Im Kinderparadies

 

Wenn kleine Kinder die irdische Welt verlassen müssen, kehren sie heim in ein Kinderparadies ihrer Stufe und werden hier liebevoll umsorgt und grossgezogen. Die Verstorbene namens Magda berichtet von ihren Aufgaben in einem solchen Kinderparadies, beispielsweise davon, wie sie die Kinderseelen von der Erde abholt und in die geistige Welt zurückführt. Dabei unterrichtet sie auch über die Verhältnisse von Raum und Zeit in der Jenseitswelt.

 

Magda: Ich habe den Auftrag bekommen, zu euch zu reden, kurz etwas von meinem Leben zu erwähnen und dann von meiner Arbeit im geistigen Reiche zu berichten. So möchte ich es versuchen.

Im Erdenleben übte ich den Beruf einer Krankenpflegerin aus. Ich liebte den Beruf sehr. Ich pflegte Kinder, junge und alte Menschen. Ich gab ihnen meine ganze Aufmerksamkeit, und ich pflegte sie im Namen Jesu Christi. Durch meine Arbeit wollte ich mir den Himmel verdienen. Das habe ich mir immer gesagt bei der schwersten Pflege: “Ich tue es in Gottes Namen und im Namen Jesu.” So durfte ich mich nach einem arbeitsreichen Leben schön von dieser Erde verabschieden; ich war nicht lange krank.

Jetzt möchte ich nur noch von dem Zeitpunkt an reden, als ich in der anderen Welt erwachte. Hier war ich umgeben von vielen, vielen schönen Gestalten. Es war mir gar nicht recht klar, wo ich mich eigentlich befand. Jemand stand ganz nahe bei mir und strich mir immer mit der Hand über mein Antlitz und sagte: “Jetzt hast du deinen Platz im Himmel, jetzt bist du im Himmel.” Ich getraute mich gar nicht recht umherzublicken, und ich wollte es eigentlich gar nicht begreifen, dass es wirklich so ist. Es war alles in eine wunderbare Farbenpracht gehüllt. Ich lag in einem Garten auf einer Bank, und wenn ich so umherblickte, sah ich die Wiesen voll von kleinsten Müllerblümchen [Gänseblümchen] – ein Teppich war es, wunderschön! Ich hätte am liebsten diesen, die da bei mir waren und meinetwegen solche Umstände machten, gesagt: “Achtet doch auf diese schönen Blümchen, ihr zertretet sie ja.” Sie taten mir leid.

Als ich so in die Weiten blickte, da sah ich Kinder kommen. Sie jauchzten und sangen und sprangen. Sie pflückten von diesen kleinen Blümchen, und die einen machten kleine Sträusschen, die andern wanden sich Kränzchen. Ja, ich freute mich, dies zu sehen; aber es war mir noch nicht ganz klar, was da vor sich ging. Dann brachte eines dieser Wesen, die um mich waren, ein Gefäss; und in diesem Gefäss war wohlriechendes Öl. Derjenige Geist, der so nahe bei mir war und mir mit der Hand immer über den Kopf strich, tauchte nun seine Hände in das Öl und fing an, mich mit diesem Öle einzureiben – das Gesicht, die Hände, den ganzen Leib, alles. Man hüllte mich dann in ein schönes Kleid und deckte mich zu. Ich glaube, es hat sehr fein gerochen.

Dann kamen die Kinder zu mir, reichten mir die Hände und freuten sich. Sie brachten mir ihre kleinen Sträusschen und ihre Kränzchen, und sie wollten mir diese Kränzchen anziehen, und ich wehrte mich dagegen. Da war ein kleines Kind dabei, es trat ganz nahe an mich heran – ich erinnere mich noch so gut –, und es sagte zu mir: “Ei, du riechst fein!” Ich schaute das Kind nur an und sagte: “Ja, das glaubst du wohl.” Und die andern, die um mich waren, lächelten. So kamen ganze Scharen von Kindern, und sie baten mich aufzustehen. Ich hatte anfangs etwas Mühe, mich so aufzurichten, aber man stützte mich, und es ging ganz gut. Ich musste auf Anweisungen meiner höheren Begleiter tief atmen, und dann wurde es mir ganz wohl zumute. Von weit her vernahm ich auch wunderschöne Musik. Ich erkundigte mich, für wen diese Musik gespielt werde und warum man nicht hier in die Nähe komme. Kaum hatte ich es gesagt, kam eine solche Schar musizierender, farbenfroh gekleideter Geschwister in meine Nähe. Sie lächelten mir zu, und sie sangen und spielten.

Ja, was sollte jetzt mit mir geschehen? Ich konnte es doch kaum verstehen, dass man meinetwegen so viele Umstände machte und mir so viel Ehre antat. Dann sagte man mir: “Du wirst deine Aufgabe vorerst einmal bei diesen Kindern im Kinderparadies haben. Aber ehe du zu diesen Aufgaben gehen kannst, wollen wir dir doch auch ein Stück vom Himmel zeigen.” Ja, sie redeten davon, was ich alles in meinem Leben getan hätte, wie viel ich überwunden und welche Opfer ich gebracht hätte. Man flocht auch hie und da ein, dass ich doch auch manchmal etwas falsch gemacht hätte. Aber man sagte mir, man möchte nicht darüber reden, denn es sei ja so viel Gutes vorhanden, dass man dieses andere dann wohl noch ausbessern könnte. Ja, das hörte ich freilich gerne; ich hatte schon auch ein wenig Angst. Und ich hatte doch ein Verlangen, Christus zu sehen, denn ihm hatte ich doch mein Leben geopfert. In seinem heiligen Namen hatte ich jeweils die schwerste Arbeit ausgeführt, und sie war mir dann leichtgefallen. Dann sagte man mir: “Freilich, Christus wirst du auch erleben, wir werden dich aber zuerst noch etwas vorbereiten. Du darfst ihm bestimmt begegnen, wir werden dich zu ihm begleiten.” Und sie erklärten zugleich, nicht nur ich alleine würde ihn dann sehen, sondern noch viele andere, die in den gleichen Aufgaben gestanden seien wie ich; sie würden ihm auch begegnen, gemeinsam würden wir vor ihn hintreten dürfen. Und ich war zufrieden. Eigentlich fand ich es ja unbescheiden, dass ich so etwas verlangte, aber ich hatte doch eine Sehnsucht nach Christus, denn seinetwegen hatte ich ja in meinem Leben die Kraft gehabt, die Leistungen zu vollbringen und so zu leben.

Nun wollte man mir etwas vom Himmel erzählen. Man zeigte mir die wunderschönen Gärten, man zeigte mir die Häuser, von denen aus all diese Geschwister zu ihren Aufgaben gehen. Worüber ich besonders staunte, war, dass man so schnell von einem Ort zum andern kam, und ich erkundigte mich: “Wie steht es denn eigentlich mit der Zeit hier?” Man wollte mich gerne darüber unterrichten und sagte: “Siehe, wir haben hier schon Brüder und Schwestern, die sich mit der Zeit beschäftigen, wir nennen sie die Zeitgeister. Sie interessieren sich für die Zeit der Menschen, und sie interessieren sich für die geistige Zeit. Du wirst auch noch mit ihnen in Berührung kommen; aber überlasse das jetzt diesen Geschwistern, sich damit zu befassen. Dennoch möchten wir dir etwas über die Zeit erklären, wie wir sie hier haben im geistigen Reiche. Du siehst, da, wo du jetzt bist, ist alles so schön, alles blüht, und die Atmosphäre ist so angenehm – es ist nicht so heiss, es ist nicht zu kühl, es ist einfach schön. Als Mensch hattest du einen Abreisskalender, um die Tage zu zählen. Wir haben das nicht, wir brauchen es nicht. Ihr musstet auch eure Stunden einhalten bei eurer Arbeit. Auch das haben wir nicht, wir haben keine Uhr wie die Menschen, wir haben die Zeitgeister; sie drehen die Uhr, aber man kommt mit ihnen nicht immer in Berührung. Im Weiteren haben die Menschen ihre Jahreszeiten; schon daraus können sie eine gewisse Zeit berechnen und ablesen. Sie haben zudem Tag und Nacht, und sie haben ihre Wochentage, und jeder Tag hat seinen Namen. Und wir? Bei uns ist es so”, erklärte man mir, “wie wenn man bei den Menschen irgendwohin in die Ferien gehen würde und nicht wüsste, wann man wieder zurückreisen muss, und ein Tag wäre schöner als der andere – und es würde einem einfach nur erklärt: ‘Wenn es dann Zeit ist, holen wir euch.’ Aber das könnte ebenso gut in drei Jahren sein wie vielleicht in drei oder vier Tagen; keiner weiss, wann er geholt wird, und keiner kümmert sich um das Morgen oder Übermorgen. Man hat keine Sorgen, und man muss die Arbeit nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig haben, und man muss nicht daran denken, Geld zusammenzuraffen. Nichts dergleichen, die Zeit bleibt stehen, es bleibt immer schön, und immer bleibt ein sommerlicher Zustand, oder es bleibt immer Frühling, oder man geht an einen Ort, wo ständige Reife ist – aber trotzdem gibt es keine Zeit, wie die Menschen sie haben.”

So sagte man mir: “Siehe, du kannst lange, lange hier bleiben, und du weisst nicht, wie lange du hier bist, denn du hast nicht Tag und nicht Nacht, du hast nie kalt und nie heiss; und du musst nicht gedrängt werden, eine Arbeit zu erfüllen. Es ist so schön, und du kannst immer in Ruhe sein, in Ruhe arbeiten – du rechnest mit keiner Zeit. Wenn es dann wirklich darum geht, zu wissen, was für Zeit es ist, dann kommen sie, die Brüder und Schwestern, die Zeitgeister, und sagen dir, wie viel Zeit es für dich ist, und dann staunt man darüber. Aber nicht alle Geister kommen mit diesen Zeitgeistern in Berührung.”

Man klärte mich auch darüber auf, dass es Geschwister gebe, die nicht ein solch schönes Leben hätten wie ich jetzt, die zu sehr mit den Menschen und mit ihrer Zeit verbunden seien. Sie brauchten nicht zu fragen, ob es Sommer oder Winter sei und welchen Tag und welches Datum man habe, denn sie lebten mit jener Zeit; sie hätten sich eben noch nicht trennen können von der Erde und seien gebunden an die Menschen und ihre Zeit. Im Himmelreich dagegen, wo man frei und glücklich ist, oh, da fragt man nicht nach der Zeit. Man ist einfach glücklich, und ein Tag ist so schön wie der andere. Man erwähnte mir gegenüber auch: “Dazu kommen dann noch diese schönen Begegnungen, die einen erfreuen und jeden glücklich machen; es wird gewetteifert im Hinblick auf diese Feste und Veranstaltungen, was man hier alles an neuen Ideen leisten und bringen könnte. Aber es geschieht nicht wie bei den Menschen; diese haben ihre genauen Daten, wann ein Fest abgehalten wird oder wann ihre Häuser oder Hütten oder was sie haben, fertiggestellt sein müssen. Auch mit ihren Blumen, die sie pflanzen, müssen sie sich genau an die Zeit halten; sie müssen sie zur richtigen Zeit in die Erde setzen, damit sie gedeihen und ja zum richtigen Zeitpunkt blühen. Und wir? Man bringt uns die Blumen, man bringt uns Pflanzen, und sie können wachsen und gedeihen zu jeder Zeit. Es wächst, es wächst und blüht. So ist es mit der Zeit”, sagte man mir. Ja, ich musste staunen. Es war mir doch noch nicht alles so verständlich, aber ahnen konnte ich es. Wenn man nicht gehetzt wird, wenn etwas nicht auf ein bestimmtes Datum fertig sein muss – ach, wie herrlich muss es doch sein, einfach geruhsam so in die Ewigkeit hinein zu leben! “Ja, das ist die Ewigkeit”, sagte man mir.

Dann wollte ich noch etwas anderes wissen, das mich sehr interessierte. Ich hatte das Gefühl, man könne hier so leicht gehen. Ja natürlich, als Mensch war einem der Körper oftmals hinderlich, man hatte körperliche Beschwerden beim Gehen. Als Geist hat man das nicht, das heisst, wenn man frei ist, ein freier, glücklicher Geist. Man führte mich ja in Blitzesschnelle von einem Ort zum andern, und ich hatte doch das Gefühl, wir hätten jeweils eine grosse Strecke zurückgelegt; so fragte ich: “Ist das möglich in dieser kurzen Zeit?” – “Freilich ist es so”, bestätigte man mir, und man sagte: “Du bist nun ein Heimgekommenes, das sich dafür interessiert, wie man so rasch von einem Ort zum andern kommt. Es gibt viele Geister, die interessieren sich nicht dafür; sie sagen sich einfach: ‘Ja im Himmel ist ja sowieso alles wunderbar und alles ganz anders’, und da staunt man über nichts, man nimmt es einfach hin, und es ist selbstverständlich.” Meine Begleiter freuten sich, dass ich mich dafür interessierte, und sie sagten mir: “Siehe, wir führten dich auf eine besondere Strasse, und damit du es verstehst, erklären wir es dir auf folgende Weise: Es ist genauso, wie wenn die Menschen auf einem Rollband oder auf einer Rolltreppe stehen würden; sie brauchen gar keine Anstrengungen zu unternehmen, und schnell sind sie von einem Ort zum andern befördert. Sie sehen das Band oder die Treppe, auf der sie stehen, sie sehen, wie es sich bewegt. Bei uns sind die Strassen so, dass wir sie nicht sehen können – das heisst, man kann sie schon sehen, wenn das geistige Auge speziell darauf ausgerichtet ist und man erkennen kann, welche Schwingung nun diese betreffende Strasse oder Ebene hat. Wir schreiten auf diesen Strassen ganz ruhig und gemächlich, aber eigentlich sind es nicht wir, die das Tempo angeben, sondern wir werden einfach gezogen. Leichten Schrittes wandert man, und es ist wie ein Band, das einen so zieht; es kann schnell gehen, es kann rasch gehen.”

Dann erklärte man mir: “Siehe, wir haben viele und verschiedene solcher Strassen. Unsere Geschwister, die neu von der Erde zu uns kommen, interessieren sich anfangs nicht dafür; sie staunen einfach über den Himmel. Nun, es gibt eben solche Strassen, wo man rasch gezogen wird. Gewöhnlich wird man ja begleitet oder hingeschoben auf diese Strasse, die man nehmen muss, um an denjenigen Ort zu kommen, den man wünscht.” Neben diesen Strassen gibt es auch kleine Feldwege. Auf ihnen muss man aus eigener Anstrengung gehen, hier geht man wie bei euch. Auch auf diese Wege kann man geführt werden, denn gewöhnlich ist man ja nicht allein; man wird ja begleitet von diesen erhabenen Geschwistern, die sich für einen interessieren und einen der Arbeit zuführen. Sie sagen einfach: “Komm mit”, und es ist genauso wie bei euch, wenn ihr an irgendeinen Ort hingehen möchtet und dazu eines eurer modernen Verkehrsmittel benutzt; ihr nehmt die Leute mit hinein, sei es in die Strassenbahn, sei es in euer Auto oder sei es in die Eisenbahn oder in ein Flugzeug und so weiter. Ihr könnt sie also auch je nach eurem Wunsche in kürzester Zeit da und da hinbringen; aber ihr müsst ja vorher auch überlegen, welches Verkehrsmittel dafür am besten geeignet ist. Ebenso tun es die Engel; sie überlegen auch, was gut ist und was man überhaupt will, ob es notwendig ist, dass man auf dieser ‘eilenden’ Strasse geht oder ob man eben aus eigener Anstrengung einen kleinen Feldweg durchschreitet. Der Begriff “kleiner Feldweg” ist vielleicht nach eurem Verständnis ganz falsch gewählt; dieser kleine Feldweg kann vielleicht dreissig Meter breit sein, während ich für die Strasse, die sich bewegt, kein Mass habe, um ihre Breite anzugeben – kein Geist hat ein Mass, um sie zu messen. So ist es eben schwer für einen Geist wie mich, der sich noch nicht auskennt in allen diesen wundersamen Gesetzen, es zu schildern. Man nimmt es hin, denn der Himmel ist wunderbar, und man staunt nur; aber man fragt nicht lange, weil man es ja erwartet hat, dass der Himmel vielleicht auch sonderbar ist.

Dann sagte man mir: “Jetzt kannst du auf dieser Strasse gehen.” Und in grosser Schnelligkeit sind wir vom einen Ort zum andern gekommen und besuchten sie. Ich benutzte auch den andern Weg – ich sage ihm Feldweg –, den schmalen und doch breiten Weg; hier musste ich aus eigener Kraft und Anstrengung gehen. Ja, wenn man diesen Weg wählt, dann verfolgt man ganz andere Absichten. Wenn man aus eigener Kraft wandert und in Begleitung ist, hat man dementsprechend eine geruhsame Unterhaltung; man bleibt stehen, man hat vieles ganz gewissenhaft zu beobachten und zu bestaunen, und man hat zu reden – denn es eilt ja nicht. So klärte man mich auf, und ich wollte wissen: “Gibt es überall diese Strassen?” Man sagte mir: “Ja, überall hat es solche Strassen. Es gibt aber auch Plätze der Verbannung, wo die Möglichkeit besteht, dass einer die Strasse nicht betreten kann. Dafür sind ja diese Wächterengel Gottes da; sie sorgen dafür, dass einer aus eigener geistiger Anstrengung gehen muss, dass er mit seinem schleppenden Gang den Weg nehmen muss, was ihm Mühe macht.”

So kreuzen sich die Wege und Strassen, sie gehen ineinander, durcheinander, und es gibt kein Hindernis. Es ist seltsam, und man bestaunt es, wenn man in diese andere Welt hineinkommt. Hatte man aber schon als Mensch eine grosse Verbundenheit zur Göttlichkeit und pries man Gottes Weisheit, seine Herrlichkeit, dann hatte man eigentlich schon als Mensch den Gedanken in sich aufgenommen, dass es doch wunderbar und vielleicht seltsam aussehen muss im Himmel. Nun, darüber möchte ich jetzt nicht mehr weiter reden. Ich habe euch jetzt einige Andeutungen gegeben zu Zeit und Raum, wie schnell man das überwindet; denn ihr seid vielleicht schon von Geistern darauf aufmerksam gemacht worden, man müsse nur denken und schon sei man da, wo man will. Ja, dies ist vielleicht etwas zu viel gesagt; auch ihr, wenn ihr irgendwohin wollt, müsst euch ja aufmachen, um da- oder dorthin zu gelangen. So ist es auch in der geistigen Welt. Aber man kann dann eben auf diese Strasse gelangen, die einen so schnell an den andern Ort hinführt.

Ich möchte euch aber jetzt einmal sagen, was ich tat, bevor ich zu euch kam. Ich war auf einem Spielplatz, wo viele Kinder zusammen waren, und ich hatte sie beobachtet. Und wo ich war? Ich war nicht hier in der Schweiz – ich war ganz weit weg, wo die Sonne wunderschön scheint und die Kinder noch spielen. Ich hatte nur die Aufgabe, sie aufmerksam im Auge zu behalten. Das war meine Aufgabe, bevor man mich aufforderte, mich bereit zu machen, zu euch zu kommen.

Meine Aufgabe, die ich nach den verschiedenen und bedeutungsvollen Erklärungen erhalten habe, führte mich ins Kinderparadies. Da ich immer eine grosse Vorliebe für Kinder hatte, durfte ich mich auch in der geistigen Welt mit ihnen beschäftigen. Man öffnete mir einen wunderschönen Himmel mit vielen Kindern. Als ich hier eintrat, haben sich diese Kinder nicht etwa auf mich gestürzt, denn sie waren ja alle so sehr beschäftigt mit ihren Spielen. Dieser Himmel hat wunderbarste Spielplätze, schöne Gärten, und es sind viele oder allerlei Spielzeuge vorhanden. In diesem Kinderparadies, wo ich nun meine Aufgabe haben sollte, waren Kinder bis zum siebenten Lebensjahr – gerechnet nach eurer Zeit. Hier sah ich sie, die ganz, ganz Kleinen zusammen. Sie wurden gepflegt, ja sie lagen in schönen Wiegen, aber sie waren nicht zugedeckt mit Decken oder Ähnlichem wie bei euch, denn es ist ja so angenehm warm, so schön hier. Die Wiegen sind immer geschmückt mit allerlei Blumen. Diese müssen herbeigeschafft werden von den älteren Kindern, die – sagen wir jetzt – fünf, sechs und sieben Jahre alt sind. Diesen älteren Kindern ist jeweils ein Kindlein zugeteilt, zu dem sie hingehen, mit dem sie sich beschäftigen und für dessen Ordnung sie sorgen. Die Kinder werden also frühzeitig in die Ordnung eingereiht, es wird ihnen eine Aufgabe übertragen, und zwar eine, die man von einem Kinde verlangen darf. Auf diese Weise gibt es allerlei Gefühle zum Ausdruck.

Da muss ich erwähnen, dass meine Geschwister, die sich in diesem Kinderparadies beschäftigen, alle sehr schön sind. Sie haben eine so zarte Gestalt; die Schwestern haben schönes wallendes Haar, das jeweils mit Blumenkränzchen zusammengehalten wird – genauso, wie Kinder es einfach lieben. Auch in ihre Kleider sind Blumen eingeflochten; denn wenn die Kinder mit einem Engel spielen, suchen sie sich diese oder jene Blume aus und heften sie dann an sein Kleid – und man lässt sie gewähren. Wenn die Kinder ihre Aufgaben, die sie ausführen müssen, getan haben, gehen sie in die grossen Gärten und Wiesen und sammeln in ihren kleinen Körbchen die Blumen. Sie müssen sich beschäftigen. Ihr müsst also nicht glauben, dass die Kinder im Kinderparadies nichts zu tun hätten, sondern sie werden je nach ihrer geistigen Kraft und je nach ihren Veranlagungen zu Arbeiten herangezogen – zu lieblichen Arbeiten selbstverständlich, etwas anderes gibt es nicht im Kinderparadies. So sammeln sie dann diese Blumen, und die grösseren Kinder unterhalten sich dann wieder mit den andern, mit den zwei-, drei-, vierjährigen.

Da muss ich natürlich sagen – denn vielleicht wissen dies nicht alle meine Geschwister hier –, dass die Kindlein im jenseitigen Reich auch heranwachsen; aber davon werde ich später noch sprechen. Jetzt wollte ich nur einmal einen Einblick geben in die Beschäftigung dieser kleinen Kinder. Sie sind immer umgeben von diesen schönen, herrlichen Engeln. Voller Liebe werden sie ermahnt und zur Arbeit angehalten. Freilich haben sie noch genug freie Zeit für Spiel und Tanz.

So sollte ich mich nun zu diesen Engeln Gottes begeben – ich musste ja erst einmal alles, was ich euch jetzt erzähle, kennenler­nen. Ich wusste ja gar nichts davon, dass Kindlein im Kinderparadies heranwachsen und dass man sich mit ihnen beschäftigt; ich hatte keine Ahnung, keine Vorstellung davon. Also das war für mich auch etwas Neues. So war ich einmal da, einmal dort, einmal bei den Kleinsten, dann bei den Grösseren und dann bei jenen, die – sagen wir jetzt – nach eurer Zeitrechnung sieben Jahre alt geworden sind und diese Stufe des Kinderparadieses bald verlassen sollten. So war ich einmal da und einmal dort, und je nach dem Alter der Kinder musste ich mich eben mit ihnen unterhalten.

Da möchte ich nicht unterlassen zu sagen – ich hatte ja vom Zeitgeist geredet –, dass die Engel, die hier ihre Arbeit haben, sich nicht um die Zeit kümmern; dennoch ist alles so wunderbar geordnet. Die Kindlein wachsen heran, und man sieht sie so schön wachsen; dann kommen sie, diese Zeitgeister, und sagen: “Jetzt ist es so weit mit dir ... und mit dir ...” Dann werden die grösseren Kinder gesammelt, und es gibt ein grosses Fest; man singt und tanzt zum Abschied, wenn man dann diesen Himmel verlässt. Es herrscht grosse Freude, weil man es den Kindern erklärt, dass sie nun in einem anderen Himmel mit grösseren Geschwistern zusammenkommen und Weiteres erleben werden. Immer, immer werden welche gesammelt und wieder aus diesem Himmel herausgenommen, und so herrscht eine ständige Freude.

Als ich zu meinen Aufgaben hinkam, da hatten mich diese himmlischen Geschwister auch begrüsst und mich den Kleinen, die es verstanden und mit denen man reden konnte, vorgestellt. Nun möchtet ihr noch wissen: “Ja, welche Sprache spricht man denn mit diesen Kleinen?” Eine Sprache ist es, eine einheitliche Sprache. Am Anfang jedoch, wenn Kinder ins Himmelreich kommen und in ihrer Seele bereits die Erkenntnis liegt, dass sie sich in ihrer Sprache Ausdruck verleihen, antworten ihnen die Engel auch in dieser Sprache; aber recht bald lernen sie die himmlische Einheitssprache in diesem Kinderparadies. Nun, was geschieht in jenem Paradies, wo die grösseren Kinder hinkommen, die auch noch der Pflege der Engel Gottes bedürfen? Hier werden jene zusammengeführt, die die gleiche Sprache sprechen, die sie auf Erden geredet haben. Man gibt ihnen dann Gelegenheit, auch diese himmlische Sprache zu lernen. Dies sei ebenfalls nur nebenbei eingeflochten.

Ich möchte nun aber auch darauf hindeuten, dass ich lange Zeit in diesem Kinderparadies war und mich mit den Kindern beschäftigte. Dann kam man wieder zu mir und sagte: “Deine Aufgabe liegt nicht allein in der Betreuung dieser kleinsten Geschwister, sondern du musst dich jetzt auch aus dem Kinderparadies hinausbegeben und zu den Kindern der Menschen im Erdenreiche gehen. Da sollst du jene Kinder, die krank sind und die wir für ein kurzes Leben gezeichnet haben, von der Erde in den Himmel zurückführen. Du wirst Bescheid erhalten, wohin du sie zu führen hast, denn der Zeitgeist macht dir klar, wie alt das Kind auf Erden ist, und ein weiterer Geist wird dir die Anweisungen geben, wo es hingehört. Du wirst dieses Kind ohne Schwierigkeiten in die jenseitige Welt begleiten können – zumal du ja nicht allein bist, denn das Kind hat ja seinen eigenen Schutzengel. Du gehst zum Schutzengel des Kindes hin, gibst ihm die Ehre und sagst: ‘Ich will dich begleiten und euch ins Kinderparadies führen.’ Es ist ja nicht nur der Schutzengel des Kindes, der es ins geistige Reich begleitet. Ach! Den Kindlein gehört doch das Himmelreich, und so werden doch ganze Scharen von Geistwesen aufgeboten, um sie wieder zurückzuführen. So geht man auch, in kleineren und grösseren Scharen, und führt diese Kindlein hinein ins Himmelreich.”

So klärte man mich auch in dieser Beziehung auf. Und ich wollte wissen: “Ja, wie soll ich denn wissen, wohin ich gehen muss? Die Erde ist gross; ich kenne zwar nun diese ‘eilenden’ Strassen, und ich weiss jetzt, wie rasch ich vom einen Ort zum andern gelange, aber wie soll ich es erkennen, wo ein Kindlein für das Himmelreich bereit ist?” Da sagte man mir wieder: “Auch in dieser Beziehung ist Ordnung.” Ich sollte nur Kindlein bis zum dritten Lebensjahr zurückführen; diejenigen, die über drei Jahre alt waren, gehörten nicht in meinen Bereich. Ja, diese Kindlein auf der Erde – das eine wohnt, sagen wir nun, in der Schweiz, ein anderes in Frankreich, wieder ein anderes in England. Die Distanz ist kein Hindernis, die Strasse führt mich ja schnell zu ihnen; denn solche Strassen, die einen so in kurzer Zeit vom einen Ort zum anderen führen, gibt es nicht nur in den himmlischen Welten, sondern auch in eurem Erdenreich. Auch hier sind diese Wellen, ist diese Schwingung, sind diese Bänder oder – ich weiss nicht, wie ich dem sagen soll; ich nenne sie jetzt Strassen.

Nun, ich sagte schon, dass der Zeitgeist kommt und mir sagt: “Die Zeit ist abgelaufen da und dort; dorthin hast du zu gehen.” Man gibt mir genau die Anweisung; man gibt mir eine Art Band in die Hand und sagt: “Gehe dem Band nach, und dort wirst du vom Schutzgeist des Kindes unterrichtet, ob es so weit ist.” Man gibt mir nicht nur ein Band, sondern ich habe einen ganzen Armvoll Bänder, und diejenigen leuchten auf, wo es eilt. Ich bin also angeschlossen an diese Arbeit, an diese Ordnung, und der Schutzengel des betreffenden Kindes will in Begleitung ins Himmelreich zurück. Dann kann ich wählen, welches Band ich vorziehe; denn ich kann nicht zur gleichen Zeit überall sein. Oft habe ich eine Handvoll Bänder gehabt, die geleuchtet haben, und ich konnte nur einem nach dem andern nachgehen. Wo ich nicht hingehen konnte, war ja eine andere Schwester, ein anderer Bruder da. So musste ich jeweils an einem Band ziehen, und es zog mich eben zu dieser Strasse hin, und ich war dann immer zum rechten Zeitpunkt da, um das Kindlein zurückzuführen.

Da kamen ja auch noch andere dazu, die nicht an diese Arbeit angeschlossen waren, die zur Freude kamen; es waren Verwandte der Kinder, die gewöhnlich doch auch dabei sind. Sie kamen ja auch, wenn es irgendwie erlaubt war, und wollten gemeinsam Einzug halten ins Himmelreich oder doch wenigstens bis zur Schwelle des Kinderparadieses. So ist man jeweils versammelt mit vielen, vielen Geschwistern, mit schönen und weniger schönen. Und dann, an der Schwelle des Kinderparadieses, müssen die andern, die hier nichts zu tun haben, sich verabschieden. Meine Aufgabe war es eben, zum Schutzengel des Kindes zu gehen, das Kindlein zu nehmen und es dahin zu tragen, wohin es bestimmt war, wo es hingehörte, wie ich es vorhin angedeutet habe. Dann stehen sie da, meine Geschwister vom Kinderparadies, und nehmen das Kindlein in Obhut und fangen an, es zu pflegen.

Und dann weiter: Ihr sollt nicht glauben, dass die andern Kindlein, die grösseren Kinder, etwa keine Notiz davon nehmen würden, wenn ihre Geschwister, diese Kindergeistlein, in das Kinderparadies kommen. Ja, sie haben bei diesem Empfang auch ihre Aufgabe; sie stehen da mit Blümchen, und sie singen und sagen sogar Gedichte auf, auch wenn das Neuangekommene noch zu klein ist, um es zu verstehen. Aber ihr sollt nicht vergessen: Im Kinderparadies hat es viele Geister, die ihre Arbeit nicht hier verrichten, sondern die nur für einen vorübergehenden Besuch hier sind. Unter ihnen sind Geister aus den höchsten Himmeln, die alles genau beobachten und kontrollieren. Sie wollen sich freuen an diesen Kindlein, die zurückkommen, denn ihnen gehört das Himmelreich. So begrüsst man sie, die ganz Kleinen, die ja noch keine Notiz davon nehmen können; aber es sind vielmehr die Grossen, die ihre Freude daran haben, wie die andern Kinder sie empfangen. Aber, sagen wir, vom zweiten, dritten Lebensjahr an sind die Neuangekommenen schon voller Interesse für diesen Empfang.

Man soll nicht glauben, dass diese Kindlein etwa verängstigt wären und weinend ins Himmelreich treten würden. Ach nein! Mit dieser schönen Umgebung freundet sich das Geistlein schnell an. Der Schutzengel hat es in seinen Armen und ist so liebevoll. Ihr müsst doch bedenken, dass das, was es in seinem Seelchen an Erinnerung an seine Eltern hat, nur kurze Zeit in ihm ist; denn die Geister des Himmels können dafür wirken, dass diese kleinen Geistlein schnell ihr Glück finden und sich mit den himmlischen Boten anfreunden. Viel schönere Dinge bekommen sie hier zum Spielen, und sie können sich für Dinge interessieren, wie es ihnen auf Erden nicht möglich war. Besonders die Farbenpracht hat es ihnen angetan. So werden sie zu kleinen Teichen hingeführt, wo – ihr sollt es euch so vorstellen – kleine Wellen sind, die sich in einem Durcheinander von Farben bewegen; es glänzt wie Christbaumschmuck: Rot, Blau, Grün, Violett und was es alles an Farben gibt, alles ist durcheinander. Man fordert diese Kindlein auf, mit diesen Farben zu spielen. Sie knien dann nieder an diesen Teichen und bewegen ihre Händchen im Wasser, und sie sehen, wie daraus kleine Kügelchen, kleine Blasen, wie Seifenblasen, entsteigen. So spielen sie damit; sie halten ihre Hände ins Wasser und spritzen es hoch, und so ergeben sich solche Blasen. Die Kindlein freuen sich, sie verfolgen oft eine solche grössere Blase auf ihrem Wege und kehren dann wieder zurück. Es gibt wunderschöne Dinge für diese Neuangekommenen, woran sie sich erfreuen können, und so vergessen sie schnell. Denn der Himmel weiss, wie er jene empfangen muss, die in ihr Eigentum zurückkehren. Ja, so freuen sich diese Kindlein, und auch die grösseren sprechen nicht mehr den Wunsch aus, zur Erde zurückzukehren.

Ich habe wohl vieles vergessen zu erzählen, und ich würde euch noch vieles sagen wollen, aber Folgendes möchte ich nicht unterlas­sen einzuflechten: Oftmals kommen Engel aus den verschiedensten Sphären zu uns, und sie bitten dann diese Engel des Kinderparadieses: “Macht mir fünfzig oder” – sagen wir – “hundert kleine Geistlein, Brüderchen und Schwesterchen, bereit für einen Empfang, für ein Fest. Lehrt sie einen Reigen, lehrt sie ein Spiel, wir möchten sie haben.” Dann muss es eben getan werden. Dafür ist wiederum ein Engel Gottes zuständig. Er ruft die Kindlein zusammen und gibt seinen Geschwistern weitere Anweisungen. Und so werden kleine Spiele gelernt. Oftmals geht es nur darum, dass ein solches Kindlein kommt und einen neu angekommenen Geist mit einem Sträusschen Blumen begrüsst. Vielleicht ist es einer aus seiner Verwandtschaft, der zurückkommt. So viele Möglichkeiten gibt es. Man holt diese Kindlein, man fordert sie an in den verschiedensten Sphären für Feste oder für einen Empfang. So ist der Himmel geordnet.

So hatte ich meine Aufgabe mit diesen Kindlein. Bis zum dritten Lebensjahr sollte ich sie in Empfang nehmen. Ich sah die Eltern manche Träne weinen, und ich dachte mir: “Gute Mutter, ahntest du nur, welche Schönheit und welche Pracht dein Kindlein nun erlebt, du würdest dich freuen und nicht weinen.” Während langer Zeit führte ich diese Aufgabe aus und holte Kindlein ins Himmelreich zurück. Dann sagte man mir: “Du sollst nicht nur diese Aufgabe erfüllen, sondern du sollst nun Kindlein im Erdenreich behüten und beschützen.” Ich wurde wiederum angewiesen, da- oder dorthin zu gehen. Ich hatte entweder mehrere Häuser, wo Kindlein waren, die ich zu beobachten hatte, oder ich hatte meine Spielplätze, wo sich Kinder jeweils versammelten. Ich hatte dafür zu sorgen, dass sie wohlbehütet blieben, behütet vor menschlichem Unglück und Missgeschick, wenn nur irgendwie möglich. Natürlich kann unter diesen Kindlein eines gezeichnet sein, das zu sterben hat. Also auch dieses wird mir vorher erklärt, oder es wird mir angedeutet, dass ich diesem Kindlein keine Beachtung zu schenken habe, weil es schon wieder in der Zuständigkeit anderer Geister sei, die an ihm die Aufgabe erfüllen. So ist alles eingeteilt, und wir haben uns strikte an diese Ordnung zu halten.

So habe ich heute die Aufgabe, von einem Haus zum andern zu gehen, diese Spielplätze zu beobachten und auch eventuelle unvorhergesehene Gefahren weiterzumelden. Auch dieses ist manchmal von Notwendigkeit. Ihr wisst, dass man nicht alles zum Voraus erkennen kann; durch Ungeschicklichkeit kann irgendetwas eintreffen, was nicht erwartet wurde. Aber auch dafür ist alles geordnet, oder wir haben es raschestens weiterzumelden. So stehe ich heute in der wunderschönen Aufgabe mit meinen Kindern.

Und mein Verlangen, das ich hatte, als ich in die geistige Welt kam, mein Verlangen, ihm zu begegnen, ihm, dem ich mein Leben gewidmet und dem meine ganze Aufopferung gegolten hatte – ja, dieser Wunsch wurde mir erfüllt. Man forderte mich auf dafür, ich sollte ihn nun sehen dürfen – auch mit andern zusammen, denn es muss euch klar sein, dass nicht ein Geist allein empfangen wird; bedenkt doch, wie unendlich viele ins Himmelreich einkehren und zu den Höhen hinaufziehen. Also sagte man mir: “Mache dich bereit mit deinen Kindern; nimm von den kleinen und von den grösseren, und schmücke sie mit Blumen, so schön wie du kannst; lass deine ganze Fantasie walten. Dann führen wir dich an den Ort, wo du ihm mit den Kindern begegnen kannst.” Ich tat es, ich schmückte die Kinder mit den Blumen; so wie meine Fantasie reichte, machte ich ihnen Kränzchen und besteckte ihre Kleider voll mit Blümchen. Dann nahm ich sie und ging mit ihnen an den bezeichneten Ort. Ich war hier nicht allein mit ihnen, es waren viele, viele da. Es gab viele Geschwister, die auch mit Kindlein kamen wie ich, oder ich möchte sagen, es waren nur solche mit Kindern da.

Ihr möchtet wissen, wo wir uns versammelten? Ja, wenn so viele kommen, da ist es doch wohl am besten, man sammelt sich in diesen prachtvollen Gärten; man stellt sich auf, hier ist Platz genug. Und dann darf man ihn sehen, wie er kommt und wie er zu den Kleinen hingeht und wie er da und dort eines aufnimmt. Sie wissen ja noch gar nicht, sie können es ja nicht verstehen, in wessen Armen sie waren. Aber er sagt auch: “Euch gehört das Himmelreich.” Und wir, wir gehen zögernd in seine Nähe und verneigen uns vor ihm. Wir sind zufrieden, ihn zu sehen, und wir freuen uns, dass er sich an unseren – an seinen – Kindern freut. Und er hat gute Worte für uns. Dann müssen wir uns wieder von ihm verabschieden; es fällt uns schwer. Wir bleiben lange beisammen, er zieht sich zuerst zurück. Plötzlich ist er uns entschwunden – so schnell.

Ihr möchtet wissen, wie er aussah? Ich kann euch sagen, was die grösseren Kinder reden. Sie sagen, wie schön er gewesen sei. Sie zupften an seinen Kleidern – denn die Edelsteine daran waren ja wie Feuer –, und die Kinder durften es. Sie erzählen noch von diesem prachtvollen Kleide; das hat ihnen Eindruck gemacht. Und sie sprechen von seinem Glanz und seinem Duft und von der Farbenpracht, die von ihm ausging. Denn es war fast so wie in jenem Teiche, wo sie mit allen Farben durcheinander spielten – so glänzte sein Kleid. Denn ich glaube, er hat dieses bunte Kleid extra für die Kinder angezogen – es war ein Kleid mit solchen leuchtenden Edelsteinen, in allen Farben. Für uns ist seine ganze Gestalt wie ein Feuer gewesen – das kann man nicht erklären. Die Kinder sprechen noch lange von dieser Begegnung, von dem schönen Bruder mit dem schönen Kleid. Dann ist es unsere Aufgabe, ihnen zu sagen, wer es war; und es bleibt in ihrer Erinnerung. Auch später, wenn sie von dem Kinderparadiese Abschied zu nehmen haben, ist die Erinnerung noch in ihnen; sie hatten die Begegnung mit ihm in dieser Art. Und vielen ist doch Gelegenheit gegeben, ihm wieder zu begegnen, so sie nicht wieder vom himmlischen Reiche abzutreten und ins menschliche Leben zu gehen haben, wo ihnen dann die Erinnerung an dieses wunderbare Erlebnis erloschen sein wird.

So, meine lieben Freunde, erfülle ich meine Aufgabe. Ihr möchtet noch wissen, wie mein Name ist. Man sagt mir Magda. Ich bin so glücklich. Ich habe keine Zeit – keine Zeit drängt mich. Und dies möchte ich euch wünschen: Auch für euch soll es einst so sein, auch ihr sollt, wenn ihr ins Himmelreich kommt, nicht nach Zeit fragen müssen; es soll immer Frühling oder immer Sommer sein. Auch euch kann gelingen, was ich fertiggebracht habe im Erdenreich.

So gehe ich wieder in mein Paradies zu meinen Kindern zurück und überlasse euch dem Segen und dem Schutze Gottes. Gott zum Gruss.

Erlebnisbericht von Magda vom 1. Juni 1960 durch Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich


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