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Der Geist Gottes weht, wo er will – Über das Wirken heiliger Geister, einst und heute – Medialität: Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind
Verbindung mit der Geisterwelt Gottes
Beschreibung
Christus versprach den Seinen kurz vor seinem Tode: “Wenn ich zum Vater zurückgekehrt bin, werde ich euch den Tröster senden” (Joh. 14, 16f.). Am Pfingstfest erfüllte sich zum ersten Mal diese Verheissung: Heilige Geister, Engel Gottes, kamen hernieder und erfüllten die Apostel mit Kraft und Mut, damit sie hinaustreten und Zeugnis geben konnten für ihren Herrn. Seit der Erlösungstat Christi sind die Tore des Himmels geöffnet, und heilige Geister werden ausgesandt zu allen Menschen, um ihnen Beschützer und Beistand zu sein.
Die Ausführungen in diesem Themenheft beleuchten den grossen Gewinn für den Menschen, wenn er sich um die Begleitung eines himmlischen Geistes bemüht. Thematisiert werden in diesem Heft aber auch die möglichen Gefahren eines Verkehrs mit der Geisterwelt; denn nicht jeder Geist, der sich beim Menschen kundtut, ist ein himmlischer Geist, der im Auftrag und in der Ordnung Gottes steht. Daher gilt die Beachtung der Weisung der Apostel “Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind!” (1. Joh. 4,1), um nicht an Seele und Leib Schaden zu nehmen.
Themenheft 3/2010: Verbindung mit der Geisterwelt Gottes
Inhalt
Pfingsten – das Hochfest der heiligen Geister
Josef, 29. Mai 1966
Pfingsten – das Hochfest der heiligen Geister
Der Mensch muss sich öffnen und die Bedingungen erfüllen, damit ein heiliger Geist bei ihm einkehren kann. Der geistig Erstarkte soll dem Schwachen den Beistand geben.
Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, Pfingsten ist das Hochfest der heiligen Geister. Christus sprach: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen.” Die erhabenen Geister des Himmels gehen im Auftrage ihres Königs aus, um da zu wohnen, wo Menschen zusammen sind, sich vereinigen und im Namen Jesu Christi beten. Und ihr, liebe Geschwister, habt euch doch im Namen Jesu Christi zusammengefunden. Die heiligen Geister haben sich euch zugeneigt; sie sind unter euch. Ich möchte daran erinnern, dass diese heiligen Geister imstande sind, vieles zu tun: Christus heilte Kranke, die Apostel heilten Kranke – sie taten es unter der Einwirkung heiliger Geister.
Wohl spricht man an diesem heiligen Feste vom “Ausgiessen des heiligen Geistes”, aber den wahren, wirklich tiefen Sinn, dass es das Ausgiessen der heiligen Geister ist, kennen viele Christen nicht. Die heiligen Geister möchten unter euch wohnen; sie wollen euch beschützen und führen. Sie möchten persönlich mit euch in Verbindung kommen. Man muss aber einen solchen heiligen Geist zu sich herbeirufen. Man muss die Verbindung zu einem heiligen Geist zustande bringen.
So kann man unter der Kraft der heiligen Geisterwelt leben, unter einer gemeinsamen Kraft, die ausgegossen wird und die durch die Verdienste einiger oder mehrerer Freunde erworben wurde. Man kann unter den Schutz der Kraft des heiligen Geistes kommen. Aber man kann auch einen solchen heiligen Geist in sich haben; er kann Wohnung bei einem Menschen nehmen. Man muss aber dafür sein Innerstes vorbereiten. Diese Vorbereitungen muss man treffen, die Wohnung muss gesäubert und geschmückt sein, denn der heilige Geist möchte sich beim Menschen wohlfühlen.
Wie kann man das Innerste dieser Wohnung schmücken? Es braucht eigentlich sehr wenig dazu. Eine innere Wandlung kann diese Reinigung der Wohnung zustande bringen. Dies geschieht, wenn der Mensch die Kraft besitzt, sein ganzes Denken auf das höhere Leben hinzulenken, und wenn er willens ist, nach den göttlichen Gesetzen zu leben. Er muss sich dem göttlichen Leben hingeben. Ein heiliger Geist kann beim Menschen Wohnung nehmen, wenn dieser willens ist, das Gute zu tun, und alles, was nieder und verwerflich ist, bekämpfen will. Der Mensch muss das Gute tun, dafür Vorsätze fassen und alles Denken, das der Seele Schaden zufügen könnte, überwinden – das heisst: in der eigenen Wohnung Ordnung machen.
Es hat wohl jeder seine eigenen Probleme, die er gelöst haben möchte. Sind beim einen wie beim andern Nöte vorhanden, möchte man das alles überwunden sehen. Nun, die heiligen Geister sind bereit, dem Menschen zu helfen. Die Menschen aber machen den Fehler, indem sie der heiligen Geisterwelt den Zugang versperren. Dieser Zugang muss frei gemacht werden. Es braucht also Ordnung in der eigenen Wohnung, in der Seele. Der Mensch muss im Glauben an die heilige Geisterwelt leben, im Glauben an ihre Hilfe. Denn sie will wahrhaftig dem Menschen helfen. Ja, sie will ihm auch über die Schwierigkeiten des täglichen Lebens hinweghelfen; sie will ihm auch helfen, gesund zu werden an Leib und Seele. Da muss der Mensch sich öffnen, und er muss die Bedingungen erfüllen, damit ein heiliger Geist bei ihm einkehren kann, diese heiligen Geister bei ihm einkehren können.
Die Probleme beim Menschen sind ja so verschiedenartig; die Gemüter sind bei euch ja auch so verschieden. Der eine ist überempfindlich, der andere kann viel ertragen; was der eine empfindet, ist für den andern nichts; was dem einen schwere Probleme verursacht, vermag der andere ohne Weiteres zu überwinden. Die Menschen sind in ihrem Charakter verschieden, und darum ist es auch schwer, ihnen beizustehen – sie zu verstehen.
Oftmals fällt es dem Mitmenschen schwer, den andern zu verstehen, weil er selbst ein ganz anderes Empfinden hat. Die heilige Geisteswelt hat aber ein Empfinden für einen jeden Menschen. Darum kann die wahre Hilfe nur von Gott und von seiner heiligen Geisterwelt kommen.
Menschen können Werkzeuge sein; sie stehen dem andern bei und helfen ihm, sein Kreuz zu tragen. Sie lernen ihn zu verstehen und helfen mit an seiner Befreiung. Aber das Wichtigste zu seiner Befreiung, zur Lösung von Problemen und Nöten muss der betroffene Mensch selbst leisten. Er muss das Äusserste dazu hergeben. Wie kann man das tun? Das heilige Pfingstfest gibt euch darauf die Antwort. Euer Denken richtet sich heute ganz besonders auf die heilige Geisterwelt aus, und diese heilige Geisterwelt will euch die Antwort geben. Sie will euch helfen. Aber ihr müsst um ihren Beistand flehen. Ihr müsst euer Herz und eure Seele öffnen und der Geisterwelt sagen:
“Kehret ein, ihr heiligen Geister, wohnt in mir, und wirkt mit eurer heiligen Kraft in mir. Gestaltet mein Leben, mein ganzes Tun nach dem Willen Gottes. Kehret ein in mich, macht mich gesund in meiner Seele, macht meinen Leib gesund. Richtet mein Denken nach dem Willen Gottes. Ich will tun, was der Wille Gottes ist – ich beuge mich nach dem Willen Gottes. Dein Wille soll geschehen mit mir. Ihr Heiligen des Himmels, wohnt bei mir, führt mich im Leben, schützt und behütet mich.”
Versucht doch, euch etwas vom Weltlichen abzuwenden, versucht im Geiste hinüberzutreten in jenes geistige Reich, in jene Ewigkeit. Tut es im Geiste, wo jene Dinge, die der Welt von grösster Bedeutung sind, nicht mehr wichtig sind. Tretet im Geiste hinüber in das Land der Seligkeit und des Friedens, wo man jedem die Hilfe gibt und keinen wegweist, der da sucht und um Hilfe ruft. Wendet euch weg von dieser Welt, die versucht, euer Denken und eure Seele zu belasten. Im Geiste erlebt diese Seligkeit, diesen Beistand.
Es ist ein grosser Fehler des Menschen, wenn er sich der Welt mit Leib und Seele verkauft; es fehlt ihm dann die Kraft, sich von dieser Welt des Glanzes abzuwenden, um sich mehr dem Geistigen hinzugeben. Was möchte man mit diesen Worten sagen? Man soll doch nicht alles für so bedeutungsvoll betrachten, was dieser Welt wichtig ist, was dieses äussere Leben vom Menschen verlangt, was diesem äusseren Menschen Bequemlichkeit und Glanz gibt. Denn das alles ist vergänglich. Nicht dieser Glanz ist von grösster Bedeutung – ihr kennt ja den Ausspruch: “Was Rost und Motten vernichten können, ist nicht bedeutend.” Viele Menschen hängen ihr Herz und ihre Seele an diese äusseren Dinge. Und wenn sie sich dieser Welt verkaufen, dann können die heiligen Geister nicht im Menschen wohnen. “Was nützt es, wenn du die ganze Welt gewinnst, aber in deiner Seele Schaden nimmst.”
Es ist also immer wieder dasselbe: Man muss versuchen, mehr für das Geistige zu wirken und zu leben. So viele äusserliche Dinge sprechen den Menschen an. Dadurch nimmt die Seele Schaden. Sich mehr dem Geistigen zuwenden – das ist heilsam.
Wenn ihr versucht, euch zu öffnen, und euch für das geistige Leben interessiert – ihr die Wohnung für diese heiligen Geister vorbereitet habt –, dann werden sie auch imstande sein, vieles für euch zu tun. Sie werden mehr leisten können, als euch im täglichen Leben vor Unglück zu beschützen, denn sie wollen, dass eure Seele gesund ist und gesund erhalten bleibt – dass sich euer Denken dem Göttlichen zuwendet und ihr fähig werdet, stets für das höhere Leben zu leben und zu wirken. So kann manche Krankheit körperlicher Art schneller überwunden werden, denn die heiligen Geister sind es, die mit ihrer Kraft auch die körperlichen Leiden des Menschen überwinden helfen und so den Menschen gesund machen. Wer hat nicht das Verlangen, gesund zu sein?
Ich möchte jedoch nicht unterlassen zu betonen, dass es Menschen gibt, die Kreuzträger der Menschheit sind, die ein Leiden tragen müssen, das nicht nur für sie heilvoll ist, sondern auch für ihre Umwelt. Kreuzträger sein ist nicht leicht, und Kreuzträger kann man nur sein, wenn man sagt: “Der Wille des Herrn geschehe an mir.” Denn der Wille Gottes geschieht bei einem jeden Menschen. Wenn man unter diesem göttlichen Willen lebt, wird man dafür einst die Belohnung bekommen.
Liebe Geschwister, so sollt ihr sehen, dass es gerade an diesem Feste des Geistes möglich ist, von der heiligen Geisterwelt Beistand zu bekommen – dass, wenn man ein Leiden zu tragen hat, die heiligen Geister mithelfen, das Leiden zu tragen. Sie versuchen, den Beistand zu geben, Erleichterung zu schaffen; dass aber der andere Mensch, der nicht ein Kreuzträger eines Leidens sein muss, die Geisteskraft erhält, um seine Aufgaben im Leben zu erfüllen. Er wird ein Nachfolger Jesu Christi sein und fähig, den Mitmenschen beizustehen, und sie stützen, wenn sie schwach sind.
Denn der geistig Erstarkte soll dem Schwachen den Beistand geben, und das tun die Geister: Die Erstarkten helfen den Schwachen; und das verlangen sie auch vom Menschen. Der Starke muss dem Schwachen helfen. Derjenige, der genügend Brot oder Brot im Überfluss hat, soll jenen geben, denen es mangelt, die hungern. Darum ist es wichtig, dass man für dieses höhere Leben, das man leben will und anstrebt, nicht vergisst, daran zu denken, dass es Geschwister gibt, die Hunger leiden und schwach sind – dass man den Ärmsten von seinem Besitz oder vielleicht von seinem Überfluss etwas gibt. Geistig stark ist man nur dann, wenn man von seiner Kraft jenem gibt, der schwach ist und der nichts besitzt. Nur ein solcher lebt das höhere Leben, das heisst, er lebt und wirkt im Reiche des Geistes. Man kann im Alltag in das geistige Reich hinübertreten; man kann dem hohen Leben treu sein. Es wird jedem Gelegenheit gegeben, diese Treue unter Beweis zu stellen – dieses hohe Leben zu leben.
Es ist aber manchmal schwer, in dieses geistige Reich hinüberzutreten. Man wird von der Macht dieser Welt umfangen, von ihrem Glanz – und von Herrschsucht und Habsucht. Man hat sich vom höheren Leben abgewandt; darum wird es notwendig sein, immer daran zu denken, dass man bitten muss: “Heilige Geister des Himmels, gebt mir die Kraft dafür, nach dem Willen Gottes zu leben. Helft mir, meine Wohnung so vorzubereiten, helft mir, meine Wohnung so zu schmücken, damit in mir ein heiliger Geist des Himmels wohnen kann.” Jeder weiss, dass es schwer ist und was es dazu braucht, bis ein solch heiliger Geist des Himmels beim Menschen einkehrt. Wohl mag der Bittende unter dem Schutze Gottes stehen; aber dass ein heiliger Geist in ihm wohnt, dazu braucht es etwas mehr.
Lasst an diesem heiligen Pfingstfest die Heiligen des Himmels einkehren, die im Auftrage ihres Königs ausgehen. Sie wollen dem Menschen helfen. Jene, die im Geiste stark sind, stützen die Schwachen. Wenn ihr im Geiste auch stark sein wollt, so stützt die Schwachen. Stützt jene, die in ihrer Seele schwach sind, die in Schwachheit leben. Gebt jenen, die in Armut sind. Denkt an jene Zeit, wo Christus lebte – wie die Jünger ihren Reichtum, ihren Besitz verteilten. Gebt jenen Menschen, die schwach sind, die Hunger und Durst leiden. Stärkt sie in ihrer Seele, stärkt ihren Leib. [...] Seid besorgt um das geistige Leben, so wie ihr auch um euer äusseres, irdisches Leben besorgt seid. Wenn ihr diesen Weg beschreitet, dann beschreitet ihr den rechten Weg.
So möge der Segen Gottes über euch alle kommen, dass dies geschehe. Möge sich dieser Segen Gottes über euch ausgiessen, damit er wirksam wird und die heilige Geisterwelt über euch jubiliert – dass es für euch selbst zur Freude ist und dem ganzen Himmel. Gott zum Gruss.
Ansprache von Geistlehrer Josef an die Generalversammlung der Gemeinschaft an Pfingsten, 29.5.1966, gehalten durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Von der Schulfreundin für den Geistesglauben gewonnen
Elisabeth, 5. November 1969
Von der Schulfreundin für den Geistesglauben gewonnen
Elisabeth erfährt durch ihre in Afrika lebende Schulfreundin von der Möglichkeit, durch einen medialen Menschen mit der geistigen Welt in Verbindung zu treten. Diese Schulfreundin lernte in einem medialen Kreis in Afrika den Geistesglauben kennen, und es gelingt ihr, Elisabeth davon zu überzeugen. Die Belehrungen aus der jenseitigen Welt sowie die Verbindung mit der Geisterwelt Gottes werden für die beiden Frauen wegweisend für ihr weiteres Leben.
Elisabeth: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ich heisse Elisabeth, und ich will euch erklären, auf welche Art und Weise ich zum Geistesglauben gekommen bin und wie er mir in der göttlichen Welt geholfen hat.
Ich lebte in Österreich. Ich hatte dort eine Schulfreundin; unsere Wege trennten sich, als sie die Heimat verliess, da sie einen Mann geheiratet hatte, der in den Kolonien tätig war. Ich hatte eine Mutter, die sehr fromm war – ich war im katholischen Glauben erzogen worden –, und ich hatte drei Brüder. Auch mein Vater sowie die ganze Familie waren religiös, doch meine Mutter zeichnete sich ganz besonders durch ihren Glauben aus. So wollte sie immer darüber Bescheid wissen, ob ich auch zur Beichte gegangen wäre, und sie hielt mich so zur Frömmigkeit an. Diese Art und Weise hatte mich schon recht frühzeitig abgestossen, denn ich fand es eine aufdringliche Frömmigkeit, die meine Mutter hatte. Ich war auch fromm in meinem Herzen, und ich hatte meine ganz besondere Verbindung zu Christus und zu den Heiligen, zu denen wir ja so beteten, aber die aufdringliche Frömmigkeit meiner Mutter stiess mich ab. Ich blieb jedoch unverheiratet und blieb bei meinen Eltern, bis sie starben, während meine Brüder je einen eigenen Hausstand gründeten.
Nun, meine Freundin war weggezogen, so wie ich es euch gesagt habe, und so haben wir uns jeweils viel geschrieben. Sie berichtete mir dann von diesen sonderbaren Zusammenkünften, die sie nun in Afrika hatte. So schrieb sie mir, dass sie jeweils mit Leuten in der Nachbarschaft zusammenkomme und dass da eine Frau sei, die ein Medium sei, und dass sie es jeweils so gestalten würden: Eine Anzahl Freunde – es seien immer dieselben – würden sich immer am selben Wochentag abends treffen; dann nähmen sie diese Frau in die Mitte und bildeten einen Kreis und reichten sich die Hände, und dann würde nun diese Frau in der Trance zu ihnen sprechen. Für mich war das etwas ganz Neues. Sie schrieb mir jeweils Einzelheiten davon, denn sie musste und tat mich ja von dem überzeugen. So schrieb sie mir, dass jeweils diese Person den Anwesenden Anweisungen gebe und gleichsam eine Vorschau in ihr Leben habe; und dass sie, also meine Freundin, dieses anfangs auch etwas skeptisch betrachtet habe, aber dann recht bald auch davon überzeugt worden sei, weil sich diese Dinge immer genau ereignet hätten, wie es diese betreffende mediale Person gesagt habe. Voll und ganz überzeugt wurde sie dann davon, als durch diese Frau das Geistwesen erklärte, dass ihre Schwiegermutter schwer erkrankt sei und nur noch zwei, drei Tage zu leben habe. Meine Freundin war natürlich überrascht und betrübt, und für sie sollte es ja dann auch ein Beweis sein, ob das wirklich stimmte. Die Nachrichtenübermittlung ging zu jener Zeit – das liegt ungefähr achtzig Jahre zurück – nicht auf diesem raschen Weg wie heute, und so musste sie warten, bis sie Bescheid bekam. Da kam nach einigen Tagen die Nachricht, und diese lautete, dass die Schwiegermutter soeben gestorben sei – sie war also zu jenem Zeitpunkt [der medialen Durchgabe] schwer krank gewesen, und man hatte meiner Freundin und ihrem Mann die Nachricht dann gegeben, als diese Mutter gestorben war. So hatte sie also auch wiederum einen Beweis, einen persönlichen Beweis; und dieses festigte sie immer mehr im Glauben an die Verbindung zu einer geistigen Welt. Und das schrieb sie mir alles.
Ich musste nun natürlich darüber staunen und wollte immer mehr wissen. So pflegten wir einen eifrigen Briefwechsel. Sie konnte mir nicht genug darüber schreiben, ich war sehr neugierig auf all das, was dort geschah. Ganz ausführlich schrieb sie mir, es sei wirklich so, man lebe nach dem irdischen Tode weiter und es sei möglich, dass ein Geist sich bei einem Menschen kundtun und durch ihn sprechen könne. Sie schrieb mir aber auch, dass dieses nicht etwas Alltägliches sei, und machte mich auch zugleich auf gewisse Gefahren aufmerksam, die damit verbunden sind: dass man sehr vorsichtig sein müsse und eigentlich nur solche Menschen im Kreise bei ihnen aufgenommen würden, die einen ganz festen Charakter hätten und die auch in einem tiefen Glauben an Gott und seine Gerechtigkeit lebten. So schrieb sie mir über diese Dinge, und ich machte mir selbstverständlich auch die Gedanken darüber.
Das Leben geht also weiter nach dem Tode – so schrieb sie es mir; und sie schrieb mir Dinge, die gar nicht übereinstimmten mit dem Glauben, in dem ich erzogen worden war. Dies sagte ich auch meiner Mutter, denn ihr aufdringliches Wesen, das sie in ihrer Glaubensrichtung hatte, stiess mich einfach ab. Meine Mutter verbot mir, mit dieser Freundin noch weiter in Verbindung zu sein, denn sie sagte, das alles wäre nur vom Teufel. Ich aber konnte dem nicht zustimmen, denn ich kannte meine Freundin viel zu gut. Sie war eine aufrichtige, gute Seele; und all diese Dinge, die sie mir schrieb, und alle diese Nachrichten konnten niemals eine Nachricht vom Teufel sein – so viel Urteilsvermögen hatte ich selbst. Und so wusste ich natürlich genau, dass dieses meiner Mutter nicht passte, denn es stimmte nicht überein mit ihrem Glauben und mit ihrem Wesen überhaupt. So war unser Verhältnis nicht gerade das beste, denn ich beharrte nun auf meinem neuen Glauben, auf meinen Erkenntnissen, die ich durch meine Freundin erreicht hatte. Meine Mutter wurde mir deshalb sehr böse; ich liess mich aber nicht von dem Glauben abbringen. So versuchte ich auch dementsprechend zu leben, wie es meine Freundin mir schrieb, dass es notwendig sei; denn sie bekamen so viele Hinweise auf das jenseitige Leben, wie man auf Erden sich ausrichten müsse, um einst im Himmelreich Verdienste zu haben. So lernte ich eigentlich das wahre, geistige, fromme Leben kennen, das natürlich nicht übereinstimmte mit dem Glauben meiner Mutter.
Nun, es kam die Zeit, wo meine Freundin mir eine traurige Botschaft übermitteln musste: Ihr Mann wurde krank; er wurde so schwer krank, dass er sterben musste. So kam sie ganz allein zurück. Sie war kinderlos geblieben, und ihr Mann blieb dort, das heisst, er wurde dort beerdigt; so kam sie allein zurück. Einerseits war sie traurig, anderseits sagte sie mir bei der ersten Begegnung, die ich mit ihr hatte: “Weisst du, eigentlich kann ich nicht traurig sein; nach diesen Erkenntnissen, nach dem, was ich alles weiss, hab ich keine Ursache, traurig zu sein. Ich vermisse wohl meinen Mann, es ist wohl schwer für mich, jetzt allein zu sein, aber ich weiss, dass es ihm gut geht. Er war ein guter Mensch. Ich hatte ihn auch beeinflusst, und ich glaube, dass er nichts zu befürchten hat in seiner neuen Welt. Und das Vorteilhafte ist: Ich kann ja für ihn beten, und ich kann ja versuchen, mit ihm in Verbindung zu kommen.”
Sie kam also wieder zurück und blieb in der Nähe, wo ich wohnte. Wir trafen uns auch zeitweise. Da es wegen meiner Mutter nicht möglich war, sie in meinem Hause aufzunehmen, ging ich zu ihr. Sie war von ihren Eltern, die noch lebten, liebevoll aufgenommen worden, und so konnte sie später auch das Haus ganz alleine übernehmen und bewohnen. Ich hatte dann immer die Möglichkeit, mit ihr zusammen zu sein. Wir sassen jeweils an Abenden zusammen, machten uns ein kleines Lichtchen an und fingen an zu beten. Wir beteten in erster Linie einmal für diesen verstorbenen Mann. Dann lehrte sie mich so, wie sie es getan hatten da in ihrem Kreis. Wir hatten keinen medialen Menschen, der uns zur Verfügung stand; wir waren einfach zusammen, wir sangen. So wie sie es getan hatten dort im grösseren Kreis, so taten wir zwei miteinander dasselbe und beteten, und zwischendurch lasen wir im Neuen Testament. Wir fanden in diesem Neuen Testament immer wieder Erklärungen und Beweise für die Richtigkeit unseres Glaubens. So blieben wir stets zusammen.
Da aber erkrankten meine Eltern. Zuerst verstarb mein Vater, dann nicht allzu lange darauf meine Mutter. Nun bedrängte mich niemand mehr in dieser aufdringlichen Art und Weise mit diesen religiösen Belehrungen, ich war ganz frei geworden. Und uns beide, meine Freundin und mich, verband ein wunderbares Verhältnis. Jetzt hatten wir ja noch mehr Möglichkeiten, für die Unseren zu beten, sie ins Gebet einzuschliessen. Zum verstorbenen Manne meiner Freundin waren nun mein Vater, meine Mutter und die Eltern der Freundin dazugekommen. So hatten wir es nie aufgegeben; wir hatten immer in der Woche einen oder zwei Tage dafür bestimmt und sassen schon frühzeitig abends beisammen. So konnten wir miteinander beten und singen und hatten das Gefühl, dass jene, für die wir beteten, auch zeitweise unter uns waren. Wir fühlten nur, dass sie anwesend waren, wir hörten nichts von ihnen, wir konnten nichts vernehmen. Wir hatten keine mediale Veranlagung, und wir beide waren ganz nüchterne Menschen; wir bildeten uns nicht ein, etwas zu hören, wir waren auch sehr kritisch eingestellt. So waren wir aber zufrieden und glücklich, zu wissen, dass es ein Leben nach dem irdischen Tode gibt; und wir waren glücklich darüber, zu wissen, dass man nicht sein ganzes Sinnen und seine ganze Kraft dieser vergänglichen Welt hingeben muss. Wir hatten die Kraft, Unangenehmes viel besser zu tragen. Es konnte eigentlich kein Leid an uns herankommen, wir konnten all das verstehen und überwinden; denn wir versuchten, uns nicht voll und ganz an diese Welt zu verkaufen, sondern wir lebten für die zukünftige Welt. Diese Verbindung, die wir da pflegten, blieb für uns beide sozusagen ein Geheimnis; wir erzählten in unserer Umgebung gar nichts davon, weil wir die Menschen, die um uns lebten, kannten und wussten, dass sie alle eine so fanatische religiöse Einstellung hatten. So wollten wir ihnen nicht zum Ärgernis werden, und wir behielten es als grosses Geheimnis für uns.
Manchmal wurden wir beide bewundert, dass wir so fähig waren, mit diesen vielen Unannehmlichkeiten, die auch zu uns kamen, so leicht fertigzuwerden. Wir konnten diesen Äusserlichkeiten einfach nicht diese Bedeutung zumessen, wie es andere taten; sondern wir freuten uns über das Wissen über die geistige Welt, freuten uns, dass auch wir dereinst in diese Welt würden eingehen dürfen, und wir waren eifrig daran, unser Leben so zu gestalten, um recht viele geistige Verdienste zu erwerben. Wir hatten auch in dieser Zeit, wo wir lebten, genug Möglichkeiten, bedrängten und kranken Menschen beizustehen und ihnen zu helfen, so gut es uns möglich war; denn es gab zu jener Zeit recht viel arme, Not leidende Leute, leidende Menschen, die am Leibe und in der Seele krank waren. So hatten wir immer Verständnis für sie, und wir konnten ihnen auch etwas geben zu ihrer Erbauung und ihnen wieder aufs Neue etwas Trost spenden. Dieses Leben machte uns glücklich, denn wir beide lebten auch ganz, ganz bescheiden.
Nebenbei bemerkt möchte ich sagen: Wenn wir die Möglichkeit haben, liebe Geschwister, euch in eurem Wohlstand, in euren Bequemlichkeiten zu betrachten, so lebt ihr ja im Verhältnis zu dem, was wir einst hatten, schon in einem Paradies. Aber da möchte ich nicht unterlassen, die Bemerkung zu machen: Dieses Paradies ist ein vergängliches Paradies, und ihr sollt euch nicht mit aller Kraft und mit allen Interessen diesem Paradiese hingeben und dieses Leben ausleben – sonst wird dereinst eine Zeit auch zu euch kommen, wo ihr reuig seid, dass ihr nicht zu anderer, höherer Erkenntnis gekommen seid. Dieses nur eine Bemerkung nebenbei.
Jetzt aber möchte ich doch weiterfahren und von meinem Eingang in die geistige Welt berichten. Als ich in dieser neuen Welt erwachte, wurde ich von schönen Wesen begrüsst. Ich kannte sie nicht, aber sie waren mir nicht fremd, denn mein ganzes Denken und Wollen war ja erfüllt vom Himmel. Diese Wesen waren mir wohl unbekannt, aber sie waren mir nicht fremd: Es waren die Engel des Himmels, so wie wir sie uns im menschlichen Leben vorgestellt hatten.
Nun, bei meinem Eintritt in diese neue Welt waren meine Mutter anwesend und mein Vater, auch noch weitere Bekannte waren da. Aber als ich gerade meine Augen öffnete, fand ich mich noch nicht so richtig zurecht. Ich erwachte in einer Vorstufe oder Vorebene zu meinem Himmel, in den ich eingehen durfte. In dieser Vorstufe hatten meine Angehörigen eben auf mich gewartet, meine Mutter, mein Vater. Nun, mein Vater sprach nicht viel, und recht bald sah ich ihn nicht mehr. Meine Mutter hingegen klagte mich an. Sie fiel auf die Knie und flehte mich an und sagte mir, ich möge ihr doch beistehen und ihr helfen. Zugleich machte sie mir Vorwürfe, warum ich denn nicht, wenn ich schon diesen Glauben gehabt, energisch auf sie eingeredet hätte – ich hätte viel für sie machen, tun können in der Zeit, wo wir zusammen waren auf Erden. Ich aber sagte ihr: “Liebe Mutter, es war mir ja nicht möglich, dir beizustehen, dich zu überzeugen.” Sie hörte nicht auf meine Worte, die ich zu sagen vermochte. Ja, sie drängte sich so an mich heran, zog mich an meinem geistigen Gewande, obwohl ich mir noch nicht richtig bewusst war, was eigentlich vor sich ging. Der Begleiter, der zu meiner Seite stand, musste nun meine Mutter ermahnen und ihr sagen: “Sieh mal, deine Tochter muss sich zuerst einmal zurechtfinden. Lass es doch zu, dass sie sich vorerst etwas stärkt. Ich will ihr gleich einen Trunk geben, und auch dir will ich davon geben.” So reichte uns dieses schöne Wesen aus einem wunderbaren Gefäss einen Trank dar. Ich fühlte mich dann gestärkt und froh. Mir war es klar: Jetzt hatte ich meinen irdischen Leib abgelegt. Aber ich war natürlich voller Neugierde, ich schaute umher. Meine Mutter drang immer mehr auf mich ein, obwohl sie auch diesen Trank zu sich genommen hatte und er ihr Kraft und Erfrischung hätte geben müssen. Sie machte mir Vorwürfe: “Warum hast du, wenn du doch diese Wahrheit wusstest, nicht in energischer Art und Weise auf mich eingeredet?” Ich hatte keine Worte darauf. Mein Begleiter, der Geist Gottes, er musste es ihr sagen: “Es hätte nichts genützt, denn du hast sie zurechtgewiesen. Und es brauchte für sie Kraft, dass sie ihren Glauben und ihre Überzeugung bewahren konnte – du wolltest sie von diesem Glauben abbringen.” Dann flehte sie mich an, ich möchte doch bei ihr bleiben. Ich schaute nur diesen Heiligen an, der zu meiner Seite stand, mit der Frage: “Was soll ich tun? Ich bin fremd hier und weiss nicht Bescheid.” Und er sagte: “Nein, ihr wohnt nicht zusammen, denn es ist ja gar nicht möglich. Du lebst bei uns und mit uns, während sie” – und er deutete auf meine Mutter hin – “noch vieles zu lernen und wiedergutzumachen hat. Aber was ihr könnt, ist: Ihr könnt ja einander treffen.” Und er sagte zu mir: “Du kannst, wenn es dir beliebt, deine Mutter jeweils aufsuchen und kannst sie selbst belehren. Du kannst ihr Nachricht geben, du kannst ihr erzählen von der Welt, die du angetroffen hast, wie sie aussieht.” Ja, ich war damit einverstanden, dies zu tun – es war meine Mutter, ich wollte ihr doch helfen.
Aber der Engel führte mich nun weg und führte mich in einen schönen Himmel hinein, der so wunderbar war. Er war noch viel, viel schöner, als wir es uns mit unserem menschlichen Denken ausgemalt haben. So war ich überrascht über die Schönheit, die ich in diesem Himmel erlebte. Zuerst durfte ich mich lange Zeit ausruhen. Ich durfte Gast sein bei Heiligen des Himmels. Sie hatten ihr Haus aufgetan, und in diesem Hause gab es in der ersten Zeit immer Einladungen. Ich durfte jeweils diese Gäste empfangen, ich durfte mich vorstellen, und wir unterhielten uns miteinander. Diese Heiligen, bei denen ich wohnte, erzählten dann, wer ich sei und dass ich für sie, eben für diese Gäste, ja gar keine Fremde sei, da sie ja auch jeweils in diesem Kreise anwesend gewesen seien und mich im Leben begleitet, mir Kraft zu meinem Glauben gebracht und mich in meinem ganzen Tun unterstützt hätten. Nun durfte ich also erfahren, dass dieses geistige Freunde waren, die zu meinen Lebzeiten mit mir in Verbindung waren. Also kannten alle diese Heiligen mich, und so verband uns eine wunderbare Freundschaft. Mich interessierte natürlich die Beschäftigung von all diesen, die da unsere Gäste waren, und so erzählten sie mir abwechslungsweise, was sie alles tun müssten, was sie für Aufgaben hätten und dass auch ich ja schliesslich nicht nur immer Gast in diesem Hause sein werde, sondern dann auch eine Arbeit aufnehmen müsse; aber zuerst solle ich mich dieser neuen Welt anpassen, ich solle nun aus dem Hause hinaustreten und die Umgebung betrachten, ich solle ins Gespräch mit allen Geistgeschwistern kommen und mich vorstellen – so könne ich mich dann mit der Zeit heimisch fühlen, und dann werde man mir eine Aufgabe übergeben.
Mich interessierte natürlich das Wohl meiner Eltern, und so ging ich dann auch meine Eltern besuchen. Mein Vater fand sich eher zurecht, ihm brauchte ich nicht meine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Er freute sich, wenn ich zu ihm kam, aber ich musste mich seiner nicht besonders annehmen. Hingegen meine Mutter war sehr enttäuscht, enttäuscht über das Leben, das sie antraf, weil es nicht so war, wie sie es sich auf Erden vorgestellt hatte. Sie musste arbeiten, und diese Tätigkeit gefiel ihr gar nicht, denn sie hatte sich zu Lebzeiten vorgestellt, wer im Himmelreich sei und dort erwache, der müsste nicht mehr arbeiten, der könnte nur so herumsitzen und einmal dahin und einmal dorthin gehen und sich einfach vergnügen und froh und fröhlich sein, eine Tätigkeit müsste nicht ausgeübt werden. Eine solche Vorstellung hatte sie gehabt, und dementsprechend gross war die Enttäuschung, als es hiess: “Du musst arbeiten. Alle hier müssen arbeiten, und je nach ihren Fähigkeiten werden sie zu ihren Aufgaben geführt, und je nach ihren geistigen Verdiensten nehmen sie einen schönen oder weniger schönen Platz im Himmelreich ein.” Da man sie auch nach ihren geistigen Verdiensten fragte und sie glaubte, viele davon aufzählen zu müssen, und der Engel Gottes es einfach überhörte und es einfach nicht verstehen konnte, dass man solches als geistige Verdienste betrachtete, musste meine Mutter schliesslich einsehen, dass es bei ihr etwas im Argen war. Sie hatte folgende Tätigkeit auszuüben: Sie wurde ein geistiger Botenträger und war immer unterwegs. Und wo sie hinkam –immer wieder in ein anderes Haus, in eine andere Werkstätte –, übergab man ihr eine Nachricht, und immer wieder musste sie diese Nachricht und manchmal Gegenstände da- und dorthin bringen. Sie war immer unterwegs. Auf diese Weise hatte sie sich den Himmel nicht vorgestellt; sie hatte geglaubt, so wie sie sagte, sich ausruhen, sich sonnen zu können, zu singen und zu beten – das wäre das Leben im Himmelreich. Jetzt war sie eine Botengängerin, und sie musste spüren, dass man ihr gar nicht besonderen Respekt und besondere Achtung zollte, dass sie in der Menge der Wesen unterging – und sie glaubte doch, sie wäre im Leben so fromm gewesen und hätte jetzt ein besonderes Anrecht in dieser himmlischen Welt. Und dieses besondere Anrecht hatte sie nicht.
So wie sie tätig sein musste, waren es noch viele; sie unterschied sich also nicht von den andern. Sie war wie die andern eine Mitläuferin in dem grossen Getriebe dieser neuen Welt. Und so schien es ihr doch, dass man ausgerechnet da, wo sie lebte, besonders viel und hart arbeiten müsste – das klagte sie mir. Als ich sie besuchte, bat sie mich, ich möchte doch dafür besorgt sein, dass sie von dieser Tätigkeit befreit würde. Ich musste ihr aber sagen, dass ich dafür nichts tun könne und ich auch selbst eine Aufgabe ausführen müsse. Ich erzählte ihr, dass ich lange Gast sein durfte bei den himmlischen Wesen und es wirklich schön hatte, dass ich singen und beten konnte mit den andern, aber jetzt sei auch für mich die Zeit gekommen, wo ich eine Tätigkeit ausüben müsse.
So erzählte ich ihr von meiner Arbeit, die ich leistete, und wofür und für wen sie bestimmt war. Das war natürlich etwas ganz anderes – es bestand ein grosser Unterschied zwischen meiner Tätigkeit und der ihrigen. Sie hätte so gerne das getan, was ich tun durfte, denn sie glaubte, dieselbe Fähigkeit zu haben. Ich befasste mich mit dem Blumenbinden; ich machte die schönsten Arrangements für himmlische Feste. Ich machte grosse Teppiche nur aus Blumen, aus den kleinsten, kleinsten Blümchen, und diese Teppiche wurden da zu den himmlischen Tempeln hingetragen, wo hohe Fürsten des Himmels hinkamen, um gemeinsam mit jenen Geschwistern Gott zu loben und zu preisen und dem König der Geisterwelt zu huldigen – dort knieten sie nieder auf diesen herrlichen Blumenteppichen. Das war meine Arbeit, und die erfüllte ich mit grosser Freude. Meine Mutter glaubte nun, dass sie solches auch tun könnte. Wahrlich hätte auch sie die Fähigkeit dazu gehabt, aber ich musste ihr sagen: “Schau einmal deine Hände an. Deine Hände sind so grob, dass du nicht fähig bist, diese zarten Blumen in die Hand zu nehmen, sie zu flechten und zu einem Strauss zu binden. Du kannst diese kleinen Blümchen nicht so zu einem Teppich verarbeiten, wie ich es tue.” Mit der Zeit verstand sie es und gab sich dann auch mit ihrer Tätigkeit zufrieden. Ich versprach, für sie zu bitten, und gelangte dann an die himmlischen Boten, sie möchten doch für meine Mutter ein Einsehen haben. Sie erklärten mir aber, dass sie eine bestimmte Zeit diese Tätigkeit ausüben müsse; sie könne ja schliesslich nur schrittweise vorwärtskommen, und wenn sie dann diese für sie vorgezeichnete oder vorbestimmte Zeit hinter sich gebracht habe, werde sie auch eine angenehmere Arbeit ausüben dürfen.
So ging ich zu ihr hin, tröstete sie und sagte ihr: “Schau, liebe Mutter, du musst nun einfach diese Arbeit ausführen. Es kommt der Zeitpunkt für dich, wo du auch eine bessere Arbeit, eine bessere, schönere Tätigkeit ausüben darfst.” Dann erinnerte ich sie an das, was sie jeweils zu mir gesagt hatte im menschlichen Leben – sie hatte mich jeweils auf Christus aufmerksam gemacht, auf seine Aufopferung –, und so erklärte ich es ihr nun: “Siehe, du weisst doch, wie du zu mir geredet hast: Christus hat so viel Schweres auf sich genommen und hat es getragen um der Gerechtigkeit willen. Und so musst auch du um der Gerechtigkeit willen diese Aufgabe erfüllen, du musst deine Tätigkeit ausüben, so wie es für dich bestimmt ist.” Ich durfte dann zeitweise zu ihr gehen. Das beglückte sie sehr, denn dann und wann brachte ich ihr von diesen für sie unbekannten und seltsamen Blumen aus meinem Himmelreich. Sie freute sich darüber, und das gab ihr Kraft, ihre Aufgabe zu erfüllen, und so strebte sie dann nach dem Höheren. Ich hatte die Möglichkeit, sie zu beeinflussen und ihr zu erklären, welchen Weg sie gehen und wie sie denken und handeln müsse. Und so geschah es, dass sie schrittweise etwas nach oben kam.
Nun, nur ein kleiner Hinweis noch auf meine Freundin: Auch für sie war doch der Zeitpunkt der Heimkehr bestimmt. Ich durfte sie holen, und sie konnte in meinem Hause, wo ich lebte, mit mir zusammenleben – vorerst war sie auch Gast bei den Heiligen des Himmels und wechselte später ihre Wohnung zu mir herüber. So hatten wir dann gemeinsam dieselbe Tätigkeit auszuüben, und wir freuten uns über diese Art und Weise des Schaffens im Himmelreich. Aber es ist nun nicht so, dass wir nur solche Gebinde und solche Teppiche gemacht hätten. Wir mussten auch noch über vieles unterrichtet werden, was zur Ordnung Gottes gehört, was in die Gesetzmässigkeit Gottes hineingehört. Wir gingen auch zeitweise mit andern Heiligen des Himmels auf die Suche nach unseligen Menschen, die da auf Erden ohne Glauben lebten; wir gingen in ihre Nähe und versuchten, sie in ihrem Gewissen wachzurütteln, obwohl wir wussten, dass es uns nicht gelingen konnte, sie zu überzeugen. Ihr Geist aber sah uns, und der Geist, der ja wach war, sollte dann später in der Jenseitswelt sich nicht beklagen dürfen darüber, dass niemand ihn in seiner wahren geistigen Sprache über die Wahrheit orientiert hätte. So gingen wir das eine Mal zu solchen unseligen, ungläubigen Menschen, ein anderes Mal aber ging unser Weg in unserer Welt, das heisst in der geistigen Welt, zu jenen Hilfe suchenden Geistgeschwistern, um sie zu trösten, um ihnen auch zu sagen: “Die Zeit deiner Bedrängnis geht vorüber, du musst diese Zeit durchstehen, und es wird besser werden um dich.” Indem man nun dem Einzelnen dieses erklärt, darf man ihm sagen: “Es geht vorüber, denn du bist nicht verdammt, du bist nicht in alle Ewigkeit in deinem Unglück, sondern du musst Busse tun. Aber die Zeit geht vorbei, und je schneller du deine Gesinnung änderst, desto schneller kann diese schwere Zeit für dich vorübergehen.” So durften wir mit den Heiligen des Himmels da und dort Trost bringen. Und ganz besonders zu den Erinnerungstagen, zu den Festtagen Christi, brachten wir auch manchmal eine Erlabung mit, beim einen vielleicht ein Öl, beim andern einen Trank. Sie nahmen es jeweils mit Freuden auf, denn das war für sie Balsam auf diese oder jene Weise.
So bin ich im Himmelreich tätig und sehr zufrieden. Das alles habe ich wohl meiner Freundin zu verdanken, die mich auf diesen Glauben an das Weiterleben nach dem Tode, an die geistige Welt aufmerksam gemacht hat – meine Freundin hatte es fertiggebracht, mich zu überzeugen. Ich habe mich abgekehrt vom andern, ich blieb standhaft und wurde belohnt für meinen festen Glauben. Ich hatte mich ja aber auch dementsprechend ausgerichtet im Leben: Ich hatte nicht für die vergängliche Welt gelebt, ich hielt mir immer die Zukunft vor Augen – und das hat mir die Tür zum Himmelreich geöffnet.
So, liebe Geschwister, habe ich euch von meinem Leben erzählt, wie ich zu diesem Glauben gekommen bin, und von meinem Eingang in die geistige Welt. So soll es doch auch euch ergehen, sollt ihr doch durch euren Glauben auch die himmlische Welt gewinnen können. So ist es gut, wenn ihr nicht eure ganze Kraft dieser vergänglichen Welt hingebt, euch nach ihr ausrichtet. Haltet die Zukunft vor eurem Auge, die göttliche Zukunft, das geistige Leben; das ist die Ewigkeit.
So, liebe Geschwister, kehre ich wieder zurück, denn ich habe viel zu tun. So möge Gott euch segnen. Gott zum Gruss.
Erlebnisbericht des aufsteigenden Geistwesens Elisabeth vom 5.11.1969 durch Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Über die Vorteile einer Verbindung mit der Geisterwelt Gottes
Ausschnitt aus dem Vortrag vom 23. Januar 1954
Über die Vorteile einer Verbindung mit der Geisterwelt Gottes
Josef: Liebe Freunde, es ist wieder an der Zeit, meine Freunde und jene, die neu hierhergekommen sind, besonders darauf aufmerksam zu machen, was die Geister Gottes wollen, welche Vorteile und was überhaupt dem Einzelnen geboten ist durch diese Verbindung zur Gotteswelt.
Bei so vielen Menschen ist das Verlangen, Gott näherzutreten. Wenn man ihnen aber von den Geistern Gottes erzählt, wehren sie ab und sagen: “Ich will nichts zu tun haben mit diesen Geistern und wünsche diese Verbindung nicht. Ich finde meinen Weg auch ohne sie zu Gott.” Und viele dieser Menschen berufen sich auf ihre Kirche, die diese Verbindung nicht unterstützt, ja sogar ablehnt.
Meine lieben Freunde, die Geisterwelt Gottes ist so bemüht, die Menschen auf ihrem Lebenswege Gott zuzuführen. Um die Wiederannäherung zu Gott und die Heimkehr in das Haus Gottes muss gerungen werden. So viele glauben, dass es genüge, zu Gott zu beten, um mit ihm persönlich verbunden zu sein, und dass sie seiner Boten nicht bedürfen. Dabei vergessen sie, dass es auch auf ihr Leben ankommt; denn sie sind nicht in dem Masse in Verbindung mit der göttlichen Welt, dass sie die Ermahnungen der Boten Gottes immer wieder erfühlen. Und so ist ihr Weg viel länger und viel schwerer, um sich durchringen zu können.
In so vielen Gemeinschaften wird so viel von der Heimkehr zu Gott gesprochen und dass Gott die Liebe und die Güte ist. Gleichzeitig aber lehnen sie es ab, mit der göttlichen Welt sich zu verbinden, indem sie sagen, dass sie weder an eine Geisterwelt glauben noch an eine Verbindung zu einer solchen. Wohl aber glauben sie an teuflische Einflüsse und dass diese Mächte bereit sind, die Menschen zu betören und zu schädigen. Doch an eine Verbindung mit guten Geistern wollen sie nicht glauben.
So möchte ich all jenen zurufen: Denkt mehr über die Liebe Gottes nach – dass es ganz unmöglich ist, dass Gott Geschöpfe erschaffen hat, um sie nur den teuflischen Mächten auszusetzen oder dass sie sogar einer ewigen Verdammnis anheimfallen sollten. Es ist ganz unmöglich, dass Gott solche Geschöpfe geschaffen hat, um sie für immer von sich zu weisen.
Wenn die Menschen tiefer über diese Heimkehr zu Gott nachdenken würden, so müssten sie einsehen, dass vor der Heimkehr einmal eine Trennung von Gott stattgefunden haben muss. Hierüber ein Beispiel aus eurem materiellen Leben: Geht ein Sohn, eine Tochter in Freude und Seligkeit aus dem Elternhaus, so werden ihnen die Türen immer wieder geöffnet, und mit Freuden werden sie wieder empfangen; verlässt aber ein Sohn oder eine Tochter mit Schande das Elternhaus, dann wird wohl der Rückweg schwerer sein. So verhält es sich mit der Geisterwelt. Jene Geister, die Gott treu geblieben waren, die auf Erden eine Sendung zu erfüllen hatten und als Menschen inkarniert wurden, die Propheten, konnten schon vor dem Kommen Christi wieder in das Haus Gottes eingehen. Denn die Propheten hatten es verlassen unter Freude und Jubel, um eine Sendung zu erfüllen. Jene aber, die mit Luzifer das Haus Gottes verlassen mussten, haben einen schweren, steinigen Weg dahin zu überwinden.
Christus aber hat für sie die Brücke geschlagen und alle Tore geöffnet ins Vaterhaus. Aber erkämpfen und erringen muss ein jeder selbst wieder diese geistigen Höhen. Und wer nun glaubt, dass er der Hilfe der Boten Gottes nicht bedürfe, um den Weg zu Gott zurück zu finden, ist im Irrtum. Aber auch bei dem, der keine Geister um sich haben möchte, sind sie einfach da. Hierin hat der Mensch nichts zu befehlen. Leider unterstellt er sich aber in seiner Unwissenheit jenen Einflüssen von unten, deren Macht so gewaltig ist. Diese Menschen haben mehr zu ringen, mehr zu dulden und zu leiden, bis sie die geistigen Höhen wieder erreicht haben, als jene, die bewusst verbunden sind mit den göttlichen Boten, die diese Ermahnungen und Belehrungen annehmen und sich von den göttlichen Boten leiten lassen. Ihnen wird der Weg leichter gemacht, und in mancher Stunde der Not und Verzweiflung wird ihnen Trost gegeben.
Die Boten Gottes dringen an die Menschen heran und versuchen, die verborgenen Kräfte in ihrer Seele zu fördern und den feinsten Regungen und Gefühlen zum Durchbruch zu verhelfen, die in einer jeden Menschenseele noch der Enthüllung warten. Und so können die Geistboten dem Menschen helfen, sich zu veredeln, sich zu heben in eine Schwingung, in der er sehen, hören oder empfinden kann, was für ihn notwendig ist, dass wir es ihm mitteilen. Denn nur wenn er sich verfeinert, kann er in Verbindung treten mit der Gotteswelt. Wie aber könnte da ein Mensch, der von der Geisterwelt Gottes nichts wissen will, hören, was diese ihm mitteilen möchte, oder es auch nur fühlen? Wer nicht an die Gotteswelt glaubt, verfällt viel zu schnell der Sünde. Denn das Auge, der Mund, das Ohr dieser Menschen, das alles ist bei ihnen nicht so fein gebildet worden, und sie stehen mit ihren Füssen zu tief im Irdischen und können sich nicht so weit erheben, dass sie diese Verbundenheit und die grosse geistige Kraft erfühlen und das Herrliche, Schöne und Edle erkennen könnten. Sie glauben nur an einen Triumph der bösen Mächte und verstehen es nicht, mit den guten Kräften das Böse zu vernichten, das Unreine zu zerschlagen. Wie glücklich sind doch jene, die in dieser Verbundenheit zur Gotteswelt die Kraft bewusst aufnehmen können, welche ihnen täglich gespendet wird, ja die sogar die Schutzgeister zu erkennen vermögen und ihren Namen hören. Diese Geister Gottes verstehen es, sie zu ermahnen, sie zu trösten und auf wunderbare Weise aus der Tiefe herauszuziehen, ihnen wieder eine geistige Fröhlichkeit zu überbringen, ihnen die Aufgaben im Leben zu zeigen.
Viele Menschen aber pflegen sich zu fragen: “Was gewinne ich durch eine solche Verbindung?” So vieles hat die Geisterwelt Gottes einem jeden zu vermitteln, doch nicht materielles Gut. Wenn nun die Menschen sagen: “Wir wollen von diesen Geistern nichts wissen”, so verletzen sie damit die Gesetze Gottes; denn Gott sendet seine Geister aus, sie sind die Helfer der Menschenkinder, sie sind die Helfer des Heilsplanes Gottes. Sie wollen doch, dass all ihre Brüder und Schwestern heimgeführt werden, und bieten ihnen ihre Hilfe an. Wenn man aber diese Hilfe von sich weist, wer also sagt: “Ich weiss wohl, was ich zu tun habe; ich brauche keine Geister um mich, ich bin stark genug, um meinen Weg zu finden” – wo eine solche Überzeugung aus einem Menschen spricht, da ziehen sich die guten Geister zurück. Es ist, wie wenn ihr selbst euch an einen Mitmenschen wendet und ihr bietet ihm eure Hilfe an in seiner Not oder auch sonst in einer Angelegenheit und er hört nicht zu, läuft davon. So werdet ihr denken, dass er sehr unhöflich war, und ein zweites Mal werdet ihr ihm bestimmt nichts mehr zu sagen haben; denn ihr fühlt euch verletzt. Wer die Geisterwelt Gottes von sich weist, soll auch nicht glauben, dass ihm besondere Hilfe zuteilwerde – ausgenommen sind immer jene, die ein gutes und edles Leben führen, die diese Verbindung noch nicht kennen, in dankbarer Weise aber solche Führungen oder Fügungen, wie sie es nennen, entgegennehmen. Wer aber fähig zu sein glaubt, selbst geistige Gesetze aufzustellen, und befiehlt, dass diese befolgt werden, von dem zieht sich die Gotteswelt zurück und sucht andere Menschen auf, die bereit sind, mit ihr in Verbindung zu treten, die für eine geistige Führung dankbar sind.
So viele Menschen wollen es einfach nicht verstehen und betrachten eine Verbindung mit der Geisterwelt Gottes als etwas Unmögliches. Wenn man zu ihnen aber von den Einflüssen des Teufels spricht, dann glauben sie das zuerst. Diese Menschen muss man immer wieder an die grosse Güte, Liebe und Weisheit Gottes ermahnen, dass Gott alle seine Kinder liebt und keines erschaffen hat, auf dass es für immer verdammt sei und nie den Weg zu ihm finden könnte. Aber dafür hat er seine Boten ausgesandt, dass die ganze Menschheit aufmerksam gemacht werde auf dieses geistige Führen und Lenken. Oh, auf so viele Arten kann der Mensch mit der göttlichen Welt in Verbindung sein, ganz nach seiner geistigen Entwicklung und Einsicht – oder wenn er auch nur den Wunsch hat, in diesem Leben zu gewinnen und aufwärtszuschreiten. Einem solchen Menschen kann so viel an Gnade überbracht werden; denn da bringt es die Geisterwelt Gottes fertig, ihm den Schleier von den Augen zu ziehen, dass er einen kleinen Einblick erhält in diese wunderbare Reinheit der göttlichen Welt. Bei solchen Menschen bemühen sich die himmlischen Boten, ihren Mund, ihr Ohr zu reinigen, sie so in eine bestimmte Schwingung zu versetzen, dass sie in diese feine Welt hineinblicken, hineinfühlen und eintreten können.
So viele Kräfte schlummern in der Tiefe eines jeden, die gefördert werden können. Viele haben die Fähigkeit, Kranken zu helfen. Doch solche Fähigkeiten können nur dann gefördert werden, wenn sich an diesen Menschen selbst eine gewisse Reinigung vollzogen hat, wenn sie sich selbst auch verfeinert haben und sie immer stark genug sind, um andern zu geben. Es gibt Menschen genug, die die Fähigkeit in sich hätten, andere zu trösten, ihren Kummer, ihre Not und ihre Sorgen abzuhören und ihnen einen guten Rat zu geben, auf dass jene sich befreien könnten von all der Schwere, die an ihnen ist. Aber ihr versteht doch, liebe Freunde: So wie ihr euch auch nur einem wahren Gottesmenschen anvertrauen könnt, wenn euch etwas besonders beunruhigt oder wenn ihr einen Fehler begangen habt, so ist auch das etwas, was die Gotteswelt will. Sie sucht solche Menschen aus, sie zu erleuchten, sie zu verfeinern, damit diese solche Freunde beraten können, die infolge ihrer Grobstofflichkeit nicht hören können, was der Schutzgeist zu ihnen sagt. Da braucht es Menschen, die durch Gottes Gnade erleuchtet sind, um diesen Freunden zu dienen. Dies sollte geschehen im ganzen Erdenreich. Manchen Menschen könnte vieles erleichtert werden, mancher würde gesunden von seinem körperlichen Leiden. Doch die Zeit rückt näher dem Ziel, dem vorgezeichneten im Heilsplane Gottes. Und was noch nicht der ganzen Menschheit möglich ist, wollen wir, dass es geschehen möge unter meinen Freunden. Denn warum sollte sich unter all den vielen Freunden nicht das eine oder andere finden lassen, bei dem sich die Gnade Gottes so offenbart, dass es in dieser Weise im Heilsplane Gottes mithelfen kann? Solche Menschen aber müssen schweigen können, und ihr linkes Ohr soll nicht hören, was das rechte gehört hat, das rechte Auge soll nicht sehen, was das linke gesehen hat. Solche Menschen müssen die Gnade haben, gleich nach dem erteilten Rat wieder zu vergessen, was ihnen anvertraut, was sie gehört haben, auf dass nicht die menschliche Schwäche versucht würde und die Mitmenschen von Not, Elend und Sünde eines Freundes erfahren könnten.
Nun, liebe Freunde, könnt ihr auch erkennen, dass die Verbindung zur Geisterwelt Gottes noch mehr gefestigt und gestärkt werden muss und dass jeder Einzelne um diese Verbindung zu werben hat. Noch viel mehr wäre zu tun, auf dass die Gnade Gottes ausgebreitet werden kann. Und wenn ihr nach den geistigen Gaben fragt – ach, liebe Freunde, glaubt nicht, dass das, was ihr hier erlebt, nur das Einzige sei, was zu erleben wäre. Es muss noch viel mehr dazukommen, es muss ein Ganzes werden. So suchen wir nach Freunden, und ihr, meine Lieben: Bittet um diese Geistesgaben. Die Gotteswelt wird sie bei dem fördern, der würdig befunden wird dafür.
Es ist auch heute noch möglich, die Stimme Gottes zu vernehmen
Ausschnitt aus dem Vortrag vom 16. Oktober 1954
Es ist auch heute noch möglich, die Stimme Gottes zu vernehmen
Josef: In den biblischen Zeiten hatten jene Menschen, die nicht diesen Gottesglauben hatten, die Verbindung zu den tiefen Mächten aufrechterhalten. Anderseits aber gab es auch edle Menschen, die durchdrungen waren vom Willen zur Nächstenliebe, Gutes zu wirken, harmonisch zu sein. Diese Menschen standen auch mit Geistern in Verbindung, doch mit solchen aus dem Reiche Gottes. Und warum, liebe Freunde, ist wohl heute die Verbindung zum göttlichen Reiche nicht mehr in dem Masse anzutreffen wie zu jener Zeit?
Wer dazumal den lebendigen Gott um Schutz und Hilfe bat, der bekam auch die Antwort, denn er hörte die Stimme Gottes aus seiner Seele. Ja, dazumal waren diese Verhältnisse noch etwas anders, die Bedingungen für eine Verbindung zur geistigen Welt waren noch etwas leichter als heute – wenn ich mich so ausdrücken darf –, denn die Technik ist heute so fortgeschritten. Ein weiterer Grund: Die Menschen waren zum grössten Teil sehr arm. So gab es dazumal sehr Reiche oder dann ganz arme Menschen. Die Armen aber hatten nicht das Geld, um abends in ihren Häusern recht lange Licht brennen lassen zu können. So hatten die vom Gottesglauben Erfüllten ihre Andachten mehr in dieser Stille gehalten – es ist diese Stille, zu der ich euch immer wieder aufrufe, dass auch ihr sie pflegen sollt. Diese guten, edlen Menschen hatten jeweils sehr viele solcher Andachten gehalten, bevor sie ihr Lager aufsuchten. Sie taten es allein oder mit der Familie gemeinsam und beteten zum lebendigen Gott. Auf diese Weise erfüllten sie die Bedingungen, dass sie die Stimme Gottes in sich vernehmen konnten, oder sie hörten durch den Mund eines Dieners Gottes, wie der Wille Gottes erfüllt werden kann, oder es zeigte sich in dieser Dunkelheit eine himmlische Gestalt, welche diesen Gottesgläubigen den Weg ihres Lebens wies. Ja, vor Christi Geburt wurden schon besonders viele fromme Menschen auf diese Weise von Engeln Gottes getröstet, und es wurde ihnen verkündet, dass der Erlöser kommen werde, die Menschheit zu befreien. So ging diese Kunde von Mund zu Mund. Und Christus ist gekommen.
Hier möchte ich noch zurückgreifen auf die Verkündigung Marias (Luk. 1, 26–38). Auch Maria war eines Abends mit Josef in seinem Hause, vertieft in ihre übliche Andacht; sie beteten zu Gott, lobten und priesen ihn. Und da bekundete sich [durch Josef] ein Himmelsbote und verkündete Maria diese frohe Botschaft. So, liebe Freunde, war es damals geschehen. Denn wer das Verlangen nach der Verbindung mit der Gotteswelt hatte und so die Voraussetzungen dazu erfüllte, dem wurde diese Verbindung zuteil. [...]
Ist heute ein Christ vom lebendigen Glauben durchdrungen, so wird er doch die Verbindung zur Gotteswelt suchen. Nach den verloren gegangenen Wahrheiten muss er suchen, dann wird er den Weg zu Gott finden. Und so möchte ich betonen, dass es heute noch möglich ist in dieser Weise. Die Stimme Gottes kann der Einzelne aus seiner Seele vernehmen, er vermag das Sprechen Gottes auch von aussen aufzunehmen, und wenn er die Wege der Liebe wandelt und sich anstrengt, die Gesetze Gottes in allen Dingen zu erfüllen, wird er auch himmlische Gestalten wahrnehmen können – auch heute noch. Aber dazu muss der Glaube in ihm lebendig sein. Wo dies beim Einzelnen zutrifft, das zu beurteilen vermögen die himmlischen Boten; denn sie erkennen das Trachten eines Menschen wohl, warum er wünscht, die Verbindung zur geistigen Welt herzustellen. Bei einem guten, edlen Menschen offenbaren sich die Himmelsboten, und sie führen ihn durchs Leben. Es wird aber von ihm verlangt, dass er auch ein gutes Leben vorlebt. Denn der lebendige Glaube verlangt nicht das Sich-Anklammern an Buchstaben, verlangt nicht, Bibelsprüche bei jeder Gelegenheit herzusagen. Der lebendige Glaube spricht aus den Taten; ein solcher Mensch wirkt gleichfalls wie die Engel Gottes, als Gottesmensch. So ist die Verbindung zur göttlichen Welt zu pflegen, auf dass dem Menschen die verlorenen Wahrheiten wieder offenbart werden können.
Und darauf ist hinzuweisen, dass die Kirche Gottes im Innern des Menschen selbst ist und dass er die Stimme Gottes aus dieser Kirche hört, dass er nur in sich zu kehren hat, um in dieser Kirche Gottes, in dieser Harmonie zu leben. Und die Harmonie, liebe Freunde, bedeutet Glückseligkeit, Vollkommenheit. Gott ist die vollkommene Harmonie. Wer ein Streiter Gottes sein will, kann seine Aufgabe nur erfüllen auf dem Wege der Liebe, auf dem Wege der Geduld, des Friedens, des Wohlwollens. Auf diese Weise sollen die Mitmenschen von ihm beeindruckt werden, durch sein gerechtes und edles Leben. Das muss angestrebt werden, wenn der Glaube lebendig werden soll. So, liebe Freunde, müsst ihr nach dem Göttlichen trachten, dann werden euch auf verschiedene Weise diese verlorenen Wahrheiten wieder offenbar. Und nur in diesem lebendigen Glauben ist das Glück und der Friede für sich und die ganze Umgebung zu finden. [...]
So viele Menschen glauben, dass es verhältnismässig leicht sei, mit der göttlichen Welt in Verbindung zu treten. Ja, die Engel Gottes stehen allen Menschen zur Seite, wenn sie gerufen werden. Das liegt in der grossen Liebe und Gerechtigkeit Gottes, dass er sich seiner Kinder annimmt, dass er ihnen Hilfe zukommen lässt – und wer anklopft, dem wird aufgetan. Aber die engere Verbindung mit Gott muss erkämpft werden. So braucht es dazu eine edle Lebensführung, Strenge mit sich selbst. Alles muss unterlassen werden, was der Seele schadet, alles muss gefördert werden, was für die Seele gut ist.
Aber wie kann denn ein Mensch von heute das alles erfassen, und wie kann er auch erfahren, dass er nicht immer gottgefällig handelt? – In diesen stillen Stunden, in dieser Rückschau. Darum muss der Mensch auch heute, neben seinem vielen Schaffen, das notwendig ist, Zeit für diese stillen Stunden finden. Er muss auch meditieren oder eine besondere Andacht halten; er muss die Verbindung zur Gotteswelt pflegen. Er muss in seinem geistigen Hause Ordnung schaffen, es reinemachen, damit die Stimme Gottes klar und deutlich durchzudringen vermag. Und dieses Reinemachen geschieht auf dem Wege der Rückschau. Rückschau halten ist eine der grössten Notwendigkeiten. Dann kann der Mensch vernehmen, wo er nicht richtig gehandelt hat. Er braucht sich nur zu fragen: “Wäre ich zufrieden gewesen mit den Worten, mit denen ich meinem Nächsten begegnet bin? Wäre ich zufrieden gewesen, wenn man mir gegenüber so gehandelt hätte, wie ich gehandelt habe?” So muss der Mensch fähig werden, das dem Nächsten zu geben, was er für sich selbst fordert: Nur das Schönste ist gut genug für sich, also ist auch nur das Schönste gut genug für den Bruder, für die Schwester. So gibt es eine Pflege der Gedanken. Die Gefühle können verfeinert werden, und auf diesem Wege der Verfeinerung erhält er göttliche Kräfte. Denn die göttliche Welt drückt sich besonders durch ihre Feinheit aus, und wenn der Mensch diese Feinheit auch herzustellen und sich so zu heben vermag, dann kann er Einblick erhalten in die Gotteswelt. Er wird die Stimme seines geistigen Führers besser erkennen, wenn in seinem geistigen Hause Ordnung herrscht. [...]
Liebe Freunde, die göttliche Welt will allen Menschenkindern zu Hilfe kommen, sie will ihnen die wunderbaren Gaben, die in vielen schlummern, zur Entfaltung bringen. Um aber diese Gaben in ihrer Reinheit zur Entfaltung zu bringen, muss der Einzelne von diesem Geist des lebendigen Glaubens und der Wahrheit erfasst werden. Die Gotteswelt weiss in Liebe zu führen, in grosser Geduld, und sie weiss jene in wunderbarer Weise zu trösten, die vom Schicksal erfasst wurden; ihnen kann der Weg des Lichts gezeigt werden, den Kranken können Hilfe und Trost gebracht werden. Ihnen wird der Weg gezeigt, den sie antreten müssen: Es ist kein Weg der Angst, sondern der Befreiung, der Weg ins ewige Leben hinein. Aber dafür muss gekämpft werden.
So, meine lieben Freunde, ist es auch heute noch möglich wie dazumal, dass ein Geist Gottes durch einen Menschen spricht; denn noch heute liebt Gott all seine Kinder, noch heute lässt er die Sonne scheinen über sie alle, noch heute werden die himmlischen Boten zu ihnen ausgesandt. Man muss sie nur empfangen.
Bei Sorgen und Problemen: Versuche zu meditieren, und lass den Willen Gottes an dir geschehen
Ausschnitt aus dem Vortrag vom 18. Februar 1956
Bei Sorgen und Problemen: Versuche zu meditieren, und lass den Willen Gottes an dir geschehen
Josef: Wie steht doch der Einzelne heute manchmal vor so vielen Problemen. Für manchen entsteht heute ein grosses Problem, etwa weil ihm seine Wohnung gekündigt wurde. Diese Sorge ist zu verstehen. Aber wir Geister sind nicht in der Lage, dem Menschen eine Wohnung zu suchen. Er kann wohl inspiriert und geführt werden, aber er muss sich selbst anstrengen. Wir können ihm auch sagen, dass sein erster Weg ihn deshalb nicht zu einem Medium führen soll, nur um zu fragen: “Bekomme ich eine Wohnung, und wie lange muss ich noch warten? Oder wie lange dauert jenes?” Nein, meine lieben Freunde, auf solchem Wege [knüpft ihr das Band zur göttlichen Welt] nicht.
Aber wer schon so geübt ist, zu meditieren in der stillen Stunde, wer Abend für Abend sich hinsetzt und meditiert, sich mit Gott, mit seiner geistigen Welt vereint, dass sein Geist durch verschiedene Sphären wandern und dort erleben kann – ja, der kann dann auch fragen: “Ach, liebe Geister, die ihr mich führt, sorgt für mich. Ich habe diese Probleme. Ich muss das in Ordnung bringen.” Dann dürft ihr dasselbe vor euch hinsagen. Denn die Geister um euch hören es. Ich meine damit, dass kein Medium da zu sein braucht, um es dir zu sagen. Nein, denn dadurch, dass du nicht sogleich die Antwort bekommst und warten musst, musst du dich in Geduld üben, und Gott wird dich prüfen. Und wenn er dich einer Antwort würdig findet, wird er sie dir bestimmt geben.
So setze dich ganz allein hin in einer solchen Stunde der Stille. Dann frage, was du zu tun hast, und warte, warte – und male nicht deine eigenen Wunschbilder in den hellsten Farben aus, sondern lass den Willen Gottes auf dich einwirken. Vielleicht sagt man dir zuerst, dass du noch diesen und jenen Fehler abzulegen hast, wie viele Laster du noch hast. Vielleicht, wenn du dieses und jenes abgelegt hast, wird die geistige Welt dich dafür belohnen. Oder vielleicht hörst du sagen, dass du mehr Güte walten lassen sollest und so weiter. Du musst versuchen, deine geistigen Ohren so weit offen zu halten, dass du jedes Wort vernimmst, dass dein geistiges Auge so geläutert wird, dass du klar sehen kannst. Aber damit es so weit kommt, musst du die Bedingungen selbst schaffen. Du sollst nicht glauben, ein bequemes Leben führen und immer nur bitten zu können: “Gott, gib mir das, Gott, schenk mir jenes. Wenn ich es habe, will ich dir dann auch etwas geben.” Nein, meine lieben Brüder, liebe Schwestern, so ist es nicht. Versuche nun einmal zu meditieren, und lass den Willen Gottes an dir geschehen, und du wirst die wunderbarsten Dinge erleben. Aber es werden auch Dinge sein, die vielleicht nicht so dein Gefallen finden. Du wirst geprüft, ob du würdig bist, dass man dir dieses oder jenes gibt. Glaube doch, die gute Geisterwelt Gottes gibt nicht nur so, einfach dass man den Wünschen der Menschen gerecht geworden ist. Die gute Geisterwelt Gottes gibt, wenn sie geben darf, wenn es dem Willen Gottes entspricht.
Wenn ihr mehr diese stillen Stunden pflegt und meditiert, [...] werdet ihr wachsen und stark werden und viel mehr erreichen, als wenn ihr in solchen Dingen irgendein Medium aufsucht und dann glaubt, auf diese Weise das Gewünschte zu erfahren. Wenn ihr solche Dinge erfragen wollt, werdet ihr fast immer nur enttäuscht sein. Meine lieben Freunde, wo solche Fragen [nach materiellen Dingen] zugelassen werden, solltet ihr erkennen, woher diese medialen Personen inspiriert werden. [...]
Nun, meine lieben Freunde, versucht einmal in der Weise bei euch selbst zu wirken. Versucht in allem den Willen Gottes geschehen zu lassen. Versucht mit euren Problemen in die stille Stunde zu gehen, und fragt dann euren eigenen Schutzgeist oder jene Geister, die um euch sind, was zu tun ist. Bittet: “Helft mir, zeigt mir den Weg!” Ihr wisst: Wenn ihr gute Menschen seid, sind gute Geister um euch. Wenn ihr aber voller Fehler seid, sind jene Geister um euch, die auch voller Fehler sind.
“Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind” (1. Joh. 4, 1) – Voraussetzungen für eine gute mediale Verbindung
Ausschnitt aus dem Vortrag vom 12. Februar 1955
“Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind” (1. Joh. 4, 1) – Voraussetzungen für eine gute mediale Verbindung
Josef: Meine lieben Freunde, wir sehen vielerorts Menschen zusammensitzen und darum bitten, dass ein Geist sich durch einen Menschen bekunden möge. So ist es wieder einmal notwendig, dass ich darüber spreche, was die Geister Gottes den Menschen zu sagen haben, und es ist gut, wenn die Freunde immer wieder darüber aufgeklärt werden, was ihnen schadet und was für sie gut ist. So sollen überall die Geister geprüft werden, ob sie von Gott sind.
Ihr sollt euch bewusst sein, dass zu jeder Zeit Wesen um euch sind, denen es leichtfällt, sich zu bekunden, obwohl in eurer Nähe ein Engel Gottes stehen kann; das heisst, je nach eurem Lebenswandel wird er in eurer Nähe sein, oder sein Abstand zu euch wird grösser. Und so ist allen diesen Wesenheiten Gelegenheit gegeben, auf ihre Weise zu wirken.
Es genügt nicht, wenn ein Geist, der sich bekundet, sagt, dass er von Gott komme. An seiner Sprache ist zu erkennen, ob er von Gott ist. Ihr sollt wissen, dass gerade jene Geistwesen, die nicht in den Heilsplan Gottes eingereiht sind und die nicht so grosse Beachtung finden in ihrer Welt, das Verlangen haben, sich bei einem Menschen zu bekunden, der ihnen seine volle Aufmerksamkeit schenkt, und sie verstehen es sehr gut, sich solchen Menschen anzupassen. Sie werden ihnen das sagen und empfehlen, was von den Menschen gern gehört wird.
So muss jedes Wesen, das sich bekundet, geprüft werden; es soll nach seiner Tätigkeit gefragt werden, es soll Auskunft geben können, von welcher Welt es stammt und was seine Beschäftigung ist. Zu empfehlen ist, dass man den Wesen, die sich in der ersten Zeit bei einem Medium bekunden, nicht die volle Aufmerksamkeit und das volle Vertrauen schenkt, besonders dann, wenn sich diese Wesen berühmte und hochklingende Namen zulegen. Wo ein Geist dies tut, sollt ihr erkennen, mit wem ihr es zu tun habt. Die Anwesenden, die das Verlangen haben, mit der Welt Gottes in Verbindung zu kommen, müssen sich darüber klar sein, dass ein Geist nicht nur von den Menschen ein Leben der Liebe, Güte und Gerechtigkeit verlangen kann, sondern dass von diesen Wesenheiten im Jenseits genau dasselbe verlangt wird. Ein Geist, der diese Liebe, Güte und Gerechtigkeit nicht kennt, ist auch nicht in die Ordnung Gottes eingereiht. Es brauchen deshalb nicht alle diese Wesen gerade böse zu sein – sie können unwissend sein, und doch ist ihnen daran gelegen, die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich zu lenken, eben gerade deshalb, weil sie im geistigen Reiche nicht beachtet werden. Darum versuchen sie, sich durch die Menschen zu bekunden.
Jene Wesen, die nicht im Heilsplane Gottes eingereiht sind und aus der düsteren Welt kommen, sie ermüden die Menschen, beim Zuhören wie auch noch lange nachher. Sie ermüden den Menschen, der ihnen als Werkzeug zur Verfügung steht, und er wird anfällig sein für viele Unpässlichkeiten. Das ist ein Zeichen dafür, dass jene Mächte, die nicht in die Ordnung Gottes eingereiht sind, nicht mit einer reinen Kraft ausgestattet sind.
Jeder Mensch hat seine besondere Ausstrahlung, und so verhält es sich auch mit den Geistwesen. Jene Geistwesen aber mit ihrer düsteren Ausstrahlung sind dem Lichte fern. So haben sie zunächst einmal ihre Kraft mit derjenigen des Menschen zu vermengen. Sie nehmen auch von der Kraft des Menschen, um ihre Mitteilungen durchgeben zu können. Jene Wesenheiten kümmern sich nicht darum, wie viel Kraft sie dem Menschen entziehen, sondern sie selbst fühlen sich wohl dabei. Sie zehren ja beständig von den Kräften des Menschen; das ist ein sicheres Zeichen, dass die Verbindung nicht göttlich ist.
Es ist auch so, dass von der Gotteswelt zuerst uneingereihte Wesenheiten zugelassen werden. Das heisst: Da, wo man erkennt, dass wirklich eine Möglichkeit für eine Verbindung zur Gotteswelt besteht, da werden aber die Engel Gottes zur rechten Zeit einschreiten, und es werden andere Wesen, solche von höheren Welten, zu diesen Menschen dringen und ihnen Belehrungen geben. So wird aber bei den Menschen, die als Werkzeug dienen, berücksichtigt, wie ihr Lebenswandel ist, aber auch von was für Freunden sie umgeben sind. Denn eine Gabe Gottes wird nur einem Menschen verliehen, der würdig ist, sie auszuüben. Da und dort wird nicht darüber nachgedacht, dass die Menschen sich auch in die Ordnung Gottes einzureihen haben, so sie himmlische Boten empfangen wollen. Von den Menschen wird dasselbe verlangt wie von den Wesen, die in diesen herrlichen Welten sind, die auch nur in Liebe, Güte und Wohlwollen handeln. Die Gabe, mit Geistern Gottes in Verbindung zu treten, wird nur tugendhaften Menschen zuteil. Menschen aber, die es mit der Ehrlichkeit nicht genau nehmen, wie auch streitsüchtige oder sogar solche, die beständig im Ehebruch stehen, bei ihnen sind es keine Boten Gottes, die sich ihnen kundtun. Wer von sich behauptet, sich in die Ordnung Gottes eingereiht zu haben, muss wissen, dass er die Gebote Gottes erfüllen muss und dass man nicht einerseits Gott dienen kann und anderseits den niederen Mächten. Harmonie muss überall sein, wo man die Verbindung zur Gotteswelt anknüpfen will, Harmonie und Friede besonders in der Seele dessen, der sich als Werkzeug der guten Geisterwelt auserkoren fühlt. Wo diese Ordnung und Harmonie nicht ist, sind keine guten Geister am Werk; denn die Boten Gottes haben genau den Willen Gottes durchzuführen, und sie erfüllen die geistigen Gesetze in allen Dingen.
Diese Worte musste ich zu euch sprechen, weil es notwendig ist, dass sie da und dort vernommen werden. Denn Menschen, die ihre Schwächen nicht überwinden, die sich nicht bemühen, edler zu werden, und so nichts dazu beitragen, sie erhalten keine Verbindung zur Gotteswelt, und sie schaden mit ihrem Tun jenen Gemeinschaften, die nach dem Göttlichen streben. Darum, liebe Freunde, prüfet die Geister überall, wo sie sich kundtun, ob sie von Gott kommen. Ein Geist Gottes wird nicht böse darüber, wenn er erkennt, dass ihr ihn prüft, und er wird euch nur in Liebe antworten, er wird sich freuen. Empören wird sich nur der, der nicht von Gott ist. Eine solche Verbindung zur Geisterwelt aufrechtzuerhalten, die nur schadet, geistig wie körperlich, soll unbedingt unterlassen werden.
Wer aber in Demut und Bescheidenheit immer darum bittet und fleht, dass ihm Botschaften gegeben werden möchten, der wird sie bekommen. Doch geprüft werden diese Menschen oft lange, lange vorher. Diejenigen, die diese gute Verbindung zur Gotteswelt pflegen, sie werden geführt und gestärkt im Leben; sie erhalten von den Himmelsboten Kraft und Lebensfreude, sie werden glücklich und froh durch eine solche Verbindung. Denn diese Himmelswesen bekunden sich nicht mit Schmeicheleien, sondern sie belehren die Menschen, was Gottes Wille ist, wie weit der Weg zu Gott und was notwendig ist, was sie zu lassen haben, und sie erklären ihnen das, was sie notwendig für ihren geistigen Aufstieg wissen müssen. So überbringen sie dem Menschen Kraft, denn diese Himmelsboten – Lichtwesen möchte ich sie auch nennen –, sie haben auch ihre Strahlung, und sie ist lieblich und warm. Auch sie vermengen ihre Kraft mit derjenigen der Menschen, doch ihr werdet dadurch gestärkt, und sie sind es, die den Menschen in überaus grossem Masse beschenken mit göttlicher Kraft und Energie. Sie werden ihre Freunde niemals verlassen, ohne ihnen zuvor nicht reichliche Kräfte zugeführt zu haben.
Jeder Mensch hat doch seinen Schutzgeist, der entweder ganz nahe bei ihm ist oder auch weit entfernt, je nach seinem guten oder schlechten Leben; wenn er ganz nahe ist, wird man seine Stimme besser vernehmen, seine Mahnungen und Anweisungen. Darum soll auch diese Verbindung zum Schutzgeist gepflegt werden. Der Mensch soll in seiner Not, in seinem Leid mit seinem Schutzgeist sprechen können. Dies soll er tun in stiller Stunde, dann wird sein Schutzgeist jene Wesenheiten aufsuchen, die befähigt sind, seinem Schützling Hilfe zu bringen. Denn auch bei den himmlischen Wesen ist es so, dass die Talente verschieden sind; das eine besitzt mehr als das andere, und doch sind alle glücklich und zufrieden, jedes mit dem, was es besitzt.
Vielerorts herrscht die Auffassung, dass ein Geistwesen, gleich ob es von der Höhe oder aus der Tiefe kommt, alles zu wissen habe und auch alles bewirken könne. Das ist ein grosser Irrtum der Menschen. In der himmlischen Welt ist alles in wunderbarer Weise geordnet und eingeteilt, und diese Engelwesen verfügen alle über besondere Fähigkeiten, die sie dann dort zur Verfügung stellen, wo sie benötigt werden, und sie setzen dort ihre ganze Kraft ein. Wenn dein Schutzgeist vielleicht ein Engel der Liebe ist, so hat er auch Zugang zu den kämpferischen Engeln; denn wenn dein Schutzgeist aus den Legionen der Liebe stammt, vermag er dir nicht die kämpferische Kraft zu übermitteln, die vielleicht gerade für dich so notwendig ist. So wird er für dich darum bitten, dass ein kämpferischer Geist bei dir Einkehr halte. Ihr wisst, dass es Engel der Liebe, Engel der Gerechtigkeit, Engel des Friedens, Engel der Güte, Engel der Barmherzigkeit gibt und noch viele andere mehr, dass sie ihre besonderen Kräfte besitzen. Und euer Schutzgeist kann dann diese Wesenheiten herbeirufen, die gerade vonnöten sind. Seid ihr krank, mutlos, dann braucht ihr einen Geist der Kraft und Energie. So wird euer Schutzgeist dafür sorgen, dass ein solcher den Weg zu euch findet, wenn ihr nach ihm verlangt; denn die himmlischen Boten erfüllen ihre Aufgabe in wunderbarer Weise.
So gibt es auch die Missionsgeister, welche die Kampffelder aufsuchen, um zu trösten, wo es nottut, und jenen Gefallenen zu helfen bei der Lösung des Geistes vom irdischen Körper. Diese Missionsgeister haben sehr oft in ihrer nächsten Nähe himmlische Musikanten und Sänger um sich; sie werden aufgefordert, im gegebenen Moment des Übertritts einer Seele ins Jenseits ihre Musik und ihren Gesang anzustimmen. Die Missionsgeister werden auch herbeigerufen bei Unglücksfällen; auch dort werden sie behilflich sein beim Lösen des Geistes vom Körper, soweit es notwendig ist. Sie sind sehr oft in den Krankenhäusern, um auch dort ihre Aufgaben zu erfüllen. So sind diese himmlischen Boten immer bereit, den Menschen zu helfen, wenn nach ihnen verlangt wird. Denn sie sind des Menschen beste Freunde. Sie, diese himmlischen Boten, Engel der Liebe, der Güte, eingereiht in die Ordnung Gottes, wollen nur den Willen Gottes erfüllen und den Menschenkindern helfen.
Diese Vorteile haben alle jene frommen und edlen Menschen, die diese Verbindung zur Gotteswelt besitzen, die ein edles Leben führen. Ihnen sind besonders herrliche Geister zugedacht. Und wenn ihr nach ihnen verlangt, so rufe ich euch zu: Sie kommen zu euch, sie führen euch durchs Leben, wenn ihr den Willen Gottes erfüllt, nach seinen Geboten lebt, wenn edel euer Denken, euer Handeln ist. Auf diese Weise zieht ihr die himmlischen Kräfte zu euch, und diese Geister werden um euch sein in der Stunde der Not, sie werden bei euch sein in der Stunde des Sterbens; sie werden dafür sorgen, dass in jeder Beziehung euch Erleichterung gegeben wird. Sie bringen dem Menschen nur Segen, denn ihre Liebe, ihre Gerechtigkeit, das alles ist der Segen Gottes, und sie zeigen dem Menschen den Weg zum himmlischen Vater. So soll man nach dieser Verbindung suchen.
Heft 3/2010
21 Seiten, 21 × 29,7 cm