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Beginn und Entfaltung der geistigen Schöpfung – Je höher die Entwicklungsstufe, desto feiner die Odkraft – Die irdische, materielle Welt ist eine Verdichtung des Geistigen
Odlehre, Anfänge der Schöpfung
Beschreibung
Wenn von der Schöpfung Gottes gesprochen wird, so denkt der Mensch zuerst an die sichtbare Schöpfung. Bevor man aber von dieser irdischen Schöpfung spricht und versucht, sie zu ergründen, muss man versuchen, die geistige Schöpfung anzuerkennen. Denn alles, was in der materiellen Welt ist und seinen Bestand hat, wurde zuerst im Geistigen geschaffen – die irdische Materie ist eine Verdichtung des Geistigen, eine Verdichtung einer unsichtbaren Substanz, der Odkraft.
In Gott ist alle Kraft, ist jede Substanz vorhanden, um eine weitere Entfaltung zustande zu bringen. In der Schöpfung Gottes gibt es eine gewaltige Zahl an unterschiedlichen Odstrahlen. Jeder Strahl oder Faden unterscheidet sich vom andern in seiner Leistung. Jeder hat seine besondere Wirkungsmöglichkeit, und durch eine feine Verdichtung von all dem, was durch Gott zur Verfügung steht, war und ist es möglich, das geistige Reich in seiner geistigen Vielfalt aufzubauen.
Themenheft 4/2010: Odlehre – Anfänge der Schöpfung
Inhalt
Der Beginn der geistigen Schöpfung
Lene, 19. September 1982 (Ausschnitt)
Der Beginn der geistigen Schöpfung
Christus ist die einzige direkte Schöpfung Gottes. Er ist das Ebenbild Gottes. Alles, was geworden ist, ist durch Christus entstanden.
Lene: Was die Person Gottes anbelangt, kann ich keine Orientierung geben, weil euch Menschen die Begriffe dafür fehlen, es zu verstehen. Selbst geistige Wesen in der Jenseitswelt haben es schwer, Gott in der Weise zu begreifen und zu verstehen. Für den Gläubigen soll es genügen, wenn von Gott, dem Herrn, gesprochen wird, der Macht hat über alle Dinge.
Und wenn nun vom eingeborenen Sohn geredet wird, sollte man sich auch darüber Gedanken machen können, dass es einmal eine Zeit gab, wo dieser eingeborene Sohn, also Christus, nicht da war. Er selbst sagte: “Ich bin der Anfang – und das Ende.” Mit dem Anfang meinte Christus, dass er der Anfang in der Schöpfung ist. Ausser ihm wird keiner “eingeborener Sohn” genannt werden können, denn er ist der einzige, und er wird seinen Auftrag, seine grosse Aufgabe bis ins Letzte erfüllen.
Nun versuche ich euch dies näher zu erklären. Alles, was ihr im Weiteren hört, ist im Grunde genommen immer eine Fortsetzung. Was aber vielen fehlt, ist dieser Anfang. Man baut auf einem Standpunkt auf und versucht, von dort aus weiter auszubauen. Das mag ja auch seine Richtigkeit haben, denn das, was ich euch in dieser Stunde sage, hätte ich euch früher nicht erklären können, und ich könnte dies auch nicht allen Menschen offenbaren. Denn sie würden es so wenig verstehen, wie die ersten Christen Christus verstanden haben – sie haben ihn nicht verstanden, obwohl er ihnen wahrlich sehr nahe gekommen war.
Ich sage euch nun: Gott lebte einst alleine in seiner Herrlichkeit, in seiner Pracht, in seiner Welt, die so wunderbar war – so wunderbar ist. Dem Vater im Himmel, in seiner Herrlichkeit, kam das Verlangen, eine weitere Entfaltung, eine weitere Schöpfung herzurichten. In ihm war das Verlangen, er möchte von sich ein Abbild haben, ein Ebenbild, wie es eben geworden ist: Christus – Ebenbild Gottes.
Ehe Christus ward, lebte also Gott in diesen wunderbaren Himmeln, in all diesem Glanz, in all der Herrlichkeit, die es für seinen Himmel brauchte. Gott hatte die Macht in sich, er hatte alle Kraft – und vielleicht muss ich für euer besseres Verständnis sagen: In ihm war jede Substanz vorhanden, um eine weitere Entfaltung zustande zu bringen, um weiter zu schöpfen. Denn zu jener Zeit – die ich jetzt versuche anzupeilen, so gut es mir möglich ist –, als Gott alleine in seiner Herrlichkeit in seinem Hause lebte, gab es dort schon eine geistige, feinstoffliche Natur. Das wunderbare Haus, in dem Gott lebte, war eingerahmt von einer Natur. Es gab Seen, Berge, Flüsse; es gab ein Tierreich – wenn auch begrenzt –, und es gab ein Mineralreich. Es musste doch eine Natur vorhanden sein, um sich auch gleichsam an ihr zu freuen, um mit dieser Natur zu entfalten, zu entwickeln. Sie diente Gott auch, wenn ich es jetzt in dem Sinne sagen darf. In begrenzter Form war sie also vorhanden.
Ein Mineralreich, ein Tierreich war da. In Gott selbst war doch alles vorhanden, sodass es ihm möglich war, diese Umgebung zu schaffen. Er hatte diese feinstoffliche geistige Welt aus sich heraus geschaffen und darin gelebt. Ich kann keine Zeit angeben; ich kann nicht bis aufs Äusserste gehen, denn das, was ich versuche euch zu erklären, ist schon ein Wagnis.
Diese wunderbare Welt, die Gott umgab, förderte in ihm die Sehnsucht nach einem Ebenbild von sich. Und Gott hatte die Möglichkeit, aus sich heraus dieses Ebenbild zu schaffen. Aus Gott geboren ist Christus – dies wird immer gesagt. Christus ist die einzige direkte Schöpfung Gottes.
Gott hat eine Gestalt. Darüber sind sich nicht alle Menschen im Klaren. Denn wenn es heisst: “Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde” (1. Mose 1, 27), dann gibt dies ja schon die Antwort, welche Gestalt – in geistiger Form – Gott besitzt. Gott ist Geist, und man soll ihn im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Und das, was aus ihm geworden ist, hat eben dieselbe Form, dieselbe Gestalt und ist ihm so ähnlich.
Zur Zeit, als Christus auf Erden lebte – wenn er sich mit seinen Jüngern oder mit den Pharisäern unterhielt und sie nach Gott fragten, machte er sie darauf aufmerksam: “Schaut mich an, dann seht ihr den Vater.” Das konnten jene Menschen nicht verstehen. Und darauf eben seine Antwort: “Schaut mich an, dann seht ihr den Vater” – Ebenbild Gottes, aus Gott geschaffen.
Es wurde euch auch schon erklärt, dass der Vater zusammen mit dem Sohne in Glück und Frieden gelebt hat. Nun möchte ich auf Folgendes näher eingehen: Wenn Gott Gestalt hat, muss doch diese Gestalt auch eingekleidet werden. Seine Bekleidung ist lauter Licht und Glanz; es ist feinstoffliche Materie, die höchste Geistesmaterie, die es überhaupt geben kann. Diese kann nur zum Leuchten kommen, kann nur ein Leuchten sein – ein Leuchten in den verschiedensten Farben. Sein Gewand kann aber im Besonderen geschmückt sein mit den kostbaren Steinen des Himmelreichs – vom feinsten Ode, das es im Himmelreiche gibt. Was Gott umgibt, ist feines, strahlendes, klares Od, das einen Glanz hat, auf welchen ein gewöhnlicher Mensch niemals sein Auge richten kann, ohne dabei zu erblinden. Es sind also andere Verhältnisse. Das Höchste, die höchste Ebene, die höchste Sphäre, ist in dieser Feinstofflichkeit so lebendig – so voll Leben.
Christus ist aus Gott geworden, sein Abbild. Ebenbild ist er ihm geworden in seiner Herrlichkeit. Und der Vater nahm von den Gewändern, die er besass, und kleidete damit seinen Sohn ein. Der Sohn trug die feinstofflichen Gewänder, das Feinstoffliche des Vaters. Er war ja eins mit ihm, aus ihm geworden. Seine Gestalt, die Gestalt Christi, hat dieselbe feinstoffliche Materie wie die des Vaters. Der Vater hat von seiner Feinstofflichkeit abgegeben, und es war sein Wunsch, sein Wille, nur einen Sohn sein Eigen zu nennen.
So hat der Vater nur einen Sohn – seinen geliebten Sohn. Und die Liebe des Sohnes verwuchs ja so sehr mit dem Vater – der Vater bedeutete ihm doch alles. Nun, der Vater und der Sohn, das war ja noch nicht die Schöpfung Gottes; es war der Wunsch oder der Wille des Vaters nach einer weiteren Schöpfung. Er offenbarte seinem Sohne: “Du sollst Geschwister haben, so edle Geschwister. Und diese Geschwister sollen aus dir hervorkommen. So wie du aus mir geworden bist, sollen diese Geschwister aus dir hervorkommen.”
Dieses wurde natürlich nicht einfach mit ein paar Worten erklärt. Ihr müsst versuchen, euch eine unendliche Zeitspanne vorzustellen, als Vater und Sohn miteinander lebten. Sie sprachen miteinander von der weiteren Entfaltung der Schöpfung, wie diese ausgebaut werden sollte. Der Vater gab seine Ideen und sagte zum Sohn: “Dir werde ich Macht geben – du wirst alles tun können. Ich gebe dir Macht und Kraft. Alles, was werden wird, wird durch dich und soll durch dich werden. Du sollst es an meiner Stelle tun.” Darum heisst es ja auch: Alles, was geworden ist, sei es im Himmel, sei es auf Erden, ist durch ihn, durch Christus, geworden (vgl. Joh. 1, 3).
Dies alles ist nicht einfach plötzlich “geworden”, ohne dass man miteinander geredet oder gehandelt hätte. Es brauchte dazu auch Worte – man hatte Ideen ausgetauscht, miteinander gesprochen. Doch der Vater war es, der dem Sohne die Möglichkeit gab. Besass doch der Sohn einen Teil von diesem kostbaren Wissen. Von dieser kostbaren Schöpferkraft ist ja dem Sohne übertragen worden. Ihm hat es der Vater ermöglicht.
Es wurde bestimmt, dass diese andern fürstlichen Geschwister ins Dasein treten konnten. In langen Zeitabschnitten war es geschehen. Der Erste, der aus Christus geworden ist, trug den Namen Lichtträger, denn er übernahm vom Glanz und von der Herrlichkeit, von der Schöpferkraft, von alldem aus der feinstofflichen Materie von Christus. So ist dieser Lichtträger geworden.
Ich weiss, was ihr nun denkt, denn ich kenne die Gedanken des einen oder andern. Ich habe gesagt: Es ist eine Natur vorhanden gewesen, denn man freute sich an der Herrlichkeit. Es war doch nicht eine leere Welt. Es gab ein Pflanzenreich, und ein Tierreich war vorhanden, wenn auch in beschränkter Weise. Alles war in beschränkter Weise vorhanden, und jedes Geschöpf, das aus der hohen Geisteskraft werden durfte, trug in sich etwas von dieser feinstofflichen Materie und Kraft. Es hatte Leben in sich, war lebendig. Aber ehe Leben gegeben wurde, musste ja geplant und geformt werden. Und was die geistige Natur anbelangt, wurde geformt und geplant. All diesen Lebensformen gab man Leben. Geplant und geformt wurde es von Christus, aber lebendig gemacht wurde es vom Vater. Dies behielt sich Gott vor.
So war es auch mit diesem Lichtträger. Geschaffen wurde seine Gestalt aus der Gestalt Christi – ein Abbild von ihm, aus ihm. Aber es hatte noch kein Leben. Das Leben gab Gott in dem Moment, wo sich seine Gestalt verdichtet hatte und vollendet war. Sie bekam Leben – Leben, Glanz, Licht. Dieses musste nun Gott ermöglichen.
Lange Zeit war man zu dritt zusammen. Dieser Lichtträger lebte in weite Zeitabschnitte hinein im Frieden mit Christus und dem Vater. Und wo wohnten sie? Sie wohnten noch beim Vater, sein Haus war gross. Von dem Moment an, als der Sohn Gottes ins Dasein kam, hatte Gott an der Pracht seines Hauses weiter geplant und es verdichtet. Das Haus Gottes wurde grösser, und sein Sohn hatte seinen eigenen Teil im Hause des Vaters. So war es auch, als der Lichtträger ins Dasein kam. Auch für ihn war die Wohnung schon geplant und vorbereitet worden, so wie es auch bei euch in der Familie ist. Die Kinder kommen nachher, und sie bleiben im Elternhaus bis zu dem Zeitpunkt ihrer Selbstständigkeit und dem Willensentscheid, das Elternhaus zu verlassen.
So ward auch für diese Geschwister gesorgt. Sie alle kamen nach langen, weit auseinanderliegenden Zeitabschnitten. Im Himmel werden auch Ehen geschlossen, und da man eine grosse und gewaltige Schöpfung geplant hatte, musste zum männlichen Teil ein weiblicher Teil geschaffen werden. Um dies zu ermöglichen, brauchte es das Wort Gottes – ein Zusammenführen und Zusammenfügen [von den Odkräften] Gottes.
Ich habe vorhin von der geistigen Natur gesprochen. Diese geistige Natur mit ihrer Kraft, mit ihrer Ausstrahlung, mit ihrer Lebendigkeit hatte dabei mit eine Rolle gespielt. Denn alles Geschaffene in der Natur, jedes hatte auf seine Art und Weise seine Ausstrahlung, seine Kraft, sein besonderes Od. Und dieses besondere Od hatte schon dazumal seine geistige Wirkkraft in dieser geistigen Ordnung im Himmelreich. Nach dieser geistigen Ordnung spielte sich alles ab. Jedes Ding – ich möchte es jetzt nur so nennen –, das geschaffen worden war, war mit einer besonderen Kraft geschaffen. Es hatte nun seinerseits die Aufgabe, das Seinige zu leisten, von seinem Od, das bei ihm zum Ausdruck kam, abzugeben, für eine bestimmte Handlung oder für eine bestimmte Schöpfung, die man zustande bringen wollte. Es wurde nicht nur eine Form gestaltet, es brauchte auch noch das Einwirken verschiedener odischer Kräfte.
Bei den Menschen ist es doch so: Sie brauchen auch auf die verschiedenste Art und Weise Materie, um das zustande zu bringen, was sie sich vorstellen, was wirksam werden soll. Sie haben es längst in Versuchen ausprobiert. In der Geisteswelt braucht es diese Versuche jedoch nicht; es braucht nur die Lenkung vom Schöpfer, um darauf hinzuweisen, wer von woher von seinem Geistesod abzugeben hat, um einen Gegenstand oder ein Geschöpf zu vollenden. So braucht es auch die Mitwirkung verschiedenster Arten.
Dies alles wurde zuvor von der feinstofflichen Natur, von der geistigen Schöpfung zur Verfügung gestellt, wie ich euch erklärt habe. So ist es schon seinerzeit in Gottes Weisheit gestanden, dass es für die Zukunft viele verschiedene Formen geben muss, in denen Leben enthalten ist, wo das Leben angesprochen wird und für neues Leben ein Teil gegeben werden, Kraft gegeben werden muss. Es ist ein gemeinsames Wirken.
Ich möchte nun nicht mehr allzu lange diese Dinge erklären, euch jedoch darauf aufmerksam machen, dass eben Paare geschaffen wurden, sodass zwei und zwei zusammengehören und von ihnen dann die weitere Schöpfung ihre Entfaltung nahm. Und diese geistige Natur, die zuerst im kleinen Masse aufgebaut worden war, hatte sich ebenfalls entfaltet und erweitert. So ist dies geschehen, und weitere Engel wurden geschaffen.
Diese Paare, die aus Christus geworden sind, wurden in die verschiedensten Himmel gesandt. Dies geschah zu einem späteren, viel späteren Zeitpunkt. Ihr müsst euch die Zeit in der Geisteswelt nicht von heute auf morgen oder von diesem zum nächsten Jahr vorstellen. Bei Gott sind tausend Jahre wie ein Tag.
Auf eines darf ich euch noch aufmerksam machen: Stellt euch die grosse Freude vor, die Christus bei seinem ersten Erlebnis hatte. Der Vater hatte zu ihm gesagt: “Aus mir bist du geworden. Und du sollst Geschwister haben – sie werden aus dir werden.” Und Christus erlebte es selbst – er erlebte diesen Lichtträger. Könnt ihr euch vorstellen, wie gross die Liebe war – und die Freude, dieses erleben zu dürfen? In weiteren Zeitabständen konnten nun auch die andern Geschwister ins Dasein gerufen werden, um der Schöpfung die Möglichkeit zu geben, dass es nach dem Willen Gottes eine unendlich grosse Entfaltung gibt und dass alles gestaltet wird, die Himmel, die Sterne, alles genau nach dem Gesetze und der Ordnung Gottes. Dass es Leben gibt – Leben, Leben, nichts als Leben.
Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 19.9.1982 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner an der Meditationswoche 1982 in Flims, 1. Abend (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Die weitere Entfaltung der geistigen Schöpfung
Lene, 2. Oktober 1979 (Ausschnitt)
Die weitere Entfaltung der geistigen Schöpfung
In der Schöpfung Gottes gibt es eine gewaltige Zahl an unterschiedlichen Odstrahlen – jeder Odstrahl oder Odfaden unterscheidet sich vom andern in seiner Leistung. Der eine Odstrahl bedeutet nur “Licht” für den Aufbau, die weitere Entfaltung der Schöpfung. Ein anderer hat die Kraft zur Verwirklichung. Wieder ein anderer ist für das Wachstum geeignet. Ein weiterer Odstrahl bedeutet “Vernichtung”. Wiederum ein anderer hat die Fähigkeit, “zu teilen”. Sie sind unendlich verschieden voneinander.
Lene: Alles, was geschaffen wurde und geschaffen werden konnte, konnte ja nur durch die Kraft Gottes ins Dasein gerufen werden. Um es euch besser verständlich zu machen, muss ich hier vielleicht erklären, dass von Gott eine unendliche Kraft ausgeht. Ich möchte es als eine Zusammenballung von Odkraft bezeichnen, und diese Odkraft hat Tausende und Tausende von Strahlen. Ich könnte es so erklären: wie unendlich viele Fäden, fein in ihrer Art, der eine am andern festgebunden – ein ganzes Bündel von solchen Odstrahlen. Tausende, Tausende sind es, die zusammengeballt sind, und ein jeder Odstrahl oder Odfaden – ich weiss nicht, wie ich es euch besser darlegen soll – unterscheidet sich vom andern in seiner Leistung [Wirkung]. Während der eine Odstrahl oder Odfaden – für die Schöpfung, für den Aufbau, für die weitere Entfaltung – nur “Licht” bedeutet, hat ein anderer Odstrahl die Kraft zur Verwirklichung; ein weiterer Odstrahl bedeutet “Vernichtung”, und wiederum ein anderer Odstrahl hat die Fähigkeit, “zu teilen”.
Unendlich verschieden sind die Odstrahlen voneinander; der eine ist für das Wachstum geeignet – alles ist so zusammengeballt, aber alles ist notwendig und dient der Schöpfung. Sie besteht aus feinststofflicher Materie; und diese feinststoffliche Materie verschiedenster Art wird in Bewegung [Schwingung] gebracht, wird geistig etwas verdichtet. Jeder Faden hat seine besondere Leistungsmöglichkeit [Wirkungsmöglichkeit] – wenn ich dies so erklären darf –, und durch eine feine Verdichtung von all dem, was zur Verfügung steht, ist es, ward es möglich, das geistige Reich in seiner geistigen Vielfalt aufzubauen. So ist das Reich Christi entstanden: das Haus Christi mit seiner Umgebung, mit all den Herrlichkeiten, mit dem wunderbaren Grün, mit den wunderbaren Pflanzen, Blumen und Tieren. Aus der Gotteskraft, aus diesem Licht, das aus dem Schöpfer kommt, ist es für Christus möglich geworden, alles aufzubauen und zu entfalten – schöpferisch zu wirken. So weise wie der Vater, so weise ist der Sohn, denn er hat von der Weisheit des Vaters übernommen. So war es Christus möglich, sein persönliches Reich zu errichten.
Zuerst bestand Gottes Reich, Gottes Haus in seiner Herrlichkeit, aufgebaut von ihm selbst, und danach hatte Christus die Möglichkeit, sein Reich in seiner Herrlichkeit zu erstellen. Denn der Vater hat es ihm ermöglicht – er hat mit ihm gesprochen. Der Vater hat es ihm erklärt, und er war Christus beim Errichten seines persönlichen Reiches mit behilflich.
Ihr habt keine Vorstellung von der Zeit, die es gebraucht hat, bis sein Reich, das Haus Christi in seiner Herrlichkeit erstellt worden war, bis es so in seinem Glanze und in seiner Herrlichkeit und Vollkommenheit erstrahlte, wie es dem Vater beliebte und dem Sohne gefiel. Was der Vater will, will auch der Sohn, und was der Sohn will, will auch der Vater.
Wie schade ist es doch, dass Menschen von so einer Herrlichkeit und von so einem Leben nichts wissen. Wer könnte es ihnen erzählen? Wer hat Einblick in diese Höhen, um es darzulegen? Diese Möglichkeit ist aber gegeben, und es wird in Tausenden von Jahren bestimmt möglich sein, dass Menschen dies mit ihrem geistigen Auge schauen können. Allein, dazu muss die gesamte geistige Entwicklung dementsprechend ihren Aufstieg genommen haben.
So stand Christus das alles zur Verfügung, was er für die weitere Schöpfung benötigte. Und wie viele Gespräche gab es zwischen Vater und Sohn, bis es so weit gekommen war, dass der Vater dem Sohne empfahl, die Schöpfung auszudehnen, denn es würde ihm belieben, “Söhne Gottes” zu haben, wie es in der alten Sprache heisst. Er besprach sich mit seinem Sohn: “Glaubst du nicht, dass es wunderbar wäre? Denn gross ist unser Reich.” Er versprach es ihm und wiederholte des Öfteren: “Du bist und bleibst mein geliebter Sohn. Es wird niemand in der Schöpfung geben, der dir je deine Rechte, deine Macht streitig machen kann.”
Dieses hatte Gott seinem Sohne versprochen. Die Liebe zwischen dem Vater und dem Sohne sollte stets so innig bleiben, wie sie von Anfang an war. Es sollte in der Zukunft nichts geben, was sie trennen würde.
So besprachen sie die weitere Schöpfung, und was des Vaters Wunsch und Wille war, war auch der Wunsch und Wille des Sohnes. “Du sollst Brüder haben”, sprach Gott zu ihm. “Du aber sollst König werden. Ich werde dich vor den andern zum König salben, damit sie wissen, dass nur du, nur du König bleibst über das ganze Reich, das mir gehört und dir. Du sollst alles verwalten – in deine Hände übergebe ich es.” [...]
Es war die glückseligste Zeit, die Vater und Sohn miteinander erlebten. Sie besprachen die Schöpfung, auf welche Art und Weise die Entfaltung vor sich gehen sollte. Und Christus selbst, er wusste es nun, denn der Vater hatte es ihm erklärt: “Ich gebe das Licht, ich gebe das Leben, und du gibst für das Leben den Leib dazu.”
Und so geschah es auch: Christus gab den geistigen Leib für das Leben der zukünftigen Schöpfung, und Gott gab sein Licht für die Lebendigmachung, denn nur aus Gott selbst heraus ist das Leben vollständig. Das Licht erweckt zum Leben. So war es in der Zeit, als Christus mit dem Vater glücklich zusammenlebte. Es kam dann so weit, dass “die Söhne” ins Dasein treten konnten. Und wiederum erhielt ein jeder von ihnen seinen Besitz, sein Reich.
Christus selbst hatte die Vorbereitungen getroffen für die Reiche der kommenden göttlichen Geschwister. All das ist durch ihn geworden. Da das Göttliche, das aus ihm geworden ist, in Glanz und Herrlichkeit erstand, wurde den Söhnen Gottes ebenso ein Reich in der Herrlichkeit zugeteilt. Man konnte es jedoch nicht vergleichen mit der Herrlichkeit des Vaters oder des Sohnes. Und als alle “Söhne Gottes” im Dasein waren, wurde ihnen klargemacht: “Christus ist euer König – er steht über euch.”
Zu jener Zeit noch verneigte man sich tief vor dem König und huldigte ihm. Sah man doch sein Verhältnis zum Schöpfer; sah und erkannte man doch die Macht, die Christus besass, die ihm vom Vater gegeben worden war. So wurde der König geschätzt und geehrt – lange Zeit. Wie lange es gedauert hat? Dafür habe ich auch keine Zahlen. Die Schöpfung hat sich ausgedehnt – darüber brauche ich nichts Näheres zu erklären, denn das ist euch schon erklärt worden.
Ich versuchte euch vor Augen zu führen, wie es im geistigen Reiche möglich ist, schöpferisch zu wirken, und dass diese Kraft, diese reinste odische Kraft, von Gott ausgeht. Sie durchflutet nicht nur die Himmel, sondern diese odischen Kräfte sind überall, aber sie sind nicht überall in dieser Feinheit. In solcher Feinheit sind die odischen Kräfte nur in der nächsten Umgebung Gottes und etwas darüber hinaus im Himmel – so weit, wie die hohen Geister in der himmlischen Welt leben. Dort ist diese feinststoffliche Materie zur Entfaltung vorhanden.
Die odischen Kräfte durchfluten die ganze Schöpfung. Doch alles, was danach ins Dasein gerufen wurde durch die eigene, persönliche, göttliche Kraft, besitzt nicht mehr diese Reinheit, diesen Glanz, wie es im Ursprung ist und in dessen nächster Umgebung. So wurde es eben auch möglich, dass die ganze schöpferische Tätigkeit nicht mehr in dieser feinsten und lieblichsten Art ausgeführt wurde, wie es in den höchsten Himmeln geschieht. Das will aber nicht heissen, dass Disharmonie oder Unfriede dieses Leben beseelt hätte oder die Kraft, die diese Wesenheiten durchdringt, sie veranlasst hätte, in Unfrieden zu leben.
Diese Entfaltung wurde immer grösser. Jetzt habt ihr vielleicht auch eine Ahnung, dass in der himmlischen Welt gearbeitet werden muss – dass diese himmlische Schöpfung nicht mit den Worten “es werde” entstanden ist, sondern mit dem Dazutun der persönlichen Tätigkeit eines geistigen Wesens. Mit seiner ihm zur Verfügung stehenden Kraft, Fähigkeit, die ihm von Gott gegeben wurde, wurde diese feinstoffliche Materie zu dem verarbeitet, was notwendig war. Ich habe euch erklärt, dass diese Odkräfte, die zusammengebündelt sind, zu Tausenden und Tausenden zu zählen sind. Sie sind so vielfältig, und keine besitzt dieselbe Verwirklichungskraft wie die andere. Und diese odische Kraft ist so gross, sie kann nicht vergehen; sie erneuert sich von selbst immer wieder aufs Neue.
In all diesen Millionen von Jahren hatten die geistigen Wesen in ihrer Glückseligkeit in den Himmeln ihre Tätigkeit. Sie hatten das himmlische Paradies zu gestalten, und sie eiferten, wetteiferten, in welcher Art und Weise dieses oder jenes aufgebaut werden sollte. Es gab – wenn ich diesen Ausdruck verwenden darf – himmlische Architekten, himmlische Künstler. Sie standen den arbeitenden Geistbrüdern oder Geistschwestern zur Verfügung, die tätig sein mussten. Sie alle lebten in Familien, hatten ihr eigenes Haus, ihre wunderschöne Umgebung: Gärten, grosse Parkanlagen mit Tieren, mit Pflanzen, mit wunderbaren, edlen Steinen. Schöpferisch wirken konnten sie, und es stand ihnen zur Verfügung, was notwendig war. Sie hatten mit diesem feinstofflichen Od, das ihnen gegeben wurde, zu arbeiten und mussten auch während der Zeit des Wachstums warten. Gewisse Dinge besassen sie, den Kern davon, und dieser Kern wurde in die geistige Erde gepflanzt. Weitere geistige Substanzen gingen daraus hervor, und so hatte man sich in den verschiedensten Arten, auf verschiedenste Weise betätigt.
So wurde die geistige Welt erstellt, und immer kamen auch die grossen Meister, die längst von Christus unterrichtet worden waren über den Plan, den der Vater mit dem Sohne festgelegt und aufgezeichnet hatte. Nach diesem Plane sollte die Schöpfung in ihrer Vielfalt und Herrlichkeit aufgebaut werden. So kamen sie und gaben dementsprechend ihre Anordnungen. Sie erklärten, auf welche Art und Weise man es zu verarbeiten hat.
Mit diesem Feinstofflichen geht es, möchte ich sagen, wie bei euch: Es steht der Samen zur Verfügung, den ihr einpflanzt. Man wartet dann zu, dass es gedeiht und wächst, um seinen Nutzen daraus zu ziehen. So ist es auch im Geistigen: Die Kräfte oder die Samen dafür wurden ihnen gegeben. Hohe Geister des Himmels führten doch ganze Gemeinschaften. Sie standen zum Teil ganzen geistigen Völkern als Fürsten vor und gaben ihnen stets Anweisungen – Anweisungen, die sie wiederum selbst von höchster Stelle erhalten hatten.
Es ist nicht richtig, wenn Menschen glauben, dass der Himmel irgendwie eine flache Umgebung wäre und alle könnten diesen lieben Gott schauen. Es gab und gibt die Möglichkeit für jene, die in der Reinheit lebten und leben, in innerer Verbundenheit mit Gott und mit ihrem König. Und der König besuchte sein Volk – er ging zu ihnen hin. Auch vermochten sie des Vaters Herrlichkeit zu schauen – diese Möglichkeit bestand schon längst im Himmel. Man kann schauen, was sich in der Ferne abspielt, und dasselbe Bild wiederholt betrachten.
So lebten die Völker des Himmels miteinander. Und wenn ich angetönt habe, dass jene geistigen Völker, die infolge der geistigen Entfaltung vom Göttlichen etwas entfernt waren, nicht mehr in dieser Schönheit erschienen und nicht mehr in diesem Glanz erstrahlten wie jene in der nächsten Umgebung Gottes, so bezieht sich das auf das ganze Wesen, auf ihr Denken und Handeln.
Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 2.10.1979 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner an der Meditationswoche 1979 in Flims, 3. Abend (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Odströme in den Aufstiegsstufen und in den hohen Himmeln
Josef, 2. Februar 1980 (Ausschnitt)
Odströme in den Aufstiegsstufen und in den hohen Himmeln
Odische Kräfte sind überall; aber sie sind nicht überall in dieser Feinheit wie in den höchsten Himmeln. In den höchsten Himmeln ist das Od in seiner Reinheit, Klarheit, in seinem Glanz, in seinem Licht, in seinem Feuer vollkommen und rein. In den geistigen Aufstiegsebenen, die für den Aufstieg der einst untreu gewordenen, gefallenen Wesen geschaffen wurden, ist das geistige Od grobstofflicher. In jeder Stufe entspricht das Wachsen und die Entfaltung der Natur dem geistigen Strom, der sie durchfliesst und alles durchströmt. So gibt es von einer Stufe zur andern grosse Unterschiede in der Zusammensetzung des geistigen Odes. In den unteren geistigen Aufstiegsstufen sind die odischen Kräfte zwar weniger verdichtet als auf der materiellen Welt, und ihre Natur ist nicht der Verweslichkeit und Vergänglichkeit unterworfen wie auf Erden – dennoch besteht ein grosser Unterschied zum Feinststofflichen in der hohen Himmelswelt.
Josef: Der hier lebende Mensch muss versuchen, sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass die geistige Welt eine Welt der Vielfalt und der Gestaltung ist. Auch in den unteren geistigen Aufstiegsstufen gibt es eine Natur; es muss ein Gedeihen und Wachsen geben, und die Wesenheiten, die da leben, werden mit dieser Welt vertraut gemacht und haben ihre Arbeit zu erfüllen. Die geistige Natur gibt ihnen die Materie hervor, die sie für ihr Leben brauchen. Sie brauchen auch geistige Nahrung; diese geistige Nahrung wächst aus der geistigen Erde hervor – es gedeiht. Und so leben diese Wesenheiten.
Und jetzt möchte ich dies an einem Beispiel erklären, weil es mir nicht möglich ist, die Dinge in allen Einzelheiten darzulegen. So erlebt man beispielsweise einen wunderschönen blühenden Baum. Dieser blühende Baum, auch er hat seine Aufgabe zu erfüllen für das Leben der Bewohner. Er trägt seine Blüten; sie sind für diesen Baum eine Zeit hindurch bestimmt, sie fallen in sich zusammen. Aus den Blüten gibt es Früchte; an den Ästen entfalten sich Blätter. Und wenn nun dieser Baum in der Zeit seiner vollsten Reife ist, wo er die Früchte von sich geben kann, werden diese Früchte auch fallen, wenn es sein muss. Sie werden gepflückt werden können und dienen als Nahrung. Dann kommt die Zeit für diesen Baum, wo er sich in sich zusammenzieht; er hat die Früchte gegeben, und es kommt eine Wandlung oder eine Ruhezeit über ihn. Es ist aber nicht so wie bei euch Menschen oder in eurer Natur, dass Blätter fallen und es Unrat gibt, dass Äste dürr werden, sondern es gibt ein Sich-Einziehen. Es bleibt eine gewisse Zeit zusammengezogen auf einem bestimmten Punkt, und es kommt dann die Zeit wieder, wo es ein Ausdehnen, ein Wachsen und Gedeihen gibt in gleicher Weise und dieser Baum wieder dieselben Früchte bringt. Und es sind dieselben Wesen, die diese Ebene bevölkern, die diese Früchte als ihre Nahrung brauchen.
Nun habt ihr viele Fragen: “Wie ist das möglich und wieso?” Der Geistesleib der Wesenheiten jener Ebenen hat dieselbe Zusammensetzung der Odkraft, wie die Odkraft im Allgemeinen in dieser Ebene ist, die die Kraft gibt für das Gedeihen; es ist dieselbe Zusammensetzung odischer Stoffe, wie es diese Wesenheiten an ihrem Geistesleib besitzen. Denn der Geistesleib, den sie besitzen, ist feinstofflicher Art, jener Ebene angepasst, der allgemeinen Strömung jener Ebene angepasst. Es gibt ein gegenseitiges Sich-Kräftigen. Wenn es diese ‘Einkehr’ [dieses Sich-Einziehen] der Pflanzen, beispielsweise dieses Baumes oder einer Blume, gibt, ist es nur ein Zusammenziehen dieser Odkräfte, die dann zum gegebenen oder bestimmten Zeitpunkt sich wieder ausdehnen und entfalten.
Als Bestätigung möchte ich auf etwas hinweisen, was ich euch längst schon erklärt habe: auf die Vorbereitung in der Geisteswelt für ein neues menschliches Dasein. Die geistigen Wesen, die für ein neues Erdenleben bestimmt werden, sind doch in der Regel erwachsene Wesenheiten mit entsprechend grosser Statur. Diese Wesen werden nun gerufen, sich an einem bestimmten Ort einzufinden, und wer sich weigert, kann gezwungen werden, dorthin zu gehen. Dort werden diese betreffenden Wesen in einen Schlaf versetzt. In diesem Schlaf findet die Wandlung ihres Geistesleibes statt mit Hilfe der Geisterwelt Gottes. Nun wird dieser geistige Leib eben auf die geschilderte Weise in sich zusammengezogen, so auf diese Art und Weise, bis er die Grösse einnimmt von der Gestalt eines Kleinkindes. Die ganze Kraft, das ganze Od, das in diesem erwachsenen Geistesleib war, wird nicht aufgelöst, sondern es wird nur zusammengezogen, und das gibt diesem Geistesleib dann die Möglichkeit, da im menschlichen Dasein, mit dem Heranwachsen des Kleinkindes, ebenfalls wieder zu wachsen. Denn jeder Mensch hat neben seinem irdischen Leib auch noch seinen Odleib. Dieser Odleib dehnt sich nun mit dem Wachsen des Kindes aus und nimmt die frühere Grösse wieder ein. In der geistigen Natur waltet also im Grunde genommen dasselbe Prinzip: So, wie in der Geisteswelt die Umwandlung oder Wandlung des Geistesleibes stattfindet, findet in diesen unteren geistigen Aufstiegssphären die Wandlung, dieses Sich-Zusammenziehen, dieses Neubeleben statt.
So braucht es doch, wie ich erwähnt habe, zum Arbeiten gewisse Gegenstände. Die dafür notwendige Materie wächst ebenso heran. Es ist geistige Materie, die man verarbeiten kann und aus der Gegenstände gemacht werden können – ich muss es jetzt so sagen: zum Gebrauch für diese Wesen. Mit diesem Material, das in dieser Geisteswelt hervorwächst und gedeiht und das den Wesenheiten hier gegeben ist, erstellen sie ihre Häuser, in denen sie wohnen. Auch das ist vielleicht etwas schwer zu verstehen, es ist aber so; man wird es dereinst selbst erleben.
Ich möchte aber jetzt noch auf etwas zurückkommen, was zu erklären ebenso von grosser Bedeutung ist. Diese geistigen Wesen verarbeiten Gegenstände, sie benutzen sie, diese dienen ihnen. Es kann aber auch möglich sein, dass ihnen diese oder jene Gegenstände keine Dienste mehr erweisen oder man keinen Gefallen mehr an ihnen findet. Dann werden diese Gegenstände, die ihr euch ja als geistige Materie feinstofflicher Art vorstellen müsst, an einen bestimmten Ort hingetragen, oder sie müssen an einen bestimmten Ort hingebracht werden. Hier werden diese Gegenstände von Engeln Gottes durch heisse Dämpfe – das heisst durch heisses Od, durch Odströme – aufgelöst, und das Aufgelöste mischt sich in den allgemeinen Odstrom wieder hinein. Es gibt kein Vernichten in dem Sinne. Es gibt ein Umwandeln, ein Umgestalten geistiger Art, ein Wiedereinfliessen in geistige Ströme, in geistiges Od. Vielleicht vermögt ihr es zu verstehen, dass dies auf diese Weise eben möglich ist.
Nun habe ich ausdrücklich gesagt: Ich spreche von den unteren Stufen des Aufstiegs. Dort ist das geistige Od grobstofflicher Art, es ist nicht feinstofflich wie in den höchsten Stufen des Himmels. In den höchsten Himmeln – nur um diesen Unterschied zu machen – ist das Od eben in seiner Reinheit, Klarheit, in seinem Glanz, in seinem Licht, in seinem Feuer, es ist vollkommenes, reines Od. Feinste Odströme durchziehen dann diese Ebenen, diese Himmel, wo die hohen Wesenheiten leben. Je höher man in seinem geistigen Aufstieg gelangt oder je höher man hinaufkommt, umso feiner werden diese Odströme, umso feiner wird der eigene Geistesleib. Man stellt fest, dass er feinstofflicher Art ist, dass die Hände nicht mehr so grob, die Haare feiner sind, dass sich das Antlitz verändert hat und alles sich anders anfühlt. Man sieht, dass der andere, mit dem man lebt, ein feineres Aussehen hat, und man erkennt sein Licht, das von innen heraus leuchtet auf sein ganzes Wesen. Das stellt man bei jenen fest, die geistig auf einer erhöhten Stufe stehen; dort erlebt man den Funken Gottes. Wenn dieser Funke Gottes eben so geläutert worden ist, wenn der Geistesleib so feinstofflicher Art ist, ist alles so durchsichtig und klar – auf diese Weise erlebt man ein solches Geistwesen oder kann es erleben in seinem Glanz und in seiner Herrlichkeit.
In diesen Höhen, auf die ich jetzt doch zu sprechen komme, ist auch eine geistige Materie vorhanden, denn dort gibt es genauso ein Wachsen und Gedeihen; die geistigen Wesen dort nehmen genauso ihre Nahrung ein. Nun, der Unterschied zu den unteren Aufstiegsstufen liegt eben darin, dass die Nahrung und die Getränke in den hohen Himmeln delikater, viel feiner sind; denn das, was hier gedeiht, gedeiht aus dem Feinststofflichen heraus. Es ist viel bekömmlicher, viel feiner als die Früchte, als das Gedeihen in jenen unteren Stufen mit dem verdichteten Od. In den hohen Himmeln erhalten die Früchte ihr Gedeihen durch diese feinsten Ströme. Hier ist das Vollkommene, erlebt man das Vollkommene, das Feine, das Gute, das Schöne, das Edle. Und die Materie, die man hier auch braucht zum Arbeiten, ist eben auch anders. Der Unterschied ist sehr gross. In den höchsten Ebenen kann man diese Materie eigentlich nur noch als Gold bezeichnen; es steht feinster Marmor zur Verfügung, es sind feinste Elemente, feinste Stoffe vorhanden, die verarbeitet werden. Gedeihen können sie durch diesen feinen Strom, der alle Entfaltungskraft zum Gedeihen in sich hat. So gibt es die Entfaltung und das Wachsen in jeder Stufe entsprechend dem geistigen Strom, der hier durchfliesst und alles durchströmt. So gibt es grosse Unterschiede dieses geistigen Odes von einer Stufe zur andern. Und wenn zu euch von der Himmelswelt und ihrer Schönheit gesprochen wird, wird ja meistens nur von Glanz und Feuer, von Licht gesprochen. Das ist das feinste, klarste Od, das es gibt. Und jetzt muss sich der Mensch vorstellen, in welcher Verdichtung er selbst lebt, dass das, was ihn umgibt, diese Materie, der Vergänglichkeit und der Verweslichkeit gewidmet ist. Das ist die grobstofflichste Materie, die es gibt, das ist die Welt, in der der Mensch zu leben hat und aus der er sich herauszuschaffen hat in die andere, geistige Welt hinein. Das ist nicht leicht.
Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrer Josef vom 2.2.1980 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn
Lene, 21. September 1976 (Ausschnitt)
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn
Alles, was in der Natur ist, alles Leben, alles, was sich da auf dieser Welt befindet, ist von einer Odkraft umhüllt. Nicht nur der Mensch hat seine ihm eigene Odkraft, auch jede Pflanze – jede Blume, jedes Blatt, jedes Gräschen –, jeder Stein, jedes Mineral. Von den vielen Rosen hat eine jede ihre eigene odische Kraft. Obwohl man all diese Blumen als Rosen bezeichnet, da sie von derselben Sorte, Art oder Gattung sind, hat jede Rose für sich ihren eigenen odischen Mantel. Gottes Gesetze sind so wunderbar, und die Weisheit Gottes kann von Menschen nicht erfasst werden. Es ist alles auf eine so wundersame Art und Weise aufgebaut. Wohl wachen Geister Gottes über alles, aber auf diesem Wege, kraft der göttlichen Gesetze, gibt es eine selbstständige Vorwärtsentwicklung im Aufstieg. Durch die Weisheit Gottes ist alles so wunderbar geformt und gestaltet worden.
Lene: Alles, was in der Natur ist, alles Leben, alles, was sich da auf dieser Welt befindet, ist von einer Odkraft umhüllt. Jedes einzelne Ding – ich sage es einmal so –, ob hoch oder niedrig, hat seinen eigenen Odmantel. So hat auch jeder Mensch seine ihm eigene Odausstrahlung. Kein zweiter Mensch hat dieselbe Odausstrahlung.
Beim Menschen sind es drei Arten von Odkräften oder Odströmen, die ihm von Gott gegeben sind und die er zum Leben braucht. Es ist die besondere Odkraft des Geistes; es ist die Lebenskraft oder die Odkraft des Lebens; und dann ist es die verdichtete, grobstoffliche Odkraft des irdischen Leibes.
In dieser Odkraft liegt wohl das grösste Geheimnis für den Menschen. Nicht nur der Mensch hat seine ihm eigene Odkraft, auch jede Pflanze, jede Blume, jedes Blatt, jedes Gräschen, jeder Stein, jedes Mineral – alles, alles auf dieser Welt, hat in seiner Einzelheit seine ihm eigene Odkraft oder seinen ihm eigenen Odmantel. Ja, ich möchte sagen: Betrachtet einmal die Blumen hier, die so wunderschön sind und euch wie auch uns immer wieder beglücken – ich darf euch sagen, dass es keine zweite Blume gibt, die dieselbe Odkraft hat. Von diesen vielen Rosen, die hier sind, hat eine jede ihre eigene odische Kraft. Obwohl man all diese Blumen als Rosen bezeichnet, da sie von derselben Sorte, Art oder Gattung sind, hat jede Rose für sich ihren eigenen odischen Mantel.
Ich betone es wieder: In dieser odischen Kraft, welche die ganze Erde überzieht – jedes Einzelne –, darin ist wohl das grösste Geheimnis. Ich versuche, für euch etwas von den Geheimnissen dieser Odkraft zu entlocken. Ich versuche es euch auf meine Art verständlich zu machen, damit ihr anfangt, besser zu begreifen.
Ich möchte auch Folgendes nicht unerwähnt lassen: Sind beispielsweise Blumen gleicher Art beisammen, können darunter gewisse sein, oder es kann sogar nur eine Blume sein, eine Rose mitten unter den andern, die sich nicht mit den andern verträgt. Dies ist dann der Fall, wenn die Odkraft jener Blumen grösser ist oder sie von stärkerer Odkraft umgeben ist. Diese einzelne Blume hat dann von sich aus zu wenig Widerstandskraft, und sie welkt, sie stirbt ab. Die Odkraft der andern Blumen löst einen Teil von der Lebenskraft dieser Blume auf – doch vernichtet wird bei ihr nur die verdichtete Masse. Denn alles, was ihr in der Natur erlebt, ist nichts anderes als verdichtete Materie – aber alles, wirklich alles.
Und das ist für gewisse Menschen schwer zu begreifen. Es ist schon ein grosser Fortschritt, wenn in der Geisteslehre der Gedanke, die Lehre vom Aufstieg – vom niederen Leben zum höheren Leben – erfasst worden ist. So ist bis anhin ja nur vom Eingreifen der Gotteswelt gesprochen worden; ihr Eingreifen für eine Umwandlung in eine höhere Stufe oder in ein höheres Leben war sozusagen bis anhin die Antwort.
Gottes Gesetze sind so wunderbar, und die Weisheit Gottes kann von Menschen nicht erfasst werden. Es ist alles auf eine so wundersame Art und Weise aufgebaut. Wohl wachen Geister Gottes über alles, aber auf diesem Wege, kraft der göttlichen Gesetze, gibt es eine selbstständige Vorwärtsentwicklung im Aufstieg. So wunderbar ist durch die Weisheit Gottes alles geformt und gestaltet worden.
Man könnte über die Odkraft viele Bücher schreiben. Nun ist es aber so, dass die Menschen die Odkraft nicht sehen und sie auch nicht messen können. Wohl erleben sie das Wachstum, aber die Odkraft, die dabei eine Rolle spielt, sehen sie nicht. So bleibt für die Menschen noch so vieles ein Geheimnis.
Und eben dieses Geheimnis offenbarte Christus seinen Jüngern. Allein, wenn ihr selbst – ihr, die ihr höhere Schulen besucht habt – Schwierigkeiten habt oder nicht fähig seid, das zu verstehen, wie sollte es denn überhaupt seinerzeit möglich gewesen sein, dass jene Menschen, die zum Teil einfach oder überhaupt nicht geschult waren, so etwas hätten erfassen können? Es war also noch nicht die Zeit dafür. Heute suchen ja die Menschen schöpferisch tätig zu sein. Ihr Wirken ist aber nicht in allen Teilen gottgewollt. Sie haben die Möglichkeit, so vieles zu erkennen und zu entfalten. Sie hätten die Möglichkeit, in diese Geheimnisse einzudringen und es nur zum Heil und zum Segen der Menschheit zu entfalten. Aber was tun sie mit dem, was sie an hohem Wissen erreicht? Es ist und wird zum Teil zum Verderben des Menschen.
Aber sie haben auch von dieser odischen Kraft. Man kann von meinem Standpunkt aus, im geistigen Sinne, die Odkraft auch in ihre Einzelteile zerlegen. Man kann sie geistig zerlegen und einen Aufbau erarbeiten, da in dieser odischen Kraft so viel Wunderbares enthalten ist, was zum Gedeihen des Menschen ist – was wachsen, was gedeihen kann. Die grössten Geheimnisse, die es überhaupt gibt, liegen in dieser odischen Kraft, die wie ein Hauch über alles gezogen ist.
Es sind die odischen Kräfte, die doch auch der Mensch an sich hat. Sagen wir nun: Wenn ihr diesen Abend euren Platz verlasst, so ist – wenn ich es in eurer Sprache ausdrücken darf – auf diesem Stuhl die Fotografie eines jeden, der sich je auf diesen Stuhl gesetzt hat. Im Geiste ist es festzustellen, wer auf diesem Stuhl gesessen oder ihn berührt hat. Durch seine Berührung hinterlässt jeder einen Abdruck von sich. Wo er auch schreitet, wohin er geht, er hinterlässt einen Abdruck. Es ist wie ein Schatten, der zurückbleibt, dem wir folgen können.
So findet die Geisterwelt Gottes die betreffenden Menschen, die sie haben will. Sie kennt diese Verbindung zum Menschen, der hier auf Erden lebt. Sie kennt den Weg – er ist für sie sichtbar. Die Gotteswelt sieht all seine Wege, die er gegangen ist, die er je in der Gotteswelt beschritten hat bis in die Zeit seines höchsten Glückes zurück, als er im Himmel mit seiner Familie zusammen war. Die odischen Bande bleiben geknüpft; die Wege bleiben gezeichnet, die man einst betreten hatte. Auch die Worte, die man gesprochen hatte, können wieder gehört werden, wenn es die Notwendigkeit erfordert.
Von dem, was ich euch unterbreitet habe, soll für euch einmal wichtig sein, zu erkennen, dass jeder selbst die verschiedensten Wege im Plane Gottes oder in der Schöpfung Gottes durchschritten hat. Ihnen kann man folgen; man findet sie, wenn man Genaueres über den Einzelnen wissen möchte – woher er kommt, was in der Hauptsache sein Verschulden war. Denn in seinem Geiste ist diese Odkraft, dieser Odmantel. Im Od ist alles enthalten – unauslöschlich. So folgen wir dem Menschen und können seine Entwicklung feststellen; wir können sehen, wo er hingegangen ist, woher er kommt.
Ehe ich weitere Erklärungen gebe, möchte ich im Besonderen auf die Odkraft des Menschen hinweisen, weil es für ihn auch von Bedeutung ist, darüber etwas zu wissen.
Ich habe euch erklärt: Kein zweiter Mensch hat dieselbe Odkraft – jeder hat seine eigene. Die Art der Odkraft ist aber von einem Menschen zum andern verschieden. Denn aus seiner Seele, aus dem Gottesfunken – nun muss ich auf ihn, auf das Unvergängliche, zurückkommen –, aus diesem Gottesfunken heraus strömt diese odische Kraft. Wenn man sich seine Gedanken darüber macht, dass man ein Geschöpf Gottes ist und einen Teil in sich besitzt, der aus dem Allerhöchsten kommt, was es überhaupt gibt, muss es doch einem denkenden Menschen klar werden, dass eben in ihm selbst auch etwas Wertvolles ist – etwas, das unvergänglich ist, weil er ja aus Gott kommt, aus seinem Willen geworden ist. Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Menschen sind Geschöpfe Gottes, durch Gottes Wunsch und Willen sind sie geworden, was sie sind.
Ihr seid unterrichtet worden über den Abfall, über den Aufstieg der Geister, über den Auftrag, den Christus erfüllte. Hier habt ihr gewisse Erkenntnisse. Diese Erkenntnisse genügen dem einen oder andern für sein Leben. Ein anderer will mehr; er will mehr wissen, um besser glauben zu können. Wenn es wirklich so ist, dass ein Mensch danach trachtet, mehr zu wissen, um besser glauben zu können, dann mag es seine Richtigkeit haben. Wenn einer aber nur aus Neugierde wissen will, dann ist dies nicht segensreich. Es hilft ihm in seinem Aufstieg und Fortschritt nicht.
Es ist dem Menschen zugestanden, nach höherem Wissen zu ringen, wenn es ihn zu Gott führt. Aber nur um zu wissen, ohne im Verlangen zu sein, in Gottes Nähe zu kommen, dafür gibt es keine Entfaltungskraft und keinen besonderen Segen. Der Mensch darf und soll wissen, dass er seine besondere Kraft besitzt. Und so wie es unter den Menschen Begabte gibt, die besondere künstlerische Fähigkeiten haben und diese zur Freude der Mitmenschen ausüben, gibt es welche, die ihre künstlerischen Fähigkeiten höheren Zielen zuwenden möchten, also nicht in erster Linie dem Menschen selbst. Ich brauche euch die schönen Künste nicht aufzuzählen, sind es doch verschiedene Gaben, die der Mensch besitzt. Wo liegen denn diese Eigenschaften, diese Gaben?
Es ist doch so, dass auch ein Mensch solche Gaben von seinen Eltern erbt. Es mag euch verständlich sein, dass er einerseits in geistiger Verbindung mit seinen Eltern steht, andererseits – und dies in erster Linie – steht er aber in odischer Verbindung mit ihnen. In dieser Odkraft sind, so möchte ich sagen, gewisse Partikelchen, die die Erbanlagen zeichnen und die übertragen werden. So ist es zu verstehen, dass in den meisten Fällen – nicht in allen, aber in den meisten – die Kinder ähnliche Anlagen besitzen wie die Eltern; sei es bei Kindern aus einer Künstlerehe oder von Eltern, die intellektuell tätig sind.
Woher stammen die Anlagen? Wie erklärt man sie sich? Ja die Menschen ... ich weiss schon, auf welche Art man versuchen würde, mir das zu erklären. Ich versuche es geistig zu erklären.
Geistig zu erklären ist es, weil Eltern und Kinder durch einen Odstrom miteinander verbunden sind. Ich habe gesagt, wie vielfältig das Od beschaffen ist, dass das Od bei jedem wieder anders ist, dementsprechend sind doch in diesem Od so viele Merkmale, so viele Punkte – ich weiss nicht, wie ich es in eurer Sprache ausdrücken muss –; es ist darin eine so grosse Vielfalt für die Entfaltung enthalten, die wirksam werden kann. So ist es möglich, dass Anlagen von den Eltern auf die Kinder übertragen werden.
Ich möchte nicht allzu sehr auf dieses Gebiet eingehen, sondern ich möchte etwas anderes betonen, was dem Heil, dem Fortschritt des Menschen dienen soll.
Es gibt Menschen, die durch ihre besondere Art der Odkraft auch heilende Kräfte haben, deren Odkraft, die auf den Mitmenschen ausströmt, heilend wirken kann. Menschen mit einer solch besonderen Odkraft können kranke Menschen berühren und so ihnen von ihrer eigenen Odkraft übertragen. Das heisst jedoch nicht, dass ein solcher Mensch dieselbe Odkraft oder Odströmung besitzt wie der kranke Mensch oder sich seine ganze Odströmung verändert; er wirkt heilend, wärmend auf den kranken Menschen ein. Seine Heilkraft kann so stark sein, dass bestimmte Krankheiten gemildert werden oder vielleicht ganz verschwinden können – je nach der Kraft des Spenders. Es kommt darauf an, wie rein seine Odkraft ist.
Der Mensch hat die Möglichkeit, seine eigene Odkraft zu verfeinern, oder er hat die Möglichkeit, sie noch mehr zu verdichten, zu verdüstern. Eine düstere Ausströmung der Odkraft ist unangenehm und hat auf den Menschen auf keinen Fall eine heilsame Wirkung. Reine Odkraft des Menschen, die er ausströmt, ist wirksam auf den Mitmenschen, auf seine Gesundheit, aber auch auf andere Dinge. Ein Mensch kann beispielsweise einen Mitmenschen so beeinflussen, indem er versucht, ihn zu überzeugen, dass er aus eigenem Antrieb seine odische Kraft mehr antreibt, mehr ankurbelt, in Schwingung versetzt.
Man kann in gewissem Sinne zu untätig sein. Die Odkraft von Menschen, die mutlos sind, hat keinen richtigen Strom, keine richtige Kraft, die durch den Körper dringt. Die odischen Kräfte, von denen ich eingangs sprach – die Kraft des Geistes, die Lebenskraft, die Kraft des Körpers –, sind miteinander verbunden. So kann durch Willensanstrengung die Willenskraft gesteigert und die Lebenskraft des Menschen gefördert werden.
Liebe Geschwister, es gäbe darüber so viel zu erklären, was alles möglich ist, zur Entfaltung zu bringen, wenn man versuchen würde, die in einem wohnenden Kräfte zu aktivieren. Nun, ich kann wohl darüber reden – der eine versteht mich, der andere nicht. Dies alles aber gehört mit zur Geisteslehre, denn diese Odkraft, die der Mensch in sich hat, die ein Geistwesen in sich hat, stellt ja ein Geheimnis dar. In ihr liegen die Geheimnisse, nach denen ihr sucht, um sie zu entschlüsseln. Deshalb auch diese Vorsicht von uns oder auch von mir, euch dies sogleich zu offenbaren. Das Ganze, was ich gesagt habe oder im Wesentlichen darlegen möchte, könnte ich mit viel weniger Worten sagen. Ich könnte menschliche Beispiele erklären, aber davor werde ich mich hüten; denn ich wurde von meinen Geistgeschwistern gemahnt, es nicht zu tun – und ich werde es nicht tun. [...]
Wenn Gott es wahrhaftig wünschen würde, dass der Mensch zu diesen Erkenntnissen käme, wäre es doch für ihn absolut keine Schwierigkeit, den Menschen solches offenbaren zu lassen. Aber er hat es in seiner Weisheit so geschaffen, dass es einen Aufstieg gibt. Man muss diesen Aufstieg erringen, und dazu gibt es verschiedene Wandlungen äusserer Formen des Geistes. Der Mensch musste durch diese verschiedenen Wandlungen und Formungen seiner Äusserlichkeit gehen. Wer das Glück hat, auf der Aufstiegsstufe des Menschen zu stehen, hat es ja bereits hinter sich. Jeder ist seinen Weg gegangen, den er in seinem odischen Feld oder in seiner odischen Kraft festgezeichnet hat; festgezeichnet wurde es durch das Gesetz Gottes. Es bedurfte hierzu nicht mehr im Besonderen eines Eingreifens der Geisterwelt Gottes.
Das Gesetz ist so wunderbar aufgestellt, dass es bei einem jeden selbst ein Fortschreiten gibt, denn in ihm drin, in der Seele, ist die Möglichkeit seines Fortschrittes festgezeichnet. Dieser wird sich erfüllen nach den vorgeschriebenen und festgesetzten Gesetzen Gottes, die nicht umzustossen und nicht abzuändern sind.
Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 21.9.1976 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner an der Meditationswoche 1976 in Flims, 3. Abend (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Die irdische, materielle Welt ist eine Verdichtung des Geistigen
Josef, 10. März 1979 (Ausschnitt), und Lene, 24. September 1969 (Ausschnitt)
Die irdische, materielle Welt ist eine Verdichtung des Geistigen
Die irdische Materie ist eine Verdichtung des Geistigen. Wenn die Wissenschaft oder die Menschen im Allgemeinen in ihrem Denken und Forschen so weit gekommen sind, dass sie anerkennen müssen, dass alles, was auf dieser Welt ist, eine Verdichtung von einer unsichtbaren Substanz ist, werden sie den Weg zum Höheren finden.
Josef: Liebe Geschwister, für Gott sind tausend Jahre wie ein Tag. Aus dieser Aussage geht hervor, dass Gott in grossen Zeiträumen geplant und seine Schöpfung aufgebaut hat. Ich versuche, so gut es mir möglich ist, Erklärungen zu geben. Sie dienen dem gläubigen Menschen zum besseren Verständnis; dem suchenden Menschen geben sie Antwort, Antwort auf ein Problem oder auf mehrere Probleme. Wenn nun von der Schöpfung Gottes gesprochen wird, so denkt der hier lebende Mensch zuerst an die sichtbare Schöpfung. Auch diese sichtbare Schöpfung ist in grossen Zeiträumen zustande gekommen. Bevor man aber von dieser irdischen Schöpfung spricht und da versucht, Dinge auseinanderzunehmen, muss man versuchen, zuerst die geistige Schöpfung anzuerkennen.
Wer glaubt, der muss ja diese geistige Schöpfung anerkennen. Denn alles, was in dieser Welt ist und seinen Bestand hat, wurde zuerst im Geistigen geschaffen. Es fällt besonders jenen Menschen schwer, zu glauben, die keinen Sinn des Lebens sehen, die keinen Gottesglauben haben. Sie möchten das Sichtbare annehmen. Aber sie sind sich darüber nicht im Klaren, dass es eine Welt gibt, die der Mensch nicht sehen kann, dass aber gerade der Mensch selbst ein Träger ist von dieser unsichtbaren göttlichen Welt. Er hat in sich das Göttliche, das ihm Leben gibt; er ist Träger vom Göttlichen. Ich habe das letzte Mal [im Vortrag vom 3.3.1979] versucht, von der Vergänglichkeit zu sprechen – was am Menschen vergänglich ist und was unvergänglich ist. Das Unvergängliche des Menschen kehrt nach dem Tode wieder zu seiner Geburtsstätte zurück; es kehrt dahin zurück, wo es geboren wurde, in seine wahre Heimat.
Was ist denn diese irdische Welt, und was sind diese Menschen? Es ist eine Verdichtung des Geistigen. Wenn die Wissenschaft oder die Menschheit im Allgemeinen in ihrem Denken und in ihrem Forschen so weit gekommen sein wird, dass sie anerkennen muss, dass alles, was da auf dieser Welt ist, eine Verdichtung ist von einer unsichtbaren Substanz, wird sie den Weg finden zum Höheren. Wann wird das sein? [...]
Es ist so bedeutungsvoll für den Menschen, den Sinn des Lebens zu erkennen. Aber man kann dem heutigen Menschen einfach nicht so ohne Weiteres den Sinn des Lebens erklären. Denn ein Verständnis setzt eben diesen Glauben an die geistige Welt voraus; man muss glauben können, dann dient dieser Glaube zur höheren Erkenntnis. Suchende Menschen können den Weg finden, ihr Verständnis wird geweckt, indem ihnen Erklärungen gegeben werden und sie selber Vergleiche ziehen können. So komme ich immer auf ein und dasselbe zurück: Das Leben auf dieser Welt muss doch eine Ursache haben, und so müsste man doch zuerst nach dieser Ursache suchen. Warum gibt es dieses Leben? Man kann nicht von Zufälligkeiten sprechen und von Geheimnissen und dergleichen, sondern man muss eben nach dieser Ursache suchen. Um diese Ursache den Menschen für die Zukunft verständlich zu machen, um ihnen eine Antwort zu geben und ihnen den Weg zurück in ihre wahre Heimat wieder zu bahnen, dafür ist Christus in diese Welt getreten. Er hat menschliches Dasein angenommen; er ist Mensch geworden, den Menschen in allem gleich. Dieses zu verstehen, setzt aber wahrhaftig den Glauben an die geistige Schöpfung und an Gott voraus. Und Christus, er starb ja für diesen Glauben. Er hatte es immer wieder erklärt, dass ihn der Vater im Himmel gesandt und ihm den Auftrag gegeben hat. Und er sagte: “Ich bin von oben, ihr aber seid von unten” (Joh. 8, 23). Ja, auch das muss man doch verstehen, was er damit gemeint hat. Denn er war doch wahrhaftig von oben. Und zur Zeit, wo Christus gelebt und diese Worte gesprochen hat, durfte er das den Menschen doch sagen. Denn sie alle kamen doch von unten – mit Ausnahme der Propheten oder jener, die einen besonderen Auftrag zu erfüllen hatten im Heilsplane Gottes. Aber jene, zu denen er diese Worte sprach, kamen von unten. Also lässt sich auch darüber nachdenken: Was ist gemeint mit den Worten “Ihr seid von unten, ich komme von oben”?
Hier liegt ja gerade die Antwort, dass einstmals etwas geschah im Reich Gottes oder “da oben”, im Himmelreich. Und das scheint für viele Menschen einfach unverständlich zu sein. Sind sie aber einmal zur Erkenntnis gelangt, dass die irdische Materie eine Verdichtung des Geistigen ist, so wird es für sie verständlicher, der Weg zur Einsicht kürzer. Aber dagegen wehrt man sich immer noch.
Vielleicht wird es einmal durch den Fleiss des Menschen und seinen Forschungsdrang sogar möglich werden, die vergangenen Stunden eines Menschen zu beleuchten und zu erkennen, wie ein Röntgenbild, so, dass beispielsweise bei einem Verbrechen die Möglichkeit besteht, den Betreffenden mit diesen Strahlen und mit diesen Kräften zu beleuchten, sodass seine vergangenen Stunden oder Taten erkennbar werden. Das wird dereinst möglich werden. Aber wann? So kommt es ganz auf den Menschen an, auf welche Art und Weise er seine Forschungen lenkt. Vielleicht gibt es ihm dann, wenn er auch nur einige Stunden des gelebten Lebens eines Menschen wieder hervornehmen und bildlich erkennen kann, auch eine Antwort – dann muss er sich vielleicht fragen: “Ist es nicht möglich, noch mehr zu erleben?” Vielleicht gibt es dem Menschen eine Antwort ...
Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrer Josef vom 10.3.1979 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Lene: Ich möchte jetzt Erklärungen geben vom Zeitpunkt des Abfalls an. Er liegt Millionen und Millionen und Millionen [Milliarden] Jahre zurück. Es soll euch nicht erschrecken, es ist so. In dieser Zeit wurden die Wege geebnet, geplant für einen Aufstieg. So sollte doch die Erde so geschaffen werden, dass es möglich würde, Leben in dieser Lebensform darauf leben zu lassen, wie es heute ist. Es brauchte dazu sehr viel, und ihr wisst, dass Christus es ist, dem man das Leben zu verdanken hat. Er war tätig in der irdischen Schöpfung, ihm ist dieses Leben hier auf Erden zu verdanken – Gott hat es in seine Hände gelegt. Er sollte das Leben schaffen, das ganze Leben – alles Leben auf dieser Erde –, auf welcher Stufe es auch steht. Von ihm aus ist es ins Leben gerufen worden; das Wort Gottes hat es lebendig gemacht.
So könnt ihr euch doch vorstellen, dass der aus Gott Geborene diese schöpferische Kraft im höchsten Masse besass, sodass es ihm möglich wurde, das Leben auf Erden zu gestalten. Er hat nicht allein alle Arbeit geleistet, denn ihm standen göttliche Wesen zur Verfügung, die ebenfalls schöpferische Talente hatten, die schöpferisch mittätig sein konnten. Zuerst musste aber dies in einem Plan festgelegt werden, und diesen Plan gab der Schöpfer aller Dinge, der himmlische Vater, der Vater allen Lebens. Gott zeigte den Plan Christus, seinem Sohne, und ihm übergab er es zum weiteren Ausbau.
Der Sohn Gottes ging daran und zeichnete die verschiedensten Entwicklungsstufen, die für das Leben auf Erden notwendig sein würden, und wie es sich vollziehen sollte. Er fing an die Stufen zu zeichnen – von den niedersten bis zu den höchsten –, und so plante er alles hinein. Diese Pläne gab er seinen fürstlichen Geschwistern. Sie sollten ihrerseits mit ihren schöpferischen Gaben und Talenten mitwirken an der Vollendung dieses Schöpfungsplanes. Dieser Schöpfungsplan sollte in allen Einzelheiten in seiner grossen Vielfalt entstehen. Es waren viele Engel Gottes, die sich daran beteiligten.
Wenn ich euch nur auf weniges aufmerksam machen darf, beispielsweise auf das Tierreich – wie vielfältig ist dieses Tierreich doch gestaltet! Es gibt harmonische, schöne Tiere, die für euer Auge lieblich sind, und es gibt welche Tiere, von denen ihr glaubt, dass man an ihnen nicht so eine besondere Freude haben könnte. Nun wisst ihr aber, dass im Tierreich so viele Stufen sind und dass es Christus war, der auch die niederste Stufe im Plane festhielt. Sagen wir ein Insekt, das dem Menschen lästig ist, das aber im Plane Gottes auch eine Aufgabe erfüllen muss; es muss auch eine Stufe durchschreiten, um mit der Zeit zu höherem Leben zu kommen. Wie viel solch niederes Getier lebt da in seiner Vielgestaltung ... Dafür haben die Engel Gottes unter sich gewetteifert; sie haben diese vielen Gattungen geschaffen und sie in die Stufen eingereiht, wie es ihnen befohlen wurde. Dann musste jedes und alles dem Sohne Gottes zur Begutachtung gegeben werden. Er sollte sagen, ob es richtig, ob es für den Schöpfungs- und für den Heilsplan dienlich sei. Da und dort wurden auf Anweisung des Königs Änderungen vorgenommen.
So wurden im Laufe von Jahrmillionen zuerst einmal im Plane diese Stufen festgezeichnet: vom niedersten Getier bis zum schönsten und erhabensten Tier, das in seiner geistigen Entwicklung eine gewisse Höhe einnimmt. Die Geister Gottes hatten wahrlich Zeit genug – in Jahrmillionen, nach eurer Zeitrechnung, wurden diese Pläne fertiggestellt. Zuerst wurde geplant, und danach, als die Wege zu einem Erwachen geebnet wurden, als es möglich gemacht wurde, dass Leben eintreten konnte, wurde auch dieser göttliche Funke eingekleidet: Nach Aber- und Abermillionen von Jahren gab es die Einkleidung in die verschiedenen Leiber.
Wenn ihr die Pracht der Blumen bestaunt: Wie einfache Blümchen und wie wertvolle Blumen gibt es doch, um es nach euren Begriffen, nach eurem Massstab auszudrücken. Auch in diese Blumen hinein musste der Kern der Lebendigkeit eindringen, damit sich das Leben zeigte. Um leben zu können, mussten diese Blumen – von der einfachsten bis zur köstlichsten – so gestaltet und geformt werden, dass es möglich werden konnte, zur bestimmten Zeit diesen Funken mit seinem Ewigkeitswert einzukleiden, um ihm die Möglichkeit zur Weiterentfaltung, zum weiteren Aufstieg zu geben.
Wie vieles ist noch in der Natur, wie vieles liegt um euch Menschen herum – verborgen, missachtet, teils verachtet –, und es trägt ewiges Leben in sich! Noch ist es verstossen und wartet auf seinen weiteren Aufstieg.
Dies alles musste zuerst einmal geplant werden, um dann einzusetzen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Aber es ist so, und das versteht ihr doch, dass diese grosse Vielfalt in der Schöpfung nicht von einer Stunde zur andern vorhanden war. Eine kleine Einheit von jedem, das geplant worden war, sollte seinen Platz einnehmen. Es sollte auf das geistige Erwachen warten, in einem neuen Leib. Kleine Einheiten da und dort, von der niederen bis zur erhöhten Entwicklungsstufe. Überall wurde es so geschaffen, dass die Möglichkeit bestand, dass es sich weiter entfalten, sich langsam weiter ausdehnen konnte.
Mithilfe der Menschen sollte es später dann eine grössere Entfaltung und Pracht, eine grössere Bedeutung finden. Vieles ist auch dem Menschen übergeben worden, um es zu veredeln. Aber der Kern ist von der göttlichen Welt bereitgestellt und aufgebaut worden. Er wurde an seinen Platz hingeführt und so eingekleidet und verdichtet, dass es die Gestalt erhielt, welche ihm bestimmt war zu tragen.
Das war eine grosse Leistung, die getan werden musste. Nun, ihr wisst genau, was alles für Leben eure Erde beherbergt und was alles für dieses Leben notwendig ist, damit es seine Lebensform erhalten kann und es möglich ist, dass es sich entfalten und sich ausdehnen kann. Kräfte sollten aufgebaut werden, Kräfte sollten sich entfalten können, sollten umgewandelt werden können. Der Kern [die Kerne] dafür wurde [wurden] in den Luftraum, in die Atmosphäre dieser Erde gegeben, damit es möglich wurde, dass diese Entfaltung zustande gebracht wird, die es zum Leben braucht. Dafür waren Engel Gottes am Werk.
Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 24.9.1969 durch Mittlerin Beatrice Brunner an der Meditationswoche 1969 in Flims, 4. Abend (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Ergänzende Erklärungen zur Schöpfung und zur Odlehre
Fragebeantwortungen von 1950 und 1952 sowie vom 2.3.1955 und 22.1.1982
Ergänzende Erklärungen zur Schöpfung und zur Odlehre
Lieber Geistlehrer Josef, wie können wir besser verstehen, dass Gott ohne Anfang ist?
Josef: Liebe Freunde, dies ist eine Frage, worauf ich für euch keine Worte habe, da ihr dies nicht verstehen könnt. (1950)
Du hast schon so oft vom Hause Gottes gesprochen. Müssen wir uns dabei eine sehr grosse Sphäre vorstellen?
Josef: Liebe Freunde, darüber die richtigen Worte für eure Begriffe zu finden, ist schwer. Ja, ihr dürft euch darunter etwas Grosses, Gewaltiges und Wunderschönes vorstellen. (1952)
Warum spricht man bei Christus vom eingeborenen Sohn Gottes, wo doch auch noch von andern Söhnen Gottes die Rede ist?
Josef: Meine Lieben, darüber habe ich auch schon gesprochen: Der Geistfunke aller Wesen ist von Gott – von ihm wurde jeder geistige Funke geschaffen. Ihr geistiger Leib aber ist von Christus, denn der Geistfunke Gottes muss einen Leib haben. Nur Christus ist aus Gott selbst, seine erste Schöpfung – seinem geistigen Funken wie dem geistigen Leibe nach. Hingegen sind alle andern Wesen dem geistigen Leibe nach von Christus; nur der Geistfunke ist von Gott. (2.3.1955)
Geistlehrer Josef gab am 22.1.1982 weitergehende Erklärungen zu Christus und beantwortete anschliessend diesbezüglich auftauchende Fragen:
Josef: Bei dieser Gelegenheit darf ich wohl sagen, dass es Menschen von heute schwer haben, zu verstehen, wenn vom “eingeborenen Sohn Gottes” gesprochen wird. Sie haben keine Vorstellung – sie fühlen und sehen ja viel zu menschlich. Alles ist für sie menschlich. Dass Christus aus Gott geboren ist, das können sie nicht begreifen. Ich kann euch die Zeit nicht nennen, in welcher dies geschehen ist, wie ich euch auch nicht Gott in seiner Macht und in seinem Erstehen erklären kann. Das kann ich nicht. Aber ich kann euch wahrhaftig vieles erklären.
Es ist so, dass Christus der Träger vom Geistesleib Gottes ist. Gott ist eine Person und hat einen geistigen Leib. Das ist euch ja schon gesagt worden. Gott kann geschaut werden, und schauen kann man ja nur etwas, was eine Form und eine Gestalt hat. Also: Gott hat Form und Gestalt. Es ist nicht so, wie Menschen behaupten, dass er einfach eine Kraft wäre – Menschen, die Gott sozusagen nicht als eine Person anerkennen wollen und keine Vorstellung von der Jenseitswelt haben. Wenn Christus sagt: “Der Vater ist in mir, ich bin in ihm”, so heisst das, Christus ist Träger vom Geistesleib Gottes. Denn Christus wurde ja von Gott aus dessen Od geformt und geschaffen. In seiner Person ist er ein Stück vom Leibe Gottes. Darum hatte Christus immer betont: “Der Vater und ich sind eins.” Christus ist ein Stück von Gott, von Gottes Persönlichkeit; von Gott persönlich, aus seinem Od, ist er geformt worden. Deshalb heisst es auch: Christus ist der Anfang und zugleich das Ende, denn er ist die einzige direkte Schöpfung und wird es bleiben. Und damit – dass er der Anfang in der Schöpfung Gottes ist und zugleich das Ende – ist nicht nur gemeint “in der Erfüllung des Ganzen”, sondern es wird niemand nach ihm kommen, der aus dem Ode Gottes als Geschöpf ins Dasein treten kann. Christus ist der Erstling und bleibt der Erstling; er ist der Träger vom Ode Gottes, von seinem Leibe, von seiner Gestalt, die Gott in sich hat. So ist dieser Christus aus dem Od Gottes geformt und gestaltet worden und ist eben so zu erkennen: als der Eingeborene, der aus Gott Geborene. Er ist Träger vom geistigen Leibe Gottes, aus Gottes Od geformt. Was alles nach ihm in der Schöpfung geworden ist, ist aus Christus geworden. Dies war deshalb möglich, weil Christus Träger von dieser Kraft und auch von gewisser Macht ist. Es heisst ja auch: Der Vater hat ihm von sich gegeben, hat ihm alles gegeben (vgl. Joh. 13, 3) – Christus ist ja aus seinem Od entstanden.
Es ist manchmal schwer, dem Menschen in dieser Beziehung etwas zu erklären. Ich kann es euch jetzt sagen, da ihr Verständnis dafür habt. Aber ich kann diese Erklärung nicht jedem Christenmenschen geben; er kann ja nicht einmal einfachere Dinge erfassen, wie sollte er dann so etwas erfassen können? Christus spricht immer wieder von der Liebe – dass seine Liebe wie die Liebe des Vaters sei. Er spricht auch: “Ich habe das vom Vater gehört, der Vater hat es mir gesagt.” Es ist eben zwischen dem Vater und seinem Sohne eine solche Innigkeit und eine solche Verbundenheit! Und es war und ist der Menschheit zum grossen Glück.
Als Christus ins menschliche Dasein trat, war in der Geisteswelt nicht lauter Freude. Man freute sich schon darauf, indem man doch hoffte und erwartete, dass der Gesalbte Gottes, der höchste Geist Gottes, es zustande bringen und seine Aufgabe erfüllen würde. Anderseits war man auch in gewisser Besorgnis, denn man kannte die Macht, die dieser Luzifer hatte und die Gott ihm ja nicht genommen hatte. Luzifer hatte eine grosse Macht – eine wahrhaft grosse Macht. Und nun standen sich diese beiden Brüder gegenüber.
Luzifer hatte sein Dasein in erster Linie Christus zu verdanken. Er ist derjenige, der nach Christus, aus Christus heraus ins Dasein gekommen war. Luzifer hatte eben auch eine grosse Macht; deshalb ist er der Herrscher dieser Welt, und er bleibt der Herrscher dieser Welt. Daher geht dieser Erlösungsplan oder dieser Kampf so unendlich lange.
Da sind so viele Dinge, die für mich und auch für andere Geistwesen euch schwer zu erklären sind. Denn wir haben andere Begriffe, andere Vorstellungen. Und dies in die heutige Zeit, in euer Denken hineinzubringen, ist für uns nicht immer so leicht – auch für mich nicht. Manchmal kämpfe ich um ein Wort, um den richtigen Begriff eurer Zeit gemäss auszudrücken, damit ihr es versteht. Darum ist es euch überlassen, vielleicht einen Satz verständnisvoller auszudrücken – nur der Sinn darf nicht geändert werden!
Lieber Josef, du hast einmal gesagt, du würdest uns erklären, was geschehen wäre, wenn Christus seine Aufgabe nicht erfüllt hätte.
Josef: Ja, es ist nicht auszudenken! Es wäre eine furchtbare Nacht gekommen; das ist euch ja schon erklärt worden. Es hätte dann ein anderer Geist versuchen müssen, dieses Werk doch noch zu erfüllen – ein anderer Geist Gottes wäre ins menschliche Dasein gekommen. Womöglich hätte es Hunderte von Jahren dauern können, bis Gott dazu sein Wort gegeben hätte, und so wäre diese furchtbare Nacht hereingebrochen. Hätte Christus seine Aufgabe nicht erfüllt, dann hätte die Erde wahrhaftig gebebt! Stellt euch doch einmal vor, welchen Triumph dieser Satan gehabt hätte, wie er sich dann als Herrscher gefühlt und wie er getobt und geherrscht hätte! Da wäre wahrhaftig eine tiefe Nacht über die Menschen gekommen – nicht auszudenken!
In dem Falle wäre es nicht auszudenken gewesen, weil man sich doch sagen muss: Wenn es der Eingeborene nicht schafft, wer soll es dann noch schaffen?
Josef: Ja. Jedes Geistwesen in der geistigen Welt hat seine besondere Wesensart, Durchsetzungskraft und Energie. Es hätte ein anderes Wesen kommen müssen und ebenso versagen können. Ich sage: hätte! Es hätte so oft eines kommen müssen, bis es zur Befreiung, zu einer Erlösung gekommen wäre. Es ist ja heute, da es erfüllt ist, gar nicht auszudenken, dass dieses nicht [durch Jesus Christus] seine Erfüllung gefunden haben könnte!
Heft 4/2010
21 Seiten, 21 × 29,7 cm