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Themen
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 6/2026 zum Thema Wer sucht, der findet
Aktuelle Ausgabe
Geistige Welt 6/2026
Wer sucht, der findet
Beschreibung

Viele Menschen sehnen sich nach einem lebendigen, tragfähigen Glauben. Doch wo und wie können sie ihn finden? Eine Hilfe ist der in ihrer Seele liegende Drang nach dem Schönen, nach Glück und Frieden. Viele ahnen denn auch um verlorene Werte und fühlen sich von innen heraus gedrängt, danach zu suchen. Die Vorträge in diesem Heft zeigen auf: Wer diesem inneren Drängen folgt, sich bemüht, die Gesetze Gottes zu befolgen, und darum bittet, von himmlischen Wesen geführt zu werden, der wird den wahren Weg finden und Antwort auf seine Lebensfragen erhalten.
Eine Hilfe auf diesem Weg sind die Gleichnisse Christi, in denen er immer wieder auf die ewigen Wahrheiten hingewiesen hat – auf den Sinn und Zweck des menschlichen Daseins, auf den Grund und die Bedeutung der Erlösung, auf den göttlichen Heils- und Erlösungsplan. Seine Gleichnisse hat Christus als kostbares Vermächtnis in die Seele eines jeden Menschen gelegt hat. Wer ihre Wahrheiten erkunden will, muss versuchen, mit den geistigen Ohren zu hören und mit den geistigen Augen zu schauen. “Wer Ohren hat, der höre, und wer Augen hat, der sehe.”

Themenheft 6/2026: Wer sucht, der findet

Inhalt
Suche nach verlorenen Wahrheiten

Josef, 16. Oktober 1954

Suche nach verlorenen Wahrheiten

So viele Menschen sehnen sich nach einem lebendigen, tragfähigen Glauben. Doch wo und wie können sie ihn finden? Eine Hilfe ist der in ihrer Seele liegende Drang nach dem Schönen, nach Glück und Frieden. In vielen Menschen liegt ein Ahnen um verlorene Werte, und sie werden von innen heraus gedrängt, danach zu suchen. Durch den Wunsch nach Harmonie und durch das Bemühen, die Gesetze Gottes zu befolgen, kann sich das Versprechen Christi erfüllen: “Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!” (Mat. 7, 7).

Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Freunde, zum besseren Verständnis für jene, die das erste Mal hier sind, habe ich dieses besondere Thema gewählt: Von innen heraus wird der Mensch gedrängt, Gott zu suchen; von innen heraus wird er gedrängt, nach Glück und Wohlergehen zu suchen. Die Menschen gehen verschiedene Wege, um dieses Glück zu erreichen. Es gibt aber nur einen Weg, auf dem das wahre Glück zu finden ist – auf dem Wege zu Gott.

Nun, meine Lieben, fromme Eltern pflegen ihren Kindern den Gottesglauben schon frühzeitig in ihr Herz zu tragen. Die Kinder mit ihrem so feinen Empfinden hören so gerne von den Engeln Gottes sprechen. Ihr Gefühl trügt sie nicht, denn die Engel Gottes, die Diener Gottes, sie sind ausgesandt zu den Menschenkindern, um ihnen in grosser Liebe zu helfen, ihnen den Weg zu zeigen. Die Kinder werden dann aber mit dem Heranwachsen von der Schwere des Lebens umschlungen. Während die einen den von ihren Eltern empfangenen Gottesglauben in ihrem Herzen weiterhin pflegen, sind ihrer viele, bei denen dieser Glaube an Gott mit der Zeit verflacht. Ja, sie vergessen Gott ganz, bis sie vielleicht vom Schicksal erfasst und wieder auf die Suche nach Gott geschickt werden.

Es gibt so viele Menschen, die sagen: “Ich möchte glauben können, ich wünsche mir einen lebendigen Glauben. Ich bin nicht fähig, ohne zu wissen, so dem Buchstaben nach, zu glauben, wie es meine Kirche von mir verlangt. Ich bin darum nicht glücklich, denn ich finde dort nicht diesen lebendigen Glauben, den ich mir wünsche.” Nun, dieser lebendige Glaube – wenn er wirklich angestrebt wird – kann all jenen zugeführt werden, die sich öffnen, um ihn zu empfangen. Und hier hilft ihnen der in ihrer Seele liegende Drang nach dem Schönen, nach Glück, nach Frieden. Vielleicht ist es bei vielen ein Ahnen, dass sie einstmals von grossem geistigen Besitz umgeben waren; es ist ein Sehnen nach dem verlorenen Glück. Und so werden sie gedrängt, danach zu suchen, um in Harmonie, in Frieden zu leben.

Es gibt, wenn ich sagen darf, in diesem irdischen Reiche im Grunde genommen nur eine Religion, aber es gibt viele Glaubensbekenntnisse. Wer zur Einsicht gelangt ist, dass Gott der liebende Vater aller Wesen ist und es bei Gott kein Ansehen der Person gibt, dass er nicht die auf einer höheren Ebene Stehenden vor jenen bevorzugt, die noch auf einer tieferen Stufe ihrer geistigen Entwicklung sind – denn in jeder Glaubensgemeinschaft gibt es Menschen, die noch auf ganz niederer, wie solche, die schon auf einer höheren Stufe stehen –, wer also erkennt, dass Gott alle seine Kinder liebt und ihnen allen die gleiche Aufmerksamkeit schenkt, der wird nicht imstande sein, die göttlichen Gesetze zu umgehen. Er wird sich mehr mit ihnen befassen, denn er wünscht, dass ein lebendiger Glaube sich bei ihm entfalte. Wer so von diesem Wunsche erfüllt ist, dem wird auch gegeben werden.

Die göttlichen Gesetze sind den Menschen gegeben, dass sie von ihnen befolgt werden. Durch das Befolgen derselben kommt der Mensch in ein harmonisches Verhältnis hinein. Er wird dadurch Gott nähergeführt. Da Gott die wahre Liebe, die Vollkommenheit ist, kann man ihm nur auf dem Wege der Liebe und der Vollkommenheit begegnen. Nun, dieses Gott-Erleben wünschen sich so viele. Was aber nützt es ihnen, wenn sie die Bedingungen nicht erfüllen, um Gott so zu finden und zu erleben?

Wenn nun der Mensch auf die Suche nach diesen vielen verlorenen Wahrheiten gehen würde, wenn er sich die Mühe dafür nehmen würde, dann müsste er sich schon deshalb glücklich fühlen, weil er weiss, dass er als Sucher der verlorenen Wahrheiten so viel an geistigen Erkenntnissen für sein geistiges wie für sein körperliches Wohl gewinnen kann. An der Quelle ist das Wasser am reinsten. An der Quelle der Lehre Christi sind diese reinen Wahrheiten zu finden. Also, gehen wir zurück in die Zeit Christi, und betrachten wir seine Lehren und sein Leben auf Erden. Vergleichen wir dann jene Verhältnisse mit denen, wie sie heute sind. Betrachten wir unseren grossen Meister nur kurz in seiner grossen Liebe, in seiner Geduld, in seiner Opferbereitschaft, in seinem Ausharren im Leide. Erinnert euch auch der vielen Heilungen, die er vollbrachte. Er legte Kranken die Hände auf, und sehr oft sprach er dann die Worte: “Gehe hin und sündige nicht mehr” (Joh. 5, 14). Es gibt auch heute noch Menschen, welche durch Händeauflegen die reine, göttliche Kraft durch sich auf den Kranken einfliessen lassen können. Wenn aber Christus sprach: “Gehe hin und sündige nicht mehr”, so heisst das: Nach den Gesetzen Gottes solle der Kranke fortan leben; denn wer nicht nach ihnen lebt, stürzt sich selbst in eine Dunkelheit, wo keine reine Kraft ihn umgibt und er empfänglich wird für allerlei Krankheiten. Auf dem Wege des Gebetes und des Bittens zu Gott kann vielen Menschen Heilung gebracht werden.

Aber zu Christi Zeit war es noch so, dass die Menschen, die diesen Gottesglauben nicht hatten, die Verbindung pflegten zu den Mächten des Totenreiches, des Reiches Luzifers, dass sie sich zusammentaten und Götzen anbeteten. Sie brachten diesen Götzen Opfer dar, sie brachten ihnen Speise, opferten auch Tiere, ja sie opferten ihnen auch Menschen, sogar kleine Kinder – alles nur, um ihren Göttern gefällig zu sein, um von ihnen Kräfte zu erhalten, die sie für ihr irdisches Dasein ausnützen konnten. So hatten die damaligen Menschen die Verbindung zum Reiche der Toten angeknüpft, zum Reiche der geistig Toten, die sich von Gott getrennt hatten; dies sind die geistig Toten. Die aber in das Reich Gottes eingehen, sind die Lebendigen. Die geistig Toten aber – es sind jene düsteren Kräfte, die Teufel, wie ihr sie heute noch nennt –, sie sind schnell bereit, diejenigen Menschen mit ihren düsteren Kräften auszustatten, die um besondere Kräfte flehen. Und dies betone ich besonders, weil viele Freunde wegen ihres Glaubens an die Geisterwelt von ihren Mitmenschen angefochten werden, die ihnen dann erwidern, dass man nur mit dem Teufel in Verbindung treten könne, wenn man eine Verbindung zur übersinnlichen Welt anknüpfe. Nach solchen Menschen würde es in der Geisterwelt nichts anderes mehr geben als die Teufel.

Zu jenen biblischen Zeiten hatten jene Menschen ohne diesen Gottesglauben die Verbindung zu den tiefen Mächten aufrechterhalten. Anderseits aber gab es auch edle Menschen, die durchdrungen waren vom Willen zur Nächstenliebe, Gutes zu wirken, harmonisch zu sein. Diese Menschen standen auch mit Geistern in Verbindung, doch mit solchen aus dem Reiche Gottes. Und warum, liebe Freunde, ist wohl heute die Verbindung zum göttlichen Reiche nicht mehr in dem Masse anzutreffen wie zu jener Zeit?

Wer dazumal den lebendigen Gott um Schutz und Hilfe bat, der bekam auch die Antwort, denn er hörte die Stimme Gottes aus seiner Seele. Ja, dazumal waren diese Verhältnisse noch etwas anders, die Bedingungen für eine Verbindung zur geistigen Welt waren noch etwas leichter als heute – wenn ich mich so ausdrücken darf –, denn heute ist die Technik so fortgeschritten. Ein weiterer Grund: Die Menschen waren zum grössten Teil sehr arm. Es gab dazumal sehr reiche oder dann ganz arme Menschen. Die Armen aber hatten nicht das Geld, um abends in ihren Häusern recht lange Licht brennen lassen zu können. So hatten die vom Gottesglauben Erfüllten ihre Andachten mehr in dieser Stille gehalten – es ist diese Stille, zu der ich euch immer wieder aufrufe, dass auch ihr sie pflegen sollt. Diese guten, edlen Menschen hatten jeweils sehr viele solcher Andachten gehalten, bevor sie ihr Lager aufsuchten. Sie taten es allein oder mit der Familie gemeinsam und beteten zum lebendigen Gott. Auf diese Weise erfüllten sie die Bedingungen, dass sie die Stimme Gottes in sich vernehmen konnten, oder sie hörten durch den Mund eines Dieners Gottes, wie der Wille Gottes erfüllt werden kann, oder es zeigte sich in dieser Dunkelheit eine himmlische Gestalt, welche diesen Gottesgläubigen den Weg in ihrem Leben wies. Ja, vor Christi Geburt wurden schon besonders viele fromme Menschen auf diese Weise von Engeln Gottes getröstet, und es wurde ihnen verkündet, dass der Erlöser kommen werde, um die Menschheit zu befreien. So ging diese Kunde von Mund zu Mund. Und Christus ist gekommen.

Hier möchte ich noch zurückgreifen auf die Verkündigung Marias (Luk. 1, 26–38). Auch Maria war eines Abends mit Josef in seinem Hause, vertieft in ihre übliche Andacht; sie beteten zu Gott, lobten und priesen ihn. Und da bekundete sich [durch Josef] ein Himmelsbote und verkündete Maria diese frohe Botschaft. So, liebe Freunde, war es damals geschehen. Denn wer das Verlangen nach der Verbindung mit der Gotteswelt hatte und die Voraussetzungen dazu erfüllte, dem wurde diese Verbindung zuteil.

So möchte ich euch, die ihr auf der Suche nach diesen verlorenen Wahrheiten seid, daran erinnern, dass einstmals einer zu Christus kam und sprach: “Ich kann dir jetzt nicht folgen, ich muss zuerst meinen Vater begraben.” Christus antwortete ihm: “Lass doch die Toten die Toten begraben.” (Mat. 8, 21–22.) Ich habe euch gesagt, dass das Totenreich das Reich Luzifers ist – es sind die Toten gemeint. Aber suchen muss man nach den Wahrheiten.

Heute aber wird doch ein Christ vom lebendigen Glauben durchdrungen sein, er wird doch die Verbindung zur Gotteswelt suchen. Nach den verloren gegangenen Wahrheiten muss er suchen, dann wird er den Weg zu Gott finden. Und so möchte ich betonen, dass es heute noch möglich ist in dieser Weise. Die Stimme Gottes kann der Einzelne aus seiner Seele vernehmen, er vermag das Sprechen Gottes auch von aussen aufzunehmen, und wenn er die Wege der Liebe wandelt und sich anstrengt, die Gesetze Gottes in allen Dingen zu erfüllen, wird er auch himmlische Gestalten wahrnehmen können – auch heute noch. Aber dazu muss der Glaube in ihm lebendig sein. Ob dies beim Einzelnen zutrifft, das vermögen die himmlischen Boten zu beurteilen; denn sie erkennen das Trachten eines Menschen wohl, warum er wünscht, die Verbindung zur geistigen Welt herzustellen. Bei einem guten, edlen Menschen offenbaren sich die Himmelsboten, und sie führen ihn durchs Leben. Es wird aber von ihm verlangt, dass er auch ein gutes Leben vorlebt. Denn der lebendige Glaube verlangt nicht das Sichklammern an Buchstaben, verlangt nicht, Bibelsprüche bei jeder Gelegenheit herzusagen. Der lebendige Glaube spricht aus den Taten; ein solcher Mensch wirkt gleichfalls wie die Engel Gottes, als Gottesmensch. So ist die Verbindung zur göttlichen Welt zu pflegen, auf dass dem Menschen die verlorenen Wahrheiten wieder offenbart werden können.

Und darauf ist hinzuweisen, dass die Kirche Gottes im Innern des Menschen selbst ist und dass er die Stimme Gottes aus dieser Kirche hört, dass er nur in sich zu kehren hat, um in dieser Kirche Gottes, in dieser Harmonie zu leben. Und die Harmonie, liebe Freunde, bedeutet Glückseligkeit, Vollkommenheit. Gott ist die vollkommene Harmonie. Wer ein Streiter Gottes sein will, kann seine Aufgabe nur erfüllen auf dem Wege der Liebe, auf dem Wege der Geduld, des Friedens, des Wohlwollens. Auf diese Weise sollen die Mitmenschen von ihm beeindruckt werden, durch sein gerechtes und edles Leben. Das muss angestrebt werden, wenn der Glaube lebendig werden soll. So, liebe Freunde, müsst ihr nach dem Göttlichen trachten, dann werden euch auf verschiedene Weise diese verlorenen Wahrheiten wieder offenbar. Und nur in diesem lebendigen Glauben ist das Glück und der Friede für sich und die ganze Umgebung zu finden.

Ich erinnere euch an die Worte, die über Christus in der Bibel stehen: “Ihr vermögt noch Grösseres zu tun als ich” (Joh. 14, 12). Liebe Freunde, wenn heute Menschen wohl Grosses leisten, so können sie nicht Grösseres leisten als Christus. Aber es steht in den Schriften: und die Menschen sollten noch Grösseres leisten. Nein, nicht “Grösseres” hätte es heissen sollen, sondern sie könnten auch anderes noch leisten, das auch seinen hohen Wert hat und bewunderungswert ist. Und das kann ja nur geschehen mit Christi Hilfe. Er wird dazu die Heerscharen des Friedens und des Glücks aussenden, deren Hilfe so notwendig ist, dass noch Grosses geleistet werden kann. Dazu ist erforderlich, dass ein jeder sich anstrengt, so zu leben, wie die göttlichen Gesetze es verlangen. Und er soll immer zurückkehren zu dieser Quelle der reinen Wahrheit, um daraus zu schöpfen, denn da ist der Geist lebendiger Wahrheit zu finden, der euch durchdringen soll; denn in dieser Lebendigkeit liegt das Glück, liegt der Erfolg für euer geistiges wie für euer irdisches Leben. Viel mehr Verständnis, grössere Zufriedenheit werdet ihr haben, wenn ihr nach dem Göttlichen trachtet.

So viele Menschen glauben, dass es verhältnismässig leicht sei, mit der göttlichen Welt in Verbindung zu treten. Ja, die Engel Gottes stehen allen Menschen zur Seite, wenn sie gerufen werden. Das liegt in der grossen Liebe und Gerechtigkeit Gottes, dass er sich seiner Kinder annimmt, dass er ihnen Hilfe zukommen lässt – und wer anklopft, dem wird aufgetan. Aber die engere Verbindung mit Gott muss erkämpft werden. So braucht es dazu eine edle Lebensführung, Strenge mit sich selbst. Alles muss unterlassen werden, was der Seele schadet, alles muss gefördert werden, was für die Seele gut ist.

Aber wie kann denn ein Mensch von heute das alles erfassen, und wie kann er auch erfahren, dass er nicht immer gottgefällig handelt? – In diesen stillen Stunden, in dieser Rückschau. Darum muss der Mensch auch heute, neben seinem vielen Schaffen, das notwendig ist, Zeit für diese stillen Stunden finden. Er muss auch meditieren oder eine besondere Andacht halten; er muss die Verbindung zur Gotteswelt pflegen. Er muss in seinem geistigen Hause Ordnung schaffen, es reinemachen, damit die Stimme Gottes klar und deutlich durchzudringen vermag. Und dieses Reinemachen geschieht auf dem Wege der Rückschau. Rückschau halten ist eine der grössten Notwendigkeiten. Dann kann der Mensch vernehmen, wo er nicht richtig gehandelt hat. Er braucht sich nur zu fragen: “Wäre ich zufrieden gewesen mit den Worten, mit denen ich meinem Nächsten begegnet bin? Wäre ich zufrieden gewesen, wenn man mir gegenüber so gehandelt hätte, wie ich gehandelt habe?” So muss der Mensch fähig werden, das dem Nächsten zu geben, was er für sich selbst fordert: Nur das Schönste ist gut genug für sich, also ist auch nur das Schönste gut genug für den Bruder, für die Schwester. So gibt es eine Pflege der Gedanken. Die Gefühle können verfeinert werden, und auf diesem Wege der Verfeinerung erhält er göttliche Kräfte. Denn die göttliche Welt drückt sich besonders durch ihre Feinheit aus, und wenn der Mensch diese Feinheit auch herzustellen und sich so zu heben vermag, dann kann er Einblick erhalten in die Gotteswelt. Er wird die Stimme seines geistigen Führers besser erkennen, wenn in seinem geistigen Hause Ordnung herrscht.

Leider bekämpfen sich so viele Brüder und Schwestern ihres Glaubens wegen. Oh, Gott wünscht dieses gegenseitige Bekämpfen nicht, sondern Gott wünscht von den Menschen Taten der Liebe, Taten der Barmherzigkeit. Gott verlangt, dass der Mensch sein Wohlwollen beweist. Wohl darf der Nächste aufmerksam gemacht werden, wie man auf dem Wege der Liebe wandelt, zu welchen Kenntnissen man durch die Liebe kommt, wie herrlich es ist, im Frieden zu wirken, wie gross die Verdienste derer sind, die für den Frieden zu kämpfen wissen. Gott, der alle seine Kinder liebt, wünscht nur, dass sie sich in Harmonie begegnen und sich nicht bekämpfen. So muss die Harmonie vom Einzelnen ausgehen. Dazu kann ich euch nur empfehlen, und ganz besonders jenen Freunden, die dieser geistigen Schule noch etwas fernstehen: Nehmt das Neue Testament zur Hand, lest Kapitel für Kapitel, und bittet jeweils um Erleuchtung. Wenn ihr wieder hierherkommt, werdet ihr durch uns andere verlorene Wahrheiten wiederfinden; wir werden euch den Beweis dafür geben, dass diese Wahrheiten verloren gegangen sind.

Liebe Freunde, die göttliche Welt will allen Menschenkindern zu Hilfe kommen, sie will ihnen die wunderbaren Gaben, die in vielen schlummern, zur Entfaltung bringen. Um aber diese Gaben in ihrer Reinheit zur Entfaltung zu bringen, muss der Einzelne von diesem Geist des lebendigen Glaubens und der Wahrheit erfasst werden. Die Gotteswelt weiss in Liebe zu führen, in grosser Geduld, und sie weiss jene in wunderbarer Weise zu trösten, die vom Schicksal erfasst wurden; ihnen kann der Weg des Lichts gezeigt werden, den Kranken kann Hilfe und Trost gebracht werden. Ihnen wird der Weg gezeigt, den sie antreten müssen: Es ist kein Weg der Angst, sondern der Befreiung, der Weg ins ewige Leben hinein. Aber dafür muss gekämpft werden.

So, meine lieben Freunde, ist es auch heute noch möglich wie damals, dass ein Geist Gottes durch einen Menschen spricht; denn noch heute liebt Gott alle seine Kinder, noch heute lässt er die Sonne scheinen über sie alle, noch heute werden die himmlischen Boten zu ihnen ausgesandt. Man muss sie nur empfangen. Sucht nach den verlorenen Wahrheiten, und mehr Kraft kann euch für euer Leben gespendet werden, mutiger könnt ihr Problemen begegnen; denn Engel der Erleuchtung dringen durch euch und inspirieren euch.

So mögen diese Worte euch zum Heil und Segen werden. Bleibt treu auf dem Wege zu Gott. Euer Glaube muss lebendig werden, und ihr müsst die göttlichen Gesetze genau befolgen. Und denkt daran, dass nicht ein steinernes Gebäude im Erdenreich die Kirche Gottes ausmacht, sondern die Kirche Gottes liegt im Innern eines jeden Menschen. Von dort aus hört er die Stimme Gottes. Dazu empfehle ich allen meinen Freunden, diese Rückschau zu pflegen, auf dass ihr diese geistigen Höhen erreicht und in diesem Erdenreich schon als Meister bezeichnet werden könnt. Wenn ihr alle nach dem Guten strebt, dann wird der Friede zu euch kehren, und der Segen Gottes wird euch erfüllen und begleiten auf all euren Wegen.

So gehet alle hin in Frieden. Der Segen Gottes durchdringe und begleite euch. Gott segne euch und euer Haus. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 16.10.1954 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)

Wenige Tage nach diesem Vortrag wurde Geistlehrer Josef in einer Fragestunde gefragt:

Lieber Josef, wenn wir in der stillen Stunde Fragen stellen und auch zu Gott beten ‘Dein Wille geschehe’, wie können wir dann erfahren, was der Wille Gottes ist und was nur unser eigener Wille?

Josef: Liebe Freunde, der Wille Gottes ist zu erkennen in seinen Gesetzen. Wer noch nicht unterscheiden kann, ob die Stimme in seinem Innern von seinem höheren Selbst oder von seinem niederen Ich kommt, dem muss ich sagen: Alles, was aus dem niederen Ich des Menschen kommt, ist gepaart mit Neid, Eigensucht und Stolz, mit Eifersucht, Hass und so weiter. Das höhere Selbst bringt den Willen Gottes zum Ausdruck, das heisst nur das Gute, das Feine, nur edle Gedanken, frei von Neid und jedweder Hässlichkeit. Man soll sich ganz klar werden über die Lehre Christi, wie er im eigenen Falle gehandelt und geantwortet hätte. So wird man unterscheiden lernen, welches der Wille Gottes und was der eigene Wunsch ist. Dazu braucht es eben Übung. Dieses Wissen kann nicht von heute auf morgen erlangt werden. Nur durch langes und immerwährendes Üben und wenn man auch die göttlichen Gesetze zu halten versucht, wird ein jeder das erreichen können.

Der die Wahrheit suchende innere Mensch

Josef, 31. Mai 1967

Der die Wahrheit suchende innere Mensch

Der inwendige Mensch möchte unvergängliche Werte erringen und nach den hohen Zielen des Lebens suchen. Es gelingt aber nicht jedem, sie zu finden. Und warum nicht? Weil er sich zu sehr von der Umwelt beeinflussen lässt. Wer aber dem Drängen seiner Seele folgt und darum bittet, von den Heiligen des Himmels geführt zu werden, wird den wahren Weg finden und Antwort auf seine Lebensfragen erhalten.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ich begrüsse ganz besonders meine mir vertrauten Geschwister. Ich begrüsse aber auch alle andern, die mir noch fremd gegenüberstehen. Ich möchte hoffen, dass sie durch diese Worte, die sie in dieser Stunde vernehmen, den Weg gezeigt erhalten, den so viele suchen. Denn es sind unter euch geistig suchende Menschen, und zu ihnen möchte ich ganz besonders sprechen. Danach möchte ich aber auch einige Worte an meine Freunde richten, die den geistigen Weg schon gefunden haben.

Nun aber zu meinen Geschwistern, die den Weg der Wahrheit suchen. Da muss ich zuerst eine Erklärung dazu geben, wie wir Geister Gottes den Menschen betrachten, wie er uns gegenübersteht. Wir erkennen den Menschen nicht nur, wie ihr einander, an seinen Äusserlichkeiten, sondern wir sehen auch den inneren Menschen. Wir verbinden uns mit dem inneren Menschen. Selbstverständlich müssen wir auch den äusseren Menschen ansprechen können, denn er ist es, der von allem beeinflusst wird, was sich um ihn abspielt; diese Äusserlichkeiten sind für ihn doch von grösster Bedeutung in seinem Alltag. Er muss mit ihnen fertigwerden, sie stellen Bedingungen an ihn.

Aber wir möchten doch nicht allzu sehr von diesen äusseren Dingen reden, die doch alle vergänglich sind. Auch euer irdischer Besitz ist vergänglich und für uns Geister Gottes wertlos. Für euer äusseres Leben aber findet ihr ihn wichtig, so vergänglich er auch ist. Auch euer Körper wird dereinst der Erde übergeben und vergehen. Und was bleibt dann? Es bleibt nur weiter bestehen, was den Menschen lebendig machte. Das ist unvergänglich.

So möchten wir Geister Gottes zu diesem inneren Menschen reden. Es ist für uns aber zuweilen schwer, an diesen inneren Menschen heranzukommen. Es gibt aber Menschen, die das Verlangen haben, nach der Wahrheit zu suchen. Oft gehen sie jedoch falsche Wege und erleben dann auch Enttäuschungen. Aber wer treibt sie denn dazu, nach der Wahrheit zu suchen? Es ist nicht der äussere Mensch, sondern von innen heraus wird man dazu gedrängt. Es ist die lebendige Seele, es ist der Geist, der wach und lebendig bleiben will und den äusseren Menschen treibt: “Gehe und suche die Wahrheit!” Denn der Geist ist ja umhüllt, ist einverleibt in diese irdische Materie; er ist den äusseren Dingen angepasst, die dem Menschen aber auch den Weg zeigen.

Bei manchem Menschen ringt sein Geist nach Wahrheit, und so mancher geht auf die Suche. Ein solcher Mensch gibt dem inneren Drängen nach, aber er muss vielleicht jahrelang suchen, bis er den richtigen Weg gefunden hat. Es gibt auch Menschen, sie haben jahrzehntelang gesucht, und es war ihnen nicht möglich, den Weg der Wahrheit zu finden. Mitmenschen wollten sie mit Gewalt von ihrer ‘Wahrheit’ überzeugen, und immer kam aus dem Innersten eine Abneigung, und eine innere Stimme tat sich kund: “Das kann nicht die Wahrheit sein; das ist nicht das, was ich suche.”

Im Allgemeinen weiss der Wahrheitssuchende nicht, dass er von innen, durch seinen eigenen Geist, gedrängt wird, sich nach den geistigen Höhen zu richten. Es ist das Geistige im Menschen, das danach strebt, das nicht stillestehen, sondern sich höher entwickeln will. Es ist der inwendige Mensch, der sagt: “Ach, diese äusserlichen Dinge müssen wohl auch ihren Zweck erfüllen, aber sie sollen nicht des Lebens Inhalt sein. Sie sind nicht von so grossem Wert, nicht von so grosser Bedeutung, sind sie doch vergänglich.”

Dem inwendigen Menschen geht es darum, unvergängliche Werte zu erringen, nach den hohen Zielen des Lebens zu suchen. Es gelingt aber nicht jedem, sie zu finden. Und warum nicht? Weil er sich zu sehr von der Umwelt beeinflussen lässt. Manchmal sind es die Mitmenschen, die einen schlechten Einfluss auf ihn geltend machen können; es sind so viele Störenfriede in der Umgebung, die dem persönlichen geistigen Aufstieg hinderlich sind.

Der geistig ausgerichtete Mensch aber findet die Antwort darauf, warum ihm – oder einem andern – Hindernisse in den Weg gestellt werden. Wer aber dem inneren Drängen, die Wahrheit zu suchen, folgt, wird sie auch finden. Dass man durch den Mund eines Menschen, wie hier bei eurer Schwester, Kundgaben aus der göttlichen Welt erhalten kann, findet ihr schon in der Bibel erwähnt. Das ist heute noch möglich, so gut wie es einst möglich war, als man solche Menschen, die das Wort Gottes verkündeten, Propheten nannte.

Um sich davon zu überzeugen, steht manchem ein langer, beschwerlicher Weg bevor, der ihm von Mitmenschen noch schwerer gemacht werden kann. Er kann von seiner Umwelt sogar daran gehindert werden, diesen Weg zu gehen. Ein anderer lenkt ihn davon ab mit der Behauptung, dass er falsch sei – und gar mancher ist in seinem Denken noch so unselbstständig und schwach, und er hört auf solche Worte, vielleicht aus Angst vor dem andern. So findet er den Weg der Wahrheit nicht, mangels eigener Durchschlagskraft.

Der Geist eines solchen Menschen ist darüber sehr betrübt, dass er als Mensch nicht den Mut aufbringt, den Weg der Wahrheit zu suchen, weil er die Widerstände scheut. Er ist enttäuscht, dass er es als Mensch nicht fertigbringt, stark zu bleiben gegen eine Umgebung, die ihn am geistigen Fortschritt hindert – weil er vielleicht mit Angehörigen oder guten Bekannten nicht in Konflikt kommen will. Oft aber ist es auch die Bequemlichkeit, man möchte sein äusseres Leben so angenehm wie möglich beibehalten. Doch zum Gottesglauben gehört etwas mehr als das blosse Bekenntnis: “Ich glaube an Gott – und das soll mir genügen!”

Gott verlangt mehr. Nämlich dass der Mensch auch eine gute Gesinnung hat und für seinen Glauben einsteht, dass er selbst prüft, was Wahrheit und was Irrtum ist. Denn Gott wird jeden selbst zur Verantwortung ziehen und nicht seinen Nächsten, nicht seine Verwandten. Jeder muss selbst dem Engel Gottes gegenüberstehen. Und er muss sich sagen lassen, dass er mutlos und ohne starken Glauben durchs Leben gegangen sei, dass er sich sein Leben leicht gemacht habe. Denn auf diesem leichten Wege verdient man den Himmel nicht.

Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben lang auf der Suche nach der Wahrheit sind; sie werden immer von innen heraus dazu gedrängt. Die Umwelt aber ist mit solchen nicht zufrieden. Sie erkennt eben nicht, dass der Geist im Innern dieser Menschen darum kämpft, diesen wahren Weg zu finden. Wohl ist die Geisterwelt Gottes bereit, den Menschen auf seinen Wegen zu führen. Doch es liegt am Menschen selbst, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Er muss Gott bitten: “Führe du mich an den rechten Ort, und lass die himmlischen Boten mich durchs Leben führen.”

Der Mensch muss gewissermassen selbst die Hände ausbreiten, damit die Heiligen des Himmels ihn führen können. Sie stehen nämlich überall bereit, um diese Erdenbürger durchs Leben zu führen. Denn sowohl die Engel wie auch die aufsteigenden Geister Gottes, die dieser Erde schon entflohen sind, betrachten diese irdische Welt ganz anders. Sie verhalten sich auch anders gegenüber den Menschen, die sie durchs Leben führen müssen, als sich die Menschen zueinander verhalten. Eure Gespräche drehen sich stets um Äusserlichkeiten, und das geistige Leben wird immer ausser acht gelassen. Ganz anders ist es bei jenseitigen Wesen. Sowohl eure verstorbenen Verwandten als auch die geistigen Führer des Himmels betrachten all die Äusserlichkeiten weniger. Wohl aber sind ihnen eure Sorgen und Probleme wichtig. Sie beschäftigen sich auch damit und helfen, Sorgen zu tragen, Probleme zu lösen, Härten des Lebens mit euch zu teilen. Sie gehen mit euch.

Aber sie möchten euch auch sagen: “Verliert euch nicht in dieser irdischen Welt. Seid nicht so voller Bange und Sorge um irdische Dinge. Bindet euch nicht an dieses Vergängliche. Bindet euch an höhere Werte, die die Seele bereichern und nie vergehen, die dereinst zur vollen Geltung gelangen, wenn euer irdischer Leib dem Vergänglichen anheimfällt. Wenn das Lebendige in euch dem ewig Lebendigen entgegengeht, dann spielen diese geistigen Werte, die man im täglichen Leben übersehen hatte, eine bedeutende Rolle.”

Diese Jenseitigen wollen mit euch für etwas Höheres kämpfen. Sie möchten euch den wahren Sinn und Zweck des Lebens übermitteln. Mancherorts kommt der verstorbene Vater, die verstorbene Mutter oder sonst ein liebes Angehöriges und spricht zum inneren Menschen, der vielleicht gerade von Sorgen geplagt ist: “Siehe, auch das hat in deinem Leben Sinn und Zweck, wie alle Vorgänge in der Natur Sinn und Zweck haben. Auch alles, was auf dieser Welt atmet, hat Sinn und Zweck, ganz gewiss auch dein eigenes Leben.”

Und manchmal, wenn ein Mensch von Sorgen geplagt wird, schreitet er hinaus ins Freie, in den Wald vielleicht. Gerade dann will er manchmal keinen Menschen sehen, will niemand um sich haben. Er sagt: “Ich brauche frische Luft.” Er wird aber von innen her gedrängt: “Verlass jetzt das, was dich umgibt und plagt! Geh hinaus!” Bedenke, nicht nur dein Leben hat Sinn und Zweck, auch wenn es voller Sorgen und Probleme ist. In der Natur begegnest du auch überall Rätseln, und auch sie haben Sinn und Zweck. Sogar das niederste Leben, dem du begegnest und das du verabscheust, hat seinen Sinn und Zweck.

Der Mensch, ein Geschöpf Gottes, durch den Erlöser aus der Knechtschaft befreit, lebt nicht umsonst auf dieser Erde. Dieser Mensch muss hier eine Aufgabe erfüllen. Und auch derjenige, der ein schweres Leben hat und ganz alleine dasteht, von dem sich die Mitmenschen abkehren, auch er spielt eine grosse Rolle in der Schöpfung und im Heilsplan Gottes. Wenn ihr Menschen begegnet, die weder gesunde Glieder noch ein klares Denken besitzen, die vom Mitleid anderer leben, so bedenkt: Auch ihnen gebührt ein Platz auf dieser Erde, und auch ihr Leben hat Sinn und Zweck.

Würde man doch mehr danach forschen, warum ein solcher Mensch vom Mitleid anderer leben muss, warum solche beeinträchtigten Geschöpfe auf dieser Welt zu leben haben. Ja, warum? Man kann die Antwort darauf bekommen, und dann weiss man auch, warum auch ihr Leben Sinn und Zweck hat. Umso besser wird man dann auch verstehen, dass das eigene Leben einen höheren Sinn und Zweck hat, selbst wenn man vielleicht ganz alleinstehend ist und niemand sich um einen kümmert. Die Geisterwelt Gottes kann mit Wohlgefallen ihre Augen auf einen richten. Es können doch auch kranke und Not leidende Menschen sein, auf denen das Auge Gottes mit Wohlgefallen ruht. Aber nur dann, wenn sie nicht hadern und dieses ihr Schicksal bejahen. Wenn solche dann von dieser Welt abtreten und ins lebendige Reich hinübergehen, finden sie Befreiung von ihren Sorgen und Bedrängnissen. Sie werden in die Seligkeit aufgenommen, und man wird zu ihnen sagen: “Selig sollst du sein. Denn du hast dein Leben bejaht. Mit Erhabenheit hast du dein Schicksal getragen. Nun sollst du dafür deine Belohnung bekommen.”

Und für einen solchen Verstorbenen wird es ein Glück sein. Er wird alles als Seligkeit empfinden, denn er hatte all das, was das Leben angenehm macht, nicht gehabt. Wie glückselig ist da einer, in diese Seligkeit aufgenommen zu werden. Diese wird dem zuteil, der sein schweres Schicksal bejahte, der an Gott glaubte. Er wird in der göttlichen Welt ein angenehmes Leben vorfinden. Es soll ihm zuteilwerden, was er in seinem Leben vermissen musste.

Nun, liebe Geschwister, man soll die göttlichen Gesetze in allen Dingen erkennen. Man soll unterscheiden können, wieweit der Mensch sich eine Belastung dieser Art vielleicht aus Leichtsinn oder Unvorsichtigkeit selbst zugezogen hat oder ob er durch Mitmenschen in Bedrängnis gebracht wurde. Je nachdem wird einer durchs Leben geführt oder dementsprechend im nächsten Leben die Antwort Gottes bekommen. Menschen, denen solche Worte nicht gefallen, wie ich sie jetzt ausgesprochen habe, werden es dereinst selbst erleben, dass sie wahr sind. Man soll nicht urteilen, wenn man die geistigen Gesetze nicht kennt. Die geistigen Gesetze sind so exakt, so wunderbar. Es wird kein Mensch auf ungerechte Weise ein schweres Schicksal tragen müssen, es sei denn, er habe es sich durch seine Leichtfertigkeit selbst zugezogen. Es ist also ein Unterschied, ob einem Menschen ein Schicksal auferlegt worden ist, er also ein Karma abzutragen hat.

So muss derjenige, der ein solch hartes Leben zu leben hat, den Weg zu Gott finden können. Denn auf dem Wege zu Gott wird er den Trost und Beistand finden, den man fürs Leben braucht. Er wird gewissermassen von der Geisterwelt Gottes durch das Ungemach getragen. Die Geister Gottes aber wollen ihn auch auf seine Irrtümer aufmerksam machen, ihn für seine Fehler auch tadeln. Sie wollen ihn aber auch rühmen, wenn er etwas Gutes getan hat.

So ist der geistige Freund aus der hohen Welt ein treuer Begleiter des Menschen, und er bringt aus seiner hohen Welt auch dementsprechende Kräfte mit. Er will ja nicht nur neben dem Menschen einhergehen, sondern er möchte, soweit es ihm erlaubt ist, in das Leben seines Schützlings eingreifen. Dieser für den Menschen Unsichtbare will ihm ja den rechten Weg zeigen, ihm das Schicksal erleichtern. Ja er will, soweit es erlaubt ist, das Schicksal oder Karma ganz aufheben.

Die Geister Gottes sind Botschafter des Himmels. Sie wollen den Menschen durchs Leben führen und ihm Mut zusprechen. Sie müssen ihre Aufgaben an den Menschen erfüllen, sie Gott entgegenführen. Das ist ihr Wunsch. Und dieses Ziel erreicht der Mensch, wenn er sich nach den hohen Zielen des Lebens ausrichtet. Dadurch vermag das ewig Lebendige sich im Menschen zu entfalten und die Handlungsweise des äusseren Menschen zu beeinflussen. Die Menschen ahnen gar nicht, wie viel Einfluss diese Geistwesen auf sie ausüben. Wer aber von der Himmelswelt kommt, der möchte die Menschengeschwister doch auch in dieses Reich des Lebendigen führen.

Es muss aber immer wieder gesagt werden, dass nicht nur die guten Geistgeschwister bestrebt sind, den Menschen zu führen und zu beeinflussen. Es sind ja auch die niederen Wesen da, Wesen aus dem Totenreich, das heisst aus dem Reich der von Gott Getrennten. Auch sie bemühen sich um die Freundschaft mit dem Menschen. Doch sie wollen nicht seinen Frieden. Sie wollen seinen Ehrgeiz und seine Habsucht fördern; sie wollen, dass sich der Mensch an die materielle Welt bindet. Denn ihr Herrscher, Luzifer, verfügt nicht nur über sein Totenreich; unter seinem Einfluss steht auch die Welt, in der ihr Menschen lebt. Daher haben jene niederen Wesen, die Luzifer untertan sind, auch ein Anrecht, euch zu umwerben.

Denn wenn nur die gute Geisterwelt Gottes euch beeinflussen könnte, blieben euch die Versuchungen erspart, und ihr könntet nicht geprüft werden; alles wäre für euch mühelos geebnet, und ihr hättet den Frieden der Seele. Wohl ist die Himmelswelt dem Menschen behilflich, sich allmählich von dieser unseligen Verbindung zur niederen Welt zu lösen; doch er muss sich selbst anstrengen, sich gesetzmässig selbst erheben und geistig erstarken, eben durch die vielen Prüfungen. Man muss das niedere Denken des äusseren Menschen überwinden, damit das höhere Ich hervordringen und wirken kann. Dann wird der Mensch den Weg zu Gott finden, und er wird Antwort auf seine Sorgen und Probleme erhalten. Dann wird er auch zur Einsicht gelangen, dass diese gar nicht von so grosser Bedeutung sind, und er findet plötzlich die Kraft und die Erleuchtung, um sie selbst zu lösen und zu meistern. Dann kann er hoffnungsvoll in den Alltag hinausschreiten. Lebensfreude erfüllt ihn, denn nun hat er ein anderes Ziel vor sich. Die Welt sieht für ihn anders aus. Er ist nicht mehr den Einflüssen der niederen Welt unterworfen. Denn es ist ja das Niedere, das den Menschen in Schwermut versetzt, das ihn auf Abwege führt.

Die hohe Geisteswelt will den Frieden in die Herzen der Menschen pflanzen. Die hohe Geisteswelt ist es, die den Menschen aufwärtsbringen will und muss. Doch bedarf es dazu der Mithilfe des Menschen. Denn man soll sich fragen: “Warum bin ich Mensch? Warum stehe ich da und muss auf dieser Erde leben?”

Es ist Gottes Wille, dass du Mensch geworden bist. Denn dein Geist – so spreche ich zu dir – ist einverleibt worden zu deiner Prüfung und für deinen Fortschritt. Du musst diesen irdischen Leib tragen und mit deinen Problemen durchs Leben gehen. Du wirst geprüft, ob du in einer späteren Zeit bessere, höhere Aufgaben erfüllen kannst. Vermagst du als Mensch auf dieser Erde deine Aufgabe zu erfüllen, dann werden dir später schönere, höhere und bedeutungsvollere gegeben. Hast du irgendwelche besondere Fähigkeiten, Talente von besonderem Wert oder hervorragende Eigenschaften im Guten, können dir diese im Geiste erhalten bleiben. Deine guten Eigenschaften und Talente können sodann verstärkt werden und zu einem anderen Zeitpunkt, in einem neuen Erdenleben, wieder zum Vorschein kommen. Denn ich muss euch sagen: Ihr lebt ja nicht nur dieses eine Leben.

Wenn ihr daran glauben könnt, dass ihr – nach einem gewissen Zeitablauf – wieder als Menschen geboren werdet, dann ist euch schon die Antwort darauf gegeben, warum der eine nicht mit einem gesunden Leib oder mit einem gesunden Denken leben darf, warum er ein schweres Schicksal hat. Denn auch dieses geschieht nach der Gerechtigkeit und nach den Gesetzen Gottes. Denn jeder bestraft sich selbst, der im früheren Leben andern grosses Leid zugefügt, andere betrogen hat und so weiter. Und da möchte ich euch daran erinnern, welche Übeltaten Menschen in der Vergangenheit verübt hatten. Wie gewalttätig waren doch die Menschen noch in den letzten hundert Jahren und noch weiter zurück. Heute haben die Menschen schon eine andere Lebensweise und so viel Freiheit und viele Möglichkeiten, sich geistig höher zu entwickeln. Demgegenüber wurden die Menschen früher doch so unterdrückt, und sie mussten auch hierzulande noch überall hungern und leiden.

Als jene Unterdrücker und Peiniger der andern in die Jenseitswelt kamen – glaubt ihr, es hätte für sie genügt zu sagen: “Ich habe an Gott geglaubt”? Wer die Sünde wider den Geist auf sich geladen hat, und das heisst, wer den andern geplagt und gequält hat, dem wird nicht gleich vergeben. Er hat wiedergutzumachen. Und betrachtet die Menschen, die heute da und dort gutzumachen haben.

Ich habe anfangs vom “inneren Menschen” gesprochen, der lebendig und immer wach ist, der sieht, was der äussere Mensch macht und wie träge er vielleicht ist. Der inwendige Mensch sieht auch, wie erniedrigt er durchs Leben gehen muss, wenn er keinen gesunden Leib hat, wenn er kein normales Denken, keinen gesunden Verstand hat wie die andern. Ihr sollt nicht glauben, ein solcher Mensch lebe einfach so dumpf dahin, er spüre nichts. Ja, der äussere Mensch spürt vielleicht nichts; ihm macht es vielleicht nichts aus, wenn er ausgelacht wird. Aber der inwendige Mensch, sein Geist, er sieht es und leidet darunter. Er, der nicht stirbt, wenn der Mensch seinen irdischen Leib abgelegt hat, dieser inwendige Mensch leidet. Er muss in der Gerechtigkeit Gottes leiden. Denn er soll nun das Leid tragen, wie er früher andern solches zugefügt hat. So wird der inwendige Mensch gedemütigt.

Wenn ihr aber solche Bedauernswerte um euch habt und vielleicht auch die Aufgabe habt, sie zu pflegen, so wird von euch verlangt, dass ihr das Äusserste dazu hergebt. Ihr sollt diesen Menschen mit Güte und Verständnis begegnen. Denn hierbei begegnen sich Geist und Geist. Das ewig Lebendige steht dem ewig Lebendigen gegenüber. Glaubt, wenn jene ihren unvollkommenen irdischen Leib abgelegt haben und in das Reich des Lebendigen hinüberkommen, dann begegnet man sich wieder. Und wer da einst einen solchen armen Menschen in Liebe und mit Nachsicht gepflegt hat, der darf sich dessen grossen Dankes sicher sein. Denn wenn ein solcher in die geistige Welt eingeht, leidet er nicht mehr in gleicher Weise. Nur im irdischen Kleide hatte er gelitten, der geistige Leib ist gesund. Nun begegnet er im Reich des Lebendigen dem wahren Bruder, der wahren Schwester. Und schon mancher, der im menschlichen Leben beeinträchtigt war und unter diesen Umständen die Liebe eines Mitmenschen empfangen durfte, ist dann vor diesem Betreffenden niedergekniet aus Dankbarkeit für die grosse Opferbereitschaft und für das entgegengebrachte Verständnis wie für alle Hilfe, womit dieser ihm sein armseliges Leben erleichtert hatte. Und solche sind es dann, die im Reiche des Geistes Fürbitte für den andern leisten.

Es trifft aber auch zu, dass solche geistig beeinträchtigten Menschen weggestossen wurden, dass man nichts von ihnen wissen wollte, sie als Last empfunden, sie ausgespottet hatte. Ihr innerer Mensch, ihr Geist, hat es wahrgenommen, nicht der im Denken eingeschränkte äussere Mensch. Und wenn dann zwischen solchen eine Begegnung im Reiche des Geistes stattfindet, dann kann es möglich sein, dass der im Leben beschränkt gewesene, jetzt aber gesunde Geist sich vom andern abwendet und ihm nicht verzeiht. Wenn er niederen Sinnes ist, kann er ihn verachten. Im geistigen Reiche kann er ihm nichts zuleide tun. Er kann ihn aber im Auge behalten über viele Jahrzehnte hindurch, bis für diesen andern die Zeit zur Wiedereinverleibung bestimmt ist. Dann, wenn dieser als Menschenkind wiedergeboren wird, wird der unversöhnliche Geist ihn finden. Denn ein unseliges Band der Zusammengehörigkeit hat sich zwischen ihnen gebildet. Diesem Band geht der unversöhnliche Geist nach und versucht diesen Menschen zu belästigen. Er wird es dann tun, wenn er nicht verzeihen konnte.

Das ist auch eine Antwort, liebe Geschwister. Denn mancher hat sich schon gefragt, warum dieser und jener nicht gesunden Sinnes ist, dass sie verwahrt werden müssen. Verfolgt und besessen sind sie von einem niederen Geiste, der nicht verzeihen kann, der seinen einstigen Gegner aus dem früheren Leben entgelten lassen will.

Liebe Geschwister, so könnte ich euch noch viel über Ursache und Wirkung, über die göttlichen Gesetze, die göttliche Ordnung, über Liebe und Barmherzigkeit erzählen sowie auch von verstorbenen Menschen, die im Leben viel Gutes taten, sich vielleicht aber auch eine Schuld aufluden, die sie nun in der jenseitigen Welt plagt, weil sie im Leben damit nie fertigwurden.

Es gibt Menschen, die eine Schuld plagt, und sie tun Gutes, so viel in ihrer Kraft liegt, um diese Schuld wiedergutzumachen. Wenn ein Mensch eine solche Schuld auf sich trägt, und er bittet Gott wirklich reumütig um Vergebung, so wird ihm Gott verzeihen. Und was Gott einmal verziehen hat, das ist vergeben, und er spricht nicht mehr davon. Es ist nicht wie bei den Menschen, die verzeihen, aber bei der nächsten Gelegenheit wieder vom alten Vergehen sprechen. Denkt daran, was verziehen ist, soll bereinigt sein für alle Zeit. Solches vermag der gütige und gerechte Gott; er verzeiht, wenn der Mensch aufrichtig bereut. Zählen werden dann seine guten Werke, wofür er auch seine Belohnung empfangen wird.

Wie erleichternd wirkt dieses Wissen auf Menschen, die wegen eines begangenen Unrechts von Gewissensbissen geplagt durchs Leben gehen. Ein solcher muss mit Gott ins Gespräch kommen, er muss den Weg zu ihm suchen. Die Geister Gottes wollen ihm dabei behilflich sein und ihn aus seiner Dunkelheit herausführen, den geistigen Höhen entgegen. Sie wollen ihm sagen, was zu tun und was zu lassen ist. Sie wollen ihn zu guter Tat führen und ihn dafür kräftigen. Sie wollen den Frieden seines Herzens fördern und dafür besorgt sein, dass das höhere Ich des Menschen zum Ausdruck kommt. Sie wollen ihm immer wieder sagen: “Erhebe in dieser Welt der Vergänglichkeit Herz und Seele zu Gott, und versuche, im Geiste einzudringen in jene Welt der Unvergänglichkeit, des ewig Lebendigen.”

Der geistig ausgerichtete Mensch vermag doch schon etwas von der Ordnung Gottes, vom Sinn und Zweck des Lebens zu erkennen oder zu erahnen. Und wie wunderbar ist es für unsere Freunde, immer wieder an eine Quelle treten zu dürfen, aus der sie immer wieder neues Wissen schöpfen dürfen. Ihnen können die Schönheiten des Himmels veranschaulicht werden. Ihnen kann dieser Himmel so vertraut gemacht werden, dass sie, wenn sie dereinst zu uns hinüberschreiten, sich sagen müssen: “Das wusste ich schon, das sah ich im Geiste, ich ahnte es.”

Nicht als Fremdling soll man in das Reich des Lebendigen kommen. Nicht als Fremdling soll man geführt werden müssen, sodass man immer zuerst fragen muss: “Wohin komme ich denn? Mit wem werde ich zusammenleben? Wo ist meine Wohnung?” Der Heimgekommene soll nicht enttäuscht feststellen müssen, dass er es in seinem Erdenleben schöner hatte. Denn mancher, der glaubte, es gebe nur die materielle Welt, erlebt seine Enttäuschungen, wenn er in der Geisteswelt erwacht; und er macht sich Vorwürfe, wenn er nicht so gelebt hat, wie er hätte leben sollen.

Ist man aber zu Lebzeiten mit dem geistigen Reiche vertraut geworden, dann wusste man auch, wie man sich im Leben zu verhalten hat. Dann sind auch die geistigen Freunde da, die den Heimgekommenen sicher führen. Er braucht seine Wohnung nicht zu suchen. Er wird zu seiner Wohnung geführt. Und dort werden ihm die mit ihm verbundenen Geistgeschwister entgegenschreiten, und es wird eine grosse Freude sein.

Nun, liebe Geschwister, überlegt euch das einmal. Für manchen ist es schwer, diesen Glauben anzunehmen. Ganz besonders für solche, welche einer irdischen Kirche, die sie in ihrer äusseren Form sehen können, hörig geworden sind. Die wahre Kirche Gottes ist geistig, nicht ein Gebäude aus Steinen, wie ihr sie auf Erden erstellt. Zur Kirche Christi und Gottes gehören heisst unter der Herrschaft Gottes leben. Jeder Gläubige weiss, was damit gemeint ist.

[Zum Abschluss wandte sich Geistlehrer Josef noch mit persönlichen Botschaften an drei Anwesende und verabschiedete sich dann mit den Worten:] Ich ziehe mich wieder zurück in das Reich des Lebendigen. Möge der Segen Gottes euch begleiten. Mögen alle, die leidend sind, gesunden an Leib und Seele. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 31.5.1967 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im Saal 2 des Gustav-Siegle-Hauses am Leonhardsplatz 28 in Stuttgart (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)

Die Gleichnisse Christi – ein kostbares Vermächtnis in der Seele des Menschen

Josef, 11. Mai 1974 (Ausschnitt)

Die Gleichnisse Christi – ein kostbares Vermächtnis in der Seele des Menschen

Der wahre Sinn der Gleichnisse Christi erschliesst sich nur dem geistig gereiften Menschen, der Ohren hat zu hören und Augen, um zu sehen (vgl. Luk. 8, 8–10).

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, die Menschen dieser Welt sprechen ihre eigene Sprache, die Sprache dieser Welt, und die geistig ausgerichteten Menschen sprechen die Sprache des Geistes und verstehen diese Sprache. Um ganz deutlich zu werden, möchte ich sagen, dass ich mit den Menschen dieser Welt jene meine, die unter der Herrschaft Luzifers stehen und ihm Diener sind, die sich in seine Dienste stellen und so eben die Sprache sprechen von der Welt, wo er der Herrscher ist. So meine ich damit: Die Sprache dieser Welt wird von all jenen gesprochen und verstanden. Auch geistig Ausgerichtete sprechen ihre eigene Sprache und verstehen, was die Sprache des Geistes ihnen zu sagen hat. So möchte ich es hoffen und annehmen.

Christus selbst hatte so vieles in Gleichnissen und Bildern dargelegt, und die Jünger mussten manches Mal den Meister fragen: “Was ist denn darunter zu verstehen?” Und sie waren manches Mal auch enttäuscht von ihrem Meister, weil sie das Gesagte nicht verstehen konnten und ihn bitten mussten, es näher zu erklären; oder Christus sah ihren Unwillen, ihre Ungeduld, ihre Unzufriedenheit und erklärte ihnen, was damit gemeint war.

Diese Gleichnisse werden in den christlichen Kirchen ja auch nachgesprochen, sie sind übernommen worden. Aber was sind es für Menschen, die diese Gleichnisse sprechen oder sie anhören? Sind es Menschen der Welt, so verstehen sie sie nicht. Sind es Menschen des Geistes, dann verstehen sie sie; und wenn sie sie nicht gleich verstehen, so können diese geistig Ausgerichteten versuchen, sich mit Mitmenschen auszusprechen, um Erleuchtung und Klärung bitten, und es wird ihnen die Antwort gegeben.

Vom heutigen Standpunkte aus möchte ich aber doch Folgendes sagen: Die Gleichnisse, die Christus gegeben hat, die hat er als Vermächtnis in die Seele eines jeden Menschen gelegt, und zwar als ein kostbares Vermächtnis, das zu pflegen und zu behüten ist. Und wer Näheres über dieses Vermächtnis zu erfahren wünscht, der muss versuchen, mit den geistigen Ohren zu hören und mit den geistigen Augen zu schauen. “Wer Ohren hat, der höre, und wer Augen hat, der sehe.” Das aber ist auch geistig gemeint. Christus hatte wohl dies alles im Voraus erkannt, und als der Sohn Gottes hatte er ja diese Weisheit in sich und wusste, dass es gut so ist, dass er so manches in diesen Gleichnissen dargelegt hat.

So wie ich es euch gesagt habe: Diese Gleichnisse sind den Menschen als Vermächtnis in die Seele gegeben worden, damit es jenen offenbart wird, die sich um das wahre Geistige bemühen. Es soll etwas Kostbares sein, und es soll behütet bleiben vor den Spöttern, vor den Unwürdigen; sie sollen mit diesem Vermächtnis nichts anzufangen wissen. Kostbares hat Christus der Menschheit gegeben, und ein kostbares Vermächtnis ist es, was er mit diesen Gleichnissen gesagt hat. Es hat seinen hohen Wert bis zum heutigen Tag und wird diesen Wert auch behalten. Vor Spöttern und vor Unwürdigen soll es gesichert sein, und es soll Vermächtnis bleiben bei denen, die es zu schätzen wissen und die Sprache des Geistes verstehen. So sie auf dem Wege sind, dieses Vermächtnis abzuklären oder zu eröffnen, wird ihnen ja die Möglichkeit geboten, Näheres über den Wert und den Sinn dieses Vermächtnisses zu erfahren.

Die christlichen Kirchen sprechen so viel wie überhaupt nichts von einer Wiedergeburt. Sie berufen sich darauf, Christus hätte nie darüber gesprochen. Das stimmt nicht. Christus hat darüber gesprochen, aber er vermochte es den Menschen nicht so in dieser deutlichen Art und Weise zu sagen; denn diese Erklärungen wären ja zum grössten Teil nur an Unwürdige und eben an Spötter gegangen. Und an sie waren diese heiligen Worte, dieses wunderbare Vermächtnis, nicht gerichtet. Aber auch Christus deutete auf dieses Wiedergeborenwerden hin; er sprach doch vom Feuer und vom lebendigen Wasser. Doch wie sollte er es diesen Menschen näher erklären? Aber so hatte er doch vor seinem Heimgang, im Hinblick auf jene Pfingstzeit, gesagt: “Ich werde den Vater bitten, dass er euch den Geist der Wahrheit senden wird, damit er euch über alle diese Dinge unterrichtet, die ihr heute nicht verstehen könnt” (vgl. Joh. 14, 26). Wenn man heute die Menschheit oder die Christenheit betrachtet, so gehören im Grunde genommen ja auch sehr viele davon zu jenen, die es nicht begreifen und verstehen.

Ich versuche aber und habe dies in der letzten Zeit getan, euch von den Gleichnissen Christi doch einiges auszulegen und es zu erklären, was er in Bildern dargelegt hat. Er hat ja von sich selbst gesprochen, dass er das lebendige Wasser sei, und ohne dieses lebendige Wasser gäbe es kein Leben. Das hat er in Bildern dargelegt. Heute sollte es doch einem Geistesmenschen auch klar sein, was mit dem lebendigen Wasser gemeint ist. Dieses lebendige Wasser hat doch einmal die Seelen aller Belasteten, Unreinen zu einem bestimmten Teil gereinigt. Dieses lebendige Wasser gibt die Möglichkeit, seine Seele zu reinigen, da hineinzusteigen in diesen lebendigen Quell und daraus zu trinken, seine Seele zu waschen; damit meine ich, sein Denken zu wandeln – denn durch Christus ist alles geworden, was da ist, im Himmel und auf Erden, und keiner kommt zum Vater ausser durch ihn. So ist dieses lebendige Wasser zu verstehen: Es soll für einen jeden die Möglichkeit geben, seine Seele immerdar zu reinigen, und dem Menschen durch diese Kraft des Glaubens an Gott und seinen eingeborenen Sohn die Möglichkeit schaffen, dass er sich in seinem Denken erhebt, sich Höherem widmet und versucht, diese Welt mit ihren vielen Versuchungen zu überwinden. Der Mensch soll erkennen, dass es nicht die Welt ist, die ihm die Nahrung gibt für sein ewiges Leben, sondern dass es nur eine Nahrung sein kann, die aus der Ewigkeit kommt, die Ewigkeitswerte besitzt, und es eine Speise und ein Trank sein muss, die Kranke wieder gesunden lässt, die alle hinführt zum gemeinsamen Mahl, zum Tische des Herrn.

So sollte es verstanden werden, dass durch ein Wiedergeborenwerden immer die Möglichkeit vorhanden ist, einen neuen Anfang zu machen, dass man immer von Neuem wieder die Kraft bekommt und man nie vom Göttlichen verlassen sein wird. Denn ohne dieses lebendige Wasser gäbe es keine Heimkehr zum Vater, es gäbe keine Rückkehr zu jener einstigen Seligkeit und zu jenem Besitz. Das lebendige Wasser braucht der Mensch zum Leben. Denn dieses ist es, was ihn stärkt im Glauben an Gott, ihn in erster Linie zu Gott hinweist. Dieses lebendige Wasser ist es, das den inneren Menschen stärkt und dem inwendigen Menschen die geistigen Gesetze vor Augen führt und von einem anderen Leben spricht, das kommen wird, in das man hinübertritt nach dem irdischen Tode. Dieses ewige Leben sollte einem jeden immer wieder vor Augen geführt werden, in jedem neuen Leben.

Weiter wird vom Feuer gesprochen. Auch dieses ist symbolisch ausgedrückt. Denn das Feuer, ob ein irdisches oder ein geistiges, ist doch etwas, was vernichtet, was etwas auslöscht und die Möglichkeit schafft, Neues zu gestalten, Neues aufzubauen, von vorne, neu anzufangen. So ist einem jeden die Möglichkeit gegeben, immer wieder von Neuem zu beginnen. Das Alte ist sozusagen vernichtet; es wird vernichtet und vergessen, denn es ist durch das Feuer gegangen, und man gibt die Möglichkeit für einen neuen Anfang. Und in diesem neuen Anfang hat ein jeder zu beweisen, dass es ihm möglich ist, im Leben ein höheres Denken zu pflegen. Aber es ist auch so, dass da, wo ein Feuer – sei es nun ein irdisches oder ein geistiges – etwas vernichtet hat, Merkmale hinterlassen sind, Wunden, die aber vernarbt sind. Es sind Merkmale vorhanden. Und so hinterlässt jedes menschliche Dasein seine Merkmale in der Seele des Menschen. Was da beim Einzelnen geschehen ist, dieses zu deuten, ist nicht für einen jeden Geist bestimmt. Was unter diesen vernarbten Wunden zu verstehen ist, ihre Hintergründe, das vermögen wohl hohe Geister des Himmels noch zu schauen. Es soll aber ausgelöscht sein für alle jene, die von der Vergangenheit dieser Menschen oder dieser Wesen, die in ein neues Leben treten, nichts mehr zu wissen brauchen. Ausgelöscht soll es sein, vernichtet soll es sein. Dies alles geschieht durch die Güte und Grösse Gottes, durch seine Barmherzigkeit.

Und so muss ein jeder, der da zurückwill zum Vater, durch dieses Wasser und durch dieses Feuer, sonst wird für ihn kaum Platz im Himmelreich sein. Auf diese Art und Weise sind jene Worte Christi vom Feuer und vom lebendigen Wasser zu verstehen. Und das soll nun zum kostbaren Vermächtnis gehören für jene, die im geistigen Glauben sind. Sie selbst sollen diese Sprache sprechen und verstehen können, denn sie sind Kinder des lebendigen Vaters. Sie sollen diese Sprache sprechen und verstehen, während doch die Kinder der Welt diese Sprache nicht verstehen, denn sie sind noch nicht dem lebendigen Vater zugehörig. So sie ihr Leben im Alltag nach den Wünschen des Herrschers dieser Welt ausrichten, sind sie doch Verbündete von ihm.

Für geistig ausgerichtete Menschen ist es doch eine Genugtuung, zu wissen, was mit diesen verschiedensten Gleichnissen, die Christus dargelegt hat, auch gemeint ist. Und wie wunderbar ist es, dass die Spötter und jene Unwürdigen dieses Geheimnis nicht kennen. “Wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem soll aufgetan werden” (Mat. 7, 8), das hatte Christus auch gesagt, und es ist für all jene gemeint, die draussen stehen, für jene, die die Gleichnisse nicht verstehen können. Sie müssen sich die Mühe nehmen und anfangen zu suchen. Aber bei diesen Menschen ist es oftmals sehr schwer. Denn sie selbst tragen eine vorgefasste Meinung in sich, und sie lassen ihr höheres Selbst nicht zu Worte kommen. Es besteht keine Möglichkeit, diese Menschen in die geistige Sprache einzuführen; für sie besteht diese Möglichkeit nicht, denn sie sind in ihrem bisherigen Glauben so verhaftet; und wenn sie ehrlich sein wollen, müssen sie zugeben, dass sie mit diesen Gleichnissen nichts anzufangen wissen.

So versuchen wir von der Geisteswelt aus, dem Menschen dies zu offenbaren. Und so entscheidet ein jeder Mensch selbst: “Halte ich das Vermächtnis, das in meiner Seele liegt, für das Kostbare? Ist es für mich das Wertvolle und Kostbare, das durch Christus, den Erlöser, jedem Menschen in die Seele gegeben ist?” Es ist doch wahrhaftig etwas Wunderbares. Wenn nun auch der eine oder andere von euch den Gedanken hat: “Es wäre doch besser, wäre dies alles klar und deutlich ausgesprochen worden”, so möchte ich einwenden: Wird denn in der heutigen Zeit nicht manches klar und deutlich gesprochen und erlebt, und man glaubt es trotzdem nicht? So ist es doch wohl das Beste und der einzige und richtige Weg, wie es von Gott und Christus getan worden ist und wie es für die Menschheit bestimmt wurde, dass sie für die Wahrheit selbst kämpfen und selbst das Böse überwinden muss in dieser Welt. [...]

In der Geisteswelt erkennt man den Sinn und Zweck des Lebens, und man bedauert es so sehr, dass die Menschen auf dieser Erde an der Wahrheit vorbeileben und sie die Wahrheit nicht erkennen können. Man bedauert es so sehr, wenn sie sich nicht nach innen ausrichten, nur für die Äusserlichkeiten dieser Welt leben und sich so wenig um diese Vermächtnisse kümmern, die der Erlöser einem jeden in die Seele gegeben hat. Gross ist das Bedauern jener aufgestiegenen Geister, die zu höherer Erkenntnis gekommen sind. Und bei ihnen ist das Verlangen so gross, es möge den Menschen doch dargelegt werden, welchen Sinn und welchen Zweck ihr Leben hat, und es möge von diesem wunderbaren Reichtum gesprochen werden, der von Christus in ihre Seele gegeben ist, und dass man es ihnen erklärt, sodass sie sich damit auseinandersetzen und erkennen, was alles an Wunderbarem ihnen doch gegeben ist.

Dieser grosse Reichtum, dieses Vermächtnis, ist doch nur dem Würdigen zugedacht; ihm soll es offenbar werden, und er soll heilig halten, was ihm erklärt wurde. Er soll sich der Grösse dieser heiligen Werte bewusst werden, die in seiner Seele liegen. So viel Wunderbares ist jedem gegeben, der da aufwärtsstreben will, der da einer andern Welt dienen möchte als der Welt der Vergänglichkeit. Der Mensch soll an das ewige Leben denken und an die Gesetze Gottes, an Christus, den Erlöser der Menschheit, der es in so wunderbarer Weise verstanden hat, dem Menschen das Kostbarste zu bringen, was überhaupt nur möglich ist. Der Mensch ist aus der Knechtschaft herausgetreten; in die Kindschaft Gottes hinüber ist er im Geiste gekommen. Dieser Kindschaft Gottes sollte sich ein Christ im ganzen Leben bewusst bleiben, und er sollte seine Pflichten und seine Verantwortungen kennen, die ihm auferlegt worden sind. [...]

Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrer Josef vom 11.5.1974 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Wegweiser zu verborgenen Schätzen

Josef, 21. Dezember 1969

Wegweiser zu verborgenen Schätzen

Christus tat den Seinen die ewigen Wahrheiten in Gleichnissen kund. Zu diesen geistigen Schätzen gehören die Erkenntnisse über den Heils- und Erlösungsplan.

Josef: Gott zum Gruss.

Himmlischer Vater, in Christi Namen sind die Deinen hier versammelt. Im Geiste beugen sie ihr Knie und neigen ihr Haupt, flehen zu Dir empor, Du mögest sie heiligen, segnen, ihnen vergeben, was sie an Unrecht getan. Sie rufen Dir zu: Du bist heilig, heilig, heilig in alle Ewigkeit. Und sie bauen auf Deine Gnade, auf Deine Hilfe.

Liebe Geschwister, wie ich es im Gebete angetönt habe, seid ihr hier in Christi Namen zusammengekommen. Ihr möchtet in seinem Gedenken dieses Liebesmahl bewahren. Er bat ja einst darum, als er mit den Seinen zusammen war (Luk. 22, 19). So wird dieses Liebesmahl der Christenheit in Erinnerung gerufen, und es wird immer wieder gefeiert und erlebt, bis zu dem Zeitpunkt, wo alle Menschengeister den Höhepunkt ihrer geistig-göttlichen Entwicklung erreicht und sich auf die höchsten Stufen gebracht haben.

Ihr seid hier und denkt heute ganz besonders daran, dass das Weihnachtsfest vor der Türe steht. Und ihr wisst auch, dass im Himmelreich diese Erinnerungszeit nicht einfach vorübergeht, ohne dass jene Wesenheiten von den Höhen bis zu den Tiefen erinnert werden an das Wunderbare, das einst geschehen.

So feiern sie auch im Himmelreich. Sie feiern auch mit euch in dieser Stunde. Angehörige und Verwandte von euch dürfen sich euch in einer solchen heiligen Stunde nähern. Denn ihr seid ja eins geworden mit ihnen. In der Wahrheit habt ihr euch mit ihnen gefunden. Ihr seid gleichen Denkens. Die Wahrheit habt ihr erkannt. Und sie, die euch vorangegangen sind, die in der Wahrheit leben, treten euch in einer solchen Stunde nahe. Ihr könnt nicht ahnen, wie sich die himmlische Welt über eine kleine Schar von Menschen freut, die diese Wahrheit entdeckt, diese wunderbaren Werte erkannt hat und diese geistigen Schätze entsprechend bewahrt.

Liebe Geschwister, Christus sprach so oft in Gleichnissen zu den Seinen, und die Seinen verstanden sie nicht. Aber ehe Christus geboren wurde, hatten die Propheten angezeigt, dass er in Gleichnissen sprechen werde, wenn er zu den Seinen komme. In diesen Gleichnissen werde die Wahrheit, die in der Welt verborgen sei, von Christus gedeutet. Die Wahrheit sei in der Welt verborgen. Er wisse sie zu erklären. Das Wertvolle, das Kostbare, sei in der Welt verborgen, und nur in Gleichnissen könne er es den Menschen erklären (Mat. 13, 13–17 und 34–35).

Wenn Christus jeweils von der Welt sprach, dann meinte er damit die Menschheit, die da auf Erden lebt, und alles, was sie umgibt: die Menschheit mit ihren Problemen, mit ihren Sorgen, aber auch mit ihren Freuden, mit ihrer Begeisterung, mit ihrem Leben überhaupt, eben diese Erde mit allem Leben, das auf ihr ist, mit jenen Wesenheiten, die die Menschheit in Versuchung bringen, die die Menschheit versuchen zu täuschen, die ihr einen falschen Glanz darbieten. Immer wieder sprach Christus in diesen Gleichnissen auch vom Glanz der Erde.

Er sprach in seinen Gleichnissen viel vom Sauerteig, vom Senfkorn, vom Rebstock und vieles dazu, und er sprach doch auch: “Ich bin die Quelle des Lebens, ich bin das Licht des Lebens, ich bin das Brot des Lebens” (Joh. 4, 14; 6, 35; 8, 12). Und die Menschen sollten wissen, was damit gemeint war. Es ist genau so, wie die Propheten vorhergesagt hatten: Geheimnisse, Verborgenes, liegt in der Welt, und das versuchte er zu erklären. Die Menschheit von damals war nicht fähig, die ganze Wahrheit zu erfassen. Doch Christus versprach ja, den Geist der Wahrheit zu senden (Joh. 16, 13). Die Menschheit sollte zuerst etwas vorwärtsschreiten, sich im Geiste etwas stärken und sich im Glauben finden können, um dann die Wahrheit verstehen zu lernen.

Liebe Geschwister, im Innern der Erde sind doch Schätze verborgen. Die Menschheit sucht nach diesen Schätzen. Sie wiegt sie ab, sie wertet sie aus, und dies alles dient einerseits ihrem Leben, andererseits gibt es dieser vergänglichen Welt einen Überfluss an Glanz. Schätze sind verborgen im Innern der Erde. Menschen suchen nach diesen Schätzen, und sie lassen nicht locker; sie suchen und wiegen sie ab und werten sie aus. Materielle Güter suchen sie, materielle Werte sind für sie von Bedeutung. Denn ihr Leben ist auf dieser Materie aufgebaut, und diese Erde gibt ihnen den Glanz, der so geliebt wird.

Doch liegen verborgene Schätze nicht nur im Innern der Erde, sondern in dieser Welt, so wie ich es euch erklärt habe: Diese Welt hat verborgene Schätze. Und auch diese verborgenen Schätze müssen gesucht und ausgewertet werden. Diese verborgenen Schätze, die diese Welt trägt, was mögen sie wohl sein? Es sind doch der Erlösungsplan, der Heilsplan, die Schöpfung Gottes – das sind die verborgenen Werte. Aber nach ihnen wird nicht in dem Sinne gesucht. Man bemüht sich um sie nicht so wie um jene irdischen Schätze. Und doch gibt es Menschen, die nach diesen geistigen Werten in dieser Welt suchen. Sie wissen, dass so viele Werte in der Welt verborgen sind. Sie gehen auf die Suche. Und es ist mühsam, diese hohen Werte zu finden. So wie es mit Schwierigkeiten verbunden ist, die nur für die Menschen kostbaren Werte aus dem Innern der Erde hervorzubringen, auszubeuten und auszuwerten, so ist es auch mit den verborgenen Schätzen, die diese Welt in sich trägt. Auch wenn die Menschen auf die Suche gehen nach diesen verborgenen Schätzen, sind es viele, die müde werden bei der Suche und enttäuscht und erbittert zurückkehren und wieder ihren alten Platz einnehmen.

Ihr werdet verstehen, was damit gemeint ist, wenn euch gesagt wird, dass Menschen auf die Suche nach diesen hohen Werten gehen und enttäuscht wieder zurückkehren, weil sie diese nicht finden können. Allein fehlt es ihnen an Kraft, kein Wegweiser zu diesen Werten steht ihnen zur Verfügung. Andererseits fehlt es ihnen an persönlichen Kräften, um die Ausdauer aufzubringen und auf der Suche zu bleiben. Es ist genauso mühsam, wenn nicht noch viel mühsamer, auf der Suche nach diesen geistigen Werten zu bleiben und nicht enttäuscht zurückzukehren. Wie viel Anstrengung braucht es für den einen und den andern, wie viel Mut braucht es. Ja sogar Demütigung gibt es. Was muss ein solcher alles auf sich nehmen. Er kann ausgelacht, als Träumer hingestellt werden, weil er nach etwas sucht, von dem ein anderer glaubt, es habe ja gar keinen Wert. Dies glaubt der materialistisch eingestellte Mensch; so glaubt jener, der sich von Gott abkehrt, der nicht nach dem Verlorenen dieser Welt sucht, sondern für den nur das Sichtbare von Bedeutung ist, nur das, was er im Innern der Erde auszubeuten vermag. Das sind zwei Welten, zwei Welten sind es. Man soll auf die Suche gehen nach den verlorenen und verborgenen Schätzen dieser Welt.

So hatte es doch Christus in wunderbarer Weise verstanden, davon zu sprechen. Und so war es schon längst vorher verkündet worden, dass er in Gleichnissen sprechen werde von diesen verlorenen Schätzen der Welt. Davon soll nie etwas verloren bleiben. Man geht auf die Suche. Und der Wegweiser auf dieser Suche ist doch Christus. Es sind die heiligen Geister, die die Wege beleuchtet haben und der Christenheit im Besonderen zeigen, welche Schätze diese Welt in sich birgt. Wenige sind es, die diese Werte gefunden haben. Doch wer sie gefunden hat, weiss sie zu schätzen. Wer es wirklich mit Herz und Seele geschafft hat, das Verlorene zu finden, weiss es zu schätzen und wird es bewahren. Es wird euch doch immer wieder die Gelegenheit gegeben, solche Schätze dieser Welt kennenzulernen. Etwas Wunderbares ist es doch, das der Himmel euch gegeben hat. Der Himmel hat seine Türen und seine Tore überall aufgetan. So könnt ihr eintreten, denn das Licht des Himmels neigt sich dieser Welt zu und zeigt den Weg zu diesen Schätzen.

Ich glaube, dass ich von euch verstanden werde. Wenn ich so zu euch spreche, könnt ihr immer besser verstehen, was in den heiligen Schriften geschrieben steht. Manches ist undeutlich, so verborgen. Und so versuche ich euch doch zu erklären, was damit gemeint ist, was Christus gemeint hat, was die Propheten gemeint haben, als sie voraussagten, dass er in Gleichnissen sprechen werde. Christus hat die Menschheit von der Trennung von Gott erlöst, der Weg ist geebnet. So soll der Menschheit jetzt die Möglichkeit gegeben werden, diese Schätze der Welt zu finden, sie aufzunehmen und sie in ihrem Innersten zu bewahren. Die Menschen sollen sie erschliessen und in der Seele und im Herzen verankern, bewahren und sie als ein Stück Eigentum betrachten. Denn es sind geistige Werte, es ist geistiges, köstliches Gut, Gut, von dem Christus sprach.

Nun wollen wir doch auch etwas vom inneren Menschen reden. Auch der innere Mensch hat Verborgenes in sich. In seiner Seele liegt so vieles eingeschlossen und verborgen. Der Mensch kann auf die Suche gehen nach dem Verlorenen in seiner eigenen Seele, nach dem verlorenen persönlichen Gut. Er kann aber auch auf die Suche gehen nach dem verlorenen Gut seines Nächsten. Man kann gemeinsam auf die Suche gehen. Man kann gemeinsam finden, die Werte erkennen und das Gefundene, Köstliche, Kostbare pflegen.

Im Innern des Menschen ist manches verborgen und bleibt sein ganzes Leben lang verborgen. Er selbst kann es nicht finden, sei es, dass es ihm an Kraft fehlt oder dass er unwillig oder Gott entfremdet ist. Er geht nicht auf die Suche nach dem kostbaren Gut seiner eigenen Seele. Er will gar nicht verstehen, dass etwas Verborgenes in seiner Seele sein soll, das köstlicher, wertvoller ist als das Sichtbare, das ihn umgibt. Er kann es nicht verstehen. Er lebt im Glanz der Welt und ist vom Geistigen abgekehrt.

Wenn ein Mensch zu dieser Erkenntnis kommt, wird sein Geist erleuchtet, wie es euch jeweils erklärt wird. Wenn er unermüdlich auf die Suche nach anderen unvergänglichen Werten geht, dann wird sich ihm eine Welt auftun, eine Welt, die ihn beglückt, die für ihn ganz interessant wird, eine Welt, die für ihn segensreich wird, eine Welt des Friedens. Denn er sieht keinen Hass, er hat alles Negative überwunden, er fühlt und sieht anders. Entflohen ist er dieser materialistischen Welt mit ihren Anschauungen, eingetreten ist er in eine höhere Ebene, wo Gottes Wort wirksam ist, wo jene Sprache gesprochen wird, die man nur versteht, wenn man auf die Suche nach den verlorenen, verborgenen Schätzen gegangen ist, die diese Welt, diese Erde seit eh und je in sich trug. Wenn man sie gefunden hat, soll man das Gefundene pflegen und schätzen. Und darum geht es doch auch.

In eurer materiellen Welt ist es so: Ein Mensch mag, wie er glaubt, kostbare materielle Dinge besitzen, die ihm aber nichts Besonderes bedeuten, die er gar nicht besonders schätzt. Genauso ist es mit den geistigen Werten. Er kann sie in sich haben, doch er schätzt sie nicht. Das ist nicht die Sprache, nicht das Gefühl der hohen Geister, der höheren geistigen Entwicklung, das ist nicht ihr Ausdruck. Wer nicht schätzen kann, was er an Kostbarem in sich trägt, ist zwar kein Verlorener, bleibt aber doch in einem gewissen Sinne ein Aussenseiter. Er steht nicht nahe am göttlichen Tor. Weit entfernt ist er noch. Entscheidend ist doch, diese hohen geistigen Werte zu schätzen.

Was glaubt ihr, was es denn wohl sein mag – in wenigen Worten gesagt –, was mit diesen hohen geistigen Werten gemeint ist, die verborgen sind und die jeder in sich trägt? Diese Welt mit diesen verborgenen Schätzen umfasst einmal, was ich betont habe: die Erkenntnis über Sinn und Zweck des Lebens; zu wissen, warum Christus die Menschheit erlöst hat; den Heilsplan zu kennen, den Erlösungsplan zu kennen, sie auszuschöpfen, sie auszuwerten – das sind die verborgenen Schätze in der Welt, von denen Christus sprach und von denen die Propheten vorausgesagt hatten, dass er sie erklären werde. Er sagte doch: “Ich bin das Brot des Lebens. Wer an mich glaubt, wird leben, obgleich er stürbe.” (Joh. 6, 35 und 11, 25.)

Ihr müsst doch selbst zugeben, dass man solche Worte nicht verstehen, damit nichts anfangen könnte, wenn man nicht etwas von dem Verborgenen dieser Welt gefunden hätte und wüsste, was damit gemeint ist. Das sind Schätze, kostbare Schätze. Doch der andere geht achtlos daran vorbei und hat sogar nur ein Lächeln dafür. Ihm fehlt es am Glauben, er hat kein Verständnis, er hat kein Wissen. Wie soll es aber jene Menschen beglücken, die von dem Verborgenen dieser Welt einen geringen Teil gefunden haben, die wissen, was damit gemeint ist: “Ich bin das Brot des Lebens. Wer an mich glaubt, wird leben. Und wer mich kennt, den werde ich auch kennen, wenn er zurückkommt zum Vater.” (Mat. 10, 32.) Es ist die geistige Lebendigkeit. Es ist der Geist im Menschen, der da lebt und von Christus aufgenommen wird, eben von ihm, der es ermöglichte, dass man als Mensch in dieser Welt leben kann, um aufzusteigen, dass man genährt wird an Leib und Seele von ihm und durch ihn, durch seinen Erlösungsplan, durch das, was geworden ist in dieser Welt. So hat Gott Christus die Möglichkeit gegeben, es zu schaffen, sodass alles, was da lebt, ihm zu verdanken ist und keiner zum Vater kommt, ohne dass er zuerst an ihm vorübergeht.

Auch das sind Worte, liebe Geschwister, die Menschen nicht verstehen, die das Verborgene dieser Welt nicht gefunden haben. So mancher gläubige Mensch, der glaubt, gerecht zu sein, sagt sich: “Ich brauche keinen Christus. Ich brauche nur Gott. Gott ist für mich alles und steht über allem. An ihn will ich glauben. Aber an Christus glaube ich nicht. Ihn brauche ich nicht.” Solche Worte habt ihr selbst schon gehört. Und so könnt ihr wiederum sehen: Solche Menschen sind nie auf die Suche nach dem Verborgenen gegangen, das diese Welt wirklich in sich trägt. Sie wissen nicht zu schätzen, was die Welt an Verborgenem in sich trägt. Sie suchen nicht danach. Sie kennen den Wert nicht, der in dieser Welt liegt. So könnt ihr doch sehen, wie viele Menschen ausserhalb dieser wahren Kirche Christi stehen. Sie glauben, Christus anzugehören. Aber ihm angehören kann man nur, wenn es ein Ganzes gibt, eine ganze Wahrheit. Wenn man ins Reich Gottes hineingetreten ist, dann lässt sich das Verborgene finden.

Dieses Verborgene in der Seele, diese kostbaren Werte, was mag es sein? Was für Dinge sind es wohl? Es ist der Friede, der verkündet wurde, als man die Geburt des Erlösers ankündigte: “Friede den Menschen auf Erden” (Luk. 2, 14). Friede, welch kostbares Wort – ein Wort, das nicht geschätzt wird, das eben zu diesen kostbaren Werten gehört, zu diesem Verborgenen, das die Welt in sich trägt und das man noch nicht gefunden hat. Man wird ja nicht angesprochen von diesem Frieden, der verkündet wird. Man hat ihn ja gar nicht gefunden, den Frieden in dieser Welt. Diesen verborgenen kostbaren Schatz, den die Welt in sich trägt, hat man nicht gefunden. Hätte man ihn gefunden, läge die Welt nicht in diesen Wehen.

Ihr, liebe Geschwister, sollt doch für euch besorgt sein und euer eigenes Haus bestellen, euer geistiges Haus. Sorgt selbst für diesen Frieden. Ihr solltet ihn gefunden haben. Ihr sollt nicht zu den Gleichgültigen gehören, die diesen Wert nicht schätzen können. Schätzt, was mit diesem Frieden gemeint ist: Friede auf Erden, Friede in deiner Seele. Lebe du im Frieden, und tue alles, was Frieden schafft. Das ist ein kostbares Gut. Es würde sich doch wohl lohnen, über dieses kostbare Gut nachzudenken. Denn es ist nicht nur einfach ein Wort, das heisst: “Man muss mit dem andern auskommen, man muss harmonisch sein, man muss in der Harmonie leben.” Friede trägt Aufopferung in sich, Friede trägt Liebe, Barmherzigkeit und Güte – alle Tugenden trägt dieses Wort Friede in sich. Es trägt auch das Wort Verpflichtung in sich: Friede deiner Seele. “Geh hin im Frieden”, sprach der Herr zu den Seinen (Mark. 5, 34). Ich könnte euch dasselbe sagen, wenn ihr auseinandergeht: “Gehet hin im Frieden, und gesundet alle an Leib und Seele. Friede sei mit euch.” Heilig, kostbar sollen diese Worte sein, keine abgedroschenen Worte, kein Satz, der unbedeutend ist, der einem nichts mehr zu sagen hat, weil es einfach Tradition geworden ist, dies zu verkünden: “Friede den Menschen auf Erden.” Diese kostbaren Worte können nur einen Wert in sich haben, wenn man auf die Suche nach dem Verlorenen gegangen ist und es gefunden hat.

So erlebt ihr im Laufe der Zeit immer wieder, was euch an Kostbarkeiten gegeben wird. Verlorenes wird hervorgeholt, euch dargelegt, gezeigt, und ihr sollt es aufnehmen. Das eine ist dafür da, dass es gepflegt wird, das andere dafür, dass man es verwendet, dass man tätig wird, dass es geschätzt wird. Diese Welt birgt noch viel Verborgenes für die Menschheit in sich, das noch nicht gefunden wurde.

Aber mit einem möchte ich euch doch beglücken, liebe Geschwister: Für die Geisterwelt Gottes ist es eine Freude, jene versammelt und vereint zu sehen, die diese kostbaren Güter gefunden haben und sie pflegen, die ständig auf die Suche gehen, immer noch tiefer in diese Welt eindringen, um noch mehr von diesen Kostbarkeiten zu finden, um sie aufzubewahren, um sich reich zu fühlen mit diesen geistigen Werten und glücklich zu sein mit ihnen, wirklich glücklich. Denn dies ist ein anderes Glück, ein anderes Empfinden, als wenn ein Mensch mit irdischen Gütern gesegnet ist. Irdische Güter haben ihre Vergänglichkeit – geistige Güter haben ihre Zukunft, ihre Unvergänglichkeit. Das sind zwei verschiedene Dinge.

Nun, liebe Geschwister, geht ihr ja dieser wunderbaren Zeit der Erinnerung an Christi Geburt immer näher entgegen. So werdet ihr es in eurem trauten Zuhause hören, es wird gesungen, es wird gebetet, gelobt und gepriesen, dass der Herr gekommen ist und der Menschheit den Frieden gebracht hat. So möge jeder glücklich sein und seinen Frieden als das kostbare Gut seiner Seele bewahren.

Nun, liebe Geschwister, seid ihr ja hierhergekommen, um gemeinsam mit euren geistigen Geschwistern, die mit eurem Sinnen und Trachten einig sind, dieses Liebesmahl im Gedenken an Jesus Christus einzunehmen, an ihn, den Erlöser. Und so erinnere ich euch daran, wie er es gesagt hat: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen” (Mat. 18, 20). So sollt auch ihr erkennen können, dass der Himmel sich freut, solche Menschen zusammen zu sehen, die etwas vom Kostbaren gefunden haben und es pflegen.

Diese heilige Stunde bringt eurer Seele Heilung, auch eurem Leibe. Jeder wird bekommen, was er aufzunehmen fähig ist. Wie es der Herr gesagt hat: “Friede sei mit dir. Geh hin im Frieden und gesunde.” Es verlangt euch doch danach, die tiefe Verbundenheit mit ihm zum Ausdruck zu bringen. Es verlangt euch nach einem höheren Frieden, nach diesem geistigen Frieden. Es verlangt euch danach, die Verbundenheit mit der heiligen Geisterwelt zu zeigen. Ihr breitet eure Hände nach uns aus, und wir nehmen sie entgegen. Wir segnen eure Hände, damit auch eure Hände wieder segnen können. Wir segnen eure Augen, damit euer Blick für eure Umgebung segensreich werde. Wir segnen euer Wort, damit euer Wort heilig werde, heilsam und segensreich für jene, mit denen ihr zusammenlebt. Das ist unser Geschenk an euch. Zu Ehren unseres Königs soll Segen über euch kommen. So ist es die heilige Geisteswelt, die im Auftrage des Königs zu jenen geht, die in dieser Verbundenheit mit ihm leben. So soll diese Stunde eine Stunde des Heils für Leib und Seele sein. Ihr sollt in dieser Stunde wieder etwas vom Verborgenen gefunden haben, das die Welt in sich trägt.

Nun, liebe Geschwister, lassen wir etwas Ruhe über euch kommen, eine Stille, um für wenige Minuten euch die Gelegenheit zu geben, ins Gespräch zu kommen mit Christus, mit der heiligen Geisteswelt. Sie ist bereits in eurer Nähe, um euch den Beistand zu geben. Ihr bedürft dessen doch. Der eine hat wohl keinen Frieden zu Hause, der andere lebt in Angst um das Leben des andern. Es gibt doch so viele Probleme. Die Engel des Himmels sollen eure Sorgen und Probleme mittragen. Ihr sollt ihnen die Hand geben, damit ihr leichten Schrittes durchs Leben gehen könnt.

Himmlischer Vater, die Deinen sind bereit, den Segen und die Gnade aufzunehmen. Gelobt und gepriesen seist Du.

Himmlischer Vater, segne diesen Wein hier. Er ist das Sinnbild vom Blute Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, und lass ihn jedem zum Heil werden, der davon nimmt.

Himmlischer Vater, segne dieses Brot hier, Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot, und lass es jedem zum Heil werden, der davon nimmt.

Nun bitte ich, euch zu erheben. Nehmet, esset und trinket davon.

Dank sei Dir, o Herr, für den Segen. Führe Du die Deinen mit Deinen heiligen Geistern durch ihr Leben. Blicke Du mit Wohlgefallen auf die Deinen nieder. Dank sei Dir, o Herr, für alle Wohltaten, die Du ihnen gibst.

Nun, liebe Geschwister, mit einem Gebet und mit etwas Musik wird diese heilige Stunde beendet. So möget ihr gesegnet und behütet durch die heilige Geisterwelt Gottes durchs Leben gehen. Gott zum Gruss.

Abendmahlansprache von Geistlehrer Josef vom 21.12.1969 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Heft 6/2026
Preis USD 4.00
21 Seiten, 21 × 29,7 cm