit haben. Was aber im Geistigen ist, ist vollkommen und ist die vollendete Schönheit.

So möchte ich euch, meine lieben Geschwister, auch zu jenen Sphären, zu jenen Quellen führen, die euch Kraft und Segen geben. Nun habe ich schon Erklärungen gebracht, und nachher werde ich euch fragen: Wie weit konntest du mir folgen? Was hast du schon von dem gesehen, was ich gesagt habe? Hast du die edlen Pferde gesehen? Ich habe sie nicht besonders erwähnt. Hast du jene herrlichen Herolde gesehen? Was hast du alles gesehen? Hast du etwas von der herrlichen, prachtvollen Erscheinung unseres Königs aufgenommen? Konnte ich dir dieses Bild so lebendig vor dein geistig Auge führen? Bist du entrückt, konntest du es fassen und erleben?

Denn weisst du, lieber Bruder, liebe Schwester, so schwer es ist – wenn du gewinnen willst, musst du dich lösen und mit mir wandern, damit du gesundest. Denn wir haben diese wundervolle Schwingung dafür geschaffen, dass es jedem Einzelnen leicht werden soll.

Es wurde euch schon verschiedentlich erklärt, im göttlichen Reiche sind Brunnen, Quellen, und man geht zu ihnen hin, um sich dort zu reinigen, zu kräftigen. Ich möchte euch an einen solchen Brunnen führen, an einen Brunnen in meiner Welt. Denn in fast allen Sphären des Aufstiegs gibt es solche Brunnen und Quellen. Es gibt sie für die Geistwesen, und es gibt sie in besonderer Art, wo Geistwesen hingehen und jene Kraft dort entnehmen, um sie den Menschen zu bringen.

Geister des Aufstiegs, die es benötigen, an diese Brunnen zu gehen, und die dieses heilsamen Wassers bedürfen, nehmen es zu ihrem eigenen Heile auf. Sie sind aber in ihrer Einstellung nicht so weit, dass sie es erfassen, dass dies eine herrliche geistige Kraft ist, sondern diese aufsteigenden Geister nehmen solchen Trank entgegen, weil es sie durstet, weil sie noch zu sehr mit dem Irdischen behaftet sind und noch ähnliche Gefühle haben wie der Mensch. Demgegenüber vermag ein geläuterter, ein reiner Geist diese Brunnen zu unterscheiden; er erkennt ihre Kräfte, und so wird er zu jenen Brunnen hintreten und das holen, was für denjenigen gut ist, dem er helfen will. Oft gehen wir auch und führen die Seelen an diese Quellen und Brunnen und geben ihnen von diesem geistigen Wasser. So müssen wir genau wissen, wem wir was zuführen.

So haben wir auch unser geistiges Brot, unseren geistigen Wein, unsere Speisen und so viele herrliche Früchte – nicht nur ihr. Ihr sollt aber nicht glauben, dass wir diese Dinge zu uns nehmen in der Art wie ihr, die ihr essen müsst, weil ihr hungert. Wir spüren nicht Hunger, aber wir geniessen diese herrlichen Früchte, haben Lust und Freude an ihnen. Wir nehmen sie in anderer Weise zu uns. Von diesen geistigen Früchten haben wir für die Menschen die ganz reine Kraft zur Verfügung. Wir können also dem Menschen solche Früchte darbieten, dass er es kaum oder vielleicht überhaupt nicht spürt. Man kann einem Menschen, der durch ein Engelwesen wohlbehütet ist, tagsüber regelmässig solche Speisen und Getränke zuführen. Wir haben aber auch unsere Medikamente, auch die führen wir dem Menschen zu. Diese Medikamente brauchen wir Geister Gottes nicht, wir haben sie nur für die Menschen. Wir nehmen diese reingeistige Kraft von unseren Gärten, von diesen Wiesen, aus den Teichen, von den geistigen Blumen, von ihren Wurzeln und so weiter – die reinste Kraft, die reinste Form – und bieten sie dem Menschen dar.

Und nun sollt ihr mit mir wandern zu jenem herrlichen Brunnen in meiner Welt. Wir wollen diese niederen Welten oder tieferen Sphären übersteigen, wo sonst in der Regel da und dort der Schutzgeist des Einzelnen hinkehrt und aus der Sphäre seines Schützlings, wo dieser hingehört, Kraft holt. Ein geistiges Band bindet den Menschen schon von dieser Welt in seine zukünftige Heimat, an seinen Platz. Er selbst webt das Band dorthin, wo sein Schutzgeist für ihn die Kraft aus jenem Brunnen holt. So soll es dir klar sein: Je mehr du dir Mühe gibst zu einem edlen Leben, desto höher hinauf geht das Band und desto höher steigt dein Engel, um dort an jenen Brunnen zu gehen und die Kraft für dich zu holen. Je höher du gehst, desto kräftiger, stärker und feiner ist die Geisteskraft aus diesen Brunnen. Denn du kannst sie eher ertragen, du darfst sie haben für dein Heil. So sind dies nur Ausnahmen, wenn ich sage: Kommt mit mir in meine Welt. Ich habe einen Brunnen, dort gehe ich hin und schöpfe und gebe allen, die mich darum bitten und bei denen ich die Möglichkeit habe, ihnen diese Kraft darzureichen. Und nun, an diesen Brunnen wollen wir öfters gehen.

Als ich vor zwei Jahren zu euch sprach, führte ich euch regelmässig in einen Wald, an einen kleinen Bach. Und nun müsst ihr mit mir in meine Welt zu diesem Brunnen. Er ist schön; ich sage nicht, wie er aussieht. Vielleicht erfasst es dein geistig Auge, vielleicht. Du aber bedarfst eines Bechers, und den gibt dir dein Schutzgeist; dieser Becher ist dein Eigentum. Beim einen ist er ganz einfach geformt, vielleicht hat er ein, zwei Steine. Ein anderer Becher ist vielleicht nur mit einigen Rillen geziert. Bei einem andern Freund da und dort ist vielleicht dieser Becher vorgezeichnet für weitere Steine, die man dann hineinsetzt, wenn das Werk vollendet ist. Ich will sagen, wenn du deine Aufgabe vollendet hast, wenn du in deiner Entwicklung aufgestiegen bist, kann dir wieder ein Stein in deinen Becher gegeben werden; du kannst durch Überwindungen auch wieder dazu beitragen, dass dieser Becher geschmückt wird. Denn du hast einen Becher, du hast auch einen Teller, und du hast kleine Gefässe, und darein tut man dir das, was du brauchst.

Vielleicht habe ich einmal die Freude, da oder dort zu erklären, wie weit der Becher des einen oder andern geschmückt ist oder sein Teller, aus dem er sein geistiges Brot, die Früchte zu sich nimmt. Du sollst nicht glauben, du würdest diese Speisen nur mit den Händen nehmen – nein, du hast deine Gefässe, und es sind die deinen; sie gehören dir persönlich, es kann sie dir niemand vernichten. Sie werden für jeden aufbewahrt, und sie gehen mit jedem durch jedes Leben. Und die Engel, die dich behüten, nehmen sie in Empfang. Bist du dann für immer im Himmel, brauchst du deinen Becher, und du brauchst deine Teller, und es sind dieselben. Aber sie werden genau wie deine Seele verschönert. Immer, von Mal zu Mal, muss mehr geschmückt, mehr gereinigt werden. So werden diese Gefässe von Mal zu Mal mehr poliert, da und dort mit einem Stein geschmückt, viel edler geformt – sie steigen, sie veredeln sich mit dir.

Aus diesem deinem Becher musst du trinken. Er ist dir, jedem hier, angeboten worden. Vielleicht kannst du ihn sehen, welche Form er hat. Vielleicht ist es dir überhaupt schon längst bewusst, wie sein Aussehen ist. Du hattest vielleicht schon immer eine bestimmte Form vor Augen und wusstest nicht, wieso und warum.

Und nun begleitest du mich diese Abende hindurch mit deinem Becher, und du stehst vor diesem Brunnen, und du willst das geistige Wasser. Du hältst den Becher hin, und du trinkst von diesem heiligen Wasser aus herrlichen Himmeln.

Nun bitte ich: Hast du ein Leiden – und so viele von euch haben eines –, und sei es auch nur von geringer Art, so trinke jetzt im Geiste aus deinem Becher, und denke an das, was dich schmerzt. Denke daran, dass nun das alles, dein Leiden, aufgehoben wird, dass dieser heilsame Segen der Kraft deinen Körper gesunden lässt. Sieh im Geiste, wie du gesund und stark wirst, wie du froh wirst und dein Herz dir leicht wird und du keine Müdigkeit mehr spürst, sondern dich gehoben fühlst. Ich möchte dir sagen: Du sollst nicht die Last des Körpers spüren. Du darfst trinken, so viel du willst, und du denkst: “Diese heilsame Kraft, sie hilft mir zu gesunden.” Und ich lade dich ein: Trinke, trinke davon. Denn dein Schutzgeist hat nebenbei etwas gleich einer Perle in ein Glas hineingelegt, um dir eine besondere geistige Kraft zu überreichen. Nur ein Mal ist es notwendig. Doch viel sollst du trinken von diesem heilsamen Wasser.

Vielleicht siehst du, wie es sprudelt, wie herrlich es ist und wie schön der Brunnen ist. Was siehst du neben dem Brunnen, hinter dem Brunnen? Ja, schaue umher. Und den Becher behalte nicht, den darfst du nicht behalten. Dein Schutzgeist, der ihn dir gebracht hat, nimmt ihn wieder in Empfang. Er kann ihn dir wieder bringen und an deinen Mund führen. Vielleicht ahnst du etwas davon, vielleicht hattest du schon einmal das Gefühl, das erlebt zu haben. Dann sage ich dir, und du weisst nun: Es ist immer derselbe Becher, es ist dein Trinkgefäss. Möge man dir immer nur das geben, was dich erfreut und froh und gesund macht. Denn man kann dir auch bitteren Trank überreichen, was auch heilsam ist, doch schmerzhaft. So gib ihn zurück, den Becher, und der Engel versorgt ihn in seiner Manteltasche. In deiner Welt, wo du dereinst hingeführt wirst, ist er wohl aufgehoben – in der göttlichen Schatzkammer.

Nun, meine lieben Freunde, von dieser Welt der Herrlichkeit ziehen wir weg. Ihr seid hierher eingeladen und gehoben worden. Nun gehen wir von diesen Sphären hinunter, aber auch in einen prachtvollen Himmel; denn auch dort hast du noch etwas, was notwendig ist für dich. Du erblickst eine Farbenpracht. Ich möchte dir sagen, es ist der Himmel des Frühlings: die herrlichen Blumen und Bäume, die Teiche und die Fische darin, die Ruheplätze da und dort. Du gehst jetzt, wanderst und suchst dir jenen blühenden Baum, dessen Duft du so liebst. Denn in diesem Duft ist auch ein heilsames Mittel, das gesunden hilft an Leib und Seele. Du darfst durch diese Gärten, durch diese Wege ziehen und deinen Baum suchen.

Ja dieser Himmel des Frühlings gleicht nicht etwa dem Frühling auf der Erde mit seiner blühenden Pracht. Im geistigen Reiche sind die Farben viel ausgeprägter. Ihr habt schöne, zarte Farben – auch wir haben das –, aber wir haben auch prächtige, starke Farben; ich möchte sagen, wir haben grosse und kleine Bäume mit Blüten im stärksten Rot, im hellsten Blau, dann wieder gemischt. Betrachte sie. Suche deinen Baum. Oder willst du einen besonderen Duft? Hast du eine Verbundenheit zu einer gewissen Blume, die ihren Duft verbreitet? Ist es ein gewisser Strauch, den du liebst seiner Düfte wegen? Es ist nicht von ungefähr, wenn du Jahre hindurch dich angezogen fühlst von einer besonderen Blume oder von einem besonderen Strauch oder Baum. Glaube, bestimmt hast du eine enge geistige – ich kann nicht sagen Verwandtschaft, aber Verbundenheit mit ihm. Dann kann es sein, dass dein Geist es benötigt oder es liebt, da zu verweilen, um jene Kraft aufzunehmen. Und du, Mensch, vermagst nur einen Schatten, einen Hauch von dem aufzunehmen, was dein Geist liebt und sucht. Es ist nicht von ungefähr, wenn du besondere Blumen liebst. Es ist nicht von ungefähr, wenn deine Liebe zu Kindern gross ist oder wenn deine Liebe zu Tieren gross ist: Es ist eine Verbundenheit da von deinem Geiste mit dem.

Nun lasse ich dir Zeit. Du kannst wandern und suchen. Und ich sehe, da und dort hat sich eines niedergelegt und will nur Ruhe. So atme und denke: “In dieser Gotteskraft gesunde ich an Leib und Seele.” Du darfst so weit gehen und eine Blume mit dir nehmen im Geiste, ein Zweiglein da und dort. Wenn du es in grosser Innigkeit getan hast, siehst du vielleicht später wieder einmal etwas von diesen Zweiglein, von diesen Blumen, von diesen Dingen, die du nun geschaut hast.

So wanderst du und legst dich nun nieder. Du denkst wiederum an deine Leiden, an deine Sorgen, an deine Wünsche und hast dann den Gedanken: “In diesem Segen wird mir das gegeben, was für mein Leben von Notwendigkeit ist.” So darfst du nicht zweifeln, wenn du nicht fühlst wie andere, wenn du nicht in der Lage bist, zu schauen und aufzunehmen wie andere. Du sollst nicht zweifeln an uns, an dir selbst – die Kraft, die dich umhüllt, sie hilft dir zu gesunden. Wenn du auch heute nicht in der Lage bist, es zu erkennen, es kommt die Zeit, wo du es erblickst.

Und so möchte ich dich aufrufen, dich wieder zu erheben. Wir wandern, wandern wieder fort aus diesem Garten des himmlischen Frühlings und müssen wieder etwas tiefer hinuntergehen in eine besondere Welt oder Sphäre. Hier stehst du da, und es gefällt dir nicht mehr. Aber auch hier sollst du empfangen. Es rieselt über dich ein feiner Regen, und du atmest und fühlst, wie gut dieser Regen für dich ist. Du fühlst, dass es heilsam ist da, wo dieser Regen auf diesen Boden fällt, dass du hier wachsen kannst. Dieser Regen ist nicht in dem Sinne zu betrachten, wie ihr ihn auf Erden besitzt, sondern es ist Tau aus den göttlichen Welten. Von überall her hat man ihn über dich ausgegossen, von den höchsten Himmeln fällt er herunter und umhüllt dich. Du nimmst auf von diesem Nass, und es dringt in deinen irdischen Leib, denn du bist wieder zurückgekehrt in deine Welt. Du kannst es vielleicht in einer bestimmten Art erblicken: Vielleicht ist es für dich ein Dampf, vielleicht ist es heiss, oder du fühlst dich kalt darin. Doch es hat dich gekräftigt, heilsam war dieser Tau für dich – wie du wieder zurückgekehrt bist in deine Welt.

Die Engel Gottes, die um dich stehen und dich begleiten, sind deine Schutzgeister; es sind jene, die dich betreuen, die dich dann und wann besuchen. Jeder ist mitgekommen mit einer besonderen heilsamen Kraft und hat auch das notwendige Öl bei sich. Und er fängt an, dieses Öl über deine Hände zu giessen, einzureiben, über deine Arme zu giessen, über deine Stirn, deinen Hals. Er massiert dir deinen Kopf, beim andern die Knie, die Beine, die Füsse mit diesem mitgebrachten heilsamen Öl der göttlichen Welt, entnommen aus den Gärten der göttlichen Welt, entnommen das Feingeistige von diesen Wurzeln. Die Engelwesen haben es umgeformt in diese reingeistige Kraft, entnommen einerseits von Pflanzen aus dem Erdenreich, anderseits gemischt mit der geistigen Kraft des Jenseits, um dir das zu geben, was du je nach deiner Schwäche benötigst. So übergeben sie jedem davon. Vielleicht riechst du etwas, du nimmst auf, vielleicht hast du es selbst gespürt, vielleicht hast du deine Hände hingehalten und auf deine schmerzenden Stellen aufmerksam gemacht, bevor ich es gesagt habe.

So sind deine Schutzgeister bei dir und geben dir den Segen für dein Leben. Und sie kommen wieder zu dir, sie bemühen sich um dich, weil du mit uns verbunden bist. Weil du in Freundschaft mit uns lebst, durfte ich dir sagen, was geschehen ist. Es ist euch doch bewusst: Wenn Menschen euch lieben, bereiten sie euch Freude – und die Freude ist nicht vollkommen, die Liebe ist nicht vollkommen; aber wenn die Geister des Himmels euch Freude bereiten, dann ist sie vollkommen. Sie bringen euch die wahre Liebe.

Und so, liebe Freunde, möchte ich euch nun fragen: Wie weit konntet ihr mir folgen? Nun bitte ich ... [Unterbruch in der Tonaufnahme. Lene bittet die Zuhörer, von ihren Erlebnissen zu berichten, worauf einzelne eine kurze Schilderung geben.]

Ich durfte, ich konnte ja nicht alles, alles erklären. Es war also nicht nur ein Brunnen, denn ich habe ja viele Freunde hier, und jedes hat an einem dieser Brunnen Kraft geholt; eure Engel haben euch verteilt, da- und dorthin. Und so war ein Brunnen auch in diesem weisslichen Marmor, genau wie der Bruder erklärte. Es sind noch mehr, und ich hätte davon gerne gehört. Vielleicht das nächste Mal, wenn wir zusammen sind, fällt es euch leichter, davon zu sprechen. Ich möchte empfehlen, wenn das eine oder andere glaubt, dass es nicht sicher ist im Reden, dann soll es seine Augen schliessen und so versuchen zu sprechen. Vielleicht gelingt dann auch etwas. Vielleicht kann dann sein Schutzgeist besser inspirieren, sodass es dann, ich möchte fast sagen, ganz willenlos ist und berichten ‘muss’, was es gesehen hat.

Es ist aber nicht nur für mich, sondern für alle Geister, die mitgekommen sind, und für alle, die sich mit euch beschäftigen, eine Freude, zu sehen, dass ihr hineinblicken könnt in diese Welt, dass euer geistig Auge schon geübt ist, dass ihr mir folgen könnt. Dies ist ein Zeichen dafür, dass ihr auch von dieser Kraft, von diesem Erleben das Wundersame mitbekommt in euer Leben. Das Heilvolle begleitet euch, und es soll lange bei euch sein. Es soll nicht nur wirken wie ein Medikament, das nur einige Stunden oder Tage wirksam ist, sondern es soll lange, lange wirksam sein, sagen wir doch so: bis zu unserem nächsten Zusammensein. Dann werdet ihr wieder von Neuem gestärkt und gesundet dann so an Leib und Seele.

Vielleicht ist es nicht jedem verständlich, was in dieser Stunde gesprochen wird. Diese Abende sind besonders für jene heilsam, die doch den Weg immer wieder hierher finden und so aufmerksam die Worte unseres geistigen Bruders befolgen; denn das, was wir euch nun erklären und sagen dürfen, ist wieder auf einer weiteren Stufe gebaut. Demgegenüber ist es natürlich für Freunde, die von diesen geistigen Gesetzen noch nicht viel kennen, unverständlich. Aber wir wollen doch unserseits unseren Dank und unsere Freude über diese Verbundenheit von euch zu uns in der Weise zum Ausdruck bringen, dass ihr erkennt, dass wir bereit sind, für euch so vieles zu tun und so viele Vorbereitungen zu treffen, um euer Heil zu fördern, damit ihr gesunde und fröhliche Menschen werdet und damit ihr besser eure Aufgaben erfüllt und Freude am Leben gewinnt.

Nun, ich ziehe mich wieder zurück, in meinen Himmel hinein, und freue mich auf das nächste Zusammensein mit euch. So walte Gottes Segen über jedes Haus, über jeden Freund hier. Gott behüte euch. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 16.1.1957 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Wie Heilengel für die körperliche Stärkung des Menschen wirken

Fragebeantwortung vom 31. Mai 1959

Wie Heilengel für die körperliche Stärkung des Menschen wirken

Lieber Josef, wie kann uns die Geisterwelt Gottes bei Krankheiten und Schmerzen helfen?

Josef: Wir sehen die günstigsten Heilmittel für die jeweiligen Leiden auch. Wir haben im Geisterreich auch Medikamente. Ihr habt auf Erden für die Behandlung von Krankheiten wunderbare Pflanzen nebst chemischen Mitteln. Im Geisterreich aber ist das Ursprüngliche, die reingeistige Heilkraft, vorhanden. Wenn ihr aus einem wirklich frommen Verlangen heraus mit mir verbunden bleibt, so seid ihr es nicht nur mit mir persönlich, sondern ihr verbindet euch dadurch automatisch mit einer ganzen Schar von Geistern Gottes. Darunter befinden sich die verschiedensten Talente. Es sind Künstler, Wesenheiten mit Heilkräften, es sind Engel des Mutes und der Energie und so weiter.

Wenn ihr nun in Verbindung mit uns steht, erkennen wir sofort beim Einzelnen: Halt, hier sind seine Schwächen, hier müssen wir diesen Geist senden. Jener ist krank, er bedarf jenes Geistes, und der soll ihm zuführen, was ihm Heilung oder Erleichterung bringt. Also ein Geist vollbringt es. Wenn ihr mit uns verbunden seid, kann ich den einen und andern Geist Gottes bitten: “Gehe hin zu diesem Bruder, gehe hin zu dieser Schwester. Du siehst, was ihnen fehlt. Tue das Deinige!”

Der Geist hat die Möglichkeit, dem Kranken ein geistiges Heilmittel zu bringen, was der Mensch natürlich nicht sieht. Aber der Geist verwendet es. Er hat feinstoffliche Öle, Balsam zur Verfügung. Er bedient sich verschiedener Dämpfe und anderer Dinge, was euch einfach unglaublich vorkommt. So nähert sich der Geist der Heilkraft seinem Schützling im günstigsten Moment und bringt ihm, was er braucht. Vielleicht taucht er seine Hände in dieses geistige Öl und bestreicht damit seine Stirn. Oder er bringt ihm ein geistiges Betäubungsmittel gegen die Schmerzen. Vielleicht hält er es ihm an die Nase. Nur ganz sensible, feinfühlige Menschen können oftmals eine plötzliche Veränderung wahrnehmen oder einen Duft, eine warme oder kalte Luftwelle. Oder sie glauben, leicht berührt worden zu sein.

Dies tun die Geister ungeachtet der Arbeit, in der ihr eventuell gerade steckt. Sie benutzen die Stunde dazu, die ihnen am günstigsten erscheint. Sie nehmen die Behandlung also auch während des Tages, vielleicht inmitten eurer Arbeit vor. Sie tun es aber auch während der Nacht, wenn euer Geist sich vom Körper gelöst hat. Dann nehmen sie sich eures irdischen Leibes an und bringen ihm die geistigen Heilmittel. Ihr sollt aber nicht annehmen, dass dies bei jedem Menschen der Fall sei, dass man nur zu bitten brauche: “Kommt, kommt!”, und schon wären sie da.

Nein, so geht es auch wieder nicht. Alles, was auf dem geistigen Wege erfleht werden kann, muss wirklich erfleht werden. Eine grosse Rolle dabei spielt die innere Einstellung des Menschen, seine Gesinnung. Aber wir Geister Gottes sind schnell bereit, den Menschen zu helfen. Wir wollen ja nur ihr Heil. Wir wollen sie glücklich sehen. Wenn sich aber beim alternden Menschen Beschwerden einstellen, müssen wir sagen: Liebe Freunde, damit müsst ihr euch abfinden; denn von einem gewissen Alter an fängt der Leib an sich zu zersetzen, und dagegen gibt es auch kein geistiges Mittel. Es geht nach einem Gesetz. Wir können dem bejahrten Menschen wohl etwas bringen, das seine Schmerzen lindert. Das können wir. Und deshalb müsst ihr versuchen, uns zu verstehen. Ihr dürft nicht ungeduldig werden und sagen: “Jenem hat man geholfen, warum mir nicht? Ich bin bestimmt so gut wie der andere.”

Das ist hier nicht ausschlaggebend. Vielleicht ist es das vorgerückte Alter. Da muss man darum bitten, dass einem die Kraft gegeben wird, um das Leiden ertragen und die Aufgaben noch erfüllen zu können, oder dass einem diese geistigen schmerzmildernden Mittel zugeführt werden. Dazu ist die geistige Welt auch bereit.

Der verantwortungsvolle Umgang mit den eigenen Kräften

Fragebeantwortung aus dem Jahre 1956

Der verantwortungsvolle Umgang mit den eigenen Kräften

Lieber Josef, kannst du uns einen Rat geben, was wir selber für unsere Gesundheit tun können – vor allem dann, wenn wir in ein gewisses Alter kommen?

Josef: Dem Menschen ist eine für ihn bestimmte, eigene Kraft zur Verfügung gestellt, womit er haushälterisch umgehen muss. Der eine ist von robuster Natur, spürt eine grosse Kraft in sich und vermag mehr zu geben. Ein anderer spürt, dass er körperlich nicht so viel hergeben kann. Da muss der Einzelne eben selbst diese Dinge beachten.

Es ist so: Von einem gewissen Alter an klagen die meisten über Müdigkeit, und sie möchten doch noch so viel leisten und gewinnen. Und hier muss ich wieder betonen, dass es für jeden Einzelnen wichtig ist, dass er sich nicht nur einmal fragt: “Wie viel Kräfte stehen mir noch zur Verfügung?”, sondern auch: “Wie weit bin ich eigentlich mit meinen Vorbereitungen für die andere Welt?”

Ihr, die ihr doch diese geistige Sprache kennt und über das jenseitige Leben unterrichtet seid, wisst, dass die Stunde des Scheidens einmal an euch kommt. Viele denken: “Ach ja, wenn ich es dann nahen fühle, dann habe ich ja noch Zeit genug, mich ganz besonders dafür vorzubereiten und mich mit diesen Gedanken zu beschäftigen. Jetzt aber will ich noch nicht daran denken!” Und sie leben und arbeiten weiter darauflos und denken nicht weiter.

Nun frage sich jeder einmal selbst: “Wie alt bin ich jetzt? Bin ich noch weit von der durchschnittlichen Lebenserwartung in diesem Lande entfernt, oder habe ich sie schon überschritten?” Dann frage man sich auch: “Wie weit bin ich mit meinen Vorbereitungen für die andere Welt?”

Dann bekommt ihr ein klareres Bild. Ihr seht, entweder seid ihr noch weit unter dem Lebensdurchschnitt. Dann habt ihr die Möglichkeit, noch viele Vorbereitungen zu treffen, und das Glück, noch viel für euer geistiges Heil zu tun. Wer sich diesem Durchschnitt gut vorbereitet nähert und sich mit dem Gedanken an das Scheiden von dieser Welt vertraut gemacht hat, dem wird, wenn die Stunde naht, das Scheiden auch nicht schwerfallen. Diese Vertrautheit damit wird ihn umso mehr befähigen, noch viel für sein geistiges Heil zu wirken. Und wenn seine Kräfte nachlassen, dann wird er sich ruhig sagen: “Gut, ich nähere mich nun diesem Durchschnitt, oder vielleicht habe ich ihn schon überschritten.” Denn so viele klagen über Schwächen, über das Schwinden der körperlichen Kräfte. Das ist eben ein Zeichen dafür.

Mit dem Gedanken muss der Mensch eben auch fertigwerden, dass von einem bestimmten Alter an der Körper anfängt zu zerfallen. Er ist nicht mehr fähig, alle Kräfte zu erneuern, aufzunehmen und zu verarbeiten. Ein schon geschwächter Körper kann dies nur noch bis zu einem gewissen Grade tun. Und so wird dann der grösste Teil der Menschen von grossen Übeln befallen. Es ist der Krebs, die Verkalkung der Arterien, es sind die Herzschwächen und so weiter. Besonders die Herzprobleme sind das Ergebnis von zu grossem Kräfteverschleiss, wenn der Mensch sich nie fragt: “Wie steht es gesundheitlich mit mir? Wie alt bin ich?”

So sollte sich der Mensch auch dann fragen, wenn ihn die Müdigkeit überfällt: “Habe ich diese Müdigkeit infolge einer Überanstrengung, infolge zu vieler Arbeit? Oder fühle ich mich müde und habe gar nichts getan?” Wenn er das Letztere erkennt, soll er sich aufmachen und zum Arzte gehen, dass es ihm ermöglicht werden kann, seine Kräfte durch vernünftige und vorsichtige Lebensweise zu heben und sein Leben noch etwas zu verlängern, damit er seine Vorbereitungen noch besser treffen kann.

Im Grossen und Ganzen tun die Menschen viel zu viel. Das heisst, sie tun Dinge, die überflüssig sind. Es soll sich jeder beizeiten besinnen und sich sagen: “Ich will mit meinen Kräften nur noch das tun, was einen Sinn hat und wozu ich fähig bin, und alles Überflüssige will ich weglassen und meine Kräfte nicht für Überflüssiges verschleudern.” Folglich muss er sein ganzes Denken auf eine gehobenere Stufe lenken, von wo ihm geistige Kräfte zufliessen können. Fröhliche Menschen haben die grössere Möglichkeit, selbst Kräfte in sich zu entwickeln. Grosse Freuden und Hoffnungen sind auch geistige Quellen zur Stärkung besonders jener, die sich eigentlich noch nicht diesem Lebensdurchschnitt genähert haben. Denn auch Menschen in der Blüte ihres Lebens haben dann und wann gewisse körperliche Schwächen. Wenn sie aber ihr Denken und Tun auf eine höhere Ebene zu lenken vermögen, können sie von jener Quelle aus gespiesen werden, dass diese Kräfte ihren Körper wieder durchfliessen und sie wieder gesunden können.

Wer nun viel überflüssige Dinge tut, wird eben seine Kräfte vorzeitig verschleudern, zu seinem Schaden. Wir Geistwesen erkennen dies wohl, und wir versuchen deshalb auch, uns dem Menschen zu nähern, ihn zu inspirieren: “Sei vernünftig, und überlege dein ganzes Tun und Handeln. Das, was du tust, ist viel zu viel für deine dir noch zur Verfügung stehenden Kräfte.” Wir wollen dem einzelnen Menschen genügend Zeit für seine Vorbereitungen, zu seinem geistigen Aufstiege geben.

Meine Worte gelten jetzt ganz besonders jenen Freunden, welchen wir diese körperliche Kraft zuführen möchten. Ihnen möchte ich klarmachen, auf welche Weise sie ihr Leben noch zu verlängern vermögen. Denn der Einzelne hat die Möglichkeit, durch vernünftige Lebensweise sein Leben um ein oder mehrere Jahre zu verlängern. Er kann es aber ebenso verkürzen durch unüberlegtes Handeln und unnötigen Kraftverschleiss. Hier muss jeder vernünftig denken können, auch in seinen geschäftlichen Dingen.

So soll sich jeder so viel Zeit für die Vorbereitungen zu seinem geistigen Fortschritt und Heil reservieren. Das ist so wichtig. Und wenn ihr sagt: “Ja, wir haben ja eine Verbindung zur Geisterwelt Gottes. Sie soll uns die Kraft geben und uns stärken, damit wir unsere Aufgaben richtig erfüllen können”, so muss ich euch darauf aufmerksam machen, dass jeder Mensch seine ganz besondere Strahlung hat. Keine zwei Menschen haben genau dieselbe Strahlung. Also ist das ein Zeichen, dass jeder in seiner eigenen Schwingung ist.

Nun, die Geistwesen haben die Möglichkeit, von ihren reingeistigen Kräften den Menschen zu geben. Sie haben auch geistige Mittel zu ihrer Stärkung. Sie können aber nicht alles Fehlende den Menschen ergänzen. Denn ihr selbst habt das schon beobachten können. Ihr seid müde gewesen infolge Überanstrengung. Nun wäre es darauf angekommen, dass ihr von einem Moment auf den andern für eure Aufgabe gestärkt worden wäret, und ihr habt euch wohl auch entspannt und gebeten um geistige Kraft. Beim einen besteht vielleicht die Möglichkeit, dass er so schnell gekräftigt werden kann. Aber auch nur dann, wenn der Verschleiss seiner eigenen Kräfte noch nicht allzu gross ist. Ist der Verschleiss so gross, dass es sich bereits in dieser Übermüdung zeigt, können die fehlenden Kräfte auch von uns Geistwesen nicht von einem Moment auf den andern zur Verfügung gestellt werden. Wir können nur etwas ergänzen, und der Mensch muss aus eigenem Antrieb dazutun.

Diese Kraft erhält er durch Ruhe und Entspannung, durch Schlaf. Hierbei vermehren sich seine Kräfte wieder. Durch diese Ruhe entfalten sich die Kräfte, und sie beleben den Körper wieder. Ist diese Belebung an einem bestimmten Punkte angelangt, dann vermögen diese weiteren Zuwendungen an geistigen Kräften das ganze ‘Getriebe’ in Bewegung zu setzen. Also muss der Mensch selbst für die Vermehrung seiner geistigen Kraft besorgt sein. Ihr könnt es an euch selbst beobachten. Wenn ihr so müde seid und schwach, weil eure Kräfte aufgebraucht wurden, könnt ihr sie erst wieder durch einen Schlaf von vielen Stunden ergänzen. Es braucht eben seine Zeit, bis alles wieder in Schwung kommt. Denn alles ist in Schwingung.

So, liebe Freunde, beherzigt den guten Rat, und fragt euch selbst: “Wie gehe ich um mit der mir zur Verfügung gestellten Kraft? Was verschulde ich, und was trage ich bei, diese Kraft zu erhalten und zu vermehren?” Wer hierin zur Erkenntnis gelangt, hat schon viel erreicht.

In der Natur gibt es eine Vielfalt an Odströmen – nicht für jeden Menschen sind dieselben Ströme heilsam

Fragebeantwortung vom 6. Juni 1956

In der Natur gibt es eine Vielfalt an Odströmen – nicht für jeden Menschen sind dieselben Ströme heilsam

Josef: Zu den grossen Od- oder Kraftspendern für den Menschen gehören in erster Linie das Wasser, die Luft, das Feuer, die Erde. Die Odkraft ist überhaupt notwendig für das Leben. So wie alle eure modernen Verkehrs- und Transportmittel Betriebsstoff benötigen, so auch der Mensch mit seinem wunderbaren Aufbau. Er braucht diesen Betriebsstoff, um zu leben.

Wenn nun ein Mensch krank ist, dann ist gewöhnlich die Odströmung bei ihm vermindert. Dadurch entstehen Schwächeanfälle. Wenn ihm dann wieder genügend Od zugeführt wird, kann er wieder gekräftigt und lebendig werden.

Der geistige oder odische Leib des Menschen besitzt unendlich viele feinster Fasern. Sie bilden eigentlich den odischen Leib und haben ihren Ursprung im Funken Gottes, der in jedem Menschen ist. Aus diesem Funken Gottes heraus gehen diese feinsten, feinsten Fasern und erweitern sich allmählich. Sie sind auch beim Tier und bei der Pflanze vorhanden, und sie saugen all diese Kraftströme ein, die auf sie zuströmen.

Ich habe nur einige der hauptsächlichsten Kraftströme erwähnt: das Wasser, die Luft, die Erde, das Feuer. Diese odischen Fasern möchte ich vergleichen mit einem Quell. Denn betrachtet eure Quellen, aus denen die kleinen, ungetrübten Bächlein fliessen, wie sie sich dann vereinigen, zu Bächen und immer grösseren und mächtigeren Flüssen werden, bis sie zum Schluss in das Meer einmünden.

So ähnlich ist es mit den Odströmungen des Menschen. Zuerst sind diese feinsten Fasern, die sich immer mehr ausweiten, immer grösser werden und gespiesen werden von all den vielen Kraftströmen von aussen. Es gibt ein Durchfliessen. Und wenn nun ein Mensch von einer bestimmten Odströmung zu wenig erhält, entsteht in ihm eine gewisse Disharmonie. Es können also Krankheiten zum Ausbruch gelangen, weil die Odströme nicht mehr den ganzen Körper beleben können. So wird auch von den Geistern dieses und jenes Mittel zur Anwendung empfohlen, um das fehlende Od zu ergänzen. Im Geistigen ist das Od so fein. Die Odkräfte der Erde sind dagegen schwer – euch Menschen angepasst. Gute Geister bringen den Menschen von ihrem verfeinerten Od. Diese Odströmungen sind also auch im geistigen Reiche vorhanden. Je höher ein Geist, desto feiner sind sie. So können die Geister von ihren Odquellen auch den Menschen abgeben. Sie versuchen das geistige Od mit dem Od des Menschen zu mischen und ihm so die Kraft zuzuführen, die er braucht. Denn der Mensch ist an das Grobstoffliche gebunden, und folglich müssen ihm auch jene gröberen Kräfte verabreicht werden, dass sie ihn beleben und er gesundet. Und so versuchen die Geister auf verschiedene Weise dies zu tun.

Finden sich Menschen zusammen in der Weise, wie ihr jetzt zusammen seid, können von der göttlichen Welt eben Mittel in feinstofflicher Art euch zugeführt werden. Anderseits ist zu betonen: Der Mensch könnte von sich aus selbst nach den ihm fehlenden Kräften forschen, wenn er irgendein Unbehagen verspürt, einen Schwächeanfall erleidet und so weiter. Das Wasser hat eine ungeheuer grosse Kraft. Es ist aber eine einseitige Kraftströmung, genau wie die Luft. Es sind die Elemente, die ihre Kräfte in voller Wucht der Erde und den Menschen senden. Daneben gibt es aber noch unzählig viele Dinge, die in das odische Meer einzufliessen haben, damit der Mensch, auch das Tier, die Pflanze, alles in der Natur, davon aufnehmen können. Es sind auch im Holz odische Kräfte enthalten; bestimmte Holzarten geben eine wunderbare Odkraft ab.

Nun ist es ein Fehler der Menschen, dass sie oft zur Einseitigkeit neigen und dann etwa glauben, wenn sie krank sind oder irgendeine Unpässlichkeit haben, dass ihnen nur das Wasser helfe. Es kann sein, dass für den einen nur die Odströme des Wassers notwendig sind. Ein anderer aber braucht mehr die Odströmung der Luft; er muss wandern, selbst in Bewegung kommen und diese Strömung aus der Luft einnehmen. Ein anderer wiederum braucht Wärme. Wenn ich vorhin vom Feuer gesprochen habe, so könnte ich auch ebenso gut von Wärme sprechen. Es gibt aber verschiedene Arten der Wärme, die dem Menschen zugeführt werden. Es sind alles Odströmungen, durch die er Gesundung finden kann. Ein Weiterer wiederum braucht die Odkraft der Erde, um zu gesunden. Die Ärzte senden viele Menschen ans Meer, sie sollen sich dort in den Sand eingraben und so weiter; der wärmende Sand und die Odströmung des Wassers, zugleich mit dem Od der Erde, ergänzen bei vielen Menschen die fehlenden Kräfte. Bei andern hingegen nützt diese Behandlung absolut nichts, sie brauchen wieder etwas anderes. Dem einen könnte es zum Heile sein, wenn er ein Bad mit Eukalyptusöl nehmen würde, das ihm die fehlenden Kräfte ersetzen könnte.

Die Geister Gottes erkennen diese Strömungen, und es gibt dafür auch ein sogenanntes Zahlengeheimnis. Denn alle Odströme sind für uns auch mit Zahlen bezeichnet. Wenn wir Geister zum Beispiel darüber zu sprechen hätten, was diesem oder jenem Menschen in dieser Beziehung fehlt oder der Erde und so weiter, dann können wir es mit Zahlen ausdrücken. Es ist aber so, dass die Geister zuerst in dieses Zahlengeheimnis eingeweiht werden müssen. Nicht alle Geister haben Kenntnis von diesem Zahlengeheimnis. Sie sehen und erkennen die Odströmungen an der Farbe oder Schwingung. Und diese Farben oder Schwingungen sind mit Zahlen benannt, und so findet unter den Eingeweihten im Geistigen die Aussprache darüber statt.

Es ist so, dass Holz wie auch andere Stoffe mitunter einen günstigen Einfluss auf die Menschen haben. So ist es auch zu erklären, dass sich mancher besonders wohlfühlt, da, wo er wohnt. Er sagt dann, dass ihm diese Atmosphäre zusage. Freilich kann eine so beruhigende, angenehme Atmosphäre durch den Willen und Wunsch der Menschen von der geistigen Welt aus aufgebaut werden. Es kann aber auch sein, dass irgendwelche Gegenstände einen solch günstigen Einfluss auf den Menschen haben, dass es ihm dann eben wohl zumute ist. Dabei ist zu erwähnen, dass auch Steine auf den Menschen einen gewissen Einfluss haben. Ich möchte aber nicht so sehr darauf eingehen; ich möchte nicht, dass man mich nun fragt: “Welcher Stein ist für mich von Vorteil?” Auf diese Frage müsste ich sagen: Suche selbst, es gibt auch Beschreibungen dafür, du kannst es in Erfahrung bringen. Es lohnt sich nämlich, selbst zu suchen; denn der Mensch findet darin die grössere Befriedigung, wenn er selbst etwas erarbeitet hat. Für einen andern kann es wieder von grossem Vorteil sein, wenn er Gold auf sich trägt, weil Gold eine günstige Ausstrahlung für ihn hat. Das trifft aber etwa ja nicht für alle Menschen zu. Für andere wiederum hat Silber den besten Einfluss, wieder für andere Kupfer.

Daraus ist zu erkennen, dass in allem Od enthalten ist, das auch in kleinsten Mengen für das Wohlbefinden des Menschen von Wichtigkeit sein kann, weil es in ihn überfliesst und ihn kräftigt. Auch Kleiderstoffe, wie ich auch schon erwähnt habe, können mitunter einen grossen Einfluss auf den Menschen haben, desgleichen Blumen, Pflanzen und Tiere. Es gibt Menschenkinder, die sich unter Tieren am wohlsten und glücklichsten fühlen. Sie sind dafür disponiert, die Kräfteströme aus den Tierleibern aufzunehmen, die ihnen eine Ergänzung bieten und sie harmonisch gestalten. Wenn aber dem einen dieses oder jenes mangelt und er unzufrieden ist, wenn er den betreffenden Stoff, die Pflanze oder das Tier nicht um sich hat, nach dem er das Verlangen hat, so darf daraus nicht eine Sucht, ein übermässiges Verlangen entstehen nach Besitz in einer einzigen Richtung. Sondern alles soll in ausgeglichener, harmonischer Weise geschehen.

Alle diese Odströme bewirken das Heil des Menschen. Vielleicht kommt die Menschheit einmal dazu, diese Ströme besser zu erforschen, alle diese Kräfte einzuteilen und auch die Odströme des Menschen zu erforschen, um zu erkennen, was ihm fehlt und ersetzt werden muss. Die künstlichen Heilmittel der Menschen wirken oft nur vorübergehend. Vermögen die Menschen einmal diese Odkräfte richtig zu erkennen und sich dienstbar zu machen, dann wird es von viel grösserem Nutzen sein.

Jetzt könnt ihr erkennen, von wie vielem – und ich habe nur weniges genannt – der Mensch abhängig ist, dass seinem Körper alle diese Kräfte im harmonischen Verhältnis zugutekommen, die er zu seiner Belebung braucht. Alle diese feinstofflichen Odquellen, die den Menschen umgeben – sagen wir einmal: Gold, Silber, Kupfer, Holz, Steine und so weiter –, sind in feinstofflicher Art im Körper des Menschen enthalten, weil er das unbedingt zur Belebung braucht. Ihr dürft es euch nur nicht in der verdichteten Form vorstellen, wie ihr alles mit euren Augen sehen könnt. Sondern in geistiger Art wird es dem Menschen zugeführt und ist auch so in ihm enthalten. Und ergänzt wird sein Od auf dem Wege seines Lebens; wo er hinschreitet, wo er durchgeht, wird seine Odkraft ergänzt.

Nun, meine lieben Freunde, es ist möglich, dass ich dieses und jenes zu sagen oder genauer zu erklären unterlassen habe. Habt ihr in dieser Beziehung noch Fragen?

Lieber Josef, wie verhält es sich mit der Wirkung geistiger Odquellen?

Josef: Davon habe ich auch schon gesprochen: dass der Menschengeist die Möglichkeit hat, in der göttlichen Welt Kraft für sein Leben zu holen. Während der Körper ruht, kann sein Geist im Jenseits an einem gelingenden, freudigen Schaffen teilhaben. Zu diesem freudvollen Schaffen des Menschengeistes gehört zum Beispiel auch der Aufenthalt unter den geistigen Tieren aller Art. Nun, er wird sich dort aufhalten, wo es ihm Freude bereitet. Die geistigen Tiere spenden ihm geistige Kraft. Er saugt sich gewissermassen voll davon, und zurückgekehrt in seinen irdischen Leib gibt er sie diesem ab. Da der Menschengeist mit seinem Körper durch die silberne Schnur verbunden ist, kann diese geistige Odkraft ganz sachte durch diese geistige Schnur in seinen Körper rieseln. Er vermag dann, wenn er ins Leben hinaustritt, von diesen Kräften andern abzugeben; die andern zehren von ihm. So gibt es oft Menschen, die glauben, keine Aufgaben im Leben zu haben. Sie haben Aufgaben, die sie gar nicht kennen; sie haben gar keine Ahnung davon, wie wichtig ihr Leben hier ist, um den andern zu dienen und den Weg leichter zu machen.

Es können sich solche Menschengeister auch in geistigen Wäldern aufhalten, denn auch solche gibt es. Sie nehmen dann diese Odkraft mit sich. Sie können sogar von Engelwesen zu bestimmten Menschen hingeführt werden, um sie zu kräftigen. Die Engelwesen vermögen dafür diese Kraft auch aufzubauen, die der Betreffende da- oder dorthin zu tragen hat. Es gibt der Möglichkeiten so viele. Und ich möchte damit sagen: Überall, wo sich der Menschengeist aufhält, nimmt er Kraft auf und bringt sie wieder irgendwohin, sei es zu einem leidenden oder angstgequälten Menschen, oder er besucht Freunde, um ihnen von dieser Kraft gleichsam als Geschenk zu bringen.

Es kann sein, dass ihm diese Kraft tagsüber, wenn er wieder in seiner Welt tätig ist als Mensch, langsam wieder entschwindet, indem sie von andern aufgesogen wird. Und ich möchte sagen: Die Kraft rieselt wie kleine Bächlein aus ihm heraus und wird von andern wieder aufgesogen. So ist dieser Hauch Gottes oder Odstrom, wie ihr es nennen wollt, nicht nur eine Kraftwelle; der Odstrom wird ständig aus einer Quelle gespiesen, und er durchströmt und belebt alles.

Ist es möglich, dass der Menschengeist eines Kranken in der geistigen Welt an diejenige Odquelle herangeführt wird, deren Kraft er benötigt?

Josef: Wenn es sein darf, ja. Aber der Erfolg hängt zum Beispiel auch von seinem Alter ab. Ein Mensch von siebzig Jahren wird eben nicht mehr die Fähigkeit haben, jene odischen Kräfte mit sich herumzutragen und sie überhaupt noch aufzunehmen wie ein jüngerer. Sind gewisse Organe des Menschen schon nahe dem Zerfall, dann kann ihm auch diese Odströmung nicht mehr viel helfen. Es sind auch noch andere Dinge, die man in Betracht ziehen muss. Es kann aber sein, dass er das bekommt, wofür er bittet – wenn es für sein persönliches Heil ist. Dann besteht auch die Möglichkeit, dass Geister ihm die fehlenden Kräfte zuführen können.

Warum nicht alle Kranken geheilt werden können – eine Erklärung über geistige Gesetze und über die Gnade Gottes

Fragebeantwortung vom 14. Februar 1951

Warum nicht alle Kranken geheilt werden können – eine Erklärung über geistige Gesetze und über die Gnade Gottes

Lieber Josef, wenn Gott der Vater der Liebe ist, warum können dann nicht alle Kranken geheilt werden? Warum lässt Gott das Leiden zu – gerade auch bei jenen Menschen, die nach unserem Empfinden gute Menschen sind?

Josef: Es sind da so viele Gesetze oder – ich möchte sagen – Paragrafen, die mitsprechen. So möchte ich einmal feststellen, dass, wie ihr genau wisst, es bei Gott allein ist, welchem Sünder er die Sünden vergeben will. Kein Mensch weiss, ob Gott ihm seine Sünden vergeben will. [...]

Einen weiteren Paragrafen möchte ich erklären. So habe ich euch doch die Worte gegeben, dass Christus den Menschen den Weg geebnet hat zum Hause Gottes, dass aber doch Luzifer der Fürst ist über diese Erde. So habe ich im letzten Vortrag [vom 10.2.1951] ganz deutliche Worte gegeben, dass Luzifer das Recht hat, so viel Schmutz unter die Menschen zu streuen. Dieses Recht ist ihm gelassen worden; denn Christus hatte dazumal [als nach seinem Sieg über Luzifer die neue Gesetzgebung in Kraft trat] zu Luzifer gesagt: “Über all jene Menschen, die Gott suchen und den Weg zu ihm finden, über die hast du keine Macht. Diese werden besonders begnadet, und diese nehmen wir in unsere Reihen auf. Aber alles muss geschehen aus dem freien Willen heraus. Du kannst Schmutz und Kot streuen über diese Erde, so viel du willst, aber wenn der Mensch aus diesem Kot heraus den Weg findet zum Hause Gottes, dann gehört er in das Reich Gottes, dann hat er diese Prüfung bestanden.”

Und so können die Mächte der Finsternis diesen Menschen so viel Krankheit bringen. Gott schreitet nicht ein. Dieses viele Unglück – es sind teils Prüfungen für die Menschen – ist die Wirkung jener Abmachung. Und Luzifer ist es, der so viel Zank, Neid und Unfrieden streuen will auf diese Erde, in die Familie hinein, und er kommt mit Krankheit. Wenn ein Haus in grösster Ruhe und Liebe ist und er sonst nicht weiss, wie er zudringen kann, so versucht er es noch mit Krankheiten, um Unfrieden und Disharmonie in ein Haus zu bringen.

Krankheitskeime, meine lieben Freunde, werden nicht auf dieser ganzen Erde gleichmässig verteilt. Es sind Kerne, und diese Kerne werden gesetzt in jene Sphären, wo sie besonders gut gedeihen. So sind nicht ein und dieselben Krankheiten vertreten in allen Ländern. So sind diese Sphären gut ausgewählt, wo diese Krankheiten gut gedeihen.

Und nun, liebe Freunde, auch das ist diesen Mächten zugestanden, solche Kerne auszustreuen und diese Krankheiten über die Menschen zu bringen. Es ist nach dem Gesetze dem Fürsten dieser Welt das Recht gegeben worden, dieses Unglück zu bringen.

Bevor ich aber nun auf die Gnade Gottes zu sprechen komme, liebe Freunde, müsst ihr wissen, dass der Mensch aus seinem freien Willen heraus den ersten Schritt selber tun muss. Er muss den Weg finden zum Arzt! Wie oft gebe ich die Worte: “Pflegt euren Körper!” Nie habe ich einem Freund gesagt: “Du sollst nicht zum Arzt gehen.” Die Ärzte sind Werkzeuge Gottes. Sie haben ihr Wissen mit so viel Mühe, ich möchte sagen, auch mit Schweiss, mit so viel Energie und Aufopferung zusammengebracht. Sie mussten sich dazu wirklich anstrengen. Und alles ist dieser Erde gegeben. Die Menschen müssen nach allem suchen und greifen, was ihnen hilft, weil es in dieser Abmachung liegt, dass der Mensch aus freiem Willen diese Dinge suchen muss. Und wenn er diesen Schritt tut, dann wird er auch demgemäss geführt, und sein Suchen ist nicht umsonst. In diesem Moment haben diese düsteren Mächte keine Macht mehr – oder sie haben das Recht nicht mehr, einzugreifen.

Also sind die Ärzte Werkzeuge Gottes. Durch ihren Eifer, durch ihre Anstrengung haben sie eingegriffen in diese kostbare Welt mit ihren wunderbaren Dingen, um den Menschen zu helfen. Ich möchte sagen: Ein solcher Mensch hat grosse Verdienste, der sein ganzes Können dareinlegt, dem Nächsten zu dienen und zu helfen. Also auch ein Arzt. Wenn nun der Mensch sich nicht wohlfühlt, so soll er zum Arzt gehen!

Manche von euch werden sagen: “Ja, ich bin nicht einig mit deinen Worten.” Ich aber sage euch, dass Freunde geführt werden, dass sogar dazugetan wird, ein plötzliches Unwohlsein auszulösen, damit nun dieser Mensch den Weg noch rechtzeitig zum Arzt findet, das heisst, damit er erkennt, dass es nun Zeit ist, den Weg zum Arzt zu tun, wohin er jedoch frei von sich heraus gehen muss.

Das ist in diesem Gesetze Gottes. Hat er das getan, hat sein Wille gesiegt und ist er frei von sich aus gegangen – hier kommt nun die Gnade Gottes. So lässt nun Gott die Menschen behüten; denn dieses hat er sich vorbehalten, den Menschen Hilfe angedeihen zu lassen, wo er will, das heisst, wenn sie diese Gesetze zuvor erfüllt und den Weg zum Arzte gefunden haben. Dann steht diesen düsteren Mächten kein Recht mehr zu.

So will ich aber auch sagen, dass es Menschen mit besonderen Heilkräften gibt, Menschen, die [hinsichtlich bestimmter Krankheiten] hellsehend sind, was aber heute sehr wenig anzutreffen ist. Wenn Menschen mit irgendeiner Krankheit, zu deren Heilung es keinen besonderen Arzt braucht, zu solchen Freunden geführt werden, bei denen die Kräfte so stark sind, diese zu heilen, so ist auch da die Gnade Gottes, und so werden auch diese Menschen geführt.

Aber bedenkt, dass es sogenannte Heiler gibt, die steif und fest behaupten, selbst einen Menschen mit den grössten Geschwüren heilen zu können – doch sie sind nur hinderlich. Denn wenn der Kranke sich von solch einem Menschen beeinflussen lässt – weil der Weg zum Arzt ihm zu schwer ist oder weil er schon weiss, dass der Arzt ihm etwas sagt, das er nicht hören will, und er die Worte des andern lieber hört –, dann geht er von der Quelle weg. Wenn aber ein Mensch auf Gott vertraut und den Schutz hat, der ihm versprochen ist, so ist er behütet, und dann kommen die Engel Gottes, und es kommt die Gnade Gottes zu ihm, weil er in gewissem Sinne Sieger geworden ist.

Aber ich möchte sagen: Das letzte Wort ist immer bei Gott. Was ich aber herausheben will, ist das, dass Menschen, die diese wunderbaren Wege gehen, behütet sind, dass der Mensch daran nicht zweifeln soll.

So habe ich euch nun einige Erklärungen gegeben. Ihr mögt in vielen Dingen noch zweifeln. Ich kann euch nicht alle Einzelheiten verständlich machen, aber ich will euch klartun, dass Gott wahrhaftig die Güte und die Liebe ist, der es nicht liebt, die Menschen in ihrem Schmerz und Unglück zu sehen. Wenn Menschen in diesem Unglücke sind, gehört dies in diese Abmachung, in dieses Gesetz hinein. Der Mensch muss die ersten Schritte tun, sei es um Arbeit, sei es zum Arzt. Er muss sich zuerst bewegen und die ersten Schritte tun, sei es auf diese oder jene Art. Dann wird geholfen, denn er selbst hat entschieden.

Ratschläge zum Schutz vor Krankheiten

Josef, 11. Mai 1949 (Fragebeantwortung), und Lene, 12. Juli 1958 (Meditation, Ausschnitt)

Ratschläge zum Schutz vor Krankheiten

Josef: Wenn ich euch immer frische Luft empfehle, dann soll man nicht nur gedankenlos dahinwandern. Du sollst dabei denken: “Nur Gottes reine Strahlen durchdringen mich. Ich will nur wandern unter den Strahlen vom Hause Gottes mit seiner unendlichen Kraft, und sie durchdringen meinen Geist und Körper.” Und so sollt ihr ruhig wandern. Denn alle Menschen, die solche Gedanken pflegen, bilden um sich einen Schutz und einen Ring, zu welchem nur Engel Gottes Zutritt haben; denn diese wollen ganz besonders gerne jene Menschen beschützen, die nach der Kraft Gottes rufen. Es ist für den Menschen von Vorteil, wenn er Schutzgeister aus höheren Sphären hat – nur: Jene aus höheren Sphären sind interessiert an Menschen, die gewissermassen in die gleiche Stufe gehören. Sie wollen sich nur mit Gleich und Gleich verbinden, da sie bei diesen Menschen besser walten können.

Es wird aber auch eine Fröhlichkeit vom Menschen verlangt. Es ist besser, wenn der Mensch fröhlich ist, aber diese Fröhlichkeit muss aus Gott kommen, und mit dieser Göttlichkeit muss gearbeitet werden, damit das ganze Antlitz mit allen seinen Zügen, wie auch der Gang und die Bewegungen des Menschen in dieser göttlichen Harmonie mitschwingen. Und so empfehle ich dir: Frische Luft, und trage immer den Gedanken an Gott in dir, und dir wird geholfen werden.

Lene: Wenn der eine krank ist oder in Not, so empfehlen wir ihm, die Stille aufzusuchen, sich mit der Gotteswelt zu verbinden. Da versuchen wir ihm beizustehen und Kraft zu geben. Wir müssen aber die Menschen aufklären, dass sie oftmals selbst schuld sind an ihren körperlichen Krankheiten. Sie können aber zu diesen göttlichen Quellen hintreten und Linderung, ja sogar Heilung holen.

So möchte ich doch einmal erklären: Wenn Unangenehmes zu euch kommt, dann müsst ihr versuchen, euch in euren Gedanken zu heben, euch also in eine höhere Schwingung hineinzuversetzen. Wenn zum Beispiel der eine sich in besonderer Weise über irgendwelche Dinge aufregt – ja, diese Aufregung kann so stark sein, dass sie da oder dort den Tod hervorruft –, durch seine Einstellung, durch diese Erregung wird von seiner Seele heraus ein, ich möchte sagen, gewisses Gift auf seinen irdischen Leib, in seine Organe geführt. Diese Erregung, die sich in ihm entfaltet, kann sehr schädlich sein. Wenn man sich aufregt, kann man davon krank werden, und diese Krankheit kann von längerer Dauer sein. So schadet sich ein jeder selbst, wenn er sich aufregt. Er schädigt seine Seele, die so verbunden ist mit dem Leibe; er hat seine Kanäle, und durch diese Kanäle fliessen diese Kräfte, die von ihm entwickelten aufbauenden oder vernichtenden Kräfte. Wenn du also etwas Unangenehmes hast in deinem Leben, musst du dich darin üben, stärken, dass du es überwinden kannst, damit dein Körper gesünder bleibt und du in dieser körperlichen Gesundheit Gott und dem Nächsten viel mehr dienen kannst. So hat jeder die Möglichkeit, das zu überwinden. Und wenn du dann wieder in dein Leben hinaustrittst und diese unangenehmen Dinge zu dir kommen, die dir diese innere Unruhe bringen, dann denke an diese Stunde und versuche darüberzustehen; denn dieses niedere Denken, dieses Aufregen versetzt dich in eine solch niedere Welt, in eine niedere Schwingung hinein, von wo aus nichts Heilvolles kommt. Und schliesslich, wenn du diese Dinge gesund betrachtest, sollst du Herr werden über alles. Du sollst Gott bitten, dass er dir den Weg zeigt, das Üble zu überwinden, und er dir Licht gibt auf deinem Lebensweg. Du sollst also nicht verzweifeln. Es möge kommen, was wolle – richte dich auf, erhebe deine Gedanken, dein ganzes Sinnen und Wollen. Von dort, von diesen Höhen, kommt eine wundersame Kraft zu dir.

Weitere Erläuterungen zu gesundheitlichen Fragen

Fragebeantwortungen aus den Jahren 1950 bis 1957

Weitere Erläuterungen zu gesundheitlichen Fragen

Mit welchen Medikamenten soll man eine Krankheit behandeln – mit Naturheilmitteln oder mit chemischen Medikamenten?

Josef: Liebe Freunde, es liegen so viele Wurzeln, so viele Kräutlein für die Menschen bereit! Es sind einfache Kräutlein, die den Menschen helfen gegen Krankheiten, wenn man dieselben zur rechten Zeit anwendet. Wenn aber eine Krankheit zu weit fortgeschritten ist, dann können diese Kräutlein nichts mehr nützen, dann braucht der Mensch einen Arzt, der ihm etwas Stärkeres gibt. Und diese Mittel, welche die Ärzte verabreichen, sind doch auch Zusammensetzungen von diesen vielen Produkten der Erde oder der Natur, von Pflanzen oder von Tieren, und dies ist eben im gleichen Sinne – so wie ich gesagt habe.

Bei einer fortgeschrittenen Krankheit nehmen die Menschen eben etwas Starkes, und in diesem Fall ist der Erfolg weiter entfernt, als wenn man beizeiten mit dem anfängt, was aus der Erde gewachsen ist, mit diesen Kräutlein, die von diesen Strahlen gekräftigt wurden – von Frühling, Sommer, Herbst und Winter, von all diesen Engeln, die ihre Arbeit geleistet haben für diese Kräutlein. Je früher man mit der Behandlung einer Krankheit beginnt, desto besser. Darum sage ich immer: Wenn ein Mensch schon erkrankt ist und ihm diese Kräutlein nicht mehr helfen können, dann soll er zum Arzt gehen, der auch ein Werkzeug Gottes sein kann. (1950)

Lieber Josef, du hast uns erklärt, dass das Wasser eine heilwirkende Odkraft hat. Wird diese Heilwirkung unterbunden, wenn das Wasser aus hygienischen Gründen mit Chlor vermischt wird?

Josef: Dazu muss ich sagen, dass diese Mengen Chlor, die dem Wasser zugefügt werden, so gering sind, dass sie eigentlich das Gesamtbild dessen nicht verderben können. Denn anderseits kann das Wasser soundso viele Bakterien enthalten, dass es ohne dieses Chlor den Menschen schaden könnte. Freilich kann die Heilkraft von verschmutztem Wasser beeinträchtigt sein, es wird vielleicht nicht diese Odmengen ausströmen wie sauberes Wasser. Dennoch kann es auf den Einzelnen noch genügend Heilsames übertragen.

Sagen wir nun, ihr stellt ein grosses Gefäss voll Brunnenwasser an die freie Luft und an die Sonne, so nimmt es die Strahlung von Luft und Sonne auf. Vielleicht besteht auch noch das Glück, dass die Erde an dem Ort, wo das Gefäss aufgestellt wird, eine besondere Heilkraft ausströmt. Dann vereinigt sich all das Heilsame mit dem Wasser, dass es dem Menschen zum gesundheitlichen Vorteil sein kann.

Nun, dies zu erforschen, ist Sache des Menschen, wie sie auch herausgefunden haben, dass gewisse Höhenorte für bestimmte Krankheiten eine besonders heilsame Kraft ausstrahlen. Viele suchen die Meeresnähe auf, wenn sie von gewissen Krankheiten geplagt sind; denn das Meerwasser strömt für sie wieder so viel Heilsames zu ihrer Gesundung aus. Andere Kranke in Städten und Dörfern sollten wieder eher in die Berge gehen, da ihnen jene Kräfte so zuträglich sind, die dort ausströmen. Nicht umsonst werden die einen hierhin, die andern dorthin gezogen. Ja, sie werden tatsächlich von innen heraus dazu gedrängt, zu diesen Kräften hingeführt, die für sie heilsam sind.

So sollt ihr es jenen nicht verübeln, die dem Drange nach diesen Bergeshöhen so nachgeben, um dort zu verweilen. Die Berge sind für sie – ich möchte fast sagen – eine Verwandtschaft. Sie pflegen eine Freundschaft zu diesen Bergen, weil eine besondere Kraft von ihnen auf sie übergeht. Von ihrem Wissen aus sagen sie: “Ja, mich locken die Berge, mich freuen diese Weiten, diese Aussicht.”

Ein anderer sagt: “Ich freue mich an dieser wohltuenden Ruhe, und ich fühle eine wunderbare Atmosphäre.” Es ist das, was sie zu erklären vermögen. Wir vom geistigen Standpunkte aus sagen: “Du gehörst dorthin, du könntest dort gesunden.”

Nun, das sind alles Dinge, die die Menschen eben selbst zu erforschen haben. Nur sollt ihr nicht in den Fehler verfallen, dass ihr glaubt, dasselbe müsse unbedingt auch für euch das Richtige sein, wenn einer sagt: “Dort hat es mir gutgetan, gehe auch hin, das tut dir gut!”

Also muss jeder selbst herausfinden, wo er am besten Erholung finden kann, ob in Meeresnähe, auf Bergeshöhen oder im Flachland und so weiter. Es sollte jeder dorthin gehen, wo er sich hingezogen fühlt. Dort ist bestimmt etwas, das sich eng mit ihm verbindet. Wenn er dem nachgeht, kann er Heilung und Gesundung erleben. (1957)

Lieber Josef, es gibt Kranke, die zu ganz bestimmten Wasserquellen reisen, weil sie die Hoffnung haben, hier Heilung zu finden. Kannst du uns dazu etwas sagen?

Josef: Meine lieben Freunde, es gibt Menschen, die mit einem solchen Vertrauen zu einer solchen Quelle hingehen, und ihr Glaube ist so gross, dort geheilt zu werden, dass dann wahrhaftig bei dem einen oder andern dieser Glaube stark genug ist, dass er geheilt wird.

So ist es eben oft so notwendig, dass der eine oder der andere Mensch an einen solchen Ort geführt werden kann, wenn er von diesem oder jenem Wasser Heilung erhofft. Wenn Menschen zusammen wirklich diesen Glauben in sich tragen, kann einer Quelle ein besonderer Segen gegeben sein. Es braucht aber nicht unbedingt so zu sein. Denn der Mensch erzeugt durch seine Willenskraft und sein Vertrauen diese Kraft in sich selbst; durch seinen Glauben an Gott erzeugt er in sich eine ungeheure Kraft, die ihm für seinen Körper zum Heile ist.

Es kann ihm auch zum Heile sein für seine Seele; denn im Menschen ist ein ständiger Antrieb durch seine Gedanken, seine Willensäusserungen. Und wenn er für das Gute wirkt, so treibt er dieses Rad ständig an und bringt es in die grösste Schwingung, und es gibt seinem Körper eine grosse Kraft und Energie, sodass er wieder gesundet.

Daher sage ich doch so oft zu den Menschen: Ihr habt in euch so ungeheuer viel Kraft. Und diese ist: Vertrauen, Mut – Mut muss der Mensch haben, Energie muss er aufbringen, und dann kann er so viel zu seinem Heile beitragen, und sein Heil liegt in seinem Körper wie in seiner Seele, wenn er dieses erkannt hat. (1951)

Ist es für unsere Gesundheit von Bedeutung, aus welchem Material unsere Kleider sind? Beziehungsweise: Haben synthetische Stoffe, also Kunstfasern wie Nylon, einen schädlichen Einfluss auf uns?

Josef: Nein, man kann nicht sagen, dass sie einen schädlichen Einfluss haben, sie haben aber auch keine Strahlung wie die natürliche Materie. Künstliche Stoffe strahlen nicht aus, während zum Beispiel Leinen eine wunderbare Ausstrahlung für die Menschen hat. Kranke Menschen sollten es vorziehen, sich mit solchen Stoffen zu bekleiden wie Leinen, auch Seide und gute Baumwolle, weil diese eine gewisse Lebendigkeit in sich haben und eine heilsame Wirkung auf den Körper haben, die sie im gewissen Sinne schützt.

Kunststoffe vermögen den Körper nicht in gleicher Weise zu schützen. Doch wenn der Mensch gesund und stark ist, werden auch künstliche Stoffe nicht nachteilig für ihn sein. Viele wissen ganz genau, welche Stoffe sie nicht tragen können, das gilt für die sensibleren Menschen.

So gibt es auch Holzarten, die einen ganz günstigen Einfluss auf die Menschen haben. Aber nicht jedes Holz ist gleich gut für alle Menschen. Ihr sollt mich jetzt aber nicht nach dem für euch passenden Holze fragen. Solche Fragen stellt nicht. Es gibt noch so viele Dinge, die für den einen und andern gut sind, aber das muss jeder selbst herausfinden. Man soll in diesen Dingen auch nicht fanatisch und extrem in dieser Richtung forschen.

Die künstlichen Stoffe sind niemals zum Schaden der Menschen, aber es soll jeder selbst ausprobieren, je nach der Jahreszeit, was für ihn das Beste ist. Gesunde werden kaum einen Unterschied spüren. (1957)

Würdest du die Nylonwäsche also nicht empfehlen?

Josef: Ich will nicht sagen, dass ich sie nicht empfehlen kann, aber diese künstlichen Stoffe haben keine heilende Bedeutung, es kann kein heilender Strom zu den Menschen dringen. Die künstlichen Stoffe haben nicht die Fähigkeit, Krankheitsstoffe, die an den Menschen dringen, abzuwehren, abzuschirmen. Reine Wolle und Leinen aber bilden für den Körper wie eine zweite Haut, welche die ungünstigen Schwingungen nicht in den Körper des Menschen eindringen lässt.

Es kann ein Mensch solche künstlichen Stoffe tragen, ohne dadurch Schaden zu nehmen [in jüngeren Jahren], aber es kommen Jahre, wo er solche künstlichen Stoffe nicht mehr erträgt, wo es für ihn besser ist, Wolle, Leinen oder Baumwolle zu tragen, besonders dann, wenn er krank ist. (1952)

Es gibt Menschen, die leiden unter einer Wetterfühligkeit, zum Beispiel bei Föhnwetter. Wo liegt die Erklärung dafür?

Josef: Vielen Menschen kann der Föhn überhaupt nichts antun, weil sie genügend Abwehrkräfte in sich haben. Jene, die dafür empfindlich sind, sind in ihren Kräften etwas einseitig geworden. Junge Menschen, wenn sie nicht besonders sensibel sind, werden vom Föhn nur selten beeindruckt, weil bei ihnen diese Abwehrkräfte noch viel grösser sind. Ihre Schwingung ist stärker. Demzufolge können sie diese Kräfte fortwährend ersetzen. Bei den Föhnkranken findet gewissermassen eine Vereinigung der ausströmenden Kräfte des Menschen mit dem Föhn statt. Dadurch wird ein solches Unbehagen ausgelöst. Das gleichmässige Durchströmen der Kraft im Menschen fehlt. Er ist nicht mehr fähig, seine Schwingung hochzubringen. Es ist ein Verdrängen bestimmter körperlicher Kräfte, was diese Müdigkeit und dieses Unbehagen hervorruft. Die Föhnstrahlung zieht also von den Kräften des Menschen und gibt von ihrer Einseitigkeit. (1956)

Kann sich ein wetterfühliger Mensch gegen die besondere Ausstrahlung, die bei Föhnzeiten herrscht, irgendwie schützen?

Josef: Seht, liebe Freunde, der Mensch kann sich mit der Zeit und mit grosser Geduld und vielen Übungen in ein Schwingungsfeld hineinbegeben, das für ihn günstig ist. Er muss also so gekräftigt werden, dass er sich aus den ungünstigen Strahlungen herauszuschaffen und sich dort hineinzubegeben vermag, wo er frei wird von diesem Unbehagen. Das geschieht auch wieder durch eine besondere Einstellung, und durch eine körperliche Reinigung wird er dann in diese Schwingungsfelder hineingeführt und so gekräftigt werden, dass diese Föhneinflüsse über ihn keine Macht mehr besitzen.

Es wäre also möglich, eine angeborene Föhnempfindlichkeit auf geistigem Wege zu beseitigen, aber es ist ein langer Weg dahin. Es gibt aber auch wunderbare Wege der Heilung für solche, die unter dieser Föhneinwirkung an Kopfschmerzen leiden. Wenn sie in diesen Zeiten jeden Tag zwei- bis dreimal ihr Gesicht mit starkem Salzwasser waschen, es immer wiederholen jeden Tag, dann werden die Betreffenden einen gewissen Panzer um sich schaffen; denn das Wasser selbst ist schon eine wunderbare Kraft, und mit diesem Salz verbunden vermag es nach und nach diese Strahlungen, welche das Unbehagen bereiten, zu vernichten.

Dies soll aber immer wieder getan werden und immer wieder, dann wird ein Erfolg sich einstellen, besonders bei jenen, die an Kopfschmerzen leiden. Man nehme dazu gewöhnliches Kochsalz. Nicht alle Menschen sind aber empfänglich für diese Ausstrahlung des Salzes. Für viele ist es sehr gut, andere reagieren nicht so darauf. Wer aber an Kopfschmerzen leidet unter dem Föhneinfluss, soll es damit versuchen und zwei- bis dreimal pro Tag in diesen Zeiten solche Waschungen machen. (1955)

Heft 5/2010
Printausgabe vergriffen
21 Seiten, 21 × 29,7 cm