Ihr Warenkorb ist noch leer.
Ist Wohlstand und Wohlergehen für den geistigen Aufstieg nützlich? – Jedes Volk und jede Rasse geht dem Aufstieg entgegen
Weltlage, Menschheitsentwicklung
Beschreibung
Die Menschheit ist nicht sich selbst oder dem Zufall überlassen. Die Geisterwelt Gottes wacht sorgsam über den Aufstieg ihrer Geschwister. In der Gotteswelt besteht ein umfassender Weltenplan, der die geistige Entwicklung der verschiedenen Völker festhält und Auskunft gibt über bedeutsame Ereignisse.
In grossen Zügen eingezeichnet sind Geschehnisse wie Kriege oder Naturkatastrophen, die das Schicksal vieler Menschen betreffen. Festgehalten sind in diesem Plan aber auch Errungenschaften, die dem Fortschritt dienen und in einem Volk bis zu einem gewissen Zeitpunkt erreicht werden müssen. Durch diesen umfassenden Weltenplan haben hohe Geister Gottes Kenntnis von allem, was sich auf dieser Erde abspielt und was noch in Erfüllung gehen muss, und entsprechend ihren Möglichkeiten und den geistigen Gesetzen nehmen sie Einfluss auf die Geschicke der Welt.
Themenheft 1/2010: Weltlage – Menschheitsentwicklung
Inhalt
Ist Wohlstand und Wohlergehen für den geistigen Aufstieg nützlich?
Josef, 11. Januar 1975
Ist Wohlstand und Wohlergehen für den geistigen Aufstieg nützlich?
Der Wohlstand, den die westliche Welt erlebt, gereicht nicht jedem Menschen zum geistigen Fortschritt. Bei manchem fördert er Eifersucht und Neid sowie den Drang nach Ansehen und Besitz.
Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, für euch Menschen hat ein neues Jahr begonnen. Wohl kaum hat man in vergangener Zeit so sorgenvoll in die Zukunft geblickt wie gegenwärtig [Ölkrise 1973/1974 – Wirtschaftskrise 2009/2010]. Wir haben uns darüber doch auch unsere Gedanken gemacht. Ihr Menschen wünscht Wohlergehen und Wohlstand; es stellt sich die Frage: Ist dieser Wohlstand, wie ihn die westliche Welt erlebt oder erlebt hat, zum Nutzen für ihr geistiges Wohl? Ist dieses Wohlergehen für den geistigen Aufstieg des Menschen nützlich gewesen? Kann es nicht auch eine Prüfung gewesen sein? Gibt es doch Menschen, die gerade durch dieses Wohlergehen und durch diesen Wohlstand Schaden genommen haben an ihrer Seele und an ihrem Leibe.
Schaden haben sie am Leibe genommen, indem sie durch Unüberlegtheit, durch Rücksichtslosigkeit sich selbst und noch den Mitmenschen dazu Schaden zugefügt haben – einen Schaden, für den sie im Geiste verantwortlich sind und für den es einer Wiedergutmachung bedarf. Man kann sich also an seinem eigenen Leben Schaden zufügen und dafür verantwortlich gemacht werden.
Im Weiteren kann auch die Seele durch solchen Wohlstand Schaden nehmen, denn gerade durch dieses Wohlergehen und durch diesen Wohlstand wächst bei vielen Menschen die Eifersucht, der Neid, die Überheblichkeit, die Lieblosigkeit – um nur einiges zu nennen. Und gerade diese Eifersucht ist es doch, die der Seele Schaden bringt. Sieht man, dass sich der Nächste oder ein anderer Mensch etwas Besonderes geleistet hat, wächst der Neid. Man wünscht es auch; ob es im Rahmen liegt, sich dasselbe leisten zu können, ist dann eine andere Frage – es sind die Untugenden, die Eifersucht, der Neid, die Menschen dazu bringen, den Rahmen zu sprengen. Auch die Herrschsucht findet mehr Verbreitung in einer Zeit des Wohlstands und des Wohlergehens, das durch diesen Wohlstand entstanden ist.
Und dann ist es noch die Lieblosigkeit der Menschen, die daraus entsteht. Diese Lieblosigkeit breitet sich in erster Linie in der eigenen Familie aus; diese Lieblosigkeit, die Ungeduld, die Herzenskälte, das mangelnde Verständnis für das Unbehagen des Mitmenschen – dieses einmal in der eigenen Familie. Noch grösser ist aber die Lieblosigkeit am Arbeitsplatz; die Herrschsucht, der Geltungsdrang, das Streben nach Besitz, nach Anerkennung bringen Rücksichtslosigkeit, Lieblosigkeit mit sich. Man sieht nicht die Notlage, den Kummer und das Leid anderer Mitmenschen, die nicht in den Genuss von Wohlstand gekommen sind – man sieht es nicht. Dabei muss nicht einmal von einem bedeutenden Leid oder von einer bedeutenden Not gesprochen werden, sondern nur vom Unglücklichsein, Unzufriedensein des Mitmenschen; ein Mitmensch fühlt sich nicht verstanden – er mag vielleicht überempfindlich sein. Ist man rücksichtslos, so fügt man dadurch seiner Seele grossen Schaden zu und schädigt dazu die Seele der Mitmenschen. Man ist ihnen ein schlechtes Vorbild. Manche, die gerade am Arbeitsplatz solches Getue erleben, glauben, dass es ihr gutes Recht sei, sich auch zu Hause auf diese Weise auszudrücken und so zu schalten. Das sind für den einen wie für den andern geistige Nachteile, geistige Belastungen.
Dieses Wohlergehen und dieser Wohlstand bringen dem Menschen nicht unbedingt geistigen Fortschritt. Es gibt gewisse Menschen, die die Grenzen genau kennen und die sich von diesen äusseren Erscheinungen nicht beeindrucken lassen. Damit möchte ich sagen, dass sie sich deshalb nicht belasten – ich möchte dies nicht unerwähnt lassen. Nun heisst es ja, dass Gott über alles – auch über die letzten Dinge des Menschen und der Menschheit – Bescheid wüsste; also weiss er auch über diese Dinge Bescheid. Es kann gut sein, dass dieses Wohlergehen und dieser Wohlstand für viele Menschen eine Prüfung ist. Wenn Gott über all jene Dinge Bescheid weiss, dann sieht er ja auch den Unfrieden in der Menschheit. Wenn ihr heute in die Welt hinausschaut, sieht es doch nicht so aus, als könnte man sich über den Frieden der Welt freuen. Warum kommt es denn zu diesen Kriegen? Es ist doch so: Man will seinen Besitz vermehren, man will Ansehen, man will herrschen, man stiehlt dem andern etwas. Das ist rücksichtslos – man fügt als Christ dem andern Leid zu. Ich brauche nicht einmal besonders das Wort “Christ” auszusprechen, denn in den Weltreligionen ist man doch gottgläubig und anerkennt Gott als den Vater aller Geschöpfe, aller Menschen. Wie kann man dann, wenn man solches weiss, den Mitmenschen schädigen, ihn in Not und Leid hineinführen – weiss man doch darum, dass man den einen Gott hat, der Herr über alles ist. Einerseits betet man ja zu diesem Gott, und anderseits kämpft man mit allen Mitteln gegen seine Geschwister.
Hier kann man wohl sagen, dass das, was sich unter den Menschen abspielt – dieser ständige Kampf um Ansehen, um Besitz, um mehr –, vom Geistigen aus betrachtet nichts anderes ist als eine Fortsetzung von dem, was einst im geistigen Reiche stattgefunden hat. Bei diesem geistigen Kampf, wo es ja auch um mehr Ansehen ging, um grösseren Besitz, um mehr Rechte, hatten dazumal Neid und Eifersucht die Seelen erfüllt. So hat sich dieses entfaltet, obwohl Gesetz und Ordnung festgelegt waren; man war darüber hinweggegangen. Ich brauche nicht näher zu erklären, was geschah, wie Gott eingreifen musste, als es Zeit geworden war – wie er sich dann seiner Geschöpfe erbarmte und nach Wegen für ihre Rückkehr suchte; und dass es wahrhaftig gute Überlegungen brauchte, um den Aufstieg so zu gestalten, dass er auch wirklich seine Geschöpfe zurückführen konnte. Und so braucht es für diesen geistigen Aufstieg, für diese Rückkehr, wahrhaftig einen langen, langen Weg. Gott wusste wohl, warum er diese verschiedensten Aufstiegsstufen schaffte und eines vom andern abhängig machte. Es sollte ein langsamer Weg zurück werden, dafür aber ein sicherer Weg.
Wenn ich euch dieses erkläre, versteht ihr wohl, was damit gemeint ist. Der Weg ist lang, und es sind viele noch im Kommen. Nun, wenn wir vom geistigen Standpunkte aus die Menschen von heute betrachten, die ja auf einer erhöhten Entwicklungsstufe stehen sollten, so müssen wir doch feststellen, dass noch so viel Hass, so viel Neid, Eifersucht und Ungerechtigkeit in den Seelen der Menschen ist. Und so ist es eben, wie ich erklärte: Es ist nichts anderes als die Fortsetzung des geistigen Kampfes von dazumal. Wann wird es zum Siege kommen? Es gibt dafür keine Zeit, die genannt werden könnte. Der Menschheit ist aber ein geistiger Führer gegeben worden, und dieser geistige Führer heisst Christus – er ist der Menschheit gegeben worden. Christus hat den Menschen die Gesetze, die Ordnung dargelegt und wieder aufs Neue erklärt. Und so wird bis zum heutigen Tag verkündet, was Gottes Wille ist und wie die Gebote Gottes lauten.
Es gibt Christen, die Gott gerade durch diesen Wohlstand ganz vergessen haben; sie haben sich von ihm entfernt. Doch es könnte auch geschehen, dass die Menschheit wieder so weit geführt wird und zum Bewusstsein kommt, dass es einen Herrn gibt, einen Schöpfer, der mächtig ist über alle Dinge. Dieser Schöpfer, der über alle Dinge Bescheid weiss und Herr über alles ist, gibt dem Menschen auf den verschiedensten Wegen Prüfungen. Manches lässt er zu – es kann aber eine Zeit kommen, wo Gott die Menschheit wieder hart prüfen wird. Ich möchte euch deshalb nicht verunsichern; es ist nicht gesagt, dass ihr, die ihr hier anwesend seid – ob jüngere oder ältere Menschen –, solches erleben werdet. Ich kann nur aus dem Plane Gottes ersehen, dass wiederum eine Zeit kommen wird, wo die Menschheit solches erleben und dadurch wieder an Gott herangeführt wird.
Im Laufe der Jahre habe ich euch so viele Beispiele und Darlegungen gegeben und euch erklärt, dass auch die niedere Geisteswelt Interesse am Menschen hat – dass Luzifer der Herrscher der Menschen ist und sein Zepter über sie führt. Nun kommen solche Prüfungen an den Menschen; Gott will für seine Kinder nur das Beste. Es liegt am Menschen selbst, zu entscheiden, was er mit dem tut, was Gott für gut befindet, was er damit macht, wie er das, was Gott dem Menschen gibt, verwaltet. Der Mensch hat sozusagen ein grosses Verfügungsrecht; ihm ist diese Erde untertan, er hat Gewalt und Macht. Was macht der Mensch mit all dem, was Gott ihm sozusagen als Pfand in die Hände gegeben, ihm anvertraut hat? Was macht er damit? Kämpft er den Kampf der Ungerechtigkeit weiter? Geht die Not und das Leid in der Welt weiter? Das ist eine Angelegenheit der Menschen; ich kann nur dies betonen: Gott wusste in seiner Weisheit, warum er diesen langen Weg der Rückführung vorbereitet hatte. Er liess ihn vorbereiten durch seinen eingeborenen Sohn, durch Christus, den Erlöser. Es ist am Menschen, das Beste aus all dem zu machen, was Gott ihm zur Verfügung stellt. Es braucht eine innere Kraft, um dieser äusseren Welt die Stirn zu bieten, um nicht Sklave dieser vergänglichen Welt zu werden, indem man geblendet wird von dem Schönen, das diese Welt dem Menschen vorübergehend zu bieten hat. Geblendet wird er davon, und so kommt er in die Fänge dieser andern, niederen Welt, die ihn, seine Seele – das heisst sein Denken und Wollen – beeinflussen kann.
Man kann mir entgegnen: “Es ist doch gerade eine Zeit angebrochen, wo Menschen bereit sind, ein besseres Leben aufzubauen.” Ja, dem stimmen wir zu, doch sind es – im Verhältnis zu jenen, die da auf dieser Erde leben – nur wenige Menschen. Wir betrachten sie als besonders bedeutende Menschen, die einen Anfang machen und kämpfen für ein besseres, höheres Leben. Wir betrachten sie als die Pioniere. Für alles muss gekämpft werden – auch auf diesem Wege –, und dafür braucht es Ausdauer und Geduld.
Mancher hat schon gesagt: “Warum greift denn Gott nicht ein? Er kann doch Kriege verhüten, er kann Menschen so beeinflussen, dass sie nur das Gute tun.” Ja, Gott könnte es, aber es ist nicht vereinbar mit den Abmachungen, die einst getroffen worden sind für den Aufstieg jener Gefallenen. Sie müssen von innen heraus, aus eigener Kraft, beweisen, auf welche Seite sie gehen möchten, und zeigen, dass sie fähig sind, alles Verwerfliche, alles Niedere zu überwinden. Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen, danach zu streben. Dies kann ich wohl sagen; wenn aber die innere Reife des Menschen nicht vorhanden ist, nützt dies alles nichts. Man kann einen Menschen nicht überzeugen, wenn er nicht von innen heraus gedrängt wird, nach der Wahrheit zu suchen. Es braucht eine innere, höhere Erkenntnis. Nur auf diesem Wege kann er seinen geistigen Stand verbessern, und er muss dementsprechend auch seiner Umwelt gegenüber eine andere Einstellung einnehmen.
Liebe Geschwister, das sind meine Worte, die für das neue Jahr ihre Geltung haben sollen. Und nun möchte ich auf die Erlebnisberichte zu sprechen kommen, die ich euch jeweils gebe. Sie weisen immer etwas Besonderes in sich auf; dadurch können die geistigen Gesetze und das Leben der Jenseitswelt besser dargelegt werden. Es sollte im Grunde genommen ein jeder daran interessiert sein, wie es in dieser andern Welt aussieht. Es kann für einen jeden nur zum Vorteil sein, wenn er über diese andere Welt Bescheid weiss und sie ihm nicht fremd sein wird, wenn er sie erlebt; die Erlebnisberichte sollen also dafür zum Nutzen sein.
Nun möchte ich wiederum eine Erzählung geben, und zwar gerade von einem Menschen, der so im Wohlstand gelebt und Gott vergessen hatte. Für ihn gab es keinen Gott, für ihn gab es nur die Welt, in der er lebte, seinen Besitz und all das, was er durch seine eigenen Leistungen fertigbrachte; nur das, was für ihn sichtbar und fühlbar war, war für ihn bestimmend und wegweisend. An einen Gott konnte er nicht glauben. Ihr wisst aber auch, wie manches Mal man schon in dieses menschliche Dasein gekommen ist und dass man gerade in den früheren, vergangenen Jahrhunderten in grosser Not und Bedrängnis gelebt hatte. Gerade dadurch hatte man den Weg zu Gott gefunden, durch das Leid und die Not. Durch die Bejahung des Leides hatte man auch Gott bejaht und eine gewisse Frömmigkeit an den Tag gelegt sowie eine gewisse Hilfsbereitschaft und das Verständnis dem Mitmenschen gegenüber. Auf diese Art und Weise – im Glauben an Gott und seine Gerechtigkeit – hatte man sich vorwärtsgebracht. Nun musste ein neues Erdenleben gelebt werden, und in diesem neuen Erdenleben, Jahrhunderte danach, sah es ganz anders aus. Es gab in dem Sinne keine Plagen mehr. Wahrhaftig war genügend Brot vorhanden – man kam in den Genuss des Wohlstandes. Und die einstige Frömmigkeit, der einstige Glaube, das Besitztum der Seele, ist durch die Raffgier und Habgier ganz entschwunden. Die feinen Gefühle sind entschwunden, beziehungsweise man kann sie nicht wiedererkennen, weil man sie durch das eigene Denken und Wollen in eine Dunkelheit hineingebracht hat. Alles Feine und Edle, was göttlich ist und dem Göttlichen entgegengeht, ist Licht, und dieses Licht entschwindet – durch niedere und böse Gedanken löscht man es aus.
Bei unserem Bruder, von dem ich erzähle, war es so: Er hatte in seinem vorletzten Leben mehr geleistet – er glaubte an Gott. Er hatte einen Schritt aufwärts getan durch seine Opferwilligkeit, durch seine Hilfsbereitschaft und seinen Dienst an den Mitmenschen, durch seine Bejahung, durch die Not. Als er nun zur Prüfung in ein neues menschliches Dasein gelangte, konnte sich nichts mehr von den Gewinnen, die er einst erarbeitet hatte, entfalten. Die Welt, wie ich sie nenne und wie die Bibel immer von ihr spricht, die Welt hat das Wort gesprochen und Besitz genommen von dem Menschen. So hat sich dieser Bruder von Gott entfernt. Er brauchte keinen Gott, aus eigener Kraft hatte er sich emporgearbeitet; er fand, wie er sagte, nirgendwo Beweise einer höheren Existenz ... Ich will nicht länger darüber reden, sondern weiter erzählen, dass auch für ihn die Stunde kam, wo er von dieser Welt abtreten musste.
Nun will ich schildern, wo er erwachte, und dann auf Näheres zu sprechen kommen. Nach einer gewissen Zeit erwachte er in einer fremden Welt, und zwar war er an einem Ort eingeengt, der von einem brennenden Zaun umsäumt war. Er hatte genügend Bewegungsfreiheit, aber um ihn war nur Feuer. Der Zaun brannte, und es gab für ihn keine Möglichkeit zu entfliehen. Man hatte seinen Geistesleib mitten in diese Fläche gelegt. Nachdem er in der Geisteswelt erwacht war, staunte er über diese neue Umgebung und fragte sich: “Wo bin ich?” Jetzt vermochte er über die letzten Stunden seines menschlichen Lebens nachzudenken. Denn in der Seele ist ja das Vergangene, was er hinter sich gebracht hatte. Es wurde für ihn lebendig, und er erinnerte sich, dass er ein Flugzeug bestiegen hatte. Er erinnerte sich auch an den Ort, wo er hinreisen wollte. Darüber hatte er nachgedacht. Doch da war niemand in seiner nächsten Umgebung, kein Wesen, ganz allein war er, und in einer gewissen Entfernung war dieser Zaun, der rund um ihn herum lichterloh brannte. Es gab für ihn kein Entrinnen. Da dachte er: “Es kann nichts anderes geschehen sein, als dass das Flugzeug abgestürzt ist.” Er war sich des irdischen Todes noch nicht bewusst. Er sah dieses Feuer und war glücklich, dass es nicht in seiner nächsten Nähe war. Um ihn herum war nur Sand und Gestein, und er machte die Feststellung, dass dieses Feuer nicht in seine Nähe kam. So hoffte er auf Hilfe und wartete und wartete. Er nahm an, dass man wohl nach ihm und den andern suchen würde. Aber nichts dergleichen geschah.
Nun betrachtete er sich etwas näher, wie er denn aussah. Er war nur mit einem Beinkleid bekleidet. Sein Oberkörper war nackt, er trug kein Hemd, auch hatte er keine Schuhe. Nur so war er da, eingeengt in dieser Bedrängnis. Er dachte: “Es ist doch sonderbar, dass ich meine Kleider nicht mehr besitze.” Aber auch hier machte er sich allerlei menschliche Überlegungen, dass er wohl durch den Druckverlust, durch den Fall des Flugzeugs seiner Kleider beraubt worden wäre. Aber je länger es dauerte und sich niemand um ihn kümmerte, umso unsicherer wurde er. Er betrachtete seinen Leib etwas näher und kam zur Überlegung, ob er vielleicht nicht doch tot wäre. Er überlegte: “Wenn ich wahrhaftig tot bin und nun wirklich ein Geist bin, so kann ein Geist doch nicht Fleisch, Blut und Gebeine haben.” Er nahm dann einen spitzen Stein und versuchte, an seiner Hand die Haut aufzuritzen, um zu sehen, ob vielleicht doch Blut herauskommen würde. Er tat dies und machte die Feststellung, dass man überhaupt nichts sehen konnte – dass da kein Blut aus seiner Hand floss. Sein geistiger Leib war nun sonderbar anzufassen, so ganz anders als ein menschlicher Leib und doch diesem menschlichen Leibe gleich.
Mit der Zeit – dies muss ich betonen, denn es zog sich über längere Zeiträume hinaus – musste der Bruder die Feststellung machen, dass er wahrhaftig tot war. Er war in einer unbekannten Welt, in der ihm keine Hilfe zuteilwurde, und so glaubte er, in der Hölle zu sein. Er machte sich Gedanken über sein zurückgelegtes Leben. Er hatte nur einen Wunsch: aus dieser Bedrängnis herauszukommen. Und er überlegte: “Meine Eltern sind ja auch gestorben; sie könnten mir doch zu Hilfe kommen.” Er rief nach ihnen, aber es kam niemand – es kam weder der Vater noch die Mutter. Er hatte ebenfalls nach Freunden gerufen, die auch gestorben waren, doch niemand kam. So fing er an zu überlegen und nachzudenken. Es kamen ihm die Stunden in den Sinn, die er als Kind mit seiner Mutter erlebt hatte, und wie er von der Mutter hörte, dass sie von Gott sprach und mit ihm betete. Und nicht nur dieses – er musste sich auch an die Zeit erinnern, als er als junger, heranwachsender Mensch in die Kirche ging. Jetzt eröffnete sich ihm eine andere Welt, und er kam zur Erkenntnis: “Es gibt einen Gott.” Und er musste zugestehen, dass er diesen Gott verleugnet hatte und dass er womöglich für längere Zeit verbannt wäre. Das waren seine Überlegungen.
Nun fing er an, zu Gott zu rufen, so laut er es konnte. Er rief: “Wenn es dich wahrhaftig gibt, Gott, so befreie mich.” Dies hatte er längere Zeit hindurch in der Weise getan. Er wurde nicht gehört. So rief er wieder nach seinem leiblichen Vater, nach seiner Mutter in dem Tone, wie er es in der letzten Zeit seines menschlichen Lebens in herrschsüchtiger Weise gewohnt war. Er rief: “Mutter, komm und steh mir bei! Hilf mir, Vater!” Das ging eine längere Zeit so. Als dies zu keinem Erfolg führte, rief er: “Liebe Mutter, wenn es dir möglich ist, hilf mir, um mich zu befreien.” Auch rief er seinen leiblichen Vater: “Lieber Vater, wenn es dir möglich ist, hilf mir.” Auch seine Freunde rief er in liebevoller Weise beim Namen an. Und es kam so weit, dass er nicht mehr rief: “Gott, wenn es dich gibt, befreie mich”, sondern er sprach: “Lieber Vater im Himmel, sei mir gnädig, und hilf mir aus meiner Not.” Er wurde in seinem Reden immer liebenswürdiger, oder ich könnte sagen, immer demütiger; einen andern Ton schlug er an – aber es ging sehr lange. So fing er an mit Gott zu reden: “Du gütiger, barmherziger Gott, erbarme dich meiner. Ich weiss, dass ich dich verlassen habe, doch sei du mir gnädig und stehe mir bei. Gib mir die Möglichkeit zur Wiedergutmachung.” Ja, so betete er, und er musste lange beten.
Bei Gott gibt es dann Hilfe, wenn die Seele so weit zur Erkenntnis gekommen und reuig geworden ist. So war es mit diesem Bruder. Plötzlich gab es eine Lücke in diesem ständig brennenden Zaun. Durch sie schritt ein Engel Gottes zu diesem Bruder heran, begrüsste ihn und erklärte ihm, dass dies alles im Willen Gottes gewesen sei. Er habe es nicht anders verdient, als in diese Bedrängnis zu kommen, denn er habe Gott, Christus und die christliche Lehre mit den Gesetzen Gottes verlassen. Der Engel Gottes sprach: “Schau einmal da hin” – er meinte die Öffnung, durch die er gekommen war –, “schau hinaus, dort siehst du ein liebliches Dorf. Das war deine letzte Heimat, ehe du ins neue Menschendasein getreten bist; dort hast du gelebt und gewirkt. Du bist noch nicht würdig, dorthin zurückzukehren. Darum ist dieser Platz für dich vorbereitet worden. Hier sollst du sühnen, bis du so weit bist und bereit, dass man dich wieder in dieses Dorf zurückführen kann, von dem du ausgegangen bist und wo du einst mit den Deinen glücklich gelebt hast.” Damit meinte der Engel seine geistigen Angehörigen, mit denen er mit der Zeit zusammengekommen war und zusammengelebt hatte. Der Engel sagte weiter: “Ich muss mich wieder von dir verabschieden. Es ist noch nicht Zeit zur Befreiung. Du musst dich weiter in der Reue üben und Gott bitten. Du sollst dein ganzes Leben überdenken. Ich werde wiederkommen und dich trösten; ich werde mit dir beten.” Und dieser Bruder wollte den Engel nicht mehr fortlassen. Er bat ihn: “Bitte, lehre du mich doch auf eine solche Weise zu beten, dass ich von Gott gehört werde.” Der Engel musste ihm antworten: “Dein Gebet haben wir gehört. Du sollst nun aus der Tiefe deines Herzens beten, so, wie es dich verlangt – von innen heraus sollst du dir die Worte formen, sollst du zu Gott bitten und zu ihm flehen.” Der Engel verabschiedete sich, und die Lücke im Zaun schloss sich – das Feuer war wieder eine geschlossene Kette.
Von diesem Zeitpunkt an hatte unser Bruder Hoffnung – Hoffnung, dass es eine Befreiung geben würde für ihn, Hoffnung auf ein anderes Dasein in dieser geistigen Welt. Und diese Hoffnung gab ihm so viel Kraft, das alles durchzustehen, was für ihn Bestimmung war. Er versprach sich selbst, in einem neuen Erdenleben nie mehr der Welt zu verfallen, sondern sein Denken und Wollen nach den hohen Zielen des Lebens auszurichten. Das war sein Wunsch, das wollte er.
Die göttliche Welt kennt solche Wünsche, Ansichten und Versprechen, die dann doch nicht ausgeführt werden. Sie weiss eben jeden so lange zu prüfen und ihn zur Demut zu bringen, bis der im Aufstieg begriffene Geist fähig ist, der Ordnung in der Geisteswelt zu folgen. Dieser Engel musste den Bruder noch einige Male besuchen, um mit ihm zu beten und ihn zu trösten. Doch es kam der Moment, wo er ihn mitnahm und in die Nähe dieses Dorfes brachte. Der Bruder durfte jedoch noch nicht in sein Dorf eintreten. Er musste zuerst von Geistern Gottes belehrt werden über das Leben und Wirken der göttlichen Wesen in der Jenseitswelt, über die Gesetze und über die Ordnung Gottes. Darüber wusste er noch nicht Bescheid. So belehrte man ihn und nahm sich seiner an. Auf diese Weise wurde für ihn der Weg wieder geebnet; er konnte in diese Stätte zurückkehren, von der er ausgegangen war. Man sagte ihm: “Von da bist du ausgegangen, und dahin bist du wieder zurückgekehrt. Die Geisteswelt hat aber von dir erwartet, dass du in eine höhere Welt aufsteigen würdest und dass du deiner Seele Gewinne bringen solltest. Dein Leben aber, das du gelebt hast, ist nutzlos; du hast im Geiste nichts erreicht. Nun musst du von Neuem lernen, und du wirst neuen Prüfungen gegenüberstehen. Versuche in der Seele so stark zu werden, damit du dich für ein neues menschliches Dasein gut vorbereiten kannst.”
Liebe Geschwister, so ergeht es jenen Menschen, die sich in ihrer Welt von Gott abwenden – eine bange Zeit steht ihnen bevor, und sie ahnen nichts davon. Es gibt Menschen, die in ihrem Denken so eingestellt sind, dass sie nur um weltliche Dinge, um jene Vorsorge, bemüht sind. Das Wichtigste vergessen sie dabei: Sie bemühen sich nicht um die geistige Vorsorge – das bekommen sie dann in der Geisteswelt schmerzlich zu spüren.
So, liebe Geschwister, habe ich euch zum anderen Leben Hinweise gegeben. Ich habe euch diese für euch unsichtbare Welt aufgetan, den Weg gezeigt und klargemacht, was man von euch erwartet, was man tun muss, um die Seligkeit des Himmels zu erreichen. Man muss versuchen, in Gottes Gefälligkeit zu leben, ihm zu dienen, das höhere Leben anzuerkennen und es auch dementsprechend zu entfalten.
So möge Gottes Segen über euch alle kommen, möget ihr alle gesunden, die ihr krank seid, sei es an Leib oder Seele. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 11.1.1975 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Jedes Volk und jede Rasse geht dem Aufstieg entgegen
Josef, 13. März 1965
Jedes Volk und jede Rasse geht dem Aufstieg entgegen
Der Vortrag vom 13. März 1965 steht vor dem Hintergrund der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA im Frühjahr 1965. Wenige Tage vor dem Vortragsdatum fanden in der Stadt Selma (Alabama) zwei Demonstrationsmärsche für ein Wahlrecht der schwarzen Bevölkerung statt. Während der erste Marsch am 7. März von der Polizei noch gewaltsam niedergeschlagen wurde, konnte dies zwei Tage später im zweiten Zug, angeführt von Martin Luther King, durch sein besonnenes Auftreten, durch seine spontan abgehaltene Predigt und seinen Aufruf zum Gebet verhindert werden. Geistlehrer Josef nahm die dramatischen Ereignisse jener Tage zum Anlass, den Kampf der schwarzen Bevölkerung um ihre Gleichberechtigung aus geistiger Sicht zu beleuchten.
Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, letzten Samstag erklärte ich euch etwas über den beschleunigten Aufstieg einer Schar Wesen aus dem Reich der Toten. Ihnen wurde es ermöglicht, diesem Reich zu entfliehen. Ich erklärte euch, dass Luzifer jenen Wesen, die eine höhere Gesinnung annehmen und sich Gott zuwenden, den Weg frei machen muss. So wartet ja alles [gefallene Leben] auf seinen Aufstieg.
Letzten Mittwoch wurde ich [in der Vorstandssitzung] gefragt, ob wohl jene, die in diesem beschleunigten Aufstieg sind und nun zum ersten Mal als Mensch geboren werden, auch unter euch weilen würden. Ich bestätigte dies; es werden welche auch bei euch geboren und unter euch weilen. Ich muss dazu aber folgende Erklärung geben: Die weisse Rasse ist jene Rasse, die in der Entwicklung des Aufstiegs am weitesten fortgeschritten ist. Das will aber nicht etwa heissen, dass alle weissen Menschen ihre hohen Lebensziele erreicht hätten, sondern es heisst, dass sie im Allgemeinen am weitesten in der Aufstiegsentwicklung fortgeschritten sind. Nun aber gibt es einen Kampf um diesen Aufstieg; es wird nun auch jenen andern, den Farbigen, ermöglicht, ihren Aufstieg zu beschleunigen. Wesenheiten wie jene, von denen ich euch letztes Mal erklärt habe, werden nicht etwa nur allein bei euch als Mensch geboren; sondern unter ihnen sind auch solche, die von anderer Hautfarbe sind als ihr und deren Aufstieg beschleunigt werden muss.
Nun, der Kampf um diesen beschleunigten Aufstieg hat im Geisterreiche schon längst begonnen. Durch die Erklärungen, die ich euch jeweils gebe, versuche ich euer Verständnis zu wecken und zu finden für meine Darlegungen. Dieser Kampf um den beschleunigten Aufstieg spielt sich in der Geisteswelt in ähnlichster Weise ab, wie ich es euch letzten Samstag erklärt habe: Es sind Scharen von Wesenheiten, die nun versuchen, jenen luziferischen Mächten zu entweichen; sie haben eine andere Gesinnung angenommen, sie haben angefangen, Gott zu suchen. Nun kann Luzifer wohl versuchen, sie aufzuhalten, sie zu täuschen, sie irrezuführen – genauso wie er es mit euch macht. Wer aber starken Willens ist, vermag seinen Schritt nach oben zu lenken. So werden sie nun von der höheren Geisteswelt aus dieser luziferischen Welt hinausgeführt. Zu diesem Zeitpunkt hat ihr Aufstieg also schon längst begonnen.
Der Kampf um diesen Aufstieg war in der Geisteswelt noch viel stärker als der Kampf, der heute um die Gleichberechtigung der farbigen Völker geführt wird. Diese Menschen versuchen heute hervorzudringen, sie bringen Mut an den Tag. Ihnen ist auch ein menschlicher Führer gegeben. So wie im Geistigen eine Schar Wesen von einem Höheren geführt wird, so ist es heute auch bei den farbigen Menschen – sie werden auch von einem Führer geführt. Um sie herrscht heute auch ein Kampf – es ist ein schwerer Kampf für sie, wie ihr es nennt. Man will sie nicht als gleichberechtigt anerkennen, man möchte sie nicht haben, und man hat viele, viele Ausreden dafür.
Nun, weisse Menschen und Christen sind es, die heute ihren Aufstieg zu verhindern versuchen. Diese Menschen, die jene Völker in ihrem Aufstieg zu hindern versuchen, sind Werkzeuge der niederen Geisteswelt – so wie dazumal Menschen Werkzeuge Luzifers und seiner Helfershelfer waren, als Christus, der Sohn Gottes, verurteilt wurde. Die niedere Geisteswelt benützt den Menschen als ihr Werkzeug. Luzifer versucht ja, die [göttlichen] Pläne zu durchkreuzen; er versucht, die Menschen an ihrem Aufstieg zu hindern. Er muss doch erkennen, dass sein Reich im Abnehmen begriffen ist. Er übt wohl noch seine Gewalt und seine Macht aus über die Seinen, aber zusehends verkleinert sich seine Schar. Er muss zusehen, wie jene aus seiner Welt hinübertreten in das Reich Gottes. Er versucht sie zu täuschen, sie irrezuführen. Die Schwachen vermag er zu gewinnen; die Starken aber, die voller Mut, Hoffnung und Zuversicht sind, die kann er nicht täuschen. Es ist ja fast gleich wie bei den Menschen: Mit welcher Schläue kommen diese Versucher an sie heran, um sie zu gewinnen, und wie schnell fällt ein Mensch der Versuchung anheim. Dabei ist er sich gar nicht immer bewusst, dass er nun ein Werkzeug der niederen Geisteswelt war. So versucht Luzifer mit seinen Helfern, seine Scharen zusammenzuhalten, ihnen grosse Versprechungen zu machen – er täuscht sie. So wie er Christus versuchte und ihm Versprechungen gemacht hat, so macht er solche auch den Seinen, die noch in seiner Welt sind. Sie aber erkennen seine Falschheit und seine Lüge, und sie wünschen nun den Aufstieg, sie möchten diesen höllischen Bereichen entrinnen. So musste Luzifer diese ungeheuren Zahlen von Wesen freilassen, sie entflohen ihm.
Er ist nun sehr aufmerksam, wie viele da die Menschwerdung annehmen – er kann ja den Aufstiegsplan beobachten. Wie nun seine Macht [in den höllischen Bereichen] eine bedeutende Rolle spielt, so spielt sie auch heute noch bei den Menschen im Allgemeinen eine Rolle. So geht nun sein Wirken dahin, sich willige Werkzeuge zuzuführen und sie irrezumachen; denn er will ja nicht, dass es den Menschen gut geht, dass sie dem Aufstieg entgegengehen. Darum ist heute dieser grosse Kampf der farbigen Menschen. Luzifer wird seine Werkzeuge immer finden. Aber das Endresultat des Kampfes ist der Sieg dieser farbigen Menschen. Sie werden ihre Stellung in der menschlichen Gesellschaft einnehmen, sie werden sich behaupten. Die gute Geisteswelt ihrerseits fördert den guten Willen der weissen Menschen, die bereit sind, jene als gleichberechtigt anzuerkennen. Es ist also, wie ihr sehen könnt, schon im Geistigen ein Kampf: Die Geister kämpfen durch die Werkzeuge, die die Menschen sind. Die guten Geister versuchen die Menschen zu stärken, sie mutig zu machen, und die niedere Geisteswelt versucht das Ihrige zu tun.
Die Menschen ahnen nichts von diesem unsichtbaren Kampf. Doch die niedere Geisteswelt ist es, die sich des Menschen bemächtigt – und es ist dies sozusagen Luzifers letzter Trumpf, den er ausspielen kann: Wenn er erkennt, dass jene, die seinem Reich entflohen sind, nun die Menschwerdung angenommen haben, dann versucht er auf sie Einfluss zu nehmen; als Herrscher der Menschen hat er ja noch das Recht, sie in Versuchung zu führen, und so kann er über sie herrschen. Dies ist sein letzter Trumpf, den er ausspielen kann. Wenn aber jene farbigen Völker von ihren geistigen Führern geführt werden und wenn sie zum Gebete aufgerufen werden, da wird auch die gute Geisteswelt das Ihrige dazu beitragen. Ihr sollt aufgrund dieser Erklärung aber nicht annehmen, dass sich dies alles von heute auf morgen regeln lasse; sondern es gibt noch einen langen Kampf, man wird hin und her gerissen und geschoben. Doch der Sieg bleibt nicht aus.
Wenn wir nun die Menschheit – und zwar die ganze Menschheit, gleich welchen Glauben sie haben – darauf aufmerksam machen könnten, so möchten wir sie doch daran erinnern: Es sind ja alle Geschwister, auch jene Farbigen sind euch Bruder und Schwester. Sie haben durch den Willen Gottes ihr Leben erhalten, und jene Völker sind nun eben im Nachzug, sie werden jetzt ihren Aufstieg beginnen.
Die Menschen beschäftigen sich allzu sehr damit, wie sich die Menschheit vermehren könnte und es dann zu wenig Brot geben würde. Es wäre viel besser, sie würden danach fragen: “Wie könnten wir die Kriege von dieser Welt abwenden? Was könnte man tun, um sich gegenseitig anzuerkennen und in Frieden zu leben?” Es hätte auf dieser Erde genug Platz und genug Brot für alle Völker – es muss ja einmal so weit kommen. Aber solange die Menschen noch eine solch grosse Raffgier in sich haben, ist der Zeitpunkt dafür noch weit weg.
Ich möchte euch doch jeweils darauf hinweisen, worauf es ankommt in diesem Leben. Es kommt doch darauf an, so viel wie möglich an geistigen Verdiensten zu erwerben, seine Gefühle zu veredeln, als geistig hochstehendes Wesen zu leben und sich etwas von diesen irdischen Begierden abzuwenden; denn das geistige Leben – ich meine jetzt das geistige Leben in der Seelenwelt – kann wunderschön sein. Denn wenn ich euch anfangs sagte, dass die weisse Rasse diejenige sei, die im Aufstieg im Allgemeinen am weitesten fortgeschritten sei, so muss doch für ihre Angehörigen auch einmal der Zeitpunkt kommen, wo sie immer weniger die Menschwerdung annehmen müssen. Es muss also der Zeitpunkt kommen, ab dem man den Aufstieg in der Jenseitswelt weiterbeschreitet; es muss so weit kommen, dass die hohen Engel sagen können: “Du und du hast es nicht mehr nötig, als Mensch geboren zu werden.” Denn in der Geisteswelt warten noch ungeheure Arbeiten, und es werden so viele Seelen benötigt, die hier ihre Arbeit ausführen. Dann sollte man in jene Sphären hineinkommen, wo man ohne Bedrängnis irgendwelcher Art leben kann, also ohne körperliche Behinderung und ohne Kampf um das tägliche Brot, und wo keine körperliche Müdigkeit den Einzelnen übermannt. Voller Tatendrang, voller Freude und innerer Seligkeit soll das Wesen sein, um so im Schöpfungsplane Gottes als bedeutendes Wesen seine Aufgabe zu erfüllen. Die Jenseitswelt wartet darauf, dass diese weissen Menschen geistige Gewinne erzielen, um in der Geisteswelt ihrem weiteren Aufstieg entgegenzugehen.
Der geistige Fortschritt der Menschen sowie der technische Fortschritt sollen den Schwachen zum Nutzen sein. Der Starke muss dem Schwachen seinen Beistand geben. Indem so viele technische Fortschritte erreicht worden sind, sollte es möglich werden, jenen farbigen Völkern ihren Aufstieg zu erleichtern und zu beschleunigen. Das, was geistig fortgeschrittene Menschen erreicht haben, soll nicht etwa nur ihnen allein zugutekommen, sondern der ganze Fortschritt, geistiger und technischer Art, soll allen Völkern der Menschheit zugutekommen; er soll also auch den noch Rückständigen den Aufstieg erleichtern und ihr Leben lebenswert machen. So muss der Starke dem Schwachen beistehen – dieses ist ein geistiges Gesetz, und davon sprechen wir ja immer: Helft dem Schwachen, stützt ihn. So ist es auch im geistigen Reiche: Jene, die fortgeschritten sind, haben ihre Arbeit zu leisten für die Schwachen.
Nun, wenn ihr jeweils das, was ich euch erkläre, wirklich versteht und aufnehmen könnt, dann mögt ihr euch auch erinnern, dass ich früher schon erklärte, dass in der Geisteswelt Sphären umgestaltet werden. Sphären werden geleert, da es nicht mehr notwendig ist, dass sie bewohnt werden, weil diese Stufen überschritten wurden. Diese Sphären aber bleiben nicht leer, sondern in der geistigen Welt wird ständig umgestaltet. Nun haben diese Wesenheiten, die eine geistige Reife und einen gewissen Höhepunkt in ihrem Aufstieg erreicht haben, grosse Möglichkeiten, sich in der göttlichen Welt schöpferisch zu betätigen.
Es mag für Freunde, die diese Geistessprache noch nicht kennen, unmöglich erscheinen, was es alles für Dinge gibt in dieser unsichtbaren Welt. Viele halten es für unmöglich, dass es in dieser unsichtbaren Welt beispielsweise Häuser gibt, dass es eine Welt ist, die der irdischen gleichsteht. Diese irdische Welt ist ja nur der Schatten von der Geisteswelt; alles, was die Menschen besitzen, hat seinen Ursprung in der Geisteswelt – in seiner Art, in seiner Form ist es schon längst in feinstofflicher Art vorhanden.
Ihr Menschen versucht, durch eure tägliche Arbeit Geld zu verdienen. Mit eurem Geld vermögt ihr euch Gegenstände anzuschaffen, Häuser zu kaufen – ihr könnt euch durch das Geld ein angenehmes Leben leisten. Ihr arbeitet also für dieses Geld, und eure Leistungen, die ihr zustande bringt, bringen euch Gewinne. Nun, diese Gewinne sind ja alle, wenn sie im Irdischen, Gegenständlichen angelegt werden, vergänglich. Mag ein Haus noch so kostbar sein, mögen darin noch so viele Kostbarkeiten aller Art sein – vom geistigen Standpunkte aus betrachtet ist es wertlos. Wenn Menschen, die einen solchen Besitz haben, vom Tode ereilt werden und nun plötzlich in der Seelenwelt stehen – also wenn sie ihren irdischen Körper abgelegt und als Geistwesen dastehen –, da hilft ihnen ihr irdischer Besitz nichts mehr. Es ist alles zerronnen. Sie können in ihr Haus zurückkehren, sie können mit ihren Händen durch die lieb gewonnenen Kostbarkeiten hindurchstreichen – es zerfliesst in ihren Händen und ist wertlos. Das, woran sie einst ihre Seele gekettet haben, ist plötzlich nichts mehr.
Dieser Hang zum Irdischen wird mancher aufsteigenden Seele zum grossen Verhängnis. Wer sich in der irdischen Welt nicht vom Irdischen lösen kann, der kann sich auch als Geist nicht davon lösen; wenn er sich mit Leib und Seele an das Irdische bindet, bleibt er auch im Geistigen daran gebunden. Mit seinem geistigen Leib und mit seiner Seele hängt er am Vergänglichen, und dies hindert seinen Aufstieg. Wenn Menschen eine Raffgier haben, können sie sich auch als Geist nicht von dieser Raffgier lösen. Denn in ihrer Seele sind diese Gefühle noch so lebendig, und so werden sie von diesen Gegenständen, die sie einst so verehrt haben, wie ein Magnet zurück- oder angezogen. So können sie jahrzehntelang an diese Gegenstände gebunden leben. Das ist manchem zum grossen Verhängnis.
Jeder Mensch hat das Recht, Gegenstände zu haben, die er liebt. Doch er soll niemals Sklave werden von seinem Besitz. Ein Geistesmensch muss zu jeder Zeit sagen können: “Es macht mir nichts aus, mich von den Dingen zu lösen, sie herzugeben; ich habe mich nicht verkauft an das irdische Gut.” Nur dann, wenn er frei ist von diesem irdischen Gut, dann belastet er sich nicht damit.
Nun, ich sagte, die Geisteswelt möchte dem Einzelnen so gerne sagen: “Du hast es nicht mehr nötig, die Menschwerdung anzunehmen”, denn der Himmel wartet auf die Entfaltung. Bedenkt doch einmal, wie viel Neues geschaffen werden musste für die aufsteigenden Geister. Wenn nun die Menschheit im Aufstieg fortschreitet, dann werden auch diese oder jene Sphären [in ihrer bisherigen Form] überflüssig werden. Also geht es um eine Neugestaltung, es muss eine neue Bebauung dieser Sphären stattfinden. Gott gibt diese Arbeit in die Hände seiner Getreuen. Es sind genügend hohe Geistwesen da, die eine künstlerische und schöpferische Fähigkeit besitzen, um an dieser Gestaltung und Neuformung mitzuwirken. Aber gerade diese hohen Geister haben in ihrer Welt genug zu tun, und so möchten sie von dieser wirklich schönen Arbeit etwas jenen Geschwistern übertragen, die in ihrem Aufstieg eben jenen Punkt erreicht haben, wo sie ihre schöpferischen Fähigkeiten ausüben dürfen. Die hohe Geisteswelt wird selbstverständlich bei der Planung hilfreich und mit reichen Ideen zur Seite sein. Es ist aber für einen Geist etwas Wunderbares, wenn ihm erklärt wird: “Du darfst nun deine ganze Fähigkeit ausschöpfen; alles steht dir zur Verfügung, um diese Welt oder diese neue Stadt so schön zu gestalten, wie du willst.”
Wenn ihr Menschen beispielsweise ein Haus für euch baut, dann müsst ihr alle Mittel, alle Gegenstände, die es dazu braucht, herbeischaffen. Ihr müsst diese irdische Materie aber bezahlen. In der geistigen Welt können gewissen Geistern unbeschränkt Mittel zur Verfügung stehen, um eine Stadt so schön wie möglich zu gestalten. Wenn es Geistern auf diese Weise ermöglicht wird, ihre schöpferischen Fähigkeiten auszuschöpfen, dann handelt es sich um solche Wesen, die während ihres Menschseins das Äusserste leisteten und die womöglich auch in der Geisteswelt viel geleistet haben, dass sie so aufsteigen konnten und eine solche Tätigkeit ausüben dürfen.
Nun aber möchte ich von einem Wesen sprechen, das auch eine schöne Höhe im Aufstieg erreicht hatte und nun in der geistigen Welt sein eigenes Haus bauen durfte. Es wurde also in ein Dorf geführt, das neu gestaltet werden musste. Jede Seele, die dahin kam, durfte sich ihr Haus selbst bauen und gestalten, wie es ihr gefiel. Nun gab es da aber Bedingungen: Die geistige Materie zum Bau des Hauses kann nicht gekauft werden, sondern sie muss von diesen Seelen erworben werden. Es ist also nicht dasselbe wie bei jenen Wesen, denen die hohe Geisteswelt sagt: “Euch steht alles unbeschränkt zur Verfügung. Ihr sollt die Stadt so schön wie möglich gestalten, ihr könnt eure Phantasie walten lassen, doch ein hoher Geist wacht über alles, dass es im Sinne Gottes geschieht.” Diese Wesen gestalten also eine Stadt im Auftrage Gottes; sie arbeiten im Auftrage Gottes, und so steht ihnen die geistige Materie unbeschränkt zur Verfügung. Die andern aber, von denen ich jetzt spreche, bauen für sich persönlich ein Haus. Ich könnte folgenden Vergleich ziehen: Wenn der Staat einer Gesellschaft den Auftrag gibt, beispielsweise ein Gebäude zu errichten, das dem Staate zu dienen hat und das so schön und so vielfältig wie möglich werden soll, so wird der Staat die Mittel dafür zur Verfügung stellen. Wenn aber der Einzelne ein Haus für sich selbst baut, muss er die Dinge ja selbst erwerben und bezahlen. So ist es mit den aufsteigenden Geistern, je nach ihrem Stande, den sie haben. Wird also einer in ein solches Dorf geführt, wie ich nun erzähle, wird ihm gesagt: “Du kannst dir ein Haus bauen, aber du musst alle geistige Materie zuerst erwerben.”
Und wie erwirbt man diese Materie? Er braucht ja auch verschiedene Mittel – er möchte ein schönes Haus haben. Er weiss recht bald Bescheid, welche Fähigkeiten und Möglichkeiten ihm zur Verfügung stehen, um diese geistige Materie zu erwerben; er wird bald Überblick darüber haben, denn höhere göttliche Wesen stehen ihm ratend zur Seite. Man wirbt nun um diese geistige Materie. Und wie gewinnt man sie? Auf keinem anderen Wege als durch Nächstenliebe: Man muss sich in den Dienst des andern stellen. Nur so kann man in der Seelenwelt zum geistigen Reichtum kommen, indem man sich dem geistig Schwachen zur Verfügung stellt.
Man hat viele Möglichkeiten, dem geistigen Aufstieg in diesem Heils- und Schöpfungsplan zu dienen. Da ist einerseits die Menschheit, die so viel geistige Hilfe braucht. Anderseits sind aber auch Tiere und Pflanzen da; hier braucht es da und dort einen geistigen Wächter, es braucht die Mithilfe der Geister bei der Umwandlung der Lebewesen von einer Stufe in die andere. Es braucht den Beistand der guten Geister beim Abtreten des Menschen von der irdischen Welt, es braucht den Beistand der Geister in den schweren Stunden, die die Menschen haben – es ist also bei den Menschen so viel zu leisten, sogar für ein Geistwesen. Das Geistwesen muss also in der Tätigkeit seine edle Gesinnung zum Ausdruck bringen; es darf keine niedere Gesinnung herausbringen, denn diese niedere Gesinnung ist für seinen Aufstieg oder für den Gewinn seines Reichtums hinderlich.
Jene Wesen, von denen ich spreche, haben aber noch nicht den Grad der Vollkommenheit erreicht – es ist überhaupt zu viel gesprochen, wenn man hier von Vollkommenheit spricht. Aber ich möchte doch sagen, dass sie auf dem Wege sind und den Willen dazu haben, nur das Gute zu tun; sie sind bereit, zu lernen, was falsch ist, was überwunden werden muss. Denn auch eine solche Seele, der gesagt wird: “Du darfst dir dieses Haus bauen”, ist in ihren seelischen Gefühlen noch nicht überall so fortschrittlich gesinnt, so rein. Immer wieder vermag noch etwas zum Ausdruck zu kommen, was den Aufstieg hindert. Also, sie haben noch zu lernen. Darum haben sie auch hart zu arbeiten.
Sie können ihre Arbeit teilweise aussuchen – sie werden es ja nach ihren Fähigkeiten tun. Es gibt in der Geisteswelt viel zu leisten. Wie viele Unselige gibt es noch, die auf den rechten Weg geführt werden müssen. Es stehen noch so viele ausserhalb der Ordnung Gottes, denen man nur mit unendlich viel Geduld beikommen kann. Also verdient man sich Baustein um Baustein. Und jene, die sich – ich nenne dies jetzt einfach als Beispiel – ein Haus bauen dürfen, freuen sich, wenn dieses Haus vollendet ist. Und sie gehen dann mit neuem Tatendrang daran, auch das Innere des Hauses auszuschmücken.
In der Jenseitswelt arbeitet man nicht um Geld, sondern man dient dem Nächsten aus Liebe und veredelt sich dadurch selbst. Hat man dann ein solches schönes Haus zusammengestellt, vermag man eine Zeit darin glücklich zu wohnen. Doch bald kommt die Geisteswelt Gottes, sie bewundert das Geschaffene und erklärt: “Nun sollst du dieses Haus verlassen.” Dieses Wesen, das alles durch seine eigenen Verdienste erworben hat, verlässt nun dieses Haus; es verlässt es ohne Gefühle von Enttäuschung oder Egoismus, sondern im Gefühl der grossen Freude, für den grossen Hausmeister, für Gott, gearbeitet zu haben. Man muss also zu dieser Erkenntnis kommen: “Was ich gebaut habe, habe ich für Gott gebaut.” Für welchen Zweck nun dieses Haus verwendet wird, soll dem Erbauer ganz gleich sein. Seine Fähigkeit ist zum Ausdruck gekommen; mit seinen eigenen Verdiensten hat er es erworben, er hat in der Schöpfung Gottes eine Leistung vollbracht. Er ist nun bereit, das Erworbene hinter sich zu lassen, ohne das Gefühl von Leid, dass er nun das, was er ja so schwer erarbeitet hat, einfach zurücklassen muss. Dies fällt nicht jedem leicht. Aber keiner kann die Sphäre überschreiten, wenn er mit seiner Seele an diesem Besitze hängt. Er wird ja eine Zeit lang in diesem Haus gelassen, und die Geisteswelt prüft ihn; sie erkennt, wann er so weit ist. Es ist genauso wie bei euch Menschen, wie ich es erwähnte: Wer seine Seele an das Irdische verkauft, sich daran bindet, bleibt als Geist daran gebunden und erlebt eine schwere Zeit der Bedrängnis. Wer sich aber frei lösen kann von seinem Besitz, ist frei in der Geisteswelt und kann als Werkzeug Gottes im Schöpfungsplane dienen.
Vermag nun einer das Geschaffene hinter sich zu lassen und sich darüber zu freuen, dass andere – unbekümmert darum, wer es ist – in dieses Haus einziehen und ihre Freude daran haben werden, dann kann er eine andere Betätigung finden, sei es, dass er wieder als Baumeister beordert wird, diesmal vielleicht in einer Stadt. Vielleicht aber hat er noch eine ganz besondere Fähigkeit künstlerischer Art zum Ausdruck gebracht; so vermag er dann auf einem andern Gebiet den Weg der Vervollkommnung zu gehen. Bei dem einen mag es die Malerei sein – er kann auch das in der Geisteswelt ausüben, denn der Himmel überbietet sich ständig an Schönheiten und Überraschungen. Es vermag einer wunderbar Musik zu gestalten; auch hier ist ein Wetteifern, ein Wettsingen, ein Wettspiel um das Schönste und Vollkommenste und Herrlichste, denn einer will den andern überbieten an hoher Kunst – aber ohne Gefühl von Hass oder Neid, sondern jeder tut es zur Ehre Gottes. Denn er will seine Fähigkeit steigern, damit das, was er hervorbringt, von Gott, von Christus, von allen hohen Geistern gehört, gesehen, bewundert wird.
So kann man gestalten in der Gotteswelt, bereits schon in den tieferen Sphären des Aufstieges. Damit meine ich natürlich nicht unselige Sphären, sondern ich meine Sphären, wo Geister guten Willens im Aufstiege sind. Schon dort können sie ihre Fähigkeiten entfalten und dürfen sie zur Belohnung ausüben, das heisst: Sie haben eine aufgetragene Arbeit auszuführen, und in der Zwischenzeit können sie auf künstlerischem Gebiete tätig sein; sie können formen und gestalten, und das, was sie vollbracht haben, kann von der hohen Geisteswelt emporgetragen werden, um den Himmel zu schmücken, um Gott zu ehren und um der ganzen Geisterwelt Gottes zur Freude zu sein. Denn so ist ein ständiges Wetteifern um das Formen und Gestalten in höchstem Masse. So freut sich der Himmel, denn es sind der Feste viele, die gefeiert werden. Ihr könnt euch doch vorstellen: Wenn man eingeladen wird zu einem Fest, so soll doch die Umgebung immer wieder anders sein, neu geformt und gestaltet – sie muss sich in ihrer Neuheit wieder überbieten, damit der Himmel immer zu bewundern ist.
Nun, liebe Geschwister, bedenkt doch: Ihr Menschen seid alle Brüder und Schwestern. Ihr sollt euch immer bewusst sein, dass ihr ein kostbares Erbe trägt. Dieses Erbe heisst Kindschaft Gottes. Diese Kindschaft Gottes aber fordert vom Menschen das Edle und Gerechte, den Hang zum Göttlichen. Der Drang nach dem irdischen Gute muss überwunden werden; dieses muss nebensächlich werden. Man soll sich dieser Kindschaft Gottes Tag für Tag bewusst bleiben – dass man dieses kostbare Erbe in sich hat und so auch als Mensch das Seinige leisten muss. Und wer sich geistig stark vorkommt, hat viel zu leisten. Er soll beweisen, welch köstliches Erbe in der Tiefe seiner Seele liegt. Denn wer möchte denn schon ein geistiger Schwächling genannt werden? So sollt ihr eure Pflichten kennen.
Der Segen Gottes gibt euch Mut und Kraft zur Ausführung, der Segen Gottes will euch behüten vor Not und Bedrängnis. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 13.3.1965 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Das Wirken der Geisterwelt Gottes für den Frieden in der Welt
Fragebeantwortung von Anfang 1954
Das Wirken der Geisterwelt Gottes für den Frieden in der Welt
Anfang 1954 wurde Josef um eine Stellungnahme zur damaligen Weltlage gebeten. In der Bevölkerung herrschte damals allgemein eine Angst vor dem zunehmenden Druck kommunistischer Staaten. Soeben war der Koreakrieg beendet, und schon stand die Welt vor dem nächsten grossen Konflikt, dem Krieg in Indochina.
Josef: Wir Geistwesen bitten für den Frieden dieser Welt, und wir wirken mit der göttlichen Kraft auf die Menschen ein, so gut wir es vermögen. Die Menschen aber haben ihren freien Willen und können entscheiden. So können wir die Handlungen der Menschen von morgen oder übermorgen noch nicht erkennen. Wir können jedoch das erkennen, was sich im Heilsplan Gottes erfüllen muss, was festgezeichnet ist in der Aufwärtsentwicklung. Dies betrifft aber eine so grosse Zeitspanne, in der sich all dieses Geschehen erfüllen muss und kann. Doch vieles wird noch durch die Menschen dazugegeben, durch ihren Willen. Dieser festgezeichnete Plan ist für uns folgendermassen zu erkennen: Es verbreitet sich ein göttliches Licht über der irdischen Welt, das dem Sonnenaufgang bei euch vergleichbar ist. Zuerst zeigt sich nur ein kleiner Ausschnitt der Sonne, doch immer grösser wird dieses Licht. Das bedeutet, dass alles aufwärtsgeht.
Bei euch sollte alles so rasch geschehen; im Geistigen aber spielt die Zeit keine Rolle. So vieles geschieht während dieses Sonnenaufgangs, auch noch Unangenehmes. Je mehr Zeit jedoch verstreicht, desto kräftiger wird das Licht. Aber das sind viele, viele Jahre ...
Wir erkennen jetzt eine neue Zeit. Es ist das Leuchten dieses göttlichen Lichts, wovon die Menschen aufnehmen können. Das Licht bedeutet für sie aber eine Umstellung; es ist zugleich eine Erleuchtung, die zu den Menschen dringt. Vom göttlichen Licht können sie nur wenig aufnehmen, aber die Erde wird beglückt von den göttlichen Strahlen. Und dass es so ist, ist ein Verdienst der Menschen selbst, weil sie sich um dieses Licht beworben haben und im geistigen Aufstieg sind. Wie mehr sie den Höhen zugehen, wie mehr Licht ihnen gegeben ist. Dieses Licht drückt sich bei den Menschen aus in Feinheit, in Zufriedenheit, sodass sie eben besser werden.
Es wird aber immer solche Unruhen geben, die mit der Zeit auf einzelne Herde beschränkt werden. Es sind die Einflüsse der düsteren Mächte, die sich aber mit der Zeit nicht mehr so entfalten können, weil dann das göttliche Licht viel stärker ist und viel mehr Menschen von ihm durchdrungen werden. Es kommen also noch Jahre der Unruhe. Es ist aber keine beängstigende Unruhe für die Menschen, denn die göttliche Kraft wird stärker, von Jahr zu Jahr wird es immer etwas heller. Es sind die Erkenntnisse, die Freiheit, die den Menschen heute gegeben sind.
Wir Geistwesen haben es leichter, die Menschen zu führen, wenn sie in einem herrlichen Lichte stehen. Sie sind heute aufnahmefähiger als zu einer Zeit, da die Entwicklung noch weiter zurück war. Ganz deutlich zu verstehen hierin ist also das geistige Licht, das im Aufgehen ist über dieser Erde. Nicht alle Menschen und Völker sind aber auf gleicher Stufe. Doch werden alle gemeinsam im Aufstieg sein. Die tiefer sind, klammern sich an jene, die geistig höher stehen, unter göttlicher Führung. Das göttliche Licht wird mit der Zeit alle durchdringen.
Die Welt braucht erstarkte, berufene Persönlichkeiten, die zum Wohl ihrer Mitmenschen Aufgaben übernehmen
Fragebeantwortung vom 7. November 1956
Die Welt braucht erstarkte, berufene Persönlichkeiten, die zum Wohl ihrer Mitmenschen Aufgaben übernehmen
Frage: Lieber Josef, warum müssen auch gute Seelen wiedergeboren werden, wie wir öfters aus deinen Schilderungen vernehmen?
Josef: Es kann sein, dass eine Seele so gehoben ist, dass sie nicht wieder Mensch zu werden brauchte, dass sie aber freiwillig wieder zur Erde geht, um den geistig tiefer stehenden Geschwistern auf Erden in ihrem Aufstiege behilflich zu sein. Es kann aber auch sein, dass eine gute Seele als Mensch doch da und dort noch gestrauchelt ist und das gutzumachen hat, indem sie vielleicht einem andern Menschen, mit dem sie wieder zusammenleben muss, den Weg zu zeigen hat oder ihn aus einer Notlage befreien muss. So können diese Aufgaben klein oder gross sein. Es ist so verschieden.
Ihr glaubt und denkt, es wäre doch besser, man würde nicht wieder Mensch werden, wenn man schon eine bestimmte Stufe erreicht hat; man könnte doch im Jenseits weiter wirken, unter angenehmeren Bedingungen als auf Erden, wo das Leben doch so schwer ist.
Ja, diejenigen, die schon eine geistige Höhe erreicht haben, werden eben gerade früher als üblich wieder für ein neues Erdenleben bestimmt, und zwar deshalb, weil sie die Stärkeren sein müssen, weil sie die grosse Hoffnung der göttlichen Welt sind, weil sie ihr dienen und den Heilsplan Gottes fördern. Bedenkt doch, was es bedeuten würde, wenn auf Erden nur schwache Menschen leben würden, die nie das Gute fördern, die keine Hilfsbereitschaft kennen, sondern nur Knechtschaft und Unterdrückung. Ja, der Heilsplan Gottes könnte nicht so rasch erfüllt werden. Es müssen Menschen geboren werden, die diese Aufgaben erfüllen wollen.
Bedenkt nur einmal, wie die heutige Weltlage aussieht. Wie schön wäre es, wenn ein Mensch eine solche Kraft in sich hätte, dass er den andern klar und energisch den Weg zeigen könnte oder auf etwas Neues stossen würde, wie den Menschen der Friede gebracht werden könnte! Man soll nicht glauben, dass das Durcheinander in eurer Welt unbedingt nur mit Waffengewalt geordnet werden könnte. Ja, leider ist es noch so, weil die Gewalt im Vordergrund steht. Aber es gibt Menschen, die von einer höheren Ebene aus diesen Frieden zu finden versuchen, um viel weiteres Unheil zu verhüten.
Aber auf diesem Wege braucht es auch viel Überwindung, während es denjenigen, der mit Gewalt dreinzufahren gewillt ist, keine Überwindung kostet, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Für ihn mag es sogar eine gewisse Erleichterung sein, während derjenige, welcher sein Ziel von der höheren Ebene aus erreichen möchte, oft Leid und Not zu tragen hat.
Gerade da, wo man nicht übereilte Handlungen begeht, wo man ruhig alles überlegt und die Menschen auf Gott vertrauen, können die himmlischen Boten, die ja alles Geschehen um die Menschen erkennen, ihnen den Willen Gottes bekunden. Wenn die Menschen aber zu schnell handeln, können sie ihnen den Willen Gottes nicht zum Ausdruck bringen.
Zu grossen Aufgaben berufene Menschen
Fragebeantwortung vom 1. Februar 1961
Zu grossen Aufgaben berufene Menschen
Frage: Lieber Josef, du hast kürzlich in deinem Vortrag angedeutet, dass es immer wieder zu grossen Aufgaben berufene Menschen gibt, die vorgeburtlich in der geistigen Welt darauf vorbereitet werden. Da du gerade am Tage nach dem Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten (John F. Kennedy) darauf zu sprechen kamst, möchte ich gerne fragen, ob da ein gewisser Zusammenhang besteht.
Josef: Für wichtige Posten im irdischen Leben werden immer mehrere Geister ausersehen und vorbereitet, weil das Leben eines Einzelnen durch Unvorsichtigkeit zu früh abgebrochen werden kann. Damit rechnet die Gotteswelt. Erfüllt also der eine nicht, was vorgesehen war, steht schon ein anderer bereit, der im Geistigen auch dafür gezeichnet worden war. Ich habe euch schon erklärt: Die ganze Politik dieser Welt ist auch im Geistigen verankert. Sie ist aber nicht auf das Genaueste festgelegt, denn die Menschen handeln ja so unüberlegt. Rasch werden Änderungen vorgenommen, und so müssen wir uns den gegebenen Verhältnissen anpassen und immer wieder versuchen, ihnen den besten Führer zuzuspielen. So ist es auch in diesem Falle. Ihr könnt versichert sein: Wenn die Menschheit dem Glauben an Gott treu bleibt, sucht die Geisterwelt ihrerseits diesen festen Glauben der Menschen zu fördern. Aber es muss euch auch klar werden, dass es trotzdem auch grosse Rückschläge geben kann – Rückschläge in Anbetracht der grossen Einwirkungen seitens der niederen Geisterwelt, die ja nicht wünscht, dass der Mensch in Frieden und Eintracht in seiner Welt lebt.
Ihr wisst, es stehen sich immer zwei Mächte gegenüber, von denen die eine genauso stark sein kann wie die andere. Da müssen eben das Gebet und das grosse Vertrauen der frommen Menschen und Völker den Ausschlag geben, dass doch alles zum Guten gelenkt wird. Wenn ihr zurückschaut in jene schreckliche Zeit des letzten Krieges, wo so viele Menschen sich zu grauenhaften Untaten hergaben – ja, da müsst ihr euch nicht wundern über die vielen andern Dinge, die geschehen.
Nun aber steht eine Macht an der Spitze – es sind Menschen mit einem Glauben. Sie wollen das Gute. Es sind keine Hintergedanken da, keine Falschheit. Dennoch, es sind auch Menschen, die straucheln, die Fehler machen. Aber von Herzen und in ihrer Seele wünschen sie das Gute. Sie gehen nicht darauf aus, nur sich selbst den Wohlstand zu sichern, die grössten Bequemlichkeiten und alle Vorteile. Sondern sie sind bereit, zu teilen und zu geben – jenen zu geben, die nichts besitzen. Bedenkt, wie heute die Völker aufgerufen werden, den unterentwickelten Ländern zu helfen. Heute helfen sie, sie müssen sie unterstützen, und wir möchten sagen, sie sollten noch mehr geben. Denn wenn sie helfen und geben, dann können die “andern” nicht wirken, wie sie wollen.
So könnt ihr wieder erkennen, wie die Geisterwelt Gottes alles zu ihrem Vorteil zu lenken versucht, indem jenen geholfen wird. Aber sie möchte, dass von jenen Völkern geholfen wird, in denen der Glaube an Gott lebendig gehalten, gefördert und verbreitet wird. Jene sollen nicht in Knechtschaft geraten und des Glaubens beraubt werden. Darum sollten diese Staaten noch viel mehr tun. Grössere Opfer noch sollten sie diesen unterentwickelten Ländern bringen und ihnen zeigen, was Freiheit ist, damit nicht die “andern” zum Zuge kommen.
Im Weltenplan ist die Entwicklung der aufsteigenden Menschheit festgehalten
Ausschnitt aus dem Vortrag vom 3. Oktober 1975 (Meditationswoche 1975, 6. Abend)
Im Weltenplan ist die Entwicklung der aufsteigenden Menschheit festgehalten
Lene: Wir haben in der Gotteswelt einen Weltenplan, und in diesem Weltenplan ist die Entwicklung der aufsteigenden Menschheit festgehalten. Es sind auch nach eurer irdischen Zeitrechnung die Jahre angegeben, wenn auch nicht das Jahr genau, immer eine gewisse Zeitspanne, und in dieser Zeitspanne erfüllt sich dieses oder jenes. Aber wir erkennen auch, oder es wird uns deutlich dargelegt, einen besonderen Tag, wo sich bei den Menschen ein Ereignis erfüllen wird; auch davon haben wir natürlich Kenntnis. Aber was ich nun meine, ist die allgemeine Aufwärtsentwicklung der ganzen Menschheit auf dieser Erde und mitunter auch die Aufwärtsentwicklung eines einzelnen Menschen. Da haben auch wir die Gelegenheit, anderswo oder im persönlichen Lebensplan des Menschen nachzusehen, und so können wir eben unsere Entscheidungen treffen. Wir können ungefähr abschätzen, was man von einem Menschen auf seiner Stufe, wo er steht, verlangen darf. Wir betrachten seine Vergangenheit, und so können wir auch gleich sagen, ob man es ihm zumuten darf, in einem oder im gegenwärtigen Leben etwas zu erreichen oder etwas mehr zu leisten; wir sehen die Fähigkeit des Einzelnen. So treffen wir Entscheidungen. Aber was uns verunsichert, ist das, wenn Menschen willenlos sind, beeinflussbar, wenn sie wankelmütig werden, dann können wir uns auch täuschen, oder wir werden von den Menschen enttäuscht.
Uns ist daran gelegen, das Leben des Einzelnen zu betrachten und ihm in seinem Aufstieg behilflich zu sein. Das ist doch der Sinn, dass ich mich beispielsweise mit euch beschäftige und euch den Himmel öffne, um euch Ansporn und Freude zu geben für diesen Höhenflug nach oben. Wenn wir aber diesen Weltenplan betrachten, wie er gezeichnet ist, so vermögen wir Einblick zu bekommen in die geistige Entwicklung der Menschheit. Und in diesem Weltenplan sind zu unserem und zu eurem Leidwesen eben diese Kriege, diese Katastrophen – all dies ist in grossen Zügen darin festgezeichnet.
Da ich nun mit meinem Dual, ehe ich hierher zu euch gelangt, vor diesem Weltenplan gestanden bin und nachgeschaut habe, so erkannten wir, wo auf dieser Welt die Kriege sind, wo der grösste Unfriede, wo die grösste Ungerechtigkeit ist. Was dann in unseren Kräften liegt, tun wir, um jenen Menschen vielleicht Erleichterung zu bringen oder um jene, die zu uns zurückkommen, zu empfangen; da organisieren wir unter uns Geistgeschwistern diese Hilfe für diese Heimkehrenden. Wir senden dann Geistgeschwister aus zu den Menschen, um sie zu stützen und ihnen den Beistand zu geben. Menschen, die ohne Glauben sind, denen ist schwer beizukommen, denen kann man ja keinen göttlichen Trost geben, bei ihnen kann man nicht in die Seele hineinreden; doch sind sie unsere Geschwister, und wir versuchen, ihnen zu geben, was uns erlaubt und gestattet ist, und ihnen beizustehen.
Nun aber noch etwas anderes. Die Welt, sie liegt ständig in ihren Wehen; damit meine ich die Menschen und ihren Unfrieden auf dieser Erde. Ich weiss – meine Horcher haben es mir zugetragen –, dass beim einen oder andern der Gedanke kommt: “Aber warum schreitet denn Gott nicht ein und macht einmal Schluss mit dieser Herrschaft des Bösen? Würde man den Menschen wirklich vor Augen führen, dass es eine hohe Macht gibt und alles unter dieser hohen Macht steht, würde das sichtbar vor die Augen der Menschen gebracht, ja dann würden sie niederknien und Gott anbeten, und sie würden den Mitmenschen in Ruhe lassen. Warum hält sich denn Gott und seine Geisteswelt so zurück und lässt sich nicht auf sichtbare Weise für den Menschen erkennen?” Ja, ich könnte sozusagen von einem Abkommen sprechen, das seinerzeit zwischen diesem Luzifer und Christus gemacht wurde. Luzifer wurden alle zugestanden, die sich in ihrem Willen, in ihrem Denken auf seine Seite stellen. Wer also Böses, Unreines in irgendeiner Form denkt, der ist Werkzeug des Bösen. Hier hat das Böse die Macht über den Menschen, wenn er der Gesinnung nach ihm nachlebt. Denn andere Menschen betrügen, andere Menschen schädigen auf irgendeine Weise, Streit verbreiten, Unfrieden fördern, Unzufriedenheit bringen, das ist doch niedere Gesinnung. So sollte man doch endlich einmal sich selbst so in der Gewalt haben und Herr über sein höheres Ich sein und sich sagen: “Diese Redeweise, diese Handlungsweise ist nieder, ist doch nicht die eines Heiligen!” Wer in dieser Gesinnung Luzifer entgegengeht, dessen Leib und Seele sind nicht göttliche Gefässe. [...]
Nun aber, wenn ihr jetzt, in der gegenwärtigen Zeit, wo ihr lebt, das Gefühl habt: “Es sind doch jetzt so viele Menschen auf dieser Welt, und es geschieht so viel Ungerechtigkeit; es ist doch nicht ganz richtig, dass dieser Herrscher aus dem Totenreich so schalten und walten kann” – hier möchte ich euch etwas verraten, aber ich glaube, ich behaupte es sogar, dass niemand, der hier anwesend ist, diese Zeit erleben wird. Bis dahin wird nun diesem Luzifer und allen, die dort herrschen, diese Möglichkeit eben gelassen. Man hat es ihnen erklärt: “Ihr könnt gehen und Menschen suchen, und jene, die euch willig folgen, sollen eure Werkzeuge bleiben. Aber jene, die nicht willens sind, das Gedankengut mit euch zu teilen, jene, die willens sind, Göttliches zu leisten, sich auf die Seite Christi zu stellen, und das Gute tun wollen, an denen habt ihr nicht das Recht.” [...]
Ich habe ja angedeutet – man macht mich darauf aufmerksam, dass ich es euch gesagt habe –: Keiner von euch wird die Zeit erleben, wo es das Eingreifen Gottes in das Schalten und Walten des Menschen gibt. Dies wird erst dann geschehen, wenn die Gotteswelt erkannt hat, dass nun das Mass des Bösen, das bis zu diesem Zeitpunkt in dieser Art und Weise wie bis anhin wirken konnte, voll ist. Es kommt eine Zeit, wo diesen bösen Wesenheiten weniger Möglichkeiten gegeben werden, Menschen für sich als Werkzeuge so zu benutzen. Es wird eine Zeit geben, wo Menschen versuchen lernen, in Frieden miteinander zu leben. Dieser Gewinn entsteht aber nicht etwa nur, weil Menschen miteinander verhandeln und reden. Wohl mag man auf diese Weise den anderen für eine gewisse Zeit überzeugen, aber er lässt sich nur überzeugen, wenn er für sich oder für sein Land einen Vorteil hat. Sieht er diesen Vorteil nicht, ist er auch nicht bereit, in Frieden mit dem andern zu leben. In diesen Völkern dieser Erde ist eben auch der Drang nach Besitz; Besitz und Herrschaft möchten sie haben, Besitz möchten sie haben, Herrschaft ausüben und andere unter ihre Gewalt bringen. Es ist genau dieselbe Mentalität, wie sie Luzifer besitzt.
Einmal wird aber diese geistige Entwicklungsstufe erreicht sein, wo die Gotteswelt sagt: “Jetzt haben wir ihn so viele Hunderte Jahre hindurch gelassen, bei den Menschen zu wirken, Menschen in Versuchung zu führen und den Menschen Schaden zuzufügen. Lange hatte er Zeit dafür. Und jetzt soll das Gute, das vom Himmel kommt, auch zu seinem Recht kommen; jetzt wird das Gute die Menschheit beeinflussen und sie in ihrem Aufstieg nach oben fördern. Und das Böse wird verdrängt werden.” Dort, in dieser Sphäre des Todes, in dieser Hölle, soll man nicht sagen können, man habe bei den Menschen die Herrschaft, die einem zugestanden worden sei, nicht anbringen können, weil eben die Gotteswelt die Menschen beeinflusst habe, und es sei gegen jene Abmachung, wonach die Menschen auf dieser Erde unter die Herrschaft Luzifers gehörten. Gott habe ja eingegriffen und sie beeinflussen lassen, und es sei nicht der freie Wille des Menschen zum Ausdruck gekommen.
Diesen Niederen, Bösen, wird gesagt und vor ihr geistig Auge geführt: “So viel Unheil ist nur durch euch entstanden. Jetzt fordern wir Gerechtigkeit, jetzt fordern wir Gleichheit. So viel wie ihr versuchtet, den Menschen Schaden zuzufügen und der Welt Unheil zu geben, so viel nehmen wir jetzt für uns in Anspruch, um die Menschen in selber Art und Weise zu beeinflussen. Gleichheit und Gerechtigkeit soll sein. Ihr hattet den Vortritt, euch gab man den Vortritt. Jetzt sollt ihr zurückstehen, jetzt regiert die Geisterwelt Gottes über die Menschheit.” Dies soll dann eine bestimmte Zeit geschehen; Jahre oder Zahlen möchte ich keine nennen. Wird diese Entwicklungszeit oder Aufstiegszeit der Menschheit vorüber sein, wird wieder die Gleichheit geschaffen. Jeder Teil soll die Möglichkeit haben, seine Rechte anzubringen unter den Menschen.
Eine gehobenere oder friedlichere Zeit kommt nicht von heute auf morgen
Fragebeantwortung vom 8. Oktober 1975
Eine gehobenere oder friedlichere Zeit kommt nicht von heute auf morgen
Frage zu den vorhergehenden Ausführungen von Lene vom 3.10.1975: Lieber Josef, Engelschwester Lene brachte zum Ausdruck, dass schon bald ein neues geistiges Zeitalter anbrechen könnte. Wie ist das zu verstehen?
Josef: Dazu ist Folgendes zu sagen. Diese geistige, sogenannt gehobenere oder friedlichere Zeit für die Völker dieser Erde kommt nicht von heute auf morgen; das braucht seine Anlaufzeit. Die Menschen selbst müssen in ihrem Denken und Wollen das Bessere tun – sich untereinander besser verstehen. Die Völker müssen sich miteinander besser verständigen. Dazu braucht es geistig hochgestellte Menschen, die es zustande bringen, dass sich die Völker besser untereinander verstehen. Es braucht also seine Zeit.
In der geistigen Entwicklung der Menschen – und des ganzen Weltgeschehens – kann es auch Überraschungen geben. Es ist der freie Wille, der plötzlich Menschen zu einer Handlung befähigt, die eigentlich nicht im Plane Gottes festgezeichnet ist. Auch eine unüberlegte Handlung bringt eine Veränderung zustande, die nicht im Plane Gottes ist. Es ist daher gar nicht möglich – und dies ist euch nie gesagt worden –, dass im Weltenplan die Zeit genau festgezeichnet ist. Dies ist gar nicht möglich, denn sonst wäre ja der Wille des Menschen beschränkt; denn die Menschen müssen ja aus freien Stücken entscheiden können – sie müssen sich eben geistig vorwärtsentwickeln. Diese Zeitdauer kann nicht auf Jahre genau berechnet werden. Es heisst ja auch: Vor Gott sind tausend Jahre wie ein Tag. Das soll euch ein Beweis dafür sein, dass es für uns schwer ist, euch die Zeit darzulegen.
Lene wollte euch eigentlich sagen, dass derzeit das Böse auf dieser Welt so tätig ist. Und Gott lässt es zu – er schreitet nicht ein. Es gibt immer wieder Menschen, die glauben, Gott könnte einschreiten. Er schreitet jedoch hier nicht ein, denn das ist im Gesetze Gottes verankert. Er lässt dem Bösen eben auch die freie Gestaltung und den freien Willen. Es sind ja die Menschen, die entscheiden. Sie müssen zeigen, wo sie geistig stehen, sie sind die Werkzeuge. Sind sie noch von tieferer, unterer Entwicklung, dann werden sie willige Werkzeuge des Bösen sein.
Mit dem Abscheiden jener Wesenheiten von dieser Welt erwartet doch die Geisteswelt immer ein langsames Aufsteigen. Durch die Belehrungen in der geistigen Welt wird es ihnen möglich werden, mit besseren Erkenntnissen und mit einer besseren Gesinnung in ein neues menschliches Dasein treten zu dürfen. Das Immerwiederkommen ins Erdenleben soll ja auch dazu dienen, aus jedem Wesen ein besseres Geschöpf zu machen. Auf diesem Wege sollte es zustande kommen, dass diejenigen, die geistig stark sind, Einfluss auf die andern nehmen. Das geschieht jedoch nicht so plötzlich. Lene meinte es so, indem sie sagte, niemand im Saal würde dies noch erleben. Es braucht also eine lange Übergangszeit, bis überhaupt einmal das Böse zurückgedämmt ist. Es ist nicht so, dass Gott die Pforten der Hölle zuschliessen lässt, damit keiner mehr aus ihr entweichen kann. Es muss zuerst das Denken des Menschen geändert werden. Menschen müssen den Weg zueinander finden und zur Erkenntnis kommen, dass durch Krieg, Raub und Mord die Menschheit leidet. Man muss sich in einem höheren Sinn näherkommen wollen, und dazu braucht es eben geistig gestärkte Menschen, die auch die sogenannten Führer dieser Menschen sind.
Heft 1/2010
21 Seiten, 21 × 29,7 cm