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Das Od als geistige Lebenskraft in den Stufen des Aufstiegs – Die Bedeutung der Odkraft – Unterschiedliche Herkunft des Odes
Od als Lebenskraft
Beschreibung
Geistlehrerin Lene unterrichtet – im Rahmen eines Lehrausfluges mit zwei heranwachsenden Geistkindern – über den Aufstieg gefallener Geistwesen, wie sie sich in der Natur emporarbeiten müssen, über das Pflanzen- und Tierreich bis hin zur Stufe des Menschseins. Man erhält Aufschluss über das Werden und das Vergehen in der Natur: wie mächtige Odströme Funken des Lebens des Pflanzenreichs, am Beispiel von Grashalmen und Blättern, aufnehmen und sie zu gegebener Zeit wieder aussenden zu erneuter Beseelung – in dieselbe Stufe oder nach Umwandlung in eine etwas höhere Stufe.
Erhellt wird zudem Vielfalt und Differenziertheit göttlichen Wirkens im Aufstieg von Leben. Weiter wird erklärt: Jeder Mensch verfügt über Kräfte, die ihn lebendig machen und die zum Leben notwendig sind: Es ist die Od- oder Lebenskraft, die den ganzen Leib, alle Organe durchströmt und in der alles Denken des Menschen, alle seine Gefühle und Erinnerungen festgehalten sind.
Themenheft 1/2012: Das Od als Lebenskraft
Inhalt
Das Od als geistige Lebenskraft in den Stufen des Aufstiegs
Lene, 20. Oktober 1982
Das Od als geistige Lebenskraft in den Stufen des Aufstiegs
Geistlehrerin Lene unterrichtet uns – im Rahmen eines Lehrausfluges mit zwei heranwachsenden Geistkindern – über den Aufstieg gefallener Geistwesen, wie sie sich in der Natur emporarbeiten müssen, über das Pflanzen- und Tierreich bis hin zur Stufe des Menschseins. Wir erhalten Aufschluss über das Werden und das Vergehen in der Natur: wie mächtige Odströme Funken des Lebens des Pflanzenreichs, am Beispiel von Grashalmen und Blättern, aufnehmen und sie zu gegebener Zeit wieder aussenden zu erneuter Beseelung – in dieselbe Stufe oder, nach Umwandlung, in eine etwas höhere Stufe. Erhellt wird zudem Vielfalt und Differenziertheit göttlichen Wirkens im Aufstieg von Leben.
Lene: Gott zum Gruss. Meine lieben Geschwister, so wie ihr neugierig seid, wie es in unserer Welt aussieht und zugeht, ebenso neugierig sind die heranwachsenden Kinder der geistigen Welt auf das Leben der Menschen – wie sie leben, wie diese Welt aussieht. Gemeint sind also Kinder, die in der Geisteswelt erzogen werden. Ich versuche, euch Erklärungen zu geben, und habe, wie aus früheren Zeiten gewohnt, zwei heranwachsende Kinder zu diesem Abend mitgenommen. Sie hören mit, was ich euch zu sagen habe. Das, was ich euch erzähle und was ich euch sage, habe ich mit diesen beiden schon erlebt, das heisst, ich habe ihnen die Welt so gezeigt, wie es mir möglich war, dem Verständnis dieser beiden Kinder angepasst. Es sind zwei Mädchen, nach eurer Berechnung im Alter zwischen acht und zehn Jahren. Das eine Mädchen heisst Rosalinde, das andere heisst Liliane. Die Namen haben sie sich selbst gegeben, denn in der Jenseitswelt dürfen sie sich nach gewisser Zeit einen Namen selbst aussuchen, so sie bei uns aufwachsen.
Das, was ich zu sagen habe, ist für manche, die hier sind, neu, und es mag auch so sein, dass man darüber staunt, solches zu erfahren – man kann manches nicht so richtig begreifen und verstehen. Da muss auch ich sagen: Unmögliches, Unrealistisches begreifen die Menschen manchmal besser oder schneller. Etwas Unmögliches können sie annehmen, aber etwas begreifen, was eigentlich natürlich ist, scheint ihnen schwerzufallen. Und wir – ich sage wir, nicht ich allein – haben euch unsere Welt so dargelegt und erklärt, dass man sich diese feinstoffliche Welt nicht menschlich genug vorstellen kann. Das, was ich jetzt gesagt habe, mag den einen oder andern verwundern, aber es sollte doch eigentlich niemanden erstaunen. Denn wenn diese feinstoffliche Welt auch eine Welt ist, wo man lebt, miteinander spricht und arbeitet – eine feinstoffliche Welt, wo man Freuden untereinander teilt, sich freuen kann –, so ist es doch eine Welt der Vielfalt, der Erlebnisse. Bei uns herrscht auch eine grosse Beschäftigung und eine rege Tätigkeit. Es ist nicht so, dass man in unserer Welt zum Nichtstun verurteilt wäre. Überlegt euch: Das Unglück wäre sehr gross, wenn keine Tätigkeit für den Einzelnen vorhanden und er zum Nichtstun verurteilt wäre. Denn man hat doch seine Selbstständigkeit und auch seine Intelligenz. Nichts zu tun haben kann es also nicht geben; die geistigen Wesen werden also, je nach ihrer geistigen Entwicklungsstufe, die sie einnehmen, auch bei uns in der feinstofflichen Welt eine Tätigkeit ausüben und im Heilsplane Gottes tätig sein.
Und jetzt geht es mir eben um Erklärungen zum Aufstieg – sozusagen als Fortsetzung jener Erklärungen, die diese beiden Kinder auch bei uns bekommen. Sie sollen mithören und für das, was ich euch sage, eine Bestätigung empfangen: was sie schon erlebt haben, was ich ihnen gezeigt habe, wie es ist – dass es nicht etwa so ist, wie eben diese Kinder und auch andere Geistwesen bei uns der Auffassung sind: “Das wissen ja die Menschen schon.” Nein, die Menschen wissen das nicht unbedingt – es gibt wohl welche, die höhere Erkenntnisse haben und die solche Dinge wissen oder eben zu diesem Wissen gelangt sind, aber nicht alle Menschen wissen es.
Diese heranwachsenden Kinder müssen auch bei uns ihre Schulen besuchen, und ich kann euch sagen, dass ihnen das etwa gar nicht gefällt; ihr werdet dies noch mit einem ganz besonderen Ausspruch hören. Unsere Kinder haben es also ganz gleich wie eure Kinder: Sie müssen schreiben lernen, lesen, rechnen und was man alles lernen muss. Das scheint ihnen manchmal auch etwas zu viel zu sein. Und eben ganz besonders schwierig haben wir es mit jenen Kindern, die sozusagen von klein auf bei uns sind – ich möchte, ihr könntet sehen, wie diese beiden lachen ... Ganz schwierig ist es also bei Geistkindern, die sozusagen von klein auf bei uns gepflegt und erzogen werden, ihnen beizubringen, dass es eine Notwendigkeit ist, auch Sprachen zu erlernen. Ja, Sprachen müssen sie lernen – und auch schreiben, rechnen und vieles noch dazu: je nach der Entwicklungsstufe, wo sie stehen, je nach der geistigen Intelligenz, die die Betreffenden haben.
Man darf sich die Aufnahme der Erdenkinder bei uns nicht so vorstellen, als gebe es nur einen Ort, wo sie aufgenommen würden, sondern die Kinder werden in diejenige Entwicklungsstufe hineingeführt, wo sie gemäss ihrer persönlichen geistigen Entwicklungsstufe hingehören. Solche Kinderparadiese, wie wir diese Orte nennen, hat es in allen Aufstiegsstufen – von den tieferen bis zu den höheren oder höchsten Stufen hinauf. Denn Kinder, die auf Erden geboren werden, sind ganz verschieden in ihrer geistigen Entwicklung. Und sie können von uns von dieser Welt abberufen werden, oder sie sterben infolge einer Krankheit, eines Unglücks. So nehmen sie eben dementsprechend ihren Platz bei uns ein, wo sie je nach ihrer persönlichen Entwicklung hingehören. Ich kann auch sagen: Sie werden in jene Sphären oder an jene Orte hingeführt, von wo sie ausgegangen sind – sie hatten ja ihre Entwicklungsstufe eingenommen und auch in der Geisteswelt an einem Ort gelebt. So kehren sie wieder an diesen Ort zurück, von welchem sie ausgegangen sind, wenn sie schon als Kleinkind sterben. So meine ich das.
Wenn sie aber heranwachsend im jugendlichen Alter sterben und in ihrem Leben, in ihrem kurzen menschlichen Dasein schon gewisse geistige Gewinne und Fortschritte gemacht haben, werden sie auch in der Geisteswelt nicht mehr an denselben Ort hingeführt, von wo sie ausgegangen sind, sondern ihr geistiger Fortschritt wird berücksichtigt, und sie kehren dann in diejenige Sphäre ein, die sie sich durch ihren geistigen Aufstieg verdient haben. Ich möchte das klar dargelegt haben, damit ihr auch alles andere versteht, was ich euch im Folgenden zu sagen habe.
Ich weiss – und darüber habe ich noch nie gesprochen: Im Grunde genommen haben wir ja Gelegenheit genug, euch von Mal zu Mal immer wieder etwas von diesen Dingen zu erzählen. Ich möchte sagen, es ist wie bei einer Perlenkette: Wenn man sich etwas verdient hat, bekommt man eine Perle, und bei der nächsten Gelegenheit kommt eine weitere hinzu. Am Schluss hat man dann einen Besitz oder einen Wert – etwas, woran man sich freuen kann und das man dann begreift und versteht. Das ist es ja eben – wir Geistwesen geben uns Mühe, studieren und beraten uns gegenseitig. So fragen wir uns: “Was dürfen wir nun dem Menschen erklären? Was ist er in der Lage, zu verarbeiten und zu bejahen?” Denn wenn ich jetzt eine Bemerkung machen darf: Ihr seid doch noch lange nicht alle auf ein und derselben Geistesstufe; es hat welche, die leider noch etwas unten sind, anderseits ist es erfreulich, zu betonen, dass eine schöne Anzahl von Geschwistern auf erhöhter Geistesstufe stehen. Ich möchte das sagen, ohne euch besondere Komplimente zu machen. Und es hat welche, die sich um den Aufstieg bemühen, aber es fehlt ihnen manchmal die Kraft, diesen Aufstieg zu bewältigen.
Es braucht manchmal nicht viel – so muss einer nur einem Mitmenschen etwas erzählen, und dieser antwortet ihm: “Was glaubst denn du für Sachen? Das ist doch gar nicht wahr” –, und schon fällt der Mensch wieder zusammen, und dann ist alle Mühe, was bis anhin erreicht wurde, umsonst. Das gibt es also auch. Also möchte ich das betont haben: Auch unter euch sind geistig verschieden entwickelte Menschen. Die einen sind glücklich über das, was ich jetzt zu sagen habe oder im Laufe des Abends sagen werde. Sie begreifen es und sind glücklich, darüber Näheres erlebt oder gehört zu haben.
Andeutungen darauf, was ich euch jetzt sage, erhielten schon meine beiden Geistgeschwister, die ich mitgebracht habe – sie wurden in der Geisteswelt darauf hingewiesen. Man gibt ihnen auch Unterricht im Heilsplan, im Schöpfungsplan und von der Entwicklung des Menschen. Man versucht, ihnen Erklärungen darüber zu geben – je nach der Stufe, wo sie leben, was man ihnen zumuten kann –, und will sie auch so erfassen, denn wir brauchen sie in der geistigen Welt für ihre Mitarbeit im Heilsplan. Oder sie werden bestimmt für das Menschsein, und wir rechnen damit, dass sie dann eine bessere und grössere Aufgabe erfüllen können. Wir haben also auch unsere Berechnungen.
Nun, wenn ihr über eine Wiese wandert, die so wunderschön grün ist, und ihr Grashalm an Grashalm sehen könnt, habt ihr euch nicht schon manchmal gefragt: “Wie ist denn das so möglich – dass diese Natur beseelt werden kann?”? Ihr wisst von uns: Diese Natur – also das Gras oder meinetwegen die Blätter von den Sträuchern oder von den Bäumen sind belebt. Belebt, beseelt, ich weiss nicht, welches der bessere Ausdruck ist, um euer Verständnis dafür zu gewinnen. Dann fragt ihr euch doch und sagt: “Da ist Grashalm an Grashalm – es kann doch unmöglich sein, dass jeder Grashalm beseelt ist und jedes Blatt, das an einem Strauch oder an einem Baum ist.” Das heisst nichts anderes als: Beseelt ist jeder Grashalm, jedes Blatt mit einem Funken, denn es ist Leben. Wenn dieses Leben erlischt, dann stirbt das Blatt ab, und das Gras verdorrt. Oder anders gesagt: Wird das Gras geschnitten, dann wird das Leben, das in jedem Halm war, entfernt – und die Beseelung entflieht. Doch wohin mit diesen ungeheuer vielen Funken, die die einzelnen Blätter, die einzelnen Grashalme durchdringen? Wie ist das möglich? Wo gehen die hin?
Nun reden gewisse geistig ausgerichtete Gemeinschaften diesbezüglich von einer Gemeinschaftsseele. Ich möchte dem nicht zustimmen, weil es ja auch nicht stimmt. Sie können es nicht richtig erfassen. Ich versuche, es jetzt zu erklären, so wie ich es meinen beiden Mädchen erklärte, die das miterlebt haben. Jetzt muss ich einmal sagen: In der Natur ist alles in Bewegung – da sind Odwellen, Odströme, Odbänder. Dieses Od, von dem ich jetzt rede, eben diese Odbänder, Odströme, Odwellen – ja es gibt sogar Odstürme – nehmen die scheidende Beseelung auf. Es gibt verschiedene Odströme, und jeder Odstrom nimmt jenes Leben auf, das zu seinem Od gehört – das zu ihm passt. Der Entwicklung [des Lebens] entsprechend nehmen diese Odströme die Beseelung auf durch ihre Odkraft oder Odwelle. Diese Bewegung, die da über der Erde herrscht, macht es möglich, dass das Od, das sich über dem Boden bewegt – gemäss den verschiedensten Möglichkeiten –, wie ein Magnet wirkt. Wenn nun, sagen wir, dieses Blatt seine Lebendigkeit verliert, also der Funke, diese Belebung, seine Aufgabe erfüllt hat, dann geht dieser Funke hinein in das Odband oder in diese Odwolke oder wie man es auch nennen mag. Und dieser Odstrom – es sind Wellen, die sich bewegen, sie nehmen eben dieses Scheidende, dieses Entfliehende jeweils in sich auf. Was sie aufnehmen, bleibt dann eine Zeit lang in diesen Odwellen oder Odbändern. Um aber keine Irrtümer aufkommen zu lassen: Dieser Vorgang ist nur berechtigt beim niedersten Leben – den niedersten Aufstiegsstufen des Lebens. Es geht also um das niederste Leben. Es ist euch ja klar, dass ein Grashalm oder ein Blatt nicht [von einem Geist Gottes] in die geistige Welt getragen werden kann.
Und darüber hat man sich schon Gedanken gemacht: “Was geschieht denn mit diesem Funken?” Diese Funken werden auf die vorhin erklärte Art und Weise mit Odwellen oder Odströmen aufgenommen, und jeder Funke ist für sich eine Persönlichkeit; das ist ja das Wunderbare in der Schöpfung, hatte er doch einmal seinen Platz – ein Geistwesen, beseelt in der Jenseitswelt. Er hat ihm doch Leben gegeben. Und dieses Leben, diese Gestalt, die das Wesen gehabt hat, ist ihm ja genommen worden. Die Gestalt, die Form oder Erscheinung hat sich – sagen wir durch den Aufstieg oder durch die Entwicklung, die diese Persönlichkeit durchstehen musste – zu diesem Funken zusammengezogen. In ihm ist das ganze Leben, die Vergangenheit enthalten: das Leben, das man einmal gelebt hat – die Persönlichkeit, die man einmal gewesen ist.
Dass es ja so weit, zu diesem Aufstieg, gekommen ist – ich glaube, es würde zu weit führen und es ist nicht notwendig, dass ich euch das erkläre ... Ihr wisst ja die Gründe, warum es so weit kam – dass man in seiner Entwicklung so zurückgebunden und auf die niederste Stufe eingestuft wurde, um so seinen Aufstieg zu vollziehen.
Und wenn euch doch erklärt wird, dass überall Leben ist – in der Natur, überall ist Leben –, so ist das eben auch so zu begreifen und zu verstehen, dass dieses Leben ja wieder der Natur zurückgegeben wird; ich rede jetzt von der niedersten Stufe des Lebens, und ich kann sagen: Es ist nicht so, wie man womöglich der Auffassung ist, dass, sagen wir, ein Leben auf dieser niedersten Stufe in der Natur genüge, wie ich es jetzt schildere – um dann, wenn dieses Leben oder diese Wandlung vorbei ist, in eine höhere Wandlung hineinzukommen. Das kann sein, aber in den meisten Fällen vollzieht es sich in diesen niedersten Entwicklungs- oder Aufstiegsstufen einige Male, das heisst, der Funke wird nicht nur ein Mal ein Blatt beleben, sondern er wird mehrere Male in derselben Aufgabe stehen, eben einfach bei einem andern Strauch oder Baum – eben dort, wenn es gedeiht und wächst und es so weit ist, dass das Leben beispielsweise in einen Zweig eindringen und sich entfalten kann. Jeder Funke hat genau sein Ziel und seine Aufgabe, aber es wird einige Male in den niedersten Stufen dieselbe Wandlung durchmachen. Also nicht dass man etwa glaubt, ein Mal genüge es und schon komme die höhere Stufe. Ja, in den weiteren Stufen, die aufwärtszusteigen sind, ist das schon der Fall, aber nicht in den allerniedersten; dort wird man einige Male in ein und dasselbe Kleid wiederverwandelt werden, so, wie man vorher war.
Wenn es wieder anfängt zu grünen, wenn es wieder so weit ist, dass das Sterben der Natur vorüber ist und es erneut ein Erwachen der Natur gibt, sind ja diese Odwellen wieder da, die über die Erde ziehen. Sie ziehen über die Natur, sie ziehen hin und her – sie bewegen sich, um diese Funken auszustreuen, auszuwerfen. Es ist etwas Wunderbares, zu sehen, wie diese Funken der Natur diese Belebung bringen. Es geschieht in der Zeit, die dafür bestimmt ist, dass es sich vollziehen muss, und so geht dann diese Belebung so wieder vonstatten; die Odwellen, die ja vorher beim Abscheiden diese Belebung oder diese Funken in ihre Odströme aufgesogen haben, geben sie jetzt wieder zurück, sodass es wieder neues Leben in der Natur gibt – neues Gedeihen, neues Wachsen. Dies geschieht so in den dafür bestimmten Stufen – ich kann euch dies jetzt nicht in allen Einzelheiten erklären.
[Nun machen wir einen grossen Schritt weiter im Aufstieg in die höhere Tierwelt.] Sobald nun ein Tier eine gewisse Geistesstufe eingenommen hat – sagen wir nun ein grösseres Tier, ein Pferd oder ein Hund –, wird es nicht zurückgeschmolzen zu diesem Funken und von den Wellen aufgenommen. Hier ist eine Gestalt vorhanden, die man errungen hat. Lange Zeiten hindurch ist man gewandelt und so eingekleidet worden, bis man diese Stufe erreicht, errungen hat. Diesbezüglich, von einem Pferd, ist euch ja auch schon eine Erklärung gegeben worden [Vortrag vom 24.9.1981].
Sobald ein Wesen im Tierreich seine oberste Entwicklungsstufe eingenommen hat, wird es nach seinem Tode auch ganz bestimmt von seinen Betreuern, die es im Leben gehabt hat, in die geistige Welt geführt. Wenn Menschen, die einem solchen Tier bekannt gewesen sind, schon verstorben sind, werden sie dabei sein. Sie werden dieses Tier in seiner geistigen Gestalt in Empfang nehmen – hier erlischt die geistige Gestalt also nicht; sie zieht sich nicht mehr in diesen Funken zusammen. Die Entwicklung, der Aufstieg, ist so weit fortgeschritten, dass die Gestalt erhalten bleibt.
Und es kann dann so weit kommen, dass es Geistwesen gibt, die eben da sind – sagen wir, wenn nun ein Pferd oder ein Hund sterben muss, ich nenne diese jetzt nur als Beispiel –, um eines dieser Tiere in seinem geistigen Leib zu seinen Gleichartigen zu führen, wo es seinen Platz unter ihnen einnimmt. Dieses Tier hat ja auch einen geistigen Leib, denn es hat eine Entwicklungsstufe so weit oben erreicht, dass es einen sichtbaren geistigen Leib haben darf – und so wird dieses Wesen an seinen geistigen Ort geführt. Es wird eine gewisse Zeit in der Geisteswelt verweilen, sei es als Pferd, Hund oder Kätzchen. Aber beispielsweise auch ein höher entwickelter Vogel wird seine Gestalt behalten. Wenn man eine ganz bestimmte Entwicklungsstufe eingenommen hat, die im Plane Gottes vorgezeichnet ist, bleibt von hier an die Gestalt, und es gibt eben kein Aufnehmen dieser Funken in ihre Odströme oder, ich will so sagen, kein Sammeln in diese Odströme mehr. Bei dieser Entwicklungsstufe ist die Gestalt ja vorhanden, und sie verbleibt in der geistigen Welt für eine bestimmte Zeit.
Es kann möglich sein, dass beispielsweise ein Hund vielleicht zwei- oder dreimal als Hund wieder in dieses Dasein kommt – das kommt auch auf die Entwicklung an. Und wenn ihr jetzt denkt: “Was heisst das? Wie kann sich ein Hund geistig entwickeln?” – ja das kann ein Mensch nicht beurteilen ... Die Geisteswelt interessiert sich für jeden Einzelnen; sie kennt ihn beim Namen – es ist so: Sie kennt jeden beim einstigen, wirklichen, geistigen Namen. Denn der Funke, den er hat, ist nicht gelöscht. Einem höher entwickelten Geist, also einem Geist, der dafür die Erkenntnis hat, zeigt dieser Funke die Vergangenheit des Betreffenden – was er verschuldet, welchen Anteil er an der grossen Schuld hat. Einsicht haben besonders dafür geeignete, geschulte Geistwesen. Nicht einfach irgendein Geistwesen, das seinen Platz bei uns einnimmt, hat Wissen über alles und die letzten Dinge. Das ist nicht möglich.
Das ist auch etwas, was Menschen nicht begreifen und verstehen können. Die einen meinen: “Wenn man in der Geisteswelt ist, dann weiss man alles, sieht alles bis in die letzte Ecke hinein.” – Nein, wenn es einem nicht zusteht, kann man ja gar nicht überall hinsehen. Jeder sieht dorthin, was ihm in seinem Blickfeld möglich ist zu schauen – das kann er betrachten. Aber er kann nicht einfach irgendwo in die Weiten blicken oder erfahren, was weit weg geschieht. Das ist wohl nicht in allen Fällen so, denn es kann möglich sein, dass einem höher entwickelten Geist, der zurückkehrt, diese Schau gegeben ist.
Was aber auch bei uns wie bei euch Menschen geschieht: Man informiert sich – man hat die Möglichkeit, in Kontakt mit andern Geistgeschwistern zu treten, um Erfahrungen zu sammeln. Wenn man ganz besonderes Interesse an etwas hat, kann man diesem Odfaden oder dieser Odströmung nachgehen, die jedes Wesen für sich hat. Überlegt euch einmal: Jedes Geistwesen und auch jeder Mensch hat seine eigene, persönliche odische Ausströmung; kein zweites Wesen hat dieselbe odische Ausströmung – und weil das eben in dieser wunderbaren Weise so geschaffen ist, ist es möglich, den Betreffenden auch zu finden. Denn man hinterlässt Spuren – sagen wir, ein Mensch, wo er auch lebt, hinterlässt dort seine odischen Spuren. Vielleicht kann ich es so sagen, damit ihr es besser begreift: Die Ausdünstung oder meinetwegen die Ausstrahlung der Menschen erlischt nicht. Sie hinterlässt ihre Schatten, und ihnen kann man nachgehen. Dieser Odspur geht man eben nach. Jeder Mensch hinterlässt also eine Odspur, und – ob Pflanze oder Tier, was es auch ist, sei es nur ein Mineral – alles, was auf diese Erde kommt, um zu beleben, kommt mit einer odischen Kraft und hinterlässt auch eine odische Spur. Und wenn niederes Leben von dieser Welt abscheidet und die grosse Welle kommt, wird es einfach mit dieser Welle in die Gemeinschaft aufgenommen. Die Welle scheidet dieses Leben aber auch wieder aus; bei nächster Gelegenheit wird diese Persönlichkeit, dieser Funke, wieder ausgesandt und nimmt wiederum seinen Platz ein.
So geht diese geistige Entwicklung vor sich – alles ist zu beleben –, auch von der untersten Stufe an, die es gibt. Es besteht eben so die Möglichkeit des Aufstieges. Zum Teil, wenn sich das alles in der niedersten Stufe abwickelt, entscheidet die Geisteswelt Gottes, ob es ein zweites, drittes, viertes Mal dieselbe Bekleidung einnehmen muss oder ob man es für gut befindet, wenn es jetzt gewandelt wird, in eine höhere Stufe hinein. Und wenn dann der Punkt gekommen ist, dass man eine höhere Stufe einnimmt, dann werden – mit der Kraft des Odes, das immer in dieser Natur vorhanden ist, sei es bei euch in Erdnähe oder entflohen in die Weiten zum Jenseits – diese Persönlichkeiten oder diese Funken aus der Welle geschieden und von andern Odströmen aufgenommen. Dieses geschieht, wenn es dann eben um das Höhersteigen geht. Und nun beginnt die Tätigkeit der Geister Gottes, wenn jene Odströme diese Funken in der Geisteswelt niederlegen – dann werden jene Engelwesen kommen und sich jedes einzelnen im Besonderen annehmen. Sie werden festlegen müssen, was für ein Kleid das betreffende Wesen in einer höheren Entwicklungsstufe annimmt, wenn es wieder zur Erde zurückkehrt und dort eine höhere Stufe einnimmt, also aus dem niedersten Leben herausgenommen worden ist und nun in ein höheres Leben eingekleidet wird.
In der Geisteswelt werden die Bestimmungen dafür getroffen, sodass diese Umwandlung möglich wird. Das Betreffende wird in der Geisteswelt für die neue Gewandung gezeichnet, die es tragen wird – welche Stufe es als höheres Wesen in der Welt unter den Menschen einzunehmen hat. Das alles wird in der Geisteswelt bestimmt; es werden ihm die notwendigen Odströme zugeführt, denn auch in der Geisteswelt, wo die Geistwesen tätig sind, sind so viele verschiedene Odströme. Und dieses Od, jede Odwelle, hat in sich die Feinstofflichkeit, die abgegeben werden muss, um jenes Gewand zu geben, das für den Betreffenden gedacht ist. Es braucht also von den verschiedensten Strömen her den Einfluss, um eine höhere Wandlung zu vollziehen.
Meine beiden Kinder haben dies in Wirklichkeit gesehen – wie es eben in der Natur bei den Menschen aussieht. Sie haben natürlich auch ihre Bedenken und ihre Anmerkungen zu machen. Sie bewundern dies alles, aber ihr Interesse ist noch nicht so ausgeprägt; sie sind noch nicht so verbunden mit dem Aufstieg und daran interessiert – dass es solche Wandlungen gibt. Aber es gehört zu ihrem Lehrplan, und sie müssen darüber belehrt werden, wie es vor sich geht und wie das Leben des Menschen ist. Sie müssen wissen, wie viel es braucht, bis man die Stufe des Menschseins erreicht hat, wievielmal man immer wieder inkarniert wird und zurückkehren muss, von wo man ausgegangen ist, wenn man sich in seiner Entwicklung, die man durchläuft, nicht verbessert hat. Und sie sehen auch, dass Menschen, die da auf Erden leben und in den Genuss von so vielen Dingen kommen, auch lernen müssen, genauso wie man in der Geisteswelt lernt. Und sie können nicht begreifen, dass die Menschen es nicht fertigbringen, einen geistig höheren Stand zu erreichen, sodass sie geistig aufsteigen. Dann muss man es ihnen verständlich machen und sagen: “Die Menschen, die da in dieser Welt leben, haben keine Ahnung von der feinstofflichen Welt. Sie sehen ja mit ihrem menschlichen Auge nicht in die Jenseitswelt.”
Das ist auch etwas, was ich euch und meinen Kindern erklären muss, denn diese Kinder haben doch als Geistwesen alles Geistige in der Geisteswelt erlebt und gesehen; sie sind darin aufgewachsen. Nun durften sie mit mir in diese Erdatmosphäre eintreten. Dafür mussten wir uns diesen Odströmen zuneigen, die uns – örtlich gesehen – von gewissen Höhen zu euch Menschen niedergebracht haben. Diese Odströme – alles ist in Bewegung – sind Wellen, deren Odkraft es uns ermöglicht, in eure Nähe zu kommen. Ich komme ja zu euch hin, aber ich kann nicht einfach nur sagen: “Jetzt will ich da- und dorthin” – ich muss mich der Atmosphäre anpassen. Wir müssen uns also diesen Odströmen anpassen.
Das wird im Allgemeinen zum Ausdruck gebracht, indem man sagt: Wenn sich nun Geistwesen von den Höhen zu den Menschen neigen, müssen sie ihre Schwingungen verändern, sodass sie sich den irdischen Schwingungen anpassen. Ja – aber ich möchte es jetzt genauer erklären. Man kann schon sagen, dass man sich den Schwingungen anpassen muss, aber ich möchte es euch noch verständlicher, noch begreiflicher machen. Ich weiss nicht, was ihr unter Schwingung versteht oder was für Vorstellungen ihr davon habt. Für uns ist Schwingung auch Bewegung, aber ihr seid darüber schon belehrt worden, dass es eben Odkräfte, odische Materie gibt und dass eben diese odische Materie vielfältig ist. Und daher ist es eben so: Wir müssen uns der geeigneten Odmaterie anpassen. Wenn wir nun in Erdnähe gehen wollen, dann müssen wir uns jenen Odströmen anpassen, die uns diese Verdichtung ermöglichen. Indem wir uns dieser Verdichtung anpassen, verlieren wir unsere Feinststofflichkeit; wir verlieren sie aber nicht im wahren Sinn, sondern sie wird umhüllt. Durch die verdichtete Odströmung, Odmasse, die uns umhüllt, wird es uns ermöglicht, in diese Verdichtung des Menschen zu gehen. Denn der Leib des Menschen ist für uns im Grunde genommen ja auch eine odische Verdichtung. Aber der Leib des Menschen ist der Vergänglichkeit gewidmet, denn er ist aus dem Od der Erde. Stirbt der Mensch, wird sein Leib zu Staub und Asche, wie dies doch gesagt wird. Der Leib ist also wieder niedere oder tiefere Materie, und er wird auch wieder zur Materie werden, die eine gewisse Kraft in sich hat und die wieder von anderen Odströmen benutzt wird – ich kann es so formulieren: mit dieser Kraft sich vereint; sie dient zur Verdichtung. Aber vielleicht könnte euch dies ein Wissenschaftler ganz genau erklären ... Ich kann es nicht – das liegt mir nicht, aber ich hoffe, dass ich mit meinen Erklärungen, die ich gegeben habe, in euch so viel Verständnis hervorgerufen habe, dass ihr es begreifen könnt.
Wenn wir zu euch kommen, müssen wir also diese Verdichtung auf uns nehmen, damit es uns möglich ist einzutreten. Denn da, wo ihr Menschen lebt, schaut ihr ja mit eurem irdischen Auge, aber ihr habt ja auch ein geistiges Auge. Christus hat darauf hingewiesen: “Sie sehen, und sie sehen doch nicht; sie hören, und sie hören doch nicht.” (Vgl. Mat. 13, 13; Mark. 8, 18.) Damit meinte Christus eben den geistigen Leib. Die Menschen wissen ja gar nicht, dass sie einen feinstofflichen Leib haben. Ihr wisst es jetzt durch die Belehrungen, die ihr von uns bekommen habt. Doch der Grossteil der Christen hat keine Ahnung davon, dass man einen geistigen – feinstofflichen – Leib hat und dass man mit diesem feinstofflichen Leib in der Jenseitswelt weiterlebt. Der Mensch ist so verbunden mit dieser irdischen, festen Materie, sodass sein irdisches Auge sieht. Wenn wir jetzt da sind und euch betrachten und sehen wollen, müssen wir eben unser geistiges Auge etwas mit dieser verdichteten Materie einhüllen. Wir müssen euch ja betrachten können und uns eben dem eurigen Od anpassen, um euch zu sehen und eure Umgebung wahrzunehmen. So kann man sagen, wir müssen uns der Schwingung anpassen und von eurem Od umgeben sein. Ich glaube, ich habe dies deutlich erklärt, und ich hoffe, ich werde auch verstanden.
Ich habe gesagt, dass diese beiden Kinder das miterleben müssen. Es finden ja zeitweise solche Begegnungen statt, die sie haben dürfen, weil sie in dieser Beziehung eben auch Belehrungen empfangen müssen. Und uns ist es möglich, auf die Art zu euch zu kommen, wie ich es erklärt habe. Wenn ihr von der Welt abscheidet, dann habt ihr nicht die Möglichkeit dazu. Doch wenn ihr erdgebunden seid, wenn an euch dieses schwere Od haftet, euer Geistesleib so umhüllt ist von diesem irdischen, schweren Od, dann werdet ihr eben auch von diesen Odwellen angezogen, und dann besteht die Möglichkeit, sich wieder in dieser Welt zu bewegen. Es ist also das Od jener Erdgebundenen, das es ermöglicht, da es noch vorhanden ist – ihr eigenes Od ist es, das noch nicht geläutert ist. Es hat noch dieselbe Schwere und ist so unrein, dass solchen es möglich wird, ihren Platz von einst wieder einzunehmen oder zu finden.
Doch ein Geistwesen, das sich schon in seinem Erdenleben um den höheren Aufstieg bemüht und versucht hat, in seinem Inneren seinem geistigen Funken noch mehr Lichtkraft zu geben, sodass dieser Funke ganz klar und deutlich wird – einem solchen Geistwesen sind für sein geistiges Eintreten in die Jenseitswelt ganz andere Möglichkeiten gegeben. Denn dieser Funke ist ja von Nebel umgeben – er ist noch nicht klar; doch je klarer er leuchtet, je heller er ist, umso weiter oben steht ein solcher Geist in seiner geistigen Entwicklung. Durch seine eigene, persönliche Ausstrahlung und Kraft, die er hat, vernichtet er das schwere Od, das ihn umgibt. So wird dieses Od aufgelöst. Der Funke hat es in sich, diese Kraft auszuströmen, um die Schwere aufzulösen, und dann ist der Geistesleib eben reiner oder rein. Er befreit sich von der Schwere des Odes, das ihn zur Erde ziehen kann. Seine geistige Einstellung, sein geistig ausgerichtetes Leben ermöglichen ihm ja diese wunderbaren Erlebnisse und diesen wunderbaren Aufstieg. Es liegt also beim Menschen selbst, etwas zu tun für seine persönliche, geistige Entwicklung.
Ich kann euch das alles wohl erzählen und erklären. Die einen, die hier anwesend sind, mögen mich verstanden haben, andere haben Fragen und können es nicht so richtig begreifen. Nun, sie werden in der Geisteswelt – vielleicht – eine Schule besuchen dürfen oder mit der Zeit in dieser Beziehung Belehrung finden. Man soll also nicht der Auffassung sein, man könne als Geist nur so in die Geisteswelt eintreten und es würde einem dann alles klar. Nein, es ist eben nicht so, das habe ich jetzt erklärt. Der Mensch wird nach dem Ableben seiner Entwicklung entsprechend seinen Platz in der Geisteswelt einnehmen. Entweder ist sein Platz oder sein Ort, den er einnimmt, noch weit entfernt von der Herrlichkeit Gottes, und dann ist auch seine Umgebung nicht so schön, also noch grobstofflicher Art; oder aber er hat eine entsprechende Entwicklung erreicht, kommt näher zu Gott, sodass er auch näher an das Feinststoffliche herankommt. Seine Umgebung ist dann davon durchdrungen, und sein Erleben, sein Schaffen ist ganz anders. Die Wesen sind eben der Umgebung entsprechend geläutert, und man hat dort ein glückliches Leben. Das ist auch eine Erklärung.
Ich erklärte euch, dass meine Kinder durch die irdische Atmosphäre zu den Menschen geführt wurden. Bei geistig hoch entwickelten Menschen blieben wir stehen, bei ihnen haben wir gewohnt. Ich habe den Geistkindern die Mühen der Menschen gezeigt und ihre Probleme, mit denen sie sich befassen müssen, und mitunter auch das schwere Leben: Krankheiten, das Ringen und der Unfriede der Menschen, die Kriege ... Die Kinder sind darüber orientiert – und jetzt stellt euch vor: Es sind eben Kinder, und einmal ist es auch für sie genug. So sagte Rosalinde zu mir – und jetzt müsst ihr lachen –: “Hochverehrte Einsamkeit”, sprach sie, “ist es nicht bald genug von dem, was du uns zu sagen und zu zeigen hast?” – “Hochverehrte Einsamkeit”, ja, das ist auch die Sprache, die sie führen; sie ist nicht verletzend. Unter euch Menschen können ja auch Komplimente, Anregungen irgendwie verletzend sein ... Ich kenne es, ich habe mich daran gewöhnt. So musste ich ihr doch sagen: “Rosalinde, es ist genug – ich bin die Langeweile.” – “Ja, du bist die Langeweile”, bemerkte Rosalinde, “jetzt haben wir wirklich genug; du hast uns nun genügend gezeigt.”
So fragte ich sie: ”Was willst du denn sehen? Was soll ich dir zeigen?” Nun werdet ihr staunen, wenn ich es euch sage: “Zirkus!” – Zirkus interessiert sie. Unsere Kinder haben davon Kenntnis, dass Menschen auch in den Zirkus gehen; sie möchten sehen, wie diese Menschen mit ihrer schweren Gestalt in der Luft herumwirbeln. Das möchten sie sehen, und sie möchten die Tiere sehen. Sie möchten in den Zirkus, das interessiert sie. Ich habe gesagt, zwischen acht und zehn sind die beiden – das Interesse ist eben dann dafür sehr gross. So möchten sie Clowns sehen. Warum? Sie kennen dies nämlich auch in der Geisteswelt; dort erleben sie es auch, denn auf unsere Art und Weise haben wir auch Zirkus. Wir haben auch Theater, und wenn ich es so sagen darf: Oh, liebe Geschwister, ihr kommt manchmal nicht gut weg – das kann ich euch sagen. In dichterischer Form wird vorgetragen und gesungen – alles, was es gibt. Wir haben alles auch.
Ich musste also mit diesen beiden einen Zirkus suchen. Natürlich war es nicht schwer; ich kenne die Odwellen und weiss, wohin ich mich bewegen muss. Ich habe meine Helfer und werde auch gleich dahin geführt. So waren sie glücklich, bei den Menschen einen Zirkus gesehen zu haben – was sich da alles abspielt. Denn sie müssen ja davon erzählen, wenn sie in die Geisteswelt zurückkehren, und sie erzählen, was ich euch gesagt habe. Aber von dem, was diese Kinder erleben mussten, wissen sie natürlich nicht einmal mehr die Hälfte. Doch was im Zirkus geschah, das wissen sie.
Ja, das ist unser Leben, und davon habt ihr Menschen keine Ahnung – wirklich keine Ahnung. Aber es wird euch doch dann und wann gesagt, dass wir glücklich sind, dass wir in einer herrlichen Welt leben können und Überraschungen haben und dass Geister dafür da sind, ständig nur für Überraschungen zu sorgen. Die Geisteswelt wird fortwährend in der Gestaltung verändert; sie kann doch nicht immer auf dieselbe Art und Weise aussehen. Es wird alles wieder umgestaltet, beispielsweise werden Gärten neu bepflanzt. Man ist auf den verschiedensten Gebieten künstlerisch tätig – wenn man tätig sein darf –, und die betreffenden Geister haben die Möglichkeit, wunderbare Materie zusammenzubringen. Denn wisst ihr: Gold zu besitzen, ist bei uns kein Problem, gar kein Problem. Aber verkaufen können wir nichts, es hat also in dem Sinne auch keinen Wert; es hat einfach Leben, Glanz und Schönheit in sich. So gibt es geistige Materie, die man in verschiedenster Art und Weise verarbeiten kann; es können wunderbare Kunstwerke gestaltet werden. Und irdische Künstler, die darauf ausgehen, an Ausstellungen die Kunst zu bewundern – ja, sie können dann Kunst bei uns bewundern, wenn sie es verdient haben. Und das ist dann die Frage.
So habe ich jetzt – vielleicht seit langer Zeit – wieder einmal auf diese Weise Gelegenheit gehabt, euch unsere Welt etwas mehr aufzutun und nahezulegen. Wir haben nicht immer die Möglichkeit dafür und sind uns manchmal auch nicht unbedingt einig, was wir euch zu sagen haben. Denn es ist nicht immer leicht; wir kennen eure Gedanken und eure Einstellung, die ihr habt, und eure – wie soll ich sagen? – Fremdheit zu uns. Das, was wir euch offenbaren, versuchen wir doch mit Mühe euch anschaulich zu machen – und dann müssen wir erleben: Der glaubt’s ja nicht einmal. Das tut uns manchmal auch weh.
Und wir haben auch Geistwesen, die in ihrem Gemüt und in ihrem Wesen ganz unterschiedlich sind. Wir haben Geister, hohe Geister, sie sind wohl liebevoll, sehr liebevoll, aber sehr streng – sehr, sehr streng. Und es gibt hohe Geister, die so auf Verzeihen und Vergebung ausgerichtet sind. Sie tun auch ihre Aufgabe – und ihr sollt wissen, wie manchmal ein Geist der Gnade und Barmherzigkeit bei einem solch Gestrengen steht, vor dem man Rechenschaft ablegen muss, wenn verhandelt wird, wie sich ein solcher Geist der Liebe, der Gnade und Barmherzigkeit einsetzt. Er windet und dreht sich – und bringt es fertig, für seinen Schützling einzustehen, um Gnade für ihn zu erwirken. Ich möchte fast sagen, es ist wie bei einem Verteidiger, einem Anwalt, der für seinen Klienten um eine niedrigere Strafe ringt. Das ist auch bei uns so; nicht in dem Sinne wie bei euch, aber es ist im Grunde genommen ja auch so. Ein Geist Gottes wehrt sich für seinen Schützling, der ihm anempfohlen wurde, dass er für seine Zukunft, für sein nächstes Leben, nicht unbedingt wieder dasselbe Leben durchstehen muss oder dass er nicht so hart bestraft oder mit einem Karma belastet wird. Dafür wehren sich diese Engel der Gnade und der Barmherzigkeit, sodass vielleicht das Schwere sogar ganz aufgehoben oder vermindert wird. Sie sorgen dafür, dass man Milde walten lässt; dafür stehen sie auch ein. Wir haben göttliche Wesen, die in ihrer Ausdrucksweise eben verschieden sind; während die einen ganz ernsthaft sind, haben die andern Humor und sind fröhlich, singen. Aber es sind eben auch Engel der Strenge und Engel der Strafe da, die sich durchsetzen – das gibt es auch.
Ja, liebe Geschwister, so ist unsere Welt. Darum habe ich anfangs gesagt: Die geistige Welt kann man sich nicht menschlich genug vorstellen. Sie ist aber feinstofflich, und es vollzieht sich alles in feinstofflicher Weise, so man die entsprechenden geistigen Aufstiegsstufen erreicht hat. Und wenn es ein unbewusstes Leben in der untersten Stufe ist, so muss es einfach durchgestanden werden. Es wird ja auch durchgestanden, und die Zeit spielt eben keine Rolle.
Auch ihr seid durch allerlei Bedrängnisse gegangen, bis ihr eure Entwicklungsstufe, das Menschsein, erreicht habt. Nun steht ihr wieder da und kämpft in eurem Leben um den weiteren Aufstieg. Es ist euch nur zu empfehlen, um diesen Aufstieg zu kämpfen. Das braucht für den einen wie für den andern manchmal eine Umstellung in seinem Denken. Er muss sich in seinem Wesen ändern, und er muss zur Erkenntnis kommen, dass es eine Umstellung braucht. Das ist es ja gerade: Nicht alle sind bereit, sich zu wandeln und zu verändern. Aber wenn man den Sinn des Lebens erfasst hat, so wie es euch immer gesagt wird, und weiss, dass dieses Leben einen wirklichen Sinn in der Schöpfung hat, dann sollte man die Kraft aufbringen und sich die Mühe nehmen zu einem besseren, edleren Leben. Man sollte nicht allzu viel Wert auf diese Vergänglichkeit legen und sich mehr an das Geistige binden; das ist die Zukunft, das wahre geistige Leben. Das bringt Licht in euch selbst wie um euch, dort, wo ihr leben werdet.
Und nun, liebe Geschwister, ich verlasse euch ja nicht; ihr habt ja auch unsere Atmosphäre, die ihr geniessen könnt. Ich bringe euch auch meine Welt, und obwohl ich mich mit diesem beschwerten, irdischen Od einhüllen musste, strahlt doch noch so viel von dem Od aus, das ich für euch mitgebracht habe aus meiner Welt des Glücks, der Seligkeit. Ja, liebe Geschwister, möge Gottes Segen euch durchs Leben begleiten, möget ihr behütet und beschützt werden von den Geistern Gottes, möget ihr treu mit uns verbunden bleiben. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 20.10.1982 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Die Bedeutung der Odkraft im Menschen
Josef, 25. Mai 1968
Die Bedeutung der Odkraft im Menschen
Jeder Mensch verfügt über Kräfte, die ihn lebendig machen und die zum Leben notwendig sind, denn der Mensch braucht Energie: Es ist die Od- oder Lebenskraft, die den ganzen Leib, alle Organe durchströmt und in der alles Denken des Menschen, alle seine Gefühle und Erinnerungen festgehalten sind.
Josef: Gott zum Gruss. Das menschliche Wesen gibt vielen Rätsel auf. Man sucht nach der Seele und dem Geiste. Man lebt mit guten und mit bösen Menschen zusammen, und für viele ist das ein grosses Rätsel.
Die Lebenskraft, die Lebensquelle des Menschen ist sein Blut. Entweicht das Blut aus dem Menschen, dann tritt der Tod ein, denn im Blut ist eine geistige Kraft. Es ist ein besonderes Od, das verbunden ist mit Geist und Seele; stirbt der Mensch, dann wird die Lebenskraft oder dieses Od vom Geistig-Seelischen zu sich genommen. Ist also die Lebenskraft entwichen, so ist der Tod eingetreten. Sind die Organe des Menschen gesund, so verhilft ihm dieses Od oder diese Lebenskraft auch zu seinem Denken. Aus dem Menschen heraus wirkt sein Geist, und dieser gibt nun seinen Entwicklungsstand kund. Es kommt aus ihm entweder eine gewisse Erhabenheit oder es kommt das niedere Wesen zum Ausdruck. In dieser geistigen Kraft ist auch seine Entwicklung festgezeichnet, oder – vielleicht noch besser ausgedrückt – diese geistige Kraft entspricht seiner geistigen Entwicklung. Denn verschiedenartig ist dieses geistige Od. Es kann in seinem feinsten Zustande sein, also geläutert, und es kann ungeläutert, schmutzig sein. Das geistige Od hat auch seinen Geruch. Das ungereinigte und schmutzige Od hat einen widerlichen Geruch, während das geläuterte und feine Od Wohlgerüche von sich gibt.
Wenn man nun darüber nachdenkt: Geister, die mit niederem Od behaftet sind, sind unreine, belastete Geistwesen; sind sie als Mensch inkarniert, so müssen sie in diesem menschlichen Leben etwas für ihre weitere Entwicklung tun, um sich zu verbessern und zu verfeinern. Es wird ihnen also die Möglichkeit zu einer besseren Lebensgestaltung gegeben. Es sind aber nur Möglichkeiten. Es ist der aus dem Menschen wirkende Geist, der nun seinen Willen oder Unwillen bekundet. Er ist umhaftet von unreinem Ode – dieses hat er mit ins menschliche Leben hinübergenommen. Denn im geistigen Reiche lebte er als tiefstehender Geist in einer unteren Entwicklungsstufe, wo es viel Unzufriedenheit gab mit den Geschwistern, mit denen man zusammenlebte. Die Atmosphäre war bedrückt, nieder und von keiner Feinheit umgeben – alles war dem eigenen Wesen angepasst. Wenn nun solche niedere Geister inkarniert werden und als Mensch leben, so geben sie im täglichen Leben ihre Wesensart, ihre geistige Zugehörigkeit zum Ausdruck. Es kommt also Uneinigkeit, Misstrauen, Herrschsucht, Habgier, Neid, Geiz und wie die Untugenden alle heissen, zum Ausdruck. Was also dem Geiste eigen ist, kommt beim Menschen zum Ausdruck. Der Mensch nimmt es aus dem Geiste heraus, bringt es hervor und bekundet damit seine geistige Einstellung und seine Entwicklung, die er hat.
Dieser Mensch, der sich im Aufstieg befinden sollte, wird von Mitmenschen beeinflusst. Es ist die christliche Lehre da, die das Wort Gottes verkündet und versucht, Einfluss auf alle zu nehmen. Hört nun ein Mensch, gleich welchen geistigen Entwicklungsstand er hat, diese Sprache, so fängt er an zu überlegen. Er kann aber von sich aus schon eine vorgefasste Meinung haben. Er kann unüberlegt sprechen. Er fragt nicht nach Sinn und Zweck seines Lebens. Er erforscht dieses Menschsein nicht und steht also dieser inneren, geistigen Welt fremd gegenüber. Er wird beeindruckt von allen Äusserlichkeiten dieser Welt, die den äusseren Menschen ansprechen. Die Äusserlichkeiten dieser Welt sind nicht eingekleidet in geläutertes geistiges Od, sondern diese Welt hat ein gebundenes, unreines Od. Diese Unreinheit verbindet sich mit ihresgleichen auf dem schnellsten Wege. So ist man eines Sinnes, einer Überzeugung – jener Überzeugung also, die die äussere Welt darzubieten hat in Form des Sichtbaren, des Fühlbaren und all des Besitzes, der in dieser Welt gewonnen werden kann. Der Mensch wird von dieser Welt angenommen, und so kehrt er sich von den Innerlichkeiten ab. Durch sein Denken bildet er eine Mauer um sein Innenleben. Er kann also die geistige Feinheit nicht aufnehmen. Zu viel Unreines haftet an ihm.
Ihr sagt, Gedanken sind Kräfte. Gedanken können eine Macht sein und werden. Gedanken kommen aus dem Geiste des Menschen. Sind seine Gedanken dieser Welt zugewandt, dem Vergänglichen, dem Besitztum, dem Ehrgeiz, der Herrschsucht, der Habgier, dem Geiz, dem Neid, so ist das auch eine Kraft, die sich entfaltet, die wirksam ist, denn Gedanken sind Kräfte – in diesem Falle negative. Dieses Negative kommt aus dem Innern des Geistes, der aus dem denkenden Menschen wirkt. Solch niederes Denken wird durchströmt, durchflutet von diesem unreinen Ode, das in seinem Leibe ist, das seinen Leib mit Geist und Seele verbindet.
Dazu, dass dieses Od als Lebensquelle zum Menschsein notwendig ist, nur folgendes Beispiel: Um eure modernen Verkehrsmittel in Bewegung zu bringen und euch damit fortbewegen zu können, braucht ihr Energie. Ohne diese Energie nützt das modernste Verkehrsmittel nichts; wenn ihm die Energie fehlt, bleibt es stehen. Die Organe, die im Leibe des Menschen sind, müssen auch von einer Energie durchströmt werden, eben von diesem geistigen Ode, damit sie ihre Funktion erfüllen können. Diese geistige Kraft kann vom Menschen nicht gesehen werden. Dies ist ein Grund, warum viele nicht glauben können – sie sehen nichts. Wenn sie aber erleben, wie ein Mensch in dieses Leben geboren wird und wie er wieder von dieser Welt scheidet, muss oder sollte es ihnen doch verständlich werden, dass zum Funktionieren dieses Lebens eine Kraft notwendig ist. Und wenn diese Kraft entweicht oder durch Verletzungen der Organe nicht mehr die Möglichkeit hat zu wirken, dann gibt es eine Trennung [des Geistes vom Körper], eine endgültige Trennung, die also zum Tode führt. Diese Kräfte, die einst den Menschen durchströmten, ihn lebendig machten, gehen nicht verloren, sondern sie werden vom Geistig-Seelischen angezogen. Es schliesst sich zu einem Ganzen zusammen.
In der letzten Zeit habe ich euch Erklärungen über die Seele gegeben. Wenn also dieses Od, das dem Menschen zum Leben verhilft, vom Geist zu sich gezogen wird, so sind in diesem Ode eben auch alle Erlebnisse, alles Tun festgehalten. Auf diese Art und Weise wird doch die Seele genährt, und die Seele ist es, die nun diese Erinnerungen und verschiedenen Erlebnisse in sich trägt – und der Geist als Ganzes ist es, der damit verbunden bleibt. Wenn nun Menschen niederes Denken pflegen, dann mehren sie in sich diese unreine Odströmung. Diese unreine Odströmung schadet ihrem Leibe und der Seele. Demgegenüber befinden sich Menschen, die empfindsam sind und die sich bemühen, die hohen Ziele des Lebens zu finden und den Tugenden nachzueifern, in einem geläuterten, feineren Od. Feineres Od umgibt ihren Leib, durchströmt sie, durchströmt Seele und Geist, ihr ganzes Wesen, und dieses Od strömt noch über den Leib des Menschen hinaus. Aber jene andern, tiefstehenden Menschen, die sich nicht zu hohem Denken und zu hohen Lebenszielen aufraffen können, strömen aus ihrem unreinen Geist ein unreines Od aus, das einen abstossenden Geruch hat. Das kann von andern Menschen empfunden werden, ohne dass sie näheren Bescheid darüber wüssten. Sie empfinden einfach etwas, was es ihnen unangenehm macht, neben diesem Menschen zu sein. Sie fühlen sich bedrückt, sie fühlen, dass dieser andere sie ermüdet, also Kräfte von ihnen zieht – und so fängt man an, solche Menschen zu meiden.
Ein unreines Od strömen aber oft auch Menschen aus, die nicht unbedingt ein niederes Denken haben, die aber zum Leben negativ eingestellt sind, die über alles eine negative Auffassung haben, die keine Lieblichkeit und kein Wohlwollen kennen, die abgewandt und abgeneigt sind gegen alles, was an sie herankommt. Es sind Menschen, die lieblos und voller Herzenshärte und -kälte sind. Auch sie können ein unreines Od ausströmen, und es ist für sie zum Schaden, dass sie dieses Od durch ihre negative Einstellung noch ständig entwickeln und vermehren. So können sie nicht gesunden, weil sie in ihrem Denken keine Lebensbejahung haben. Daher ist es auch für den Aussenstehenden sehr schwer, solchen Menschen beizustehen und sie von einem anderen Leben zu überzeugen. Denn man muss sich vorstellen: Ein Mensch, der eine solche negative Einstellung hat zu allem, was ihn umgibt, und der kein Wohlwollen, keine Herzenswärme, kein gutes Wort hat, der nur auf sich selbst ausgerichtet ist und nur das Schlechte und das Böse beim andern sieht, der ist von einer solchen trüben geistigen Lebenskraft umgeben, dass es nichts nützt, ihm ein paar gute Worte zu geben. Die wenigen guten Worte vermögen die Trübheit seiner Lebenskraft nicht zu reinigen. So ist es sehr schwer, solchen Menschen beizustehen. Man kann an sie heranreden, soviel man will, es nützt nichts. Das hat von euch der eine und andere schon öfters erlebt, dass er gesagt hat: “Es nützt nichts, mit ihm zu reden. Man kann ihm nicht helfen.” Wahrlich kann man einem solchen Menschen nicht helfen. Denn er ist es selbst, der seine eigene Lebenskraft noch mehr trübt, durch seine Gedanken noch mehr Unreinheit in seine Lebenskraft hineinbringt.
Es gäbe bestimmt Wege, um auch solchen Menschen einigermassen beizustehen. Dazu brauchte es aber einer unendlichen Hingabe und Liebe. Nach unserer Auffassung gehörten solche Menschen in ein Sanatorium, wo sie auf geistigem Wege gepflegt würden, wo ihnen geistige Erkenntnisse zugeführt würden, wo man sich Mühe geben würde, sie in ihrem Denken zu wandeln. Aber dieses ist wohl nicht auszuführen. Denn jene Menschen, die eine solche negative Einstellung zum Leben haben, haben auf der anderen Seite ihren starren Willen und behaupten sich doch in ihrem Leben und sind ständig ein Ärgernis für ihre Umwelt. Sie würden es nicht annehmen, wenn man ihnen sagte: “Gehe hin und lasse dich geistig pflegen.” Empört, entrüstet wären sie. Denn sie finden an sich selbst keine Fehler. Sie finden sich selbst ganz in Ordnung. Nur die Umwelt müsste anders sein ... Und gerade das ist es ja, was ich anfangs betonte: Aus dem Menschen wirkt der Geist und gibt so seine wirkliche geistige Entwicklung zum Ausdruck.
Ein solcher Mensch, der in dieser Weise unzufrieden und lebensverneinend ist, steht geistig bestimmt nicht auf einer gehobenen Stufe. Obwohl er sich vielleicht da und dort Mühe gibt, das religiöse Leben zu pflegen, gelingt es ihm ja trotz dieser Pflege nicht, sein Wesen zu verändern. Und somit macht er auch keinen geistigen Fortschritt. Er bleibt in seiner Entwicklung einfach stehen. Er kann womöglich einige Erkenntnisse erworben haben, aber diese Erkenntnisse und vielleicht auch noch gewisse geistige Verdienste, die er hat, zählen zu wenig; sie sind bedeutungslos. Um in eine höhere Stufe hinaufzukommen, braucht es mehr. Solche Menschen erreichen das Ziel nicht, sie haben ihr Examen nicht bestanden. Ihre Note, die sie bekommen, ist zu niedrig. Trotz einzelnen Wissens vermögen sie diese geistige Stufe nicht zu überschreiten. Sie bleiben also stehen.
So haben doch Menschen eine falsche Auffassung, wenn sie glauben, das religiöse Leben und die Einstellung dazu genüge, um geistig vorwärtszukommen. Ja, liebe Geschwister, es braucht wahrhaftig etwas mehr, um geistig vorwärtszukommen. Denn ich habe es euch nun deutlich erklärt. Der Mensch gibt in seinem Leben selbst seine geistige Entwicklungsstufe zum Ausdruck, seinen Rang, den er im Geistigen einnimmt. Wer nun vermag, diese Lebenskraft, die durch ihn strömt und ihn verbunden hält mit dem Geistig-Seelischen, zu verfeinern, der kann aufsteigen. Die Lebenskraft kann verfeinert werden durch edles Denken und Wollen, durch die vornehmen Handlungen in seinem täglichen Leben, durch das innere vornehme Wesen, durch das vornehme Handeln in allen Dingen. Wer dieses fertigbringt im Glauben an Gott, der ihm ja die Lebenskraft gegeben hat, und wer sein Wesen so zu gestalten vermag, dass es in den hohen Lebenszielen wirkt, der verfeinert seine Lebenskraft, seine geistige Gestaltung und seine irdische Gestaltung. Ein geistig erhabener Mensch gibt auch in seinem Äusseren auf diese oder jene Weise Ausdruck und Zeugnis seiner geistigen Entwicklung. Dies zu erreichen, ist also keine Unmöglichkeit, es ist aber ein schwerer Weg, zu diesem Ziel zu kommen. Dieses Menschsein ist eine grosse Aufgabe. Man hat viel zu verwirklichen und zu verbessern an seiner eigenen Seele, an sich selbst. Und die Menschen, die einen umgeben, sind die Mittel zum Zweck, den man erfüllen muss.
Wenn nun bei einem Menschen durch sein gehobenes, edles Denken seine Lebenskraft verfeinert wird, dann gewinnt auch das Seelisch-Geistige an ihm. Denn durch die Feinheit dieses Odes strömt, leuchtet diese Gotteskraft aus ihm heraus, und der Gottesfunke fängt an, mehr oder weniger zu leuchten, je nach der Kraft, die dieser Mensch sich selbst zur Verfügung stellt, um nun dieses in ihm verborgene Licht hervorzubringen. Der gehobene Mensch, der die hohen Ziele des Lebens anstrebt und sich um ein edles Denken bemüht, der hat auch bestimmt eine verfeinerte Lebenskraft. Er wird auch nicht so viele Probleme zu wälzen haben. Denn je höher man geistig steht, desto lebensbejahender ist man. Man lässt die äusseren Dinge der Welt gelassen an sich herankommen; man vereifert sich nicht in irgendwelche Dinge, die zum Schaden seiner selbst führen könnten. Der geistig gehobene Mensch lebt also in einer verfeinerten Lebensströmung. Diese Lebensströmung ist also das geistige Od. Und je höher ein Wesen ist – sei es als Mensch hier auf Erden oder sei es als Geist in der Jenseitswelt –, desto mehr ist es umgeben von dieser Reinheit, Klarheit dieses geistigen Odes, dieser geistigen Lebenskraft. Und dies bedeutet Glück und Seligkeit.
Gott ist das wunderbare Licht, die unendliche Kraft. Dieses wunderbare Licht hat von seinem Licht, von seiner Kraft gegeben zum Leben für seine Geschöpfe. Es ist die Feinheit der Kraft, die Gott einst gegeben. Verunreinigt worden ist diese Lebenskraft durch das Denken und Wollen: Durch Ungehorsam – und damit ist der einstige Geisterfall gemeint – hat sich ein Teil der Geschöpfe durch die Macht ihres Denkens und Wollens in die unreine Lebenskraft hineingestürzt. Von Unreinheit sind sie umgeben worden. Nun geht es darum, diese unreine Lebenskraft zu läutern. Und so sind ja den Geschöpfen Gottes verschiedene Wege zu ihrer Läuterung, zu ihrer Verfeinerung, zu ihrem Aufstieg gegeben worden.
Am Menschen haftet also noch solche Unreinheit, denn Unvollkommenheit ist noch in seinem Denken und Wollen. So muss sich ein jeder bemühen, sich ständig zu verbessern. Auch der geistig gehobene Mensch muss immer das Seinige dazu tun, dass sein Od oder seine Lebenskraft nicht getrübt wird durch die Beeinflussung von aussen, sei es durch einen andern Menschen oder sei es durch Dinge, die ihm zur Last oder zur Belastung werden. Er muss immer vorsichtig sein, dass ihm seine Lebenskraft in seiner Reinheit erhalten bleibt. Er muss sich um dieses höhere Denken und Wollen stets bemühen.
Wenn es heisst, Gott und Christus wollen Wohnung bei euch nehmen (vgl. Joh. 14, 23), so heisst doch dieses nichts anderes, als dass es eine Verschmelzung geben soll von der Reinheit der Kraft, die in diesem Menschen ist, mit dem Höchsten, Göttlichen. Denn das Göttliche ist in seiner Reinheit vollkommen. Gott ist das vollkommene Licht, die vollkommene Kraft. Und Christus ist es, der die Brücke geschlagen, den Weg gebahnt und gezeigt hat, wie man wieder zu dieser wahrhaftigen Lebenskraft kommen kann, die in ihrem Glanze und ihrer Reinheit vollkommen ist. Zu einer Verschmelzung dieser göttlichen Lebenskräfte oder dieses göttlichen Odes sollte es annähernd kommen. Eins werden im göttlichen Handeln – das ist die Notwendigkeit, die zur Lebensbejahung gehört, um diese Feinheit der Lebenskraft hervorzurufen.
Ich habe es euch nun sehr deutlich gemacht; ich habe euch erklärt, dass es zu eurem Menschsein diese Lebenskraft braucht, so wie es für eure Verkehrsmittel die Energie braucht, und dass diese Lebenskraft, die eure Organe, euren ganzen Leib durchflutet, mit eurem Geist und eurer Seele verbunden ist und nach eurem irdischen Tode wieder zurückgenommen wird. In dieser Lebenskraft sind auch die Erinnerungen festgehalten, und diese kommen in der geistigen Welt doch wieder zum Vorschein. Das Wesen des Geistes ist unverändert. So, wie er im menschlichen Leben wirkte, und mit der Einstellung, welche er hatte, so zeigt er sich auch in dieser geistigen Welt. Nicht gewandelt ist er, wenn er sich im Leben nicht geändert hat. Denn alles ist mit ihm verbunden, in diesem Seelisch-Geistigen ist alles enthalten und kommt im geistigen Reiche wieder zum Ausdruck in seinem geistigen Leben. Nur den irdischen Leib hat er abgestreift, aber seine Denkweise ist nicht geändert; sie ist so, wie sie auf Erden war. So grosszügig ist man im Jenseits allen andern gegenüber, so grosszügig man war unter den Menschen. So kleinlich ist man in der Geisteswelt, so wie man auf Erden war. So herrschsüchtig kann man in der Jenseitswelt sein, wie man als Mensch war. Aber in der Jenseitswelt setzt man alles daran, eine Verbesserung zu erreichen; es wird versucht, solche Untugenden zu heilen. Der eine muss einen schmerzhaften Weg durchlaufen. Es ist die Läuterung, die auf ihn wartet. Und diese Läuterung wird ganz nach seiner Belastung sein und je nach seiner geistigen Einstellung von kurzer oder längerer Dauer.
Es wird in dieser Beziehung vieles falsch gedacht von den Menschen. Sie glauben, dass man nur beten müsste, um Gott gefällig zu sein, aber wie man lebt, sei nebensächlich, nur der Glaube an Gott sei wichtig. Darüber entscheidet dann die geistige Welt, was richtig gedacht und gehandelt worden ist. Nicht Menschen vermögen solches zu beurteilen. Menschen sollen sich bemühen, nach dem Willen Gottes zu leben. Und gerade Christus hat doch dem Menschen dargelegt, auf welche Art und Weise zu leben ist; man wird ja immer wieder daran erinnert, denn Christi Worte werden nie vergehen.
So, liebe Geschwister, sollt ihr versuchen, dem Gesagten nachzusinnen, und alles daransetzen, eure geistige Lebenskraft zu reinigen, um so auf diesem Wege Gott näherzukommen, um sein Licht aufnehmen zu können und in sein Licht einzugehen. So möge euch Gott dafür die Kraft geben, möget ihr gesunden an Leib und Seele. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 25.5.1968 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Der Einfluss des Odes ist je nach seiner Herkunft unterschiedlich
Josef, 28. Oktober 1967
Der Einfluss des Odes ist je nach seiner Herkunft unterschiedlich
Überall in der Natur sind Odstrahlen, Odströme. Es sind Kräfte, die sich ein Geistwesen zunutze machen kann. Entsprechend seines Entwicklungsstandes, seiner Gesinnung, sowie der Reinheit seines Odes vermag ein Geistwesen diese Kräfte zu verwenden – entweder zum Wohl von Mensch und Natur oder zu ihrem Schaden.
Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, je nachdem wie einer im Innern Tugenden oder Untugenden mit in die jenseitige Welt hinübernimmt, wird er von der Geisterwelt Gottes beurteilt. Er hat wiedergutzumachen, was er falsch getan – seine Untugenden muss er ablegen –, und für die Tugenden wird er seine Belohnung finden. Zum grössten Teil aber ist es so, dass Heimkehrende Schulden auf sich tragen, weil sie zu Lebzeiten nicht fähig waren, andern die Schuld zu vergeben. Und was der Mensch nicht fähig ist zu vergeben zu seinen Lebzeiten, bleibt an ihm gebunden auch in der Geisteswelt. Was er auf dieser Welt zu lösen vermag, bleibt auch in der geistigen Welt gelöst. (Vgl. Mat. 16, 19; Joh. 20, 23.)
So ist das Gebet etwas Wunderbares, das dem Menschen hilft, die Versöhnung herbeizurufen, die Versöhnung mit dem Nächsten und die Versöhnung mit Gott selbst. Er soll sich aber bewusst werden, dass er, wenn er schon betet, von Anfang an schon bereit sein muss, diese Versöhnung hervorzurufen. Er soll sich zuerst mit dem Nächsten versöhnen und dann das Gebet sprechen – und die Versöhnung soll durch das Gebet gefestigt werden. Auf diese Art und Weise wird er Gott gefällig und wird eins werden mit Gott. Denn im Gebete fleht man Gott an um sein persönliches Wohlergehen, um das tägliche Brot; und so ist es auch eine Selbstverständlichkeit, dass man die Schuld, die man einem andern gegenüber hat, bereinigt und sich so im Gebete vertieft und versöhnt. Dann ist es Gott gefällig.
Es ist jeweils für die Menschen schwer, das zu verstehen. Denn es gibt so viele betende Menschen, deren Gebet nur etwas Oberflächliches ist. Sie betrachten es als ihre Pflicht und Schuldigkeit zu beten, aber sie denken nicht daran, ihre Schuld dem andern gegenüber, die sehr bedeutend ist, zu bereinigen. Aber sie beten zu Gott. Doch Gott hat an einem solchen Gebet kein Gefallen, wenn man nicht fähig ist, sich mit dem Nächsten auszusöhnen. Nur dann kann das Gebet wirksam werden und kann Heil und Segen über den Betenden und über sein ganzes Haus kommen, wenn er im wahren Sinne betet, sodass er durch dieses Gebet die Versöhnung mit seinem Mitmenschen zustande bringt und die Versöhnung mit Gott. Denn es ist doch immer wieder so, dass der Mensch strauchelt und Gott kein Gefallen an diesen Untugenden hat. Doch Gott ist bereit, ihn wieder aufzunehmen und sich mit ihm auszusöhnen. Und was Gott recht ist zu tun, sollte auch dem betenden Menschen recht sein: sich mit dem Nächsten auszusöhnen, wenn es notwendig ist.
Jeder Belastete, der in die jenseitige Welt kommt, wird in eine niedere Stufe des Aufstiegs eintreten müssen; denn er wird da einkehren, wo er seiner Entwicklung gemäss auch hingehört. Das Leben in diesen niederen Aufstiegsstufen ist sehr bescheiden, und die Engelwesen befassen sich nicht so intensiv mit dem Einzelnen, wie es bei den schon aufgestiegenen Geistgeschwistern ist, wo dem einzelnen durch die Freundschaft eines Engelwesens grosse Freude bereitet wird, dadurch dass dieses so teilnimmt am ganzen persönlichen Geschehen, dass es sich für sein Leben in der Geisteswelt interessiert und es sein Freund ist und bleibt. Dieser Beistand, den man durch einen Engel erleben darf, ist etwas Tröstliches, etwas Hoffnungsvolles. In den niederen Stufen dagegen wird jedem nur das gegeben, was man ihm geben soll, damit er auch aufsteigen kann.
Jene aber, die diese niederen Stufen bewohnen, sind nicht immer guten Willens, sind nicht immer bereit, sich nach der Ordnung und nach dem Gesetze Gottes auszurichten. Bosheiten, die schon in ihrem menschlichen Leben in ihnen waren, sind auch in der geistigen Welt noch in ihrem Innern und werden auch hier zum Ausdruck kommen. Man soll ja nicht glauben, dass der Eintritt in das Jenseits jede Seele so bekehren würde, dass sie sich vollkommen in ihrem Denken wandelt. Der Heimgekehrte kann es nicht, denn von innen heraus wird er gezwungen, noch so zu leben und zu tun, wie er es in seinem menschlichen Leben gewohnt war. So bemüht sich die Geisterwelt Gottes um diese Seelen in einer Art und Weise, dass auch sie in ihrem Aufstieg gefördert werden können. Aber jene zusätzliche Freude durch ein Engelwesen, diese Freundschaft mit einem Engel, gibt es bei ihnen nur selten. Eine solche Freundschaft muss erworben werden mit ganzer Kraft und Ausdauer. Denn die Geisterwelt Gottes geht gerne zu Geschwistern hin, die würdig sind, dass man ihnen hilft, und die bereit sind, die Gesetze und die Ordnung in ihrer Welt zu befolgen.
Ich möchte jetzt aber von einem sprechen, der heimgekommen ist und dem es so schwerfiel, sich dieser neuen Welt anzupassen. Denn in seinem Innersten war noch so ein Durcheinander; er war nicht fähig, ein gehobenes Denken zu führen. Er hatte noch in derselben Art und Weise gedacht wie als Mensch. Er fühlte sich auch mehr als Mensch denn als Geist, und zwar deshalb, weil er mit den schweren, irdischen Kräften noch so verbunden war, dass er sich von dieser schweren Verdichtung nicht lösen konnte; denn sie haftete an seinem geistigen Leibe sowie an seiner Seele. So machte es ihm grosse Mühe, und es dauerte lange Zeit, bis er einsichtig wurde. Anfangs bereitete er seinen Geschwistern, mit denen er zusammenlebte, sogar Schwierigkeiten. Er machte ihnen das Leben schwer; er schädigte sie, schimpfte und spottete über sie, sodass die Geisterwelt Gottes eingreifen musste. Solches geschieht aber nicht etwa nur so im Einzelfall, sondern es ist immer und immer wieder zu erleben. Ihr müsst euch nur solche Menschen vorstellen, die in ihrem Leben nie fähig waren, einem andern ein gutes Wort zu geben, geschweige denn in Liebe und Güte zu handeln. Und so haben es solche Heimgekehrten schwer, und sie werden auch dementsprechend behandelt. Das Eingreifen der Gotteswelt aber geschieht, damit die betreffende Seele ihr Denken ändert und es ihr klar wird, dass sie sich in der neuen Umgebung jenen Gesetzen und jener Ordnung anzupassen hat und es hier eine andere Herrschaft ist, die über ihr waltet. Die Strenge des Gesetzes muss eine solche Seele zu spüren bekommen; nur dann ist es möglich, dass sie sich ändert in ihrem Denken.
Und so geschah es mit diesem Geiste. Der Strafengel trat zu ihm hin und führte ihn weg. Und zwar wurde er nun zurückgeführt zur Erde, in die Nähe, wo er einst als Mensch gelebt hatte. Dort wurde er an einen Felsen gebannt, an dem immer wieder Leute vorüberschritten. Er hatte hier eine gewisse Bewegungsfreiheit, aber sie war sehr, sehr begrenzt. Er war also an diesen Felsen festgebunden und konnte sich wohl darin bewegen, denn der Fels ist ja irdische Materie. Der Geist als solcher hat die irdische Materie überwunden, aber sie haftet an ihm, sie ist eine Beschwerde für ihn. Und vor allem ist es für ihn die Demütigung, die ihn trifft: Er kann nicht von diesem Felsen loskommen – dessen ist er sich gleich bewusst. Er sieht aber die Leute, die auf dem Weg an ihm vorübergehen, und er muss feststellen, dass diese ihn ja gar nicht sehen, keine Notiz von ihm nehmen. Dieses ärgert ihn. Er fühlt sich eingeengt in seiner Bedrängnis; er möchte diesen Wanderern folgen, sich mit ihnen unterhalten, denn er hat ja niemand sonst, mit dem er sprechen kann. Ein Geist Gottes hält in seiner Nähe Wache, doch er kann diesen Geist Gottes nicht sehen. Warum dieser Wache hält, will ich euch gleich erklären.
Indem nun dieser gebundene Geist die Möglichkeit hat, die Umgebung und die vorübergehenden Leute zu betrachten, sieht er nämlich auch die Odstrahlung seiner Umgebung. Er sieht die Odstrahlung in der freien Natur, und er sieht sie auch bei den vorübergehenden Menschen. Er erkennt sie als eine Kraftquelle, und er fängt an, sich diese Kräfte, die ihm in seiner nächsten Umgebung zur Verfügung stehen, zunutze zu machen. Es sind die Odströme, die aus diesem irdischen Felsen dringen, die aus der Erde selbst hervordringen, es sind die Odströme, die sich frei in der Luft bewegen. Er kann sie mit den Händen heranziehen, er kann etwas davon ballen; denn er selbst ist in einer so niederen Schwingung, dass diese den anderen Schwingungen gleichkommt – er fühlt sich sozusagen in gleicher Bewegung mit dem andern, das er sehen und ergreifen kann. So hat er nach langer Zeit herausgefunden, dass er sich diese Kräfte dienlich machen kann, dass er sie zu sich heranziehen, sich in sie hineinbewegen und sie zusammenballen kann. So übte er. Und als dann wiederum Menschen und Tiere an ihm vorüberschritten, da nahm er von diesem geballten Od und warf es denen, die er erreichen konnte, nach. So hatte er mit seiner odischen Kraft, mit seiner niederen, unreinen odischen Kraft, Menschen oder Tiere berührt. Diese verspürten die Berührung – zwar nicht den Wurf, sondern nur ein plötzliches Unbehagen, das in ihnen Unsicherheit und körperliche Schwäche auslöste. Diese Schwäche schwand jedoch bei ihrem Weiterschreiten gleich wieder, weil diese Unreinheit sich wieder verflüchtigte. Dieser Geist aber machte dabei seine Beobachtungen und freute sich – so fand er doch etwas Zeitvertreib. Er fing nun an, sich für diese Kräfte zu interessieren; aber er hatte ja keine weiteren Möglichkeiten, sie auf andere Weise zu verwenden, als dass er sie zu einer Kugel formte, die er jeweils denen nachwarf, die an ihm vorübergingen.
Dieses ganze Tun hatte nun der Wächter Gottes beobachtet. Eine Weile schaute er dem Treiben zu, dann aber musste er einschreiten. Denn es war nicht das Ziel, dass dieser niedere Geist sich mit solchen Dingen befasste, sondern er sollte durch seine Bedrängnis und Einengung und durch die Demütigung Gott finden können. Er sollte einsehen, dass eine höhere Macht über ihm ist und er Gott um Vergebung bitten und anfangen sollte, Gott zu suchen und sein Denken doch zu ändern. Er hätte sich überlegen sollen, dass es für ihn mit der Zeit zur Qual werden würde, ständig so in diesen Felsen gebannt zu sein. Er aber konnte nicht so weit denken und hatte sich vielmehr für diese andern Dinge interessiert. Er hatte seine Freude daran, dass er sich in die anderen Schwingungen mit hineinbewegen konnte.
Nun trat der Geist Gottes vor ihn hin und warnte ihn. Er erklärte ihm – so wie ich es euch jetzt geschildert habe –, dass er sich Gott zuwenden und über sein Leben nachdenken müsse, dass die Schulden, die auf ihm lasten, auf eine andere Art und Weise abgetragen werden müssten, als er es vorhabe. So machte ihn der Geist Gottes aufmerksam; er solle sein Tun nicht wiederholen, sondern vielmehr anfangen, Gott um Vergebung zu bitten und zu versuchen, etwas Liebe im Innersten seiner Seele aufzubauen, wohlwollende Gedanken zu pflegen gegenüber den Menschen, die an ihm vorübergingen, sie mit wohlwollenden Worten zu begrüssen – und nicht ihnen auf diese Art und Weise Schaden zufügen. Dieses hörte er an, und einige Zeit konnte er sich ruhig verhalten; zum Beten konnte er sich aber nicht entschliessen.
Dann aber wiederholte er das Spiel – er schien wieder vergessen zu haben, was der Engel Gottes ihm gesagt hatte. Er blickte jeweils umher und hatte die Vorstellung, er müsste den Geist Gottes ja sehen. Aber er konnte ihn nicht sehen, denn er war in einer so niederen Verdichtung, dass es ihm nicht möglich war, diesen Geist Gottes zu sehen. Und als er sein Tun wiederholte, da trat dieser Engel aufs Neue an ihn heran und sagte ihm, dass er ihn von dieser Verbannung befreie, ihm eine andere Aufgabe überbinde, denn das, was er hier treibe, sei nicht der Sinn der Läuterung; man müsse ihn nun anderswohin führen, denn es gehe darum, ihn geistig emporzuheben und alles zu tun, damit er seine Gedanken ändere und den Weg zur Ordnung und zur göttlichen Gesetzmässigkeit finde.
Dieser Geist hörte diesen Worten zu und liess sich von dem Ort, an den er gebannt war, befreien. Der Engel führte ihn wiederum im Erdenreich zu Menschen – zu Menschen, die Tiere töteten. Dieser Geist aber fand kein Gefallen daran, das mit anzusehen. Doch der Engel Gottes sagte: “Hier ist deine andere Aufgabe, die du jetzt zu erfüllen hast. Du siehst nun, wie diese Tiere sterben müssen, und du siehst auch, wie sich jeweils der tierische Geist vom irdischen Leibe befreit. So hast du nun die Aufgabe, diese Tiergeister in ihre Welt zu führen, und du sollst sie der Gattung entsprechend jeweils zusammenführen.” Der Engel zeigte ihm den Weg und wie er diesen sterbenden Tieren behilflich sein musste. Er hatte nun bei ihnen tätig zu werden und ihrem geistigen Leibe den Beistand zu geben. Dies war seine Aufgabe, und so führte er diese Tiergeister jeweils in ihre Welt, wo sie sich zusammenfanden. Das war seine Aufgabe. Hier gab es kein Entfliehen, kein Murren, denn er ward immer begleitet von einem Geist Gottes, der in der Nähe war und alles beobachtete und überprüfte, was geschah. So musste er lange, lange Zeit diese Aufgabe ausführen.
Nun konnte er beobachten, dass in diesem Tierreich die Tiere friedlich zusammenlebten. Befreit von ihrem irdischen Leibe lebten sie der Gattung entsprechend eingeteilt friedlich zusammen. Bei diesen Tieren waren auch Geister, die ihre Aufgaben an ihnen erfüllten. Es waren dies verschiedene Aufgaben. Die Arbeit der einen lag darin, die eben hinübergeführten geistigen Tiere zu beruhigen und sie in einen Schlaf zu bringen. In der Zeit dieses Schlafes werden die Tiere ruhig. Sie werden bewacht von Engeln Gottes und von aufsteigenden Geistwesen, die im Heilsplane auf diese Weise tätig sein müssen. So werden diese geistigen Tiere liebevoll betreut, und nach ihrem Schlafe dürfen sie eine für sie bestimmte Zeit in jener Umgebung bleiben. Sie leben hier so lange friedlich zusammen, bis ein höherer Geist darüber entscheidet, ob ein Tier nun seinen Platz zu verlassen hat und eine Umwandlung an ihm vorgenommen werden muss. Die höheren Geister sind es, die das bestimmen. Aber diese höheren Geister brauchen immer wieder helfende Geschwister, die auf irgendeine Weise ihre Tätigkeit da auszuführen haben. Für Geistwesen, die Tiere lieben, ist dies eine Genugtuung. Sie arbeiten gerne in diesem Tierparadies, und sie schenken diesen Tieren ihre ganze Liebe, die sie besitzen. Und je nach ihrem geistigen Fortschritt besteht die Möglichkeit, dass sie von einem Tierreich zum andern hinübertreten dürfen, um sich dort mit den verschiedenen Gattungen der Tiere zu beschäftigen, sie zu pflegen oder eine Aufgabe an ihnen auszuführen, wie sie vom Gesetz Gottes verlangt ist.
Nun, dieser Bruder musste diese Tiere oder jeweils das einzelne geistige Tier vom irdischen Bereich in die jenseitige Welt, in das geistige Tierreich hinüberführen. Und so sah er auch, dass andere Geistgeschwister eine höhere Aufgabe ausübten als er, eine Aufgabe, die bei ihm auch mehr Befriedigung ausgelöst hätte. So hatte er nun den Wunsch, nicht mehr immer beim Sterben dieser Tiere dabei sein und sie wegführen zu müssen; sondern er hätte es vorgezogen, auch in diesem Tierparadies seine Aufgaben zu erfüllen. Als er diesen Wunsch vorbrachte, sagte der Geist Gottes zu ihm: “Wenn du bereit bist, dich in deinem Denken zu ändern, wenn du willig geworden bist, das zu tun, was dir gesagt wird, und das zu lernen, was dir aufgetragen, dann werden wir deiner Bitte nachkommen.” Und so langsam kam im Innern oder in der Tiefe der Seele dieses Geistes doch ein Mitleid und eine gewisse Barmherzigkeit; von Feinfühligkeit konnte man noch nicht sprechen, doch änderten sich die Gefühle dieses Geistes. Seine Tätigkeit hätte er gerne einem andern übertragen. Und da er jetzt Einblick hatte in das weitere Leben in der geistigen Welt und in die Tätigkeiten dort, wollte auch er sich erheben können und etwas ihm Gefälligeres ausüben. Da ihm aufgetragen wurde, was er zu lernen hatte über den Heilsplan und über die Schöpfung Gottes, wurde er immer eifriger im Lernen. Dies half ihm, dass er nun von seiner bisherigen Tätigkeit befreit wurde. Jetzt durfte er seine Aufgabe aufnehmen im geistigen Tierreich.
Hier brauchte es neue Belehrungen, denn es wurde jeweils gefragt: “Was geschieht jetzt mit diesem Tier, wenn es von den höheren Geistwesen geholt wird?” Dann wurde von der Umwandlung erklärt, vom Aufstieg ins höhere Leben, vom Eingreifen der höheren Geisteswelt. Und so kann ein aufsteigender Geist, der im Tierreich seine Tätigkeit ausübt, praktisch in den Schöpfungsplan und in den Heilsplan eingeweiht werden: Er sieht hier diese Umwandlung, er sieht den Aufstieg vom niederen ins höhere Leben hinein. Recht bald interessiert er sich für die höheren Dinge und für den geistigen Aufstieg. Es wird ihm klar und verständlich, wie der Aufstieg vor sich geht, und er fängt an, sich für seinen persönlichen Aufstieg zu interessieren: “Was muss ich tun, um in eine höhere Welt eintreten zu können? Was geschieht mit mir, wenn ich guten Willens bin, wenn ich bereit bin, alles zu tun, um aufsteigen zu können?” Dann wird die Seele unterrichtet: Auch für sie gebe es eine Wiederkehr ins menschliche Leben; doch ehe diese stattfinde, werde sie im geistigen Reiche unterrichtet über alles, was für sie zu wissen notwendig sei, wenn sie wieder einverleibt werden soll.
Auf diese Art und Weise erlebt man dann das notwendige Eingreifen der Gotteswelt und erkennt, dass es von grösster Bedeutung ist, dass man eifrig darangeht, diesen Heilsplan zu befolgen, und ihn in allen Einzelheiten zu studieren versucht. Dies alles kann ja nur geschehen, wenn man die geistigen Schulen besuchen darf und von der hohen Geisteswelt darüber unterrichtet wird. Und so geschah es mit diesem Bruder. Er hatte nun eine befriedigende Tätigkeit, die er bei diesen Tieren ausüben durfte; und zwischendurch besuchte er eifrig die Schulen.
Dann kam von Neuem der Geist Gottes zu ihm und sagte: “Du hast durch die Barmherzigkeit und Liebe Gottes so viel Wohlwollendes erlebt, und dir ist die Möglichkeit des raschen Aufstiegs gegeben. Das alles, diese Erkenntnisse, die du erworben, sollen im Innern deiner Seele festgehalten werden. Diese Erkenntnis sollst du, wenn auch eingeschlossen, mit in ein irdisches Leben nehmen. Geöffnet wird dir dieses Innere, wenn du Gelegenheit hast, davon zu hören von deinen Mitmenschen, die Wissen haben über den Aufstieg, über die Umwandlungen. Dann wird es dir verständlich werden, und du wirst durch solches Wissen dein Leben ändern können zum Guten. Du wirst dein neues Leben dementsprechend geistig erfolgreich gestalten, dass es für dich zu grossem Nutzen wird.”
So wurde es diesem Geist und vielen andern erklärt. Auf eine solche Art und Weise kann man die Läuterungen erleben. Es sind Läuterungen, die doch den Vorteil haben, dem Einzelnen schneller Gewissheit zu verschaffen über die Ordnung und die Gesetzmässigkeit, über den ganzen Heilsplan. Während andere Geistgeschwister, die auch mit schweren Belastungen zurückkehren, all dem fernestehen und es für sie längere Zeit dauert, bis sie zu diesen Erkenntnissen kommen können.
So wird die Geisterwelt Gottes immer da eingreifen, wo sie die Notwendigkeit dazu sieht – die Notwendigkeit der Strenge einerseits, aber auch die Notwendigkeit zu rascherem Aufstieg. Sie wird alles tun und alles so sinnvoll gestalten, dass es jenen Geistgeschwistern eine grosse Hilfe ist in ihrem Aufstieg. Und auf diese Art und Weise nun hatte dieser belastete Geist einen Teil seiner Schuld gutgemacht; einen weiteren Teil seiner Schuld wird er im menschlichen Leben wiedergutmachen müssen.
Nun habe ich noch eine weitere Erklärung zu geben. Ich erklärte euch, dass es diesem Geiste möglich war, das geistige Od zu ballen, und dass er mit diesem Od den Menschen oder den Tieren, die an ihm vorübergingen, Schaden zufügte. Wie ihr wisst, stehen in der Natur im Allgemeinen Geister Gottes Wache. Diese Wache ist ja dafür da, dass die Geister, die nicht in die Ordnung Gottes eingereiht sind, zurechtgewiesen oder bestraft werden. Denn es gibt so viele Unselige – wie ich es euch erklärte –, die nicht willens sind, das anzunehmen, was ihnen gesagt wird, und die in gleicher Art und Weise weiterleben wie als Mensch, die in derselben Boshaftigkeit und Unversöhnlichkeit sind und durch ihre Boshaftigkeit die Möglichkeit haben, Menschen und Tieren und in der Natur überhaupt Schaden zuzufügen. Sie erkennen nun auch diese odischen Quellen, diese Strahlen, und sie können sich dieselben zunutze machen. Sie können diese odischen Strahlen ballen und andern damit Schaden zufügen. Und so ist es die Aufgabe der Engelwelt, solches zu verhindern. Darum wird euch erklärt, dass überall Geister Gottes als Wächter stehen.
Wie nun jenen niederen Geistern die Möglichkeit geboten ist, solche Kräfte zu ballen und zu verwenden, so ist dies auch der guten Geisterwelt Gottes möglich. Sie kann aber solche Quellen des Odes reinigen und kräftigen. Die Geister Gottes haben die Möglichkeit, zu diesen odischen Quellen hinzutreten, von dieser Kraft zu nehmen und sie Menschen wie Tieren zu bringen oder sie in der Natur zugutekommen zu lassen. Sie haben die Möglichkeit, das fein gereinigte Od an sich zu nehmen und es Menschen zu bringen, damit es diesen zum Heil und Segen wird, zum Heil der Seele und zum Heil ihrer Gesundheit. Die Geister Gottes haben also dieselbe Möglichkeit wie die niederen oder die uneingereihten Geistwesen – der Unterschied aber besteht darin, dass Geister Gottes ein reines Od besitzen und dass sie, so sie es in der Begegnung mit Menschen, Tieren oder im Pflanzenreich als notwendig erachten, das dort befindliche irdische Od reinigen, sodass es zu einem schnelleren Wachstum und Gedeihen kommt. Die Möglichkeit, das zu tun, haben nur die Geister Gottes; denn sie sind umgeben von einem reinen Od, das eine wunderbare Kraft ist.
Die niedere Geisteswelt ist ebenfalls von Od umgeben, und sie erkennt auch das Od des Menschen und das der Erde. Ihr Od ist aber nicht ein reines Od, und so ist es für sie ein Leichtes, sich mit diesem Ode zu betätigen. Dass sie aber nicht tun können, was ihnen beliebt, dafür treten die Geister Gottes der Ordnung ein. Ihre Aufgabe ist es, für Ordnung zu sorgen.
Wenn nun Menschen beten, Gott um Schutz und Segen bitten und dieses Gebet in dem Sinne gesprochen wird, dass es zur Versöhnung mit Gott und dem Mitmenschen kommt, so ist es Gott gefällig und wird gehört. Denn ein solches Gebet wird zur Schwingung; es kommt in Einklang mit Gott und wird dadurch zum feinsten Strahl, zur feinsten Kraft, und diese Kraft wird von den Geistern Gottes getragen. So soll das Gebet des Menschen auf diese Art und Weise gesprochen werden. Und wenn der Mensch um etwas bittet und er auch das geistige Gesetz erfüllt, wenn er durch dieses Gebet einig wird mit Gott – welche Kraft strömt aus dem Munde des Menschen, wenn er aus Innigkeit betet, wenn er sich mit Gott verbunden fühlt, in Dankbarkeit lebt mit Christus und seiner heiligen Geisterwelt! Diese Gedanken werden Schwingungen, diese Schwingungen werden Kräfte – solche Kräfte, die von den Geistern Gottes noch mehr gereinigt werden, sodass es zu diesem feinsten Od gehört, das der Himmel überhaupt besitzt.
Ihr Menschen seid euch gewohnt, menschlich zu denken, ihr habt andere Begriffe als wir; so ist es für euch oft schwer, das zu verstehen. Wollt ihr aber in die Welt des Geistes eintreten, dann ist sie für euer irdisch Auge unsichtbar. Sichtbar ist sie nur für den Geist, der in euch ist. So sollt ihr doch dies alles, was euch gesagt wird, zu eurem Heil anwenden, denn es wird wahrhaftig für euch zum Segen sein.
So wie die Erklärungen, die ich euch jeweils gebe, euer Wissen bereichern und ihr immer tiefer in diese Jenseitswelt eintreten könnt, so sollt aber auch ihr dazu verpflichtet werden, das Eurige dazu beizutragen, dass ihr in die hohen Stufen des Himmels eintreten könnt. Das ist unser Verlangen. Auf diesen geistigen Höhen wollen wir euch begrüssen, von Geist zu Geist.
So, liebe Geschwister, möge Gottes Segen euch behüten und beschützen. Möget ihr alle gesunden an Leib und Seele. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 28.10.1967 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Heft 1/2012
25 Seiten, 21 × 29,7 cm