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Die Verbindung mit dem Schutzgeist und mit höheren Führergeistern – Von erhabenen Schutzengeln und ihren grossen Familien – Retter aus grosser Not: Spezialisten im Einsatz
Schutzengel – Organisation und Führung
Beschreibung
Dieses Themenheft orientiert über die verschiedenen Stufen der Geistwesen, die für den Schutz und die Führung der Menschen verantwortlich sind. Die Schutzgeister unterstehen einer genauen Ordnung; sie unterscheiden sich in ihrem Rang und in ihrer Machtbefugnis. Neben jenen Schutzgeistern, die im engen persönlichen Kontakt zu ihren Schützlingen stehen, gibt es höhere Führergeister, die Übersicht halten über eine grössere Anzahl von Menschen, sei es über Familien, Dorfgemeinschaften, Städte oder ganze Völker. Diese hohen Engel des Himmels kommen ins Gespräch mit den ihnen unterstellten Schutzgeistern, welche ihnen Rechenschaft geben vom Leben ihrer Schützlinge. Diese Berichterstattung findet dann statt, wenn sich im Leben eines Menschen oder einer Gemeinschaft etwas Aussergewöhnliches ereignet hat, sei es zu ihrem Vorteil oder sei es zu ihrem Nachteil. So steigen auch hohe Geister Gottes aus den Himmeln nieder und nehmen Einsicht in das Leben der Menschen, die ihnen im Ordnungsplane unterstellt sind.
Themenheft 3/2016: Schutzengel – Organisation und Führung
Inhalt
Die Verbindung mit dem Schutzgeist und mit höheren Führergeistern
Lene, 20. März 1963
Die Verbindung mit dem Schutzgeist und mit höheren Führergeistern
Neben dem Schutzgeist, der im engen persönlichen Kontakt zu seinem Schützling steht, gibt es höhere Führergeister, die Übersicht halten über eine grössere Anzahl von Menschen. Sie kommen ins Gespräch mit den Schutzgeistern, welche ihnen Rechenschaft geben vom Leben ihrer Schützlinge. Diese Berichterstattung findet dann statt, wenn sich im Leben eines Menschen etwas Aussergewöhnliches ereignet hat, sei es zu seinem Vorteil, sei es zu seinem Nachteil. So steigen auch hohe Geister Gottes aus den Himmeln nieder und nehmen Einsicht in das Leben der Menschen, die ihnen im Ordnungsplane unterstellt sind.
Lene: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, von euch haben viele eine starke Bindung zu allem Irdischen. Glücklicherweise pflegt man aber auch die Verbindung zur göttlichen Welt. Es gibt Tage, Wochen, wo ihr streng zu arbeiten habt und wenig Zeit habt – leider – für die Pflege des Geistigen. Dann macht man sich wiederum ein Gewissen daraus und möchte das Versäumte nachholen. Man ist also guten Willens, man möchte die Verbindung zur göttlichen Welt nicht vernachlässigen, nicht schwächen. Wir sind schon glücklich darüber, wenn man zu diesem Entschluss kommt, dass man die Verbindung zur göttlichen Welt wieder aufnehmen muss. Aber es besteht bei vielen – auch bei sehr frommen Menschen – diese starke Bindung zum Weltlichen, zu allem Irdischen. Dass es dann in diesem Leben natürlich auch zu gewissen seelischen Schäden kommen kann, ist ja begreiflich. Denn ihr wisst ja, wie viele Versuchungen und wie viel Unangenehmes diese Welt oder die Mitmenschen mit allem Drum und Dran dem Einzelnen bieten. Glücklicherweise – betone ich wieder – könnt ihr von Zeit zu Zeit aufgemuntert werden. Euch wird wieder klargemacht, wie man die Zukunft vorbereitet, wie man eigentlich zu leben hat, wie man sich das tägliche Leben einteilt.
Ihr wisst, Geister Gottes stehen zu eurem Schutze da. Der Kontakt zu ihnen wird enger bei jenem Menschen, der diese Verbindung nie abbricht, der immer Zeit hat, der trotz der starken Bindungen, die er zum täglichen Leben hat, die geistige Welt nicht vernachlässigt. Aber ihr könnt es mir glauben: Viele von euch vergessen diese Verbindung zur göttlichen Welt, diese Pflege wieder, wenn sie so stark an das Irdische, an alles Weltliche gebunden sind. Es sind persönliche Interessen da; es geht um das Ansehen, um Hab und Gut, und dann wird man so eifrig und vergisst seine Verpflichtungen, die man hat. Die Geister Gottes, die Schutzengel, die neben dem Menschen sind, bedauern es, wenn man diese Pflege unterbricht. Aber sie wissen um die Schwächen des einzelnen. Und sie sind ja die Trostspender; sie wollen ja immer Kraft bringen, und sie wollen auch versuchen, den Menschen so zu inspirieren und zu führen, dass alles zu seinem Heile erfolgt. Also die Jenseitigen, jene, die euch begleiten, haben auch Interesse an eurem Privatleben. Sie interessieren sich auch für die Dinge, die euch beschäftigen. Sie freuen sich aber, wenn man trotz dieser regen Bindung zum Irdischen eben das Geistige nicht vernachlässigt.
Es ist wunderschön eingerichtet, dass jeder Schutzgeist sich mit seinem Schützling verständigen kann – aber nicht so laut vernehmbar, wie ihr es gerne haben möchtet. Die Verständigung findet dann statt, wenn der Menschengeist sich vom irdischen Leibe lösen kann, wenn der Körper ruht. Da kommt der Schutzgeist in den engsten Kontakt mit seinem Schützling. Dazu kommen ja noch die weiteren geistigen Führer. Unter ihnen sind jene zu verstehen, die nicht im Besonderen für den persönlichen Schutz eines Einzelnen verantwortlich sind, sondern sie sind – wie es das Wort “Führer” besagt – geistige Führer auch von andern Menschen. Sie haben sozusagen Gruppen unter sich, über die sie die Oberaufsicht haben. So halten diese Führergeister Überblick über den Menschen, und sie kommen ins Gespräch mit seinem Schutzgeist. Der Schutzgeist gibt dem höheren, dem führenden Geist Rechenschaft vom Leben seines Schützlings; er wird also Bericht erstatten. Diese Berichterstattung findet dann statt, wenn sich im Leben des Schützlings etwas Aussergewöhnliches ereignet hat, sei es zu seinem Vorteil, sei es zu seinem Nachteil, einfach etwas Ausserordentliches – da gibt man dem höheren Geiste Bescheid.
Nun aber ist es auch so, dass von den Höhen des Himmels regelmässig Geister Gottes niedersteigen. Wie das vor sich geht, darüber seid ihr schon unterrichtet worden. Wenn sie dann in die Nähe der Menschen gekommen sind, betrachten sie sie, und wenn sich beim einzelnen nichts Aussergewöhnliches ereignet hat, sei es zu seinem Vorteil oder zu seinem Nachteil, schreiten sie an ihm vorüber, geben womöglich, aber nur womöglich, dem Schutzgeist einige Hinweise für das zukünftige Leben seines Schützlings. Sie können auch mit den Führergeistern ins Gespräch kommen und sie über Ereignisse unterrichten, die sich bei jenen Menschen einstellen werden.
Ich möchte also drei Stufen von Geistwesen nennen: den Schutzgeist, den Führergeist oder die Führergeister – es ist verschieden – und dann die höheren Wesen, die aus den hohen Himmeln niedersteigen und ihrerseits wiederum Einsicht nehmen in das Leben der Menschen, die ihnen im Ordnungsplane unterstellt sind. So gibt der eine dem andern Rechenschaft, Bescheid über das Leben des Menschen. So kommen diese hohen Geister des Himmels nicht etwa nur für einen einzelnen Menschen nieder zu dieser Erde, sondern sie werden gleichzeitig viele Stätten – um es nach eurem Verständnis auszudrücken – besuchen und gehen so an den Menschen vorüber. Keiner kann vergessen gehen. Die hohe Geisteswelt wird an jenem Menschen nicht vorübergehen, sondern stillestehen, bei dem man erkannt hat, dass er einen grossen Fortschritt in seinem Leben gemacht hat und sein Leben so wertvoll gestaltet, dass es zu einem bedeutenden Höhenflug kommen wird. Also: Wo sich etwas ganz Aussergewöhnliches, etwas Ausserordentliches, bei einem Menschen erfüllt hat und er so durch seine Kraft, durch sein Schaffen, durch seine Frömmigkeit Gott nähertreten kann, er sich den Himmel also verdient, da werden diese hohen Engel bei ihm stehen und werden ihn loben. Sie werden dies tun, auch wenn der Geist des Betreffenden diese Anerkennung, diese Worte nicht ins Bewusstsein zu bringen vermag. Das will also heissen, die Geister Gottes werden nicht etwa nur dann kommen, wenn der Betreffende oder diese Menschen schlafen; sie brauchen keine Rücksicht auf die Zeit zu nehmen, denn diese Zeit ist für die geistige Welt oder für die Geister Gottes eben überwunden. Sie erkennen ja, dass der Kontakt von Geist zu Geist erfolgt, und auch wenn dieser Mensch die lobenden Worte nicht hört, wird es dennoch seinen Erfolg haben. Denn es wäre nicht in allen Fällen gut, wenn ein Mensch es wirklich hören und sehen könnte, dass er für eine Tat, die er vollbracht hat, oder für sein Leben jetzt von der hohen Geisteswelt gelobt wird. Es könnte die Gefahr bestehen, dass man überheblich würde oder dann nicht mehr so eifrig wäre. Also es genügt, von Geist zu Geist die Anerkennung zu geben, da die Worte des hohen Geistes zum Menschengeiste ihren starken Einfluss haben werden, auch wenn es nicht in das Bewusstsein des Menschen kommt. Dass er dennoch etwas von diesen Worten des Lobes und der Anerkennung der hohen Himmelsboten zu spüren vermag, dafür sorgen dann die Schutzgeister. Es ist fast so wie bei den Eltern, die es ihre Kinder merken lassen, wenn die Lehrer in der Schule mit ihnen zufrieden sind. Sie werden es ihnen dann auch andeuten und zum Ausdruck bringen, dass sie sich freuen, dass der Lehrer mit ihnen zufrieden ist.
Jetzt knüpfe ich wieder an die Worte von vorhin an, wo ich darauf hindeutete, dass der Schutzgeist Kontakt hat mit seinem Schützling. Er nimmt den Kontakt zu ihm auf, wenn dessen Körper ruht – da finden die Gespräche statt. Hier freut man sich, denn der Menschengeist weiss davon, wer an ihm vorübergegangen ist. Wenn ihm auch nicht direkt gesagt wurde, was man von ihm hält, so wird es ihm dann der Schutzgeist sagen. Er wird sagen: “Mein hoher Bruder, meine erhabene Schwester war glücklich über dich, und so sollst du weiterhin eifrig sein.” Der Geist des Menschen wird in seiner ganzen Kraft versuchen, weiter auf dieser Ebene zu wirken, und sich so entfalten. Das versucht der Menschengeist, der ja viel weiter sieht, viel höhere Kenntnisse hat als der äussere Mensch und der ja der Versuchung widerstehen kann, dem ja der Glanz des Weltlichen, der dem Menschen vor Augen geführt wird, keinen Eindruck macht. Ihm, dem Menschengeist, bedeutet viel Geld und Gut absolut nichts. Aber wenn er wieder voll von seinem irdischen Körper Besitz ergriffen hat und wieder aus seinem Leibe wirken und handeln muss, da betrachten seine Augen alles Irdische, und seine Ohren hören schmeichelnde Worte, und er geht nun auf all das ein. Und das Wahre, das der Geist will und fördern möchte, kann er in der Weise nicht so zum Ausdruck bringen, weil der äussere Mensch sozusagen geblendet wird – während sich sein Geist [wenn der irdische Körper ruht] gewissermassen klar in einem Spiegel betrachten kann, wobei der Spiegel so klar ist, dass er sich deutlich sehen kann; in dem Moment aber, wo er die volle Verbundenheit mit dem irdischen Leibe wiedergewinnt, fängt dieser Spiegel an von seinem Glanz und von seiner Klarheit zu verlieren. Er wird trübe und matt, und der Menschengeist kann sich nicht mehr deutlich sehen. Er kann also nicht mehr diese geistigen Umstände erkennen; es ist matt geworden um ihn, und er vermag es auch nicht zu hören. Jedoch vermag sein Gewissen ihn wieder aufzuwecken, ihn zu mahnen, was recht und unrecht ist, und mag ihn so auf den richtigen Weg führen. Und so wird dann der Schutzgeist seinen ganzen Einsatz leisten müssen, um diesen Menschen vom Unrecht wegzuführen, ihn im Guten zu fördern.
Einen Menschen zu führen, ist umso schwerer, je tiefer er an das Materielle gebunden ist, je mehr er sich an alles Irdische klammert und er das, von dem er sagt, es sei sein Eigen, als wahrhaftigen Besitz betrachtet. Wenn er aber Besitz hat und sich sagt: “Gott liess es mir zukommen, ich werde auch andere daraus Nutzen ziehen lassen”, dann wird er nicht so tief gebunden sein an das Irdische. Er löst sich schon von der Schwere dieser Erde und hebt sich in seinen Schwingungen, und so vermag dann das geistige Wort des Schutzgeistes klarer zu werden; man vermag es leise zu hören, man ahnt ja: “Das darf man nicht – das darf man tun.” So wird die Verbindung gepflegt vom Schutzgeist zum Menschen.
Wenn der Geist sieht, dass er im Menschenkleide immer schwach ist und nicht zum Ziele kommt, wie er es sich wünscht, so bittet er darum, man möge ihm doch in besonderer Weise beistehen, wenn er wiederum ganz im Menschenleibe ist und zu wirken hat – dass er doch den richtigen Weg findet und nicht ein Gott ungefälliges Leben lebt. Hier erkennt die Geisterwelt Gottes den guten Willen des Geistes.
Nun kommt es aber anderseits darauf an, welche Neigungen bei diesem Menschen sind, wie er eben beeinflusst wird von allem Äusseren. Wenn er jenes Verlangen und die Wahrheit nicht mehr wirklich spürt, wenn er nicht mehr diese mahnenden Worte in ihrem klaren Wortlaut hört, wenn diese Worte für ihn weit weg gesprochen wurden, wenn er nur noch ein leises Echo davon vernimmt, dann mag das noch ganz zerfallen, ganz unvernehmbar werden, weil er als Mensch wieder in einem ganz anderen Verlangen ist. Wenn aber der Geist darum bittet, man möge ihm beistehen, so kann das auch möglich werden. Es kann der Schutzgeist mit der Hilfe eines Führergeistes – oder mit mehreren – eingreifen in das Leben des Menschen. Sie werden sich sagen: “Wir müssen seinen Lebensweg ändern, wenn wir ihn zu einer anderen, besseren Haltung bringen wollen.” So können sie dann auf verschiedene Art in das Leben des Menschen eingreifen. Wie es geschieht, wisst ihr auch. Es kann durch Krankheit geschehen, es kann durch irgendwelche Bedrängnisse geschehen, sodass dann der einzelne wieder den Weg zu Gott findet. Das kann also durch das Eingreifen der höheren Geisteswelt vorkommen. Anderseits lässt man dem Leben eines Menschen genau seinen Lauf, man lässt seinen gezeichneten Lebensplan abspielen, und er mag es dann am Ende seines Lebens schwer bereuen, dass er nicht auf die Worte des führenden Geistes gehört hat.
Euch wurde immer wieder erklärt: Wenn die Seelen ins Jenseits kommen, sind sie noch von genau denselben Gefühlen durchdrungen wie zur Menschenzeit, sie haben noch dieselben Begierden und Verlangen. So ist es bei jenen, die, wie ich betonte, eine so feste Bindung zu allem Weltlichen, zu allem Irdischen haben und sich davon nicht lösen konnten. Sie hatten sich gegen Ende ihres Lebens sogar noch mehr verankert im Irdischen, noch mehr Kontakt mit ihm genommen, sich enger mit ihm verbunden; und somit wird es auch länger gehen, bis diese Gefühle und diese Verlangen wieder abgestossen sind.
Ich möchte aber doch auf meine Freunde hindeuten, die doch das Verlangen haben, wie ich erklärte, die Verbindung zur Geisterwelt Gottes immer zu pflegen. Sie möchten sie nicht vernachlässigen. Sie wissen, dann und wann ist man schwach – man bereut diese Schwachheit wieder, und man nimmt sich wieder vor, ein anderes Leben zu führen, wieder viel mehr nach oben zu trachten. Wenn der Mensch wahrhaftig in seinem vollen Bewusstsein, so, als Mensch, zu diesem Vorsatz kommt: “Halt, so geht es jetzt nicht mehr weiter, denn ich lebe nicht ein Leben nach Gottes Gefallen, oder ich habe jenes getan, was bestimmt Gott nicht gefällt”, dann wird auch die Hilfe da sein. Dann ist es nicht nur das Verlangen des Geistes, der ja klar die Wege sieht, sondern hier ist es das Verlangen des Menschen, der dem fernsteht, was ihn erwartet, der ja nicht im hellen Lichte steht und nicht klar sehen kann, was seine Zukunft ihm bringt, wenn er den irdischen Leib abgelegt. Dem Geiste ist es klar – aber nicht, wenn er ganz im Leibe ist. Darum zählt eine Wandlung im Menschen sehr viel. Umkehr oder, wie man es früher auch nannte, Busse tun ist sehr bedeutend, denn dadurch gibt ja der ganze Mensch seinem Verlangen Ausdruck. Dann bietet man ihm die Hand zum Aufstieg, man hilft ihm zu überwinden. Aber ohne diese Einsicht, ohne diese innere Wandlung geht es nicht. Und glaubt: Es gibt viele, die glauben, fromm zu sein, und sie sind der Auffassung, dass alles, was sie tun, recht ist. Sie sehen an sich keine Fehler. Demzufolge können sie auch gar keine Einsicht erhalten; sie können nicht Einkehr halten, denn sie sehen nichts Falsches an sich. Das ist schade, sehr schade. Und darum ist es auch so: Wenn einer sieben mal sieben Mal gesündigt hat und reuig wird, einsichtig wird, wird er aufgenommen. Der ganze Mensch muss einsichtig werden, der ganze Mensch. Dann wird das Verhältnis vom Schutzgeist zum Betreffenden auch enger werden. Man wird ihn stärken, stützen, vor weiteren Versuchungen bewahren. Das ist dann die Hilfe der geistigen Welt, und sie wird sich auf vielen, vielen Gebieten abspielen.
Nun, liebe Geschwister, das, was ich jetzt erklärt habe, ist eigentlich auch eine allgemeine Erklärung. Denn ich pflege doch jeweils mit euch zu meditieren und euch so persönlich zu führen. Ich möchte doch euch ganz persönlich den Weg zeigen, wie man zu diesen geistigen Höhen kommt, wie man geistige Kräfte gewinnt und davon profitiert. Aber es ist unerlässlich für einen jeden Menschen, dass er doch von Zeit zu Zeit diese Rückschau hält über sein ganzes Tun und sich in allen Dingen wirklich fragt: “Ist das gerecht, ist das richtig? Ist das, was ich jetzt in meinem menschlichen Leben so vertrete, auch für die geistige Welt so wichtig?”
Ich möchte euch auf etwas aufmerksam machen: Wenn gescheite Menschen ein Problem haben oder wenn sie vielleicht in Zwistigkeiten sind mit einem andern, und sie wollen noch kein Urteil geben, dann sagen sie sich: “Warten wir noch einen Tag oder einige Tage”, oder: “Wir schlafen darüber.” Es liegt im guten Willen des Menschen, die beste Lösung herauszubekommen. Und der Schutzgeist knüpft schon hier an: Er wird dann mit dem Geiste seines Schützlings, wenn dieser im Schlafe ist, ins Gespräch kommen und wird ihm Klarheit geben. Er versucht es so gut wie nur möglich, und er wird ihm sagen: “Diese Uneinigkeit, die du hattest mit dem und dem, ist falsch. Du musst dich einigen”, oder: “Du darfst niemals so hart urteilen”, oder: “Das, was du jetzt so wichtig gefunden hast, was für dich eine Welt war, was für dich Reichtum bedeutete, ist für die geistige Welt kein Reichtum, bedeutet nichts.” Und er muntert dann den Schützling auf, den Verlust von dem und dem zu verschmerzen, wie ihr sagt.
Die Gotteswelt tröstet den Menschen; sie muntert ihn auf, wenn es sein muss – aber sie macht ihm auch Vorwürfe, wenn es nicht anders geht. Der Geist Gottes hat doch selbstverständlich nicht für dasselbe Interesse wie der Mensch. Was diesem von grösster Bedeutung ist, mag für das geistige Reich ganz bedeutungslos sein. Wie viele gibt es, die materiellen Verlust nicht überwinden können. Materiellen Verlust gibt es doch für das Geistige gar nicht – das ist doch vom Geistigen aus gesehen kein Verlust! Für die geistige Welt sind ja Millionen und Milliarden in Geld und in Gold meinetwegen oder was es auch sei, ganz sinnlos – wenn der Mensch dadurch seiner Seele schadet, weil er sich mit seiner ganzen Kraft an dieses Irdische hängt. Denn nichts von alldem kann er mitnehmen. Und wenn sein Verlust noch so gewaltig und gross ist, sollte er die Kraft finden, wieder auf einem neuen Weg zu beginnen. Und wenn er nicht wieder beginnen kann, weil er vielleicht alt und gebrechlich geworden ist, dann sollte es auf dieser Welt eben so sein, dass ihm geholfen wird und er nicht betteln muss. Aber ihr kennt ja diese Welt ... Doch ihr müsst uns verstehen: Wir können niemals dafür besorgt sein, dass das irdische Gut beim Menschen derart gefördert wird, dass es ihm womöglich in seiner Seele schadet.
Wenn einer aufgrund eines Verlusts in Kummer und Sorgen ist, dann versucht der Schutzgeist ihn zu trösten, und er macht ihn auf die geistigen Gewinne aufmerksam, auf das geistige Leben. Jetzt kommt es darauf an, was dann dieser, ich sage jetzt, ganze Mensch, am andern Morgen anfängt zu tun – ob ihm diese Unterhaltung mit dem Schutzgeist auch wirklich inneren Gewinn gebracht hat oder ob er so an das Weltliche gebunden ist, dass nichts davon zum Ausdruck kommt, was man im Geiste mit ihm verhandelt hat. Ein geistig ausgerichteter Mensch sollte so früh wie möglich in seinem Leben auch in dieser Beziehung Ordnung schaffen; er sollte auch in dieser Beziehung ein Gespräch führen mit seinem Schutzgeist.
Es gibt Menschen, sie beten täglich darum, dereinst einen milden Tod haben zu dürfen. Und sehr oft wird dies gewährt. Aber man kann auch darum bitten, dass man immer stark bleibt, auch wenn es einmal zu einem materiellen Verluste kommen sollte – dass die geistige Welt dementsprechend die Möglichkeit hat, auf einen einzuwirken, sodass man nicht verzweifelt, wie ihr sagt, und sich sagen muss: “Mein Leben hat ja keinen Sinn mehr. Ich habe ja alles verloren, wovon soll ich leben, was soll ich tun?” Nicht früh genug kann ein Mensch die Geister Gottes darum anflehen, sie mögen ihm auch in dieser Beziehung beistehen, sodass man über den materiellen Verlust nicht allzu traurig wird, sondern die Kraft haben kann, wieder anzufangen oder sein Leben so gut wie möglich weiterzuleben, ohne zu verzweifeln.
Das ist etwas, was genauso wichtig ist, wie darum zu bitten, dass man einen milden Tod erleben darf – dass man in jeder Stunde der Unsicherheit geführt wird und der ganze Mensch die richtige Handlung ausführt und einsichtig wird, dass dieser ganze Mensch den Weg des Geistigen nicht verlässt. Denn was euch das Geld bedeutet, das wissen wir auch. Wie viel Unheil das angerichtet hat und anrichtet in dieser Welt, wissen wir auch. So kann ein Mensch darüber meditieren. Er kann, wenn er betet, auch darum bitten, dass er, wenn ihm durch irgendein Ungeschick – man weiss es nie – all sein Hab und Gut genommen wird, trotzdem ein gläubiger Mensch bleibt und die Kraft aufbringt, den richtigen Weg zu gehen, dass er nie anfängt zu zweifeln oder unglücklich zu werden. Denn das lohnt sich nicht; wegen irdischem Verlust unglücklich sein – schade ... Man kann in der Meditation also darum bitten, dass einem die Kraft gegeben wird dafür.
Man hat ja auch die Möglichkeit, in eine wunderbare, enge Verbindung zu kommen mit dem Schutzgeist und mit weiteren Führergeistern. Denn die Engel Gottes wollen für ihre Geschwister nur das Beste, und sie müssen sich manchmal auch geistiger Mittel bedienen, um ihre Schützlinge aufzurichten. Sie tun es mit Freuden, wenn sich der eine darum verdient gemacht hat. Wenn der ganze Mensch will oder wenn er in seinem Leben so Aussergewöhnliches schon geleistet hat, dann werden diese geistigen Mittel angewandt. Davon spürt der Mensch ja auch im Verhältnis wenig, denn er ist ja mit seinem Bewusstsein so abgelenkt und fühlt nicht das Feine, Zarte, das an ihm vorüberschwebt – dass feine, zarte Geisteshände ihn berühren und dann und wann ein erquickender Trunk zu seinem Munde geführt wird. Nun, auch das ist ganz in Ordnung. Es könnte ebenfalls zu Überheblichkeit führen, wenn Menschen dieses so mit ihrem irdischen Auge, mit ihren körperlichen Sinnen erkennen und erfassen könnten. Nun, der Geist sieht es, und dies genügt. Der Geist nimmt manchmal einen solchen holden Trunk, von seinem Schutzgeist dargeboten, und das stärkt ihn dann. Dabei kommt es sehr auf das innige Verhältnis zum Schutzgeist an, denn es gibt Schutzgeister, die sozusagen regelmässig ihren Schützlingen in dieser Weise diesen geistigen Trunk bringen. Und dies ist jeweils auch eine grosse Freude – aber darum muss man sich verdient machen.
Man kann auch nicht nur für sich bitten, man kann auch für Freunde, für Verwandte bitten, wenn sie in Not sind. Das tut man ja auch im Allgemeinen. Mancher kommt und sagt: “Jetzt habe ich das Gebet von dir nötig, stehe mir bei im Gebet.” So wird man für ihn beten, wenn man ein gewissenhafter Mensch ist. Dann wird ja dieses Gebet auch erhört, gesehen vom Schutzgeist. Der Mensch, der nun diesen Wunsch ausführt und für den andern betet, gibt seinem guten Willen zum Helfen Ausdruck. In der Zeit, wo er, sein Geist, in das engere Gespräch mit seinem Schutzgeist kommt, da wird er nun auch darüber sprechen: “Mich hat man gebeten, da und da zu helfen, durch das Gebet beizustehen.” Also: Man betet. Was geschieht nun? Man leitet diesen Wunsch weiter, der Schutzgeist nimmt diese Bitte zur Kenntnis. Jetzt kommen diese führenden Geister, die ja immer von Zeit zu Zeit Nachschau halten und die man sich herbeirufen kann. Der Schutzgeist gibt die Bitte weiter, er sagt zum führenden Geist: “Höre, mein Schützling wünscht – er hat im Namen Jesu darum gebeten –, dass jenem geholfen werde. Es ist mir daran gelegen, dass dieser Wunsch erfüllt wird; ich liebe meinen Schützling, und er lebt zu Gottes Zufriedenheit. Erfülle ihm diesen Wunsch. Es soll zur Ehre Gottes sein.”
Da horchen diese führenden Geister Gottes auf. Sie haben noch grössere Möglichkeiten, ins Leben eines Menschen einzugreifen, als der Schutzgeist, der sozusagen verpflichtet ist, bei einem Menschen zu sein. Die führenden Geister haben, wie ich betonte, die Aufsicht und Kontrolle über eine Anzahl von Geschwistern. Sie haben ihren Kontakt zu wiederum höheren Geistern Gottes in den hohen Himmeln und geben, wenn es sein muss, einen solchen Wunsch, ein solches Verlangen weiter – wenn sie das Gefühl haben, dass es nicht in ihrer Kompetenz liegt, darüber zu entscheiden. So hilft das Gebet. Wenn man für einen Mitmenschen betet, der krank ist, bringt man ja auch seinen persönlichen Wunsch zum Ausdruck. Und am schnellsten vernimmt diesen Wunsch, dem andern zu helfen, der, der einem am nächsten steht: Es ist der Schutzgeist. Er leitet den Wunsch weiter.
Etwas Weiteres: Freilich hat das Gebet ja auch an und für sich eine schwingende Kraft – aber es ist ja eine Frage zu klären: Darf dem, der darum bittet, dass ihm geholfen wird, auch wahrhaftig geholfen werden? Diese Gebete, die eine schwingende Kraft erzeugen, können also zu dem und dem hingeleitet werden. Sie werden aber erst dann sozusagen in ihre ganze Gewalt und Kraft umgesetzt, wenn der Engel Gottes das Seinige dazutut. Denn die Hilfe geschieht nicht einfach von ungefähr, sondern mit dem Einvernehmen der höheren Geisteswelt. Die Kraft des Gebetes wird weiter ‘angekurbelt’, weiter gestärkt, weiter gekräftigt, sodass es zur Hilfe kommt – dafür aber haben sich die hohe Geisteswelt oder die führenden Geister einzuschalten.
Manche Mutter, mancher Vater bittet für seine Kinder. Auch diese Gebete, dieses Flehen kann Erhöhung finden. Denn dieses vernehmen die Schutzgeister auch, und sie sprechen sich auch aus. Aber immer müssen viele Dinge noch geklärt werden, ob es überhaupt möglich ist, diesem Menschen zu helfen. Darum ist es nicht richtig, wenn man unbedingt glaubt, die Geisterwelt Gottes werde in jeder Beziehung alle Dinge lösen, sie selbst werde es von sich aus lösen. Der Mensch muss dafür mit Hand anlegen, er muss die Vorbereitungen dafür treffen, die notwendig sind, und dann wird sich dementsprechend die geistige Welt einschalten. Sie wird, wie wir immer betonen, das eine fördern, wenn es gut ist; sie werden das andere bremsen, unterbinden, wenn es schadet oder wenn es zu keinem Erfolg führen kann. Übereifer, voreiliges Sprechen, voreilige Handlungen machen den Geistern Gottes das Eingreifen, das Führen unmöglich. Darum sollte immer ruhig überlegt, ruhig gesprochen werden. Man soll sich Zeit lassen zum Überlegen, damit auch die Geister Gottes sich einschalten können.
Nun, liebe Geschwister, ihr könnt auch in der Begleitung eures Schutzgeistes mit eurem ganzen Denken, mit eurer ganzen Vorstellung in die jenseitige Welt eintreten. Das machen ja meistens jene, die diese tiefe und enge Verbindung zur andern Welt haben. Jene, die im Zweifel sind, ob ein solches geistiges Erleben überhaupt wahr ist, ob es überhaupt so stimmt und so weiter, die können das ja nicht zustande bringen, denen wird ja dieses auch nicht gegeben werden. Also man kann in der Stille, in der Meditation, sich so versenken, und man kann mit dem Schutzgeiste in die jenseitigen Bereiche eindringen. Man kann das erleben, von dem euch schon erzählt worden ist. Ihr könnt in eurer Vorstellung durch diese Sphären schreiten. Ihr könnt geladen werden da und dort zum Feste. Das kann man sozusagen ganz lebendig erleben. Aber dies wird ja nur derjenige tun, der die tiefe Verbundenheit hat. Aber man soll nicht einfach irgendwie sinnlos etwas phantasieren, sondern das ganze Erleben muss auch etwas Sinnvolles sein. Es soll dahin gehen, dass man sich so viel Kraft und so viel Lebensfreude holt aus diesen lebendigen Erlebnissen. Die Kraft, die man aus diesen Schauungen holt, soll im täglichen Leben von Nutzen sein, dass man zu einem gelösten und freien Menschen wird, dass man grösseres Verständnis für die Umwelt aufbringt und man mehr gute Werke ausführt. Denn nur das leere Wandern und Phantasieren in dieser Vorstellung ist in dem Moment sinnlos, wenn kein glückliches Ergebnis daraus erzielt wird. Es muss durch diese Schauungen ja ein Glücksempfinden hergestellt werden können, und es müssen Handlungen daraus erfolgen. Dann haben diese Schauungen eine Bedeutung. Denn es gibt fanatische Menschen, die in solche Schauungen gehen, aber gar keinen Profit für sich herausziehen – sie phantasieren einfach irgendetwas. Und das ist schade. Denn jedes Eintreten im Geiste – das heisst also: wenn man gelöst ist, seinen Körper zurückgelassen hat, im Geiste gehoben ist und wirklich erlebt und betrachtet, was einem geschildert wurde – ist etwas Wunderbares und wird dem Einzelnen Kraft geben für Leib und Seele.
Viele möchten und wünschen, dass ihre Angehörigen zu diesen Erkenntnissen kommen oder dass dieser oder jener sein Leben ändert. In dieser Beziehung kann man auch vieles tun. Man kann im Geiste einen Opferweg gehen. Man muss sich jedoch klar sein, dass man als bittender, als flehender Mensch kommt, als flehendes Wesen, und von Gott und von der ganzen Geisterwelt Hilfe erfleht. Denn es ist auch für uns sehr bedeutend, in welcher Verfassung man ist, was für Vorstellungen man überhaupt hat. Dass auf diesem Gebiete eben vieles falsch gehandhabt, falsch ausgerichtet wird, das mag dieser ganzen Bewegung schaden. Es könnte viel Wunderbares erlebt und erreicht werden, wenn man eben alles richtig, sinnvoll ausführt.
Die Menschen neigen dazu, immer vom Wege abzugehen, den Bogen zu überspannen. Wird ihnen die Hand geboten für etwas, so möchten sie mehr als die Hand haben, sie möchten den ganzen Körper, den ganzen Menschen haben. So kann es nicht gehen. Man muss sich immer klar sein, wenn man Gott und die heilige Geisterwelt um etwas anfleht, dass man dieses in Demut und in Bescheidenheit tut. Und wenn man etwas erfleht von Gott, sollte man auch etwas darbieten können, man soll nicht mit leeren Händen kommen. In der geistigen Welt kann man nichts kaufen, aber man kann vieles erwerben. Wenn man um etwas fleht, dass es geschehen möge, sollte man als Gegenleistung dafür eine gute Tat ausführen. Man sollte auch als Gegenleistung ein persönliches Übel ablegen können. So, auf diese oder jene Art, muss etwas entgegengebracht werden. Man soll nicht der Auffassung sein: “Ich will nur nehmen, denn Gott ist schliesslich für uns zum Geben da”, sondern man muss sich klar sein, dass auch der Mensch etwas zu geben hat. Gott verlangt vom einzelnen nur so viel, was in seiner Kraft liegt, wahrhaftig zu tun. Dann kommt es auch zum Erfolg. Dann muss niemand klagen: “Ich habe schon so viel gebetet, und es hat nichts geholfen, man ist dem Betreffenden nicht beigestanden” und so weiter. In einer egoistischen Weise kann man es nicht tun. Wenn du willst, dass dir geholfen wird, dann musst du andern helfen oder versuchen, bei dir in irgendeiner Beziehung eine Veränderung, eine Verbesserung hervorzubringen.
So, liebe Geschwister, habe ich euch heute vieles erklärt; und ich möchte noch einmal auf etwas zurückkommen: Ganz am Anfang, als ich zu euch sprach, erklärte ich, dass man so nahe an seinen Schutzgeist kommen und ihm einen Namen geben könne. Man kann ihm von sich aus einen Namen geben, und wenn man in irgendeiner Bedrängnis ist und eine Hilfe braucht, so kann man diesen Namen aussprechen. Man kann diesen Namen aussprechen und sagen: “Du bist bei mir. Hast du gehört? Das muss in Ordnung kommen.” Ihr könnt so, für eure Begriffe, viel schneller die Verbindung herstellen. Aber man soll um dieses Namens willen ja keine Umstände und keine grossen Geschichten machen und nicht lange fragen: “Stimmt es, heisst mein Schutzgeist Soundso?” Das ist doch unwichtig. Wichtig ist, dass du mit ihm in diesen engen Kontakt kommst, und du kannst ihm sagen: “Für mich bist du jetzt der Geist Soundso, ich nenne dich so.” Und vielleicht, wenn du in solch inniger Verbundenheit mit ihm bist und ein feines Ohr, feine Gefühle hast, hörst du ihn vielleicht sagen: “Nein, du sollst mich nicht so nennen, ich heisse Soundso.” Und vielleicht kannst du es im Traume – ich sage jetzt: im Traume – so laut hören, dass du es am Morgen weisst; dass es also nicht nur dein Geist weiss, sondern der ganze Mensch, da dieses Gespräch so nieder in den Schwingungen angesetzt wurde, dass es dir ins Bewusstsein geht. Aber auch wenn man dir nicht sagt, wie der Geist heisst, der dein Schutzgeist ist, dann gib du ihm einen Namen.
Und noch etwas erklärte ich euch: Jeder Mensch, der diese enge Verbindung hat, hat auch einen Becher, einen Teller. Das ist sein Eigentum. Der Schutzgeist bewahrt ihm diesen Becher und diesen Teller auf. Er muss ja seinen Schützling so oft bedienen mit dem Becher und mit dem Teller. Manchmal bringt er das geistige Brot, und manchmal füllt er den Becher. Manchmal muss er in diesem Teller Öl bringen, um mit seinen feinen, weichen Händen deine Stirn zu salben. Er bewahrt es auf. Das ist immer noch so.
Nun, liebe Geschwister, ich ziehe mich zurück, und wir wollen hoffen, dass ihr die Kraft aufbringt, euer Leben so zu gestalten, dass es Gott, Christus und der ganzen heiligen Geisterwelt gefällig ist. Gott segne euch. Gott beschütze euch. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 20.3.1963 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Von erhabenen Schutzengeln und ihren grossen Familien
Josef, 16. Oktober 1965 (Ausschnitt)
Von erhabenen Schutzengeln und ihren grossen Familien
Josef: Liebe Geschwister, die Heiligen des Himmels sind am Aufstieg des Menschen interessiert; darum geben sie ihm ihren Beistand. Wie ich schon öfters betont habe, hat die Engelswelt ihre Aufgaben bei den Menschen. Nun möchte ich Näheres über diese Engelswelt erläutern.
Die Menschen sind von Geistern umgeben. Sie sind da, ob es die Menschen nun wahrhaben wollen oder nicht. Wie ihr wisst, besitzt jeder Mensch einen Schutzgeist. Dies muss ich genauer erklären: Jeder Schutzgeist ist verpflichtet, einem weiteren Geist Gottes, der in einem höheren Range steht, Auskunft zu geben über seinen Schützling oder über seine Schützlinge.
So übernimmt ein bedeutendes, erhabenes Geistwesen die Verantwortung über eine grosse geistige Familie. Dieser hohe Geist des Himmels steht ihr als führendes Wesen vor. Dies ist so zu verstehen, dass ihm Menschen – sagen wir einige Tausend – zugehörig sind. Über die ihm zugeteilte grosse Menschenschar ist er also der geistige Führer. Er allein vermag nicht selbst für jedes Einzelne den Schutz zu übernehmen. Daher sind ihm Engel aus den himmlischen Chören unterstellt, so wie ich es das letzte Mal erklärte. Es gibt also Engelscharen – sie sind mit ihrem Namen so bezeichnet –, die den Schutz des Menschen übernehmen und ihrem hohen führenden Geist Rechenschaft schuldig sind. Dieser führende Geist gehört dem Chor der Erzengel an. Er führt seine Familie nicht allein an, sondern hat zusammen mit seinem Dual die Übersicht über diese Menschenschar.
Dem Menschen wird nicht nur ein Geist gegeben, der ihn durchs Leben führt und ihn beschützen soll; der Mensch hat auch geistige Lehrer. Das ist aber nicht bei jedem Menschen anzutreffen. Jene Menschen besitzen geistige Lehrer, die auf einer Entwicklungsstufe stehen, wo sie für würdig befunden wurden, dass solche geistige Lehrer sie inspirieren und unterrichten. Sie inspirieren den Menschen im Laufe des Tages bei seiner Arbeit. Sie sprechen und unterhalten sich dann mit dem Menschengeist, wenn der Körper ruht. So versuchen sie, ihre Aufgaben auszuführen, die sie am Menschen zu erfüllen haben. Sie versuchen, mit ihm seine weltlichen wie auch seine geistigen Probleme zu lösen; sie versuchen es also mit dem Menschengeist zu tun. Je nach dem Eifer des Menschen, je nach seiner wirklichen göttlichen Hingabe, kann vieles von diesen Gesprächen ins Bewusstsein des Menschen übernommen werden.
Menschen nehmen solche Ratschläge oft ins Bewusstsein, ohne zu ahnen, dass ihnen dieses Wissen ja übertragen wurde. Sie glauben, dass es aus ihnen selbst kommt, dass sie selbst zu dieser besseren, höheren Erkenntnis gelangt sind. Dies spielt beim gewöhnlichen Menschen keine bedeutende Rolle; bedeutend ist es für den Geistesmenschen, denn er wird dadurch zu grösserer Dankbarkeit verpflichtet. So haben speziell diese geistigen Lehrer ihre Aufgabe an den Schützlingen zu erfüllen.
Die Aufgabe des Schutzgeistes besteht wieder in einer besonderen Art und Weise. So wie es das Wort an und für sich schon sagt, wird er den Menschen schützen und behüten, so gut er es kann und wie es das geistige Gesetz für ihn vorschreibt. Der Schutzgeist darf der Entwicklung entsprechend in das Leben des Menschen einschreiten, muss sich aber genau an das festgelegte Gesetz halten.
Nicht der Schutzgeist allein und geistige Lehrer führen den Menschen durchs Leben; es sind auch noch verstorbene Verwandte, Freunde, die Interesse am Leben des Zurückgebliebenen zeigen. Sie versuchen, Einfluss auf den Menschen zu nehmen. Dies ist ihnen in gewissem Grade gestattet, je nachdem wie sie Zugang zum Menschen haben.
Aber nicht nur Freunde, Verwandte und Bekannte sind es; auch Geister, die nicht eingereiht sind, suchen den Menschen auf. Es sind auch jene irrenden Wesen, die gelegentliche Bekanntschaften bei den Menschen suchen. Es ist ja so, dass man solche Menschen als Freunde aufsucht, bei denen man sich “zu Hause fühlt” – das möchte heissen, wo man gleicher Ansicht ist. Diese irrenden Geister brauchen nicht unbedingt böse Wesen oder bösartig zu sein, aber doch sind sie von der Ordnung Gottes entfernt und hindern den Menschen am geistigen Aufstieg. Sind sie dem Betreffenden gut gesinnt, mag es gehen; sind diese Uneingereihten aber in ihrem Wesen unzufrieden und niederer Entwicklung, so beeinflussen sie die Menschen eben auf dieselbe Art. Das kann zum Schaden sein. Doch nicht nur irrende, uneingereihte Geister verfolgen und beeinflussen den Menschen. Hier kommt ja noch die niedere Geisteswelt zum Zuge: Die Versucher aus dem Reiche Luzifers verschaffen sich auch Zugang zum Menschen. Sie sind es, die den Menschen in diese täglichen Versuchungen führen und immer Hindernis am Aufstieg des Menschen sind.
Ihr könnt also sehen, dass verschiedene Geister um den Menschen sind. Sie alle haben irgendwie die Möglichkeit, Einfluss auf den Menschen zu nehmen. Es kommt aber darauf an: Wenn ein Mensch eine feste geistige Einstellung hat, das heisst, wenn er wahrhaftig gottgefällig lebt und er die Gesetze Gottes kennt, wenn er Güte der Lieblosigkeit und Treue der Treulosigkeit vorzieht, wenn er Wohlwollen dem Neid vorzieht, dann haben jene düsteren Wesen aus dem Reiche Luzifer schwereren Zugang zu diesem Menschen. Sie werden mit der Zeit einen solchen Menschen eher meiden, denn sie erkennen, dass sie nicht viel ausrichten können. Sie versuchen aber trotzdem immer wieder, an den Menschen heranzukommen.
Wenn sich ein Mensch um ein heiliges Leben bemüht, vermag die düstere Geisteswelt nicht einzudringen. Denn jene andern Wesen, die ihn begleiten – seien es gute Freunde, die ihm wohlwollend gesinnt sind, Anverwandte oder der Schutzgeist selbst –, werden dann um diesen Menschen einen geistigen Schutzring bilden und so diese niedere Welt abwehren. Sie sind es auch, die mit dieser niederen Geisteswelt persönlich den Kampf aufnehmen, so wie es euch auch schon erklärt worden ist.
Die gute Geisteswelt steht sehr oft im Kampfe mit diesen Niederen, um bei einem Menschen Einfluss zu bekommen. So kämpfen auch diese Geister untereinander. Die guten Geister stehen also für den Menschen ein. Nun kommt es immer auf die Gesinnung eines Menschen an: Ist sie wahrhaftig in jeder Beziehung lauter, dann hat es die gute Geisteswelt leicht, jene Niederen abzuhalten. So kann sich jeder Mensch selbst eine Vorstellung machen, unter welchen Einflüssen er selbst lebt oder unter welchen Einflüssen der Nächste lebt, je nach seinem Wirken und seinem Reden.
Ihr wisst, liebe Geschwister, dass man sich um die hohen Ziele des Lebens bemühen muss. Und wenn man diese geistige Lehre kennt, wenn man immer wieder unterrichtet wird über diese göttlichen Gesetzmässigkeiten, sollte man sein Leben sehr ernst nehmen – man sollte vor seinen Augen den Übertritt in die geistige Welt festhalten und mit seinen irdischen Augen Vorschau halten, Einblick in die zukünftige Welt nehmen können.
Es ist nämlich so, wie ich es euch erklärt habe: Ein hoher Geist oder ein hohes Geisterpaar hat die Übersicht über eine solche Familie. Nun sind es in erster Linie die Schutzgeister, die Beschwerde führen, wenn der Mensch nicht so lebt, wie man es von ihm erwartet. Wenn die Schutzgeister traurig werden – wenn sie sehen, dass es keinen Fortschritt gibt –, dann dürfen sie zu diesen erhabenen Geistgeschwistern gehen und gegen ihren Schützling Klage führen. Diese hohen Geschwister geben ihnen Zuspruch, sie müssten ihre Aufgabe erfüllen. Diese hohen Geister treffen dann, je nach dem Leben des Menschen, ihre Entscheidung. Die Entscheidung kann Strafe bedeuten, das heisst, ein Schutzgeist führt nun seinen Schützling in ein Karma hinein. Er überbindet ihm eine Strafe, indem er beispielsweise eine Krankheit über ihn kommen lässt. Der Schutzgeist kann also die Strafe aussprechen, die das hohe Geschwisterpaar ihm empfohlen hat.
Diese Strafe wird nicht etwa zur Freude ausgeführt, sondern sie soll heilsam werden. Sie soll die Seele wachrufen, dass sie umkehre und sich wandle. Nun kann es sein, dass der Schutzgeist beim hohen Geisterpaar weitere Anweisungen holt. Anderseits kann es sein, dass diese Schutzgeister zu ihrem hohen Führer hingehen und über den Fortschritt ihres Schützlings ihre Freude zum Ausdruck bringen.
Diese Schutzgeister haben auch Gelegenheit, sich miteinander zu treffen. Es ist nicht so zu verstehen, dass ein Schutzgeist seinen Schützling nie verlassen dürfte. Verlässt er seinen Schützling, wird er dafür besorgt sein, dass ein anderer Geist den Schutz übernimmt. Denn diese Schutzgeister führen ja gleich noch jene aufsteigenden Geschwister mit sich, die in die Aufgabe eines Schutzgeistes eingeführt werden.
In der Zeit, wo sich diese Engel in der Himmelswelt treffen, äussern sie sich über die Entwicklung ihrer Schützlinge – teils zum Leid, teils zur grossen Freude. Sie halten also gegenseitige Aussprache.
Wenn es glücklicherweise so ist, dass Geister mit grosser Freude zu ihren erhabenen Geschwistern hintreten und ihnen von den Errungenschaften, vom Aufstieg ihrer Schützlinge berichten, dann interessieren sich auch andere Engel dafür. Bald geht die Kunde von Engel zu Engel, dass sich da oder dort ein Mensch oder mehrere Menschen befinden, mit denen man sehr zufrieden ist. So wollen alle recht bald diesen Menschen sehen. Man stattet Besuche ab, bewundert ihn und macht dem führenden Schutzgeist Komplimente über seinen Schützling, den er zu führen hat. Man gibt so seiner redlichen Freude Ausdruck.
Wenn nun diese Kunde der Freude von Engel zu Engel durchgedrungen ist, so stimmt man darin überein, dass ein Gottesgeist mit höherem Rang den Schutz dieses Menschen übernehmen soll. Wird dann diesem Ansinnen Folge geleistet, kann ein höherer Geist – aus dem Rang jener Erzengel – den Schutz des Menschen zusätzlich übernehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der übliche Schutzgeist abtritt. In den meisten Fällen bleibt aber die Freundschaft zwischen Schutzgeist und Schützling bestehen. Es gibt nur noch eine höhere Freundschaft: Dieser hohe Geist des Himmels ist dann für den Fortschritt des Schützlings, für seine Vorwärtsentwicklung noch mehr besorgt. Dieser hohe Geist hat grössere Möglichkeiten, noch besseren Einfluss zu nehmen. Er wird mit den geistigen Lehrern ins Gespräch kommen, mit den Freunden, mit den Verwandten, mit allen, die Interesse an diesem Menschen haben. Dieser hohe Geist gibt dann den andern Geistern Ratschläge. Glücklich fühlen sich diese Geister, die einen solchen Menschen begleiten – dass sie nun plötzlich eine solch hohe Freundschaft haben dürfen.
Auch jene uneingereihten Geister, die Interesse am Menschen haben, kommen in den Genuss dieser Freundschaft: Denn diesem hohen Geiste vermögen sie keinen Widerspruch zu leisten. Auf seine Empfehlung hin treten sie in die Ordnung Gottes ein. So werden sie nicht nur dem Menschen dankbar, der es ihnen ermöglicht hat, eine solche Freundschaft zu erhalten – dankbar sind sie auch dem hohen Engel und der ganzen heiligen Geisterschar. Sie sehen nun die wirkliche Tätigkeit, die beim Aufstieg der Menschen ausgeübt wird. Sie sehen, welches Interesse die Geister am Menschen haben. So ist die Freude des Himmels gross, wenn bekannt wird, dass aus einer höheren Region ein Engel mit einem Menschen Freundschaft schliesst.
Machen wir nun einen grossen Schritt: Betrachten wir einen solchen verdienstvollen Menschen bei seinem Eintritt in die Jenseitswelt. Sie alle sind da bei seinem Erwachen in der Jenseitswelt: jene, die früher in Unordnung gelebt und sich später der Ordnung angeschlossen hatten, alle diese aufsteigenden Geister, die am Menschen wie an den Engeln zu lernen hatten. Aber auch die Schutzgeister und die geistigen Führer und Lehrer sind da und begrüssen den Heimkehrenden.
Manche Heimkehrende, besonders jene, die in ihrem täglichen Leben diese bewusste Verbindung zur Geisterwelt Gottes nicht hatten, glauben zuerst, alles wäre nur ein Traum. Hingegen ist diese neue Welt für jene verstorbenen Menschen keine Fremdheit, die mit dem Bewusstsein an diese geistige Existenz durchs Leben gegangen sind. Sie wird ihnen so vertraut sein, als wäre sie immer vor ihren Augen gewesen. Denn durch diese Belehrungen und durch ihren Glauben an diese unsichtbare Welt haben sie sich die Möglichkeit geschaffen, in einem vertrauten Verhältnis zur Geisteswelt zu erwachen und zu leben. Ihnen ist, als wären alle, die sie nun plötzlich begrüssen, gute Bekannte. Denn der Geist des Menschen hatte ja die Freundschaft mit diesen Unsichtbaren erlebt. In der Zeit, wo der Körper ruhte, hatte der Geist des Menschen die Möglichkeit, mit diesen Wesen zu sprechen. Nun kann dieses ganze Erleben wieder lebendig werden – sie alle sind sich nicht fremd. Diese Geister, seien es die einen als Lehrer oder die andern als Freunde und sonstige Begleiter, hatten sich mit Namen vorgestellt. Nun plötzlich sind auch ihre Namen vertraut. So herrscht grosse Freude.
Diese Freude und dieses lebendige Erlebnis kann aber nur zustande kommen, wenn diese Bindung schon zur Zeit des menschlichen Lebens vorhanden war, sodass die Seele von diesem Erleben erfasst wurde. Das Bekenntnis, das man im menschlichen Leben gegeben hatte, ist dann zum grossen Vorteil geworden, und die Belohnung bleibt nicht aus. Denn die Geister, die den Heimkehrenden umjubeln, tragen ihn auf ihren Schultern in das Haus, in dem er wohnen soll. Es tragen ihn jene Geister, die die Möglichkeit besitzen, in der geistigen Welt einherzugehen, wie es ihnen beliebt.
Wenn ein solcher Mensch in die Gotteswelt hinübertritt und von den Heiligen des Himmels empfangen wird, dann werden auch gleich Feste gefeiert. Man hat ihm von dieser himmlischen Welt viel zu erzählen – man kann ihm das erzählen, was ihm im menschlichen Leben nicht gesagt werden konnte, weil ihm die Begriffe dafür fehlten. Und jetzt, wo er in die Himmelswelt eingetreten ist, ist auch die Kunde weitergegangen, dass ein Gottgefälliger heimgekommen ist und man kommen möge, um ihn zu begrüssen. Dann gehen diese Geister zu ihren Geschwistern und geben Nachricht von der Heimkehr dieses verdienstvollen Menschen. Sie kommen aus den verschiedenen Chören des Himmels: Es sind also nicht nur die Engel und die Erzengel da, es sind Cherubinen, es sind Seraphinen – sie alle wollen den Heimkehrenden begrüssen.
Es sind die Cherubinen und Seraphinen, die im Himmel jubeln. Nicht nur die Erzengel tragen die Nachrichten von einem Himmel zum andern, sondern Cherubinen und Seraphinen schreiten singend und jubelnd von Himmel zu Himmel und rufen ihre Geschwister auf, dass es Zeit sei, ein Fest zu feiern, denn ein Seliger sei heimgekehrt. Jene Geister tun hierbei nichts anderes, als solche frohe Botschaften vom einen Himmel zum andern zu tragen. Und die etwas ernsthafter veranlagten hohen Geistgeschwister werden aufgerufen, sich zu freuen, mitzujubeln und zum Fest zu kommen. So feiert man die Feste, und so wird die Kunde verbreitet.
Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrer Josef vom 16.10.1965 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Retter aus grosser Not – Spezialisten im Einsatz
Josef, 23. Mai 1970
Retter aus grosser Not – Spezialisten im Einsatz
Geistlehrer Josef berichtet in diesem Vortrag von einem Menschen, der von seinem Schutzgeist zweimal aus grosser Gefahr gerettet wurde. Aus diesen beiden eindrücklichen Erlebnissen schöpfte dieser Mann vor allem in seinen letzten Lebensjahren die Kraft zum Glauben an Gott und seine heilige Geisterwelt. Nach seiner Heimkehr in die jenseitige Welt erfährt er, wer ihm einst aus seiner Not geholfen hatte: Es war ein Geist mit ganz besonderen Fähigkeiten.
Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, die äusseren Festlichkeiten des Pfingstfestes sind vorüber. Nicht vorüber aber ist der Einfluss der Geisterwelt Gottes auf den Menschen. Die heilige Geisterwelt ist weder an eine Jahreszeit noch an irgendwelche kirchliche Festtage gebunden. Sie ist seit dem Pfingstfest von damals [nach der Heimkehr Christi zum Vater] auf dem Weg zum Menschen, um ihn zu begleiten, ihn zu beschützen, ihn zu führen. So versucht diese heilige Geisterwelt das Ihrige zu tun.
Heute, wo eine grosse Umwandlung oder ein geistiger Kampf [um den Aufstieg und den wahren Glauben] stattfindet, ist es für die Geisteswelt eben auch eine Notwendigkeit, recht rege zu sein. Denn im Zusammenhang mit der sogenannten Krise, die in der irdischen Welt in der christlichen Verkündigung eingetreten ist, besteht auch in der geistigen Welt ein Kampf; es ist ein Kampf, der ausgefochten werden muss mit der niederen Geisteswelt, die sich um den Menschen bemüht. Die gute Geisteswelt ist tätig für den höheren Aufstieg des Menschen; sie will kämpfen, damit die Christenheit im Besonderen zum wahren Glauben gelangt und so in ihrem Aufstieg gefördert wird. Darüber habe ich euch schon einiges erklärt.
Es geht mir in dieser Stunde darum, euch wiederum nahezulegen, wie die heilige Geisterwelt tätig ist, wie sie versucht, an den Menschen heranzukommen, und warum es ihr da und dort nicht möglich ist, sich bemerkbar zu machen – dass es eben darum geht, wie euch immer wieder nahegelegt wird: Es ist der Mensch selbst, der die Hände nach ihr ausbreiten und die geistigen Hände, die gereicht werden, festhalten muss, damit die Freundschaft, die dargeboten wird, bewahrt bleibt. Man muss sich würdig erweisen, um von der heiligen Geisterwelt Gottes geführt zu werden. Wenn diese Würde nicht geboten werden kann, wird die gute Geisteswelt beim Menschen verständlicherweise nur in einem gewissen Abstand wirksam werden. Wie schön ist es aber für sie, wenn sie ganz nahe an den Menschen herankommen kann, wenn sie mit ihm leben und wirken kann, so wie es Gott befiehlt. Dass dieses aber nicht immer möglich ist, wisst ihr selbst; und so soll es euch verständlich sein, dass die gute Geisteswelt eben in einem gewissen Abstand steht beim Menschen, aber immer wieder versucht, auf ihre Art und Weise zu wirken und Einfluss zu nehmen.
So will ich euch heute einen Erlebnisbericht geben. Ich will von einem Menschen erzählen, von einem heranwachsenden, jungen Menschen, der einmal in besondere Gefahr kam, als er mit Kollegen – wie ihr es nennt – eine Bergtour machte. Als sie dann in einer Hütte waren und man sich gemeinsam unterhielt, verliess dieser junge Mann die andern, weil er noch eine Wanderung unternehmen wollte. So tat er es und verlief sich. Da kam ein Unwetter, und es wurde dunkel; Sturm und Wind peitschte. Und dieser junge Mann fand den Weg aus eigener Kraft nicht mehr zurück. So fing er an zu beten. Er erinnerte sich an den Unterricht, den er als Knabe erhalten und in dem man ihm auch von Engeln und von Schutzgeistern erzählt hatte. In seiner Not flehte und bat nun dieser junge Mann: Wenn es wirklich Schutzgeister gebe, möchten sie es ihm beweisen und ihm doch beistehen, sie möchten ihn zurückführen in seine Hütte – denn er hatte die Orientierung verloren. So flehte er ganz inständig: “Wenn ich einen Schutzgeist habe, dann bitte ich dich: Führe mich zurück in meine Hütte, und lass es mich fühlen, dass es wirklich so ist, dass ich einen Schutzgeist habe.”
Zuerst musste er nun vor diesem Unwetter etwas Obdach finden. Und so wurde er eigentlich geschoben; er stand auf und wurde unsichtbar zu einem Felsvorsprung geschoben. Dort hatte er etwas Schutz für eine Zeit. Dort flehte und bat er weiter, dieser Schutzgeist – wenn er denn einen hätte – möge ihn zurückführen zu seiner Hütte. Und so wurde er wiederum geschoben und geführt. Es schien, als wäre nun das Schlimmste vorüber, und er liess sich einfach führen. Er sagte sich: “Gut, ich lass mich jetzt von meinem Schutzgeist führen; und wenn er mich in meine Hütte zurückbringt, so will ich immer an ihn glauben.” Er hatte nun tatsächlich das Gefühl, nicht allein zu sein; es war etwas Unsichtbares um ihn, er fühlte es. Er wurde immer leicht geschoben oder an der Hand gezogen. Er fühlte es, und so liess er sich eben von dem unsichtbaren Schutzgeist, der zu seiner Seite war, tatsächlich in seine Hütte führen. Natürlich war er überglücklich, dass er die Hütte wieder gefunden hatte. Er getraute sich aber nicht, seinen Kameraden etwas von seinem inneren oder geistigen Erlebnis zu sagen. Aber er hatte nun tatsächlich eine Bestätigung dafür gefunden, dass es Schutzgeister gibt. Und er hat auch im Stillen gedankt für diese Hilfe, die er erhalten hatte.
Als er in der grössten Not war, hatte er versprochen, immer an den Schutzgeist zu glauben, immer auf ihn zu hoffen und auf ihn zu vertrauen. Als er dann aber wieder glücklich in der Hütte und mit seinen Kameraden zusammen war, hatte er diesen Schutzgeist, der ihm beigestanden, recht bald vergessen. Nicht vergessen hatte er aber die Angst, die ihn wahrlich beeindruckte.
Nun, sein Leben ging weiter. Er dachte nicht darüber nach, dass das Leben nach dem irdischen Tode weitergehen könnte, dass es eine geistige Welt gebe und es auch wahrhaftig so ist, dass eine gute Geisterwelt den Menschen in der Not führen und ihm zur Seite stehen kann. Das Leben hatte ihn wieder voll und ganz in Besitz genommen und ihn beansprucht. So ging das einige Jahre. Und dann geschah es wieder, dass er in Not geriet.
Er wohnte nämlich in der Nähe eines Sees. Seine Familie besass ein kleines Schiff oder ein Boot, und wenn es ihm die Zeit erlaubte, ging er manchmal hinaus auf den See. Als er wieder einmal auf dem See war, kam ganz plötzlich wieder ein solches Unwetter. Die Wellen schlugen hoch an seinem Boot, und er schaukelte hin und her. Es wurde ganz dunkel, und der Blitz schlug ein, und er hatte wieder die Angst um sein Leben wie einst.
Er hatte zu Hause nicht gesagt, dass er hinausrudern würde. Daher würde man ihn vielleicht gar nicht vermissen, so dachte er. Er schrie um Hilfe, aber es war niemand in der Nähe. Und nun erinnerte er sich wieder an jenes Erlebnis aus seiner früheren Jugendzeit; er erinnerte sich, dass er dazumal seinen Schutzgeist zu sich gerufen und ihn gebeten hatte, er möge ihm beistehen, wenn es ihn wahrhaftig gebe. Er erinnerte sich auch, dass er versprochen hatte, immer an ihn zu glauben. Und es kam ihm in den Sinn, dass er ihn ja vergessen hatte, ganz vergessen. Jetzt war er wieder in grösster Not, und so wollte er ihn wieder anflehen. Er tat es auch, er bat darum: “Wenn ich einen Schutzgeist habe, bitte ich dich, stehe mir bei. Lass mir Hilfe bringen auf irgendeine Art und Weise.” Er hatte grosse Angst, und er hatte Ursache dazu, denn er kenterte fast.
Und da hatte er wieder ein solches Gefühl wie dazumal, dass er glaubte, berührt oder geführt zu werden. Er hatte das Gefühl, als würde sein ganzes Boot mit ihm gehoben. Und er glaubte auch, die Worte zu hören: “Hab keine Angst, ich trage dich, ich habe dich gehoben samt deinem Boot. Du brauchst nicht Angst zu haben, du wirst recht bald Hilfe erhalten.” Aber die Zeit erschien ihm unendlich lang, und er klammerte sich fest an seinem Boot. Und dann plötzlich sah er doch, dass ein grosses Schiff in seine Nähe kam und ihm wahrhaftig Hilfe brachte. Dann vernahm er wiederum die Worte: “Hörst du, siehst du, du hast Hilfe bekommen, wie ich dir versprochen habe.” Und er sagte: “Jetzt will ich dich aber nie mehr vergessen. Ich will daran glauben, dass es einen Schutzgeist gibt für den Menschen.” Er wurde gerettet. Denn als er das Boot bestiegen hatte, hatten es Nachbarn von ihm gesehen, und als sie das Unwetter kommen sahen, gaben sie gleich Alarm. So konnte ihm die Hilfe zuteilwerden.
Jetzt hatte er das Versprechen zum zweiten Mal gemacht: Er würde nie mehr vergessen, dass es unsichtbare Helfer gebe, die dem Menschen wahrlich in der Not beistehen würden. Nun, von dieser Zeit an hat er sein Versprechen gehalten. Er sprach aber zu niemandem von seinem inneren Erleben, von seinem Zwiegespräch, das er gehabt hatte. Er aber wandte sich fortan jeden Tag, wenn es ihm möglich war, an diesen Schutzgeist und sagte ihm: “Steh mir heute bei, und bewahre mich vor Ungemach.” So knüpfte er ein gutes Verhältnis an zu seinem Schutzgeist; es war für ihn ein unsichtbarer Helfer.
Der unsichtbare Helfer blieb bei ihm zeit seines Lebens, aber es war nicht immer derselbe Geist. Der schützende Geist, der ihn vor den beiden Unglücken bewahrt hatte, war einer aus seiner Verwandtschaft, es war sein Urgrossvater. Dazu eine Nebenbemerkung: In der geistigen Welt kümmern sich, wenn es irgendwie möglich ist, die Angehörigen um ihre Eigenen. Und so geschah es auch in diesem Falle.
Nun möchten wir einen grossen Schritt machen, in jene Zeit hinein, wo dieser Mann alt geworden. Da überkam ihn eine Frömmigkeit, die er in der Mitte seines Lebens oder auch danach nicht gekannt hatte. Ganz plötzlich nun, am Ende seines Lebens, kam er in eine grosse Gläubigkeit und Frömmigkeit hinein. Denn er überlegte, dass es bald Zeit sein werde für ihn, dass er sterben müsse; und er kam doch jetzt zur Erkenntnis, dass das Leben nicht zu Ende sein könne – und so, wie es doch im christlichen Glauben verkündet werde, glaubte er nun an das ewige Leben. Und die beiden geistigen Erlebnisse mit seinem Schutzgeist gaben ihm die Kraft zum Glauben und zur Überzeugung dazu. Er sprach zu niemandem von diesen Erlebnissen, er getraute sich nicht. Doch die Umgebung staunte selber über seine so plötzliche Frömmigkeit. Aber man war darüber beruhigt und hatte den Eindruck: Wenn es eben zu Ende geht mit dem Leben, dann besinnt man sich, und man möchte doch vieles bereinigen und vielleicht den Platz für die Zukunft sichern, den Platz, der nach dem irdischen Tode auf einen wartet, den man einnehmen werde.
So war dieser Mann in der letzten Zeit seines Lebens ein wirklich guter, liebevoller Mensch. Er war auch hilfsbereit und tat, was er noch Gutes tun konnte, und machte sich bei den Mitmenschen sehr beliebt. So verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens. Er betete jeden Tag und hatte immer ein stilles Gespräch mit seinem Schutzgeist. Er sprach mit ihm über sein Ableben. Er bat ihn, er möge dann da sein, wenn er im Geiste erwache; er möge sich ihm vorstellen, er möchte doch zu gerne wissen, wie er aussehe und wer es denn gewesen sei, der ihn aus diesen beiden Unglücken befreit habe. So führte er allerlei Gespräche. Er hatte sich so verinnerlicht, er konnte nach innen hören, denn er hatte seine Ohren nach innen gerichtet, seine Augen waren so geläutert worden – und deshalb die Freundlichkeit und Lieblichkeit dieses alten Mannes. Er hatte sich im Stillen nach innen gewandt, und so war er auch nach aussen ein glücklicher Mensch geworden.
Nun machen wir den Schritt in die jenseitige Welt hinüber. Da standen sie nun vor ihm, diese Schutzgeister – ich sagte, es war nicht nur einer und nicht nur immer derselbe gewesen, der ihn durchs Leben geführt. So kamen sie und stellten sich vor. Und auch jener Schutzgeist stellte sich ihm vor, der ihn dazumal, als er sich in den Bergen verirrt hatte, gerettet und zu ihm gesprochen hatte und der ihn auch samt seinem Schiff gehoben und getragen hatte, als er auf dem stürmischen See war. Und dieser Geist stellte sich ihm vor als sein leiblicher oder einstiger Urgrossvater. Der Heimgekehrte war erstaunt darüber, denn er musste ja noch über vieles unterrichtet werden. Und dieser Verwandte, der damals den Schutz übernommen hatte, sagte es ihm: “Weisst du, das Band der Zusammengehörigkeit in der Familie hat mich auch an dich gebunden. Und dass es mir möglich geworden ist, dich jeweils aus diesen Gefahren herauszubringen, hat noch seinen besonderen Grund: Denn ich bin ein Geist, der mit Sturm und Wetter wandert, und meine Aufgabe ist es, mich den Menschen zu nähern, die in Not sind. Es ist auch meine Aufgabe, sie in die geistige Welt zu führen. Es ist mir gestattet, mit meiner mir zur Verfügung stehenden Kraft dem Menschen beizustehen, und wenn er ruft – nach mir oder nach einem Geiste, der da ist zum Retten und Helfen –, will ich alles tun, um ihn zu retten. Wenn aber Menschen in Not geraten, die sich im täglichen Leben eigentlich von uns abgewandt haben, dann lassen wir eben dem Schicksal seinen Lauf. Da es mir daran gelegen war, dich zu retten, war ich ja im Vorteil, denn ich hatte die besondere Kraft dafür. Denn meine Aufgabe ist es, da zu sein, wo Sturm herrscht, wo Donner und Blitz auf die Menschen einwirken; da bin ich mitten unter ihnen. Und so war es mir möglich, dir meinen Beistand zu geben.”
Der Heimgekehrte konnte dies noch nicht so richtig verstehen. Er musste zuerst darüber unterrichtet werden, dass so viele Geistwesen in eine Arbeit eingereiht werden, dass sie in eine Ordnung hineingeführt werden müssen und sie je nach ihren Fähigkeiten ihre Aufgabe im Heils- und Ordnungsplane Gottes aufnehmen. Darüber sollte er noch belehrt werden.
Nun aber sagte ich ja, dass dieser einstige Urgrossvater nicht der einzige schützende Geist bei seinem Verwandten gewesen war. Er war abgelöst worden, denn seine Aufgabe war es ja, in der genannten Art und Weise mitzuwirken. Andere Geister Gottes waren gekommen und hatten diesen Verwandten unter ihre Obhut genommen. Es waren Geister der Frömmigkeit, der Gerechtigkeit und der Liebe, die sich ihm genähert hatten. Und dieses war eben möglich, weil dieser Mensch seine Hände ausgebreitet hatte nach der Geisterwelt Gottes. Und so konnte diese Geisterwelt Gottes eben wirksam werden bei ihm und ihm in seinem Leben zum Segen werden, indem sie sein Denken und Wollen so beeinflussen und über ihn Macht bekommen konnte.
Es wurde ihm nach seiner Heimkehr auch erklärt, wie die Geisterwelt Gottes ihre Tätigkeit ausübt. Diese Welt schien ihm ja nicht fremd zu sein, denn er kam ja ins Gespräch mit seinem Schutzgeist oder mit seinen Schutzgeistern, die ihn am Ende seines Lebens begleitet hatten. Es waren dieselben Schutzgeister, die mit ihm ins Gespräch gekommen waren, wenn er sich nachts von seinem Körper lösen konnte; nur hatten jene Gespräche jeweils nicht so in sein Bewusstsein dringen können. Aber was er damals als ganzer Mensch zu tun vermochte, das blieb doch in ihm, in seiner Erinnerung. Er hatte als Mensch ganz im Stillen Gespräche aufgenommen mit den Geistern und hatte niemandem etwas davon gesagt, weil er Angst hatte, man könnte ihn nicht mehr als normalen, gesund denkenden Menschen betrachten. So hatte er geschwiegen und sich seinem Innenleben gewidmet. Und seine Umwelt sagte damals nur, er wäre eben etwas verträumt geworden im Alter.
In der geistigen Welt erlebte er nun viel Wunderbares. Er sah nun tatsächlich diese helfenden Geistgeschwister und diese Welt, von der er ja als Mensch keine Ahnung gehabt hatte – er hatte ja keine richtige Vorstellung von jener geistigen Welt, obwohl er mit seinen Schutzgeistern Gespräche geführt. Aber man wollte ihm nun auch erklären, wie schwer es die Geisterwelt Gottes hat, sich beim Menschen kundzutun; und dass es eben so sei, dass diese unsichtbaren, geistigen Helfer einen grossen Kampf auszufechten hätten gegen die niederen Geister, die sich genauso um den Menschen bemühen würden wie die guten. Sehr oft sei es so, dass man vor lauter Kampf um den Menschen eigentlich gar nicht an ihn herankomme. Die gute Geisteswelt habe es sehr schwer, diese niederen Wesen wegzustossen; sie müsse wirklich mit ihnen kämpfen, und das im wahren Sinn des Wortes.
Zuerst kommt man in ein Wortgefecht miteinander. Der niedere Geist will sich behaupten, beruft sich auf das ihm zugestandene Recht, den Menschen zu beeinflussen und zu [ver]führen. Und der gute Geist will ihm den Weg versperren. Auch er beruft sich auf sein Recht beim Menschen: Wer edlen Sinnes sei, dürfe von der guten Geisterwelt beeinflusst werden, damit er sich in diesem guten Sinn entfalte. Und so spielt sich zuerst ein Kampf mit Worten ab. Dann versucht man vonseiten der niederen Geisteswelt mit allerlei Schlauheit an den Menschen heranzukommen und ihn zu gewinnen. Und wie aufmerksam und vorsichtig muss da die gute Geisterwelt sein. Sie ihrerseits ruft andere Geistgeschwister herbei, dass sie helfen mögen. Und dann steht diese Geisterwelt Gottes da, denn sie weiss: Entscheidend ist allein der Mensch. Hat er den Willen nach dem Guten, greift er nach der Wahrheit, erfüllt er die Gebote Gottes, dann hat die gute Geisterwelt ein leichtes Spiel, ihn zu gewinnen, ihn zu umfangen und ganz zu beeinflussen. Entscheidet sich der Mensch aber für jene weltlichen Dinge, die ihn so leicht in Versuchung bringen, oder für Dinge, welche die Geisterwelt Gottes nicht befürwortet, dann hat der Niedere das Recht, in seine Nähe zu treten und ihn zu beeinflussen.
Doch so, wie die niedere Geisteswelt mit aller Schlauheit versucht, den Menschen für sich zu gewinnen, versucht die gute Geisteswelt ihrerseits hervorzudringen und das Ihrige zu tun und zu leisten, um den Menschen für ihre Seite zu gewinnen. Sie kann aber nicht dieselben Mittel anwenden wie die niedere Geisteswelt. Sie kommt mit anderem, mit Prüfungen. Sie versucht den Menschen zu prüfen, und manchmal bringt sie ihm Leid, um ihn zur Besinnung zu bringen, um ihn wieder zu gewinnen, ihn aus den Fängen der niederen Geisterwelt zu entreissen. So haben beide Seiten auf ihre Weise die Möglichkeit, den Menschen zu beeinflussen. Und das, was die gute Geisterwelt bringt, was für die Seele heilsam ist, bedeutet manchmal für den Leib Schmerz und für den ganzen Menschen Leid – und das versteht er nicht immer. So spielen sich Kämpfe ab in der für euch unsichtbaren Welt um euch.
Und dabei ist es so: Die Entscheidung ist und bleibt beim Menschen; aus ihm kommt die wahre Gesinnung. Denn ist er einmal von seinem irdischen Leibe befreit und in der geistigen Welt, so darf er nicht sagen: “Es war mir unmöglich, selbstständig zu entscheiden; ich wurde ja beeinflusst und gezwungen.” Daher muss man es dem Menschen nahelegen können: “Der Entscheid liegt bei dir. Die niedere Geisteswelt kann dich nur dann voll und ganz beanspruchen, wenn du mit ihr verbündet bist oder wenn noch eine Schuld aus alter Zeit zu begleichen ist. Aber in deinem gegenwärtigen Leben hast du die Möglichkeit, die Entscheidung zum Guten selbst zu treffen; und du kannst das Gute zu dir hinziehen und dich mit dem Guten verbünden.”
Auf diese Art und Weise hatte dieser neu Eingetretene die geistige Welt erlebt und von den Kämpfen erfahren, die sich beim Menschen abspielen. Ihm musste dann nahegelegt werden: “Das ist eine Aufgabe, die Geister Gottes erfüllen. So viele Geistgeschwister betätigen sich auf diese Weise. Hohe Geister Gottes, aufsteigende Geister, sie alle haben in der jenseitigen Welt ihre Tätigkeit, die sie ausüben, die ihnen zugeführt, zugedacht ist. Das Leben in der Geisteswelt ist recht rege, es muss gearbeitet werden.”
Und so durfte der Heimgekehrte eine bessere Welt, eine Welt der Seligkeit erleben, die er sich durch die letzten Jahre seines Lebens verdient hatte. Er hatte dies seinen Schutzgeistern zu verdanken, und diese sagten ihm: “Es ist deinem guten Willen zuzuschreiben, deinem festen Glauben, deinen Versprechen und den Erlebnissen, die du hattest. Du konntest es ahnen, dass es eine Geisterwelt Gottes gibt. Du hattest nach ihr gefragt, und sie ist in deine Nähe getreten, sie ist bei dir geblieben. Sie hat dich zweimal ganz besonders stark gerüttelt, damit du erwachst, damit du aufmerksam wirst und an die unsichtbare helfende Geisterwelt Gottes glaubst.”
So, liebe Geschwister, wirkt die Geisterwelt Gottes. Aber sehr oft hört und fühlt der Mensch es nicht, dass sie in seiner Nähe ist. Es braucht doch beim einen oder andern mehr Feingefühl, um die ‘Tastversuche’ der Geister Gottes wahrzunehmen, um die Gespräche, die sie anzubahnen versuchen, zu hören. Denn das alles wird sehr oft übertönt vom lauten Lärm der niederen Geisteswelt, von den Worten, die sie ausspricht und mit welchen sie die zarten Stimmen übertönt und das feine Gefühl nicht zum Ausdruck bringen lässt. Die gute Geisterwelt Gottes kann nicht in dieser lauten Sprache sprechen, und sie kann nicht so auf den Menschen eindringen; denn die Geister des Himmels sind zu feinfühlig. Das will aber nicht heissen, dass die Geisterwelt Gottes nicht etwa ein Schicksal auslösen könnte beim Menschen, was oft ein hartes Eingreifen bedeutet, das aber anderer Art ist.
Willst du von einem Geist Gottes geführt werden, dann musst du versuchen, dein ganzes Wesen zu verfeinern, um ansprechbar zu werden für dieses feine Antasten, für diese stillen Worte, dieses leise Sprechen. Denn dein Ohr ist mehr auf den Lärm der Welt ausgerichtet als auf die leisen Worte der göttlichen Welt, und dein Auge ist mehr auf den Glanz der Erde ausgerichtet als auf den Glanz, der sich in der Seele entfalten möchte und aus der Seele strahlen will. Den Glanz der eigenen Seele kann man ja nicht kennen und nicht sehen.
So, liebe Geschwister, habe ich euch Hinweise gegeben. Ich habe euch aufmerksam gemacht auf die Tätigkeit der Geisterwelt Gottes. Und so möget ihr euch ihr zuwenden. Möget ihr euch im Geiste erheben zu diesen Höhen und eure Gefühle verfeinern und edel werden in eurem Sinnen.
So möge der Segen Gottes euch alle erfüllen und beglücken. Möget ihr gesunden an Leib und Seele, so ihr krank seid. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 23.5.1970 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Heft 3/2016
21 Seiten, 21 × 29,7 cm